Ist Rußland ein armes Land?

s2Ist Rußland ein armes Land? Das hat zumindest der Chef des Nanotechnologie-Konzerns Rosnano oder – wie es heißt – der „prominente russische Politiker“ Anatoli Tschubais vor kurzem behauptet. Nun muß man wissen, daß Tschubajs einer jener Oligarchen ist, der sich auf Kosten des sowjetischen Volkseigentums und damit auf Kosten des gesamten Volkes maßlos bereichert hat. Er trieb die Privatisierung voran und stürzte damit Millionen Menschen in die Armut. Tschubajs ist einer der größten Gangster der russischen Konterrevolution. „Rußland ist ein armes Land, der Großteil der Bevölkerung lebt arm oder sehr arm“, hatte Tschubais zuvor gesagt.

Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa widersprach ihm. Auf ihrer Facebook hieß es:

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„Das genaue Zitat von Anatoli Tschubajs, das auf der Seite von ,Echo Moskwy‘ veröffentlicht wurde: ,Rußland ist ein armes Land, ein bedeutender Teil der Bevölkerung lebt amrm oder sehr arm.‘ Der Kommentar heißt ,Achten Sie auf die Hände‘.
Etwa auf Ihre, Anatoli Borisowitsch?
1) Rußland ist ein äußerst reiches Land. 2) Warum der Großteil der Bevölkerung „arm oder sehr arm lebt“, danach möchte ich die Person fragen, die Jahrzehnte lang als Regierungsmitglied und Top-Manager in Schlüssel-Bereichen der russischen Wirtschaft und Industrie verantwortlich war.
SDtellvertretend für das Kabinettsmitglied erwarte ich eine Antwort.“

Zuvor hatte Tschubais den russischen Bürgern mangelnde Energieeffizienz vorgeworfen und für eine soziale Stromverbrauch-Obergrenze von 300 Kilowatt pro Familie plädiert. Dabei sollten laut dem Politiker reichere Familien, die mehr Strom verbrauchen, mehr Geld zahlen. Alles schön und gut, doch das ist auch nur die halbe Wahrheit. In wessen Taschen wandert denn heute immer noch der Profit aus russischen Konzernen. Man kann nur hoffen, auch die Russen lassen sich nicht für dumm verkaufen.

So geht Kapitalismus…

Der Gangster Tschubais hatte mit seinen Äußerungen nicht zum ersten Mal für Aufsehen gesorgt. Im vergangenen Dezember hatte er seinen Landsleuten Undankbarkeit gegenüber den Oligarchen vorgeworfen: Diese hätten das Land nämlich wiederaufgebaut.

Diese Sprüche kennen auch wir zur Genüge. Es ist die ewige Lüge von der Wohltätigkeit jener, die nun schon über Jahre und Jahrzehnte das Volk ausplündern. Da werden die Müllgebühren erhöht, die Erhöhungen der Grundlöhne den Menschen über die erhöhten Preise aber wieder aus der Tasche gezogen, da wird wegen angeblicher Arbeitsverweigerung den Ärmsten der Armen die Sozialleistung gekürzt oder mittels undurchschaubarer Berechnungen und extrem aufwendiger Antragstellung überhaupt unmöglich gemacht… und dann spendet so ein Gangster wie Soros Millionen Schulbücher an Rußland. Oder ein westdeutscher Oligarch finanziert mit fünf Millionen Euro in einer deutschen Stadt ein völlig nutzloses Museum …oder eine Kunsthalle mit Pseudokunst, oder ein Theater oder ein Sinfonie-Orchester. Und Konzerne, Staat und Kirche finanzieren großzügig eine Verdummungs- und Lügenindustrie, die kaum noch zu überbieten ist. So geht Kapitalismus!

Ein Gangster als Verwalter des Staatsvermögens

Im November 1991 war Tschubais zum Vorsitzenden des Staatlichen Komitees der Russischen Föderation für die Verwaltung des Staatsvermögens ernannt worden. In dieser Funktion erarbeitete er gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jegor Gaidar ein Privatisierungsprogramm. Im Zuge dieser Privatisierung ging der Großteil des staatlichen Eigentums Rußlands in die Hände privater Personen über, was die Entwicklung der „Unternehmerschaft“ und des „freien Markts“ förderte. Mit anderen Worten gesagt: den Raubtierkapitalismus!

…und ein durch die Chruschtschowistische Mißwirtschaft und die Gorbatschowsche Perestrojka ins Elend getriebenes Volk

Der Antikommunismus der obersten Führung der Sowjetunion trug auch den russischen Gangstern wie Derispaska, Tschubajs, Chodorkowski, Wechselberg u.a. reiche Früchte ein. Die 10 reichsten russischen Volksausplünderer sind:

  1. Usmanow, Alisher – 18,1 Milliarden US-Dollar
  2. Friedmann, Michail – 16,5 Milliarden US-Dollar
  3. Michelson, Leonid – 15,4 Milliarden US-Dollar
  4. Wexelberg, Wiktor – 15,1 Milliarden US-Dollar
  5. Alekperow, Wagit – 14,8 Milliarden US-Dollar
  6. Melnitschenko, Andrej – 14,4 Milliarden US-Dollar
  7. Potanin, Wladimir – 14,3 Milliarden US-DFollar
  8. Lisin, Wladimir – 14,1 Milliardne US-Dollar
  9. Timtschenko, 14,1 Milliarden US-Dollar
  10. Prochorow, Michail 13 Milliarden US-Dollar.

Unter „ferner liefen“ – Mordaschow, Chan, Abramowitsch, Rybolowlew, Machmudow, Deripaska, Galizki, Kusmitschew und Dutzende andere über eine Milliarde US-Dollar. Doch damit ist die Liste nicht beendet. (Siehe: Liste)

Wie es in Rußland aussieht, das braucht man nicht lange zu erklären. Es ist das Erbe der verbrecherischen Konterrevolution seit der Ermordung Stalins:

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13 Millionen Menschen haben kein warmes Wasser

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über 26 Millionen Menschen leben in Holzhäusern

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Werden diese Menschen ihr Schicksal ändern können? – Ich denke: Nein!

Wie eine Befragung des Meinungsforschungsunternehmen WZIOM ergab, hatten im Jahr 1991 43 Prozent der Russen geglaubt, daß die Privatisierung die Verteilung des Geldes im Lande gerechter machen würde. Doch Kritiker der damaligen Wirtschaftsreformen verweisen darauf, daß sich das Kapital stattdessen in den Händen einzelner Unternehmer konzentrierte und sich die Spaltung der Gesellschaft vertiefte. – Ach was heißt geglaubt! Was hatten „die Deutschen“ denn 1989 geglaubt? Die Würfel waren gefallen, und die Oligarchen und Monopolkapitalisten haben entschieden, was zu tun sei.

Erst wenn das Volk unter kluger Führung dieses bourgeoise Gesindel davonjagt und die politische, militärische und ökonomische Macht ergreift, sich vor äußerer Einmischung zu schützen versteht, erst dann wird es sich auch von der Last der kapitalistischen Gewaltherrschaft befreien können, wie das 1917 schon einmal der Fall war…

Quellen: sputniknews/wikipedia

Dieser Beitrag wurde unter Arbeiterklasse, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu Ist Rußland ein armes Land?

  1. Henk Gerrits schreibt:

    Fast unglaublich.was fur eine schande fur Putin & Co

  2. roprin schreibt:

    Rußland ist ein imperialistischer Staat wie die anderen westeuropäischen Länder auch. Es gelten dieselben objektiven Gesetze. Also: es geht in diesem System nicht um das Wohl des Volkes, es geht nicht um internationale Zusammenarbeit.
    Im Moment geht es voerrangig um die Neuaufteilung der Welt.

  3. Eleonore Kraus schreibt:

    Rußland und ihr Präsident sind aus meiner Sicht die Garanten für den Frieden in der Welt und mag er noch so brüchig sein. Differenzierung ist immer gut. Putins Eltern haben gegen den Faschismus gekämpft und es ist ein Spagat der Tradition, der Geschichte und den berechtigten Interessen der russischen Völker gerecht zu werden. Der Dreck und der Mist, den die Schnapsdrossel Jelzin, der üble Säufer, und der Antikommunist Gorbatschow angerichtet haben, wird wieder Jahrzehnte brauchen, um den Wohlstand für die Völker zu befördern und nicht zuletzt, sind es die, die sich die Taschen, wo auch immer und überall voll stopfen, denen es an den Kragen gehen muss.

    Ich wünsche Präsident Putin und seinem weltweit anerkannten Außenminister Lawrow alles was nötig ist, den Frieden weiterhin zu sichern und Geschick,der friedlichen Tradition Rußlands weiterhin gerecht zu werden, obwohl es eine Gratwanderung immer wieder sein wird und die hier veröffentlichten Zahlen zeigen deutlich, wer die Knete hat, die die Völker Rußlands dringend brauchen, weil sie ihnen gehört und die Oligarchen haben es geklaut und man sollte es ihnen wieder weg nehmen.

    Und ja, Rußland ist ein kapitalistisches Land, nicht hochentwickelt, wie beispielsweise Deutschland, die USA und Israel, weil in einer anderen Geschwindigkeit und weit weniger aggressiv, aus genannten Gründen. Rußland muss sich zu verteidigen. Und dazu stehe ich voll und ganz, und es bleibt auch in Rußland die Systemfrage bestehen. Ich halte es daher für wenig zielführend, sämtliche Probleme Putin an die Backe zu nageln. Die wahren Verbrecher haben die Namen, die man im Artikel nach lesen kann.

    • sascha313 schreibt:

      Völlig richtig. Ich denke auch, und am Beispiel von China ist zu sehen, daß nur ein nach außen starkes Land, das zudem über eine kluge Führung verfügt, sich wirklich befreien kann.

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Henk, Putin ist der Vertreter und Beschützer der Verbrecher, die das Volkseigentum gestohlen haben. Er ist selbst Oligarch. Man kann nicht erwarten, dass er gegen seine eigenen Überzeugungen handelt und sich selbst enteignet.
    Natürlich, international spielt Russland unter Putin immer noch die progressivste Rolle, jeder sieht, dass Russland vom Westen als Buhmann hingestellt wird und dass ein Krieg der NATO gegen Russland vorbereitet wird, um das Land auszuplündern. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das Putin ein Land auf dem Wege zum Imperialismus regiert. Noch ist Russland kein imperialistisches Land, der russsische Kapitalismus hat die Entwicklung des Westens zum Imperialismus noch vor sich. Ich habe Putin immer im Zwielicht gesehen: einerseits außenpolitisch und andererseits innenpolitisch. Sicher, Putin hat im Land erst einmal eine gewisse Ordnung hergestellt, aber es ist die Ordnung des Kapitalismus. Und glaub mir, kein Oligarch schämt sich für die Lebensverhältnisse heute in Russland, wie sie die Bilder zeigen.

  5. Rolf Becker schreibt:

    Schwarz-weiss sehen, bringt nichts- wir sind Freunde Russlands….

    • sascha313 schreibt:

      Richtig! Aber um genau zu sein: …des russischen Volkes. Und wir lieben dieses Land – würde ich sagen.

      Aber heute kann es nicht mehr heißen: Von diesem Land lernen – „…heißt siegen lernen.“ – wie man früher sagte. Das war schon nach 1953 falsch! (Siehe: Die Sowjetunion und wir)

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Rolf Becker, ich kann nicht sagen, dass ich eine uneingeschränkte Freundin des heutigen Russland bin. Was die Außenpolitik angeht – ja, und ich halte auch Lawrow für einen sehr integren und klugen Außenminister, Putins Glücksfall. Nun ist das aber auch eine Sache der Information, es gibt zuwenig objektive Information direkt aus Russland. Aber was ich gelesen habe über die innerrussischen sozialpolitischen Zustände, ist nicht gerade erfreulich. Sascha hat in diesem Blog ein paar Artikel zu den heutigen Lebensverhältnissen in Russland veröffentlicht, die glaubhaft sind, zumal sie von Marxisten-Leninisten stammen. Ich sehe dabei nichts schwarzweiß, sondern sehr differenziert, und es hat auch keinen Sinn, die Zustände in Russland nun über den grünen Klee zu loben. Und was Putin angeht, so sollte man nicht vergessen, dass er in der DDR in Dresden war, Dresden mit Modrow und Co. Und was ich an öffentlichen Äußerungen von ihm zum Beispiel zu Lenin gelesen habe, das zeigt mir, dass sich der Sohn von Antifaschisten zum Antikommunisten gewandelt hat.

      • sascha313 schreibt:

        Wer des Russischen mächtig ist, der findet auf russischen Webseiten, Blogs und in sozialen Netzwerken viel. Es gibt viel Kluges, Ehrliches, Geschichtsbewußtes, leider aber auch viel dummes und gesellschaftsneutrales Zeugs (wenn man mal Backrezepte, Strickmuster, Gesundheits- u. Verhaltens-hinweise sowie Esoterik dazuzählt). Auch die Religion ist im Aufwind. Nicht zuletzt hat Putin selbst dazu beigetragen. Sein Ehrgeiz hat ihn opportunistisch werden lassen.

      • Eleonore Kraus schreibt:

        Hallo Hanna, niemand lobt hier „über den grünen Klee und ich denke, dass jeder, der hier was schreibt, vorher sich mit Sicherheit informiert hat. Ich sehe nichts, was die Zustände im Land nicht klar benennt und keine realistische Einschätzung des heutigen Rußland zeigt. Ich bleibe ich bei meiner Bewertung.

  6. Also diese 200 Kapitalisten in Russland haben gemäß der Liste ein Diebesgut von 380,4 Mrd. US$ angehäuft. Putin taucht da gar nicht auf. Ich denke mal, er hat noch einmal die gleiche Summe.

    Schlimm genug!!!, aber im Vergleich mit den sieben reichsten Kardinälen in Deutschland, doch eher kleine Fische; denn diese haben ein Diebesgut von mindestens 3.000 Milliarden US$ zusammengeraubt und jährlich kommen vom deutschen Steuerzahler weitere 50 bis 70 Milliarden US$ (das kann jedoch nur grob geschätzt werden, weil die ja keine Bilianzen veröffentlichen müssen) hinzu!!!

    • sascha313 schreibt:

      …ganz zu schweigen von den „Global Players“, den weltweit agierenden Monopolkapitalisten, die in allen Ländern absahnen, wo sie den Fuß in der Türe haben. Das Diebesgut wird verplempert in Luxus (einerseits) und in gezielter Manipulierung und Hochrüstung (andererseits). Beides letzteres trägt seinen Teil dazu bei, die Volksmassen in Unwissenheit und Resignation, in Gläubigkeit und Untertanengeist zu halten.

      Keines davon wird auf die Dauer verhindern können, daß der Schleier eines Tages nicht doch reißt und das betrogene Volk aufsteht (und zwar auch ohne maßgeschneiderte gelbe Hemdchen vor dem Reichtstag…)

      Fragst sich nur, wie Proletariat und Kommunisten wieder zueinander finden – und das müssen sie!

      • Und nicht zu vergessen: Die BRD-Regierung – 16 Menschen – erhält “als Kredit“ (?) pro Jahr 300 Milliarden Euro (360 Mrd. US$). Was die BRD-Regierung damit macht, habe ich bisher nicht herausfinden können; wie dieses Geld unter den 16 Leuten aufgeteilt wird, auch noch nicht; und ob dieser “Kredit“ (?) zurückgezahlt wird und von wem — vermutlich durch Tricks vom Steuerzahler — ist mir auch weiterhin ein Rätsel. Nur eines steht fest: Rechenschaft brauchen sie weder dem “Parlament“ noch dem Volk gegenüber abzulegen.

        Bekannt ist mir jedoch, wer dieses Geld zur Verfügung stellt, also ausgibt = in Umlauf bringt: Das Bankensyndikat des Papstes namens BIZ/BIS* in Basel, der größten und mächtigsten PRIVAT-BANK in der Welt, die es an die privaten “Zentralbanken“ aller kapitalistisch beherrschten Länder – gegen Zins versteht sich – ausleiht.

        * Ein Zusammenschluß von privaten Banken (*a) – u.a. der Reichsbank (*b) (*c) von 1876, die wiederum eine von Einzelpersonen aus Klerus und Adel, Großindustrieellen und Groß-Händlern (Magnaten, heute Oligarchen genannt), Kirchen und Orden gegründete Aktiengesellschaft ist, die offiziell als Nationalbank oder nationale Zentralbank bezeichnet wird.

        Die Reichsbank heißt heute Bundesbank, was sie dem Namen nach auch ist: Denn sie ist die private Bank des Bundes (*a) — einem Militärbündnis von 26 deutschen Ländern, das 1871 offiziell gegründet wurde — der den NAMEN ‚Deutsches Reich‘ führte!

        (*a) siehe HP der BIZ
        (*b) Wirtschaftslexikon. gabler. de/definition/reichsbank-43311
        (*c) Verfassung des Deutschen Reiches von 1871

  7. Pingback: Altersarmut in der BRD – ein Merkmal kapitalistischer Menschenverachtung | Sascha's Welt

  8. Thomaswes schreibt:

    Приветик всем, я тут новенький „352“

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