Die Sowjetunion und der Krieg (1941-45)

grvkrieg

Es werden heute immer mehr verwirrende Erklärungen, aber auch ganz offenkundige Lügen über den 2.Weltkrieg verbreitet offenkundig allerdings nur für denjenigen, der sich in der Geschichte auskennt , der Rest ist dummes Geschwätz. Man merkt das an den zahllosen Videoclips, Kommentaren und Meinungsäußerungen, in denen nicht nur aus Ahnungslosigkeit, sondern auch in voller Absicht geschichtsrevisionistische Fälschungen verbreitet werden. Und dabei ist fehlende Geschichtskenntnis durchaus gewollt, denn sie dient der herrschenden Kapitalistenklasse, ihre Machtstrukturen zu verschleiern. Ein dummes Volk läßt sich eben auch einfacher regieren. Das Salzburger Tagblatt brachte am 17. Juni 1948 eine Zusammenstellung über die Bilanz des 2. Weltkriegs heraus, die sehr deutlich werden läßt, wer an diesem Krieg am Ende profitiert hat und wer den größten Schaden erlitt. (Karte: Große Sowjetenzyklopädie)

tagblatt

Weshalb verfolgt die Sowjetunion heute eine so zähe, kompromißlose Politik zur Sicherung des Friedens, zur Sicherung ihres Landes und Wiederaufbaues? Weshalb kämpft sie gegen die Wiederbelebung faschistischer Ideologien, gegen die Kriegstreiber, wo immer sie stehen? Weshalb tritt sie für das Lebens- und Ent­scheidungsrecht der arbeitenden, friedliebenden Menschen aller Nationen ein?

Die Antwort ist einfach: Kein Volk der Welt weiß besser, was Krieg bedeutet. Das Sowjet­volk trug die Hauptlast des Krieges. Wenige Zahlen bezeugen dies eindringlicher als es Worte vermögen.

1. Menschenverluste (ohne Zivilisten)

a) der Alliierten:

Sowjetunion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.500.000
(fast vier % der Bevölkerung)
übrige Alliierte (ohne China)  . . . . . . 1.000.000
davon USA . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . .  396.637
(einschl. der Vermißten; gefallen: . . . 176.432)
Großbritannien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 336.772

b) der Deutschen:

insgesamt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  . . . . 3.300.000
davon
durch die Sowjetarmee . . . . . . . . . . . .  3.020.000  (90 % )
durch die übrigen Alliierten . . . . . . . . . . 280.000
Auf jeden gefallenen allierten Soldaten kommen 8 Russen.
Auf jeden gefallenen Amerikaner kommen 20 Russen.
Die Sowjetunion hat 20 Millionen Kriegs­waisen.
10 Millionen Zivilisten fanden den Tod.

2. Kriegsschäden

a) Kriegsschäden der Sowjetunion:

Die Deutschen besetzten 1.554.000 km² sowjetisches Gebiet (rund 18½mal die Fläche Österreichs). Davon fielen 38 Millionen Menschen in die Hände der Deutschen.

Das besetzte Sowjetland enthielt 45 % des gesamten Weizens der UdSSR, 41 % des Roggens, 90 % der Zuckerrüben, 40 % der Eisenbahnen, 60 % des Eisens, 46 % des Stahls, 75 % der Kohle, 70 % des Mangans und 30 % des Aluminiums.

Es wurden zerstört: 1.710 Städte, 70.000 Dörfer, 6.000.000 Häuser, 31.850 Industrie- ­und Landwirtschaftsunternehmen, 65.000 km Eisenbahnen usw. 26.000.000 Sowjetbürger verloren ihr Heim.

b) Kriegsschäden der USA:  keine.

3. Kriegsleistungen

kriegsleistungen

4. Kriegskosten

Der Krieg kostete die Sowjetunion 485 Mil­liarden Dollar (als Vergleichsmaßstab nennen wir das Gesamtjahreseinkommen des Volkes der USA: 167 Milliarden Dollar).

5. Kriegsgewinne

a) UdSSR: keine.
b) USA: 52 Milliarden Dollar.

Diese Summe ist lediglich nach dem ver­steuerten Reingewinn aller amerikanischen Erwerbsunternehmen (nach Abzug der Steuern) in den Jahren 1940 bis 1945 er­rechnet. In den fünf Jahren vor dem Krieg ergab dieselbe Rechnung einen Betrag von 15,3 Millarden Dollar.

Was lehren diese Zahlen? Sie lehren die un­erhörte Kraft und Opferbereitschaft einer zur sozialistischen Einheit verbundenen Völkergemeinschaft. Sie lehren das Sicherheitsbedürfnis des Sowjetvolkes bei seinem gigantischen Wiederaufbau verstehen. Und sie zeigen, wo heute die Gefahr eines Wirtschaftsimperialis­mus zwecks Aufrechterhaltung der Überproduktionsgewinne liegt.

(Aus der neuen Doppelnummer der „Brücke“ erhältlich bei allen Kolporteuren.)


Quelle: Salzburger Tagblatt vom Donnerstag, den 17. Juni 1948

salzburger tagblatt

DOWNLOAD:  Salzburger Tagblatt: Die Bilanz des Krieges


In der sowjetischen Besatzungszone trugen die Kommunisten und die antifaschistischen Widerstandskämpfer energisch dazu bei, die Wahrheit über den Krieg und über die Sowjetunion zu verbreiten und den nazistischen Ungeist aus den Köpfen zu vertreiben. Im Anhang finden Sie eine Broschüre, wie und worüber die KPD die Menschen aufklärte:

pdfimage Vortragsdisposition Nr.20


Siehe auch:

Okkupanten der UdSSR

(entnommen dem Lehrbuch Geschichte, Klasse 9, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin (DDR), S.205.)

 

 

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17 Antworten zu Die Sowjetunion und der Krieg (1941-45)

    • sascha313 schreibt:

      ??? fraglich… hier kann jeder schreiben, was er will.

    • R.R. schreibt:

      Beachte: Die sogenannten sozialen Medien stehen im Dienst des Staates. Was die verbreiten ist auf deutsch gesagt: Lügenpropaganda.
      Jeder der auf FB & Co versucht die Wahrheit zu schreiben, wird sofort als Verschwörungstheoretiker denunziert, also als unglaubwürdig hingestellt und gemobbt ohne Ende.
      Mit freundlich friedfertigen Grüßen 😉

  1. Die Angaben zu den Verlusten an Menschen — vor allem der Sowjetbürger (aber auch der Menschen, die damals in Deutschland lebten) — wurden – aus welchen Gründen auch immer – kleiner veröffentlicht, als sie es waren!

  2. R.R. schreibt:

    Suffkopp Juncker bezeichnete den 1. WK als einen Bruderkrieg. Und es gibt jede Menge Videos in den assozialen Medien die beweisen angeblich daß Hitler keine Schuld hat am 2. WK.
    Und bis heute will uns die westliche Propaganda klarmachen, daß es es religiöse Gründe gibt für Kriege und Beanspruchung palästinensischer Hoheitsgebiete.

    Viele Grüße!

    PS: http://rolfrost.de/kreuznach.html
    Die Zweckbestimmung von „Mein Kampf“

  3. Weber Johann schreibt:

    Sascha, danke für diese wichtige Bilanz des Krieges. Ich möchte zum Punkt 4. „Kriegskosten“ einige Anmerkungen machen, jedoch sehr vereinfacht.
    Unter Punkt 4 sind die Kriegskosten aufgeführt, die der Sowjetunion durch den verbrecherischen Vernichtungskrieg der Nazi-Deutschen entstanden sind. Der Krieg kostete die Sowjetunion 485 Milliarden Dollar (damaliger Umrechnungskurs Dollar/DM war 1 Dollar 4 DM.) Der Krieg kostete die Sowjetunion 1 Billion und 940 Milliarden DM. Stand 1945.

    Wichtig ist zu wissen, dass das Alt-BRD Volkseinkommen im Jahre 1949 etwa 43,5 Milliarden DM, oder ca. 11 Milliarden Dollar betrug. Um die materiellen Schäden zu begleichen, die Nazi-Deutschland den Menschen in der Sowjetunion zugefügt hatte, wären für die Alt-BRD Bevölkerung 44 Jahre nötig gewesen (beachte: das gesamte Volkseinkommen, effektiv wäre es länger gewesen, weil die Alt-BRD Bevölkerung sonst verhungert wäre).

    Diese enorme Summe wäre als Reparationszahlung den Deutschen bei einem Friedensvertrag auf die Tisch gelegt worden. Bei Kenntnis dieser Sachlage, ist die Aussage von Franz Josef Strauß, die er in seinem Buch „Die Erinnerungen“ machte, von entscheidender Bedeutung. Warum? Weil die Ablehnung eines Friedensvertrags von Adenauer und Franz Josef Strauß die Ursache ist, dass es eine 40-jährige DDR-Geschichte gibt.

    Kein Friedensvertrag, keine Wiedervereinigung. Hier die wichtige Aussage:
    „Bei allen Beratungen über den Deutschlandvertrag war von vornherein klar, daß dies kein Friedensvertrag sein konnte und durfte. Ein Friedensvertrag hätte nur von einer gleichberechtigt am Verhandlungstisch sitzenden gesamtdeutschen Regierung geschlossen werden können. Hinzu kam eine weitere wichtige Überlegung, die ich persönlich schon in den Gesprächen mit Josef Müller unmittelbar nach dem Krieg entwickelt hatte und die auch Konrad Adenauer nicht aus dem Auge verlor. Wenn wir einen Friedensvertrag schließen, dann verlangt man von uns Reparationen.

    Da wir aber nicht bereit und nicht in der Lage sind, Reparationen zu zahlen, wollen wir auch keinen Friedensvertrag.

    Die höhere und die niedere Mathematik der Politik trafen hier zusammen – das Offenhalten der deutschen Frage und das Vermeiden gigantischer Reparationszahlungen.

    Sicherlich stand im Vordergrund die Überzeugung, daß ein Friedensvertrag nur mit dem ganzen Deutschland geschlossen werden könnte. Aber das handfeste Argument, daß mit dem Beginn von Friedensverhandlungen das Gespenst der Reparationen auftauchen mußte, wog ebenfalls schwer.

    Angesichts dessen, was durch deutsche Kriegs­handlungen und deutsche Kriegspolitik an Schäden entstanden war, hätten Reparationen den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik um Jahre zurückgeworfen, ja unmöglich gemacht.“

    Oft verschwiegen, die große Leistung der Menschen in der SBZ und der DDR, die sie aufbrachten um Wiedergutmachung zu leisten. Das 17 Millionen Volk zahlte an die Sowjetunion bis 1953 über 99 Milliarden DM oder 25 Milliarden Dollar an Reparationszahlungen an die Sowjetunion. Die Alt-BRD zahlte ganze 2,1 Milliarden DM oder 500 Millionen Dollar bis 1953 an die Sowjetunion.

    Wie sähe die Rechnung heute aus, käme es zu einem Friedensvertrag?
    Wenn ich nur den Betrag von 485 Milliarden Dollar verzehnfache, es wäre die unglaublich Summe von 4 Billionen 850 Milliarden Dollar, die offen sind.
    Deshalb werden die Verantwortlichen in der BRD einen Friedensvertrag solange verhindern, bis eine Situation eingetreten ist, wo die BRD oder Deutschland einen Friedensvertrag diktieren kann.

    • sascha313 schreibt:

      Danke! … und das zuletzt genannte wird hoffentlich nie geschehen!

    • R.R. schreibt:

      Zur Ergänzung:
      Die BIZ,(BIS) Bank für internationalen Zahlungsaugleich ist, nach offizieller Darstellung, angeblich für die Abwicklung von Reparationszahlungen zuständig. In Wirklichkeit jedoch sorgt sie dafür, daß die Gelder genau andersherum fließen.
      Und wen verwundert es, daß diese BIZ in einer Zeit gegründet wurde, als Deutschland fleißig dabei war den 2. Weltkrieg vorzubereiten, mit freundlicher Unterstützung des US Amerikanischen Finanzkapitals:
      1. Weltkrieg, Dawesplan, Youngplan, BIZ, 2. Weltkrieg, Profit: Das war der Plan!
      Beste Grüße.

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