Die Blockade von Leningrad – еines der eklatantesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht

leningrad-blockadeLeningrad, am 12. Dezember 1941: „Nach außen hin darf ich den Mut nicht sinken lassen. Sonst wäre Schluß. Schluß nicht nur für mich (mein Ende tritt vielleicht bereits in… na, eine Zeit kann ich nicht angeben – jeden Moment ein), sondern auch für Mutter und Irina. Tina wird in der Fremde Tränen vergießen, an unser gemeinsames vergangenes Leben denken, dies und das bedauern, in einem halben Jahr jedoch wieder dieselbe sein. Ein halbes Jahr wird vergehen, ein Jahr, der Krieg wird zu Ende gehen, und in unserer Stadt wird wieder das glückliche Leben von früher anbrechen. Unsere Leichen werden verwesen, die Knochen zu Staub zerfallen, Leningrad aber wird ewig am Ufer der Newa stehen, stolz und für den Feind uneinnehmbar.

Wieviel Menschen jeden Tag in Leningrad sterben! Wieviel verhungern! Jetzt erst weiß ich, was eine vom Feind belagerte Stadt ist. Der Hunger bringt allem Lebendigen den Tod. Nur wer ihn am eigenen Leib gespürt hat, kann ihn verstehen. Wer ihn nicht kennt, kann ihn sich unmöglich vorstellen.“ [1]

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Der geplante deutsche Massenmord

„Der beabsichtigte Verzicht auf eine Einnahme der Stadt durch die deutschen Truppen, mit dem Ziel, die Leningrader Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen, war eines der eklatantesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht während des Krieges gegen die Sowjetunion.“ [3]

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20. Februar 1942: Frunsenski Bezirk — 987 Leichen, Swerdlowsker Bezirk — 749 Leichen, Wassileostrowski Bezirk — 870 Leichen, Kujbyschewski Bezirk — 680 Leichen. Petrograder… Wyborger… Insgesamt wurden an diesem Tag 10.043 tote Leningrader auf dem Friedhof gebracht. Doch das Leben in Leningrad ging weiter – trotz Hunger, bitterster Kälte und Tod.

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Quelle der Bilder: Infourok


Am 9. August 1942 wurde im Konzertsaal der Leningrader Philharmonie unter Leitung von K.I. Eliasberg die 7. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch aufgeführt:

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«Седьмая симфония,— писал Алексей Толстой,— возникла из совести русского народа, принявшего без колебания бой с черными си­лами. Написанная в Ленинграде, она выросла до раз­меров большого мирового искусства, понятного на всех широтах и меридианах, потому что она рассказывает правду о человеке в небывалую годину его бедствий и испытаний».
„Die siebente Sinfonie“, — schrieb Aleksej Tolstoj, — „ist das Gewissen des russischen Volkes, nachdem es ohne Zögern dem Kampf gegen die schwarzen Mächte aufgenommen hatte. Geschrieben in Leningrad, wurde sie einem bedeutenden Weltkunstwerk, das in allen Teilen der Welt verstanden wurde, weil es die Wahrheit berichtet über jene unerträglichen Tage der Not und der Prüfungen.“

…872 Tage

[1] Adamowitsch/Granin, Das Blockadebuch, Verlag Volk und Welt, Berlin, 1984, S.244f.
[2] BI-Universal-Lexikon (5 Bde.). VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1985, Bd.3, S.295.
[3] Hamburger Institut für Sozialforschung: Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944, Ausstellungskatalog der korrigierten Fassung der Wehrmachtsausstellung, Hamburger Edition 2002, ISBN 3-930908-74-3, S.308.


Zeitungsausschnitt aus dem „Neuen Deutschland“ vom 28.10.1951:

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Siehe auch: Die Sowjetunion und der Krieg

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10 Antworten zu Die Blockade von Leningrad – еines der eklatantesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht

  1. Rolf Becker schreibt:

    wenn v. d. Leyen mit Natohilfe u im Geiste der Waffen SS jetzt Russland wieder angreift wird ALLES besser – – auch für uns !!

  2. R.R. schreibt:

    Hallo!
    Daß die Westpropaganda auf den 27.1. einen anderen Gedenktag gelegt hat ist natürlich auch kein Zufall. Damit versucht man penetrant dem Bundesbürger klarzumachen, daß Krieg und Barbarei religiöse Gründe haben und Deutschland ein antisemitisches Problem.
    Vielleicht ist es Euch ja schonmal aufgefallen, daß in Berichten über andere Länder, wie Weltspiegel und Auslandsjournal stets Glaube und Religion in den Vordergrund gespielt werden und zwar ganz geschickt und so, daß der Zuschauer selbst daran glaubt. So bekriegen sich Kopten und Christen eben weil das schon immer so war und die Ausrottung des palästinensischen Volkes wird durch den Glaube legitimiert.

    Ja, den 27.1. sollten wir feiern! Als einen Meilenstein im Kampf gegen Völkermord und Barbarei unter der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetrepubliken!

    MfG

  3. „Германское издание Süddeutsche Zeitung опубликовало статью, в которой было подвергнуто жесткой критике празднование очередной годовщины
    снятия Ленинградской блокады. Автор материала — журналистка Зильке Бигальке .“

    Эта гаденькая статейка не была случайностью или результатом плохой осведомленности бедной немецкой журналистки. Это последовательная
    работа по вытравливанию СССР из мозгов и сердец западных бюргеров как победителя и освободителя во Второй мировой войне. Мир должен забыть историю. И эта работа весьма успешна: Большинство молодых людей на вопрос, кто освободил Европу от фашизма, отвечает: союзники (имея в виду США и Великобританию). А советские люди – жалкие жертвы, страдавшие больше от сталинизма, чем от фашизма. Страшная и постыдная тенденция! И мне страшно и стыдно за сегодняшную Германию!

    Вольфганг Шахт

  4. Die deutsche Ausgabe der Süddeutschen Zeitung hat einen Artikel veröffentlicht, in dem die Feier des Jahrestages der Aufhebung der Leningrader Blockade einer scharfen Kritik unterzogen wurde. Autorin dieses Materials ist die Journalistin Silke Bigalke.

    Dieses abscheuliche Geschmier war kein Zufall oder das Resultat einer schlchet informierten armen deutschen Journalistin. Es ist die konsequente Absicht, die UdSSR als Sieger und Befreier im Zweiten Weltkrieg aus den Hirnen und Herzen der westliche Bürger herauszuätzen. Die Welt soll dieGeschichte vergessen. Und diese Drecksarbeit tut das sehr erfolgreich: Die meisten jungen Leute, die fragen: „Wer hat Europa vom Faschismus befreit“ bekommen zur Antwort: Die Alliierten (gemeint sind die USA und Großbritannien). Doch das sowjetische Volk sind die traurigen Opfer, die mehr unter dem Stalinismus gelitten haben, als unter dem Faschismus. Eine schreckliche und beschämende Entwicklung! Und ich bin empört und beschämt über das heutige Deutschland!

  5. Pingback: Deutscher Völkermord in Leningrad | Sascha's Welt

  6. Thomas Weger schreibt:

    Heute ist der 1. Mai 2020, kein Mensch demonstriert oder darf auf die Straße wegen der verlogenen Bill Gates-Pandemie und wieder ist unerträglicher Geschichtsrevisionismus auf allen deutschen öffentlichen Fernsehkanälen zu sehen. Goebbels schreit einmal mehr aus der verkommenen Fernsehröhre. Leningrad wurde doch „ungewollt“ von den deutschen Nazihorden belagert. Bedauerlicherweise und aus „nur“ strategischen Gründen kamen auch Menschen (ist der Russe wirklich ein Mensch?) in 900 Tagen ums Leben.

    Ja – und dann ist da noch das elende Verbrechen Stalins, der ja beabsichtigterweise die Stadt nicht aufgeben wollte und somit eine bewiesene Mitschuld (oder doch eher die alleinige Schuld!) am Elend von Leningrad trägt wie immer, wenn es um den alten Diktator und „Menschheitsverächter“ geht. Bla, bla,bla…wieder einmal so viel dröge Scheiße und reaktionärer Schwachsinn wird hier über die Köpfe der Deutschen ausgekotzt. Ich frage mich wirklich, warum all diese bundesdeutschen Regimeverehrer ständig zu Worte kommen müssen.

    Was soll der Mensch in den Schulen, den Universitäten und dem normalen Leben eingeimpft bekommen? Den Krieg machte ja nur Hitler – das kann man schon noch akzeptieren als westlicher Humanwissenschaftler, der bei Kant stehengeblieben ist, alle anderen waren ja nur Mitläufer oder später geläuterte Demokraten unter Adenauer – diese heuchlerische NATO-Filzlaus.

    Ни шагу назад! 28. Juli 1942 № 227 – Stalin war es dann doch, der damit 27 Millionen Sowjetbürger in den erzwungenen Tod schickte. Stalin, Stalin, Stalin dieser elende Verräter am eigenen Volk wie schon beim Holodomor 1931 in der Ukraine und Südrussland oder den Toten von Katyn, d.h. Pilsudski-Polen, die ja doch keine Faschisten waren und als edle Demokraten eher mit den Deutschen gegen die Sowjetunion marschiert wären! Auch hierbei hat schon Goebbels bis heute ganze Arbeit in der Geschichtsaufklärung geleistet! Hingegen Stalin hat nun mal den Deutschen den nicht gewollten Präventivkrieg aufgezwungen. Stalin, Stalin, Stalin und sein Bolschewismus gegen Imperialismus, Kolonialismus und unsere schöne alte Welt der Klassenunterschiede, wie es nun mal von Gott so gewollt war und ist. Noch heute trauern wir dem preußischen Junkerland in Pommern, Schlesien und in Masuren etc. nach! Am deutschen Wesen soll die Welt genesen (oder doch eher verwesen?).

    Sobald jemand das Maul aufmacht, gegen Stalin im Konkreten und die Sowjetunion im Allgemeinen grölt und seinen rachitischen Atem ausströmt, merkt man gleich, ob er etwas von der geo-politischen Historie begriffen hat – einmal ganz zu schweigen vom dialektischen Materialismus. Man muss nicht immer geistiger Entwicklungshelfer sein für diese vielen verblendeten Kleingeister, aber sich auch nicht jeden Müll gefallen lassen. Abgesehen davon gibt es dennoch viele denkende Zeitgenossen, die wenigstens im Internet die richtige Analyse aufstellen und zu Wort kommen In diesem Sinne sollten uns auch heute wieder die alten Meister ein Vorbild bleiben: Marx, Engels, Lenin, Stalin etc.!

  7. Pingback: Petersburg erinnert an Beginn der Stadtblockade durch faschistisch-deutsche Wehrmacht vor 80 Jahren | Sascha's Welt

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