Künstler in der DDR

Womacka

Walter Womacka – Am Strand

Werke der Kunst und Literatur vergangener Gesellschaftsepochen entstanden sehr oft im Auftrag der jeweils herrschenden Klasse. Die Künstler waren weitgehend von ihr abhängig. Befanden sich diese Klassen in ihrer aufstrebenden Entwicklung und stimmten ihre Ziele im humanistischen Sinne mit denen der Künstler überein, konnten auch unter diesen Bedingungen weitgehend unvergängliche humanistische Kunstwerke geschaffen werden. Ein Beispiel bildet die Entwicklung der Künste in Deutschland zur Zeit des progressiven Bürgertums. Mit der weiteren Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft veränderten sich diese Schaffensbedingungen. Unter imperialistischen Verhältnissen werden Künstler durch Aufträge der herrschenden Klasse zur geistigen Manipulierung der Werktätigen mißbraucht und oft in ihrem eigentlichen humanistisch-progressiven Anliegen entfremdet. – Wie war das nun in der DDR?

Im Sozialismus, in der DDR, hatte sich ein neues, ein produktives, ein fortschrittlich-humanistisches Verhältnis von Kunst und Gesellschaft herausgebildet. Da stimmten die Ziele der Gesellschaft mit denen der Künstler überein. Wieviel Ehrlichkeit, welches Vertrauen in unsere sozialistische Gesellschaftsordnung spricht doch aus den Worten jenes DDR-Künstlers im folgenden Beitrag:

Neumann

Ich schätze sehr Vertrauen und Ehr­lichkeit in den Beziehungen der Menschen zueinander. Ich schätze diejeni­gen, die bereit sind, auch zuzuhören, und Mut zur offenen Kritik haben. Es scheint mir von großer Wichtig­keit, seine eigenen Kräfte richtig ein­zuschätzen und sie richtig einzusetzen. Das volle Wahrnehmen der eigenen Verantwortung bezeichnet der Entwurf des Programms der SED als Voraussetzung für schöpferisches Mitarbeiten, Mitplanen und Mitregieren und dies wiederum als höchsten Ausdruck der sozialistischen Moral.

In meiner Arbeit habe ich erfahren, wie sich das Verständnis und die gegenseitige Achtung zwischen den Kol­legen des Bezirksverbandes der Bilden­den Künstler, Frankfurt vergrößerten und sich auch zwischen Auftraggebern und Künstlern entwickelten. Auch glaube ich, daß mit großer Wahrhaftig­keit jeder einzelne von uns sein künstlerisches Bemühen in den Dienst un­seres gesellschaftlichen Fortschritts stellt. Das ist für mich der Ausgangs­punkt von dem aus wir Zukünftiges planen und höhere Qualitäten erstreben. Dabei denke ich an die Lösung der Aufgaben, die unserem Bezirksver­band gestellt sind. Wir haben Verträge mit dem FDGB-Bezirksvorstand und mehreren großen Betrieben. Auch ein Vertrag mit der Abteilung Volksbil­dung beim Rat des Bezirkes ist da. Ich arbeite z.B. an einem Porträt Johannes R. Bechers. Zusammen mit meiner Frau Hannelore, Malerin und Grafi­kerin, habe ich enge Verbindungen, zu einer kooperativen Abteilung Pflan­zenproduktion im Kreis Malchin ge­knüpft. Die Menschen auf dem Lande, ihr sympathisches Wollen soll das Bild einfangen.

Neue Wohngebiete entstehen, Kultur­einrichtungen und Großbetriebe. Es geht darum, die Wohngebiete so zu ge­stalten, daß sich das sozialistische Lebensgefühl weiter ausbildet, daß sich die Arbeitskultur in den Betrieben wei­ter erhöht.

Wenn man all das durchdenkt, dann sehe ich: Das sind große, sehr wichtige Aufgaben. Das sind große Verpflich­tungen. Sie zu erfüllen, erfordert viele Anstrengungen – von uns Künstlern und unseren Partnern.

Quelle: Neues Deutschland (DDR), 6./7. März 1976, Seite 5

(Einleitender Text: Sachwörterbuch für den Literaturunterricht, Berlin/DDR, 1975. Auftrag, gesellschaftlicher; Bild: Aus deutscher Dichtung, Dritter Band. Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1969, nach S.288)

Siehe auch:

Emil Collett: Die DDR mußte weg

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