Morddrohungen der USA gegen Präsident Nicolás Maduro – Quo vadis, Venezuela?

maduro

Venezuelan president Nicolas Maduro, photo by Hugoshi/CC

Um die Regierung des vom Volk gewählten Präsidenten Venezuela Nicolás Maduro mit Gewalt zu stürzen, wendet die internationale Monopolbourgeoisie verschiedene Methoden an: 1. Etablierung einer USA-hörigen Putschistenbande, 2. Mordversuche an Präsident Maduro, 3. Sperrung der in Großbritannien deponierten Goldvorräte Venezuelas, 4. Entsendung bewaffneter Diversanten, 5. Freigabe der Staatskonten Venezuelas für die Putschisten, 6. Sanktionen und Ultimaten gegen Venezuela, 7. Aufhetzung von Teilen der Bevölkerung gegen die Regierung.

Einige Gedanken zur Lage in Venezuela

Die unvollendete bolivarische Revolution

Das grundlegende Problem in Venezuela bleibt der Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft und des Investmentsektors, die Plünderung des Ölreichtums Venezuelas durch die Kapitalisten und die noch vorhandene alte Bürokratie. Der schwache und parasitäre venezolanische Kapitalismus kann den Volksmassen keine menschenwürdige Perspektive bieten. Die internationale Bourgeoisie stellt nun die Lähmung der venezolanischen Wirtschaft als das Ergebnis eines gescheiterten „sozialistischen Experiments“ hin.

Grundlegende Fehler und Versäumnisse

Die Wirklichkeit ist aber, daß die sogenannte „Bolivarische Revolution“ (eine antikapitalistische Umwälzung) nicht zu Ende geführt wurde. Chavez hatte zwar einige progressive Reformen durchgeführt, die den Lebensstandard des Volkes erhöhten. Aber die entscheidenden Maßnahmen, die notwendig gewesen wären, um Kapitalismus zu stürzen: die Nationalisierung der Banken, die Enteignung der Großgrundbesitzer und Großkonzerne sowie die Zerschlagung der kapitalistischen Bürokratie, des Staates und seiner Gesetzgebung, wurden versäumt.

Gibt es eine Alternative?

Die konterrevolutionäre Opposition hatte versucht, die katastrophale Wirtschaftslage* und die soziale Unzufriedenheit auszunutzen, indem sie eine sogenannte ‚Breite Front‘ startete. Bisher hatten die Putschisten damit jedoch nur wenig Erfolg, und ihre Basis blieb passiv und demoralisiert. Die einzige Alternative wäre ein konsequentes antikapitalistisches Programm, bei dem die Arbeiterklasse unter Führung ihrer Avantgarde den Kapitalisten und Bürokraten die wirtschaftliche und politische Macht ein für allemal entreißt und sie in die eigenen Hände nimmt. Doch dazu bedarf es der Führung durch eine starke und einheitliche marxistisch-leninistische (d.h. eine bolschewistische!) Partei. Und die gibt es nicht.

*die „katastrophale Wirtschaftslage“ ist nicht etwa vom Himmel gefallen oder ein „Ergebnis sozialistischer Mißwirtschaft“, sondern das Resultat von kapitalistischer Konkurrenz, Erpressung, Steuerhinterziehung und politischer und ökonomischer Diversion, ausgelöst durch die eigene Bourgeoisie und imperialistische Handelspartner.

Sind Wahlen eine Lösung?

Bei den Präsidentschaftswahlen wurde Maduro mit einer hohen Enthaltungsrate über 50 % und einer Unterstützung von weniger als 30 % der Wählerschaft wiedergewählt, wobei eine Fälschung der Wahlergebnisse nicht ausgeschlossen ist. Der Imperialismus und seine venezolanischen Marionetten weigerten sich, dieses Ergebnis anzuerkennen, doch alle Anrufe, auf den Straßen zu protestieren, wurden ein Mißerfolg. Die venezolanische Bürokratie indessen versuchte, das Ergebnis als großen Sieg zu feiern, was aber ein durchsichtiges Manöver blieb. Mit den neuen Maßnahmen der Regierung, darunter einer Abwertung der Währung; verschärfte sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Viele Venezolaner verließen das Land und wanderten in die Nachbarländer aus. Dieser Exodus führte nun aber auch in Brasilien und Kolumbien zu großen Problemen.


Drohnenattacke gegen Nicolás  Maduro

Was tun? – Eine klare Antwort:

Der Antistalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller Kommunisten

(auch wenn der verlinkte Text ein wenig lang ist – er ist für das Verständnis aber unbedingt notwendig!)

Siehe auch: Exklusivinterview mit N. Maduro durch sputniknews!

Dieser Beitrag wurde unter Arbeiterklasse, Internationale Solidarität, Kapitalistische Wirklichkeit, Marxismus-Leninismus, Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Morddrohungen der USA gegen Präsident Nicolás Maduro – Quo vadis, Venezuela?

  1. kleinfruchti schreibt:

    Ich möchte mich einfach so mal bedanken, bei sascha’s Welt und bei den Menschen dir hier Kommentare schreiben. Ich habe vor ein paar Jahre das Lesen für mich entdeckt, leider viel zu spät. (Ein lesender Arbeiter) vielen Dank für eure Arbeit.

    • Eleonore Kraus schreibt:

      Es ist niemals zu spät !
      Ganz herzliche Grüße und immer am Ball bleiben, Eleonore

      • So IST das LEBEN:
        Es gibt kein “ZUSPÄT“!!!

        Leider “begleitet“ der TOD
        der DIALEKTISCHE Widerspruch ‚unser‘ Leben

        und dies überhaupt erfassen zu können, ist “rätselhafter“ als die geometrische und mathemathische Erkenntnis der “Neger“, die in Afrika vor tausenden von Jahren die Pyramide von Gizeh erbauten

        und “erkannten“,

        dass π – Φ² auf ein Quadrat angewendet … in dem ein Innen- und ein Außenkreis gezirkelt wird … und deren Umfang (Kreis Außen) minus Umfang (Kreis Innen) “ganz sonderbaree Weise“ die Zahl c – also die Konstante der Lichtgeschwindigkeit von 299.792, … ERGIBT!!!

    • sascha313 schreibt:

      Der „Linken“-Abgeordnete Stefan Liebich, Mitglied der Atlantik-Brücke, eines Lobby-Vereins, der die dauerhafte Bindung der Bundesrepublik Deutschland an die USA sichern soll, begrüßt den Kolonialkoffizier aus den USA… Daran kann man sehen, daß diese Partei indirekt die Konterrevolution in Venezuela unterstützt.

  2. Atomino schreibt:

    @Jauhuchanam : was ist an dem Widerspruch von Leben und Tod denn so rätselhaft ? Stichwort „Bewegungsformen der Materie“ . Ohne diesen Widerspruch keine Bewegung. Und ohne den Tod kein Leben. Das hat sich unser Universum eben so ausgedacht und damit müssen wir jetzt leben 🙂
    Das mit dem Pi-Phi-Code kann ich jetzt nicht so nachvollziehen, dazu ist es schon bissl spät. Wenn es tatsächlich stimmt, halte ich es eher für einen Zufall. Wobei die Naturkonstanten eigentlich einen guten, wenn nicht den besten Orientierungshelfer bieten.

    Polytechnische Grüße, elagtric

    • dialektischer Widerspruch schrieb ich.

      Es ist natürlich albern “Ohne Tod kein Leben“ zu formulieren und selbstverständlich “hat sich das Universum gar nichts ausgedacht“, da es kein Wesen – wie etwa der Mensch – ist, das denken kann; ja! es kann das Denken nicht einmal erlernen.

      π – Φ² ist kein Code, sondern eine Formel, die zum Bau der Großen Pyramide in Gizeh zur Bestimmung der Seite a angewendet wurde, und zwar bewusst angewendet wurde und damit keinen Zufall sondern Planung darstellt. Es mag höchstens sein, dass diese Formel “zufällig“ “entdeckt“ wurde, aber das halte ich nun wiederum für sehr spekulativ.

    • Pjotr Beutling schreibt:

      Das Universum könnte am Baum der Erkenntnis wachsen. Von daher wird nicht das Erste, das Einzige oder das Letzte seiner Art sein.

  3. einseinsnull schreibt:

    wie oben richtig festgestellt wird, handelt es sich bei der regierungspartei von venezuela nicht um eine bolschewistische partei, das land hat – neben ein paar festpreisen für grundnahrungsmittel und dem ein oder anderen staatsbetrieb – eine weitesgehend „normale“ kapitalistische wirtschaft, mcdonalds und vodaphone an jeder ecke.

    auch die „versorgungskrise“, die hauptsächlich durch diebesbanden und vor allem durch eine hyperinflation verursacht wird, ist ein symtom des kapitalismus – weil diebesbanden und hyperinflation eben symptome des kapitalismus sind.

    dennoch muss man jede halbwegs funktionierende demokratie, selbst dann, wenn sie sich nicht „links“ oder „sozialistisch“ nennt, stets gegen den US imperialismus verteidigen.

    ob es nicht auch eine wachsende opposition gegen maduro gäbe _ohne einmischung von außen ist eine rein hypothetische frage, denn wir wissen, dass es diese einmischung gibt.

    und nur ohne diese interessen von außen wäre es leicht möglich, dass die kontrahenten eine lösung finden. dass der selbsternannte interimspräsident der sozialdemokraten versucht, die armee zu spalten, was auch seine eigenen basis sehr kritisch sieht (!), ist hierfür schon beweis genug.

    wir demonstrieren in frankfurt am samstag vorm US konsulat. und irgendeine „linkspartei“ brauchen wir dabei genauso wenig wie schlechtes wetter.

  4. Pingback: Solidarität mit Maduro! Nein zur Invasion der USA in Venzuela! | Sascha's Welt

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