USA-Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Der „Spezialkrieg“

Green-Beret-US-FlagNiemals bisher sind in den USA fremde Bomben gefallen, und niemals gab es dort einen Eroberungskrieg gegen die USA. Aber schon während des 2. Weltkriegs terrorisierten anglo-amerikanische Bomber die Zivilbevölkerung Europas. Allein über der weltbekannten Kunst- und Kulturstadt Dresden wurden im Februar 1945, kurz vor Ende des Krieges und ohne jede militärische Notwendigkeit,  2.640 Tonnen Bomben und 650.000 Brandbomben abgeworfen. Auch 1,8 Tonnen schwere Luftminen kamen zum Einsatz, welche einen enormen Luftdruck entwickelten und damit Lungen und Trommelfelle in der Nähe befindlicher Menschen zerrissen. Dabei wurden in Dresden bis zu einer halben Million deutsche Zivilisten und Flüchtlinge aus den Ostgebieten, Kinder, Frauen und Greise, ermordet. Kaum 20 Jahre später entwickelte der USA-General Maxwell Taylor das Konzept eines „Spezialkrieges“…

In seinem 1964 erschienenen Buch „Partisanen kontra Generale“ schreibt Wilfried G. Burchett:

Abgesehen von meinem allgemeinen Interesse an den Völkern der ehemaligen Indochinastaaten und meinen Sympathien für die heldenhaft kämpfende Bevölkerung Südvietnams gab es noch einen weiteren wichtigen Grund, der mich veranlaßte, von Ende 1963 bis Anfang des zweiten Quartals 1964 die befreiten Gebiete und die Frontgebiete des Landes aufzusuchen.

Eine neue Art Kriegführung

Die Vereinigten Staaten erproben in Südvietnam eine neue Art der Kriegführung, den soge­nannten „Spezialkrieg“, dessen geistiger Vater General Maxwell Taylor ist. Taylor war 1960/61 militärischer Son­derberater Präsident Kennedys. Später erhielt er als Chef des Vereinigten Generalstabs der USA den Auftrag, die strategische Konzeption eines „Spezialkrieges“ zu entwic­keln, und schließlich sandte man ihn, mit sämtlichen militärischen und politischen Vollmachten ausgestattet, als Super-Botschafter nach Saigon, damit er an Ort und Stelle die Strategie und Taktik seiner neuen Konzeption verwirk­lichte.

Wer soll das „Kanonenfutter“ dieses Krieges sein?

Maxwell Taylors These besagt, daß die Vereinigten Staaten im Zeitalter des Atomwaffen-Patts auf drei Kriegs­formen vorbereitet sein müssen: auf den nuklearen Welt­krieg, auf begrenzte oder lokale Kriege und auf „Spezial­kriege“. Das „Spezielle“ der dritten Kategorie besteht darin, daß keine eigenen Kampftruppen eingesetzt werden. Nach den kostspieligen Erfahrungen des Koreakrieges soll in künftigen Kriegen dieser Art die „örtliche“ Bevölkerung das „Kanonenfutter“ liefern, dessen Unterhalt nur einen Bruchteil der sonst üblichen Kosten verursacht. Außerdem braucht keine amerikanische Familie mehr über das vergos­sene Blut zu weinen.

FeindDas Testfeld für den Tod ist Südvietnam

Südvietnam sollte das erste Prüffeld für den „Spezialkrieg“ sein – und das war der zusätzliche, „spezielle“ Anlaß für mich, an Ort und Stelle zu untersuchen, was wirklich „spe­ziell“ an dieser neuen militärischen Konzeption ist und über welche „speziellen“ Mittel die Bevölkerung des Landes ver­fügt, um ihrer Strategie und Taktik zu begegnen. Mir schien das um so wichtiger, als die USA ja offen ihre Absicht be­kundet hatten, diese Art Krieg überall dort zu führen, wo revolutionäre Bewegungen ihre Interessen gefährden.

Ein Ausbildunglager wird erobert

Bald nach meiner Ankunft in Südvietnam – in der Nacht vom 23. zum 24. November 1963 – stürmte eine Gruppe von Patrioten der Nationalen Befreiungsfront das von den Amerikanern geleitete Ausbildungslager für „Spezialein­heiten“ in Hiephoa, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Saigon. Dabei wurden nicht nur die gesamten militärischen Anlagen vernichtet, Waffen und Munition für mehrere Ba­taillone der Befreiungsfront erbeutet und … man fand auch recht auf­schlußreiche Dokumente. Einige davon betrafen die Aus­bildung und die Pläne kambodschanischer Verräter, der Khmer Serai, die formiert worden waren, um das neutrali­stische Regime des Prinzen Sihanouk zu stürzen.

Ein Handbuch für den „Spezial­krieg“

Die Unter­lagen wurden unverzüglich der kambodschanischen Regierung zugeleitet. Für mich aber war ein weiteres Dokument ganz besonders interessant: ein Handbuch für den „Spezial­krieg“. Der Stabchef der USA-Armee, General Paul Dec­ker, hat in einem einführenden Artikel die „ideologische“ Konzeption des „Spezialkrieges“ erläutert.

Durch den Zu­sammenbruch des alten Kolonialsystems, heißt es darin, seien Dutzende neuer, unabhängiger Staaten entstanden, die durch ihre ökonomische Schwäche und ihre politische Unreife eine „leichte Beute kommunistischer Subversion“ werden könnten. Die USA-Streitkräfte müßten so organi­siert und ausgebildet sein, daß sie an jedem Punkt der Welt intervenieren könnten, um „kommunistische Macht­übernahmen“ zu verhindern.

Militärische ,,Spezialeinheiten“ intervenieren weltweit

Zu diesem Zweck habe das Pentagon, versicherte General Decker, den Erdball in vier strategische Zonen eingeteilt, in denen die USA möglicher­weise „Spezialkriege“ führen müßten. Für jede dieser Zo­nen sei ein spezieller Generalstab geschaffen worden, und ,,Spezialeinheiten“, die dort eingesetzt werden könnten, stünden ständig „Gewehr bei Fuß“. Decker bezeichnet die vier Zonen nicht näher – mit Aus­nahme Südostasiens, wo das erste Experiment gemacht wurde (das Handbuch erschien 1962) –, aber er erwähnt Ausbildungszentren in Fort Bragg, auf Okinawa und in Panama, wo französisch und spanisch sprechende Offiziere zusammen mit ihren englisch sprechenden Kollegen geschult werden, und spielt verschiedentlich auf „umstürzlerische Bewegungen“ in Lateinamerika an, was darauf schließen läßt, daß dieser Kontinent die zweite Zone eines möglichen „Spezialkrieges“ ist.

Der Neokolonialismus der USA

„Spezialkrieg“ ist also nur die militärische Ausdrucksform des Neokolonialismus – so wie das Expeditionskorps die militärische Ausdrucksform des klassischen Kolonialismus war. Während sich dieser jedoch zum Teil auf das eigene Militär der Kolonialmächte in Verbindung mit rekrutierten Kolonialsoldaten und solchen Einsatzgruppen wie der fran­zösischen Fremdenlegion stützte, liefern die Amerikaner im „Spezialkrieg“ die Waffen und die Dollars, die Flug­zeuge und die Piloten, das strategische und das taktische Kommando – einschließlich „beratender“ Offiziere bis hin­unter zur Kompanie-Ebene –, also faktisch alles mit Aus­nahme des „Kanonenfutters“. Wie das in der Praxis aus­sieht, habe ich in dem vorliegenden Buch darzustellen ver­sucht.

Die Völker werden sich zu wehren wissen…

Während ich diese Zeilen schreibe, droht Washington, sich für seine Niederlage in Südvietnam durch eine Ausweitung des Krieges zu rächen: Die USA wollen die Demokratische Republik Vietnam angreifen, den Krieg über die südvietna­mesische Grenze nach Kambodscha hineintragen, ihren un­erklärten Krieg in Laos mit dem erklärten Krieg in Süd­vietnam verbinden und faktisch einen allgemeinen Krieg entfachen, der alle ehemaligen Staaten Indochinas umfaßt. Die Antwort der Völker Indochinas aber ist, daß sie fester zusammenrücken und eine Einheitsfront aller patriotischen Kräfte bilden, um den Frieden zu verteidigen und die end­gültige Einstellung der USA-Intervention in diesem Teil der Welt zu erzwingen.

Phnom Penh (Kambodscha) l. 12. 1964
Wilfred G. Burchett

Quelle: Wilfred G. Burchett „Partisanen kontra Generale“, Verlag Volk und Welt, Berlin,1965, S.5-9

Siehe auch:
USA-Kriegsverbrechen Uranmunition

Der US-amerikanische Völkermord in Nordkorea
Die USA – Ein Imperium des Verbrechens

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8 Antworten zu USA-Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Der „Spezialkrieg“

  1. gunst01 schreibt:

    Die USA benötigen den permanenten Spezialkrieg, denn ohne ihn gäbe es kein Dollarsystem mehr.

  2. Weber Johann schreibt:

    Es ist schon erstaunlich, dass die Kriegsverbrechen der USA gegen die Nordkoreanische Zivilbevölkerung heute immer noch im „Dunkeln“ bleiben. Dass die westlichen Systemmedien schweigen, war schon immer so. Aber auch die sogenannten „alternativen Geschichtsforscher“ wie z.B. Daniele Ganser meiden dieses Thema. Es gibt genügend Quellen, die diesen „Vernichtungskrieg“ umfassend beschreiben. So ist in der Berliner Zeitung vom 28.12.1952 folgendes zu Lesen, worüber heute noch geschwiegen wird:

    USA-Interventen in Korea begehen neue Bakterienverbrechen
     Phoengjang (ADN). In der Zeit vom 22. November bis zum 2. Dezember wurden in sechs Fällen von den USA-Interventen erneut Insekten, die mit Seuchenerregern infiziert waren, über verschiedenen Abschnitten der koreanischen Ostfront abgeworfen, berichtet die Zentrale Koreanische Telegrafen-Agentur.

     Fusan (ADN). In dem berüchtigten Kriegsgefangenenlager auf der Todesinsel Koje (Südkorea) ist nach einem Eingeständnis des USA-Oberkommandos am Dienstag erneut ein Kriegsgefangener ermordet worden. Erst am Sonntag hatte ein Wachtposten einen Kriegsgefangenen erschossen.

     Seoul (ADN). Selbst die Weihnachtsfeiertage hielten die USA-Luftgangster nicht davon ab, ihre Terrorangriffe gegen wehrlose Frauen, Kinder und Greise in koreanischen Städten durchzuführen. Am ersten Weihnachtsfeiertag bombardierten und beschossen Flugzeuge und Kriegsschiffe der Interventen friedliche Orte an der West- und Ostküste. Am zweiten Weihnachtsfeiertag bewarfen die Barbaren Ortschaften auf der Halbinsel Haeju mit Bomben und Napalmbomben.“

    Ebenso konnten die Menschen in der DDR sich ein genaues Bild über die Verursacher des Koreakrieges verschaffen. Die Berliner Zeitung vom 27.6.1950 berichtete, dass bereits zwei Tage vor dem Überfall der südkoreanischen Armee auf Nordkorea, mehrere Städte in Nordkrorea von südkoreanischen Truppen bombardiert wurden. Hier die Meldung:

    „Phoengjang (ADN). Bereits zwei Tage vor dem provokatorischen Angriff der südkoreanischen Truppen auf das Gebiet der Volksrepublik Korea belegte südkoreanische Artillerie die Provinz Hwang Hai in Nordkorea mit Granaten, meldet die koreanische Zentrale Nachrichtenagentur am Montag. So wurde die Ortschaft Dai Dong Ku im Bezirk Bek Sng (unleserlich) am 23. Juni mit Artillerie und Granatwerfern beschossen. Auch die Ortschaft Ka (??) Ga Ku im gleichen Bezirk lag am 23. und 24. Juni mehrere Stunden unter Geschützfeuer. Durch die Artilleriegeschosse wurden eine Person getötet und 19 Personen verwundet. Die Bildung eines Militärausschusses unter Leitung des Vorsitzenden des Ministerrats, Kim Ir Sen, hat — wie die Agentur „New China News Agency“ meldet — der ständige Ausschuß der Obersten Volksversammlung beschlossen.“

    Es stellt sich schon die Frage, warum schweigen fast Alle über diese Vorgänge?

  3. Thomas Weger schreibt:

    Erst einmal interessant, dass hier die Demokratische Volksrepublik Korea in Erinnerung gerufen wird. Auf Nordkorea (westlicher semantischer Gebrauch des sozialistischen Teils Koreas) wurden ja bekanntlich mehr Bomben abgeworfen von den Verbrechern aus Washington und London als im gesamten Zweiten Weltkrieg. Vietnam folgte dann als weiteres grausames Versuchslabor mit Orange Agent etc. wie man ja weiß.

    In der Zeit des „Kalten Krieges“ – in den frühen fünfziger Jahren, wurden von heute auf morgen riesige Kartoffelfelder in der noch jungen DDR mit der Plage der Kartoffelkäfer übersät, die US-Amerikanische Flugzeuge abgeworfen hatten. Also – auch so eine heimtückische Art der Kriegsführung gegen den Sozialismus neben den Sabotagen in den Uranminen der DDR. Da gibt es noch einen schönen Film mit Günther Simon und Erwin Geschonneck – Sonnensucher von 1958. Augenzeugen meiner weitläufigen Familie – auch in der DDR – konnten das mit den Kartoffelkäfern damals bestätigen. Ganze Schulklassen wurden abbeordert zur Auflese der Ungeziefer.Ist aber nie in Geschichtsbüchern zur Sprache gekommen.

    ABC-Waffen hatte der Westen immer schon gerne gegen andere Völker eingesetzt. 25 Millionen Menschen oder noch mehr haben die USA seit 1945 auf dem Gewissen. Über Afrika hört man ja selten etwas in den Medien -– Kongo und die Blutdiamanten, Südafrika mit seiner unvollendeten Menschheitsbefreiung etc. Mandela hat zwar die Apartheid beseitigen können – aber nicht die Klassengegensätze. Also – eine Revolution nur auf halbem Wege ist eben keine richtige Revolution. Gutes Beispiel ist die ewige Sozialdemokratie, die sogar der im Westen so sehr geehrte Gorbatschow in den „Siebten Hypokriten-Himmel“ hebt. Na ja – nach der Sache im Donbass ist er wohl doch aufgewacht und erkennt, dass da willige Neofaschisten im Dienste der CIA, der Bilderberger und eben des „Komitees der 300“ am Werkeln sind, um der Russische Föderation wieder einen Schritt näher auf den Pelz zu kommen.

    Margaret Thatcher – die Pinochet-Hure – hat ja bereits schon zu Lebzeiten in einem Anfall größenwahnsinniger Umnachtung gemeint: Russland im Allgemeinen und vor allem Sibirien im Konkreten sind einfach zu groß, um nur einem Staat zu gehören. Mit dem Irak, Afghanistan oder Libyen konnten es diese Halunken aus Washington, London, Paris, Berlin und Tel Aviv ja noch machen wie sie wollten. Mit Putin und dem neuen Russland sollte der Westen aber lieber die Füße still halten und auf Frieden setzen. Schon so mancher Krieg ging da historisch betrachtet in die Hose: Krimkrieg der Briten und Franzosen, Zeit Napoleons, die Ententemächte im Russischen Bürgerkrieg, II. Weltkrieg und viele andere Stellvertreterkriege in der „Dritten Welt“. Abgesehen davon – der jetzige Apartheidstaat Israel ist von der DDR konsequenterweise nie anerkannt worden.

    Das neue Deutschland (BRD) steht ja immer noch an der Seite dieser Rassisten, Chauvinisten und Menschheitsverächter in Tel Aviv und beliefert den zionistischen Judenstaat noch mit kostenlosen Waffengeschenken á la U-Boote etc. Hier macht sich auch der Hehler zum Handlanger und ist genauso Verbrecher wie der Zionist vor Ort. Interessant, dass in Den Haag nur Afrikaner und Serben angeklagt werden. Wo bleiben da nur : Bush, Blair, Cameron, Aznar, Sarkozy, Clinton, Obama, Berlusconi oder gar die Ramstein-Unterstützer und Kommunisten-Hasser“ der NATO-Grünen-Umweltpartei der schleimigen blablabla-Allianz unter Marieluise Beck, Cem Özdemir, dem Ziehvater Josef Fischer und andere NGOs! Kein Volk der Welt wie die Palästinenser stehen seit sieben Jahrzehnten im Dauerkrieg. Auch das sollte mal ein Thema sein für Diskussionen und ehrliche Berichte! Einen Anfang machen auch hier zu Lande viele Leute mit ihrem: Boycott – Israel. Sic und chapó oder Hut ab vor soviel Courage!

    Schon 2003 sagte der damalige hochgebildete irakische Regierungssprecher und im Westen lächerlich gemachte Mohamed Sahid Al-Sahaf, als die NATO-Verbrecher Baghdad bombardierten ohne UNO-Mandat und unter falschen Anschuldigungen gegen Saddam Hussein und den Irak etc. : Die USA und ihre Verbündeten der diabolisch-kapitalistisch-neokolonialistischen Zweckallianz sind der „Bodensatz der verkommenen Menschheit“!

    • Weber Johann schreibt:

      Thomas Weger schreibt: „Ist aber nie in Geschichtsbüchern zur Sprache gekommen.“

      Lieber Herr Weger, warum blenden Sie die Geschichtsbücher in der DDR aus? Ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie dies mit Absicht taten. Leider ist es heute so, dass die Quellen (Bücher, Zeitungsberichte usw.) aus der SBZ und der DDR ignoriert werden. Bestätigen kann ich, dass über dieses menschenverachtende Vorgehen der Amerikaner in hunderten von Berichten in den führende DDR-Zeitungen ausgiebig berichtet wurde. Als Beispiel soll ein Artikel aus der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 9. Juni 1950 dienen:

      Grauenhafte Hintergründe. Amerikanische Eingeständnisse über die Kartoffelkäfer-Abwürfe
       Berlin (EF). Amerikanische Flugzeuge warfen, laut Mitteilung des Amtes für Information, in der Zeit zwischen dem 20. und 25. Mai im Süden und Südwesten unserer Republik große Mengen des Koloradokäfers ab. Mit der erst nach sorgsamer Überprüfung der Einzelheiten erfolgten Bekanntgabe der Tatsachen durch die Regierung der DDR setzte ein wütender Ableugnungsfeldzug der Westpresse ein.

       Jedoch jenseits des ,großen Teiches‘ hatte eine der größten amerikanischen Zeitschriften, das weltbekannte ,Harpers Magazine‘, bereits zugegeben, daß die Vernichtung der Landwirtschaft fremder Länder seit langem eines der wichtigsten Studierobjekte des Generalstabs der USA ist und entsprechende Versuche bereits zur Entwicklung praktischer Methoden zur Zerstörung von Nutzpflanzen geführt haben. Und zur gleichen Stunde wurde durch Indiskretionen der Bericht einer Untersuchungskommission des USA-Hauptquartiers in Deutschland bekannt, in dem die „taktisch unklugen und ungenügenden Vorbereitungen der ganzen Kartoffelkäfer-Aktion und das Nichteinhalten der Planquadrate“ beim Abwurf über dem Gebiet der DDR kritisiert wurde. [..]

      Das Rätsel, warum man Schädlinge nicht mitten in der Republik, sondern in unmittelbarer Nähe der Demarkationslinie abwarf, womit gleichzeitig westdeutsche Gebiete gefährdet wurden, klärte Karl Gass dessen aufsehenerregenden Kommentar im Berliner Rundfunk wir diese Daten entnehmen, dieser Tage auf. […]

      Deutsche Wissenschaftler erfanden ein neues Kartoffelkäfer-Bekämpfungsmittel „E 638“, ein den Panzer der Insekten durchdringendes und bei der leisesten Berührung schon Insekt, Larven und Eier tötendes Fraß- und Berührungsgift. Dieses neue, wohl durch erzwungene Lizenz in dem Besitz großer amerikanischer Chemie-Konzerne übergegangene Präparat wollen die USA in großen Mengen auf den Markt werfen, nachdem sie es in Großversuchen erprobt haben. Und zu diesen Großversuchen wurden ausgerechnet DDR und offensichtlich auch Westdeutschland ausersehen.

      Daß bei Gelingen der Kartoffelkäferaktion nicht nur der Großabsatz von ,E 838′ sicher ist, sondern auch der Absatz amerikanischer Kartoffeln nach den zerstörten westdeutschen Anbaugebieten, ist klar. Aber es geht um noch etwas ganz anderes, wie Karl Gass klarstellt, um die Vorbereitung des bakteriologischen Krieges, um die Prüfung der Fragen: Wie funktionieren die Abwurfgeräte? Wie wirken Wind und Witterung auf das abgeworfene ,Material‘? Mit welcher Zielsicherheit erreicht man die Planquadrate? Wie ist die Wirkung beim ,Feind‘? Inwieweit ist der eigene ,Frontbereich‘ betroffen? Welches sind die Abwehrmöglichkeiten und ihre Erfolge? Die Kriegslustigen von 1950 machen also mitten im Frieden ganze Landschaften in Ost und West unseres Vaterlandes zum Experimentierfeld. Mit welchem Recht wagen es solcher Unmenschlichkeiten Fähige, sich noch Christen zu nennen?“

      • sascha313 schreibt:

        Genauso ist es! … diese Banditen sind zu jedem Verbrechen bereit, wenn es um den Profit und um die Macht des Imperialismus geht

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