Die DDR in Visier der Antikommunisten

ddrEs herrscht nach wie vor kalter Krieg in Europa. Krieg gegen ein Land, das es nun schon seit dreißig Jahren nicht mehr gibt: KRIEG gegen die DDR. Nun müßte man nach all den Jahren eigentlich annehmen, das Thema sei erledigt, und guten Gewissens könnten wir zur Tagesordnung übergehen – zur Gegenwart. Doch weit gefehlt. Das Feindbild steht fest. Und es bietet sich kaum Neues. Die Feinde des Sozialismus stehen allerdings weiterhin trotzig an der Medienfront. Damit wollen wir uns heute einmal auseinandersetzen…

Hier nun ein paar Argumente gegen einen dieser ewiggestrigen Hetzpropagandisten, die seither ungehindert in den westlichen Medien ihre Haßkommentare verbreiten dürfen, um Bundesbürgern, die die DDR nicht erlebt haben und den Nachgeborenen die Köpfe zu vernebeln.

Da schreibt so eine westdeutsche Zeitung:

  • Es sei eine „bittere Teilung“ gewesen, diese Spaltung Deutschlands…

Was war der Grund für die Spaltung Deutschlands? Nach dem Tode Roosevelts im April 1945 wurde Truman amerikanischer Präsident. Unter seiner Präsidentschaft verstärkte sich der Einfluß der aggressiven, offen antisowjetischen Kreise  des Finanzkapitals auf die amerikanische Regierungspolitik. Diese Kräfte waren nicht bereit, die weitere grundlegende Veränderung des Kräfteverhältnisses zugunsten der Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus hinzunehmen. …

spaltungDer erste Schritt zur Spaltung Deutschlands war der Zusammenschluß der amerikanischen und britischen Besatzungszone zur Bi-Zone am 1. Januar 1947. Der Ende Mai 1947 von den USA und Großbritannien berufene Bi-Zonen-Wirtschaftsrat setzte sich aus Vertretern großer Konzerne und Banken zusammen und stellte eine Vorstufe der späteren westdeutsche Separatregierung dar. In London tagte 1948 mehrfach eine Konferenz imperialistischer Staaten. Dort wurde die Bildung eines westdeutschen Staates und seine Zugehörigkeit zum imperialistischen Bündnissystem beschlossen. Mit dem Anschluß des französischen Besatzungsgebietes an die Bi-Zone  im Sommer 1948 entstand – auf dem Wege zum Seoparatstaat – die Tri-Zone. 20. Juni 1946 – separate Währungsreform. 1. September 1948 – Schaffung eines „Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“. 14. August 1949 – Wahlen zum Bundestag. Die Gründung der BRD bedeutete, daß die staatliche Spaltung Deutschlands vollzogen war. Dieser Staat entstand unter Bruch des Potsdamer Abkommens und war das Ergebnis des volksfeindlichen Vorgehens der imperialistischen Westmächte, insbesondere der USA und des deutschen Monopolkapitals.

  • heute fühle sich ein großer Teil der Bevölkerung in den neuen Bundesländern als „Bürger zweiter Klasse“…

Leider ist das nicht nur ein Gefühl. Die DDR hatte sich in den vorangegangenen 40 Jahren als ein souveräner sozialistischer Staat entwickelt, mit einer ordnungsgemäßen Verfassung, mit eigenen Gesetzen und einer auf der Grundlage des Volkseigentums an Produktionsmitteln beruhenden, leistungsstarken Volkswirtschaft. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Leistungen und nicht zuletzt ihrer sportlichen Erfolge war die DDR ein weltweit anerkannter Staat. Sie gehörte zu den 10 stärksten Industrienationen der Welt. Die Annexion der DDR 1990 war nicht nur eine „gefühlte“ Veränderung, sondern die komplette Ausplünderung der DDR-Wirtschaft durch westdeutsche Konzerne mit Hilfe einer eigens dafür gegründeten „Treuhandanstalt“. Innerhalb nur weniger Jahre wurden fast sämtliche DDR-Betriebe liquidiert und die Arbeitslosigkeit nahm rasant zu. Massenhaft verließen DDR-Bürger ihre Heimat – und das geschieht noch immer, bis zum heutigen Tage.


  • Im Westen sei das Klischee vom „Jammer-Ossi“ sehr verbreitet, der trotz oft modernerer Infrastruktur und einem „Lebensstandard, von dem er vor 30 Jahren nur träumen konnte“, unzufrieden sei.

Zunächst muß man sagen, daß die Infrastruktur der DDR einfacher und besser organisiert war als das heute der Fall ist. Es gab eine – im Vergleich zur heutigen BRD – fast unbedeutend zu nennende Bürokratie, ein hervorragendes, kostenloses Bildungssystem, ein staatliches Gesundheits- und Erholungswesen, des jedem Bürger die gleiche Versorgung garantierte, nicht hundert verschiedene, sondern eine Krankenkasse, Kinderferienlager und Betriebskantinen zur Arbeiterversorgung in fast jedem Betrieb, ein einfaches und wirkungsvolles Rechtssystem und schließlich eine extrem niedrige Kriminalitätsrate (wie sie heute wohl nirgends auf der Welt mehr zu finden ist!).

Die niedrigen Lebenshaltungskosten (darunter: geringe Wohnungsmieten u. Transporttarife), die guten Verdienstmöglichkeiten, die auskömmlichen Renten, die hohe Unterstützung und Gleichberechtigung der Frauen in Beruf und Familie sowie die gute Versorgung mit einheimischen Lebensmitteln zu günstigen und stabilen Preisen trugen zu einem hohen Lebensstandard bei. Dabei sollte auch das hervorragend organisierte System der Erfassung und Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen (SERO) nicht vergessen werden. In der DDR gab es nicht einen Bruchteils des Mülls, mit dem heute die Haushalte überschwemmt werden.

Trotz der Ausplünderung der DDR und trotz der Wirtschaftssabotage, die andauerte, bis 1961 die Staatsgrenzen zur BRD gesichert worden waren,  hat es die DDR beispielsweise geschafft, das ehrgeizige Ziel des Wohnungsbauprogramms bis 1990 zu erfüllen, so daß jedem zweiten DDR-Bürger ein angemessener Wohnraum in guter Qualität zur Verfügung gestellt werden konnte. Nach 1990 wurden hunderttausende, damals neuerrichteter Wohneinheiten abgerissen. Ganze Wohnviertel und Schulen wurden zerstört. Das wichtigste für einen hohen Lebensstandard aber war, daß es  in der DDR keine Arbeitslosigkeit gab. Jeder Bürger der DDR hatte das recht auf Arbeit. Armut und Obdachlosigkeit gab es in der DDR nicht. Davon können viele BRD-Bürger heute nur noch träumen!


  • doch es kommt noch schlimmer: Die DDR sei „ein Land ohne jede Hoffnung“ gewesen, das seit dem Amtsantritt Erich Honeckers 1971 kontinuierlich „heruntergewirtschaftet“ worden sei.

Das kann nur jemand behaupten, dem der blinde Haß gegen unser sozalistisches Vaterland Augen und Ohren verschlossen hat. Mit welcher Begeisterung die DDR-Bürger nach der Gründung unseres Staates an den Wiederaufbau gingen, wie sie in gemeinsamer Arbeit, sich gegenseitig unterstützend, die Trümmer wegräumten, wie sie Hand anlegten und ihren eigenen Staat aufbauten, mit welcher Fürsorge und welchem pädagogischen Geschick Kinder erzogen und zu kleinen Persönlichkeiten herangebildet wurden, wie rührend und fürsorglich unser Staat mit seinen Rentnern umging und mit welcher Begeisterung, mit welchem Schwung die Menschen lernten, studierten, ihre Pläne erfüllten, das kann nur derjenige ermessen, der selbst dabeigewesen ist. Nicht aber derjenige, der abseits stand und die Entwicklung der DDR mit Neid und Mißgunst beobachtet hat.

Von „heruntergewirtschaft“ kann also überhaupt keine Rede sein. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten, für die es mehrere Gründe gibt, hatte die DDR bis zuletzt einen ausgeglichenen Haushalt.  Man braucht sich nur die Statistiken anzuschauen, um festzustellen, daß 1989 die Schuldensumme in der BRD pro Kopf der Bevölkerung fast doppelt so hoch war wie in der DDR. Der DDR-Ökonom Siegfried Wenzel zitierte im Jahre 2000 den Chefredakteur der führenden BRD-Zeitung „Wirtschaftswoche“: „Die alte DDR war zumindest in einer Beziehung ein grundsolider Staat: das Staatsvermögen machte ein Mehrfaches der Staatsverschuldung aus.“ (Siegfried Wenzel, Was war die DDR wert? – Verlag Das Neue Berlin, 2000, S.31.)

Daß es aber noch andere Gründe für die Niederlage des Sozialismus in der DDR gegeben haben könnte, kommt dem Autor dieses Artikels freilich nicht in den Sinn. Inzwischen wissen wir sehr genau, daß mit dem XX.Parteitag in der Sowjetunion ein Antikommunist an die Spitze der KPdSU gekommen war. Mit Chruschtschow begann nicht nur der Niedergang des Sozialismus in der UdSSR, sondern fingen auch die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit den anderen sozialistischen Ländern und Parteien und im RGW an. Was Chruschtschow 1953 mit der Ermordung Stalin begonnen hatte, setzte Gorbatschow in dessen Sinne fort, indem er mit der Abschaffung des sozialistischen Weltsystems die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit zum Abschluß brachte – die Restaurierung des Imperialismus und das Wiedererstarken des Faschismus.

  • Die Altstädte in der DDR seien genauso zerfallen, wie die meisten Industrieanlagen. Die Arbeitsproduktivität habe im Schnitt bei 20 Prozent unter der des Westniveaus gelegen…

Das ist auch so ein übles, falsches Klischee. Zu der Altbausubstanz in der DDR muß man wissen, daß die Ausgangslage für den Wohnungsbau sehr schwierig war. Auf dem Territorium der damaligen Sowjetischen Besatzungszone hatten der anglo-amerikanische Bombenterror und die späteren Kämpfe schwere Lücken in die Bausubstanz gerissen. Gab es dort 1939 rund 5 Millionen Wohnungen, so waren davon 1945 1,3 Millionen total zerstört und 800.000 schwer beschädigt. Nur etwa 2,9 Millionen Wohnungen hatten den Krieg unbeschadet überstanden. Bei einem so drastisch verringerten Wohnungsbestand mußten in der SBZ/DDR nicht nur die Einwohner untergebracht werden, es kamen auch noch rund 2,75 Millionen Flüchtlinge und Aussiedler hinzu, die vor der Roten Armee westwärts geflüchtet waren. [1]

Kommt hinzu, daß das Eigentumsrecht an privaten Miethäusern in der DDR nicht aufgehoben worden war – weder für deren Bürger noch für Eigentümer, die ihren Wohnsitz außerhalb der DDR hatten. Die Verwaltung von Häusern, wo die Eigentumsverhältnisse ungeklärt waren, oblag ganz überwiegend kommunalen Wohnungsverwaltungen. Kein Verwalter aber konnte ohne Zustimmung des Eigentümers Baumaßnahmen an einem Haus veranlassen. Daher hatte die DDR weder das Recht noch die Pflicht, Miethäuser, an denen sie keine Eigentumsrechte besaß, zu sanieren. [2] Und gerade deshalb wurde in den 1970er Jahren das größte Wohnungsbauprogramm in der deutschen Geschichte in Angriff genommen. Zwischen 1971 und 1988 verbesserten sich die Wohnbedingungen für jeden zweiten DDR-Bürger grundlegend. Und das zu Mietpreisen, die etwa 4,8-5% des monatlichen Durchschnitteinkommens eines Arbeiters ausmachten.

Und die Betriebe? In allen Bezirkes der DDR gab es unzählige modernste und z.T. sogar weltweit führende Betriebe. E.Collet schreibt: „Die Führung des SED hatte erkannt, daß die wissenschaftlich-technische Revolution eine neue Qualität der Leitung und Planung aller gesellschaftlichen Prozesse erforderte. … Das neue ökonomische System der DDR, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und praktischen Ergebisse waren auch für die anderen sozialistischen Länder von größter Bedeutung. … Geflissentlich wird die Entwickllung der DDR ohne Marshall-Plan, im Gegenteil unter Belastung der Zahlung von Reparationen für ganz Deutschland an die UdSSR, verschwiegen. Tatsache ist jedoch, daß das durchschnittliche Wachstumstempo der Industrieproduktion in den Jahren 1951-1967 in der BRD 6,5-7,0 Prozent betrug, das der DDR 8-9 Prozent. Im Jahrzehnt ab 1971 gelang es, eine doppelt so große industrielle Warenproduktion zu erarbeiten als in den Jahren 1950-1970.

Von den Meinungsführern in der BRD wird behauptet, daß die DDR, weil diese über ihre Verhältnisse gelebt habe, schon in den 70er Jahren bankrott gewesen sei. Bewußt wird gelogen und z.B. verschwiegen, daß die DDR eine Leistungskraft erreicht hatte, die doppelt so hoch war wie die des Deutschen Reiches mit einer viermal größeren Bevölkerung. Die DDR wurde zum fünftstärksten Staat in Europa und zum zehntstärksten in der Welt.“ [2] Nach 1990 wurden die volkseigenen Betriebe der DDR komplett enteignet bzw. „rückübertragen“ und „abgewickelt“. So entstanden riesige Industriebrachen und Millionen Menschen wurden arbeitslos und verließen ihre Heimat, um in Westdeutschland eine Arbeit zu finden.

  • Das Verbot der Zeitschrift „Sputnik“ Ende 1988 durch Erich Honecker habe zu einer bisher nie gekannten Austrittswelle aus der SED geführt.

Ein weiterer – nicht zu unterschätzender – Punkt war die bösartige, antikommunistische Hetze gegen den Sozialismus (vor allem gegen Stalin und Berija!) durch die sowjetischen Medien, insbesondere durch den in der DDR vertriebenen „Sputnik“. Diese Zeitschrift, in ähnlicher Aufmachung wie der US-amerikanische „Reader’s Digest“ mit Kochrezepten, beeindruckenden Landschaftsschilderungen und Schachaufgaben aus der UdSSR war von vielen Lesern abonniert worden und diente gewissermaßen auch als Trojanisches Pferd der von der KPdSU ausgehenden Konterrevolution, wobei es immer hieß: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!“. Unter diesen Umständen war das natürlich pure Demagogie! Fakt ist, daß die sowjetische Zeitschrift „Sputnik“ viel zu spät verboten wurde. Über Parteiaustritte aus der SED liegen keine verläßlichen Angaben vor.

E.Collet schrieb über die ehrlichen DDR-Bürger: „J.W. Stalin, der treue Freund und Förderer der DDR , hatte die Gründung der DDR als einen Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands und Europas gewürdigt. Die ehrlichen Bürger der DDR, die sich nicht nur mit dem sozialistischen Aufbau identifizierten, sondern ihre Fähigkeiten  und Fertigkeiten begeistert und optimistisch für die Ausgestaltung der neuen, der sozialistischen Lebensweise  einsetzten, wollten dieser Wertschätzung J.W. Stalins gerecht werden.“ [4]

Und über Erich Honecker: „Es mag manche berechtigte Kritik an der Tätigkeit von E.Honecker geben, eines steht jedoch hundertprozentig fest, E. Honecker war ein hervorragender Marxist-Leninist. Er hat zu keinem Zeitpunkt Verrat an den Interessen der Arbeiterklasse und ihren natürlichen Verbündeten, am proletarischen Internationalismus und am Marxismus-Leninismus geübt. Er hat dem Marxismus-Leninismus immer die Treue bewahrt. Ein solcher Kommunist war dem Kommunistenfeind und Sozialdemokrat Gorbatschow absolut im Wege.“ [5]

  • Ohne die Sowjetunion sei der erste sozialistische Staat auf deutschem Boden ( im Weserkurier schreibt man das in Anführungszeichen!) nicht lebensfähig gewesen.

Und hier noch einmal E. Collet:
„Die Behauptung, die DDR wäre so marode gewesen, daß sie zusammengebrochen sei, ist eine reine politische Zwecklüge zur Verschleierung der Konterrevolution. Die Fakten beweisen das.

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Das ist Ausdruck der Tatsache, daß die DDR ein sich selbst tragendes, erweitert reproduzierendes Wirtschaftsgebiet mit wachsendem Wohlstand des gesamten Volkes war. Die DDR hatte innerhalb der sozialistischen Staaten das höchste Niveau der sozialistischen Lebensweise und den höchsten Lebensstandard. Das war ein großer Störfaktor für die Zuendeführung der Konterrevolution von oben in der Sowjetunion sowie in anderen sozialistischen Staaten. Die Stabilität der DDR durchkreuzte die Ziele Gorbatschows, deshalb mußte sie destabi­lisiert werden, insbesondere das Vertrauen des Volkes zur SED und zum Staat.

Jeder der heute die Entwicklung des Erdölpreises beobachtet, sieht welche krisenhaften Auswirkungen das auf alle Industriestaaten, einschließ­lich auf die BRD, hat. Unter Beachtung dieser Tatsache wird jeder sachliche Beurteiler begreifen was es für die DDR bedeutete, daß Chruschtschow, entgegen seinem Versprechen gegenüber der DDR, 35 Millionen Tonnen Erdöl zu festen Preisen zu liefern auf insgesamt 17 Millionen reduzierte. Dazu kam, daß anstelle 14 Rubel pro Tonne 172 Rubel gezahlt werden mußten.

Das hat die DDR Wirtschaft verkraftet, sie wurde nicht in eine Krise gestürzt. Dazu kamen noch die Preiserhöhungen bei anderen Rohstoffliefe­rungen aus der UdSSR. In dieser Hinsicht war die Wirtschaft der DDR fast vollständig von den Rohstofflieferungen der UdSSR abhängig. Das mußte das Politbüro der SED sowie der Ministerrat der DDR in ihrer Politik ständig beachten und schränkte ihre Handlungsfreiheit ein. Gorbatschow nutzte dies, um zu seinen Gunsten Druck und Einfluß auf die DDR auszuüben.

Die DDR hatte keinerlei Schulden gegenüber der UdSSR. Im Gegenteil, die Sowjetunion hatte 1990 Zahlungsrückstände gegenüber der DDR in Höhe von 27 Milliarden Valutamark. Die Entwicklung der DDR, ihre Erfolge beim Aufbau des Sozialismus hatte nicht nur ihre Auswirkungen auf Westdeutsch­land und legte der rücksichtslosen Profitmacherei Fesseln an, sie wirkten auch in der Sowjetunion und wurden zugleich immer mehr für die Bevölke­rung der UdSSR zum Prüfstein der Politik Gorbatschows. Deshalb mußte die DDR weg. Sie störte die Konterrevolution vom Westen und vom Osten.

Gorbatschow propagierte offiziell die ,Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten‘ der sozialistischen Staaten. Tatsächlich mischte er sich massiv in die inneren Angelegenheiten der SED und DDR ein. Ende 1988 fand in Berlin eine ZK-Sitzung statt. Diese beschloß eine gründliche Analyse der inneren Lage vorzunehmen und auf ihrer Grundlage den XII. Parteitag der SED im Jahre 1990 einzuberufen. Das konnte und wollte die Gorbatschow­sche Konterrevolution nicht zulassen. Gorbatschow formierte innerhalb der SED seinen Einfluß. Für mich steht außer Zweifel, daß der Prozeß der Zersetzung der Einheit und Geschlossenheit der SED, vor allem durch den KGB, beeinflußt wurde. Eine Schlüsselfunktion dazu hatte der Stellvertreter des MfS Markus Wolf.“ [6]

Diese Angaben sind heute jedermann zugänglich und stellen keine Gerheimbotschaften dar. Das hätte auch der Zeitungsschreiber des Weserkurier nachlesen können. Und somit ist auch seine Behauptung, das Zusammenwachsen beider deutscher Staaten habe „in vielen Bereichen hervorragend geklappt“, eine glatte Lüge. Für die DDR war sie die größte Katastrophe nach ihrer 40jährigen Entwicklung.

quod erat demonstrandum.

Zitate:
[1] vgl. Friedrich-Ebert-Stiftung (1981)
[2]siehe RotFuchs, Nr.202, November 2014, S.13.
{3] E.Collett: Die DDR-Ein sozialistisches Meisterwerk, Ernst-Thälmann-Verlag Heft 86-1, S.36f.
[4] ebd.S.28.
[5] ebd. S.31.[6] ebd. S.28f.
Lies auch:
Kurt Gossweiler „Wider den Revisionismus“ und „Die Taubenfußchronik oder die Chruschtschowiade“

pdfimage Die DDR im Visier der Antikommunisten

Emil Collet: Die DDR ein Meisterwerk

Emil Collet: Vergebliche Schmähung der DDR

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9 Antworten zu Die DDR in Visier der Antikommunisten

  1. Rolf Becker schreibt:

    Das wusste schon Marx: Ein Gespenst geht um in Europa…..danach wurde es die Welt, Indochina, Kuba…..jetzt gibt es neue Gespenster AfD u Gelbwesten……

  2. Dr. Wolfgang Schacht schreibt:

    Über die Werte meiner geistigen Heimat DDR habe ich viel geschrieben. Der Krieg geht weiter!

  3. Dr. Reiner Burkhardt schreibt:

    DDR, das war Stasi, Diktatur, Unrechtsstaat usw. Ich und viele ehemalige DDR-Bürger können das nicht mehr hören. Viele haben ihre Illusionen, die sie 1990 hatten, längst verloren. Sie haben erkannt, dass in der reichen Bundesrepublik nur die reich sind, die zu der oberen Schicht der Bevölkerung gehören, alle anderen werden immer ärmer. Als ich nach der Wende zum Arbeitsamt ging, stufte man mich in die Gruppe der Unqualifizierten ein, obwohl ich mal einen Beruf erlernt hatte, 4 Jahre an der Fliegerschule der NVA studierte, Flugzeugführer mit der Leistungsklasse 1 war, den Abschluss Flugzeugführer- Ingenieur machte, 5 Jahre an einer Militärakademie in Moskau studierte, Dolmetscher für Russisch war, ein postgraduales Studium Psychologie / Pädagogik absolvierte, die Hochschulehrberechtigung besaß und promovierte. Man erklärte mir, dass das in der BRD alles nicht anerkannt wird. Wenn heute ein Ausländer 4 Jahre Schulbildung nachweisen kann, gilt er schon als qualifizierungswürdig und integrationsfähig. Ja, damals begann ein Kampf gegen die DDR-Bürger, die die Möglichkeiten, die die DDR ihren Bürgern anbot, auch nutzten.
    Dr. Reiner Burkhardt

    • sascha313 schreibt:

      Danke Reiner! Mir ging es ähnlich. Die sog. „Selbständigkeit“, mit der man uns lockte („selbst und ständig“ hieß es), aber hat keinen vor der Armut gerettet. Ich kenne zahlreiche hochgebildete Leute, die mit einer Altersrente unter 600 Euro „auskommen“ müssen, die nicht mal als „staatsnah“ beschimpft werden konnten…

  4. Pingback: Über Marx, Jaspers, den Kapitalismus und die DDR | Sascha's Welt

  5. Atomino schreibt:

    Ich finde den durchschimmernden Neid auf den „geringqualifizierten Ausländer“ etwas fragwürdig. Kommunisten sollten internationalistisch denken und nicht in die billige Falle vom bevorzugten Ausländer tappen. Das sind Lohnabhängige wie Du und ich.

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