Eine seltsame Freundschaft…?

Kim-TrumpSchon seit einiger Zeit gibt es die etwas schwülstigen  „Vorortanleitungen“ aus der Demokratischen Volkrepublik Korea (DVRK). Nun fand in Vietnam das 2.Treffen des „hochverehrten Marschalls KIM JONG UN“ mit dem USA-Präsidenten Trump statt. Zweifellos ist dieses Treffen von großer internationaler Bedeutung. Treffen sich doch hier zwei Staatsmänner aus Staaten mit unterschiedlicher Gesellschaftsordnung: der imperialistischen USA und der (wie man hört) sozialistischen DVRK. Sozialismus und Imperialismus kann man jedoch nicht vereinigen. Freundschaft zwischen beiden Ländern ist also ausgeschlossen. Friedliche Koexistenz ist jedoch die Grundbedingung für den Frieden auf unserem Planeten.

Darüber wurde – wie folgt – berichtet:

Kim-trump-Treffen

Zitat: Vorortanleitungen (Hervorh. N.G.)

Das ist – man muß schon sagen – eine sehr seltsame Vorstellung von Koexistenz. Wenn hier also geäußert wird „…danach waren die beiden Spitzenpolitiker miteinander eng befreundet“, so ist das schon eine dem Sozialismus fremde Formulierung. Das einzige, worauf man sich beim Imperialismus (und bei solchen Figuren wie Trump) verlassen kann, ist seine Unberechenbarkeit und Aggressivität. Feuer und Wasser kann man nicht vereinen. Von „Freundschaft“ kann da also keine Rede sein. Wer die Erkenntnisse von Karl Marx, Friedrich Engels, Lenin und Stalin ignoriert, der ist kein Sozialist, sondern ein weltfremder Träumer…

Ergänzung:

Von Seiten der imperialistischen USA verlautet, das Treffen sei gescheitert, da die KVDR nicht willens sei, einer Forderung des USA-Regimes zur vollständigen Denuklearisierung der KVDR zuzustimmen. Der Machthaber der USA, Trump, habe daraufhin erklärt, sämtliche Sanktionen gegen die KVDR blieben bestehen.  Nun muß man allerdings fragen: Ist das USA-Regime ebenfalls bereit, sämtliche Atomwaffen aus Europa abzuziehen und ihre Militärstützpunkte in der Welt (s.Bild unten) zu schließen? Mit welchem Recht eigentlich verhängen die USA Sanktionen gegen andere Länder? Wer bedroht hier eigentlich wen?

USA-MIlitary


Was ist friedliche Koexistenz?

friedliche Koexistenz: von Lenin ausgearbeitete Konzeption für die Austragung der Widersprüche von Staaten unterschiedlicher sozialer Ordnung unter den Bedingungen ihrer gemeinsamen Existenz ln der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus; beinhaltet den Verzicht auf Krieg, auf Anwendung oder Androhung jeglicher Gewalt in den internationalen Beziehungen, die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, die strikte Achtung des Selbstbestimmungsrechts aller Völker, der Souveränität und territorialen Integrität aller Staaten sowie die Unverletzlichkeit ihrer Grenzen.

Die Politik der friedlichen Koexistenz strebt eine komplexe, systemübergreifende Zusammenarbeit von Staaten unterschiedlicher gesellschaftlicher Ordnung an. So soll ein System umfassender, militärischer, politischer und wirtschaftlicher Sicherheit geschaffen werden, das allen Staaten und Völkern gleiche Chancen eröffnet, die von der Entwicklung der Produktivkräfte ausgehenden Herausforderungen für menschlichen und gesellschaftlichen Fortschritt zu bewältigen.

Das liegt im objektiven Interesse der überwiegenden Mehrheit der Menschheit, der unterschiedlichen Klassenkräfte – von Arbeitern bis zu Teilen des Monopolkapitals. Dieses Interesse ist die objektive Basis einer Koalition der Vernunft und des Realismus gegen die Politik der aggressivsten und reaktionärsten Teile des Monopolkapitals, insbesondere des Militär-Industrie-Komplexes, von dem die Bedrohung für die Existenz der Menschheit ausgeht. Im nuklear-kosmischen Zeitalter ist die friedliche Koexistenz die einzige Form des Zusammenlebens der Völker und der Zusammenarbeit der Staaten.

Quelle: Taschen-Lexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1988, S.81f.
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19 Antworten zu Eine seltsame Freundschaft…?

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, du solltest heute mal in German Foreign Policy reinsehen, dort wird über dieses Treffen geschrieben. Leider finde ich in deinem Beitrag nicht aktuell Substanzielles, sondern nur eine ganz allgemeine Zustandsbeschreibung. GFP legt dar, dass es Trump bei diesem Treffen darum geht, Nordkorea auf das vietnamesische, US-verbundene Modell festzulegen, um einen Keil zwischen Nordkorea und China zu treiben. Das Treffen mit Kim war also eine Vorbereitungsarbeit auf größere US-Pläne gegen China. Auch du wiederholst, was für ein Schaumschläger Trump sei, sein Interesse an Nordkorea lässt aber auf anderes schließen, nämlich dass er ganz im Sinne des US-Kapitals handelt. Meiner Ansicht nach sollte man diesen Mann und jeden seiner Schritte sehr ernst nehmen. Er hat seine Beweggründe, diesen verworrenen, unerklärlichen Eindruck auf die Welt zu machen, dahinter verbirgt er seine wahren Interessen. Und die sind gegen die ganze Welt gerichtet.

  2. Emil S. schreibt:

    Es wird ein Haufen Müll verbreitet über dieses Treffen. Nur stellt komischerweise keiner die Frage inwieweit die USA eine Abrüstung ihrer Atomwaffen beabsichtigt. Nun, die Antwort kennen wir ja.

    • sascha313 schreibt:

      Ich nehme an (und hoffe!) Kim Jong Un hat seinen US-amerikanischen Gesprächspartner daran erinnert, welche grausamen und blutrünstigen Verbrechen seine Landsleute, die Soldaten der US-Army, während des Koreakrieges (1950-1953) begangen haben. Es war Völkermord! Hat man von Trump jemals ein Wort des Bedauerns darüber gehört? “ – Wahrlich, eine seltsame Freundschaft“ ???

      • Emil S. schreibt:

        Zitat: Stalin: Was würden Sie denn mit den Faschisten machen!? Wollen Sie mit denen diskutieren!? Das interessiert die nicht im Geringsten! Zitatende. Und Punkt.

      • Dogma oder Marxistische Dialektik ???

        Warum hat die UdSSR unter Stalin mit dem Deutschen Reich einen “Vertrag“ gemacht??? Warum sollte die DVR-KOREA, die unter der Leitung der KPdDVR-Korea des „hochverehrten Marschalls KIM JONG UN“ steht! nicht auch wie Stalin mit Churchill & Rosevelt und dem Kasper der FR 1944 und 1945 zusammenkommen??? Was ist darin bitte verwerflich??? Wenn Kim das Gleiche tut, wie das ZK der KPDSU vor 90 Jahren???

        BITTE Nicht das Gleiche tun (dürfen/sollen) !!!??? Genosse Stalin hat sich doch auch über den Genossen Molotow gegenüber Ribbentrop [*1], als Vertreter des Faschistischen DR ! nicht anders verhalten; als es LENIN gegenüber dem DR getan hat, indem er Trotzki zur Verhandlung eines Raubfriedens entsandte!!!
        ***für die Trotzki bis heute noch verurteilt wird, obwohl dies gar kein Verstoß von ihm gewesen Ist!!! ***, da sein Verrat an der UdSSR *eben erst* mit seiner ‚absurden‘ Feindschaft gegen Stalin begann, als LENIN noch vor seinem Tode dafür Sorge trug, dass sein BESTER Freund nach seinem Tode, den Lenin vor
        Augen hatte, mit der *Erbschaft* der von Lenin erfolgreichen Revolution Betraute!!! Die sich Stalin WÜRDIG erwiesen hat!!!

        In nicht einmal 15 Jahren HABEN die Bolschewiki unter Stalins Organisation 500.000.000 Menschen befreit und das Lesen und Schreiben beigebracht!!!

        [*1] der zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen gehörte
        un am 1. Oktober 1946 schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet wurde!

      • sascha313 schreibt:

        …was Trotzki (Bronstein) betrifft, so hatte Lenin schon 1903, als er aus der „Iskra“ austrat, festgestellt, daß Trotzki ein Intrigant und Doppelzüngler ist. Das Gezänk zwischen den verstrittenen Gruppierungen war Lenin zuwider. In einem Kommentar zu „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“ bemerkte er: „Als Gen. Trotzki gegen Gen. Liber war, verstand er, daß das Statut ein ,organisiertes Mißtrauen‘ des Ganzen gegen einen Teil, des Vortrupps gegen den zurückgebliebenen Trupp ist; kaum hatte Gen. Trotzki aber die Partei des Gen. Liber ergriffen, da vergaß er das und begann sogar die Schwäche und Wankelmütigkeit bei unserer Organisierung dieses Mißtrauens (des Mißtrauens gegen den Opportunismus) mit ,komplizierten Ursachen‘, mit ,der Entwicklungsstufe des Proletariats‘ usw. zu rechtfertigen.“ (LW Bd.7., S.276f:)

        Man versteht natürlich den Sinn dieser Auseinandersetzung nur, wenn man die Ursachen kennt, die dazu geführt haben. Trotzki versuchte damals schon, die Partei zu spalten, indem er mal für die eine, mal für die andere Seite Partei ergriff.

        Bekannter ist natürlich sein Verrat bei den Verhandlungen des „Brester Friedens“ als Trotzki wissentlich und in böswilliger Absicht gegen die Anweisungen Lenins verstieß und die junge Sowjetunion dadurch in große Gefahr brachte.
        Siehe: Trotzki verrät die junge Sowjetmacht

        Und deshalb war das Verhalten Trotzkis gegenüber Stalin auch keine „absurde Feindschaft“, sondern eine ganz reale (antikommunistische) Feindschaft!

    • Emil Schaarschmidt schreibt:

      Natürlich haben die Medien wieder einiges versäumt zu berichten. Das sei hier nachgereicht:

      Kein Wort zur atomaren Abrüstung in den USA,
      Kein Wort zu Entschädigungen der Opfer des von den USA angezettelten Koreakrieges,
      Kein Wort der Entschuldigung bei den Opfern des Koreakrieges,
      Kein Wort über Zahlung von Reparationsleistungen der USA an Korea.

      (bitte formatieren)

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Nun ja, Kim Jong Un ist kein Dummer. Und wenn er von Trump eine kleine Vorleistung verlangt, nämlich Zurücknahme eines Teils der Sanktionen gegen Nordkorea, und Dealmaker Trump dies für schlicht unmöglich hält, hat er ihn doch vor aller Welt entlarvt. Und in den USA wird von mehr als 5 Millionen Dollar gesprochen, die Trumps Flug gekostet haben soll. Außer Spesen nichts gewesen.

    • sascha313 schreibt:

      Es hat ja möglicherweise noch einen ganz anderen Hintergrund: Ein Grund der vorfristigen Beendigung des Treffens in Hanoi sei die Forderung der Amerikaner gewesen, das angeblich in den Nähe von Pjöngjang befindliche geheime Unternehmen zu schließen, in dem Arbeiten zur Anreicherung von Uran durchgeführt werden.

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Klar, das könnte so gewesen sein, Sascha. Natürlich, es ging Trump um die Atomraketen und also auch um Uran. Wobei ich meine Zweifel habe, dass Kim sein Uran selbst herstellen lässt. Aber Trumps großes Ziel war, Nordkorea der VR China abtrünnig zu machen. Er pokert und Kim hat mitgepokert. Und gewonnen. .

  5. armanddekneifel schreibt:

    Im Grunde genommen geht es bei dem Treffen zwischen den USA und der KDVR um handfeste Handelsabkommen und andere kleptokratische Segnungen! Nordkorea verfügt über riesige Vorkommen an „Seltenen Erden“ und anderen wertvollen Mineralien wie schon Afghanistan und andere bereits vom Westen okkupierte Länder: Irak, Mali, Libyen, Sudan, Palästina Kosovo oder der Rest Afrikas…etc.! Das Dumme ist eben nur, dass der Norden der koreanischen Halbinsel diese Bodenschätze nicht freiwillig herausrückt und sich seine Handelspartner selber aussucht! Ja,ja – mit Venezuela versuchen sie das gleiche eklige Spiel á la Freiheit, Brüderlichkeit, McDonald-Brei… heil, heil, heil, Adolf Hitler Sauerei. Atomwaffen – eben die richtige Keule in der Hand – helfen dabei, sich nicht berauben zu lassen oder dem drögen westlichen Demokratie-Geseibel auf den Leim zu gehen.
    Wichtiger Nachtrag: Sollten die Neo-Faschisten in Washington wirklich an eine feindliche Übernahme Nordkoreas denken, wäre nicht nur China in Bedrängnis. Auch ein paar Kilometer Grenze bei Wladiwostok vereinigen Russland mit Korea! Es reicht ja wohl schon, dass dieses Lumpenpack von NATO in Rumänien, Polen und dem Baltikum steht – und nun auch noch von Osten die Russische Föderation bedrohen möchte???

    • Emil Schaarschmidt schreibt:

      Wichtiger Nachtrag: Die Neo-Faschisten in Washington sind nicht Neo! Die haben schon Hitler finanziert und die Deutsche Wehrmacht beim Sicherstellen von Kriegsbeute unterstützt. /ES

  6. armanddekneifel schreibt:

    Nordkorea ist eben nicht der Irak oder Libyen. Gut, dass dieses Land die Atombombe hat. Nur das verstehen die Faschisten in US/EU/Zion-Israel!

  7. Armand de Kneifel schreibt:

    Viel ist über Stalin schon geschrieben worden und noch viel mehr dummes Zeug gegen ihn, seine Zeit und die Sowjetunion seit 1917 im Allgemeinen. Hier nur eine kurze Anregung von russischen Wissenschaftlern und Autoren, die den über Jahrzehnte angehäuften westlichen Müll und Gehirnkleister mit Fakten über Bord werfen können, wie kein anderer dazu fähig wäre!
    Natürlich ist Stalins gesammeltes Werk erst einmal die entscheidende Grundlage zum Verständnis für eine objektive Bewertung seit 1917. Ulrich Huar muss dabei einfach auch gelesen und studiert werden, sonst geht vieles im Nebel der Geschichte unter!
    a – Die Wahrheit über Stalin – Richard Iwanowitasch Kosolapow
    b – Stalin als Feldherr – Wladimir Suchodejew und Boris Solowjow

    • sascha313 schreibt:

      Über den – na, sagen wir mal: sehr freizügigen – Umgang Kosolapows mit der historischen Wahrheit hatten wir uns hier schon mal geäußert. Das betraf vor allem die gefälschten Stalinbände. Und immer noch geistert im Internet die Legende von den „Ungewöhnlich genauen Vorhersagen Stalin über Rußland“ herum, Auch wenn es sich gefällig anhört (für wen eigentlich?): Es sind Erfindungen! Auch wenn es hundertmal abgeschrieben wird – es stimmt nicht.

      Der Herr Doktor Trusch und sein ehrenwerter Kollege Kosolapow haben sich da etwas zusammengelogen! Das angebliche Gespräch Stalin mit Kollontaj fand nicht statt – weder solche Aussagen über den Zionismus, noch solche über das russische Volk („Русский народ неодолим, неисчерпаем!“) hat Stalin jemals getroffen. Kollontaj notierte indessen in ihrem Tagebuch: „Сталина так и не видела. Досадно!“ (Stalin sah ich nicht. Bedauerlich!“)

      Das andere Buch von Solowjow und Suchodejew „Der Feldherr Stalin“ habe ich noch nicht gelesen. Aber beide Autoren waren Kriegsterilnehmer.

      • Armand de Kneifel schreibt:

        Nikolai Starikow – Wer hat Hitler gezwungen Stalin zu überfallen – ist sehr lesenswert und als PDF kostenlos im Internet (deutsch und russisch). Viele Details kommen nach Jahren richtig auf den Tisch. D.h. – die Briten als permanente Kriegstreiber und Intriganten wie immer.

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