J.G. Herder: Krieg…

img_4753Der Krieg, wo er nicht erzwungene Selbstverteidigung, sondern ein toller Angriff auf eine ruhige, benachbarte Nation ist, ist ein unmenschliches, ärger als tierisches Beginnen, indem er nicht nur der Nation, die er angreift, unschuldigerweise Mord und Verwüstung drohet, sondern auch die Nation, die ihn führet, ebenso unverdient als schrecklich hinopfert. Kann es einen abscheulicheren Anblick für ein höheres Wesen geben als zwei einander gegenüberstehende Menschenheere, die unbeleidigt einander morden?

Und das Gefolge des Krieges, schrecklicher als er selbst, sind Krankheiten, Lazarette, Hun­ger, Pest, Raub, Gewalttat, Verödung der Länder, Verwilderung der Gemüter, Zerstörung der Familien, Verderb der Sitten auf lange Geschlechter. Alle edlen Menschen sollten diese Gesinnung mit warmem Menschengefühl ausbreiten, Väter und Mütter ihre Er­fahrungen darüber den Kindern einflößen, damit das fürchterliche Wort Krieg, das man so leicht ausspricht, den Menschen nicht nur verhaßt werde, sondern daß man es mit gleichem Schauder als den St. Veitstanz, Pest, Hungersnot, Erdbeben, den Schwärzen Tod zu nennen oder zu schreiben kaum wage.

Johann Gottfried Herder in: Briefe zur Beförderung der Humanität, 1794/97, Bild: Otto Dix „Der Krieg“

Kriegführungskonzeptionen: Pläne der aggressivsten und reak­tionärsten Kräfte des USA-Imperia­lismus und der mit ihnen verbunde­nen militaristischen Kräfte der NATO zur Führung von Kriegen mit konventionellen und Massenver­nichtungswaffen. Sie basieren auf der gefährlichen Illusion, durch for­cierte Hochrüstung auf der Erde und ihre Ausdehnung auf den Welt­raum militärische Überlegenheit über Rußland, China und andere Staaten erlangen und so Kriege für die USA und die NATO führ- und gewinnbar machen zu können.
Die Militärdok­trin der USA fordert von den Streit­kräften und der Wirtschaft des Lan­des die Bereitschaft, sowohl regionale Kriege, als auch globale militä­rische Auseinandersetzungen zu führen. Seit der Entwicklung der Atombombe sind die Kriegführungskonzeptio­nen der USA und der NATO, das Denken und Handeln der aggressivsten und reaktionärsten Kräfte des USA-Imperialismus von einem möglichen Einsatz dieser Massen­vernichtungswaffe geprägt. Über 30mal wurde von 1946 bis Mitte der 80er Jahre der Einsatz von Atom­waffen in Washington in Erwägung gezogen. Die Orientierung auf den nuklearen Erstschlag durchdrang alle Nachkriegsstrategien der USA – die Strategie der »massiven Vergeltung«, der »flexiblen Reaktion« und der »Abschreckung«.
So sieht z.B. die seit 1982 ver­bindliche Kriegführungskonzeption der USA-Streitkräfte in Europa, das »Airland-Battle«-Konzept (ALB), vor, mit dem kombinierten Einsatz von konventionellen, nuklearen, chemischen und bakteriologischen Waffen einen Krieg gegen andere Staaten so­fort in die Tiefe des Territoriums mit dem Ziel der Vernichtung vorzutragen.
(Taschenlexikon f.Zeitungsleser,Berlin, 1988, S.128f.- leicht bearb.N.G.)

Und warum?

pdfimage W.Ulbricht: Über die Ursachen der Kriege

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6 Antworten zu J.G. Herder: Krieg…

  1. giskoe schreibt:

    Das Gemälde von Otto Dix ist so aussagekräftig! Und Herders Ausführungen sind heute gültiger denn je. Zur Aggressivität der USA hier noch ein aktuelles Beispiel:
    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP14318_021118.pdf

    • sascha313 schreibt:

      Danke, giskoe, für den wichtigen Hinweis!
      Daß Otto Dix heute zumeist auf seine Personenbildnisse reduziert wird, zeigt die Heuchelei der derzeit herrschenden Klasse!

  2. Eleonore Kraus schreibt:

    „Es gibt eine Sache, die von Amerikanern sogar noch höher als der Frieden bewertet wird. Das ist Freiheit, Glaubensfreiheit- Redefreiheit – unternehmerische Freiheit.“ (Harry S. Truman, 6. März 1947)

    Die erste und wichtigste Aufgabe der künftigen Strategie Amerikas im weiten Sinne des Wortes ist die Erhaltung und Festigung unseres politischen Systems, und diese Aufgabe ist wichtiger als die Erhaltung des Friedens,,,,,,, Wir können nicht zulassen, dass das dem unseren entgegengesetzte politische System am Leben bleibt.“ (R. Strausz-Hupe / W. Kintner/St. T. Possony, „A Forward Strategy for America“, New York 1961, S. 402)

    „Es gibt bedeutendere Dinge, als im Frieden zu sein.“ (USA Außenminister Haig vor dem amerikanischen Senat, 9.1.1981)

    „Denn die ungeheuerliche Essenz des Konflikts zwischen dem Kommunismus und dem Westen – so ungeheuerlich, dass niemand diese Tatsache zu erwähnen wagt – ist es, dass der Kommunismus am Frieden gedeiht, Frieden will, im Frieden triumphiert…… Aber der Westen, wenn er am Leben bleiben will, muss glaubhaft entschlossen sein, Krieg zu führen. Denn auf den Krieg bloß vorbereitet zu sein, ist nicht genug.“ (William S. Schlamm, Die Grenzen des Wunders, Zürich 1959, S. 185)

    Bis ans Ende des Lebens trocken Brot essen zu wollen, hieß es in der Familie, wenn das nutzt, dass es NIE WIEDER KRIEG, habe ich bis heute im Ohr und werde nie vergessen, was Krieg für ein Volk, für die Menschen, für die Mütter, für die Väter, für die Schwestern, für die Brüder, für die Familien bedeutet diesen Schmerz, den Verlust, Not und Elend tragen und ertragen zu müssen. —

    Viele Jahre später lernte ich Frau M. während meiner pädagogischen Arbeit in der ambulanten Kranken- und Altenpflege kennen. Zu dem Zeitpunkt war sie um die neunzig Jahre alt mit einem wachen Geist, den Menschen zugewandt und interessiert. Einige Stunden in der Woche habe ich sie und ihren Mann bei der Alltagsbewältigung unterstützt und daraus hat sich ein enger Kontakt entwickelt. Ziemlich schnell ist mir aufgefallen, dass sie sehr schreckhaft war, wenn die Türe versehentlich zuschlug, wenn Geräusche, die lauter waren und die sie nicht einordnen konnte fing sie unkontrolliert zu zittern an und es dauerte oftmals Stunden, bis es sich besserte.

    Eine schwierige Situation für ihren Mann, für die erwachsenen Kinder, die von Zeit zu Zeit ihre Eltern besuchten, allerdings lebten sie nicht vor Ort, aber insbesondere für Frau M. selbst war es eine große Belastung, da sie weder einschätzen noch einordnen hätte können, Was war geschehen ? Diese Frage wurde oft gestellt . Sie zog sich mehr und mehr in ihr Schneckenhaus zurück und ließ keinen mehr an sich heran. In Gesprächen mit Angehörigen, mit Verwandten und noch lebenden Geschwistern, dem Neurologen und dem Psychiater war es mehr und mehr möglich den Schleier der Ereignisse zu lüften, die das unkontrollierte Zittern verursacht haben: Der Krieg mit all seinem Grauen, den Ängsten, den schlaflosen Nächten, dem Hunger, den Luftangriffen und dass es nicht aufhören wollte.

    Jahrzehnte „vergraben,“ weil sie es als sie ein Kind war erlebt hat und es nicht ertragen werden konnte, bis es sich den Weg gebahnt hat im hohen Alter und die Trauer und der Schmerz seine Berechtigung hatte und Frau M. es anerkennen und annehmen musste, bis der ganz große Schmerz nach gelassen hat und es ihr trotz des hohen Alters möglich war, sich ein Stück Lebensqualität zu erobern. Zwei Jahre war sie noch dem Leben und den Menschen freundschaftlich verbunden und ich habe sie ein Stück auf ihrem Weg begleitet, bis zu ihrem Lebensende und immer wieder ist es aus ihr herausgesprudelt: „Nie wieder Krieg“.

    Danke, Sascha.

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