ZUM 101. JAHRESTAG DER GROSSEN SOZIALISTISCHEN OKTOBERREVOLUTION

12249727Anläßlich des 21.Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution veröffentlichte der Bund  der Marxisten-Leninisten Rußlands die folgende Grußbotschaft:

Genossen! Wir gratulieren allen unseren Anhängern zum 101. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Wir kennen die welthistorische Bedeutung der Oktoberrevolution sehr genau. Wir wissen sehr gut, was der Große Oktober einer riesigen Mehrheit der Völkern Rußlands gebracht hat, welche Rolle wir gespielt haben – das alles wissen wir sehr gut und wollen es hier nicht wiederholen. Doch wo stehen wir heute und was hat uns das vergangene Jahr gebracht?

Die innere Lage der Russischen Föderation hat sich weiter verschlechtert. Von November 2017 bis zum November 2018 wurde der Absturz des Landes, hin zur Katastrophe, weiter beschleunigt. Die Masken sind gefallen – die Rentenreform hat sich als eines der letzten Ventile erwiesen, um die ganze Unansehnlichkeit der Physiognomie dieser „Staatsmacht“ vorzuführen. Hinzuzufügen wäre: Die Liquidierung der Reste großer Unternehmen, die massenhafte Fabrizierung von Strafsachen, die Bestärkung der Anhänger Rußlands auf der einen, und auf der anderen Seite die Verarmung der Bevölkerung, die Zunahme der Massenproteste, der Beginn des Erwachens der Massen zum spontanen Kampf. Gerade des spontanen Kampfes, weil diejenigen, die am Rande der Katastrophe stehen, sich der Unvermeidlichkeit des Endes wohlbewußt sind.

Und erschrocken vor dem sich nähernden Bankrott und der darauffolgenden Vergeltung greifen die herrschenden Klassen zu äußersten Mitteln – sie mobilisieren den rechten Nationalismus, schütten allen Schmutz auf die UdSSR und auf den Roten Oktober aus. Sie verstecken sich „hinter der Reichsfahne“ und bedienen sich des Überlaufs bzw. der Notbremse (man kann die Sjuganowisten nennen wie man will). Das Wesen ändert sich dadurch nicht. Die Verräter, die Stiefellecker und das ganze bürgerliche Geschmeiß, die noch im März ihre ganze erdbeerfarbene Blödheit ausgestellt haben und hart damit auf die Nase gefallen sind, haben sich einfach verdünnisiert und sind ins Nirgendwo verschwunden. Im Sommer haben dann diese „Bürger“ ihren Rentenprotest kanalisiert, im Oktober distanzierten sich von den Wahlen in Primorje – und dabei bezeichnen sich immer noch als „die Kommunisten“.

Der Protest der Volksmassen wächst an, und es gibt keine Avantgarde. Doch weil sie gebraucht wird, muß man vor allem Schluß machen mit dieser linken Entfremdung, mit der KPRF, dieser schändlichen Truppe, die sich dem Kreml untergeordnet hat und ihm zuarbeitet. Kann ein echter Marxist sich in einem solchem Sumpf wohlfühlen? Wir denken: Nein. Wir meinen, man muß aus dieser Pseudopartei austreten, die marxistisch-leninistische Theorie studieren, sich neu organisieren (in Zirkeln, in Gruppen), bevor die Massen sich organisieren – gerade das zu beginnen, ist heute notwendig.

Diese Arbeit – die erste Stufe zur Organisierung einer Partei – wurde begonnen und wird fortgesetzt. Genau das sind unsere Aufgaben in der jetzigen Etappe. Organisierung. Agitation. Propaganda. In dieser Richtung geht die Arbeit weiter.

PROLETARIER ALLER LÄNDER VEREINIGT EUCH!

Quelle: Союз марксистов (Übersetzung: Florian Geißler, Jena)

Dieser Beitrag wurde unter Arbeiterklasse, Internationale Solidarität, Kommunisten, Kommunistische Partei veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu ZUM 101. JAHRESTAG DER GROSSEN SOZIALISTISCHEN OKTOBERREVOLUTION

  1. giskoe schreibt:

    Ich habe das Gefühl nie vergessen, das ich als 13jährigen ergriff, als ich das Stahldeck der „Aurora“ betrat:
    https://giskoesgedanken.wordpress.com/2015/11/07/98-jahrestag/
    In stolzem Gedenken an die Helden, Arbeiter, Matrosen, Bauern, Soldaten, die Marx‘ Werke Wirklichkeit werden ließen.

  2. greg tejero schreibt:

    Hallo Freunde! Ich habe in diesem Buch „Stalin – anders betrachtet“ da so rum geschmökert (ganz durchlesen schaff ich nicht mit so vollem Enthusiasmus, dagegen das Ding von 1956 aus der DDR „politische-ökonomie.org“ schon eher: jede Nacht so zwei bis vier Kapitel. Nun zurück zur SU 1917 – 1934: war Trotzki nicht so eine Art Hippie-Spinner, also ein linksgedrehter Berufssohn bürgerlicher Herkunft, u. Stalin dagegen so eine art realistischer Macher, der aus der edlen Theorie dann erlebbare Wirklichkeit machte in Richtung aufwärts? Jedenfalls habe ich schon mit ein paar Trotzkisten/LinksSozis/Anarchisten/Linksnationalisten (soll´s auch geben:) zu tun gehabt, u. alle die kamen mir immer wie Hippies im Rausch vor: begeistert, aber schwer vorbei am Realen (am Kampf um den Mehrwert u. der Profitrate: verdammtes Kernthema!?). Ich schreibe hier offen gestanden auch, um ein bißchen freundliches Tätscheln u. Schulterkloppen verbal zu erfahren: schließlich streng ich mir schon im stillen Kämmerlein die Birne an. „Kommunismus heißt nicht Liebe, sondern den Klassenfeind zu erschlagen“ – soll der gr. Mao-Tse-Tung gesagt haben, allerdings mein ich doch: „ein klein bißken Liebe festigt auch die eigenen Reihen“!? Mit freundlichen Grüßen vom strömendem Rhein u. vom lieblichen Neckar (PS.: diese wissenschaftliche Trockenheit muß ich mir erst noch einlesen). Übrigens hab ich heute zum ersten Mal in meinem Leben eine (Militär-, technisch-sonstwas-wissenschaftlliche-, Drohne über unserem Kurpfälzer Himmel gesehen: ein ganz diskretes Mordwerkzeug, so ein Ding, falls mit Waffenvorrichtung bestückt).

    • sascha313 schreibt:

      Ja, sicher. Von den Trotzkisten wird Trotzki heute gerne als so eine Art Pop-Star hochstilisiert. Er hat der Sowjetunion von Anfang an aber nur geschadet. Und – es werden heute viele gefälschte Zitate verbreitet – nicht nur am Rhein oder an der Elbe (sogar in Rußland). Also (schulterklopfend): es ist gut, solche Werke zu lesen! Ich war beim Lesen von Stalins Werken ebenso überrascht wie begeistert. 🙂

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Wenn du dich ernsthaft, Greg Tejero, mit der Thematik des Sozialismus beschäftigen willst, kannst du das nicht als Überflieger tun. Dann heißt es lesen, studieren. Nicht mal bloß so reinsehen ins Buch, und dann schon vorher wissen, was drinsteht. Fang doch mit dem Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels an, dann kriegst du erst mal einen Begriff davon, worum es beim Sozialismus überhaupt geht. Das Manifest ist so frisch wie am ersten Tag, es ist, als sei es für heute geschrieben. Und das ist es wohl auch.

    • sascha313 schreibt:

      Stimmt. … wir hatten ja den Vorteil, daß das alles bei uns schon im Staatsbürgerkunde-Buch 7-12.Klasse stand und gut erklärt wurde. Diese Bücher sind heute sehr im Preis gestiegen….

  4. Atomino schreibt:

    als working-class-member und ex-polytechnischer Oberschüler halte ich Engels für einen sehr guten Einstieg. Vom naturwissenschaftlichen her. Marx und Engels als eine Art „gesucht und gefunden“ waren wirklich eine glückliche Fügung der Geschichte. Der Denker und der Naturforscher. Ich glaube, keiner von den beiden hätte den dialektischen oder historischen Materialismus alleine aus der Taufe gehoben. Aber für Greg ist in Sachen Ökonomie wohl eher Marxens „das Kapital“ die Qual der Wahl. Auch wenns aberwitzig anstrengend ist 🙂 Stabü fand ich damals reichlich trocken, schiebe es aber rückwirkend auf unseren langweiligen Lehrer.
    @Greg: nimms mir nicht übel, dich seltsam gefunden zu haben. Heutzutage langen wieder eine wohlfeile Rede und ein paar ausgeteilte Fackeln, um den Volkszorn zu entfesseln. Und Blogs wie das von Sascha ziehen eben auch jede Menge Leute an, die ein Auge auf uns werfen, um uns am Tag X in dunkle Keller zu verschleppen. Wenn Du verstehst, was ich meine ….

    • greg tejero schreibt:

      @ Atomino: ich nehme Dir nichts übel, bzw. jetzt dann schon mal erst recht nichts mehr. Und im Gegenteil sogar: es ist gut, sich in Demut üben zu müssen. In Demut vor der großen kommunistischen Idee überhaupt, u. auch ein klein wenig in Demut vor der Sozialistischen Einheitspartei, die es vielleicht ja wieder bräuchte. Also damit auch in Arbeitsdisziplin.

      Ich habe ja lange simultan gedolmetscht in meinen vielen verschiedenen Jobs: da braucht es sehr viel Disziplin. Einem den überschießenden Idealismus u. die Schwarmgeisterei mittels des kühlen, logischen Materialismus zu dämpfen, ist gut. Schrieb ich ja selber über diese vielen Facetten von Anarchismus (oder „Libertäre“, oder „Progressive“, oder, oder..), die derzeit durch´s Netz kreuchen u. fleuchen. Sind nicht alle völlig verquer, diese Leute, aber wenn es zur sozialistischen Planwirtschaft kommt (die m. E. tatsächlich alternativlos ist), setzt bei denen die Logik aus, u. es wird was von sog. „dritten Wegen“ fabuliert, u. herbei gesehnsüchtelt. Ist ja auch latent in dieser Sozialstaats-Ideologie der Sozialdemokraten vorhanden.

      Mir ist da ein knackiger Satz eingefallen: „wenn die Arbeitswelt sozialistisch wird, wozu braucht es dann Sozialarbeiter?“ Nichtsdestotrotz muß man natürlich froh darüber sein, das es ihn überhaupt noch gibt. Da werden sich diese prekär lebenden „Protestfuzzis“ der Adel-für-Deutschland-Partei (AfD) noch die Äuglein reiben, was sie mal hatten, u. was ihnen dann eingeschenkt wird. Dieser Kryptofaschismus (sperriges Wort, von Jutta Ditfurth) macht sich unheimlich breit in der Netzwelt, u. es ist gar nicht schwer, so hier u. da drauf reinzufallen.

      Die allergefährlichste Variante der Verführung ist eben diese ideologische Mogelpackung eines „sozialen“ Nationalismus. Wird ja auch gern garniert mit Grundeinkommensphantasien oder „zinslosem“ Kreditwesen, oder ökologistischer Schöngeisterei (die Arbeitslager sind dann im Ökolandbau, wo die zwangspsychiatrisierten Arbeitslosen dann „Therapiemaloche“ leisten dürfen!?). Auf der einen Seite scheint also durch die Fratze eines Neonazismus, aber auf der anderen die Fratze eines ziemlich elitären „Sozial“libertarismus, also so eine Art Brei aus konsequenzenloser Sozialdemokratie u. Anarchismus (den Lenin ja als Spielart des bürgerlichen Liberalismus entlarvte).

      Da hat mir Euer Blog u. Karl Marx höchstselbst schon gut geholfen, da Klarheit zu gewinnen. Wenn die Menschheit ein Übel sattsam erlernt hat in der bürgerlichen Welt, dann ist es das Marketing, also den Fetisch zu beschwören. Was nichts anderes heißt, als schrägen Ideen, u. nutzlosen Konsumartikeln Gebrauchswert anzudichten. Überhaupt: Gebrauchswert – Tauschwert – Preis: darüber könnte man nur für sich allein wochenlang drüber philosophieren.

      Nehmt nur den Schwachsinn eines selbstfahrenden Autos! So manche schöne Idee kann da in den Händen der falschen (der bürgerlichen) Leute noch hinten losgehen. Zuguterletzt @ Hanna: ich bin fleißig dabei; aber erst den Marx, dann den Lenin, u. dann den Stalin. Und danach überleg ich mir noch, wie die Planwirtschaft in der EU einführen?..oder doch zuerst nur in der BRD? 🙂 Ist alles ein Tragödie, was passiert.

      Wären EU u. GUS sozialistisch: wir wären unbesiegbar in dieser Welt; stattdessen machen wir Hartz IV, Quartz V, Steinzeit VI, soll heißen: wir marschieren mit Riesenschritten in der Geschichte rückwärts hin zu einer neofeudalen Plutokraten-Technokratie mit einem halbgottgleichen Kapitalistenadel. Faschistische Todesschwadrone zur Volks- u. Völkerunterdrückung nicht ausgeschlossen, wenn Bürokratie u. Psychiatrie nicht mehr ausreichen, die Menscheit niederzuhalten. Nochmals Pardon für soviel Wortwerk auf einmal. Man erstickt halt, wenn man es nicht aussprechen kann.

      • sascha313 schreibt:

        Greg, ich weiß, wie schwer Simultan-Dolmetschen ist – da muß man sich unerhört konzentrieren und manchmal bleibt kaum Zeit für einen eignen Gedanken. Doch wenn man sich schriftlich äußert, hat man viel mehr Gelegenheit, sich präziser zu fassen. Und beim Übersetzen ist eben manchmal mehr Spielraum, den zu nutzen, erheblichen Erkenntnisgewinn bringen kann. Emotionen bewirken oft mehr als die pure Logik.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s