Immer wieder hören wir vor Wahlen oder vor Personal-entscheidungen im Bundestag die leeren Versprechungen irgendwelcher karrieregeiler Politik-Schwätzer, Arbeitsplätze zu schaffen, über einen Fachkräftemangel, über angeblich Tausende freie Stellen usw. – doch was ist dran an diesem Gerede? Wir greifen hier einen Betrag von Kommunisten-Online aus dem Jahre 2013 auf, der seine Aktualität noch längst nicht verloren hat. Was geschieht mit den Arbeitslosen? Sie bekommen einen Minijob angeboten … Oder sie gehen in die Industrie als Praktikanten und arbeiten damit ohne Bezahlung oder man macht einem Schlosser das Angebot zu einer Umschulung als Industriekaufmann oder einen arbeitslosen Industriekaufmann ein Angebot zur Umschulung zum Schlosser – flutsch ein Fortbildungsangebot und raus aus der Arbeitslosenstatistik.
EU-Obere versprechen Jugendlichen Jobs
Von Günter Ackermann
Archiv Kommunisten-Online: Na, da sage doch keiner, die EU tue nichts für die Arbeitslosen. Zumindest die Jugendarbeitslosigkeit wird verschwinden – glaubt man den vollmundigen Verkündigungen der EU-Regierungschefs. Tatsächlich hält selbst die Presse der Bourgeoisie das alles für eine Luftnummer. Das liegt nicht nur an der recht bescheidenen Finanzausstattung. Kein Kapitalist stellt aber auch nur einen AZUBI ein, wenn der/die ihm keinen oder nur wenig Profit bringt.
Jobangebote?
So sagte der bürgerliche Wirtschaftswissenschaftler Guillaume Allègre, daß es in erster Linie Unternehmer sind, die Jobs für Jugendliche schaffen – oder aber davor zurückschrecken. Sie stellten ein, wenn die „ökonomischen Rahmenbedingungen“ stimmten – also die Profite. Aber die Merkel, Hollande und Konsorten versprechen keine Jobs; nur Angebote für Job, Praktikum oder Fortbildung für jeden.
Statistiken sind geduldig…
Ich stelle es mir so vor: Ein arbeitsloser Jungendlicher wird einfach verdonnert, im Winter Schnee zu räumen, jetzt im Herbst Laub zu fegen oder so: also Jobangebote. Oder sie gehen in die Industrie als Praktikanten und arbeiten damit ohne Bezahlung oder man macht einen Schlosser das Angebot zu einer Umschulung als Industriekaufmann oder einen arbeitslosen Industriekaufmann ein Angebot zur Umschulung zum Schlosser – flutsch ein Fortbildungsangebot und raus aus der Arbeitslosenstatistik. Ein schon fast lustiges Projekt startete man vor einiger Zeit in Duisburg, der Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit in NRW: Das örtliche Elitegymnasium, das Landfermann-Gymnasium, besaß ein defektes Ruderboot und das wurde von Arbeitslosen restauriert. Jetzt können die bourgeoisen Jüngelchen wieder dem Rudersport frönen. Na, wenn das nichts ist!
Die Dampfplauderer des Kapitals
Entsprechend wenig ernst nehmen es die Propagandaschreier des Kapitals, was da die Dame Merkel und ihr französischer Politlover, Frankreichs innenpolitisch schwer angeschlagener Staatschef François Hollande, der verwunderten Öffentlichkeit präsentieren.
Die Berliner Zeitung sieht das als einen Akt der Selbstdarstellung: „Merkel, europaweit als Sparkanzlerin in Verruf geraten, konnte in Paris deutlich machen, dass sie sich der Not junger Arbeitsloser nicht verschließt und für sie den Geldbeutel öffnet. Hollande wiederum konnte als Gipfelgastgeber zeigen, was ihm immer weniger Landsleute zutrauen: Führungsqualitäten nämlich.“[1]
Oder Spiegel-online:
„Madame Merkel trat als Erfolgskanzlerin auf, François Hollande als angezählter Präsident: Beim europäischen Gipfel zur Jugendarbeitslosigkeit gaben sie sich harmonisch – doch in der Substanz gab es keine Fortschritte.“[2]
Heiße Luft…
Wir kennen das ja, daß unser Bundesengelchen heiße Luft liebt – großes Maul und nichts dahinter, sagt der Volksmund und Angie ist der fleischgewordene Volksmund, jedenfalls was ihre Sprüche betrifft. Aber was sollte sie schon machen, wenn nicht heiße Luft? Sie ist ja nur die politische Sachwalterin der Interessen des Kapitals. Der kapitalistische Markt ist anarchistisch organisiert, also gar nicht. Sie und ihre bürgerlichen Politiker, von CDU bis Linkspartei, werden die Folgen der Krise nicht den Verursachern aufbrummen, sondern den Opfern.
Was sind die Ursachen der Erwerbslosigkeit?
Die Ursachen der Arbeitslosigkeit der Jugend sind die gleichen, wie der „normalen“ Arbeitslosigkeit: die Bourgeoisie läßt nur dann Menschen arbeiten, wenn sie genug Profit bringen und in der Krise bringen sie eben nicht genug Profit, also weg mit ihnen oder sie gar nicht erst einstellen. Also tun unsere Politoberen etwas – sagen sie und das ist eben heiße Luft. Arbeitsplätze schaffen sie nicht, wollen sie auch nicht schaffen, aber sie tun so als ob. Alles andere ist Schwindel mittels Statistik oder Show und Frau Merkel liebt Showveranstaltungen – politische – versteht sich.
G.A. (13. November 2013)
Auch:
Das Gerede von der schwindenden Arbeitslosigkeit
Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt.
Also hier kann ich als geborener Westdeutscher (u. dann noch in Bonn; schlimmer geht nimmer:) mal ganz konret was zu beisteuern. Alles, was hier bei uns so unter dieser ach so herrlichen „Fortbildung“, „Umschulung“ u. „Weiterbildung“ läuft, ist Zubrot mittels Staatsknete (finanziert von der Arbeitsagentur), welches an Tochergesellschaften der Großindustrie o. an Gesellschaften der großen Monopolverbände geht (TÜV; Dekra, IHK, HWK usw..) oder in manchen Fällen auch an kleinere Einzelarbieter dieser Dienstleistungen. Ich habe 1996 eine Weiterbildungsmaßnahme zum SAP R/3-Organisator mitgemacht, für die vom Arbeitsamt München 22500.- DM an die Fa. Siemens-Nixdorf AG flossen. Diese Tochtergesellschaft wurde von der Siemens AG gegründet, nachdem die Großrechner-Systemserie BS 2000 von Client/Server-Systemen wie R/3 vom Markt verdrängt wurde. In dieser Fortbildung wurden alsdann Häppchen von allem möglichen EDV-Wissen vermittelt (u. zwar maschinennahe Programmierung in C, also das glatte Gegenteil von eigentlichen Kursziel, dann etwas Unix-Betriebssystem, dann etwas Microsoft hier, Microsoft da,
dann etwas relationale Datenbanken; allerdings so dürftig u. oberflächlich nur R/3, u. das auch noch mit animalisch miesen Schulungsunterlagen (die Modellfirma, der Schulung zugrundelag, war eine Fluggeschellschaft, u. nicht etwa ein Industriebetrieb, für die R/3 ja konzipiert war). Die Dozenten ratterten in ca. – aberwitzig kurzen – 4 Monaten dann drei Module runter (Vertrieb, Materialwirtschaft, Produktionsplanung), u. zusätzlich noch die Programiersprache Abap/4. Jeder halbwegs normale durchschnittsintelligente Mensch braucht für sowas mind. 2 Jahre Ausbildung, u. zwar in der Praxis, sprich im Betrieb. Hier wäre meine Zwischenfrage nämlich, ob es so eine fachliche Weiterentwicklung als learning-per-doing in der DDR gab? Zurück zur Weiterbildung u. summa summarum gesagt: hier geht´s nur darum, der Großindustrie u. ihren Verbandsmetatasen den Absatz ihrer intellektuellen Ladenhüter zu ermöglichen. Die große Sauerei heute ist jedoch dann noch die, den Hartz-IV-Abhängigen, die der Arbeitsviehmarkt in die Untätigkeit verdammt, auch noch das Existenzminimum zu verknappsen oder fast ganz vorzenthalten wie bei mir mittels Bedarfsgemeinschaftsregelung, auf Grund der meine Frau u. ich grade noch nach Mietzahlung etwas über 500.- Euro zum Leben haben, u. genau diese dringendst benötigten Mittel in solchen Subventionskokolores zu stecken. Und die Frau Ministerin Nahles fühlt sich dabei noch wie ein Engel der Entrechteten, wobei ich davon ausgehe, das sie gar nicht ahnt, was real hier unten abgeht. Die PdL faselt ja auch viel von sog. Umverteilung, wobei sie wohl nicht realistisch erfaßt, das hier in der bananenrepublikansichen Kompromißwirtschaft eben diese Kompromisse immer bedeuten, das für jeden Euro an die ganz unten drei, fünf o. sieben Euro an die ganz oben abgehen. Schönstes jüngstes Beispiel hierfür das famose Baukindergeld, mit dem dann der Eigentumserwerb gefördert werden soll, was die Gentrifizierungstendenzen in den Städten nochmal so richtig anheizen wird, u. natürlich allen sieben Mio. Hungerleidern in der BRD komplett am A*sch vorbeigehen kann. SPD möchte also das plafonnieren in Richtung auf die Quadratmeterzahl pro Familie, CDU stimmt dem Gesetzesentwurf zu, unter der Voraussetzung, das eben das nicht geschieht. Weil eben die eigenen Wähler auch in jungen Jahren mit Papi´s Geld 4- o. 5-Zimmer-Altbauwohnungen erwerben möchten. Um mal ML-mäßig abzuschließen ein kurzer Satz: ich erwarte mir vom Sozialismus, das die Arbeit anders aufgeteilt wird, auch u. grade qualifikationsfördernd; aber das eben die Arbeit (u. natürlich Arbeitseinkommen) sowie eben desgleichen auch die Mitgestaltungsmöglichkeiten umverteilt werden. Und desweiteren eben ganz schlicht u. einfach gesagt, das das Arbeitsrecht den Arbeiter schützt, statt wie jetzt die Unternehmerwillkür, die bis hin in die psychische (u. zuweilen sogar physische) Mißhandlung geht, zu dulden. Jeder Spiegel-Online-Philister würde sich hier in diesem letzten Punkt kaputtlachen, aber ich habe schon wirklich haarsträubende Dinge in vielen diversen Jobs erlebt: auch körperliche Gewalt.
Ausnahmsweise mal einen Link hier reinkopiert hier. Ist auch ein linker Sozi, aber mir von FB her gut bekannt. Den ML will er halt nicht so, aber dennoch…zur Erhellung über das, was die braunteutsche BRD so ausmachen u. aus-machen wird (Euch u. mich selber wahrscheins):
https://www.nachrichtenspiegel.de/2018/11/22/deutschlands-weg-in-den-krieg-eine-zwischenbilanz/
Sieh mal einer an! Danke für den Link. Inzwischen werden schon deutlichere Worte gesprochen… so peu à peu kommen wir dahin, wo Marx einst auch begann. Er führte es zuende und bewies, was heute jedem klar sein sollte: (steht alles im Manifest!)
Ich danke dir für diese Hinweis.