Die reaktionäre DKP und die Zeitschrift „Theorie & Praxis“

tplogoSie ist ein Spiegel der diffusen Grundhaltung der revisionistischen DKP: Unmarxistisches in der Theorie und ebenso unmarxistisch reflektiertes Theoretische in der „Praxis“ – die vorgenannte Zeitschrift „Theorie & Praxis“.  Ausführlich hatte sich bereits Kurt Gossweiler mit dem Revisionismus in der DKP auseinandergesetzt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Daß man aber mit einer solchen Praxis wie T&P nur Verwirrung stiften kann, beweist eigentlich, welche Verwirrung in den Köpfen der Autoren und der Herausgeber vorhanden ist. Und diese Verwirrung scheint zuzunehmen, je mehr Antikommunistisches in die Köpfe der Herausgeber und Autoren dieser Zeitschrift einsickert.

Daß dies nicht ganz unbemerkt bleiben konnte, ist nicht verwunderlich, da sich doch bei „aufgeschlossenen Geistern“ mehr und mehr die Erkenntnis verbreitet, daß Marx, Engels, Lenin und Stalin recht hatten, als sie dem Klassenkampf eine Priorität beimaßen und vor der ideologischen Beeinflussung des Volkes durch die Bourgeoisie warnten. Immer wieder läßt sich feststellen, daß so einige super-rrrrevolutionäre (angeblich marxistische) Gruppierungen, die als Tiger begonnen hatten, nunmehr als Bettvorleger endeten. Und warum? Weil sie den Marxismus-Leninismus nicht studiert hatten, sondern ihn nur „verbessern“ wollten, und weil sie auch die Geschichte nicht verstanden hatten!


DKP-Mitglieder schreiben:

Auch wenn wir uns der Erklärung von Herausgebern und Redaktion zum weiteren Erscheinen von T&P – mit Bedenken, weil Tina in vielen Punkten Recht hat – angeschlossen haben, erklären wir hiermit unseren Rücktritt.

Ein reformistisches Papier: „Aufstehen“

Die letzte Ausgabe vom September 2018, insbesondere die vierseitige Lobeshymne zu „Aufstehen“, gab dafür den Ausschlag. Hier wird nicht nur ein rein reformistisches Projekt über den grünen Klee gelobt (was nicht heißt, daß wir Kommunisten nicht mit seinen Anhängern punktuell gemeinsam kämpfen können und sollen), sondern auch noch bürgerliche Bewegungen wie die um Sanders in den USA.

„Reichtum ohne Gier“ – was für eine Demagogie!

Auch wenn diese Kampagne auf große Zustimmung stößt, darf nicht übersehen werden, daß ihr Ziel letztlich die Wiederherstellung des „Sozialstaates“ (den es in der BRD nie gegeben hat) ist bzw. sogar der „Ausbau des Sozialstaates“ ist – also eine Illusion. Die deckt sich mit Sahra Wagenknechts Vorstellung vom „Reichtum (Kapitalismus) ohne Gier“, so ihr jüngster Buchtitel, die der Quadratur des Kreises entspricht. Ignoriert wird auch, daß dabei führende Funktionäre von den Grünen und der SPD mitmachen, also der Parteien, die deutsche Kriege wieder möglich und mit der Agenda 2010/Hartz IV den drastischen Sozialabbau durchgesetzt haben.

Gibt es eine antimonopolistische Demokratie?

Die antimonopolistische Strategie, die auf dem Parteitag und im letztlich verabschiedeten Leitantrag gegenüber dem Entwurf differenziert diskutiert und beschlossen wurde, wird hier reduziert auf ein Bündnis mit den „nicht-monopolistischen Schichten“. Die „antimonopolistische Demokratie“ als Etappe auf dem Weg zum Sozialismus wäre Anfang der 70er Jahre unter dem damaligen Kräfteverhältnis vielleicht eine Möglichkeit gewesen, heute ist ihre Abwegigkeit offensichtlich.

„Theorie & Praxis“ – Kommentare deaktiviert!

Über die Strategie der DKP eine Diskussion zu organisieren und zu führen, hätte eine Aufgabe von T&P sein können. Eine Kontroverse über das reformistische „Sofortprogramm“ (dem in 2. Auflage nach entsprechenden Anträgen kommunistische Akzente hinzugefügt wurden) oder auch über das EU-Wahlprogramm ist nötig. Auch hier wird über viele richtige und notwendige Forderungen zur Abrüstung hinaus nicht deutlich, daß der Imperialismus nicht friedensfähig gemacht werden kann, daß Kriege dem Kapitalismus immanent sind.

T&P ist desorientierend!

Auch eine Kritik an der UZ, die zwar erheblich besser geworden ist, aber immer noch viele Artikel enthält, die in einer bürgerlichen Zeitung besser aufgehoben wären, ist nötig. Es gibt noch eine Reihe weiterer Fragen, die es wert sind, kritisch diskutiert zu werden. Die letzte Ausgabe von T&P zeigt jedoch, daß die einst fundierte Zeitschrift dazu nicht – mehr – in der Lage ist. Besonders der „Aufstehen“-Artikel ist unausgegoren desorientierend. Hinzu kommt, daß die meisten Artikel inzwischen anderweitig – auch auf „news.dkp“ – veröffentlicht werden.

Daß T&P anonyme bzw. unter Pseudonym verfaßte Artikel bringt, lehnen wir ab. Wir bitten um Veröffentlichung dieser Stellungnahme in der nächsten T&P, sofern sie weiter erscheinen sollte.

Quelle: (Die Absender sind der Redaktion bekannt. Zwischenüberschriften wurden eingefügt, N.G.)
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55 Antworten zu Die reaktionäre DKP und die Zeitschrift „Theorie & Praxis“

  1. Eleonore Kraus schreibt:

    Das alles kann einen nur noch wütend machen. Sie schmeißen die Revisionisten einfach nicht raus, jagen sie nicht vom Hof, geben ihnen Zeit und Raum, den sie wahrlich in der konkreten, politischen, notwendigen gesamtgesellschaftlichen Situation, wo es an vielen Stellen brennt, sie sich klar marxistisch-leninistisch zu positionieren haben nutzen sollten. Wenn sie dieses nicht können oder wollen, also nicht tun, haben sie den Namen einer kommunistischen Partei nicht verdient,

    Was hat das für einen langen Bart und ich konnte es wirklich kaum fassen, was der olle Zeitgeistschinken von S.Wagenknecht in ihrem hübschen maßgeschneiderten Kostümchen Platz und Lob in einem, sich links verorteten Blatt zu suchen hat ? Sie hat die Arbeiterbewegung verraten, sich von der „revolutionären Theorie“ verabschiedet und den feisten und fetten Ehrhardt und seine „soziale Marktwirtschaft“ aus der Krümelkiste geholt. Einige ihrer Aussagen sind durchaus richtig, doch reicht es nicht, die Wirklichkeit zu benennen, dass tun viele, auch bürgerliche Redner und Schreiber. (Mausfeldt, z.B.)

    Ohne die Avantgarde und das kann nur eine gut geschulte und wissende Partei sein, die mit allen „Wassern gewaschen“ ist an der Spitze einer Bewegung wird das im Sande verlaufen, weil keine Substanz, keine Geschichte, keine Schultern, auf denen man stehen kann, da ist, demzufolge zum Scheitern verurteilt und das wirklich miese ist, die Leute für dumm zu verkaufen, nämlich, dass man den Kapitalismus schön tapezieren kann und das auch noch zu loben zeigt, dass die Bildung in der Partei sehr nachgelassen hat. Ein Freund schreibt, auf meine Frage, wieso es so still um „Aufstehen“ geworden ist: „Aufstehen produziert viel Papier“ war die Antwort.

    Die politischen Auseinandersetzungen, der letzten Jahre zeigen eines, dass das Niveau nachgelassen hat und das erkennt man in Gesprächen, in Diskussionen, die ich des öfteren mit „alten“ Genossen habe, die betrübt von der mangelnden Kenntnis der so wichtigen Geschichte der Arbeiterbewegung sind, dass Marx, Engels, Lenin, Stalin, nicht wirklich studiert werden und so kommt man zwangsläufig im Denken zu falschen Konsequenzen, denn sie haben oft kein Korrektiv, die jüngeren Genossen, dass ihnen hilft klarer zu sein und zu werden.

    Meine Genossen, die der Partei treu bleiben und gegen die Revisionisten anstinken, werden noch angegangen, was das denn soll, solch klare Positionen zu vertreten…….. Von mir aus können die bleiben, wo der Pfeffer wächst, denn so wird man dem Erbe, dass man so „hoch“ hält nicht gerecht und gut ist, dass meine ganz alten, von mit geehrten, geliebten, geachteten, kämpfenden und verehrten Genossen dieses nicht mehr erleben müssen, im Grab würden sie sich umdrehen.

  2. Ulrich Schliz schreibt:

    Ich habe nur das Notwendigste studiert vom Marxismus, und vielleicht nicht mal das. Aber es reicht allemal dafür, einen Revisionsten von einem Kommunisten zu unterscheiden. Das kommunistische Manifest, Lohn, Preis und Profit, über den Lohn, Staat und Revolution, Imperialismus als letzte Stadium des Kapitalismus, über den Staat, …das war´s so mehr oder weniger. Schon lange her. und ansonsten viel Korresondenz, Artikel etc. Da war auch einfach nicht genug Zeit in meinem Leben.

    Erst verschiedene Klassenkämpfe in Deutschland und dann, wo ich heute lebe, in Nikaragua, der Existenzkampf gegen die Armut – hier liest man nicht so viel. Was auch der Allerstudierteste nicht auslassen sollte, ist die permanente Selbstbeobachtung (wegen der Selbstbeschummelung und wegen dem Angeklebt-Sein an verschiedene „warme Nester“ und der verrätrischen Komfortzone) und immer fragen wie B.Brecht, „dieser Posten – wie kommt der dahin,“

    • Eleonore Kraus schreibt:

      Guten Tag, so ganz kann ich den Zusammenhang zum Text an sich nicht herstellen. Ein „warmes Nest,“ ist mir mir nicht geläufig und ich bleibe dabei: „Ohne revolutionäre Theorie, keine revolutionäre Bewegung.“ (Lenin)

  3. sascha313 schreibt:

    Es trifft genau zu, was Peter Hacks in einem seiner Briefe an Genossen Kurt Gossweiler schrieb: „Jede kommunistische Bewegung zu jeder Zeit seit 1848 ist zu einem etwa konstanten Anteil mit Kräften durchsetzt, denen die ganze Sache zu anstrengend ist und die potentiell bereit sind, die Friedensangebote, die die Bourgeoisie ihnen macht, wohlwollend zu prüfen.“ (Peter Hacks, Am Ende verstehen sie es, Polit. Schriften, 1988 bis 2003, Eulenspiegel Verlag, 2005, S.112.)

  4. marie schreibt:

    wer keinen klassenINSTINKT hat, hat eh schon immer die orientierung verloren

    Zitat (Eleonore Kraus): „Ohne die Avantgarde und das kann nur eine gut geschulte und wissende Partei sein, die mit allen ,Wassern gewaschen‘ ist an der Spitze einer Bewegung wird das im Sande verlaufen …“ (Zitat Ende)
    …oder möglicherweise die großen teile der gesamten bevölkerung ergreifen, die nicht nur avantgarde-trüffel in der nase hat … sondern gesunde kost für alle sucht … und finden will und muß

    • sascha313 schreibt:

      Das verstehe ich jetzt nicht?! Wie ist denn das gemeint …die „avantgarde-trüffel in der nase hat“???

      • marie schreibt:

        ich plädiere für einen unneurotischen klasseninstinkt – also einen psychisch-gesunden, klaren und nicht manipulierbaren – also nach meiner definition einen, der sich schutzbedürftigen und schwachen hilfreich zuwendet und seinen möglichen beitrag zur emanzipation und aufklärung aller willigen leistet.

        eine inhaltliche orientierung an der avantgarde ist, was das dazu lernen betrifft, niemals von schaden, wenn es eine brückenfunktion zur nicht-avantgarde – zu den unsichtbaren – von manchen auch einfach „pöbel“ genannt – aktivieren kann.
        jedoch eine einseitige „trüffel-fixierung“ geht an den bedürfnissen breiter schichten vorbei >>> und bleibt im diffusen avantgarde-elfenbeinturm von eliten hängen …

        ps. es war vor allem als widerspruch zu @eleonore kraus gemeint – jedoch habe ich ihren ton nicht als einladung zu einer diskussion mit ihr annehmen wollen – ich hoffe, sie haben mich jetzt besser verstanden.

        grüße marie

      • sascha313 schreibt:

        Was ist denn ein „unneurotischer Klassenstandpunkt“? Wenn man sich selber als „breite Schichten“ betrachtet, ist da allerdings von einem Klassenstandpunkt nur wenig zu spüren.

    • Eleonore Kraus schreibt:

      ….und sie haben den Schuss der Geschichte nicht gehört !

      • marie schreibt:

        welche geschichte meinen SIE denn?
        aber intuitiv möchte ich bei jedem kommunistenbashing gern überprüfbares lesen.
        soso „reaktionäre kommunisten“ werden behauptet – die belege dafür sind nicht überzeugend – auch dies kann ich nur intuitiv begründen und warte auf ihre schlüssige „avantgarde-theorie“ als sachliche diskussionsbasis.

      • sascha313 schreibt:

        …selber mal nachdenken! Oder besser noch: erst mal das „Manifest der Kommunistischen Partei“ studieren. Dann können wir weiter reden! Und ich bitte doch darum, solche seltsamen „Wortschöpfungen“ wie „kommunisten-bashing“ (bashing=Beschimpfung) künftig zu unterlassen, zum einen, weil hier niemand einen Kommunisten beschimpft hat, zum anderen, weil wir diese häßlichen „denglischen“ Sprachverunstaltungen nicht akzeptieren.

  5. Eleonore Kraus schreibt:

    Nun mal nicht so empfindlich. Wer verteilen kann, muss auch einstecken können. Sicherlich werde ich ihren hochtrabenden, geistigen Ergüssen, als Arbeiterkind nicht so einfach folgen können…..(Vorsicht: Ironie) und eh ich mich in eine Debatte begebe bin ich gut vorbereitet und habe mich mit dem Thema näher befasst, davon kann ich doch wohl ausgehen.

    Wo soll ich bitte Intuition einordnen, wenn es um ein Thema geht, mit dem ich seit Jahrzehnten persönlich sehr verbunden bin ? Mit den Genossen, die noch in der Partei sind, die langjährige Mitgliedsschaft, die notwendigen Auseinandersetzungen und die anschließenden Begegnungen. Sie beziehen sich auf die Intuition, eine von vielen menschlichen Fähigkeiten, wichtig, aber nicht ausschlaggebend und wenn dann folgerichtig, bezogen auf Konkretes.

    Als Heimkind mit menschlich, gelebter Entwertung, mit Einsamkeit, tiefster Not und Isolation hat sich Intuition stärker, als beispielsweise andere Fähigkeiten herausgebildet und das ist in meinem Leben normal, dass ich die „Flöhe husten höre,“ dass Mitgefühl und Sensibilität ausgebildet sind und dass ich es als Fluch und Segen angenommen habe. Mein Beitrag bezieht sich auf die Irrungen und Wirrungen der DKP, der ich bis heute verbunden bin und weil es so ist, muss diese Diskussion, neben vielen anderen geführt werden. Und wer mich missverstehen will, wird das tun.

    Nur würde ich um eines bitten, nichts aus dem Zusammenhang herauszunehmen, um es mit der eigenen Intuition verbinden zu wollen. Meine Aussagen sind klar und so sollten sie auch verstanden werden und der Beitrag ist meine Antwort auf den Revisionismus in der Partei. Und sicherlich werde ich als Tochter eines Kommunisten, dessen Erbe ich vor langer Zeit angenommen habe, das mich antreibt, das mich schmerzt und mich immer weiter machen lässt treu bleiben. Abgehoben sein wollte und konnte ich mir nicht leisten.

    Als langjährige Mitarbeiterin eines ambulanten Kranken- und Altenpflegedienstes bin ich so nah am Menschen; näher geht fast nicht und so hat Kommunist sein, auch immer mit Trauer und dem Schmerz des Menschen zu tun. Es gäbe noch mehr zu schreiben und ich kann ihnen letztendlich nur auf den Inhalt reflektierend, mit meinem derzeitigen Wissensstand antworten. Danke für die Aufmerksamkeit.

    • marie schreibt:

      danke für ihre antwort – ich freue mich vor allem darüber, da er zeigt, dass sie keine dogmatischen grenzen setzen:-)

      vielleicht liegt es auch an meiner nicht involvierten wahrnehmung, dass ich zwar über die konflikte und meinungsverschiedenheiten (sind das nicht alltägliche herausforderungen?) in der dkp gehört habe – jedoch auch ein verstärktes abstraktes kommunistenbashing von links-außen dazu kommuniziert wird. das ist der grund für meine kommentierung hier.

      wie schon geschrieben, halte ich mich von parteienpolitik fern, d.h. konkret, dass ich eine künstlerische, psychologisch-soziale sicht favorisiere und mich ihr am nächsten fühle. leider liegt in der weit verbreiteten logik der gesellschaft dafür wenig verständnis und interesse vor – und dabei war es doch ein besuch in der gedenkstätte buchenwald – in meiner frühesten jugend – der mich ganz tief entschlossen diesen weg gehen liess: in mitten diesem unvorstellbaren grauen gab es eine theatergruppe der häftlinge … und ich begann die kraft der kunst zu ahnen … und diese frühe intuition hat mich politisch handeln lassen … jenseits von theoretischen dogmen – nur durch verinnerlichung einer klaren und selbstverantwortlichen haltung.

      ps. übrigens hat mich der beitrag über anna seghers einst hierher geführt …

  6. marie schreibt:

    vielleicht mal wieder ins theater gehen?

    „In Die schmerzfreie Gesellschaft prallen der menschliche Wunsch nach Harmonie und die Notwendigkeit des Konflikts als Kitt von zwischenmenschlichen Beziehungen frontal aufeinander. Drei archaische, un­angepasste Frauenfiguren werfen sich mit allem, was sie haben, in das Spannungsfeld zwischen Konflikt, Koexistenz und den Strategien des Dialogs. In einer wilden Mischung aus Erzähltheater und Performance, zwischen Humor und Radikalität und mit Trash und Poesie geben sie eine fulminante Zukunftsshow ohne Pardon. Ein explosives, versöhnliches Plädoyer für Reibung und Auseinandersetzung – gegen den Mensch als Maschine! “

    https://rotefabrik.ch/#/events/2546

  7. Atomino schreibt:

    während die sogenannte „Rechte“ ein klares Ziel und recht gute Vorstellungen bzw. Strategien hat, diese auch durchzusetzen, zerhackt sich die „Linke“ gegenseitig die Augen ob der besseren Strategie. Ich finde das auch wichtig ! Denn es ist immer einfacher, wieder in die Steinzeit zu verfallen, statt eine bessere Welt für alle zu entwerfen. Gerade Blogs wie die von Sascha werden mit Sicherheit auch von den Behütern der alten Ordnung frequentiert. Und die kommen dann immer ziemlich schnell mit der Stalin- oder auch abgeschwächt, der Dogmatismuskeule. Was macht eigentlich Gregor ?

    • sascha313 schreibt:

      …na, ob die Rechten „gute Vorstellungen bzw. Strategien“ haben, wage ich ja zu bezweifeln. Für so intelligent halte ich die nun doch nicht. Sie sind die willfährigen Vollstrecker ihrer bourgeoisen Impulsgeber. – Wenn Du Gregor den Politiker meinst… ich halte ihn für einen Schwätzer.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Sascha, der ist nicht nur ein Schwätzer. Er schwatzt, damit er seine wirklichen Motive nicht offenbaren muss. Solche Leute müssen immer ernstgenommen werden. Aber das weißt du sicher.

      • sascha313 schreibt:

        Klar, Hanna, das weiß ich! – Mehr Worte war mir der nicht wert 🙂

    • @ “wahrscheinlich können sie auch nichts mit infrarot-kameras oder ultra-schallwellen wahrnehmen, wie delphine, fledermäuse und andere lebewesen … es sollen sogar menschen, vergleichbare – für sie „unkronkrete“ wahrnehmungen haben … in gewissem maße vor allem diejenigen, die gesundheitliche einschränkungen einiger konkreten sinne haben – wie blinde oder taube …“

      Doch, doch, mehr als Sie intuitiv ahnen mögen:
      Ich kann zum Beispiel eine bestimmte Lichtfrequenz sehen, die anderen nur mit einer Kamera sichtbar gemacht werden kann und der visuelle Bereich meines Gehirns macht es mir möglich, Dinge von oben und hinten zu “betrachten“. Es gibt viel mehr “wundersame“ Dinge, die unser Gehirn so kann:
      Manche Blinde können über das Hören Bilder der Umgebung wahrnehmen …

    • „ps. „ihr“ seid wohl hier im blog eine etwas eingeschworene gemeinschaft –“
      Schlimmer! Viel schlimmer! Wir sind eine total geheime Untergrundorganisation. Psst! Feind hört mit. Also uns bitte nicht verraten oder diesen obskuren Blog an die große Glocke hängen. 😉

      „nun werde ich hier einem erkennungstest unterzogen“
      Nein, es war eine Erkennungsdienstliche Untersuchung! 😉 Quatsch! ich bin einfach von Hause aus ein neugieriger Mensch und war an Ihrem rein Menschlichen interessiert: ‚Warum macht dieser Mensch solche Aussagen‘?

      „zu der „gesunden kost““ Darin sehen Sie, wie wenig meine Intuition taugt, wenn ich nur einen Text, aber nicht den Menschen vor mir habe! Ich ziehe dann falsche Rückschlüsse.
      “sie dürfen die phantomschmerzen ihres jahrzentelangen bibel-wahns gern auch mal auf mich projezieren … das halte ich aus … soviel rechthaberei gönne ich ihnen gern.
      Danke für Ihr Entgegenkommen! Allerdings hatte ich nicht von der Bibel gesprochen, sondern vom Wahn des Christentums als einer sogenannten Religion, die in Wahrheit jedoch nichts als ein kranker Schuldkult ist!, um das Lebewesen Mensch, das zu den höheren Säugetieren zählt, Depp wie Dumm zu halten, damit es sich besser im Denken abrichten und dressieren lässt, um es wesentlich effektiver ausbeuten zu können, als die übrigen Haustiere, die der Mensch sich sonst noch so hält.

      „andererseits möchte ich bestreiten, dass LITERATUR (nur) lesen ihre eigenen schwingungen hat“
      Das dürfen Sie freilich bestreiten, aber ohne „Schwingungen“, die durch einen Buchstaben, der ein Symbol eines menschliches Lautes darstellt, wäre niemand in der Lage überhaupt das Lesen zu erlernen, denn das Auge kann nichts sehen und das Ohr kann nichts hören, die Füße können nicht riechen, die Nase nicht laufen, der Tastsinn nichts fühlen: Es sind “Filterorgane“, die der Amygdalae vorgeschaltet sind und Informationen aus der Umwelt “durchgehen lassen“ und nach einer “Prüfung“ durch die Amygdalae an die verschiedenen Hirnregionen weitergeleitet; in diesen werden dann neuronale Netzwerke “gebaut“ durch dass das Gehirn das “Sehen“, “Hören“, “Fühlen“, “Riechen“, “Schmecken“, “Sprechen“ und sogar das “Denken“ erlernt!

      Ich greife einmal den — den meisten fremden — “Geruchssinn“ heraus, über den sehr viele Informationen über die Umwelt und die “Natur“ des Menschen wahrgenommen werden, die einem jedoch – weil nicht trainiert = nicht erlernt – “unbekannt“ sind und bleiben.
      Würden “wir beiden“ uns einmal gemeinsam für — sage ich so sechs bis 42 Monate bei einem Naturvolk – etwa bei den “Pygmäen“ im Urwald Afrikas oder den Tzwa oder Bakongo aufhalten — kann unser Gehirn (zwar nicht mehr so perfekt, wie diese Naturvölker) das Riechen erstaunlich gut erlernen:
      Schon nach wenigen Monaten “weiß“ man dann, dass in 1.000 bis 10.000 Meter Entfernung ein anderer Mensch ist und nach vielen Monaten der Übung, “weiß“ man dann auch, ob “da draußen irgendwo“ ein Mensch anderen Geschlecht zur Paarung bereit ist und “es sich lohnt, den Weg zu ihm aufzunehmen“ oder ob bereits andere viel näher sind und dadurch die Chance zur Paarung “gering“ eingestuft werden; was biologisch selbstverständlich auch damit zu tun hat, ob es sich um Alpha-, Beta- oder Gamma Male oder Female Affen der Art Mensch der Gattung Homo handelt: Ein Alpha-Weibchen wird selbstverständlich auf das Alpha-Männchen warten und keine Beta- und Gamma-Männchen an sich ranlassen und das Alphamännchen wird zielsicher dann auch 10 km auf sich nehmen.

      So – erstmal Schluß! Sonst wird’s wieder eine “Abhandlung“ oder ein zu “langer“ Kommentar!

  8. “Intuition“ mag im alltäglichen Miteinander oder bei der Begegnung mit nicht bekannten Menschen eine Hilfe sein, weil „Intuition“ ein “Produkt“ der Instinkte und Wahrnehmungen ist. Das heißt, der Geruchs-, Geschmack-, Hör- und Seh- und Tastsinn — welche das Doppelorgan Amygdalae passieren — leitet tausende von Wahrnehmungen in Bruchteilen einer Sekunde an verschiedene Hirnregionen weiter, sofern die Amygdalae “irgendetwas“ am anderen Menschen “festgestellt“ hat, was zur körperlichen und emotionalen Abwehr dem anderen Menschen gegenüber führt. “Nimmt die Amygdalae diese von Außen kommenden Informationen an“, werden sie in den verschiedenen Hirnregionen weitergeleitet und verarbeitet.

    Als Beispiel. Ich erhalte einen Anruf von einem mir fremden Menschen: Töne und Laute gelangen durch mein Ohr und werden “sofort“ von der Amygdalae als “Bedrohung“ wahrgenommen: Sofort kommt ein emotionaler Abwehrreflex, der mit einem “mentalen“ verbunden ist: “Ich möchte keine Werbeanrufe erhalten.“ Das nennt sich „Intuition“.
    Und für derartige Intuitionen könnte ich nun auch für die anderen Sinnesorgane — jedes für sich — Beispiele bringen.

    Jemand, der mir bekannt oder unbekannt ist, spricht mich an: Fast sofort höre, sehe und rieche ich, ob mir dieses Gegenüber eine „Lüge“ oder “Wahrheit“ mitteilen will oder ob er/es eine Bedrohung oder ein Schutz für mich darstellt. Intuitiv erfasse ich, sprich meine Organ im Hirn namens Amygdalae, ob etwas ‚gut‘ oder ’schädlich‘ für mich ist. Das Lebewesen Mensch, ein Säugetier reagiert immer intuitiv in der unmittelbaren Nähe zu einem anderen Menschen oder auch zu einer Gruppe von Menschen.

    Beim Lesen und Analysieren von Texten taugt die Intuition jedoch kaum etwas, da kein Mensch vor dem Lesen oder der nach oder während des Lesens stattfindenden Analyse wissen kann, welches die Absicht(en) des Schreibenden gewesen sind und einem auch weitestgehend die Welt- und Wertvorstellungen eines solchen Menschen unbekannt sind.

    Sie haben sich in Ihrem ersten Kommentar zum Artikel — auf den Sie überhaupt nicht eingegangen sind, wie folgt geäußert:
    “wer keinen klassenINSTINKT hat, hat eh schon immer die orientierung verloren
    [Zitat (Eleonore Kraus): „Ohne die Avantgarde und das kann nur eine gut geschulte und wissende Partei sein, die mit allen ,Wassern gewaschen‘ ist an der Spitze einer Bewegung wird das im Sande verlaufen …“ (Zitat Ende)]
    …oder möglicherweise die großen teile der gesamten bevölkerung ergreifen, die nicht nur avantgarde-trüffel in der nase hat … sondern gesunde kost für alle sucht … und finden will und muß.“

    1.) So etwas wie einen “Klassen-Instinkt“ gibt es nicht!

    1.a.) Entweder ein Mensch weiß oder weiß nicht, dass er einer “Klasse“ angehört;

    1.b.) Es gibt zwei “Klassen“: grob formuliert: ‚Ausbeuter‘ und ‚Ausgebeute‘ oder präziser: ‚Käufer‘ und ‚Verkäufer‘ menschlicher Arbeitskraft;

    1.c.) Jeder Mensch gehört einer der beiden Klassen an;

    1.d.) Dabei kann ein und derselbe Menschen wechselseitig beiden Klassen angehören:
    Er kann also mal der Klasse der Ausbeuter, mal der Klasse der ausgebeuteten Menschen angehören. Dies trifft im kapitalistischen System überwiegend auf “kleine“ Gewerbetreibende, Händler, Handwerker, Selbständige und Freiberufler zu, die zum einen die Arbeitskraft anderer Menschen kaufen, aber auf der anderen Seite vom kapitalistischen “Staat“ durch die Verpflichtung x-Abgaben und y-Steuern zahlen zu müssen, selber ständig ausgebeutet wird.
    Aber das trifft auch auf ‚Beamte‘, ‚Manager‘, ‚Politiker‘ und ‚Abgeordnete‘, ‚Richter‘ und ‚Staatsanwälte‘, Priester und Pfaffen zu — allerdings dienen sie alle der Klasse der Ausbeuter, ohne dabei zu bemerken, dass sie in einer Welt der Illusion, “des Traums“ befinden, “aus dem sie meist ihr ganzes Leben lang nicht aufwachen“ (Sokrates und Plato)

    1.e.) Es gibt einen Klassenstandpunkt:
    Viele ausgebeutete Menschen kennen ihre Klasse;
    ein großer Teil der ausgebeuteten Menschen ist sich immer noch nicht darüber bewusst;
    ein sehr kleiner Teil der Menschen WEIß, dass sie zur Klasse der Ausbeuter gehört – Warren Buffett hat sich ja dementsprechend geäußert!

    2.) Was wird im Sande verlaufen?

    3.) Sie reden in “Rätseln“ aus Gleichnis und Metapher; dies tun Sie aber zusammenhanglos und wirr: „… bevölkerung (…), die nicht nur avantgarde-trüffel in der nase hat … sondern gesunde kost für alle sucht … und finden will und muß.“ Sorry! Das ist psychotischer Unsinn!, der sich auf GAR NICHTS KONKRETES bezieht!

    Nun habe ich mich “leider“ ideologisch 30 Jahre im WAHN der ‚christlichen‘ Religion aufgehalten und dabei “so gut wie schlecht“ ‚all‘ die verschiedenen “Glaubensrichtungen“ innerhalb des sogenannten Christentums kennengelernt:
    Grundsätzlich lehren all diese “Kirche“ und Gruppierungen jedoch immer ein und dasselbe FALSCHE: dennbedauerlicherweise kenne ich die Bibel, wie meine Westentasche und weiß, dass sie gefälscht und verfälscht wurde, und daher weiß ich auch, daß der Begriff gesunde Kost nur in der Übersetzung der “Wachturmgesellschaft“ = Zeugen Jehovas eine “Bedeutung“ hat und synonym für “richtige“ = ‚orthodoxe‘ = *gesunde* Lehre verwendet wird, ohne dass die Mitglieder dieser Gruppierung überhaupt wissen, was der eigentliche Sinn dahinter ist!

    Sie haben also in Ihrem Kommentar den Begriff: gesunde Kost verwendet! … und geben damit zu, dass Sie der Gruppierung der Zeugen Jehovas angehört haben!!!: Sie haben diese Gruppierung innerhalb des “Christentums“ entweder freiwillig verlassen oder sind ‚excathreda‘ = “exkommuniziert“ – also rausgeschmissen worden!

    Habe ich recht oder habe ich recht???

    INTUITION:
    Ich lese — sowohl aus Ihrem ersten “Kommentar“, wie auch aus allen weiteren “kommentaren“ — TRAURIGKEIT und Verzweiflung, Unverständnis und ***gefühlter Ablehnung gegen Sie als Mensch*** — heraus:

    Ich kann Ihnen jedoch versichern, daß weder der Mensch, der diesen Blog betreibt — und dem ich bisher noch nicht begegnet bin — und auch Ich nicht:
    irgendetwas als Mensch gegen Sie Haben;
    doch Ihre Annahmen und Anschauungen, “Verdächtigungen“ und Vermutungen – sowohl über diesen Blog als auch seinen Betreiber — der aus gutem Grund anonym bleiben muss, WEIL ER SICH und SEINE Kinder zu schützen hat!!! — SIND haltlos und fern jeder Wirklichkeit!

    Ich wünsche Ihnen ALLES GUTE!
    Bleiben Sie diesem Blog “treu“ — Ihr Schaden kann es nicht sein! Aber Sie werden vieles lernen! …

    … und nur deshalb schreibe ich es überhaupt:

    Denn niemand kann Sie vom irren Wahn der Religion (der wie alle mehr oder weniger aufgesessen sind) freimachen oder befreien: Das müssen wir Menschen “leider“ selber tun! Ähnlich, wie Sie ja niemals anstelle von mir das Rauchen aufgeben können!

    Gott segne Sie!
    georg löding

    • sascha313 schreibt:

      Danke für die ausführliche Abhandlung 🙂

      Über „Intuition“ schreibt S.L. Rubinstein: „Die Tatsache, daß große Entdeckungen zuweilen plötzlich gemacht werden, unterliegt keinem Zweifel. Aber ihre richtige Erklärung lautet natürlich anders als die der idealistischen Theorien. … Allein hier wurde die Lösung meist nicht nur durch den Augenblick gegeben, in dem sie sich dem Intellekt plötzlich darstellt: dieser Moment brachte vielmehr die Lösung erst nach einer langen vorausgehenden Gedankenarbeit, sie war ihre Ergebnis.“ (Grundl.d.allg.Psy. 715f.)- Einfacher gesagt: ohne Gedankenarbeit – keine Intuition. (In der idealistischen Philosophie: unmittelbare Anschauung ohne Zuhilfenahme von Erfahrung und Ratio.)

    • marie schreibt:

      uff – so ein langer und interessanter kommentar – ich liebe solche herausforderungen, die leider recht selten geworden sind – also erst mal danke.

      um etwas von mir persönlich abzulenken verlinke ich den hier wollen allen bekannten und verehrten peter hacks:

      https://www.jungewelt.de/artikel/345446.marxismus-kopf-und-k%C3%B6rper.html

      es ist ebenfalls ein langer text. also ihr kommentar und der link-text überschreiten die „übliche norm“ der internet-kommunikation – und ja, wie ja klar ist = es ist nur schrift (nicht mal handschrift, keine stimme, keine mimik, keine gestik … nur buchstaben … also ein fast lächerlich kleiner teil für gelungene kommunikation … es bleibt nur der vorteil einer massenhaften vernetzungsmöglichkeit für die benutzeroberfläche …)

      also ich geh mal der reihe nach:

      1. „was zur körperlichen und emotionalen Abwehr dem anderen Menschen gegenüber führt.“ ich würde es aus meiner sicht präziser nicht „abwehr“ sondern (neutrale) „information“ nennen – die natürlich von jedem menschen ganz individuell interpretiert wird und zur abwehr führen KANN – auch zum gegenteil – zum hinterfragen …

      2. „Intuitiv erfasse ich, sprich meine Organ im Hirn namens Amygdalae, ob etwas ‚gut‘ oder ’schädlich‘ für mich ist.“ glückwunsch! so eindeutig sicher bin ich ja nicht einmal im allerersten moment und alle heirtasschwindler (und noch größere gauner) würden ja ins leere laufen …

      3. „Beim Lesen und Analysieren von Texten taugt die Intuition jedoch kaum etwas, da kein Mensch vor dem Lesen oder der nach oder während des Lesens stattfindenden Analyse wissen kann, welches die Absicht(en) des Schreibenden gewesen sind und einem auch weitestgehend die Welt- und Wertvorstellungen eines solchen Menschen unbekannt sind.“ zu diesem ergebnis bin mit dem aufkommen des internets auch gelangt – und habe JAHRZEHNTE nach dem zugang zu einer art „virtuellen intuition“ gesucht. es ist ein bißchen besser geworden, weil ich mehr umfeld-recherche betreibe.
      andererseits möchte ich bestreiten, dass LITERATUR (nur) lesen ihre eigenen schwingungen hat (peter handke hat sich damit ganz intensiv beschäftig), die man über den inhalt hinaus intuitiv erfassen und deuten kann – genau wie den pinselstrich eines malers oder die ganz individuell interpretaion/inszenierung eines allgemein bekannten stückes.

      4. „1.d.) Dabei kann ein und derselbe Menschen wechselseitig beiden Klassen angehören:“ … naja, gut für ihn, wenn er da den überblick über seinen standpunkt behält – oder etwa ständig unterwegs ist – oder ist es nicht eine relativierung der anderen punkt-behauptungen von 1.a. bis 1.c.? für meinen geschmack sehr theoretisch-dogmatisch konstruiert – wiederspricht meinem verständnis von dialektik und evolution … sorry, hier kommen wir so nicht weiter … muß ja auch nicht in syncron-haltungen ausarten …

      5. „3.) Sie reden in “Rätseln“ aus Gleichnis und Metapher; dies tun Sie aber zusammenhanglos und wirr: „… bevölkerung (…), die nicht nur avantgarde-trüffel in der nase hat … sondern gesunde kost für alle sucht … und finden will und muß.“ Sorry! Das ist psychotischer Unsinn!, der sich auf GAR NICHTS KONKRETES bezieht!“
      … ihre meinung sei ihnen gern gegönnt … wahrscheinlich können sie auch nichts mit infrarot-kameras oder ultra-schallwellen wahrnehmen, wie delphine, fledermäuse und andere lebewesen … es sollen sogar menschen, vergleichbare – für sie „unkronkrete“ wahrnehmungen haben … in gewissem maße vor allem diejenigen, die gesundheitliche einschränkungen einiger konkreten sinne haben – wie blinde oder taube … jaja, sogar beethoven konnte taub weiter komponieren („Mit zunehmendem Gehörverlust konnte Beethoven hohe Töne, die von den Musikern gespielt wurden, immer weniger hören. Er komponierte daher mehr mit Tönen im mittleren Frequenzbereich. Bei seinen letzten Werken verwendete er hingegen wieder häufig hohe Töne. Weil er da bereits völlig taub gewesen sei, habe sich der Komponist nur noch auf sein inneres Ohr verlassen, vermuten die Autoren. So sei er allmählich wieder zu seiner verinnerlichten Musikwelt und den Erfahrungen der frühen Kompositionen zurückgekehrt.“)

      6. „Sie haben also in Ihrem Kommentar den Begriff: gesunde Kost verwendet! … und geben damit zu, dass Sie der Gruppierung der Zeugen Jehovas angehört haben!!!: Sie haben diese Gruppierung innerhalb des “Christentums“ entweder freiwillig verlassen oder sind ‚excathreda‘ = “exkommuniziert“ – also rausgeschmissen worden!

      Habe ich recht oder habe ich recht???“ sie dürfen die phantomschmerzen ihres jahrzentelangen bibel-wahns gern auch mal auf mich projezieren … das halte ich aus … soviel rechthaberei gönne ich ihnen gern.

      doch der gong zum gehen ist jetzt nicht mehr zu überhören – ob er nun konkret – theoretisch oder intuitiv für mich erklingt – das bleibt mein geheimnis …

      • sascha313 schreibt:

        …ich bin – ehrlich gesagt, bei solchen Neubewertungen (der junge und der alte Marx/Hacks/Liebknecht/…usw.) skeptisch – nun auch erst recht bei der „jungen Welt“. Sie ist schon lange keine sozialistische Zeitung mehr! Zu empfehlen ist der Band von Peter Hacks „Am Ende verstehen sie es“ (Eulenspiegel Verlag)

      • Danke für Ihre angenehme Antwort.

        „und alle heiratsschwindler (und noch größere gauner) würden ja ins leere laufen …“

        Tun sie: jedenfalls bei mir.
        Andere müssen halt ihr Leben lang immer wieder auf die Taschenspielertricks der Betrüger hereinfallen und fallen ständig auf die Fresse … und wählen auch noch die nächsten hundert Jahre die SPD. 😉

  9. Eleonore Kraus schreibt:

    Wie gut ist, dass ich immer und überall den Boden unter meinen Füßen habe und ehrlich gesagt, hat vieles, was ich hier lese eher weniger mit dem wirklichen Leben zu tun.
    Letztendlich ist die Praxis, die es gilt zu überprüfen. Somit lässt sich fest stellen, dass genau diese, die Erkenntnis gebracht hat, einfach so, im täglichen Leben und zugegebenermaßen kann ich einigem hier nicht folgen, weil mein Zugang zur menschlicher Entwicklung, zum Mensch sein ein anderer ist, was nichts bedeutet und mit einer Bewertung anderen Denkens nichts zu tun hat.
    Zu welchen Schlüssen man kommt, mit den vorhandenen entwickelten Fähigkeiten, dass hat aus meiner Sicht immer mit dem Klassenstandpunkt zu tun und unter welchen Gesichtspunkten ich entscheide, wo die Reise hingehen soll. Das Motiv war und ist meine Triebfeder für die Praxis.
    Übrigens, auch wie und was ich lese, wie es eingeordnet wird, was ich daraus mache, aus dem was ich schöpferisch in die gedankliche Form gieße, was reflektiert wird und nicht zuletzt, was wirklich verinnerlicht ist. Es sind nur ein paar Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, nach und während des Lesens und wie ich wieder einmal bemerke, sind die Grenzen fließend.

  10. @ „marie schreibt: 11. Dezember 2018 um 17:04
    ich plädiere für einen unneurotischen klasseninstinkt – also einen psychisch-gesunden, klaren und nicht manipulierbaren – also nach meiner definition einen, der sich schutzbedürftigen und schwachen hilfreich zuwendet und seinen möglichen beitrag zur emanzipation und aufklärung aller willigen leistet.
    eine inhaltliche orientierung an der avantgarde ist, was das dazulernen betrifft, niemals von schaden, wenn es eine brückenfunktion zur nicht-avantgarde – zu den unsichtbaren – von manchen auch einfach „pöbel“ genannt – aktivieren kann.
    jedoch eine einseitige „trüffel-fixierung“ geht an den bedürfnissen breiter schichten vorbei >>> und bleibt im diffusen avantgarde-elfenbeinturm von eliten hängen …“

    Von Anfang an habe ich nicht verstanden, was Ihre Kommentare mit dem hier eingestellten Thema zu tun hat.

    Aber was heißt den der Begriff Avantgarde überhaupt?
    „Gruppe von Vorkämpfern einer geistigen Entwicklung
    (veraltet): Vorhut einer Armee
    SYNONYME ZU AVANTGARDE: Neuerinnen und Neuerer, Schrittmacherinnen und Schrittmacher, Spitze, Vorkämpferinnen und Vorkämpfer, Wegbereiterinnen und Wegbereiter; (bildungssprachlich) Pionierinnen und Pioniere, Protagonistinnen und Protagonisten; (umgangssprachlich) Vorreiterinnen und Vorreiter.“ — Duden Online

    Doch was bedeutet dieser Begriff denn im marxistisch-leninistischen Sinn?

    1.) Marx und Engels haben die Philosophie des Materialismus “vom Kopf auf die Füße gestellt“ und
    2.) den Materialismus “erweitert“ und den Begriff ‚Materie‘ erkenntnistheoretisch vom ideellen, ideologischen “Sophismus“ – von dem behauptet wird, dass es sich dabei um “Philosophie“ handelt – und religiösen SCHMUTZ befreit!!!
    3.) und Lenin hat den “Begriff“ MATERIE dialektisch definiert und niemand konnte es bisher widerlegen!!!

    • marie schreibt:

      sorry … der ruf „thema verfehlt“ ist völlig berechtigt … ich hatte nur eine vages „reaktionäre dkp …“ gelesen und meinen senf dazu gegeben … es war zumindest für mich sehr spannend – denn der impuls-geber war ja die überschrift

      okay, ich halte mich an die ordnungsregeln – auch wenn ich lieber in „fließenderen räumen“ unterwegs bin … fortfließend von der quelle des themas …

  11. marie schreibt:

    „Aber – wenn’s geht – bitte zum Thema!!!“
    klar geht das. doch wenn vom thema abgekommen wird, sagt dies ja auch was (zum thema selbst)

    • Es sagt etwas vom Menschen — nicht vom Thema.

      Es ging um eine revisionistische Publikation der DKP und das bedeutet doch nichts anderes, als das die DKP sowohl vom Opportunismus und vom Revisionismus unterwandert wurde, was schließlich zur Spaltung und damit zur Schwächung einer sich kommunistisch nennenden Partei führen muss.
      Lenin nannte es Nachtrab-Politik – also das ganze Gegenteil von Avantgarde.

      • sascha313 schreibt:

        Ich weiß, ich weiß. Und es ist ja auch gut, sich darüber und über anderes auszutauschen. Viel besser wäre, wenn es eine kommunistische Zeitung gäbe oder wenn tausende Leser jeden Tag danach fragen würden: Was können wir tun? …. Es muß eben alles wirklich erst reifen: das Bewußtsein, die Suche nach neuen Möglichkeiten, die Erfahrung und schließlich – die Initiative.

  12. Atomino schreibt:

    ich hätte da nochmal eine Frage zu einem vorangegangenen Beitrag :

    War das nicht eher Marx, der die idealistische Philosphie Hegels vom Kopf auf die Füße stellen zu müssen meinte ? Also nicht einfach nur rumdrehen, sondern statt der reinen Idee die sinnliche Erfahrung ? Dem Materialismus haben sie dann nur noch durch die Dialektik Hegels zu einer höheren Ebene verholfen. Oder liege ich da jetzt falsch ?

    • Er meinte dies nicht nur: Marx hat die Philosophie als solche vom Kopf auf die Füße gestellt, in dem er sie vom Idealismus und vom Schmutz der Religion gereinigt hat.
      „Das Sein (Materie [auch das gesellschaftliche Sein]) bestimmt das Bewusstsein.“

      Mit meinen Worten: Zuerst IST das Sein (“Materie“) und aus diesem entwickelt sich erst das Bewusstsein. Das Bewusstsein ist also eine Art “Ergebnis“, das sich aus der Materie ergibt. Nicht das ‚Bewusstsein‘ denkt sich ‚Materie‘ aus oder entwickelt diese, sondern durch die Materie – die die Ursache und der Grund ist – hat sich ‚Bewusstsein‘ erst entwickeln können!

      Diese Erkenntnis von Marx deckt sich übrigens mit vielen Stellen in der Torah und dem Evangelium und anderer “religiöser oder philosophischer Schriften“ des Hinduismus, Judentums, Jainismus, Konfuzius, dem Buddhismus, Christentum und Islam, die jedoch allesamt und sonders durch den Idealismus, also die “Vorstellungen“ des Menschen über ***ein falsches Sein*** “bestochen“ wurden!

      z.B.: „Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.
      Im Anfang war ho logos und ho logos war it “Gott“ und “Gott“ war ho logos.

      (Johannes 1:1)

      *Am Antwort war das Wort (?), da stock ich schon!“ – J.W.v.Goethe

      Nun ist jedoch der Begriff „ὁ λόγος“ *das Wort* Ausdruck eines philosophischen Prinzips, „durch das alles entstanden ist, was entstanden ist.“ (Johannes 1:3)

      und mit θεόν theos = “Gott“ ist kein verdingtes Lebewesen oder eine Person, sondern:
      “Seiendes Sein“ (Spinoza) oder אהיה אשר אהיה = ‚ehije asher ehije‘ ‚Ich bin der ich bin‘ oder יהוה … שלחני ‚Jauhu …. shelahani ‚ Jauhu hat mich gesendet‘ (Exodus 3:14.15) יהוה Jauhu = “gegenwärtiges Sein“, “Gegenwart Sein“, “Sein, ‚wie es‘ ist“, das Sein als solches
      gemeint!

      »Die Materie ist eine philosophische Kategorie zur Bezeichnung der objektiven Realität, die dem Menschen in seinem Empfinden gegeben ist, die von unseren Empfindungen kopiert, fotografiert, abgebildet wird und unabhängig von ihnen existiert.« [*1]

      Friedrich Engels in »Dialektik der Natur«:
      »Die Materie als solche hat noch niemand gesehen oder erfahren, sondern immer nur die wirklich existierenden Stoffe und Bewegungsformen. »… Worte wie Materie und Bewegung sind nichts als Abkürzungen, in die wir viele verschiedene sinnlich wahrnehmbare Dinge zusammenfassen nach ihren gemeinsamen Eigenschaften.« [*2]

      “Die wesentliche Eigenschaft, die allen Erscheinungsformen der materiellen Welt gemeinsam ist und sie trotz der qualitativen Unterschiede alle verbindet, ist die Eigenschaft, dass sie unabhängig und außerhalb des menschlichen Bewusstseins existiert.
      Materie im Sinne des dialektischen und historischen Materialismus sind demnach nicht nur stoffliche Körper mit mechanischen Eigenschaften, sondern die ganze mannigfaltige materielle Welt in allen ihren qualitativ verschiedenen Formen mit beliebigen physikalischen, chemischen, biologischen oder auch sozialen Eigenschaften.“ [*3]

      »Die Frage, ob der Begriff Materie anzuerkennen oder abzulehnen ist, ist die Frage, ob der Mensch dem Zeugnis seiner Sinnesorgane vertrauen soll, ist die Frage nach der Quelle unserer Erkenntnis…« [*4]

      »… die einzige ‚Eigenschaft‘ der Materie, an deren Anerkennung der philosophische Materialismus gebunden ist, ist die Eigenschaft, objektive Realität zu sein, außerhalb unseres Bewußtseins zu existieren.« [*5]

      [*1 ] W.I. Lenin: Materialismus und Empiriokritizismus von 1909 in: Werke Bd. 14, S. 124

      [*2] MEW, Bd.20, S. 503

      [*3] Staatsbürgerkunde, Einführung in die marxistisch-leninistische Philosophie, Dietz Verlag Berlin 1983, S. 70

      [*4] W.I. Lenin: Materialismus und Empiriokritizismus von 1909 in: Werke Bd. 14, S. 124

      [*5] W.I. Lenin: Materialismus und Empiriokritizismus von 1909 in: Werke Bd. 14, S. 260

      Alle Zitate entnommen aus: Staatsbürgerkunde, Einführung in die marxistisch-leninistische Philosophie, Dietz Verlag Berlin 1983, das von einem Kollektiv der Akademie der Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED ausgearbeitet wurde.

      https://seidenmacher.wordpress.com/2018/12/09/wat-dat-schon-wedder-materie-gibbet-dat-eijendlisch/

      Und ICH danke dir – lieber Genosse Sascha (N.G.), dass du mir dieses Buch “Staatsbürgerkunde – Einführung in die marxistisch-leninistische Philosophie“ und viele andere Bücher — vier davon von Lenin;
      “Geschichte KPDSU (B)“, Lenin: “Das Jahr 1917“ und “Wenn es ans Leben geht“ von Peter Edel; Waupschassow “Vierig Jahre in der sowjetischen Aufklärung“ und “Memento Stalingrad“ von Erich Weinert geschenkt hast!

      Das Lesen dieser Bücher haben mir geholfen, mich vom Wahn der Religion des Christentums und des Idealismus und der “Philosophie RECHT“ restlos — einen Weg, den ich bereits seit 2010 gehe, weil ich erkannte, dass ich mit 48 Jahren (zwei Frauen und neun eigenen Kindern) immer noch nicht das DENKEN erlernt hatte — zu befreien:
      Denn als ich im Alter von 13 Jahren anfing, die Bibel zu lesen — was mir “ganz nebenbei geholfen hat, meine ***Fehler in der Rechtschreibung*** zu überwinden — stellte ich bereits nach ein paar Tagen fest – ich hatte die Bibel innerhalb von sieben Tagen einmal vom Anfang bis zum Ende und dann vom Ende bis zum Anfang gelesen – DAß die “Lehre“ der ‚Bibel‘ so gar nicht MIT der Praxis der “Christen“ und der “Kirche“ übereinstimmt!
      Ich fand dafür in ‚meinem‘ ***NACHDENKEN*** jedoch keine Antworten: Wußte aber ‚intuitiv‘: Das ist falsch!

  13. Eleonore Kraus schreibt:

    …lesen alleine reicht nun einmal nicht !

  14. sascha313 schreibt:

    Ja. Und danke für den Hinweis. Ein kluger Artikel … hmm

  15. Für mich ist beunruhigend, wie schnell denjenigen, die in bestimmten Fragen eine sehr prinzipielle und dogmatische Haltung haben, des Sektierertums verdächtigt werden und ihnen unterstellt wird, alle anderen als blöd, reaktionär usw. zu klassifizieren.

    Dogmatismus?

    Das Proletariat ist diejenige Klasse der Gesellschaft, welche ihren Lebensunterhalt einzig und allein aus dem Verkauf ihrer Arbeit und nicht aus dem Profit irgendeines Kapitals zieht; deren Wohl und Wehe, deren Leben und Tod, deren ganze Existenz von der Nachfrage nach Arbeit, also von dem Wechsel der guten und schlechten Geschäftszeiten, von den Schwankungen einer zügellosen Konkurrenz abhängt. Das Proletariat oder die Klasse der Proletarier ist, mit einem Worte, die arbeitende Klasse… – Friedrich Engels

    Dem Sozialismus geht es also um die Abschaffung dieser Ausbeutung und Abhängigkeit des Menschen durch den Menschen, so wie es den Anhängern des Abolitionismus um die Aufhebung der Sklaverei geht – und nicht bloß um eine „Verbesserung der Zustände, in denen die Sklaven zubringen!“

    Revisionismus:

    1. Lenin zeigte, dass die Ablenkung der Arbeiterklasse vom allgemeinpolitischen Kampf gegen den Zarismus und die Beschränkung ihrer Aufgaben auf den wirtschaftlichen Kampf gegen die Unternehmer und die Regierung, wobei man sowohl die Unternehmer als auch die Regierung unversehrt lässt, nichts anderes bedeuten, als die Arbeiter zu ewiger Sklaverei zu verurteilen. Der wirtschaftliche Kampf der Arbeiter gegen die Unternehmer und die Regierung ist ein tradeunionistischer Kampf für bessere Bedingungen des Verkaufs der Arbeitskraft an die Kapitalisten, die Arbeiter wollen aber nicht nur für bessere Bedingungen des Verkaufs ihrer Arbeitskraft an die Kapitalisten kämpfen, sondern auch für die Beseitigung des kapitalistischen Systems selbst, das sie dazu verdammt, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten verkaufen zu müssen und sich ausbeuten zu lassen. Die Arbeiter können aber den Kampf gegen den Kapitalismus, den Kampf für den Sozialismus nicht entfalten, solange der Zarismus, der Kettenhund des Kapitalismus, der Arbeiterbewegung im Wege steht. Daher besteht die nächste Aufgabe der Partei und der Arbeiterklasse darin, den Zarismus aus dem Wege zu räumen und dadurch den Weg zum Sozialismus zu bahnen.
    2. Lenin zeigte, dass die Verherrlichung des spontanen Prozesses der Arbeiterbewegung und die Verneinung der führenden Rolle der Partei, die Beschränkung ihrer Rolle auf die eines Registrators der Ereignisse, nichts anderes bedeutet, als „Nachtrabpolitik“ („Chwostismus“) zu predigen, die Verwandlung der Partei in einen Nachtrab des spontanen Prozesses zu propagieren, in eine passive Kraft der Bewegung, zu nichts anderem fähig, als dem spontanen Prozess zuzusehen und sich auf den Lauf der Dinge zu verlassen. Eine solche Propaganda betreiben, bedeutet, auf die Vernichtung der Partei hinarbeiten, das heißt die Arbeiterklasse ohne Partei belassen, das heißt die Arbeiterklasse ungerüstet lassen. Aber die Arbeiterklasse ungerüstet lassen – zu einer Zeit, wo sie solchen Feinden gegenübersteht wie dem mit allen Kampfmitteln bewaffneten Zarismus und der auf moderne Art organisierten Bourgeoisie, die ihre Partei hat, die den Kampf gegen die Arbeiterklasse leitet – heißt die Arbeiterklasse verraten.
    3. Lenin zeigte, dass die Anbetung der Spontanität der Arbeiterbewegung und die Herabminderung der Rolle der Bewusstheit, die Herabminderung der Rolle des sozialistischen Bewusstseins, der sozialistischen Theorie, nichts anderes bedeutet, als erstens, die Arbeiter, die sich zur Bewusstheit wie zum Licht hingezogen fühlen, zu verhöhnen, zweitens, die Theorie in den Augen der Partei zu entwerten, das heißt jene Waffe zu entwerten, mit deren Hilfe sie die Gegenwart erkennt und die Zukunft voraussieht, und drittens, völlig und endgültig in den Sumpf des Opportunismus hinabzusinken.
    „Ohne revolutionäre Theorie“, sagte Lenin, „kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben … Die Rolle des Vorkämpfers kann nur eine Partei erfüllen, die von einer fortgeschrittenen Theorie geleitet wird.“ (Lenin, Was tun?, S.55 und 56.)
    4. Lenin zeigte, dass die „Ökonomisten“ die Arbeiterklasse dadurch betrügen, dass sie behaupten, die sozialistische Ideologie könne der spontanen Bewegung der Arbeiterklasse entspringen, denn in Wirklichkeit entspringt die sozialistische Ideologie nicht der spontanen Bewegung, sondern der Wissenschaft. Dadurch, dass die „Ökonomisten“ die Notwendigkeit verneinen, das sozialistische Bewusstsein in die Arbeiterklasse hineinzutragen, machen sie der bürgerlichen Ideologie den Weg frei, erleichtern sie es, diese Ideologie in die Arbeiterklasse hineinzutragen und in ihr zu verwurzeln – folglich begraben sie die Idee der Vereinigung der Arbeiterbewegung mit dem Sozialismus, helfen sie der Bourgeoisie.
    „Jede Anbetung der Spontaneität der Arbeiterbewegung“, sagte Lenin, „jede Herabminderung der Rolle des ,bewussten Elementes’, der Rolle der Sozialdemokratie, bedeutet zugleich – ganz unabhängig davon, ob derjenige, der diese Rolle herabmindert, es wünscht oder nicht – die Stärkung des Einflusses der bürgerlichen Ideologie auf die Arbeiter.“ (Ebenda, S.11.)
    Und ferner:
    „Die Frage kann nur so stehen: bürgerliche oder sozialistische Ideologie. Ein Mittelding gibt es hier nicht … Darum bedeutet jede Herabminderung der sozialistischen Ideologie, jedes Abschwenken von ihr zugleich eine Stärkung der bürgerlichen Ideologie.“ (Ebenda, S.72/73.)
    5. Alle diese Fehler der „Ökonomisten“ zusammenfassend, kam Lenin zu der Schlussfolgerung, dass die „Ökonomisten“ keine Partei der sozialen Revolution, die die Arbeiterklasse vom Kapitalismus befreit, sondern eine Partei „sozialer Reformen“ haben wollen, die die Aufrechterhaltung der Herrschaft des Kapitalismus voraussetzt, dass die „Ökonomisten“ infolgedessen Reformisten sind, die die ureigensten Interessen des Proletariats verraten.
    6. Lenin zeigte schließlich, dass der „Ökonomismus“ keine zufällige Erscheinung in Russland ist, dass die „Ökonomisten“ Schrittmacher des bürgerlichen Einflusses in der Arbeiterklasse sind, dass sie in den westeuropäischen sozialdemokratischen Parteien Bundesgenossen in Gestalt der Revisionisten, der Anhänger des Opportunisten Bernstein, haben. Im Westen erstarkte in der Sozialdemokratie immer mehr eine opportunistische Strömung, die unter der Flagge der „Freiheit der Kritik“ an Marx auftrat, die eine „Revision’“, das heißt Überprüfung der Marxschen Lehre forderte (daher der Name „Revisionismus“), die den Verzicht auf die Revolution, auf den Sozialismus, auf die Diktatur des Proletariats forderte. Lenin zeigte, dass die russischen „Ökonomisten“ dieselbe Linie des Verzichts auf den revolutionären Kampf, auf den Sozialismus, auf die Diktatur des Proletariats befolgten.
    – Geschichte der kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), S. 47, Dietz Verlag Berlin 1955

  16. marie schreibt:

    @Günter Hering: „Es ist für mich immer wieder beunruhigend, wie schnell man von einer sehr prinzipiellen (eigentlich schon dogmatischen) Haltung zum Sektierertum kommen kann und alle anderen für blöd, reaktionär usw. klassifiziert.“

    das ist auch meine beunruhigung, der ich versuche ruhe, dialog und analyse entgegen zu setzen, denn jede art von (dann auch möglicherweise stattfindenden konfrontation) austausch macht ja nur sinn, wenn sie auch im zuhören und verstehen wollen des gegenübers besteht.

    ps. wie es auch gemeint sein mag – ich höre bei „festem klassenstandpunkt“ ein dogma heraus – also einen angeblichen mangel bei mir, jedoch „biete“ ich ja die vision „alle menschen werden brüder“ an und meine damit nicht nur „blutsbrüder“, auch „stiefbrüder“ – aber eine suche nach dem kleinsten gemeinsamen nenner an und zwar FÜR gemeinsam mögliches …

    • @ „ich höre bei „festem klassenstandpunkt“ ein dogma heraus – also einen angeblichen mangel bei mir, jedoch „biete“ ich ja die vision „alle menschen werden brüder“ „
      Selbstverständlich ist der “Feste Klassenstandpunkt“ auch ein Dogma; aber er ist viel mehr: Es ist ein Lebensstil: ***Hier meine Klasse — dort eure => dazwischen passt kein Blatt: da treffen zwei miteinander unversöhnlich Standpunkte aufeinander:
      Sklaverei oder Freiheit, Ausbeutung oder Miteinander, Krieg oder Frieden!

      Wenn Sie dabei einen angeblichen Mangel bei Ihnen heraushören, ist das ganz sicher eine richtige Intuition von Ihnen, aber keine Unterstellung von mir!

      “ die vision „alle menschen werden brüder“ „ ist eine Ideologie; und zwar eine, die nicht erkannt hat, dass die Menschheit eine Gemeinschaft von Menschen (“Brüder“) IST!

      Wir sind eine einzige Menschheit!

      Der Mensch ist ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenprimaten (Haplorrhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae) und ist die einzige überlebende Art der Gattung Homo.

      Die Menschheit unterscheidet sich äußerlich-körperlich in Form, Größe, Gewicht und Farbe des Körpers eines Menschen. Dieser ist immer gleich, jedoch nicht derselbe. Daraus wurde — wie bei der Haustier-Züchtung — auch der Mensch in “Rassen“ gezüchtet und entsprechend eingeteilt.

      Die Menschheit unterscheidet sich innerlich-körperlich nur noch in Größe und Gewicht der Organe: sie sind gleich! Die einzige Ausnahme bildet hier das Organ Blut — ein „flüssiges Organ“: welches in vier Blutgruppen, zwei Rhesus-Faktoren und dem Kell-Cellano-System in aktuell 30 Blutgruppensystem eingeteilt ist. Außerdem gibt es der Form nach runde und sichelförmige Blutzellen.

      Dann unterscheidet sich die Menschheit — in jeder Gruppe (‚Rasse‘) von Menschen — noch in den “klassischen“ Temperamenten: Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker, und Sanguiniker, also einer zunächst als “angeborene“ Verhaltensstile beurteilte Art und Weise, wie ein Lebewesen agiert und reagiert.

      Verhaltensweisen, die jeder Mensch fähig ist, willentlich zu verändern oder ganz abzustellen und davon unabhängig zu werden! [Meist kommt hier die Ausrede, dass “man dafür ‚ja‘ gar keine Zeit hat!“ oder: „Niemand kann über seinen Schatten springen!“]

      Tja, und wie bei jedem Säugetier auch, unterscheiden sich die Menschen im Geschlecht, was nur eine einzige Bedeutung hat: nämlich uns vermehren zu können, wie alle anderen Säuger auch!

      Nun habe ich geschrieben: „Wir sind eine Menschheit“ — und hoffe, dass die Ausführung oben, hinlänglich bewiesen hat, daß wir alle Menschen sind! So unterschiedlich und doch gleich!

      Eigentlich liegt das so klar zutage, dass es schwerlich jemand in Abrede stellen wird, will er sich nicht vor aller Welt lächerlich machen und als Idiot dastehen.
      Die Tatsachen des Lebens belegen jedoch nicht nur, dass es in Abrede gestellt wird, sondern sie beweisen es! Es muss dafür wenigstens eine Ursache und verschiedene Gründe geben, dass die Wirklichkeit — vor allem die Wahrheit, dass wir alle Menschen sind — derart in Abrede gestellt wird!

      Denn es kann sich dabei weder um einen Zufall noch um eine Laune der Natur handeln und vom Himmel ist das auch nicht gefallen.

      https://seidenmacher.wordpress.com/2018/12/10/sieg-oder-niederlage-freiheit-oder-sklaverei-sozialismus-oder-kapitalismus/

  17. Eleonore Kraus schreibt:

    Da gibt es den Klassenstandpunkt und der ist eindeutig und mir ist es völlig wurst, egal, wer dass mit einem „Dogma“ oder ähnlichem verwechselt. Fragt die, die in ihren Gräbern nach Gerechtigkeit schreien, weil sie konsequent, selbstlos, aufrecht für den Sozialismus eingestanden sind und heute von denen bewertet werden, die nicht im entferntesten begreifen können, was die Frauen und Männer für die Welt gegeben haben, im Angesicht von Faschismus, Folter, Erniedrigung, mit Mut, mit Kraft, mit dem unbeugsamen Willen: „Sozialismus statt Barberei.“ (Rosa Luxemburg) unter Einsatz ihres Lebens eingestanden sind.
    Mein heiße Hoffnung und der historische Optimismus ist NICHT, dass, was die EU auf ihre Fahne schreibt, dass „Alle Menschen Brüder werden“, sondern „Proletarier aller Länder vereinigt euch.“
    „Das Mainifest der kommunistischen Partei.“
    Und bitte keine Interpretation, dass ich keine „Brüder“ will. Erstmal habe ich drei Brüder und natürlich ist mir die Bedeutung dessen völlig klar, auch was die EU damit vermitteln will, wenn sie es benutzen um Herz und Verstand zu vernebeln. Die Wirklichkeit, die Bedingungen, die Verhältnisse, in denen der Mensch lebt, jedenfalls die Masse soll schön geredet und vertuscht werden und oft gelingt es auch.
    Exorbitante Jugendarbeitslosigkeit, insbesondere in den Ländern des Südens. Aufrüstung, dass es einem schwindelig werden kann. (Zahlen lass ich mal weg). Obdachlose Brüder und Schwestern, die im Land, nun doch ne Zahl. ca. 50 000, die andauernd auf der Straße leben, in Bahnhöfen, unter Brücken, in Parks, in Hauseingängen…………..und vom Pflegenotstand, wo Mitmenschen stundenlang, wegen Personalmangel in ihren Ausscheidungen liegen müssen ganz zu schweigen. Dass ist weit von solch schöngeistigen Vorstellungen entfernt und hat mit der Realität im Land und in der EU einen feuchten Kehricht zu tun. Weiteres erspare ich dem Leser.
    „Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.“ Nochmal, die von mir hoch geschätzte, mutige und kämpferische Rosa Luxemburg.“

  18. sascha313 schreibt:

    „…it makes sense!“ – auch so eine leere US-amerikanische Floskel. Es gibt nichts, was einen Sinn „machen“ kann – entweder es hat Sinn oder es hat keinen Sinn. Und was soll eigentlich der Quatsch mit dem „Dogma“. Eleonore hat es schon gesagt: Klassenstandpunkt… Es ist immer leicht, in den Wind zu spucken, nur hoffentlich nicht in die falsche Richtung…

    • marie schreibt:

      „Und was soll eigentlich der Quatsch mit dem „Dogma“. Eleonore hat es schon gesagt: Klassenstandpunkt… “ lustige begriffsspielchen beeindrucken nicht alle …

      passend dazu ein neues buch, in dem auch marx vorkommt – neben platon und stalin …

      https://www.deutschlandfunkkultur.de/hannah-arendt-kritische-gesamtausgabe-gibt-es-ein-denken.2162.de.html?dram:article_id=434743

      • sascha313 schreibt:

        …“lustige Begriffsspielchen“ – richtig. So kann man nur urteilen, wenn man Begriffe und Wesen nicht auseinander-halten kann. Und danke auch für Hannah Arendt. Die hat uns noch gefehlt in der Sammlung. Sie hat uns den Totalitarismus beschert und so viele andere antikommunistische Segnungen auch. Der Deutschlandfunk ist eine erstklassige Quelle dafür!

        Es ist, wie das schöne alte Sprichwort schon sagt: „Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir, wer du bist.“ Danke für die Klarstellung!

      • Eleonore Kraus schreibt:

        Ich hab da auch eine Empfehlung und das ist kein Buch.
        Haben sie Kontakt zu Widerstandskämpfern, zu Antifaschisten, Antimilitaristen, zu Kommunisten, zu Anarchisten, die im Konzentrationslager waren und wo es nur noch wenige, Zeitzeugen gibt ?
        Die abgehobene Argumentation, die meist von irgendwelchen Büchlein untermauert werden soll ist nicht aussagekräftig genug…….. Warum schreiben sie denn hier, wo doch klar auf dem Tisch des Hauses liegt, wofür der Blog und sein Betreiber seit vielen Jahren einsteht ?
        Was ist denn ihr Motiv ?
        Und bestätigen will ich, was Sascha zu Hannah Arendt schreibt und zum ÖR , der manipuliert, der lügt, der eine Propaganda betreibt die Göbbels und seinen Mannen in nichts nachsteht ist nun wirklich keine Quelle, sondern ein Herrschaftsinstrument der herrschenden Klasse, also von Politik, Medien und Kapital.
        Und welche Bücher, wann, warum, wieso gerade jetzt „empfohlen“ werden hat Kalkül.

  19. Eleonore Kraus schreibt:

    Danke für die Klarstellung.
    Die Frage, ob Links gerne konfrontativ sein sollte oder nicht, ist aus meiner Sicht lange ausdiskutiert, auch das hat mit dem Klassenstandpunkt zu tun und ich muss niemanden überzeugen oder missionieren. Wer lernen will, der lerne und ich bin für konfrontativ, denn der Einheitsbrei, das „politisch korrekte“ ist nun einmal nicht meine Sache.Nicht „verbiegen?“ sowieso nicht und da ich das nie getan habe und auch nicht tuen werde sind Auseinandersetzungen, auch in der Zukunft unvermeidlich.
    Vorleben, dafür habe ich mich vor langer entschieden.
    Nix für ungut.
    Warum diese arrogante Haltung Sascha gegenüber ? Sie schreiben doch auch, was sie wollen.
    Wer kennt nicht den Film: Der Club der toten Dichter ? Wo ist der Zusammenhang zu sehen ? Oder habe ich da etwas falsch verstanden ?

    • sascha313 schreibt:

      Ich kann nicht von mir behaupten, daß ich einen der hier Kommentierenden gut kenne. Da das Niveau inzwischen merklich ins Unterirdische abgleitet, behalte ich mir vor derartige sinnlose Diskussionen zu entfernen.

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