Für Freiheit – Privatbesitz – freies Unternehmertum…!?

685333-6Was für eine schöne Phrase! Es spricht sehr viel dafür, daß diese Begriffe aus dem „Schatzkästlein“ der Neoliberalen geeignet sind, jungen, unbedarften BWL-Studenten die Hirnwindungen ein wenig zu vernebeln. Doch gehen wir der Sache einmal auf den Grund! Freiheit – ein klangvolles Wort, nicht wahr? Reisefreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheitstsstatue … oder, wer sich noch erinnern kann: „eine freie Stimme der freien Welt“. Welche Assoziationen verbergen sich nicht alles hinter diesen Worten! Und dann: Privatbesitz! Wie angenehm das doch klingt! Wer von uns wäre nicht auch gerne reich, oder doch zumindest wohlhabend? „Haste was, dann biste was“ – so sagt man. Und das Gegenteil? Die Habenichtse, die Nichtsnutze, diese Schmarotzer… ist das nicht furchtbar? Sie leben auf Kosten der Allgemeinheit, gehen nicht arbeiten, wie andere anständige Menschen… Na, und erst das freie Unternehmertum! Was für ein erhabenes Wort! Selbständig – selbst und ständig. Ohne Fleiß kein Preis! Das sind doch die wahren Leistungsträger unserer Gesellschaft – die Eliten! Stimmt’s?

Nein – stimmt nicht! Viel zu oft hört man derartige dumme Sprüche! Es handelt sich hier um einen billigen Propagandatrick, wie ihn Goebbels nicht besser hätte erfinden können, ein Irrglaube, wie ihn bürgerliche Nationalökonomen schon seit über hundert Jahren ihren Anhängern und den naivgläubigen Bürgersöhnchen in die Köpfe zu hämmern  versuchen, damit diese nur allzeit eine Gesellschaftsordnung verteidigen, die lang schon ihre Unfähigkeit unter Beweis gestellt hat, die Menschheitsprobleme zu lösen, die im Gegenteil die Probleme nur noch mehr verschärft: der Kapitalismus.

Eine neue Religion?

Nur für einen äußerst geringen Teil der Menschen ist er ein Segen – für die übergroße Masse ist er ein Fluch. John Maynard Keynes, Friedrich August von Hayek, Ludwig Heinrich Edler von Mises und andere „Geistesgrößen“ waren die Stichwortgeber für dergleichen unwissenschaftliche Irrlehren. Nicht nur, daß es auch heute noch hunderte von Instituten, unzählige Seminare und Publikationen gibt, die diesen Unsinn verbreiten, derartige Theorien scheinen direkt zum Kult geworden zu sein, wenigstens aber doch zu einer Religion.


Zur Sache:

Was ist eigentlich Kapitalismus?

Kapitalismus ist eine ökonomische Gesellschaftsformation, die auf dem privatkapitalistischen Eigentum an den Produktionsmitteln, der privaten Aneignung der Ergebnisse der Produktion und der Ausbeutung der Lohnarbeit beruht. Er ist die historisch letzte Ausbeutergesellschaft. Die beiden sich antagonistisch gegenüberstehenden Grundklassen des Kapitalismus sind die Bourgeoisie (Kapitalisten) als Eigentümer der Produktionsmittel und ökonomisch und politisch herrschende Klasse einerseits und die Arbeiterklasse (Proletariat), die juristisch frei ist und als Nichteigentümer von Produktionsmitteln gezwungen ist, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen.

Die Sprüche der Reichen

Liest man die auswendig gelernten Äußerungen einiger reicher und super-reicher Vertreter der heutigen Bourgeoisie, so könnte man tatsächlich den Eindruck haben, daß allein deren fleißige Arbeit die Quelle all ihres Reichtums sei, daß eben nur Leistung sich lohne, Sparsamkeit und der kluge Umgang mit Geld. Und daß der Staat nunmal damit nicht umgehen könne. Dergleichen abgedroschene Sprüche hört man immer wieder. Sie haben einzig und allein den Zweck, dem Esel die Möhre vor die Nase zu halten, damit er glaubt, das Ziel seiner Beteiligung, seiner „Teilhabe“ am großen Gewinn sei für ihn nun greifbar nahe. Er brauche nur noch sein Bestes geben und einen kleinen Schritt zu tun, und -schwupps!- schon habe er es erreicht. Wie einfach – doch wie dumm!

Was ist die Quelle des Reichtums?

In dem 1960 erschienenen Heft über „Die materiellen Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens“ bemerkte der DDR-Philosoph G.Heyden, eine besondere Rolle im Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat habe die von bürgerlichen Ökonomen aufgestellte These: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums“ gespielt. Wer sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt, weiß, daß diese Formulierung nicht stimmt. Doch immerhin hat sie Eingang ins „Gothaer Programm“ der deutschen Sozialdemokratie gefunden und wurde von Marx in seiner Schrift „Kritik des Gothaer Programms“ widerlegt. Diese These läuft letzten Endes auf eine völlige Mißachtung der natürlichen Produktionsbedingungen hinaus. Marx entlarvte in dieser Schrift besonders den bürgerlichen Klassencharakter dieser Auffassung. Er schrieb:

Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die Natur ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte, als die Arbeit… Und soweit der Mensch sich von vornherein zur Natur, der ersten Quelle aller Arbeitsmittel und -gegenstände, als Eigentümer verhält, sie als ihm gehörig behandelt, wird seine Arbeit Quelle von Gebrauchswerten, also auch von Reichtum. Die Bürger haben sehr gute Gründe, der Arbeit übernatürliche Schöpfungskraft anzudichten; denn gerade aus der Naturbedingtheit der Arbeit folgt, daß der Mensch, der kein andres Eigentum besitzt als seine Arbeitskraft, in allen Gesellschafts- und Kulturzuständen der Sklave der andern Menschen sein muß, die sich zu Eigentümern der gegenständlichen Arbeitsbedingungen gemacht haben. Er kann nur mit ihrer Erlaubnis arbeiten, also nur mit ihrer Erlaubnis leben. [1]

Mit diesen Worten betonte Marx, daß das menschliche Leben, das sich durch die Produktion erhält und entwickelt, an die gegebenen Naturbedingungen gebunden ist. Diese sind eine unerläßliche Existenzbedingung der Menschen.

Wie kann man den Kapitalismus durchschauen!

Die bürgerlichen Ideologen sind gezwungen, diesen Zusammenhang zu verschleiern, weil sonst ihre Phrasen von der „allgemeinen menschlichen Freiheit“, von der „Sozialpartnerschaft“ und vom „Wirtschaftsbürger“ im Kapitalismus zu leicht durchschaut werden könnten. Wenn man nämlich anerkennt, daß die menschliche Arbeit an bestimmte Naturbedingungen gebunden ist, dann muß man auch erkennen, daß der arbeitende Mensch dort, wo er durch Eigentumsschranken von den natürlichen Bedingungen seines Lebens getrennt ist, sein Leben nur erhalten kann, wenn der Besitzer dieser Naturbedingungen ihm zu arbeiten erlaubt. Unter diesen Umständen, die in allen auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln beruhenden Gesellschaftsordnungen und vor allem natürlich in der kapitalistischen Gesellschaft gegeben sind, bleibt der arbeitende Mensch immer Sklave der besitzenden Klasse.

Der Kapitalismus – eine Sklavenhaltergesellschaft

Das traf bis 1990 in vollem Umfang auch für Westdeutschland zu, wo im Unterschied zur Deutschen Demokratischen Republik der Grund und Boden den Großgrundbesitzern, die Bodenschätze und Fabriken den Monopolisten und Bankherren gehören, die als Besitzer der gesellschaftlich entscheidenden Produktionsmittel die Arbeiter und Bauern ausbeuten und politisch versklaven. Deshalb können sich die Werktätigen nur befreien durch die Enteignung der Großgrundbesitzer- und Monopolkapitalisten, die Überführung der Fabriken und natürlichen Reichtümer in die Hände des Volkes. Das gilt auch heute noch für jede kapitalistische Gesellschaft.

Lenin und der Liberalismus

Bereits im Jahre 1904 hatte sich Lenin mit diesen liberalistischen Ideen auseinandergesetzt. Er schrieb:

Als Ideologen der Bourgeoisie verstehen die Liberalen ausgezeichnet, daß der praktische Sinn, die Nüchternheit, der Ernst der Arbeiterklasse, d.h. die faktische Beschränkung ihres Tätigkeitsgebietes auf den Kapitalismus, auf Reformen, auf den gewerkschaftlichen Kampf usw. für die Bourgeoisie vorteilhaft ist. Gefährlich und bedrohlich ist die ‚revolutionaristische Beschränktheit‘ des Proletariats und sein Bestreben, im Namen seiner Klassenaufgaben die führende Rolle in der allgemeinen russischen Volksrevolution zu übernehmen. [2]

Also: die Bourgeoisie wünscht sich möglichst handzahme, angepaßte Arbeitssklaven, die keine revolutionären Flausen im Kopf haben, die möglichst nicht nachdenken und schon gar nichts hinterfragen: Wer profitiert denn vom produzierten Reichtum der Nation? Worin besteht denn das Recht der herrschenden Klasse auf Ausbeutung. Woher kommt denn die Armut? Und wie entstehen denn die Krisen? Ist es denn gerecht, wenn ein Hundertstel der Menscheit über fast 90% des gesamten Vermögens auf der Welt verfügen? Warum gibt es denn die Gleichberechtigung der Frau nur auf dem Papier? Warum müssen denn die Arbeiter ihre Rechte immer erst erkämpfen? . . . Und noch einmal Lenin:

Lloyd George suchte zu beweisen, daß eine Koalition der Liberalen mit den Konservativen, und zwar eine ‚enge‘ Koalition, notwendig sei, denn sonst könne die Arbeiterpartei siegen, die Lloyd George als Sozialistische Partei „zu bezeichnen vorzieht“ und die das „Gemeineigentum“ an den Produktionsmitteln anstrebe. „In Frankreich hieß das Kommunismus“, erläuterte der Führer der englischen Bourgeoisie in populärer Weise seinen Zuhörern, den Mitgliedern der parlamentarischen Liberalen Partei, die das bisher vermutlich nicht gewußt haben, „in Deutschland hieß das Sozialismus, und in Rußland heißt es Bolschewismus“. Für die Liberalen, legte Lloyd George dar, sei das grundsätzlich unannehmbar, denn die Liberalen seien grundsätzlich für das Privateigentum. „Die Zivilisation ist in Gefahr“, erklärte der Redner, und deshalb müßten die Liberalen und die Konservativen zusammengehen. (…) Der Leser sieht daraus, daß Lloyd George nicht nur ein sehr kluger Mann ist, sondern auch viel von den Marxisten gelernt hat. Es wird nicht schaden, wenn auch wir von Lloyd George lernen. [3]

Der Liberalismus in der BRD

Nach 1945 erlangte der Liberalismus neuen Einfluß. Die volle Herausbildung des staatsmonopolistischen Kapitalismus wurde namentlich in der BRD mit liberalistischen Losungen von der „freien Marktwirtschaft“ und der „freiheitlich-pluralistischen Demokratie“ zu verschleiern versucht. Ideologisch wird der Liberalismus als „Weltanschauung der Mitte“ angepriesen. Imperialistische Ideologen und Politiker sehen in ihm ein Instrument zur Leugnung der historischen Überlebtheit des Kapitalismus sowie zur Bekämpfung des Sozialismus und des Marxismus-Leninismus. [4]

Zitate:
[1] Marx/Engels: Ausgewählte Schriften, Bd, II, S.11.
[2] W.I. Lenin: Ausgewählte Werke in 6 Bänden, Dietz Verlag Berlin, Bd.II, S.131f.
[3] W.I. Lenin: Der „linke“ Radikalismus…, ebd., Bd.V, S.535f.
[4] vgl. Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1986, S.570.

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Siehe auch:
Woher kommt der Reichtum?
Neoliberale Indoktrination an deutschen Schulen
Die arbeiterfeindlichen Ansichten des Ludwig v. Mises


Zwei notwendige Bemerkungen:

Die erste betrifft „Arbeitnehmer und Arbeitgeber“: Seit ewig langen Zeiten wird immer derjenige, der arbeitet als „Arbeitnehmer” bezeichnet und derjenige, der diesen Menschen dafür bezahlt, „Arbeitgeber” genannt. Diese beiden Formulierungen sind schlichtweg falsch. Wer arbeitet, stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung. Arbeitskraft ist nüchtern betrachtet eine Ware, die man gegen Lohn verkauft und die nur deswegen auf dem „Markt” existiert, weil der Arbeiter keine anderen „Waren” hat, die er gegen Geld verkaufen könnte. Das geschieht gegenüber Leuten, die genug Geld haben, sich Arbeitskraft kaufen zu können. Diese nehmen demnach die Arbeitskraft eines anderen und bezahlen dafür. Es wird hier also nicht irgendeine „Arbeit“ verkauft – sie kann nur erledigt werden -, sondern die Ware Arbeitskraft. (vgl. Karl Marx: „Das Kapital“ Bd.1, Vorwort. In: MEW, Bd.23, S.34.) Siehe auch: „Das Märchen vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber“
Die zweite betrifft den Reichtum. Woher kommt der Reichtum des Unternehmers? Was ist die Quelle seines Reichtums? Ist es die Arbeit? Nein. Eine Richtigstellung von K.Marx: „Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die Natur ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte (und aus solchen besteht doch wohl der sachliche Reichtum!) als die Arbeit, die selbst nur die Äußerung einer Naturkraft ist, der menschlichen Arbeitskraft.“ (Karl Marx: „Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei“, In: MEW, Bd.19, S.15.) – das ist ebenso irreführend wie der Spruch der Nazis: „Arbeit macht frei“. Die bürgerlichen Ideologen sind gezwungen, diesen Zusammenhang zu verschleiern, weil sonst ihre Phrasen von der „allgemeinen menschlichen Freiheit“, von der „Sozialpartnerschaft“ und vom „Wirtschaftsbürger“ im Kapitalismus zu leicht durchschaut werden könnten. Wenn man nämlich anerkennt, daß die menschliche Arbeit an bestimmte Naturbedingungen gebunden ist, dann muß man auch erkennen, daß der arbeitende Mensch dort, wo er durch Eigentumsschranken von den natürlichen Bedingungen seines Lebens getrennt ist, sein Leben nur erhalten kann, wenn der Besitzer dieser Naturbedingungen ihm zu arbeiten erlaubt. Unter diesen Umständen, die in allen auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln beruhenden Gesellschaftsordnungen und vor allem natürlich in der kapitalistischen Gesellschaft gegeben sind, bleibt der arbeitende Mensch immer Sklave der besitzenden Klasse.
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48 Antworten zu Für Freiheit – Privatbesitz – freies Unternehmertum…!?

  1. sascha313 schreibt:

    Nun – es geht nicht um das Privateigentum schlechthin. „Was den Kommunismus auszeichnet, ist nicht die Abschaffung des Eigentums überhaupt, sondern die Abschaffung des bürgerlichen Eigentums.“ (Manifest der Kommunistischen Partei)

    Gemeint ist vielmehr das Eigentum an Produktionsmitteln, welches Kapitalbildung erst ermöglicht. Voraussetzung dafür ist allerdings der doppelt freie Lohnarbeiter, der frei von feudalen Fesseln, zugleich aber auch „frei“ von Produktionsmitteln ist, mit deren Hilfe sich Mehrwert erzeugen und damit auch Kapital anhäufen ließe.

    Insofern ist freilich der Besitzer der Produktionsmittel gegenüber der Klasse der Lohnarbeiter privilegiert.

    Aber ich will Sie nicht langweilen. Doch vielleicht erklärt das den Gegensatz beider Klassen etwas genauer?!

    • roedermarkkommentator schreibt:

      Ja, ich bin gewiß nicht blind gegenüber der Tatsache, dass ein Fabrikbesitzer mehr besitzt, als der einzelne Arbeiter. Auch sehe ich, dass derjenige, der den Zugriff auf Ressourcen wie Land und Rohmaterialien hat, einem anderen diesen Zugriff verwehren kann. Im Prinzip geht es hier um Stark gegen Schwach, ein Problem, das weniger mit Kapitalismus und Sozialismus zu tun hat, sondern Teil der menschlichen Lebensbedingungen in Natur und Menschheit. Das sind Probleme, für deren Lösung moralische Werte über Religionen und Philosophien und Staatsverfassungen in der Welt verbreitet worden sind. Und so wohlmeinend alle diese sind, so ist doch auch ein Fakt des Lebens, dass jeder und jede immer wieder kämpfen muß, um wenigstens ein bißchen Gerechtigkeit zu erfahren.

      In Bezug auf Libertarismus:
      Ich bin der Ansicht,
      1.) dass auch ein Libertarismus seine Grenzen in der Realität hat,
      2.) dass er tatsächlich auch zu einer Religion werden kann, mit Heiligenanbetung und Heiligenbildchen, nämlich dann wenn man die Worte der Großen unreflektiert lässt und einfach nur nachplappert,
      3.) dass auch ein Libertarismus moralische Werte als Fundament braucht, bzw. ein moralisches Wissen, z. B. dass jede Übertreibung an Ungerechtigkeit irgendwann automatisch zur Gegenwehr führt,
      4.) dass so etwas wie Raubtierkapitalismus existiert; natürlich gibt es hier wie dort und in jedem System die Ausbeuter und ganz eindeutig Kriminellen, die auch vor Mord nicht zurückschrecken,
      5.) dass auch eine libertarische Welt (also eine ohne den Staat nach heutigem Verständnis) Gesetze braucht, Schranken; die amerikanische Verfassung, auch das GG sind da meines Wissens nach wenigstens gute Richtlinien, auf denen sich gelebtes Recht und Kultur für alle aufbauen lassen.

      Danke für Ihren Artikel, er hat mir eine neue Erkenntnis über die Welt gebracht!

      • sascha313 schreibt:

        Danke nun meinerseits für Ihre Offenheit. Ich las gerade von Anna Seghers „Die Entscheidung“ und denke darüber nach:
        Was habe ich eigentlich von der Zeit verstanden, in der ich noch Kind war? Das ist ein sehr komplexes Thema. Mir ist heute vieles noch viel bewußter geworden, was damals einfach nur „unser Leben“ war – die DDR.

        Noch mehr verstand ich, als ich Rudolf Petershagen „Gewissen in Aufruhr“ las. Es war – ganz unpathetisch – eine „neue Zeit“, in der wir lebten. Die Klassengegensätze waren beseitigt, und Kollektivität und Gemeinsamkeit waren unser Alltag. Was heute (wieder) vielfach als Selbstverständlichkeit gilt, ist der Gegensatz zwischen arm und reich, der Existenzkampf … ja auch, daß dieser Gegensatz sich verschärft. Und wer da heute am längeren Hebel sitzt, dürfte kaum zweifelhaft sein.

        Konkurrenzdenken und ein gegenseitiges „Ausbremsen“ gab es in meiner Jugendzeit nicht. Existenzängste, wie viele sie heute verspüren, waren uns fremd.

        Aber – um nicht nur über Vergangenes zu reden – die Zukunft war (abgesehen mal von den letzten 80er Jahren) durchaus völlig klar, friedlich und ermutigend. Was heute durchaus nur wenige von sich behaupten können. Für uns war das Realität.

        Deshalb meine ich, sollte man unbedingt darüber nachdenken, worauf das zurückzuführen ist. Und daß das für diejenigen, die das Alte (und ihre Privilegien!) um jeden Preis behalten wollen, keineswegs angenehm ist, dürfte auch klar sein.

        Aber um mal ein Beispiel einer Verfassung zu nennen, die den Willen des werktätigen Volkes ausdrückt, braucht man sich nur die DDR-Verfassung anzusehen. Da erübrigt sich jeder Vergleich. Und Marx sprach mal davon, daß man erst die alte Staatsmaschine zerbrechen muß, bevor man etwas Neues aufbauen kann.

      • Ja, interessant, ich kenne nur die West-Seite, vor allem in den 80ern aufgewachsen, würde sagen, dass diese Kindheit eher dem entspricht, was ich glaube, aus Ihrer Beschreibung herauszulesen. Erst ab den 90ern wurde Ego, Konkurrenzdenken und „Ausbremsen“, bzw. „Ausgrenzen“ allmählich intensiver in der Schule. Ja, und Klassendenken mag da gewiß eine Rolle spielen. Ist auch interessant, wieviele Wessis links wählen und eine soziale Attitüde zeigen, einen dann aber bewußt von sich fernhalten. So oder so, im System scheint der Wurm drin zu sein.

      • „Ja, ich bin gewiß nicht blind gegenüber der Tatsache, dass ein Fabrikbesitzer mehr besitzt, als der einzelne Arbeiter. Auch sehe ich, dass derjenige, der den Zugriff auf Ressourcen wie Land und Rohmaterialien hat, einem anderen diesen Zugriff verwehren kann. Im Prinzip geht es hier um Stark gegen Schwach, ein Problem, das weniger mit Kapitalismus und Sozialismus zu tun hat, sondern Teil der menschlichen Lebensbedingungen in Natur und Menschheit.“

        Es geht doch überhaupt nicht darum, ob jemand mehr oder weniger besitzt oder darum, wer hier Stark oder Schwach ist.

        Es geht darum, daß in der Kapitalistischen Welt, die Mehrheit der Menschen – nämlich die arbeitenden Menschen – Ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, damit sie überleben können.

        Nun liegt es aber schon in der Natur der Sache selbst, daß ein Mensch, der arbeitet, immer mehr jagd, sammelt, an Vieh hält, an Lebensmitteln anbaut oder Güter produziert, die ein Vielfaches dessen darstellen, als was er selber verbrauchen kann.

        Und dieses Mehr, das der Mensch erarbeitet, wird ihm geraubt; und zwar geraubt von denen, die glauben, daß ihnen die Welt gehöre.
        Die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken, das Land, um Lebensmittel oder Holz zu ernten und die Produktionsmittel, um daraus Güter herzustellen, die wir Menschen zum Überleben benötigen oder die uns helfen, Herr über die Natur zu werden, werden von Wenigen GERAUBT.

  2. Rolf schreibt:

    Es ist wieder eine Verständnisfrage – die Frage des Standpunktes!
    Wir hatten das Glück in einer Zeit leben zu dürfen, in der die Produktionsmittel ALLEN gehörten. Das ist unser Vorteil und prägt auch unseren Standpunkt.

    Der Bürger des Kapitalismus kennt diese Verhältnisse nicht, kann damit nichts anfangen und wurde/wird diesbezüglich auch belogen. Er denkt immer „man nimmt ihm alles weg“ aber wir hatten im Sozialismus auch Eigentum, der Arbeiter konnte sich mit Hilfe seines Betriebes ein Haus bauen – viel preiswerter als heutzutage. Denn – es gab keine Kapitalisten!

    Für uns – die im Sozialismus leben durften – ist das „einfach/verständlich“, für andere ist das unverständlich. Anfang der 90er kam eine Arbeiterfamilie zum Nachbarn auf Besuch. Der Ossi war auch Arbeiter, nicht in der SED. Der Besuch sagte dann, dass der Honnecker auch nicht mehr hatte als wir, der lebte doch ganz normal. Als der Ossi dann aus dem DDR-Leben plauderte, fragte der BRD-Bürger nur noch “ … und warum seid ihr dann auf die Straße gegangen …“?

    • sascha313 schreibt:

      Der letzte Satz … genau das ist die Frage!
      Auch wenn ich jetzt sage: Ich war nicht auf der Straße! – so ändert das nichts an der Tatsache, daß es viele Menschen waren. Mit Kopf-schütteln habe ich diese Menschenmenge vor der Kirche und montags auf der Straße beobachtet. Hätte ich dazwischen gehen sollen? Nein. Ganz sicher nicht. Das irritierte Schweigen der Parteiführung hatte mich ohnehin enttäuscht. … Ich meine – sie waren verblendet, sie folgten blindlings den Einflüsterungen des Klassenfeinds!

  3. Hoffmann schreibt:

    Vielleicht solltest man ihm zuerst mal erklären was Produktionsmittel sind. Privateigentum gibts auch im Sozialismus, das ist nicht das Problem. Nur eben nicht Produktionsmittel mit dem man von anderer Leute Arbeit leben kann. Die müssen in der Hand des Volks sein.

  4. Atomino schreibt:

    @jauhuchanam: das darf man jetzt nicht schwarz/weiß sehen. Ich selbst habe auch ziemlich große Schnittmengen zu einer anarchistischen Lebensweise. Niemand einzelnes sollte Macht über einen anderen Menschen haben dürfen, alles wird durch alle im Sinne aller geregelt. Soweit mein Ideal, meine Utopie, wie auch immer. Aber zum Beispiel eine Revolution ohne politische Führung, wie soll das gehen? Die Oktoberrevolution ohne die Führung durch die Bolschewiki? Oder der Aufbau der DDR ohne die SED? Jeder hätte sich seine eigene kleine DDR gebastelt und herausgekommen wäre bestenfalls nur jede Menge Chaos. Wir haben damals nur unsere Führung ein bissl aus den Augen verloren, sie einfach „machen lassen“, ab und zu mal geschimpft. Und irgendwann hat es sich verselbständigt. Immerhin haben wir jetzt das Wissen, aus diesen Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen.

  5. gieszkanne schreibt:

    Ob die Frage nach dem PC als Privateigentum dumm ist, spielt gar keine Rolle. Wenn sich Sozialisten mal mehr mit „normalen“ Menschen unterhalten würden, wüssten sie das genau dieser Glaube in der breiten Massen vorherrscht wenn es um Sozialismus/Kommunismus geht. Selbst einfache Arbeiter meinen Sozialismus heist, dass das Bischen was sie besitzen evtl eine Eigentumswohnung oder kleinen Häuschen ihnen weg genommen wird. Dumm ist eigentlich das Sozialisten es bis heute nicht fertig gebracht haben dieses simple Vorurteil aus der Welt zu räumen. Das wäre viel wichtiger als intellektuelles Geschwurbel.

    • sascha313 schreibt:

      Wenn man von dem Bildungsstand eines Volksschulabgängers 7.Klasse ausgeht, ist freilich vieles nicht verständlich, was wir hier veröffentlichen. Also: Womit sollen wir anfangen?

  6. S. Erfurt schreibt:

    Ohne Fleiß kein Preis!

    Las ich neulich auf einer Tafel die am Wasserschloss Mespelbrunn/Spessart angebracht ist. Das klingt so wie Arbeit macht frei und Jedem das Seine.

    Und dann wollten die auch noch Eintritt. Alles klar. Der Fleiß der Anderen sozusagen. Bin ich froh in einem Land gelebt zu haben wo man uns verschont hat mit derart Zynismus und Raubrittergesockse. Wo man diese Schmarotzer enteignet hat laut Beschlüssen der Alliierten. Wo die Früchte gesellschaftlicher Arbeit nicht in privaten Taschen landeten sondern in die Gesellschaft zurückflossen. Wo volkseigene Unternehmen Bedürfnisse befriedigten anstatt nach Profiten zu streben. Wo es an nichts mangelte!

    Was für eine armseelige Kreatur hingegen ist die BRD. Wo man hinschaut mangelt es. Es mangelt an Wohnungen, es mangelt an Arbeit. Und hauptsächlich mangelt es an Menschlichkeit.

    Jedem das Seine — Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Und ergreift endlich Besitz von dem was Euch gehört!

    MFG

    • tommmm schreibt:

      „es mangelt an Arbeit“…
      Das sehe ich anders. Ich denke das man das mal etwas besser definieren sollte.

      • gieszkanne schreibt:

        Tom
        Genaugenommen ist es ein mangel an Erwerbsarbeit bzw Finanzmittel Arbeit zu bezahlen. Wenn man sich allein die ganze ehrenamtlichen Tätigkeiten ansieht. Man könnte auch mehr Arbeitsteilung bei harter unangenehmer Arbeit einführen wie zB auf dem Bau. Die Arbeit der Mutter bzw Hausfrau ist da ja auch völlig Außen vor.

      • sascha313 schreibt:

        Es ist kein Mangel an Finanzmitteln, um Arbeit zu bezahlen. Geld ist – wie man sieht – immer wieder massenhaft vorhanden, Doch es wird nur dort investiert, wo es wieder Profit abwirft und wo es der Stabilisierung des bürgerlichen Wirtschaftssystems und des Staates dient. Man könnte… ja was könnte man überhaupt? Alle gutgemeinten Vorschläge scheitern an den Interessen der Monopolbourgeoisie. der Profite wichtigr sind als Menschenleben.

      • gieszkanne schreibt:

        Doch natürlich, du musst das ja vom Istzustand betrachten und nicht aus der sozialistischen Perspektive. Was in den Medien auch immer unter Decke gelassen wird sind 2 Billionen € Staatsschulden, die durch Corona jetzt wahrscheinlich noch auf 3 anwachsen werden. Und die haben die ganze Zeit vorher immer von schwarzen Zahlen gesprochen was ein absichtliche Täuschung ist. Aber ich dachte dabei auch an kleine Betriebe die genug Arbeit für 1-2 Mitarbeiter hätten oder auch die ganze ehrenamtlichen Stellen die mal bezahlt werden könnten. Sowas würde der Staat eh nie bezahlen, wenn was subventioniert wird immer nur die Großen „Monopolbourgeoisie“. Ich glaube deshalb auch mittlerweile das ein Kapitalismus ohne Staat als Libertarismus evtl sozialer und weniger schädlich sein könnte als dieser merkwürdige Staatskapitalismus den wir zur Zeit haben. Das könnte ein Übergang sein in einen Sozialismus von unten.

      • sascha313 schreibt:

        Geld kann man drucken soviel man will, und die Schulden stehen auf dem Papier. Eine andere Sache aber ist es – woher kommt neues, frisches Geld? Solange der Markt gesättigt ist, kann sich die Wirtschaft auch nicht „erholen“. Die Krise bleibt und der Reichtum der herrschenden Klasse auch. Dieses Mißverhältnis zwischen arm und reich hat sich zuletzt eher nur verschärft. Und einen „Kapitalismus ohne Staat“ wird es nicht geben, denn der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse. Ohne ihren Staat ist die Klasse der Reichen (der Produktionsmittelbesitzer) machtlos.

        Und wo ist nun der Ausweg aus dem Dilemma? In jeder Krise, in jedem Krieg, gibt es einige, die verdienen sich dumm und dusslig. Und warum? Weil sie ihre Produktion noch einmal steigern konnten, weil sie Umsatz machen. Und wer muß zahlen? Der Arbeiter. Der Staat ist mit seinen Staatsunternehmen. wie Post und Bahn, nur zu einem ganz geringen Teil „Kapitalist“; das ist auch nicht die Aufgabe des Staates. Auch die Kommunen stoßen immer mehr die unrentablen Geschäfte ab – Krankenhäuse, Pflegeheime, Schulen und Sozialwohnungen werden privatisiert. Den Konzernen ist das egal, denen sind die ganzen „nutzlosen Fresser“ eher noch im Wege, und die Bosse denken schon lange darüber nach, wie man sie loswerden kann.

        Wir haben seit über 100 Jahren Imperialismus – mit dem weltweiten Finanzkapital, den fusionierten Banken und Konzernen… und wir haben eine Weltwirtschaftskrise. Doch wie kommen wir da heraus? Aus all dem Schlamassel kann uns nur eine neue, ausbeutungsfreie Ordnung führen. Und wer soll das machen? Das kann nur die aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit und ihres Einflusses auf die Produktion, die revolutionärste Klasse sein: die Arbeiterklasse! Wie heißt es doch bei Marx und Engels: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ Die Produktionsmittel gehören selbstverständlich in die Hände des Volkes, so wie es in der Sowjetunon, in der DDR und überall im Sozialismus gewesen ist. So – und das waren jetzt mal fünf Minuten Marxismus!

      • tommmm schreibt:

        Gibt es zu wenig Arbeit? – Der Wirtschaft geht es gut!
        Es ist doch ein ziemlich abstrakter Begriff, der immer durch die Medien geistert: „die Wirtschaft“. Sie muss gehegt und gepflegt werden, sie muss angekurbelt werden und sie muss wachsen. Politiker bringen sich mit neuen Ideen ein, sie sind traurig oder betroffen, wenn die Wirtschaft mal nicht floriert. Emsige Tätigkeit setzt ein. Ein Interview jagt das nächste. Von der Systempresse hofiert, geben sie die ihnen eingeflüsterten Lösungsvorschläge zum Besten. Lösungen wofür?

        Verlassen wir jetzt diesen ausgetretenen gedanklichen Pfad und schauen uns die gesamten Bedürfnisse der Bevölkerung an ( und nicht die „der Wirtschaft“) und auf einmal wird es ganz einfach. Wenn in die Discounter oder Einzelhandelsgeschäfte gucke, fällt mir kein Produkt ein, dass irgendwo nicht zu bekommen ist. „Die Wirtschaft“ erfüllt alle Bedürfnisse der Gesellschaft. Und mehr! Die Werbeindustrie versucht verzweifelt, neue Bedürfnisse zu kreieren. Permanent wird man mit frohen Botschaften über das neuste Produkt aller möglichen Marken konfrontiert, die sich vom Vorgängerprodukt nur minimal unterscheiden. ständig gibt es Rabattaktionen, neue dies und neues jenes.

        Das ist doch ein sicheres Zeichen dafür, dass alle Bedürfnisse der Menschen erfüllt sind. Es gibt eigentlich nichts mehr was wirklich zum Leben fehlt. Ein Grund zur Freude! Aufgrund der hohen Arbeitsproduktivität ist es gelungen, die von der Gesellschaft benötigten Produkte mit ca. 70% der verfügbaren Arbeitskräfte in einer Arbeitszeit von 40 h / Woche zu erzeugen.

        Was muss daraus zwangsläufig geschlussfolgert werden? Es ist gar nicht nötig, die gesamte arbeitsfähige Bevölkerung 40 h / Woche zur Arbeit zu treiben und dafür Millionen Menschen mit Hartz 4 zu demütigen, oder noch schlimmer, ältere Menschen bis ins Alter von 70 Jahren von der Rente auszuschließen und zu Arbeiten zu zwingen, die nicht notwendig und auch nicht verfügbar sind.

        Alle diese plumpen Ideen und Ansätze der Politiker und der Systemmedien sind nichts weiter als auftragsgemäße Lügen. Es ist offensichtlich, dass die Steigerung der Produktivität dazu geführt hat, dass wir jetzt in der Lage sind, ohne Einbußen an Lebensqualität die 35 h – Woche einzuführen und auch zum Renteneintrittsalter von 65 Jahren zurückzukehren. Und dann haben wir immer noch Reserven um die Qualität der Bildung zu verbessern und uns endlich mit so wichtigen Problemen wie der Schaffung eines zukunftweisenden Verkehrssystems zu beschäftigen.

        @Gießkanne, Könnte…sollte…müßte….
        Das wird ewig „Stammtisch“ bleiben. Die Liberalen (Zentrum) haben 1914 auch für Kriegskredite gestimmt und fanden sich anschließend im Schützengraben wieder. Es ist eine Frage des Klassenstandpunktes. Alle heutigen Errungenschaften wurden von unseren Vorfahren erkämpft und nicht herbeigeredet.
        Es ist schade um dich. Du bist intelligent genug, um das zu verstehen. Also belese dich.

      • tommmm: „Es ist offensichtlich, dass die Steigerung der Produktivität dazu geführt hat, dass wir jetzt in der Lage sind, ohne Einbußen an Lebensqualität die 35 h – Woche einzuführen und auch zum Renteneintrittsalter von 65 Jahren zurückzukehren.
        Und dann haben wir immer noch Reserven um die Qualität der Bildung zu verbessern und uns endlich mit so wichtigen Problemen wie der Schaffung eines zukunftweisenden Verkehrssystems zu beschäftigen.“

        Mehr noch, es kann sofort die 20-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und das Recht, mit 50 Jahren in Rente zu gehen, eingeführt werden. Menschen sind dann nicht mehr gefährdet, der Arbeitslosigkeit anheim zu fallen oder in Hartz IV. abzustürzen. Menschen haben damit die Möglichkeit sich umfänglich weiterzubilden — Universitäten haben wird ja genug.

        Beweis.

        Deutschland gehört zu den lukrativsten Menschenfarmen innerhalb des Kapitalistischen Systems, in dem wir leben. Leute, die nix arbeiten, werden jährlich 1.800-Milliarden Euro in den A…. geblasen.
        ———————————————————-

        Es gibt ja seit Jahren die Forderung nach einem Mindestlohn von 12,- Euro/Stunde — seit neustem den nach 13,-. Ich finde die Forderung nach 13,- Euro nicht schlecht.

        Doch damit entgeht niemand im Rentenalter der Armut:

        Vollzeit, 13,- Euro/Stunde brutto = 2.140,67 €/Monat brutto

        Daraus ergibt sich nach 45 Jahren folgende „Rente“:

        2140,67 : 100 x 45 = 963,3‬0 Euro Bruttorente/Monat; abzüglich Krankenversicherung 70,32 Euro = 892,98 Euro Nettorente/Monat

        Die Bruttostandardrente beträgt dieses Jahr 1.509,- Euro/Monat. (Bundestagsdrucksache)

        Um auf eine solche Rente zu kommen, müsste der Mindestlohn 20,36 Euro/Stunde betragen.
        —————————————————

        Noch einmal:
        Deutschland gehört zu den lukrativsten Menschenfarmen innerhalb des Kapitalismus-Systems, in dem wir leben. Leute, die nix arbeiten, werden jährlich 1.800-Milliarden Euro in den A…. geblasen.

        BEWEIS!

        Das Bruttonationaleinkommen Deutschlands betrug im Jahr 2019 rund 3.536,4 Milliarden Euro und wurde von rund 45,3 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet. (*A)

        Pro Erwerbstätigen etwa 78.000,- Euro im Jahr => dies entspricht 6.500,- Euro pro Monat.

        In Deutschland leben 83,1 Millionen Menschen. (*B) Rechnerisch kann also JEDEM Menschen, der hier lebt, 42.557,- Euro pro Jahr, bzw. 3.550,- Euro pro Monat ausgezahlt werden.
        ———————————————————————————-
        Die Privaten Konsumausgaben betrugen 1.794-Milliarden Euro. (*A)

        Das heißt, jeder in Deutschland lebende Mensche hat durchschnittlich rund 21.588,- Euro im Jahr, bzw. 1.799,- Euro pro Monat ausgegeben.

        In diesen 1.794-Milliarden Euro Privaten Konsumausgaben sind 799 Milliarden Euro Steuern (*A) und 518 Milliarden Euro Sozialversicherungsabgaben (*C) enthalten = zusammen 1.317‬ Milliarden Euro.

        Das bedeutet, daß die Netto-Konsumausgaben 477 Milliarden Euro betragen haben. Pro Einwohner also durchschnittlich 5.740,- Euro im Jahr, bzw. 478,- Euro pro Monat.
        ———————————————————————-

        Bruttonationaleinkommen: … 3.536,4 Milliarden Euro
        ./. private Konsumausgaben: 1.794,0 Milliarden Euro
        __________________________________________
        = „freie Mittel“: …………………. 1.742,4‬ Milliarden Euro

        ./. Unternehmens- und
        Vermögenseinkommen: ………. 710,2 Milliarden Euro
        ———————————————————————-
        = Gewinn-Abschöpfung: …… 1.032,2 Milliarden Euro
        __________________________________________

        WOHIN fließt eigentlich diese Gewinn-Abschöpfung von 1.032,2 Milliarden Euro???

        Weshalb wird meine Forderung, jedem Menschen, der in Deutschland lebt, mindestens 2.600,- Euro auszuzahlen, nicht verstanden?

        Das sind gerade mal 2.592.720.000.000‬ Milliarden Euro, bzw. 73 % dessen, was die 45,3 Millionen Erwerbstätigen — davon nur 33,41 Millionen *sozialversicherungspflichtig* (*A) hier erwirtschaften!

        Wieso ist meine Forderung, die Lohn- und Einkommens- sowie die Umsatzsteuer abzuschaffen und zu verbieten, eigentlich ein „Witz“???
        ————————————————-

        Uns so lange wir uns dies als Mehrheit mit „unserer“ abgerichteten und andressierten Sklaven-Mentalität gefallen lassen und unsere Metzger ständig wieder wählen und wir uns gegen diese Ausbeutung nicht erheben, wird das auch so bleiben!
        ———————————————————————–

        (*A) https://www.destatis.de/…/2020/BI…/pressebroschuere-bip.pdf…

        (*B) siehe (*A)

        (*C) https://www.deutsche-rentenversicherung.de/…/rentenatlas_20….

      • sascha313 schreibt:

        Wer sind denn eigentlich „die Libertären“? …Die Abschaffung eines Staates ist schlechterdings kein „Verwaltungsakt“. Und die Monopole kann man genauso wenig „abschaffen“. Da hilft nur eine Enteigung.

        Das Proletariat (oder sagen wir besser: die in der materiellen Produktion tätigen Lohnempfänger) ist eine gewaltige Mehrheit – und zwar nicht nur in den Billiglohnländern, sondern auch in der BRD. (Lies mal hier: „Eine marxistische Betrachtung…“)

        Marx/Engels: „Indem wir die allgemeinsten Phasen der Entwicklung des Proletariats zeichneten, verfolgten wir den mehr oder minder versteckten Bürgerkrieg innerhalb der bestehenden Gesellschaft bis zu dem Punkt, wo er in eine offene Revolution ausbricht und durch den gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie das Proletariat seine Herrschaft begründet.“ (Manifest der Kommunistischen partei, MEW, Bd.4, S.573-590)

        Einen Staat wird (und muß) es also immer geben, solange Klassen existieren. Auch im Sozialismus, wo die Arbeiterklasse die Macht hat, gibt es einen Staat. Er ist notwendig, um die entmachtete Bourgeoisie (die Konzernherren, die enteigneten Großgrundbesitzer, die Kapitalisten…) zu unterdrücken und die Macht des Arbeiter-und-Bauern-Staates zu sichern und zu erhalten. Man nennt das auch „Diktatur des Proletariats“.

      • gieszkanne schreibt:

        Sacha
        „Die Steuern haben mit der Ausbeutung nichts zu tun. Steuern gab es im Sozialismus auch. “
        Wer soll denn bei einem kleinen Betrieb oder gar Selbstständigen der Ausbeuter sein? In kleinen Betrieben arbeiten die Chefs meist auch deutlich mehr und haben nicht selten nicht mal genug Geld um so viele Leute ein zu stellen wie sie evtl beschäftigen könnten.
        Wenn ein Arbeiter in einem großen Konzern mit echten Ausbeutern mehr verdient, wem willst du da noch was von Ausbeutung erzählen?
        Für die kleinen Betriebe und Selbstständigen ist der Staat hier der Ausbeuter. Wir haben eine Staatsquote von 45% mit den ganzen versteckten Steuern meinen manche sogar 70%!

        Was echter Sozialismus ist da haben wir wohl zu unterschiedliche Ansichten, das brauchen wir hier ja auch nicht weiter ausdiskutieren.
        Über Mises brauchen wir uns auch nicht unterhalten der hat den Libertarismus ja nicht erfunden, du hattest nach einem Bekannten gefragt und da du mal über ihn geschrieben hattest nannte ich ihn.
        Hier ein paar Links zu libertären Youtubekanälen die sich mit Marx beschäftigen

        (gelöscht! Admin.) – antikommunisitsche Propaganda brauchen wir hier nicht!

  7. gieszkanne schreibt:

    @Sacha
    Soll das wirklich eine Antwort auf mein Kommentar sein?Das kann doch unmöglich sein?

    • sascha313 schreibt:

      gieszkanne, um ehrlich zu sein – die Frage (nach dem PC als Privateigentum) ist mir ein wenig zu einfach. Wenn wir hier von Sozialismus reden, dann ist damit eine Gesellschaft gemeint, in der das Privateigentum an den Produktionsmitteln aufgehoben ist. Denn – woher kommt der ganze Reichtum? Er komt aus der Produktion materieller Güter. Nur damit kann der Kapitalist „Geld verdienen“. Er sackt sich das von den Arbeitern erwirtschaftete Mehrprodukt ein, ohne einen Finger dafür krumm zu machen. Das ist der Profit!

      Die Arbeiter haben haben im Kapitalismus nichts, was sie zu Geld machen können, außer ihre Arbeitskraft. Und die müssen sie dummerweise immer dem Kapitalisten verkaufen, um leben zu können. Und wenn man dem Kapitalisten seine Maschinchen und Fabriken wegnimmt, dann kann er nichts mehr einsacken. Was Volkseigentum ist, das bleibt auch für das Volk. Kann man alles nachlesen – steht im Kommunistischen Manifest!

  8. gieszkanne schreibt:

    @Sascha
    Ich bin irritiert. Ich habe gar keine Frage gestellt sondern eine Feststellung geschrieben. Ich habe es noch mal gelesen, es ist ganz eindeutig geschrieben.

  9. S. Erfurt schreibt:

    @tomm, entscheidend sind, neben den Besitzverhältnissen an Produktionsmitteln (PM), die Ziele der Produkion. Im Kapitalismus sind sämtliche Unternehmen privat und haben den Profit zum Ziel. Die produzieren also nicht etwa um irgendwelche Bedürfnisse zu befriedigen, sondern die produzieren des Profites wegen. Auch die Landwirte! Daran sehen wir, daß der Begriff der Volkswirtschaft unter kapitalistischen Bedingungen völlig fehl am Platze ist.

    Und mit diesem Ziel, was Profit heißt, sind Verkürzungen der Arbeitsdauer, Senkung des Renteineintrittsalters usw. unvereinbar. Stets ist Ausbeutung mit Unterdrückung verbunden und das Heraufsetzen des Renteneintrittsalters ist ein Mittel der Unterdrückung. Kein Privatunternehmer der kapitalistischen Welt käme auf die Idee, nach 4 Stunden Arbeitszeit zu sagen: „Leute geht nach hause, das was heute produziert wurde reicht um Bedürfnisse zu befriedigen“. Im Gegenteil: Nach Ablauf von 4 Stunden tritt nämlich die gesellschaftlich eingebrachte Arbeit in die Phase wo sie Profit abwirft.

    Kein Privatunternehmer wird freiwillig auf seine Profite verzichten und aus diesem Grunde sind für den Unternehmer alle Mittel zur Unterdrückung unverzichtbar. Ob ein Privatunternehmer mit seinen Produkten Bedürfnisse befriedigt, ist dem nicht nur egal sondern scheißegal. Und auch daran sehen wird, daß unter diesen Bedingungen weder eine Planwirtschaft möglich ist noch die Befriedigung von Bedürfnissen und diese Privatwirtschaft nur mit einem Staat funktioniert welcher hinter den Privatunternehmern steht und mit seinen Organen (Justiz, Polizei, Militär, Ämter usw.) die Mittel zur Unterdrückung anwendet.

    Den Beweis für diese paar Zeilen, ausführlicher nachzulesen in Marx‘ Kapital, liefert die Geschichte!

    MFG

    • tommmm schreibt:

      „….„es mangelt an Arbeit“…
      Das sehe ich anders. Ich denke das man das mal etwas besser definieren …“

      @Erfurt
      Danke für die umfassende Antwort auf meine Frage, warum es deiner Meinung nach „an Arbeit mangelt“. Besser kann man das Thema nicht umgehen und es sieht immer noch schlau aus. 🙂

      • S. Erfurt schreibt:

        Es geht ja noch kürzer: Arbeit ist ein menschliches Bedürfnis. Und eben weil der Kapitalismus keine Bedürfnisse befriedigt, mangelt es an Arbeit.

        Schönen Sonntag 😉

      • sascha313 schreibt:

        …naja – an Arbeit dürfte es eigentlich nicht mangeln. Zu tun gibt es mehr als genug. Die Probleme sind ja bekannt (nur, findet man bei unter den Kapitalisten niemanden, der bereit ist sie auch anständig zu bezahlen).

      • S. Erfurt schreibt:

        Die Abschaffung von Arbeitsplätzen in Privatunternehmen hat nicht immer eine rationale oder offen sichtbare Ursache. Oftmals werden Arbeitsplätze einfach so gestrichen aus Gründen der Unterdrückung, also nur um die Zahl der Arbeitslosen zu erhöhen. Des Weiteren sind Arbeitsplätze auch Gegenstand von Spekulationen.

        Der Kapitalismus hat nie eine Vollbeschäftigung angestrebt sondern stets das Gegenteil. Je mehr Arbeitslose es gibt, desto besser kann der Unternehmer diejenigen ausbeuten die die Arbeit machen. Gleichermaßen haben Arbeitslose, je mehr es sind, eine schlechtere Verhandlungsbasis was das Aushandeln vom Einkommen betrifft.

        Wir sehen also, die Aussage „es gibt viel zu tun“ ist im Kapitalismus völlig irrelevant. Denn was zu tun ist, bestimmen die privaten Unternehmer und nicht etwa die Gesellschaft.

        MFG

  10. S. Erfurt schreibt:

    Was die Umwelt betrifft haut man uns natürlich auch kräftig die Taschen voll. Sicher gibt es eine Forschung aber diese wird

    1. im Interesse privater Kapitalverbrecher betrieben,
    2. mit Steuermitteln finanziert.

    Mit dem Ziel, Profite zu erzielen bzw. zu maximieren. Natürlich hat das mit Umweltschutz und Klimarettung nicht das Geringste zu tun. Falls sich jemand mit Elektromobilität befasst, hier ein paar Gedanken zum Aufladen eines E-Autos:

    Auch davon und mit dem was damit verbunden ist haben viele Autofahrer überhaupt gar keine Vorstellung. Nehmen wir einmal an, in einem mit 100 kW (136 PS) angenommene Fahrzeug ist ein Akku verbaut mit einer Kapazität von 140 kWh (bei einem 12-Volt-Akku wäre das eine Kapazität von 12000 Ah). Damit könnte man theoretisch eine Stunde fahren mit einer Leistung von 100kW. Nehmen wir des Weiteren an, dieser Akku soll in einer Zeit von 14 Stunden aufgeladen werden. Damit hätten wir einen Ladestrom von etwa 1/10 des Betrages der Kapazität, das sind 1200 A bei 12 Volt! Am 220-Volt-Netz wären das 6,3 A bei 14kW. Es versteht sich daß dafür ein Kabel mit entsprechendem Querschnitt notwendig ist. Mit einer angenommen Ladezeit von 14h errechnet sich auch die Gesamtmenge der Energie die wir hier hineinstecken müssen von 14h*14kW=>200kWh.

    Das ist Physik 7. Klasse /POS. Aber die Fachzeitschriften verschweigen derartige Fakten mit denen man sich auch ganz leicht ausrechnen kann daß Elektromobilität praktisch die höchste Form der Ausbeutung natürlicher Ressourcen mit maximaler Profiterzielung darstellt. Verbunden mit der Zerstörung unserer alle Umwelt mit einer Zerstörungsrate die man kaum noch steigern kann.

    Das ist Kapitalismus!

  11. S. Erfurt schreibt:

    @gieszkanne, der Liberalismus ist auch nur dazu geeignet die Zusammenhänge, insbesondere den Klassencharakter zu verschleiern. Im Übrigen ist die Arbeiterklasse nicht nur da wo produziert wird. Sie existiert auch hierzulande, nur sind sich Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger oft gar nicht bewusst, daß sie ebendieser Klasse angehören und auch nicht, daß sie die Mehrheit des Volkes sind. MFG

  12. Rheinlaender schreibt:

    Egal mit welchen Namen, sich die RECHTEN Kapitalismus Trolle schmücken, beziehen sie sich meist auf die sogenannte Austrian school of economics.Selber nennen die sich dann Wirtschaftsliberale, Anarcho Kapitalisten, (Neo)Neoliberale, Libertäre, Marktwirtschaftler …

    Was man wissen muss: Die vielen Zweige der Österreichen Schule sind gar keine Volkswirtschaftslehre / VWL. Die haben auch gar nicht den Anspruch Makroökonomie erklären zu können und die wenigen Intelligenten unter denen geben das auch zu. Die haben also gar kein einheitliches Konzept und sind schon deshalb nicht als wissenschaftlich anerkannt. Dazu kommen viele logische Brüche in deren Theorie, sowie empirische, auf Erfahrung beruhenden Widerlegungen aus der Praxis.

    Die haben also – bis auf ein paar widerlegte Theorien zum Geld – überhaupt keine Makroökonomie. Die österreichische Schule beleuchtet nur winzige Aspekte der Mikro Ökonomie. Das heisst, extrem begrenzte Teilmärkte in primitiven Modelle. Auf Deutsch : Selbst in dem kleinen VWL Gebiet der Teilmärkte bietet die österreichische Schule extrem wenig. Obwohl dies Wenige oft intelligent, einfach und verständlich formuliert ist. Da muss man die mal loben. Das einfach, verständliche Vermitteln macht sie ja bei wirtschaftlich Bildungsfernen so beliebt. Da werden psychologische Alltagserfahrungen mit ein paar primitiven marktwirtschaftlichen Beobachtungen aus aus der vorindustriellen Zeit vermischt und schon meinen naive Menschen, jetzt die Wirtschaft verstanden zu haben.

    Es gibt wegen der vielen logischen Brüche in deren Theorien, Spaltungen der verschiedenen Gruppen, die sich gegenseitig ausschliessen. Und die meisten Zweige erkennen die objektive Wertetheorie nun an. Ja : Es gibt bei denen so ein unwissenschaftliches Wirrwar, dass sich sogar sehr früh vier verschiedene Generationen sprich Linien gebildet haben. Und das, obwohl deren Gurus sich gut leiden können.

    Die Angebotsfunktion in den A(ngebots)-N(achfrage) Funktionen, wird ja offen als KOSTEN Funktion in jeder normalen Berufs-, Handelsschule / Uni unterrichtet. Die subjektive Wertelehre glaubt also auch bei denen kaum einer mehr. Im Gegenteil, mittlerweile spielt auch bei einigen von deren Sekten die Arbeitswertlehre eine immer grössere Rolle. Da die Löhne ja ein wichtiger Kostenfaktor innerhalb der Angebotsfunktion sind. Deshalb meckern die ja auch dauernd so stark gegen Lohnerhöhungen und Mindestlohn.

    Der Begriff subjektiver Wert ist und war bei denen ja schon unwissenschaftlich, weil er von etwas okkultem, metaphysischen, außerhalb der Realität existierenden und nicht messbaren ausging. Daher sind deren Erklärungen sehr psychologisch geprägt und nehmen oft religiöse Züge eines Menschenbildes an. Religiös, weil in deren kranken Hirnen der Faule von Gott mit Armut bestraft und der Fleissige von Gott mit Reichtum belohnt wird. Wie bei Faschisten wird hier ganz elitär zwischen wertvollen und unwerten Leben unterschieden. Diese „Libertären“ kennen keine Arbeitslosigkeit, weil ein Arbeitsloser in deren Logik schlicht weg verhungert.

    Besonders hassen diese Hayeks, Mises, Friedmans … organisierte und streikende Arbeiter. Daher liebten die auch so sehr den faschistischen Folterstaat Chile.Die Libertären haben nichts gegen das Eigentum an riesigen Produktionsmittel und Multimilliardäre. Diese Menschenverachter brauchen daher einen brutalen Staat, da nur ein Staat das Recht auf Eigentum gewährleisten kann.

    Und? Das wissen die geben es auch selber zu ! Der braune Pinocht-Fan Hayek zum Beispiel beschwert sich in einem seiner Haupt(schund)werke darüber, wenn die Saatsmacht nicht brutal genug gegen Streikende vorgeht.

  13. S. Erfurt schreibt:

    @Sascha, ich habe mir eben grad mal durchgelesen was Wikipledia über Libertarismus schreibt. Das ist ja geradezu typisch für die Propaganda, mit solchem Schwachsinn die Menschen zu verblöden und dabei gleichzeitig das Privateigentum an Produktionsmitteln sowie den Kapitalismus zu verherrlichen. Wer diesen Mist glaubt, sollte schonmal seine Stiefel putzen und vor die Tür stellen. Es grüßt der Nikolaus 😉

  14. sascha313 schreibt:

    Die Ausbeutung funktioniert nicht „wegen dem Staat“, sondern aufgrund der Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus. Und wenn wir hier antikommunistische Propaganda löschen, dann aus dem einzigen Grund, daß wir hier nicht über jedes Stöckchen zu springen beabsichtigen, das uns irgendjemand hinhält. Auf den Seiten dieses Blogs gibt es genügend Argumente, die die Klarheit und Geschlossenheit der marxistisch-leninistischen Weltanschauung belegen, dazu brauchen wir keine sophistischen Marx-Zerleger und Marx-Neu-Erfinder, denen wir zum hundertsten Mal die Fehlerhaftigkeit ihrer Anschauungen beweisen müssen. Es gibt heute in Millionenauflagen solche Schriften, die versuchen, Marx gegen Marx auszuspielen, den „jungen“ gegen den „alten“, Lenin gegen Marx usw. usw. Das „beste“ Prinzip marxistischer Widerlegung ist heute wohl, mit der Gießkanne umherzustreunern und überall auf marxistischen Seiten ein bißchen Glyphosat auszuschütten, in der Hoffnung, das „Unkraut“ und den „Wildwuchs“ des Marxismus vertilgen zu können? Fehlschluß! Hitler hat das schon versucht, und Trump tut es auch. Es ist vergeblich! Der Marxismus-Leninismus ist eine Wissenschaft. Auch wenn das manchen „libertären“ Leuten nicht paßt.

    P.S. Und was soll diese blöde Bemerkung: „Zum Glück gibt es keine Stasi!“ – Diese Bemerkung ist nicht nur dumm, sondern das klingt schon ganz und gar nach Antikommunismus! Und hier scheiden sich unsere Wege!

  15. Na? Die Gießkanne nicht bald leer oder schon wieder nachgefüllt?

    „Er hat aber genauso geschrieben das diese Ausbeutung vor allem wegen dem Staat funktioniert (was ja auch richtig ist) und das schreibst du selbst ja auch. Die ö. Schule sind nicht zwingend Libertäre. Es geht dabei um die Abschaffung des Staates. An dem was du schreibst merkt man das du dir gar keine Gedanken über die Konsequenzen machst wenn der Staat weg wäre,“

    Das ist eben ein Irrtum. Die Ausbeutung funktioniert viel besser ohne Staat: Jedes Konzentrationslager ist dafür ein Beispiel; jeder Zwangsarbeiter – davon gab es 23 Millionen vor 80 Jahren in Deutschland ist dafür Beweis. Der „Staat“ hat sich da ganz raus gehalten.

    Den Marxisten-Leninisten geht es aber nicht um die Abschaffung des Staates, sondern um dessen Absterben, in dem er zerschlagen wird und an seiner Stelle gewählte und jederzeit abwählbare Menschen gesellschaftliche Funktionen übernehmen, die es nun einmal gibt, um ein Gemeinwohl aufrecht zu erhalten. Es kann nun einfach nicht funktionieren, wenn sich alle nur noch um die Abfallbeseitigung, bzw. -Verwertung der menschlichen Exkremente kümmern.

    Wir Marxisten-Leninisten müssen uns „gar keine Gedanken über die Konsequenzen machen, wenn der Staat weg wäre“, da wir diese Konsequenzen bereits von Marx, Engels — vor allem Lenin in Staat und Revolution — her kennen, wie sie erstmals 1917 vor aller Welt sichtbar wurde: die Entwicklung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung.

    • gieszkanne schreibt:

      jauhuchanam jetzt machst du dich aber wirklich lächerlich!
      Die Konzentrationslager gab es NUR durch den Staat. Die waren doch nicht privatrechtlich. Oder war die SS ein privater Sicherheitsdienst. Da ist mir dann aber was entgangen!
      „Die Ausbeutung funktioniert viel besser ohne Staat:“
      Dafür fehlen historisch jegliche Beweise, da es immer den Staat gab, jedenfalls zivilisatorisch. Ließ mal das Buch von Ulrike Hermann „Sieg des Kapitals“. Selbst der so gerne herangezogene Manchasterkapitalismus war nur durch den Staat möglich. In einem hier zensierten Videolink zu Stefan Blankertz (angeblich antikommunistische Propaganda) erklärt der auch das Marx nie für einen Staatssozialismus gewesen ist. Er wird quasi von Leuten wie euch missbraucht.
      Und was die Geschichte ja nun reichlich gezeigt hat , ist das die Theorie des Absterbens des Staates durch die Verwirklichung des Sozialismus absoluter Quatsch ist.

      • Ach, mein Gießkännchen!

        „Die Konzentrationslager gab es NUR durch den Staat. Die waren doch nicht privatrechtlich. Oder war die SS ein privater Sicherheitsdienst. Da ist mir dann aber was entgangen!“

        Nicht immer gleich so ignorant! Denn Ihnen ist nicht nur „etwas“, sondern eine ganze Menge entgangen.

        Die Konzentrationslager waren „privatrechtlicher“ Natur. Der „Staat“ – mit seiner Legislative, Judikative und Exekutive – hatte da gar nichts zu melden.
        Ja, die SS war ein absolut privater „Sicherheitsdienst“, der nicht unter der Kontrolle des „Staates“ lag: er war extra civitatem = „außerhalb des Staates“, dessen Aufgaben, Funktionen und jeglicher Staatsgewalt.

        ***„Die Ausbeutung funktioniert viel besser ohne Staat:“
        Dafür fehlen historisch jegliche Beweise, da es immer den Staat gab, jedenfalls zivilisatorisch.***

        Sie sollten vorsichtiger bei Ihrer Wortwahl sein: historisch, denn Ihr Satz beweist, daß Sie von Geschichte wenig bis keine Ahnung haben. „Staat“ ist eine Erfindung der bürgerlichen „Französischen“ Revolution von 1789. Den l’État = der Staat gab es vor 1789 überhaupt nicht.

        „Und was die Geschichte ja nun reichlich gezeigt hat , ist(,) da(ß) die Theorie des Absterbens des Staates durch die Verwirklichung des Sozialismus absoluter Quatsch ist.“

        Es ist doch immer wieder sehr belustigend, wenn Menschen des tiefen Glaubens sind, klüger zu sein als Marx, Engels, Lenin, Stalin usw. Keine Ahnung, aber davon sehr viel. Arm an Kraft, aber reich an Unwissenheit. Wissen Sie? Unsere Beete sind gut gewässert, da brauchen wir keine Gießkannen von Außen. – Ich denke, Sie helfen besser der AfD oder der FDP mit Ihrer Gießkanne, denn keine Färbung der Welt, macht aus dem Wasser, daß Sie mit Ihrer Gießkanne transportieren einen gesunden Heiltrank, weil das Wasser aus einem vergifteten Brunnen stammt.

      • sascha313 schreibt:

        Nunja – es ist schließlich bekannt, daß mit dem Faschismus in Deutschland sämtliche Gesetze, die die Allmacht des Staates einschränkten ausgehebelt wurden. Demokratische Organisationen, Parteien und Gewerkschaften wurden verboten und es wurden neue Gesetze erlassen. Es erfolgte eine Gleichschaltung des Rechts, die es dem faschistischen Staat ermöglichte z.B. die Rassengesetzgebung uneingeschränkt umzusetzen.

        Man sehe sich nur die feudale Rechtsordnung unter Karl V. („Constitio Criminalis Carolina“) an. Dieses erste Reichsstrafgsetzbuch wurde 1532 als Reaktion der Feudalherren auf die Erhebung der Bauern im deutschen Bauernkrieg auf dem Regensbirger Reichstag bestätigt. Der Strafenkatalog sah u.a. die Todesstrafe durch Erhängen, Enthaupten, Vierteilen, Verbrenen und Ertränken sowie sadistische Verstümmelungsstrafen vor. So setzte sich die (noch) herrschende Klasse der Feudalherren gegen den Widerstand des Volkes durch.

      • Unserem Gießkännchen ist das alles gar nicht bekannt.

      • „Das lernt man eigentlich schon in der Schule.“

        Yo^^ auf der Schule der Bürger von Schilda!, liebes Gießkännchen!

        ***„Die Konzentrationslager waren „privatrechtlicher“ Natur. “
        Entweder sie waren privatrechtlich oder nicht und sie waren es nicht.

        Doch das waren sie! Denn dort herrschte das PRIVATE RECHT der SS!

  16. sascha313 schreibt:

    Wann ist eigentlich vom „Absterben des Staates“ die Rede? – Im Kommunismus! Und der Sozialismus ist eine relativ selbständige Übergangsperiode, in der die Diktatur des Proletariats (und damit der Staat als Machtinstrument) absolut notwendig ist.

    Auch findet das Wertgesetz im Sozialismus noch seine Anwendung, wenngleich unter der Kontrolle des sozialistischen Staates und unter den Bedingungen des Volkseigentums an den Produktionsmitteln.

    • S. Erfurt schreibt:

      Ja Sascha, natürlich. Nur, erkläre mal einem der nicht in der Lage ist, die Rolle des Kapitalistischen Staates zu erkennen und insbesondere dessen private Natur infolge der Verschmelzung von Staatskapital mit Industriekapital was vom Absterben des Staates im Sozialismus. Der will das doch gar nicht verstehen sondern verfolgt mit seinen Beiträgen ganz andere Ziele die mit Sach- und Fachlichkeit wahrlich nichts zu tun haben.

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