Konterrevolutionärer Putschversuch in Venezuela

guano presidente

„Isch bin Präsident!“

Es ist eine dreiste Amtsanmaßung dieses jungen Mannes, der sich in Venezuela selbst zu Präsidenten ernannte. Noch am gleichen Tage twitterte der allseits für seine dümmlichen Provokationen bekannte Weltgendarm seine Unterstützung und prompt folgte ihm ein ganzer Chor seiner Kumpane und Vasallen, die ebenfalls ihre Zustimmung erklärten. Auch die für solche Fälle bekannte deutsche Adenauer-Stiftung förderte die Putschisten.

Die Nachrichtenagentur German Foreign Policy schreibt: „Die Bundesregierung unterstützt den venezolanischen Umstürzler Juan Guaidó und fordert wenige Tage nach der Amtseinführung von Präsident Nicolás Maduro Neuwahlen in Venezuela. Guaidó hatte erklärt, Maduro nicht anzuerkennen, und sich am Mittwoch selbst zum Präsidenten ausgerufen. Führende deutsche Außenpolitiker vor allem aus der CDU drängen Berlin, noch einen Schritt weiterzugehen und Guaidó als Präsidenten anzuerkennen. Dies haben die Vereinigten Staaten und eine Reihe rechtsgerichteter Regierungen Lateinamerikas, darunter die vom Militär kontrollierte Regierung Brasiliens, bereits getan.“

Und sie teilt weiter mit: „Vorfeldorganisationen der deutschen Außenpolitik, zum Teil auch die Bundesregierung selbst haben in der Vergangenheit regelmäßig die den alten, wohlhabenden venezolanischen Eliten entstammende Opposition in dem Land unterstützt. Vor allem die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) hat dabei auch Organisationen gefördert, die an Putschversuchen beteiligt waren. Deren Vertreter fanden sich mehrere Male zu politischen Gesprächen im Auswärtigen Amt und im Bundeskanzleramt ein.“

Quelle: German Foreign Policy

Wer ist nun dieser Juan Guaidó?

Bis vor wenigen Tagen kannten nur wenige seinen Namen. Der 35-jährige USA-Student und Absolvent einer katholischen Universität hatte sich am 23. Januar 2019 kurzerhand selbst zum Präsidenten Venezuelas ernannt, nachdem die venezolanischen Behörden einige der Hauptfiguren der reaktionären Partei „Voluntad Popular“ („Volkswille“) verhaftet hatten. Doch lange zuvor schon hatte Guaidó sich mit Unterstützung des Weißen Hauses der USA und reicher Oligarchen Venezuelas, der venezolanischen Kompradoren-Bourgeoisie, auf diesen Akt vorbereitet. Und es war auch ganz bestimmt kein Zufall, daß gerade er am 5. Januar zum Anführer der venezolanischen Opposition ernannt worden war.

Werdegang einees Spitzbuben

Guaidó wurde am 28. Juli 1983 in der venezolanischen Stadt La Guaira geboren. Er wuchs in einer bürgerlichen Umgebung auf. Sein Vater war Pilot, die Mutter Lehrerin. 2007 beendete er sein Studium an der Katholischen Universität Caracas als Industrietechniker. Danach absolvierte er an der George-Washington-Universität in den USA eine Magister-Ausbildung auf dem Gebiet staatlichen Verwaltung. Schon während seines Studiums beteiligte er sich an den Studentenunruhen. 2009 wurde Guaidó Mitglied der „links“zentristischen Partei „Voluntad Popular“.

Seine Komplizen

Einer seiner Unterstützer in der Partei war der Anführer der Opposition, der ehemalige Bürgermeister von Caracas, Leopoldo López. Zusammen mit ihm trat er gegen die Regierung von Hugo Cháves und später gegen Nicolás Maduro auf. Wegen regierungsfeindlicher Aktivitäten wurde López 2015 verhaftet, später aber unter Hausarrest gestellt. Einer seiner Komplizen suchte in der chilenischen Botschaft Unterschlupf, ein weiterer flüchtete in die USA.  Von 2010 bis 2015 war Guaidó als Vertreter eines Abgeordneten in der Nationalversammlung Venezuelas, 2015 wurde er in der Region Varga selbst zum Abgeordneten gewählt. Wen würde es wundern, wenn da nicht enge Verbindungen zu den USA-Geheimdiensten bestünden?

Seine Karriere

Im Parlament warf Guaidó der Präsidialadministration Maduros Korruption vor, in seinen Reden fordert er „freie Wahlen“ und einen „friedlichen Übergang“ zur Macht. In Anlehnung an den US-amerikanischen Kriegsnobelpreisträger Obama nannte Guaidó seine Wahllosung „Sí, se puede“ („Yes, we can“). 2018 wurde  zum Führer des venezolanischen Oppositionsbündnisses „Runder Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD), und ab 5. Januar dieses Jahres zum Parlamentspräsidenten Venezuelas ernannt. Am 13. Januar 2019 wurde Guaidó während einer Kundgebung unweit der Stadt La Guaira verhaftet, doch bald darauf wieder freigelassen. Am 23. Januar erklärte er sich für die Dauer einer provisorischen Regierung zum Präsidenten Venezuelas. Maduro erklärte seinerseits, er sei der verfassungsmäßige Präsident, und nannte den Vorsitzenden des oppositionellen Parlaments eine „US-Marionette“.

…und natürlich ist Venezuela kein sozialistisches Land.

Siehe auch:

Venezuela im Klassenkampf

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11 Antworten zu Konterrevolutionärer Putschversuch in Venezuela

  1. R.R. schreibt:

    Vielen Dank für dieses Thema!
    Mich wundert es daß die German Foreign Policy überhaupt so schreibt, wer sind die eigentlich?
    Viele Grüße.

  2. R.R. schreibt:

    Noch ein paar Gedanken,
    angesichts dieser Entwicklung drängt sich mir der Verleich mit der Weimarer Republik regelrecht auf insbesondere hinsichtlich des Werdegangs dieser und jener Spitzbuben. Es sind dieselben Verbrecher die dahinterstecken und es sind dieselben Methoden die sie anwenden, vom Terror bis zur Propaganda. ARD und ZDF tun ja schon seit längerem alles dafür, dem Bundesbürger glaubhaft zu machen, daß die Zustände in Venezuela unter Maduro so schrecklich sind, daß Millionen Venezulaner ihr Land verlassen wollen. In Wirklichkeit stiftet der Westen dort Unruhe und die das Land verlassen sind Betrüger die den Reichtum, sprich: venezolanisches Kapital außer Landes schaffen und damit natürlich in anderen Schurkenstaaten wie z.B. in EU-Spanien herzlich willkommen sind. Das alles bricht mit internationalem Völkerrecht und dem Souveränitätsprinzip. Natürlich hat auch Venezuela das Recht auf Selbstbestimmung und niemand das Recht sich in die wirtschaftlich-soziale Entwicklung Venezuelas einzumischen. Und natürlich ist die UNO mal wieder abwesend wenn es um Menschenrecht und Völkerrecht geht.

    Schöne Grüße wenigstens.

  3. Weber Johann schreibt:

    Um aktuelle „Vorgänge“ bewerten zu können, hilft ob ein Blick zurück. Im „Neuen Deutschland“ vom 8. Januar 1960 stand ein „ND“-Interview mit Genossen Elloy Torres, Mitglied des Politbüros des ZK der Kommunistischen Partei über die Situation in Venezuela.

    „Dieser Tage weilte der Genosse Elloy Torres, Mitglied des Politbüros des ZK der Kommunistischen Partei Venezuelas, für kurze Zeit in der DDR. In einem Gespräch mit unserem P.L.-Redaktionsmitglied beantwortete Genosse Torres, der Abgeordneter des venezolanischen Parlaments und 2. Sekretär des Einheitlichen Venezolanischen Gewerkschaftsbundes ist, einige Fragen über die Situation in Venezuela.
     Frage: Es sind jetzt fast zwei Jahre vergangen, seit der Diktator Perez Jimenez durch das venezolanische Volk vertrieben wurde. Wie schätzen die demokratischen Kräfte in Venezuela die gegenwärtige Lage ein?
    […] Mit einem Wort: Das Volk ist unzufrieden mit der Regierungspolitik. Es ist verärgert, weil die Regierung zuwenig gegen die Arbeitslosigkeit und gegen das – Steigen der Lebenshaltungskosten unternimmt. Es ist nicht einverstanden damit, daß das Land weiterhin von den ausländischen Monopolen ausgebeutet wird. Es beobachtet voller Sorge, wie sich die wirtschaftliche Situation von Tag zu Tag verschlechtert.
    Frage: Welchen weg schlägt die Kommunistische Partei vor, um die Demokratie in Venezuela weiterzuentwickeln? […]
    – Die Agrarreform muß endlich begonnen werden, die Bauern müssen Boden erhalten, und die beherrschenden Positionen der Großgrundbesitzer müssen zerstört werden.
    – Die Regierung muß endlich den Plan verwirklichen, ein staatliches Erdölunternehmen und eine staatliche Tankflotte zu schaffen. Außerdem sollten die übermäßigen Rechte der ausländischen Monopole im Bergbau beseitigt werden.
    – Das Heer und der Staatsapparat müssen gründlich von Putschisten, Verschwörern und Reaktionären gereinigt werden.
    – Es müssen dringend Maßnahmen zur Senkung der Lebenshaltungskosten getroffen werden. Außerdem müssen die demokratischen Rechte des Volkes erweitert werden.
    – Venezuela muß sowohl Handels- als auch diplomatische Beziehungen mit allen Ländern der Welt herstellen, die dies wünschen. Die Beziehungen zu den USA müssen von der Gleichberechtigung beider Staaten ausgehen.
    Frage: Wie wird es weitergehen?
    Antwort: [..]  Wenn es nicht gelingt, die venezolanischen Werktätigen auf der Grundlage des fortschrittlichen Programms zu einen und mitzureißen, so besteht die Gefahr, daß die schwankenden Elemente in der Regierung sich durchsetzen. Darauf aber warten gerade die einheimischen und ausländischen Reaktionäre. Entfernt sich die Regierung durch ihre Politik weiter von den Massen, so ist es für die Reaktionäre nicht mehr schwer, sie vollends zu isolieren, einzukreisen und zu schwächen. Eine Regierung auf schwachen Füßen aber wäre für die Reaktionäre der Anlaßt einen neuen Staatsstreich durchzuführen. Die reaktionären Elemente in Venezuela arbeiten auf den Staatsstreich hin. Und die Gefahr eines Staatsstreiches ist durchaus real, weil die volksfeindlichen Kräfte im Staatsapparat und in der Armee noch starke Positionen besitzen. Wenn nicht eine breite Volksfront zustande kommt, die die Regierung auf die Linie des Volkes zwingt, kann die Lage sehr ernst werden. […]“

    • sascha313 schreibt:

      Sehr interessant. Offenbar hatte nicht nur Chavéz, sondern hat auch Maduro verträumte Vorstellungen von einer Demokratie. Anstatt einen radikal antikapitalistischen Weg einzuschlagen, versucht er, sich mit der Kompradoren-Bourgeoisie zu einigen. Das wird nicht gelingen!

    • R.R. schreibt:

      Danke Johann!!
      Das Interview bringt es ja auf den Punkt, das Hauptbroblem ist die Ausbeutung durch ausländische Monopole und die Vormachtstellung der Großgrundbesitzer in der Landwirtschaft.
      Das Grüne Ungeheuer, Geschichte wiederholt sich!

      MfG

  4. Pingback: Steve Brown gaat zich in navolging van de Venezolaanse ‘CIA Puppet- Guaidó’ uitroepen tot Premier van Nederland en eist aftreden en vervolging Rutte&Co – Volksnieuws uit Amsterdam-Noir

  5. Es ist der vergebliche Versuch einen „Kompromiss“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu finden. Daran wird auch „DIE LINKE“ scheitern!

  6. R.R. schreibt:

    Die Kriegsvorbereitungen der USA, unterstützt von der BRD Propaganda, gegen Venezuela sind im vollen Gange! U.a. haben die USA 5.000 Soldaten nach Kolumbien, einem Nachbarland Venezuelas befohlen. MfG

  7. Pingback: Solidarität mit Maduro! Nein zur Invasion der USA in Venzuela! | Sascha's Welt

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