Ein gefälschtes Zitat…

stalinzitat gefaelschtNun ist es ja keine besondere Neuigkeit, daß vor allem Zitate gerne gefälscht werden. Nicht nur so aus Spaß an der Sache, sondern auch um bedeutende Persönlichkeiten mit dubiosen Sprüchen ins Zwielicht zu setzen. Gerade bei Stalin ist das immer wieder der Fall. Auf die teilweise plumpen Fälschungen des Professors Kossolapow in den Stalinwerken hatten wir ja bereits hingewiesen. Bekannt wurden vor allem auch die Fälschungen im Russischen Staatsarchiv, die Genosse Prof. Iljuchin entlarvte. Dieses nebenstehende Zitat tauchte beispielsweise seit Mitte 2014 plötzlich überall im russischen Internet auf, wurde übersetzt und kursiert nun auch in anderen Sprachen. Eine Quellenangabe gibt es nirgends. Weder in der Zitatensammlung, noch in den Gesammelten Werken Stalins ist es vorhanden. Es ist eine FÄLSCHUNG !!!

„Я всегда думал что демократия – это власть народа, но вот товарищ Рузвельт мне доходчиво объяснил, что демократия – это власть американского народа.“
Цитата появилась в Рунете в середине 2014 года, в сборнике цитат Сталина её нет. Это фейк. http://www.lib.ru/%3E%3C/MEMUARY/STALIN/stalin_cite.txt

Siehe auch:
Gefälschte Zitate
Gefälschte Stalinbände
Albert Norden: Fälscher der Geschichte
Das Kuckucksei
Geschichte: Was ist wahr und was ist falsch?
Geschichtsfälschung beim Russensender „Sputnik“
W.I. Iljuchin: Fälscher im Russischen Staatsarchiv

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7 Antworten zu Ein gefälschtes Zitat…

  1. Eleonore Kraus schreibt:

    Die Klärung und Aufklärung ist unfassbar wichtig in Zeiten, wo sich die Leute, „nen Apel fürn Ei verkaufen lassen.“ Und es wird noch schlimmer werden, denn wir sollen vergessen…………., falsch einordnen, der heldenhaften Geschichte den Rücken kehren und den Herrschenden in den Allerwertesten kriechen.

    Vergessen soll werden, dass wir einen Rückgriff in unserer Geschichte haben mit dem historischen Gedächtnis, dass der Beweis lange erbracht ist: „Sozialismus statt Barberei.“ (Luxemburg) und all die Lügenbolde, die Schwätzer, die Dampfplauderer, die korrupten Sprechblasen, die Schreiberlinge, die Huren, die sich in den Betten der Herrschenden tummeln werden dieses nicht ändern und verändern können, denn der Fortschritt, trotz aller Rückschläge wird sich und wenn, dann nur mit Gewalt, wie uns die Geschichte zeigt, aufhalten lassen können und nur wer gegen den Kapitalismus kämpft, kämpft für den Frieden, was wichtiger, denn je ist.

    Und dass irre ist, dass viele, viel zu viele, die sich „links“ nennen genau diesen Quark befördern der Beliebigkeiten im Denken und Sprechen befördern, in dem sie sich nicht mit aller Konsequenz der eigenen Geschichte verpflichten, sich klar dazu positionieren, sondern eher machen sie den Blödsinn nach mit sprachliche Verdrehung, inhaltliche Lügen, dummen Wortgebilden, die alles und nichts aussagen, sich aber so im Netz zum „linken“ Deppen machen.
    Wer die Klassiker, deren zentrale Aussagen unumstößlich sind und die für sich stehen gelassen werden müssen, aus dem Kontext herausnimmt, daran rum bastelt, sie „moderner“ machen will hat nichts, aber auch gar nichts verstanden.

    Habe wohl ein klein wenig, den Faden verloren, weil mich dieses dumme und dämliche „Sozialismus oder Barberei“ Plakat der „Jungen Welt,“ wenn ich es richtig sehe, immer noch beschäftigt und es nur deutlich macht, wo die Reise, vieler „Linken“ hingeht.

    Bei Sahra und Oskar (Berufsverbote Oskar und Radikalenerlass, 1972 unter Brandt) mit gemacht und politisch vertreten und Sahra, die die „revolutionäre Theorie,“ gegen den dicken, fetten Zigarren rauchenden Ehrhardt mit dem politischen Popanz der „sozialen Marktwirtschaft“ eingetauscht hat und nun beide wohl dem Märchen verfallen sind, dass man den Kapitalismus schön tapezieren kann…… Wagenknecht hat, wie große Teile der „Linken“ die Arbeiterklasse verraten und soll sich schämen bis zum Sankt Nimmerleinstag und schmoren, wo auch immer und all die Schmarotzer und Wegelagerer, die den Honigtopf der Republik belagern und denen aus Eigennutz ein besseres Leben verweigern, weil sie es ich in die eigenen Taschen stecken, bei Wagenknecht ist es das Täschchen im hübschen, maßgeschneiderten, farblich abgestimmten Kostümchen.
    Zum Kotzen!

    • sascha313 schreibt:

      „Socialisme ou Barbarie“ (S. oder B.) nannte sich (nach der berühmten Phrase von R.Luxemburg) eine französische linksradikale Gruppierung unter dem Trotzkisten Cornelius Castoriadis. Sie existierte von 1948 bis 1967, richtete aber viel Schaden an. Unabhängig davon – auch in einer alten russischen Broschüre (1923) von R.L. steht z.B. „реформа или революция“ – „oder“ anders kannte ich es auch nicht.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Natürlich kann es nur „oder“ heißen, denn Rosa Luxemburg stellt die Arbeiterklasse vor eine Handlungsentscheidung, wie ja aus dem Kontext hervorgeht. Wer hat denn eigentlich „statt“ geschrieben?

  2. Eleonore Kraus schreibt:

    Vielen Dank für diese wichtige Information. Man lernt eben nie aus.

  3. Henk Gerrits schreibt:

    Falsch war auch dies hier.Loze versprechungen von Genscher und die Nato. https://gerard1945.wordpress.com/2015/09/30/de-loze-toezegging-van-de-navo/

  4. Ulrich Schliz schreibt:

    Es wäre gut immer gleich die Quelle anzugeben, wenn solch eine Fälschung entdeckt wird. Werk, Band, kapitel, Tema, Seite, Inhalt und tema.etc. Die absolute Demonisierung Stalins war, ist und wird immer sein –das eiserne Herzstück der reaktionären Ideologiematrix des kapitalistischen Sytems. Die muss unter allen Umständen gehalten werden, bei Strafe des völligen Aufdröselns des kapitalistischen Lügengespinstes. Die übliche „Stalin“-Horrorshow, bekommt letztens immer grössere Löcher. Das is neu. Aus diesem Grund tauchen wahrscheinlich diese Fälschungen auf. Man bereitet sich darauf vor, genauer und mit weniger Angst hinterfragt zu wserden. Das war bisher nicht so nötig. Dafür müssen wir uns ebenfalls wappnen.

    • sascha313 schreibt:

      Die Fälscher sind nicht ganz so klug – sie nehmen ein Bild und schreiben irgendetwas wohlklingendes drunter. Und dann muß man raten, wo’s steht. Die Suche nach solchen Äußerungen erstreckt sich dann über mehrere Dutzend (ebenfalls unkonkrete) Links, von denen keiner einen Nachweis enthält.

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