Die ukrainisch-faschistischen Massaker in Wolhynien und Ostgalizien (1943-44)

wolhynienMan findet keine Worte und mag die grausigen Bilder nicht sehen, die von den Progromen und Massakern zeugen, die während der faschistisch-deutschen Okkupation durch die ukrainische Organisation der Nationalisten (OUN) und ihre sog. Ukrainische Aufständische Armee (UPA) in Wolhynien und Ostgalizien begangen wurden. Ihre Nachfolger, ebensolche Massenmörder wie jene, sind die heutigen faschistischen Machthaber in der Ukraine, die nach ihrer Einsetzung nichts Eiligeres zu tun hatten, als die Anführer von OUN und UPA, Bandera und Schuchewitsch, zu Nationalhelden zu erklären. 

Auf einer Gedenktafel für die Opfer dieser Massenmorde steht der Spruch:

„Jeśli zapomnę o nich – ty, Boże na niebie, zapomnij o mnie“ (A.Mickiewicz)

„Wenn ich sie vergessen sollte, dann, lieber Gott im Himmel, vergiß mich!“ (Adam Mickiewicz – polnischer Nationaldichter)


Im Jahre 2008 erschien in Rußland das Buch von Alexander Djukow/Aleksej Jakowlew

„Der vergessene Massenmord“

«Das Wolhynische Massaker» 1943–1944 Jahre. Dokumente und Forschungen. Dazu heißt es im Vorwort von der Redaktion:

205674Im Frühling 1943 begannen in Wolhynien, das von faschistisch-deutschen Truppen okkupiert worden war, großangelegte „ethnische Säuberungen“. Diese verbrecherische Aktion wurde nicht von den Nazis durchgeführt, sondern von Einheiten der Organisation der ukrainischen Nationalisten (OUN), die bestrebt waren, das gesamte Gebiet Wolhyniens von der polnischen Bevölkerung „zu säubern“. Die ukrainischen Nationalisten umzingelten die polnischen Dorfer und Siedlungen, und dann begannen der Mordfeldzug. Es wurden systematisch alle ermordet – Frauen, Greise, Kinder und Säuglinge. Die Opfer wurden erschossen, mit Knüppeln erschlagen und und mit Äxten zerstückelt. Später wurden die Leichen der ermordeten Polen irgendwo im Feld verscharrt, ihr Eigentum wurde geraubt, und zum Schluß wurden ihre Häuser angezündet. An der Stelle der polnischen Dörfer blieben nur brennende Ruinen zurück.

Es waren polnische Menschen…

Es wurden auch jene Polen ermordet, die in den Dörfern mit den Ukrainern zusammenlebten. Das war sogar leichter, man brauchte keine großen Abteilungen einzusetzen. OUN-Gruppen von ein paar Leuten zogen in ein schlafendes Dorf, drangen in die Häuser der Polen ein und ermordeten alle. Später beerdigten dann die Ortsbewohner ihre ermordeten Dorfmitbewohner unter eine „falschen“ Nationalität.
So wurden einige Zehntausend Menschen umgebracht, deren ganze Schuld nur darin bestand, daß sie als Polen geboren wurden und auf ukrainischem Boden lebten.

Mörder in der Ukraine zu „Nationalhelden“ erklärt

Später, 65 Jahre nach diesen tragischen Ereignissen, wurde sowohl in Polen, als auch in der Ukraine versucht, die Opfer der ukrainischen Nationalisten in Vergessenheit geraten zu lassen. Warum diese Wolhynische Tragödie in der Ukraine aus dem Gedächtnis gelöscht werden sollte, ist klar: die Banditen der OUN/UPA, die auf grausame Weise die wolhynischen Polen ermordet hatten, wurden von den heutigen ukrainisch-faschistischen Behörden zu „Nationalhelden“ erklärt, und einem der Hauptorganisatoren des „Wolhynischen Massakers“, Roman Schuchewitsch, wurde der Titel eines „Helden der Ukraine“ verliehen.

Das Schweigen der polnischen Regierung

Doch auch in Polen verhält man sich zu dieser Sache kaum anders. Die polnischen Behörden bringen gegenüber Rußland im Zusammenhang mit der Erschießung der polnischen Offiziere in Katyn ständig ihre Ansprüche vor, ziehen es aber vor, über die massenhafte Vernichtung der friedlichen polnischen Bürger durch die faschistischen Banditen der OUN/UPA zu schweigen. Zum 65. Jahrestag des „Massakers von Wolhynien“ lehnte der polnische Sejm den Vorschlag der Polnischen Bauernpartei ab, die OUN/UPA des Genozides und Massenmordes der Polen und Ukrainer für schuldig zu erklären. Der polnische Präsident Lech Kaczynski nahm nicht an den Veranstaltungen (zum Tag der Kressen [1], N.G.) teil, die diesem Ereignis gewidmet waren, wie er in einem Schreiben an die Teilnehmer mitteilen ließ. Auch lehnte das polnische Staatsoberhaupt es ab, die Schirmherrschaft über die Wolhynischen Veranstaltungen zu übernehmen.

Absurde Geschichtsfälschungen

Von offiziellen Seite wurde damit begonnen, völlig absurde Interpretationen zu verlautbaren. Der Marschall des polnischen Sejm Bronislaw Komorowski erklärte beispielsweise, daß es sich bei der Wolhynischen Tragödie erwiesen haben, das die Sowjetunion schuldig sei.

„Für mich ist der Versuch, die Verantwortung für das Unglück der polnischen Kressowen auf jemanden anderes abzuschieben, als auf die Sowjets, völlig unannehmbar. Der Versuch, den Tag der Kressowen zum Jahrestag der Wolhynischen Tragödie zu erklären, halte ich für einen Versuch, die Verantwortung auf die Ukrainer abzuschieben. Dem kann ich nicht zustimmen. Gedenktag der Kressen ist der 17. September, das heißt es ist der Jahrestag der sowjetischen Invasion 1939. Der Versuch, die Verantwortung von den Sowjets auf die Ukrainer abzuschieben, zwingt mich, darüber nachzudenken, ob wir hier eine Sache vor uns haben, die von langer Hand durch Rußlands vorbereitet wurde.“ [2]

Diese Erklärung ist absolut absurd – allein schon deshalb, weil gerade die sowjetischen Partisanen die Wolhynischen Polen vor den Angriffen der Bandera-Faschisten schützten und die sowjetischen Partisanen gerade in den polnischen Dörfern großzügige Unterstützung erfuhren.

Die Gedächtnisverluste der heutigen Machthaber

Diese historische Amnesie ist eine schwere psychische Erkrankung, die aber für diese Art Politiker typisch ist. Das macht jedoch ihre Verbreitung nicht weniger abscheulich. Der Wunsch, die Schuld bei gleichzeitigem Vergessen auf andere zu schieben, die Verwandlung der grausamen Mörder in Nationalhelden – das alles ist schändlich und beleidigend für alle, die vor über fünfunfsiebzig Jahren ihr Leben lassen mußten.
Außerdem führt die Absage an ein Verständnis der Ereignisse der Vergangenheit zu ihrer Wiederholung in der Gegenwart. Für Beispiele muß man nicht weit zurückgehen: Im August 2008 haben die ukrainischen Behörden, die es vorziehen, nicht an den den OUN/UPA-Banditen durchgeführten „ethnischen Säuberungen“ in Wolhynien zu erinnern, versucht, das offizielle Tiflis bei ihren großangelegten „ethnischen Säuberungen“ in Südossetien zu unterstützen. Eine Tatsache, die an traurigste Überlegungen erinnert.

Ein Wort noch zum Schluß…

Das Buch von Alexander Djukow und Aleksej Jakowlew ist die erste russische Ausgabe, die dem „Wolhynischen Massaker“ der Jahre 1943-1944 gewidmet ist. In ihr befinden sich sowohl Archivdokumente, als auch wissenschaftliche Artikel, die der Erforschung spezieller Aspekte der Tragödie der polnischen Bevölkerung Wolhyniens gewidmet sind.

Diese Tragödie zu vergessen — ist verbrecherisch.

Denkmal Wolhynien.jpg
Wrocław, Denkmal für die Opfer des Genozides OUN/UPA.
Die Aufschrift an der Vorderseite des Denkmals lautet: „Wenn ich sie vergessen werde, dann vergiß mich, Gott!“ Im unteren Teil befinden sich Urnen mit der Erde, die von Stellen entnommen wurden, wo die Polen umgebracht wurden. Außerdem befinden sich auf gußeisernen Platten die Wappen Kressower Vorkriegsstädte, solche wie: Lwów, Stanislawsk, Tarnopol, Luzk. In der Mitte zwischen den Platten mit den Wappen, befindet sich eine Platte mit der Aufschrift:
„Den polnischen Bürgern, die in den Jahren 1939-1947 im südöstlichen Kressien von der Organisation der Ukrainischen Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) ermordet wurden. Die Organisationen der Kressen und der Veteranen. Wroclaw. 1999“.
An der linken Wand des Sockels ist eine Tafel mit folgendem Inhalts aufgestellt: „In der Krypta des Denkmals befindet sich Erde aus den Gräbern die von 2.000 Stellen der Massenmorde der polnischen Bevölkerung zusammengetrage wurde: Aus Wolhynien, aus dem Tarnopoler, dem Lwówer, dem Stanislawower, dem Lubelsker, Polesser und Scheschuwsker.Przemysler Gebiet der Jahre 1937–1947“. An der rechten Wand des Sockels hängt eine Tafel: „Dem Gedenken an jene Ukrainer, die den Polen Zuflucht gewährten“. An der Rückwand des Sockels sind Informationen folgenden Inhalts: „Das Denkmal wurde eingeweiht zum Auschwitz-Gedenktag am 25.IX.1999 von Hochwürden Henrik Kardinal Gulbinowicz, dem Metropoliten von Wroclaw.“ (Auf dem Foto das Modell des Denkmals)

Quelle: Libking (Buchverlag) – Übersetzung: F.Geißler

Anmerkungen:
[1] Die Kressen – damit sind jene polnischen Siedler gemeint, die auf ukrainischem Gebiet lebten.
[2] Za Wotyn odpowiadj Sowieci // Rzeczpospolita, 23.07.2008.

Der erste polnische Kosmonaut

In jener Nacht Anfang des Jahres 1943 wäre fast der zukünftige erste polnische Kosmonaut Mirosław Hermaszewski (* 15. September 1941 in Lipnik) durch die Hände der grausamen Mörder der UPA ums Leben gekommen. Er war damals erst 2 Jahre alt. Seine Familie war nach Lipniki geflüchtet, in der Hoffnung, dem grausamen Terror der Bandera-Faschisten zu entgehen. Das Dorf war voller Flüchtlinge. Der ortsansässige Pole Jakub Warumser hette die Familie Hermaszewski in seinem Haus beherbergt. Die Bandera-Faschisten zündeten das Haus an und Jakub Warumser wurde geköpft. Der Großvater von Mirosław Hermaszewski wurde mit 7 Bajonettstichen ermordet. Die Mutter nahm den kleinen 2-jährigen Mirosław auf den Arm und rannte über das Feld zum Wald. Die Banditen schossen ihr hinterher. Sie stürzte und verlor das Bewußtsein – man hielt sie für tot. Als sie nach einer Stunde wieder zu Bewußtsein kam, gelang es ihr, sich im Wald zu verstecken. Dort bemerkte mit Entsetzen, daß sie das Kind auf dem Feld verloren hatte. Am nächsten Morgen fanden Überlebende das halberfrorene Kind. Auch Mirosław überlebte und wurde später der erste polnische Kosmonaut.

Auf dem Foto: Mirosław Hermaszewski (links) und der Bauer Jakub Warumser aus Lipniki (rechts), den die Bandera-Faschisten geköpft haben:

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Am 26. März 1943 wurde der Einwohner der Siedlung Lipniki, Jakub Warumser, ohne Kopf aufgefunden – ein Ergebnis des Massakers, das im Schutz der Nacht von den Terroristen der OUN-UPA verübt wurde.

Siehe auch:
O.Artjuschenko – Die Massaker in Wolhynien (russ.)
Das Wolhynische Blutbad (Vorsicht! Schockierende Bilder 18+) (russ.)

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13 Antworten zu Die ukrainisch-faschistischen Massaker in Wolhynien und Ostgalizien (1943-44)

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Eine kleine Korrektur, Sascha. Nachdem das Pilsudski-Regime der jungen Sowjetunion Teile Belorußlands und der Ukraine entrissen hatte, wurden systematisch die Einheimischen vertrieben oder umgebracht und polnische Staatsbürger an ihrer Stelle angesiedelt. Dabei handelte es sich meistens um Pilsudski-Anhänger aus Beamtenkreisen, Lehrer und sonstige Kleinbürger.

    Die OUN als faschistische Organisation machte aber keinen Unterschied zwischen ihren Opfern, egal, ob Vertreter des langen Arms Pilsudskis oder landarme Polen. Das soll natürlich keine Entschuldigung für die Verbrechen der OUN sein, aber sie berief sich natürlich darauf, was den ukrainischen Landsleuten von Polen angetan wurde, und wurde deshalb von Teilen der ukrainischen Bevölkerung dafür gefeiert.

    Ich war vor einigen Jahren in einer ehemals typisch deutschen Stadt, nunmehr polnisch, in der Ukrainer angesiedelt wurden, die vor der Sowjetunion nach dem Sieg über den deutschen Faschismus geflüchtet waren. Leider ist mir der Name nicht mehr erinnerlich. Woran man ersehen kann, dass Polen und Ukrainer zumindest der Antikommunismus verbindet.

    • sascha313 schreibt:

      Danke für den Hinweis. Ich wehre mich aber gegen eine solche Pauschalisierung, daß die „Polen und Ukrainer zumindest der Antikommunismus“ verbinde. Mag sein, daß das bestimmte Bevölkerungsschichten betrifft. Doch allein schon die Tatsache, daß zahlreiche Polen und Ukrainer gemeinsam bei den Partisanen gegen den Faschismus gekämpft haben, beweist doch, daß eine solche Aussage ungerechtfertigt ist. Allein 80.000 ermordete und gefallene Polen waren im Kampf gefallene antifaschistische Widerstandkämpfer, Partisanen und Partisanenhelfer.

      „In den zeitweise von Hitlerdeutschland besetzten Gebieten der UdSSR (Ukraine und Belorußland) sind insgesamt 5.909.225 antifaschistische Widerstandskämpfer und Zivilisten ermordet worden.“ (Quelle: Julius Mader „Hitlers Spionagegenerale“ S.393f. zit. nach Heinz Kühnrich „Der Partisanenkrieg in Europa 1939-45“, Berlin 1968) Allerdings hatten die OUN-Faschisten in Galizien einen ähnlichen Zulauf wie die NSDAP bzw. SS in Nazideutschland.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Natürlich gab es die polnische Division im Krieg gegen Hitler-Deutschland, und natürlich gab es mutige Polen, die gegen die deutsche Besatzung kämpften. Es wäre ja auch sehr seltsam, wenn es diese Menschen nicht gegeben hätte. Sie waren aber nicht die Mehrzahl der polnischen Bevölkerung, die sich unter den Klerikalismus duckten. Aber sieh dir mal an, was jetzt in Polen passiert, da schwappt der Antikommunismus, verbrämt als Antirussismus und Anti-EU-Trotz, über. Nichts gegen Menschen, die, um zu überleben, die Religion benötigen, aber gerade die katholische Kirche hat in Richtung Antikommunismus in Polen verheerend auf die Köpfe eingewirkt. Und unter der jetzigen stockreaktionären Regierung ist der Antikommunismus zum Markenzeichen geworden.
        Natürlich gibt es auch heute immer noch Widerstand. Aber unterhalte dich mal mit Polen, du wirst staunen, was du da erfährst.

      • sascha313 schreibt:

        Dziękuję, jestem Polakiem.

  2. Rolf Becker schreibt:

    natürlich sind bestimmte Kreise in Polen u der Ukraine vom Antikommunismus verbunden u werden vom CIA gefördert

    • sascha313 schreibt:

      …freilich. Und schön daß Du da bist, Rolf!

      • Rolf Becker schreibt:

        Massenmörder Bandera wurde von der BRD gesponsort….
        so wie jetzt polnische u Ukrainische Militaristen…
        übrigens wir waren in der letzten Zeit 3x in dieser Region…..die Leute werden durch die EU „Dumm“ gemacht….

      • sascha313 schreibt:

        So ist es… auch das überaus herzliche Verhältnis der Bundesregierung zur faschistischen Ukraine bewegt sich in altbekannten Traditionen.

  3. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Man findet keine Worte und mag die grausigen Bilder nicht sehen, die von den Progromen und Massakern zeugen, die während der faschistisch-deutschen Okkupation durch die ukrainische Organisation der Nationalisten (OUN) und ihre sog. Ukrainische Aufständische Armee (UPA) in Wolhynien und Ostgalizien begangen wurden. Ihre Nachfolger, ebensolche Massenmörder wie jene, sind die heutigen faschistischen Machthaber in der Ukraine, die nach ihrer Einsetzung nichts Eiligeres zu tun hatten, als die Anführer von OUN und UPA, Bandera und Schuchewitsch, zu Nationalhelden zu erklären.

    Auf einer Gedenktafel für die Opfer dieser Massenmorde steht der Spruch:

    „Jeśli zapomnę o nich – ty, Boże na niebie, zapomnij o mnie“ (A.Mickiewicz)
    „Wenn ich sie vergessen sollte, dann, lieber Gott im Himmel, vergiß mich!“ (Adam Mickiewicz – polnischer Nationaldichter)

  4. Weber Johann schreibt:

    Mit Ende des Krieges, war das Treiben dieser Faschisten (OUN) nicht zu Ende. Alle Faschisten in Polen, der Ukraine, in Ungarn, Rumänien und der CSSR wurden in den Westzonen mit „Freuden“ aufgenommen. Hier Auszüge aus drei Artikeln. Ich bitte um Nachsicht, wegen der Länge meines Beitrags.
    „Neues Deutschland“ vom 14.11.1946:

    Faschistische Geheimgruppen
    Der ukrainische Delegierte führte umfangreiches Tatsachenmaterial dafür an, daß die Söldlinge Hitlers — die ukrainischen Nationalisten — , die an der Seite des faschistischen Deutschlands aktiv am Krieg teilnahmen, nun den Schutz des alliierten Militärkommandos genießen. Eine beträchtliche Anzahl dieser Kriegsverbrecher verbirgt sich in den Flüchtlingslagern. Zum Beispiel ist in frühere Chef der Polizei aus Guljai, Polen, Bezirk Gorponich, jetzt Assistent des Lagerkommandanten in Hannover. Die faschistischen Organisationen der ukrainischen Nationallsten, die direkt der Gestapo unterstellt waren, arbeiten weiterhin in der britischen und in der amerikanischen Besatzungszone. So besteht in München ein Auslandsbüro der Organisation- der ukrainischen Nationalisten mit dem Gestapomann Bandera an der Spitze. [..]“

    Die Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 24.11.1956 (Ein Jahr zuvor erhielt Österreich von der sowjetischen Regierung ihre Neutralität. Bereits ein Jahr später wird auf österreichischem Gebiet der Umsturzversuch von Faschisten, unter Duldung der österreichischen Regierung, organisiert. Bei diesem Umsturzversuch kamen hunderte sowjetische Soldaten um ihr Leben):

    Mit Ami-Waffen nach Ungarn
    Ukrainische Nationalisten in Oesterreich über die Grenze geschickt
    Im „Komitee zur Rückkehr in die Heimat“ in Berlin hat sich der ukrainische Emigrant Iwan Michailowitsch Bisaga, aus Westdeutschland kommend, gemeldet. Er war der Leiter der Münchner Gemeinde der „Organisation Ukrainischer Nationalisten“ im Ausland, ferner Mitarbeiter der Redaktion der antisowjetischen Zeitung „Ukrainsky Samostinik“ und Mitglied der Leitung des sogenannten „Karpatischen Blindes“. Bisaga erklärte, daß ihm die Ereignisse in Ungarn und die verbrecherische Beteiligung von Emigranten auch ukrainischer Nationalität verständlich gemacht hätten, daß die Häupter verschiedener ukrainischer nationalistischer Gruppierungen im Auftrage der ausländischen Geheimdienste Provokationen und Morde ausführen ließen. Schon einige Wochen vor Beginn der ungarischen Ereignisse habe er erfahren, daß etwa zehn Spezialgruppen aus Mitgliedern der „Organisation der Ukrainischen Nationalisten“ auf österreichischem Gebiet zusammengezogen wurden, um zur Diversionsarbeit in Ungarn verwandt zu werden. [..]

    Einer der ukrainischen Emigrantenführer, Wladimir Lenik, habe, als Zeitungskorrespondent getarnt, die in Oesterreich ausgebildeten Halsabschneider zwei Tage nach Beginn der Ereignisse nach Ungarn geschickt. Diese hätten noch einige Gruppen Verstärkung erhalten, die mit den Terroristengruppen eines Horthy-Generals nach Ungarn marschierten. Sie hatten die Aufgabe, in Ungarn Panik zu erzeugen, auf sowjetische Truppen zu schießen und Ueberfälle auszuführen. Sie waren mit amerikanischen Waffen ausgerüstet und gehörten dem sogenannten Bandera-Sicherheitsdienst an. Für ihr blutiges Treiben hätten sie viel Geld von den Anstiftern eines neuen Krieges erhalten. Bisaga bat das „Komitee zur Rückkehr die Heimat“, sich über den Rundfunk an die ukrainischen Emigranten in Westdeutschland und anderen kapitalistischen Ländern mit dem Aufruf zu wenden, in die Heimat zurückzukehren. Seiner Bitte wurde stattgegeben.“

    Noch ein Artikel aus dem „Neuen Deutschland“ vom 20.4.1966. Die Vorbereitungen für den sogenannten „Prager Frühling“ liefen bereits auf Hochtouren:

    „Gehlen setzt Agenten gegen Sowjetunion ein
    Bundesnachrichtendienst finanziert ukrainische Nationalisten
     Kiew (ADN-Korr.). Der westdeutsche Bundesnachrichtendienst setzt Angehörige ukrainischer Nationalistenorganisationen zur Spionage- und Diversion gegen die „Sowjetunion ein. Er operiert dabei auf dem Territorium des neutralen Österreichs und rüstet die Agenten mit englischen „Waffen aus. Die westdeutsche Polizei unterstützt den Bundesnachrichtendienst und ukrainische Diversanten in jeder Weise.  Diese Tatsachen enthüllte am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Kiewer Haus der Architekten der Ende Dezember in die Sowjetunion zurückgekehrte ehemalige Mitarbeiter der sogenannten OUN-Zentrale, Stepan Iwanowitsch Dshugalo. Die Pressekonferenz war von der „Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit den Ukrainern im Ausland“ veranstaltet worden.  Dshugalo war vor 23 Jahren als Angehöriger der SS-Division „Galizien “ mit den Faschisten nach Westdeutschland geflohen. In der Emigration wurde er Mitglied der „Organisation ukrainischer Nationalisten“ (OUN). Seit 1956 arbeitete er in der „Abteilung für Verbindungen zur Heimat“, über deren Tätigkeit er sagte:

     „Die .Abteilung für Verbindungen zur Heimat“ hat die Aufgabe, unter den Mitgliedern der .Ausländischen Verbände der OUN Agenten anzuwerben, sie auszubilden und in die Sowjetunion für Spionage- und andere Wühlarbeit einzuschleusen. Die Tätigkeit der Abteilung wird unmittelbar, vom westdeutschen Geheimdienst geleitet und finanziert. [..] Die Ausbildung der ersten Agentengruppe wurde vom westdeutschen Geheimdienst in Italien, Österreich und direkt in der Bundesrepublik durchgeführt. Eine weitere Gruppe wurde in Westdeutschland in der Pension der Baronesse von Hahn in Aschau in Bayern, 26 km von Rosenheim entfernt, ausgebildet. Dabei wurden zur Übung im Sammeln von Spionageinformationen der Flugplatz München-Riem und der Bahnhof Traunstein besucht und dann ausführliche Beobachtungen an der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze angestellt, um die Einschleusung vorzubereiten. [..]“

    Nachdenklich macht mich, war den Menschen in der DDR denn nicht bewusst, in welcher großen Gefahr sie waren? War den Menschen in der DDR denn nicht bewusst, dass das MS diesen Faschisten ihr Handwerk gelegt hatte und somit die Menschen in Frieden leben konnten?

    • sascha313 schreibt:

      Danke, weberjohann, eine hervorragende Ergänzung! Nein, ich denke, offenbar war den meisten Menschen die Tragweite ihres Handelns nicht bewußt. Sie erlagen mehrheitlich den Verführungen durch den schillernden, ach so „freien“ Westen!

  5. Henk Gerrits schreibt:

    Danke fur alles hier.sehr interesant und brauchbahr.

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