Lateinamerika und die reaktionäre Rolle der USA

RäuberVon 1957 bis 1962 brachen die Kolonialimperien Frankreichs, Großbritanniens und Belgiens in Afrika bis auf einige Reste zusammen. 23 afrikanische Staaten wurden unabhängig. Der Schwerpunkt des antikolonialen Kampfes lag jetzt in Afrika, das auch nach dem zweiten Weltkrieg noch als der ,,stille Kontinent“ gegolten hatte. Versuche des Imperialismus, den Zusammenbruch der Kolonialreiche mit Gewalt, Krieg und Aggressionen zu verhindern, scheiterten.

Mit dem Zerfall des imperialistischen Kolonialsystems und dem Entstehen von mehr als 70 unabhängigen Staaten in Afrika und Asien bis an die Schwelle zu den 1960er Jahren hatte die nationale Befreiungsbewegung historische Siege errungen. Auf dem amerikanischen Kontinent stürzten in Kuba die national-revolutionären Kräfte die Batista-Diktatur. Sie öffneten damit der sozialistischen Entwicklung auch in dieser Weltregion die Tür. Die sozialistischen Länder gaben den jungen Nationalstaaten und der nationalen Befreiungsbewegung Rückhalt in ihren antiimperialistischen Bestrebungen.

Der „Hinterhof der USA“ rebelliert

Lateinamerika1In Mittel- und Südamerika lag eine Spezifik der nationalrevolutionären Bewegung darin, daß die meisten Staaten schon im 19. Jahrhundert die Kolonialherrschaft Spaniens und Portugals abgeworfen hatten, sich aber unter dem politischen und ökonomischen Einfluß ausländischer (namentlich US-amerikanischer) Monopolgruppen befanden. Die Entwicklung des Kapitalismus in diesen Ländern war weiter als in Asien und Afrika gediehen. Es gab ausgeprägte Klassengegensätze zwischen Kapital und Arbeit, aber auch zwischen der nationalen Bourgeoisie und dem Auslandskapital.

Guatemala

Die heftigste Auseinandersetzung mit dem USA-Imperialismus entbrannte 1952 bis 1954 in Guatemala, wo demokratische Kräfte die Wahlen gewonnen hatten. Die Regierung des Präsidenten Oberst Arbenz begann eine Bodenreform, durch die auch zwei Drittel des Besitzes der United Fruit Company in Guatemala – gegen Entschädigung – enteignet wurden. Dagegen protestierten die USA, bezichtigten nach Zurückweisung ihres Einspruchs Arbenz des „Kommunismus“, mit dem er nicht das geringste zu tun hatte, und organisierten eine Intervention. Die United Fruit Company stellte in Nikaragua und Honduras Söldnertruppen auf, die in Guatemala einfielen. Arbenz rief gegen den Widerstand des Offizierskorps zur Volksbewaffnung auf, wurde aber im Jahre 1954 gestürzt und ging ins Exil.

Kuba – Revolution „vor der Haustür der USA“

Die Zucker-Insel Kuba war ein besonders lukratives Ausbeutungsobjekt nordamerikanischer Monopole und zugleich ein luxuriöser Urlaubs- bzw. Erholungsort der Yankees. Hier bestand, wie in vielen Ländern Lateinamerikas, ein diktatorisches Regime, das General Batista im Jahre 1952 durch einen Staatsstreich errichtet hatte. Gegen die Batista-Diktatur formierte sich eine breite Opposition, in deren Reihen der junge Rechtsanwalt Dr. Fidel Castro Ruz hervortrat. Zur ersten bewaffneten Aktion kam es am 26. Juli 1953, als 156 Studenten unter Fidel Castros Führung die „Moncada“, die Kaserne von Santiago, angriffen. Sie scheiterten; die meisten Rebellen fielen, die übrigen wurden gefangengenommen. Doch sie gaben den Kampf nicht auf.

Revolution Kuba

Der revolutionäre Befreiungskampf in Kuba

1954 amnestiert, scharte Castro in Mexiko eine Gruppe von Patrioten um sich, die im Dezember 1956 mit der Jacht ,,Granma“ an der Küste der kubanischen Provinz Oriente landete. Durch Verrat bei der Landung fast vernichtet, überlebten nur 12 von 82 Revolutionären. 11 von ihnen entkamen in die Berge der Sierra Maestra und begannen einen Partisanenkampf, unter ihnen Fidel und Raul Castro und Ernesto (Che) Guevara. Sie gewannen die Sympathie und Unterstützung der Landarbeiter und Bauern. Ihre Partisanenarmee zählte 1957 schon mehr als 1.000 Kämpfer, gegen die Batista im folgenden Jahr mehr als 10.000 Soldaten aufbot. Doch auch sie konnten die Diktatur nicht erhalten. Am 4. Januar 1959 marschierte die Revolutionsarmee in die Hauptstadt Havanna ein. Damit vollendete sich der Sieg der national-revolutionären Kräfte Kubas über die Batista-Diktatur.

Nach dem Sieg der Revolution

CastroMitte Februar 1959 wurde Fidel Castro Ministerpräsident. Unter seiner Leitung setzte die revolutionäre Regierung eine Reihe von Maßnahmen durch, wie die Ausweisung der USA-Militärmission, die Schaffung von Militärtribunalen zur Aburteilung verbrecherischer Armee- und Polizeioffiziere Batistas und die Nationalisierung ausländischen Eigentums. Geschaffen wurden revolutionäre Staatsorgane wie das Nationale Institut für Bodenreform und das Institut für Erdöl. All das entsprach auch den Hoffnungen fortschrittlicher Bewegungen in anderen Ländern Lateinamerikas, die ihre Solidaritätsaktionen unter die Losung stellten: ,,Kuba ist nicht Guatemala!“ Der revolutionäre Prozeß schritt weiter voran. Ende 1960 waren die Grundaufgaben einer antiimperialistischen, nationaldemokratischen Revolution erfüllt. Rasende Wut packte die Imperialisten. Anfang 1961 brachen die USA ihre Beziehungen zum revolutionären Kuba ab. Mit einer totalen Blockade wollten die USA-Imperialisten die „Insel der Hoffnung“ in die Knie zwingen.

Siehe auch Kurt Gossweiler: Chruschtschow und die Kubakrise


Nationale Befreiungsbewegung in Lateinamerika

Seit 1958 war es gelungen, eine Anzahl Diktatoren zu stürzen. Außer Kuba blieben aber alle Staaten ökonomisch und politisch vom ausländischen Imperialismus, vor allem von den USA, abhängig. Wirkliche Unabhängigkeit erforderte den Auf- beziehungsweise Ausbau nationaler Industrien, die Verstaatlichung des Besitzes von Auslandsmonopolen sowie Bodenreformen. In diesem Ringen spielte die bürgerliche Reformpolitik nationaler, zum Teil demokratischer Gruppierungen der einheimischen Bourgeoisie eine bestimmende Rolle. Sie stand unter dem Druck der revolutionären Bewegung der bäuerlich-kleinbürgerlichen und proletarischen Kräfte sowie der Intelligenz.

Das Neokolonialismusprogramm der USA

AuslandskapitalUm weitere revolutionäre Umwälzungen zu verhindern, verkündete Präsident Kennedy 1961 als neues Lateinamerika-Programm der USA die sogenannte „Allianz für den Fortschritt“: Zehn Jahre lang sollten jährlich zwei Milliarden Dollar in den Subkontinent fließen, um dessen ökonomische Entwicklung zu beschleunigen, die Armut zurückzudrängen und sozialen Konfliktstoff zu entschärfen. Aber diese neokolonialistische Einflußnahme verfehlte ihren Zweck. Während der ersten vier Jahre des Programms hielt die wirtschaftliche Zuwachsrate kaum mit der Bevölkerungszunahme Schritt. Es gelang nicht, die bestehenden Regimes zu stabilisieren. Die revolutionäre Bewegung wuchs weiter an. Mitte des Jahrzehnts war die „Fortschrittsallianz“, auch ihre außenpolitische Funktion gegen die kubanische Revolution, gescheitert.

Die Tragik der Dominikanischen Republik

Die tragischen Ereignisse in der Dominikanischen Republik entlarvten die tatsächlichen Absichten des „Yankee“-lmperialismus: Nachdem die Dominikanische Republik drei Jahrzehnte lang von der blutigen Trujillo-Diktatur beherrscht worden war, hatte die Kennedy-Administration 1961 deren Sturz gefördert. Ende 1962 war – erstmals im 20. Jahrhundert – ein dominikanischer Staatschef auf gesetzlichem Wege gewählt worden – der linksbürgerliche Politiker Juan Bosch, den eine Generalsjunta kurz vor der Ermordung Kennedys entmachtete.

USA-Invasion in der Dominikanischen Republik

Als im Frühjahr 1965 ein spontaner Volksaufstand in Santo Domingo den verfassungsmäßigen Präsidenten aus dem Exil heimrief und die Rückkehr des Landes zu bürgerlich-demokratischen Verhältnissen vorbereitete, intervenierten die USA mit 30.000 Mann ihrer Marineinfanterie. Präsident Johnson verkündete, daß „die USA unbeschadet der Meinung Lateinamerikas oder der Welt die Errichtung eines weiteren kommunistischen Regimes in der westlichen Welt nicht dulden werden“. Diese „Johnson-Doktrin“ spitzte die Widersprüche zwischen dem nordamerikanischen Imperialismus und den lateinamerikanischen Staaten und Völkern erneut zu.


Sind friedliche Kampfformen erfolgreich?

CheAngesichts des internationalen Kräfteverhältnisses erlangten friedliche Kampfformen – Streiks, Protestbewegungen, Wahlen, politische Koalitionen – größere Bedeutung. Traditionell spielten bewaffnete Guerillakämpfe in Lateinamerika eine wichtige Rolle. So auch in Bolivien, wo während des Abbaus von Ergebnissen der bürgerlich-demokratischen Revolution des Jahres 1952 seit 1964 reaktionäre Militärs die Macht ergriffen hatten. Gegen sie kämpften Partisanen, denen sich einer der Führer der kubanischen Revolution, „Che“ Guevara, anschloß. Allerdings gelang es ihnen nicht, die Mehrheit der Bevölkerung zu gewinnen. Die Streitkräfte, unterstützt durch die berüchtigten „Grünen Barette“ des CIA, zerschlugen die Guerilla. Sie ermordeten den verwundeten Helden der Revolution, der zu einem Vorbild der revolutionären Jugend der Welt wurde.

Ein ähnliches tragisches Schicksal sollte zehn Jahre später auch Chile erwarten. Im Jahre 1973 fand dort unter Führung der USA ein faschistischer Putsch statt, bei dem der chilenische Präsident Salvador Allende und zahlreiche Patrioten ermordet wurden.

Die zerschlagene Volksmacht in Chile

Große Hoffnungen hatten die Völker Südamerikas, als am 4. September  1970 bei den Präsidentschaftwahlen in Chile Dr. Salvador Allende die höchste Stimmenzahl (36,3 %) erhielt. Als Vertreter der Unidad Pupolar wurde er vom Kongreß als Präsident bestätigt. Eine der ersten Maßnahmen der Allende Regierung bestand darin, allen Kindern unter 15 Jahren täglich kostenlos einen halben Liter Milch zu geben. Die Preise für Schulkeidung und Lehrbücher wurden gesenkt, ein Mietstopp verkündet. Der Kongreß beschloß die Verstaatlichung der Banken, der US-amerikanischen Kupferminen und der Kupferhütten. Das Land der Latifundienbesitzer bekamen Bauern, Landarbeiter und auch bislang vällig recht- und beseitzlose Indianer. Der Bau von 100.000 Wohnungen begann, Die Arbeitslosigkeit konnte gesenkt, die Kaufkraft beträchtlich erhöht werden. Am 5. April erhielt die Unidad Popular bei Kommunalwahlen mehr als die Hälfte aller Stimmen (50,8%).

Mordanschläge, Streiks und Sabotage

Spätestens zu diesem Zeitpunkt erkannten die Kräfte der inneren Konterrevolution, die vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA, vom Pentagon und aus den Chefetagen der amerikanischen Konzerne direkt gesteuert wurden, daß die Macht der Unidad Popular weder auf legale Weise zu beseitigen noch wirtschaftlich in die Knie zu zwingen war. Nun wurde massiv konterrevolutionäre Propaganda gegen Allende betrieben. Man wandte die Mittel der Verleumdung und der Bestechung an; Wirtschafts- und Militärsabotage wurden betrieben, Mordanschläge auf den Präsidenten und auf Anhänger der Unidad Popular unternommen. Streiks der Ärzte und der Transportunternehmer wurden angezettelt.

Die Methoden der Konterrevolution

Die USA, die BRD und andere imperialistische Länder sperrten dem demokratischen Chile die Kredite; die USA blockierten alle chilenischen Konten. Auf dem kapitalistischen Weltmarkt manipulierten die USA-Konzerne den Kupferpreis nach unten, weil sie hofften, daß in Chile infolge des Devisenmangels eine Hungersnot ausbrechen und die Bevölkerung sich gegen Allende erheben werden. Das alles brachte der Regierung der Unidad Popular große Schwierigkeiten, bewirkte aber nicht ihren Zusammenbruch.

Der faschistische Putsch in Chile

Am 11. September 1973 schließlich putschten verräterische Generale unter Augusto Pinochet gegen die legale, demokratisch gewählte Regierung der Republik Chile. Präsident Salvador Allende und viele seiner Mitkämpfer fielen unter den Kugeln und Bomben der Pinochet-Clique. Ein blutiges Terrorregime wurde in Chile errichtet. Damit nahmen die chilenische Konterrevolution und der Imperialismus der USA Rache für den heldenhaften Versuch des chilenischen Volkes, sich von imperialistischer Knechtschaft und aus dem Würgegriff der USA zu befreien.

Quelle: Geschichte, Klasse 10, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1989. (Auszüge)
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In diesem Stadion, das als KZ umfunktioniert worden war, ermordeten die Faschisten den chilenischen Regisseur und Sänger Victor Jara.

In memoriam Victor Jara

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16 Antworten zu Lateinamerika und die reaktionäre Rolle der USA

  1. Eleonore Kraus schreibt:

    Danke für Victor Jara, verschleppt, gefoltert, ermordet und verscharrt. Erinnern will ich an den großen Pablo Neruda, Freund von Allende, der für ihn den Canto General geschrieben hat und den Mikis Theodorakis vertont hat, unvergesslich, Pablo Nerudas Schönheit der Sprache, zärtlich, geerdet, die Schönheit eines ganzen Kontinents und die blutige, faschistische Diktatur Pinochet hat die zarte Blume Chiles mit der CIA blutig niedergeschlagen, die Straßen voller Blut und nie wird der Schmerz eines ganzen Volkes vergessen werden können. Venceremos !
    Heute weiß man, dass auch Pablo Neruda ermordet wurde. Zu Beginn nahm man an, dass er an seiner schweren Krebserkrankung verstorben sei. Chile muss einen lehren, wie andere Erfahrungen auch, dass es ohne eine schlagkräftige Arbeiterklasse in jedweder Beziehung erstmal nur der historische Optimismus und die Hoffnung bleibt.
    Danke, für den Artikel, den ich jetzt so ganz richtig lesen werde.

  2. Vielen Dank für den ausgezeichneten Beitrag. Der faschistische Putsch in Chile hat der Fratze des Kapitalismus die „demokratische“ und „menschliche“ Maske für immer vom Gesicht gerissen. Es ist und bleibt unfassbar, dass wir jetzt in einem Land leben, das mit dem Faschisten Pinochet und mit den Organisatoren seines Putsches politisch und ideologisch auf engste verbunden ist. Lesen Sie dazu auch meinen aktuellen Beitrag „Die Unschuldsvermutung wird abgeschafft“
    http://www.dr-schacht.com/Die_Unschuldsvermutung_wird_abgeschafft.pdf

  3. Rolf schreibt:

    Das Schlimmste für mich ist da immer wieder die Tatsache, dass die Menschen – das Volk sich gegenseitig erschießt/umbringt zum Wohle der wenigen Kapitalisten. Hätten sich die einfachen Soldaten auf die Seite der Arbeiter gestellt dann hätte das neue Chile Bestand gehabt.

  4. Eleonore Kraus schreibt:

    Beim Stöbern in meinen Büchern bin ich auf folgendes Buch gestoßen: Chile nach Salvador Allende, 1974, Verlag der Nation, Berlin
    „Die Demokratie trägt den Namen ihrer eigenen Zerstörung in sich.
    Man sagt, „Demokratie muss hin und wieder in Blut gebadet werden………
    Pinochet
    Heinrich Gewandt, Abgeordneter der CDU hatte die Einladung nach Chile, nach den bestialischen Morden,den politisch Verfolgten von Pinochet, dem Finanz- und Wirtschaftsminister u.a. angenommen.
    „Chile ist auf dem Wege, kreditwürdig zu werden.“ (Gewandt)
    Anweisung Nr. 34/73 der Militärzensur für die gesamte Presse:
    Das Wort „Arbeiter“ ist in allen Veröffentlichungen durch „handwerkliche Angestellter“ zu ersetzen.
    Das Wort „Genosse“ ist aus dem Sprachgebrauch zu streichen.
    „Kommt seht das Blut in den Straßen“ (Neruda)
    Insbesondere Chile hatt alle fortschrittlichen und linken Kräfte zu Hunderttausenden mobilisiert und auf die Straße getrieben und im Ohr klingt noch eins der Lieder nach, dass für die Freiheit Luis Corvalan gesungen wurde: „……am roten Platz steht Corvalan, was wollen wir trinken, sieben Tage lang, was wollen wir trinken. Wir waren voller Hoffnung, Mut , Zuversicht und Lebensfreude, dass wir Teil der großen roten Geschichte sind, doch die Reaktion war lange aktiv, wieder einmal kaltschnäuziger, skrupelloser und gefährlicher……….Unsere Herzen glühten und heute weiß ich, was es bedeutet, bei sich bleibend und doch zusammen stehen und niemals den Kampf aufzugeben, den Kampf für die „Befreiung des Menschen.“ Auch das darf nicht vergessen werden in schwierigen Zeiten, doch wenn man ehrlich ist, waren es nie einfache Zeiten, in der ALT BRD.
    Chile, Lateinamerika, die Welt der Unterdrückten und Ausgebeuteten, haben den Marsch angetreten zu einem besseren Leben.
    Ganz gleich, welche Schwierigkeiten und zeitweisen Rückschläge es auch geben möge, dieser Marsch geht voran, denn es ist der Marsch der Geschichte.“
    L. Corvalan, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chiles

  5. R.R. schreibt:

    Was der Westen unter Kreditwürdigkeit versteht ist hoffentlich klar: Kapitalexport mit dem Ziel der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Der ganze EU-Klumbatsch funktioniert nach diesem Muster.

    Schönes Wochenende.

  6. Atomino schreibt:

    hat ja vor paar Jahren die Bildzeitung ganz gut hinbekommen. Stichwort : Griechenland. Deutschland gewährte den „faulen Griechen“ generös Kredit, was in der rechten Ecke der Leserschaft auch den beabsichtigten Effekt erzielte. „Deutschland füttert alle durch“. Einmal in der eigenen Meinung bestätigt, merken die garnichtmehr, wer hier wen ausblutet. Kapitalexport als humanitäre Hilfe getarnt und selbst für die „Hilfe“ noch verhasst. Das deutsche / internationale Großkapital lacht sich ’nen Ast und feiert. Und das schlimme : gefühlt 49 von 50 Deutschen denken so, wie es beabsichtig ist. Ich ecke jedesmal übelst an, wenn ich bei hitziger Hetzerei in der Kneipe den Finger hebe und zaghaft zu bedenken gebe, dass man das aus anderer Perspektive viel schlüssiger sehen könnte. Aber das wollen die garnichtmehr. Ist echt der Wahnsinn !

  7. „Von 1957 bis 1962 brachen die Kolonialimperien Frankreichs, Großbritanniens und Belgiens in Afrika bis auf einige Reste zusammen. 23 afrikanische Staaten wurden unabhängig.“

    Bei genauer Betrachtung ist da gar nichts zusammengebrochen und keiner der 23 afrikanischen „Staaten“ wurde unabhängig. (Die Kolonien Spaniens und Portugals wurden übersehen???)

    An und für sich ist diesen 23 Kolonien und ‚Schutzgebieten‘, die in die „Unabhängigkeit ENTLASSEN“ wurden, das gleiche ‚passiert‘, wie dem westlichen Teil Deutschlands, das in drei Besatzungszonen eingeteilt war und unter direkter militärischer Diktatur und Verwaltung des US-, FR- und GB-Militärs stand:
    Diese Militärs installierten zunächst “zivile“ *Verfassungen*, Verwaltungen, *Parlamente* und “Regierungen“ in ihren Besatzungszonen und schufen im Anschluß daran dann eine Supra-Verwaltung, namens BRD über und *FÜR* alle drei Besatzungsgebiete. Die BRD, von der bis heute so getan wird, als ob dadurch ein Staat – ein originäres Völkerrechtsubjekt – im völkerrechtlichen Sinne entstanden sei, obwohl die BRD nichts weiter als ein dreivatives Völkerrechtssubjekt ist.
    Sehr „trickreich“ wurde von der Elite der Sektenmitgliedern der Philosophie IUS („Recht“) eine „Verfassung“ FÜR die BRD ausgearbeitet, die vom Parlamentarischen Rat, dessen Mitglieder von den drei Militärs bestimmt wurden — und zu dem auch einige Kommunisten der KPD zugelassen waren, um den Anschein von einer Demokratie zu wahren — mehrheitlich angenommen wurde.

    Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates aus Bayern und der KPD stimmten — ja sie mussten, wenn auch aus unterschiedlicher Intention gegen diese “Verfassung“ stimmen.
    Aus gutem Grund! Nicht, weil es sich dabei um keine wirklich gute ‚Verfassung‘ handeln würde, sondern allein deshalb, daß dadurch der Schein von der Gründung eines Staates erweckt würde!

    Aus der Sicht der teilnehmenden Mitglieder aus Bayern, der seit ~1.000 Jahren ein Katholischer Staat ist – also eine Entität des Papstes, des ‚Heiligen Stuhls‘ zu Rom (was allgemeinhin als Kirche, genauer: Römisch Katholische Kirche bezeichnet wird) – konnte eine Zustimmung zu dieser „Verfassung FÜR die BRD“ nicht erfolgen, da diese in die Souveränitäts-RECHTE des Staates Bayern soweit eingreifen kann, dass quasi Gesetzlich (LEX), das Recht (IUS) Bayerns damit im Kern aufgegeben worden wäre!

    Aus Sicht der im Parlamentarischen Rat vertretenen Genossen der KPD:
    Weil mit einer Zustimmung zur “Verfassung FÜR die BRD“ gesetzlich (lex)
    das PRIMAT einer marxistisch-leninistischen Partei aufgegeben worden wäre – und sie sich damit dem DIKTAT eines derivativen Völkerrechtssubjektes gebeugt hätte!!!

    Das PRIMAT einer marxistisch-leninistischen Partei, darf sich jedoch weder irgendeiner Religion, Philosophie, Organisation oder ‚Kultur‘, noch irgendeinem Staat oder RECHT beugen oder unterordnen!!! Weil die marxistisch-leninistischen Philosophie so wahr ist, wie die Philosophie der ‚Agape‘, die einst ein jüdischer Gelehrter, namens “Jesus“ vor fast 2.000 Jahren in Umlauf brachte!
    Die marxistisch-leninistischen Philosophie IST das PRIMAT!!! Es steht an der Spitze über jeder Religion, Philosophie, Organisation oder ‚Kultur‘ oder irgendeinem Staat oder RECHT:
    Ähnlich wie die Materie das Primat über das Bewußtsein hat!

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