Die russischen Pseudo-Bolschewiken

PseudobolschewistenDer Begriff „Bolschewiki“ ist ja seit Lenin und Stalin für uns immer mit etwas Positivem verbunden, nämlich mit der Überwindung des Trotzkismus und des Revisionismus in der Sowjetunion, und letztlich mit dem Sieg über den deutschen Faschismus. Nun aber – und kein Wunder, daß es eine solche Maskerade gibt – treten auch in Rußland neben der revisionistischen KPRF, die ja auch im Donbass nicht nur ideologische „Hilfe“ (!) leistet, sondern auch materielle, verstärkt solche pseudo-bolschewistischen und pseudo-linken Gruppierungen auf, die Köpfe zu verwirren. Klar, daß das nicht so einfach geht, denn die faschistischen Verbrechen der deutschen Okkupation haben sich eingebrannt in der Erinnerung bei fast allen Bürgern dieses großen Rußland, ebenso der heldenhafte Kampf der Roten Armee gegen die barbarischen nazistischen Eroberer während des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945. Unvergessen sind die Helden der Sowjetunion!

Hier schreiben nun diese Pseudo-Bolschewisten über die Gefahr der Wiedergeburt einer Kommunistischen Partei (!) – daneben ein Abdruck eines Gemäldes, das Chruschtschow neben Stalin zeigt. Sie kritisieren den demokratischen Zentralismus und sie belehren andere Kommunistische Parteien darüber, wie man Marx zu verstehen habe. Allein schon das erstgenannte ist ein unglaublicher, provozierender Schachzug, wie ihn der fanatische Antikommunist Brzezinski [1] nicht besser hätte erfinden können.

Wer war Chruschtschow?

Dr.Klaus Hesse schreibt: „Seinerzeit war es für viele DDR-Bürger unverständlich, daß der – allein schon wegen seines unkonventionellen Auftretens – hierzulande bemerkenswert populäre Chruschtschow nur ein halbes Jahr nach seinem mit großen Reden gefeierten 70. Geburtstag einfach und ohne großes Aufsehen ,abgelöst‘ wurde. Nur wenige kannten, wie Eberlein und wenige andere, den Unterschied zwischen jenem Chruschtschow, der ,oftmals die DDR besucht, der viel für die deutsch-sowjetische Freundschaft ge­tan und dessen Ablösung einen Schock ausgelöst hat, und einem Nikita Sergeje­witsch, der in Moskau viel Unmut ausgelöst hat, weil er ganze Ministerien verlegt und eigenwillige Entscheidungen getroffen hat, durch die es zu ernsten Versorgungs­schwierigkeiten gekommen sei…‘ Den ,zweiten Chruschtschow‘ kannten wir in der DDR nicht. [2]

Wie wir uns doch täuschen ließen…

Wir erlebten den Mann, der mit seinem Auftritt auf dem XX. Parteitag ,den Mut aufbrachte‘, mit dem ,Stalinismus‘ zu brechen, ohne wirklich zu wissen, was es damit auf sich hatte und zu verstehen, was da wirklich ablief, daß und wie er selbst mit diesen inszenierten Ereignissen verbunden war, daß und wie er diesen Auftritt im Interesse seines Machterhaltes inszenierte, daß er selbst an den von ihm angeprangerten Verbrechen beteiligt war, daß er selbst es war, der in gröbster Manier gegen elementare Normen innerparteilicher Demokratie verstieß – von all dem wußten wir so wenig, wie von den nach wie vor anhaltenden elementaren Versorgungsschwierigkeiten in der Sowjetunion, von der subjektivistischen Willkür, mit der er ebenso unsinnige wie abenteuerliche Maßnahmen anordnete und diese in der Manier eines Alleinherrschers durchsetzte.“

Quelle:
Klaus Hesse. Chruschtschow – Tauwetter, oder was…? In: Geschichte der UdSSR und der KPdSU. Teil 2. S.66-69. (siehe auch hier: Tauwetter – oder was?)

Chruschtschows Lügen über Stalin

Grover Furr: „Mir gelang es, 61 ,beschuldigende‘ Behauptungen herauszufinden. Ich habe jede von ihnen anhand der historischen Beweise untersucht, bis im Ergebnis klar wurde, daß Chruschtschow in der ,geschlossenen‘ Rede* über Stalin und Berija absolut nichts gesagt hatte, was der Wahrheit entspricht. Wobei die ,Verteidigung‘ Stalins hier darin besteht, daß die Beweislast die beschuldigende Seite trägt. Und alle „entlarvenden“ Behauptungen der ,geschlossenen‘ Rede sind als Beweise untauglich. (*gemeint ist die sog. Geheimrede Chruschtschows auf dem XX.Parteitag, N.G.)

„Glauben“ gehört in die Kirche und nicht zur Wissenschaft!

Und nun etwas zum ,Glauben‘ daran. Kein ernstzunehmender Forscher ist berechtigt, etwas für wahr zu halten, was Überzeugungen entspricht oder infolge von Präferenzen entstanden ist. Es mag jemandem gefallen oder nicht, aber angesichts der wissenschaftlichen-historischen Beweise über die ,stalinfeindlichen Fälschungen‘ ist es unmöglich, die Geschichte der Sowjetunion weiterhin durch den Zerrspiegel der ,geschlossenen‘ Rede zu betrachten.“

Quelle:
Grover Furr: „Chruschtschows Lügen über Stalin“

Kurt Gossweiler: Wie konnte der revisionistische Umsturz in der Sowjetunion gelingen?

Die für Marxisten naheliegendste Vermutung ist, die revisionistische Politik Chruschtschows und Gorbatschows sei Ausdruck der Interessen bestimmter Schichten der sowjetischen Gesellschaft gewesen, deren Repräsentanten die beiden dargestellt hätten. Der moderne Revisionismus ist nach einer solchen Auffassung also genauso wie der alte Revisionismus der sozialdemokratischen Parteien von unten, aus der kommunistischen Bewegung und der sozialistischen Gesellschaft, als Interessenausdruck bestimmter ihrer Schichten, herausgewachsen. Einer solchen Auffassung kann ich mich nicht anschließen. Wohl gab es in der Sowjetgesellschaft und in den sozialistischen Ländern besonders in der Schicht der Intellektuellen, und hier besonders unter den Diplomaten, Außenhändlern, unter Künstlern und Journalisten, Leute, die vom Reichtum und der „Freiheit“ des Westens fasziniert waren und sich wünschten, solches auch in der Sowjetunion genießen zu können. Aber nicht sie waren es, die solche Sehnsüchte zu einem System des modernen Revisionismus ausbauten.

Wer entwickelte das System des modernen Revisonismus?

Dieses System ist in seiner ursprünglichen Rohfassung von dem zum Renegaten gewordenen ehemaligen Generalsekretär der KP der USA, Browder, 1942 entwickelt und mit Hilfe des Allan-Dulles-Mitarbeiters Noël Field [3] über die kommunistischen Emigranten in der Schweiz in die verschiedenen kommunistischen Parteien hineingetragen worden, und ist dann in der KP Jugoslawiens und bei ihrem Führer Tito auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. Von dorther wurde er von Titos Bruder im Geiste, Chruschtschow, also von oben, in die Sowjetunion importiert und in die herrschende marxistisch-leninistische Lehre hineingemixt. Er ist also kein originäres Gewächs aus dem Boden der Sowjetgesellschaft. Warum aber hatten Chruschtschow und Gorbatschow mit ihrer Politik so katastrophalen Erfolg? Ich möchte hier einige Bedingungen aufzählen, die mir dafür entscheidend gewesen zu sein scheinen:

  1. Verschleierungstaktik
  2. Die übertriebene Verehrung Stalins
  3. Der Wunsch nach einem besseren Leben
  4. Die Ergebenheit der Parteimitglieder
  5. Die Verleumdung der Person Stalins
  6. Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden
Das Traurigste an dieser ganzen Sache ist für mich, daß offenbar der jetzige Zustand in den Ländern der früheren Sowjetunion und in den ehemals sozialistischen Ländern Europas, der Rückfall der Bevölkerung dieser Länder in tiefstes Elend und kulturell in finsterte Vorzeiten, und schließlich die Katastrophe, in die der Untergang der sozialistischen Supermacht in der Frage Krieg und Frieden die ganze Menschheit gestürzt hat, die Anti-Stalinisten in den Führungen kommunistischer Parteien noch keinerlei Anlaß waren, ihre bisherige Position in Frage zu stellen und zu überdenken. Sie brauchten sich aber doch nur vorzustellen, sie hätten damals in der Sowjetunion vor der Entscheidungsfrage gestanden: Dürfen wir, wissend, daß der Untergang der Sowjetunion nicht nur das eigene Land und die eigene Bevölkerung , sondern ganz Europa dem Faschismus ausliefert und alle für den Sozialismus gebrachten Opfer zu umsonst gebrachten Opfern macht, dürfen oder müssen wir dennoch aus humanitären Rücksichten und um nicht auch Unschuldige mit unseren Sicherungsmaßnahmen mit zu gefährden, darauf verzichten, mit allen, selbst rigorosesten Mitteln, dafür zu sorgen, daß dem Feind aus dem Hinterland keine Unterstützung geleistet werden kann?
Quelle:
Kurt Gossweiler: Wie konnte der revirionistische Umsturz in der Sowjetunion gelingen?

Warum gibt es eine solche Maskerade?

Das ist eigentlich mit einem einfachen Satz zu beantworten: Solche „Bolschewisten“ werden vom Imperialismus als „Trojanisches Pferd“ benutzt, um die kommunistischen Organisation zu unterwandern und die ehrlichen Kommunisten „einzusammeln“. Vergeblich! Was also besagt die Legende vom „Trojanischen Pferd“? Während der Belagerung Trojas durch das griechische Heer war, wie es in der Sage heißt, ein hölzernes Pferd vor den Toren Trojas aufgestellt worden, in dessen Bauch sich griechische Soldaten versteckthielten. Nachdem die Trojer ahnungslos das Pferd in die Stadt hineingezogenen hatten, öffneten die Soldaten nachts die Stadttore Trojas von innen und ließen ihr Heer hinein.

Anmerkungen:
[1] AG Friedensforschung: Brzezinski „Die Welt als Schachbrett“
[2] Werner Eberlein: Geboren am 7. November – Erinnerungen, Berlin 2000, S.334
[3] Siehe: „Spurensicherung…

Siehe auch:
Intrigen und dunkle Geschäfte…
Opportunistische Halunken mit der Bezeichnung „Kommunisten Rußlands“
Die pseudolinken „Kommunisten“ der KPRF

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte der UdSSR, Marxismus-Leninismus, Massenmanipulation, Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Die russischen Pseudo-Bolschewiken

  1. Henk Gerrits schreibt:

    Die Hollandische Communistische war schon for den Zweiten Weltkrieg began in der hande von Revisionisten unter der Leitung von Paul de Groot.

  2. Pingback: Kommunisten und solche, die keine mehr sind… | Sascha's Welt

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