8. März – Der Internationale Frauentag

SiebeiunsWie heuchlerisch und verlogen sind heute doch die Ehrungen für Frauen zum Internationalen Frauentag. Was das ganze Jahr über nicht geschieht, ist auch durch ein paar Blümchen zum Frauentag nicht wettzumachen. Wofür einst Klara Zetkin gekämpft hat, nämlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit, das war nach Jahrhunderten der Unterdrückung der Frauen erstmals in der DDR verwirklicht worden. Und genau das hat der westdeutsche Kapitalismus nun schon seit langem auch bei uns wieder in die Tonne gedrückt. DDR-Frauen waren es gewohnt, die  gleichen Rechte zu besitzen, wie die Männer. Sie genossen darüber hinaus nicht nur im Beruf, sondern auch im Familienleben hohe Anerkennung. Wofür Klara Zetkin einst gekämpft hatte, das war in den Gesetzen der DDR festgeschrieben und war bei uns gelebte Wirklichkeit.

Frauentag_Engels

Ein Bericht aus der DDR

Es gibt sie nicht mehr, diese „ökonomischen Nebenrücksichten“. Hinweggefegt sind die Gesetze, die der Frau auferlegten, dem Manne untertan zu sein. Der Sozialismus nahm den Schatten von den Liebenden und gab Ehe und Familie eine neue, solide Grundlage. Mann und Frau sind ökonomisch unabhängig und rechtlich gleichgestellt – außerhalb und in der Ehe. Sie kann sich ihren Partner wählen, wie er sich seine Partnerin wählt. Sie bestimmt selbständig und frei auch über ihr ganz persönliches Leben.

Das Familiengesetzbuch

Was beide zusammenführt und als Eheleute verbindet, ist ihre erfüllte Liebe – die Gegenseitigkeit und Dauerhaftigkeit ihrer Zuneigung, ihrer Achtung und ihres Vertrauens, die uneigennützige Hilfe für den anderen, die unbeschwerte intime Zweisamkeit, der Wunsch, Kinder zu haben und sie zu gebildeten, charakterfesten Menschen zu erziehen. Die neuen Beziehungen zwischen den Eheleuten fanden in unserem Familiengesetzbuch ihren Niederschlag.

„Alle Angelegenheiten des gemeinsamen Lebens und der Entwicklung des einzelnen“, heißt es dort, „werden von ihnen im beiderseitigen Einverständnis geregelt.“ Und an anderer Stelle: „Beide Ehegatten tragen ihren Anteil bei der Erziehung ‚und Pflege der Kinder und der Führung des Haushalts. Die Beziehungen der Ehegatten zueinander sind so zu gestalten, daß die Frau ihre berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit mit der Mutterschaft vereinen kann.“

Familie, Leben und Beruf

Die neue Stellung der Frau in der Gesellschaft veränderte und verändert entscheidend die Ehe- und Familienbeziehungen. Der größere Gesichtskreis, das höhere Wissen und Können, die anregende Atmosphäre im Kollektiv, die Verantwortung über die Familie hinaus lassen die Frau zu einer anspruchsvolleren Partnerin des Mannes werden. Sie kann auch den Kindern mehr geben; ihre Erziehung stützt sich auf tiefere Lebenskenntnis. Die geistigen und kulturellen Interessen der Familie wachsen. All das wiederum wirkt günstig auf die Persönlichkeit der Eheleute und ihrer Kinder zurück. Die Frau findet in ihrer Familie ein zuverlässiges Hinterland.

Unter dem Schutz des sozialistischen Staates

Die Anerkennung, das Verständnis, die Hilfe des Mannes und der Kinder sind Ansporn für ihre Arbeit, für ihr Weiterkommen. Der sozialistische Staat schützt und fördert Ehe, Familie und Mutterschaft. Bereits 1950 verabschiedete die Volkskammer der DDR auf Initiative des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau. Neue Verordnungen erhöhten Schritt um Schritt die Leistungen für Mutter und Kind.

Gesetzliche Regelungen

Am 27. April 1972 beschlossen das ZK der SED, der Bundesvorstand des FDGB und der Ministerrat der DDR weitreichende Maßnahmen zur Förderung der berufstätigen Mütter, kinderreichen Familien, jungen Ehen und zur Geburtenentwicklung. So wurde für vollbeschäftigte Mütter mit drei und mehr Kindern bis zu 16 Jahren die 40-Stunden-Woche ohne Lohnminderung eingeführt. Ihr Mindesturlaub erhöhte sich auf 21, bei Schichtarbeit auf 24 Tage. Geburtenbeihilfen werden bereits ab erstem Kind in Höhe von 1000 Mark gewährt. Von 14 auf 18 Wochen verlängerte sich der Schwangeren- und Wochenurlaub.

…ein ständiger Entwicklungsprozeß

Die anerkannten Erfolge sozialistischer Familienpolitik bedeuten nicht, daß in allen Familien zu jeder Zeit nur Freude und Sonnenschein herrschen. Spannungen, Konflikte in der Ehe werden wohl nie und nirgendwo ausbleiben, schon gar nicht in einer Zeit, da die Wandlungen in den Familienbeziehungen in vollem Gange sind und alte Traditionen, Verhaltensweisen und Ansichten besonders auf diesem Gebiet noch nachwirken.

Das ist Sozialismus!

Unsere Gesellschaft findet sich mit Erscheinungen, die das Familienleben stören und zerrütten, nicht ab. Sie macht all ihren Einfluß geltend, sie zurückzudrängen und die harmonischen Familienbeziehungen zu festigen. Der Sozialismus gibt jeder Familie umfassende Möglichkeiten ihrer Entwicklung. Alle sollen stabil, gesund und glücklich sein.

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Quelle:
Lieselotte Thoms-Heinrich/Jochen Weyer (Hrsg.): Sie bei uns. Ein Bildbericht aus dem Leben der Frauen in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag für die Frau Leipzig, (DDR), 1974, S.72f. u. S.11 (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

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4 Antworten zu 8. März – Der Internationale Frauentag

  1. Rolf schreibt:

    Ich will doch mal den Anfang machen …
    Allen Frauen „nachträglich“ meinen herzlichen Glückwunsch zum internationalen Frauentag! Wenn ich diese Bilder sehe, dann geht es mir wie bei den Kindern aus der „ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik“, solche Bilder kann man heutzutage nicht mehr machen. Es gibt die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht mehr und damit auch nicht diese Persönlichkeiten – dieses Ausleben der gesellschaftlichen Verhältnisse – sehr schade. Meiner Frau, Tochter und Schwiegermutter habe ich auch gratuliert. Sie haben sich sehr gefreut, auch wenn es nicht mehr so ist wie damals.

  2. Emil S. schreibt:

    82 isse geworden: Valentina Tereschkova. Alles Gute 😉

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