Eine BRD-„Behörde“ und die unerhörte Verschwendung von Steuergeldern

grhMit 21 Fragen wandte sich die „Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung“ e.V. (GRH) an den Bundesbeauftragten der sogenannten „Behörde“ für die „Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik“ (BStU), Roland Jahn.

Frage 2: Wie erklären Sie der Öffentlichkeit die Tatsache, daß die BStU innerhalb von nur vier Monaten ebenso viele Steuergelder in Anspruch nimmt, wie die Ludwigsburger Zentrale Stelle für die Aufklärung der NS-Verbrechen in den 31 Jahren von 1958–1989?

Allein schon in dem langen Namen dieser „Behörde“ wird Fälschungsabsicht bekundet, wie Pfarrer Peter Franz einmal klarstellte. Er schrieb:

„Nun kann zwar jeder auch nur wenig gebildete Deutsche wissen, daß es das Wort Staatssicherheitsdienst (SSD) in der DDR niemals gegeben hat. In der DDR gab es ein MfS! Aber wer wird sich schon über so eine kleine Ungenauigkeit aufregen wollen? Und so bleibt diese Sprachschöpfung aus dem Umfeld des Gehlen-Dienstes hinter der westlichen Front des kalten Krieges eine psychologisch wirkende Strahlendosis mit Langzeitwirkung. Denn der Begriff SSD und vielleicht auch sein schlagzeilenträchtiges Kürzel STASI sollen unterhalb der Schwelle des Bewußtwerdens die historischen Konturen der zwei Diktaturen in Deutschland verwischen helfen: Staatssicherheitsdienst (der DDR) = Sicherheitsdienst (Himmlers); Stasi = Nazi.“

Quelle: Peter Franz – Abhandlungen (s.u.)

Frage 2:

Die Behörde des Bundesbeauftragten begann ihre Tätigkeit mit 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Berliner Zentrale und den 14 Außenstellen der damals noch bestehenden Bezirks-Hauptstädte der DDR. Die Behörde entwickelte sich bis Mitte der 90er Jahre zum zentralen BRD-Staatsorgan für die »Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen« mit bis zu 3.200 Beschäftigten und beschäftigte Ende 2016 immer noch 1.600 Mitarbeiter. Die erst 1958 – also 13 Jahre nach der Zerschlagung des faschistischen deutschen Staates durch die Alliierten – in der Alt-BRD gebildete »Zentralstelle für die Aufklärung von NS-Verbrechen« in Ludwigsburg begann ihre Arbeit mit 600 Ermittlungsverfahren und hatte zu Zeiten der größten Arbeitsbelastung im Zeitraum 1967–1971 ganze 121 Mitarbeiter und Beschäftigte. 2013 waren es noch 19. Während das faschistische Deutschland Raub- und Eroberungskriege führte und unzählige Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Millionen Opfern zu verantworten hat, Konzentrations- und Vernichtungslager unterhielt und vom Nürnberger Tribunal völkerrechtlich verurteilt wurde, war die DDR ein geachtetes Mitglied der UNO mit einer aktiven auf die Erhaltung des Friedens gerichteten Politik. Ihre Repräsentanten waren ausgewiesene Antifaschisten. Für die BStU mußten die Steuerzahler bisher 2,5 Milliarden Euro aufbringen. Noch heute beschäftigt die BStU zehnmal mehr Mitarbeiter als die Ludwigsburger Behörde in ihren Spitzenzeiten.

Wie erklären Sie der Öffentlichkeit die Tatsache, daß die BStU innerhalb von nur vier Monaten ebenso viele Steuergelder in Anspruch nimmt, wie die Ludwigsburger Zentrale Stelle für die Aufklärung der NS-Verbrechen in den 31 Jahren von 1958–1989?

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5 Antworten zu Eine BRD-„Behörde“ und die unerhörte Verschwendung von Steuergeldern

  1. marie schreibt:

    es wird wohl keine antwort erfolgen – jedoch sollte nachdrücklich darauf bestanden werden – auch die veröffentlichung von nichtantworten jeder art ist ja als antwort zu lesen – genau wie die 120jährige aktensperrung beim nsu-prozeß und vielevieleviel beispiele, die als „antworten“ zu interpretieren sind und uns auskunft über den (un)geist der drückeberger geben – jeder kriminalist und psychologe kennt dieses indiz bestens – aber auch jeder integere beobachter dieser vorkommnisse

  2. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    „Nun kann zwar jeder auch nur wenig gebildete Deutsche wissen, daß es das Wort Staatssicherheitsdienst (SSD) in der DDR niemals gegeben hat. In der DDR gab es ein MfS!
    Aber wer wird sich schon über so eine kleine Ungenauigkeit aufregen wollen? Und so bleibt diese Sprachschöpfung aus dem Umfeld des Gehlen-Dienstes hinter der westlichen Front des kalten Krieges eine psychologisch wirkende Strahlendosis mit Langzeitwirkung.

    Denn der Begriff SSD und vielleicht auch sein schlagzeilenträchtiges Kürzel STASI sollen unterhalb der Schwelle des Bewußtwerdens die historischen Konturen der zwei Diktaturen in Deutschland verwischen helfen: Staatssicherheitsdienst (der DDR) = Sicherheitsdienst (Himmlers); Stasi = Nazi.“

    Quelle: Peter Franz – Abhandlungen (s.u.)

  3. Pingback: Christen in der DDR – gleichberechtigte Bürger | Sascha's Welt

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