Margot Honecker: Bildung ist die wichtigste Waffe im Kampf gegen den Imperialismus

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Margot Honecker

Manchmal ist es ganz nützlich, wenn man wieder einmal die Überlegungen und Gedankengänge bedeutender Persönlichkeiten verfolgt, und versucht, deren Wert für unsere heutige Zeit herauszuarbeiten. Im November 1971 fand in Berlin, der Hauptstadt der DDR, ein internationales Treffen von Pädagogen aus allen sozialistischen Ländern statt. Es gab einen regen Erfahrungsaustausch, und Margot Honecker, die Bildungsministerin der DDR, hielt eine richtungsweisende Rede. Verzichten wir hier einmal auf alle jene Sätze, die von den Ereignissen der letzten 30 Jahre überholt worden sind, so ergibt sich im Kern ihrer Aussagen ein durchaus aktuelles Bild…

Liebe Genossen!
Im Mittelpunkt unserer Beratung steht die weitere Entfaltung der Offensive unserer marxistisch-leninistischen Theorie im Kampf gegen die imperialistische Ideologie und deren Ausgeburt, den Antikommunismus, die politisch-ideologische Hauptwaffe des Imperialismus.

Welche Rolle spielt die Pädagogik im Klassenkampf?

In der heutigen Zeit verstärkt sich die Auseinandersetzung auf ideologischem Gebiet. Unsere marxistisch-leninistische Pädagogik spielt dabei eine große Rolle. Als marxistisch-leninistische Gesellschaftswissenschaft steht unsere Pädagogik der bürgerlichen Ideologie unversöhnlich gegenüber. Wir haben nie und werden nie den Klassencharakter unserer Theorie leugnen. Sie war, ist und bleibt der Ausdruck der Interessen der Arbeiterklasse, ebenso wie die bürgerliche Pädagogik stets der Ausdruck der Interessen der Bourgeoisie war und ist.

Unsere marxistisch-leninistische Pädagogik ist eine streitbare Wissenschaft. Unter den Bedingungen des sich zuspitzenden ideologischen Klassenkampfes führt sie einen kompromißlosen Kampf gegen die bürgerliche Ideologie und gegen den Revisionismus aller Schattierungen. Die Weiterentwicklung unserer marxistisch-leninistischen Pädagogik vollzieht sich in der offensiven Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Pädagogik, der Aufdeckung der ihr zugrunde liegenden sozialen und philosophischen Wurzeln.

Antikommunismus vergiftet die Herzen und Hirne der Jugend

Wenn wir uns als Pädagogen mit dem Kampf gegen den Antikommunismus beschäftigen, so tun wir das aus unserer Verantwortung für die Erziehung der jungen Generation. Es ist ein wichtiges Erfordernis unserer Zeit, unsere ganze Kraft einzusetzen für die Erziehung bewußter Kämpfer für die Sache des Kommunismus, für die Sache des Friedens, gegen den Mißbrauch der Schule und der Pädagogik durch die Monopolbourgeoisie, die mit dem Antikommunismus die Herzen und Hirne der Jugend vergiften will. Die Antikommunisten aller Schattierungen vereint die Todfeindschaft gegen den Sozialismus, der den gesellschaftlichen Fortschritt verkörpert.

Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaftswissenschaftler, den ganzen ideologisch-theoretischen Reichtum des wissenschaftlichen Kommunismus voll zu nutzen und die Offensive auf ideologischem Gebiet immer breiter zu entfalten. Die Interessen des Sozialismus und Kommunismus, die Interessen des Friedens und des Fortschritts und damit die Interessen der Völker erfordern, dem Antikommunismus keine Chance zu lassen, den Kampf gegen Antikommunismus und Antisowjetismus zu verstärken.

Der Marxismus ist eine Wissenschaft

Liebe Freunde und Genossen!
Als mit dem Kommunistischen Manifest der Marxismus erstmals als wissenschaftliche Lehre vom Sozialismus in die Weltarena trat, wurde diese Herausforderung von der Bourgeoisie mit Antikommunismus beantwortet. Die Ausbeuterklassen versuchten, den aufstrebenden Marxismus um jeden Preis niederzuhalten. Sie kerkerten die Revolutionäre ein und versuchten, die immer mehr erstarkende Arbeiterbewegung in ihrem Blut zu ertränken. Das Bismarcksche Sozialistengesetz und die Niederschlagung der Pariser Kommune sind dafür prägnante historische Beispiele.

Die Ideen des Kommunismus sind unbesiegbar!

Die Monopolbourgeoisie förderte mit allen Mitteln den Opportunismus und Revisionismus in der internationalen Arbeiterbewegung. Aber die Ideen des Marxismus, von Lenin in Anwendung auf die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution weiterentwickelt, wurden trotz alledem in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution zum Siege geführt. Mit Beginn dieses neuen Zeitalters der Menschheitsgeschichte wurde der Antikommunismus zum wütenden Antibolschewismus und Antisowjetismus.

Antikommunismus als ideologische Waffe

Seit 1917 ist der Antikommunismus zur bestimmenden Ideologie des internationalen Monopolkapitals geworden. Seine Angriffe richteten sich jetzt nicht mehr nur gegen die Ideen des Kommunismus, sondern gegen die Praxis des kommunistischen Aufbaus in der Sowjetunion. Unter seinen Fahnen sammelten sich die weißgardistischen Konterrevolutionäre und die imperialistischen Interventen. Aber die bewaffnete Intervention scheiterte an der Stärke der jungen Sowjetmacht und dem proletarischen Internationa­lismus Millionen Werktätiger in der ganzen Welt.

Faschismus – das widerwärtigste Herrschaftssystem

Im Kampf gegen die Sowjetunion setzte die imperialistische Bourgeoisie schließlich ihre Hoffnung auf die widerwärtigste Ausgeburt des Imperialismus – den Faschismus. Die Sowjetunion zerschlug im Großen Vaterländischen Krieg in einem heldenhaften und opferreichen Kampf den faschistischen Aggressor und befreite die Völker Europas von seiner blutigen Herrschaft. Im Ergebnis der Zerschlagung des Faschismus erstarkte die Macht der Sowjetunion, entwickelte sich das sozialistische Weltsystem immer mächtiger.

Den Imperialisten eindeutige Grenzen setzen!

Unaufhaltsam wuchs in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg die Bewegung der Arbeiterklasse selbst in solchen Ländern, die als die stabilsten Bastionen des Imperialismus galten. Es wuchs die nationale Befreiungsbe­wegung gegen den Imperialismus. Durch die Macht des sozialistischen Weltsystems, den erfolgreichen Kampf um die Erhaltung des Friedens, die erfolgreiche Verwirklichung der Leninschen Politik der friedlichen Koexistenz sind den Imperialisten eindeutige Grenzen gesetzt.

 Antikommunismus ist dumm und gefährlich

Die Geschichte hat längst die Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit des Antikommunismus bewiesen. Wie könnte auch dieser von Thomas Mann so treffend als die Grundtorheit unseres Jahrhunderts bezeichnete Antikom­munismus, dieses eklektizistische Gemisch reaktionärer Ideen, die mit den gegen den Fortschritt, gegen den Frieden gerichteten Aktionen einhergehen, eine Alternative zum wissenschaftlichen Kommunismus sein, dem Banner, um das sich die Völker auf ihrem Weg zu Frieden, Freiheit, Brüderlichkeit und Menschlichkeit zusammengeschlossen haben.

Warnung

Die Gefährlichkeit des Antikommunismus darf man aber keinesfalls unterschätzen. Deshalb führen wir einen offensiven Kampf gegen ihn auch in Schulpolitik, Pädagogik und Jugenderziehung. Soll doch auch hier der Versuch unternommen werden, unsere marxistisch-leninistische Theorie zu zersetzen, die Erfolge der sozialistischen Bildung und Erziehung zu verunglimpfen und im eigenen Herrschaftsbereich die Jugend zu vergiften, um sie für die aggressiven, menschenfeindlichen Ziele des Imperialismus reif zu machen.* (!)

Nicht nur eine Aufgabe der Pädagogen:

Es entspricht zutiefst dem humanistischen Anliegen der sozialistischen Pädagogik, alles zu tun, um die Jugend vor dem Gift des Antikommunismus zu schützen. Die Verwirklichung der höchsten Ziele der Menschheit, den Kommunismus zum Siege zu führen, den Frieden zu erhalten und zu sichern, macht den konsequenten, kompromißlosen Kampf gegen den Antikommunismus, den Feind der Völker und ihrer Jugend, zu einer unabdingbaren Aufgabe aller Pädagogen, die es mit ihrem humanistischen Auftrag ernst meinen.

Warum ist uns die Sowjetunion ein Vorbild?*

Die Sowjetmacht schuf anstelle des rückständigen Bildungswesens des alten zaristischen Rußlands in historisch kurzer Frist das vorbildlichste Bildungswesen der Welt. Die sowjetische Schule erzog Generationen von Sowjetbürgern, die das Werk des Roten Oktober ehrenvoll fortführen, die aus dem wirtschaftlich und wissenschaftlich zurückgebliebenen Rußland die Weltmacht Sowjetunion schufen. Sie erzog Menschen, die die härtesten Bewährungsproben der Geschichte des Sowjetlandes bestanden, die den Weg in den Kosmos bahnen und die heute der Menschheit auf dem Weg zum Kommunismus voranschreiten. *gemeint ist hier die Zeit 1917-1953

Was haben wir in der DDR verwirklicht?

  • Bildung: Indem wir die allgemeingültigen Erkenntnisse und Erfahrungen der sowjetischen Pädagogik schöpferisch anwandten, haben wir in unseren sozialistischen Ländern ein hochentwickeltes sozialistisches Bildungswesen aufgebaut.
  • Antifaschismus: Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus haben wir in der Deutschen Demokratischen Republik unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei den Ungeist des Faschismus und Militarismus, des Chauvinismus und. Rassismus mit seinen Wurzeln ausgerottet.
  • Weltanschauung: Gestützt auf die Erkenntnisse und Erfahrungen der sowjetischen Pädagogik, haben wir eine Schule geschaffen, die den Kindern des Volkes eine hohe wissenschaftliche Bildung vermittelt, sie auf das Leben im Sozialismus vorbereitet und sie im Geiste der marxistisch-leninistischen Weltanschauung zu guten Patrioten und glühenden Internationalisten, zur unverbrüchlichen Freundschaft mit der Sowjetunion erzieht.
  • Humanismus: So wurde erstmals in der deutschen Geschichte dem realen Humanismus im Bildungswesen zum Durchbruch verholfen.

Was geschieht heute im Kapitalismus?

Wo in den kapitalistischen Ländern gibt es eine solche Entwicklung des Bildungswesens, solche Bedingungen für die Arbeit der Lehrer, Erzieher und pädagogischen Wissenschaftler?

  • Katastrophale Lage der Schule: Anschaulicher Ausdruck der tiefen Krise, in der sich das imperialistische System befindet, ist auch die katastrophale Lage der Schule in der BRD.
  • Bildungsprivileg der Reichen: Die Tatsache, daß das Bildungsprivileg der herrschenden Klasse nach wie vor ungebrochen ist, daß der Inhalt der Bildung und Erziehung nach wie vor den reaktionären Zielen des Antikommunismus unterworfen ist, beweist erneut:
  • Reformunfähigkeit: Mit jedem Regierungswechsel in der BRD hat sich nichts am Herrschaftssystem geändert. War schon in den von der SPD-Führung bei Regierungsantritt verkündeten Reformplänen für das Bildungswesen nicht die Rede von einer demokratischen Reformierung des Inhalts der Schulbildung, so muß man heute feststellen, daß selbst diese Reformen zurückgestellt wurden.
  • Rüstung rauf – Bildung runter! Dafür wurde der sozialdemokratische Kriegsminister Schmidt von der Springer-Presse dafür gerühmt, daß im Staatshaushalt 1972 eine Steigerung der Rüstungsausgaben auf ca. 30 Milliarden – das war die bishin größte Ausgabe seit Bestehen der Bundesrepublik – erfolgte, während von den für 1972 geplanten Bildungsausgaben 1,4 Milliarden gestrichen wurden.
  • Antikommunistische Lehrbücher: Aus den verbindlichen Lehrbüchern und Lehrmaterialien ist der Geist des Antikommunismus und Antisowjetismus nach wie vor nicht entfernt worden.
  • Sozialdemokratistische Irrlehren: Hier besteht ein enger Zusammenhang mit dem erklärten Ziel der rechten sozialdemokratischen Führung, die ideologische Position des Sozialdemokratismus für den Kampf gegen den Kommunismus weiter auszubauen.

Die SPD wandelt auf schwarzen Pfaden!

Viele offizielle Vertreter der SPD, die in Worten für die Minderung der internationalen Spannungen eintreten, setzen ungeachtet dessen ihre antikommunistische Tätigkeit fort, propagieren den Antikommunismus in verschieden getarnten Formen. Das entspricht voll dem antikommunistischen Grundsatzbeschluß, den der Parteirat der SPD am 14. 11. 1970 faßte und den die SPD-Führungsgremien im Februar 1971 für die gesamte Partei verbindlich machten.

BRD – eine rückwärtsgewandte Ideologie

Der Antikommunismus ist in der BRD erklärte Staatspolitik seit der Existenz dieses Staates. Und es erweist sich erneut: Die Ideologie der herrschenden Klasse ist bestimmend für den Geist der Schule. Wo die Schule den Interessen des Monopolkapitals zu dienen hat, ist sie auf den Antikommunismus festgelegt, der, wie er auch immer begründet werden mag, den Interessen der Reaktion sowohl nach innen als auch nach außen dient.


UNSER ZIEL

Liebe Freunde und Genossen!
Für alle demokratischen Kräfte, die um eine fortschrittliche, demokratische Schule kämpfen, ist das Bildungswesen der sozialistischen Länder, vor allem der Sowjetunion, zum Beispiel geworden. Alle unsere Erfolge beruhen darauf, daß mit der Errichtung der Macht der Arbeiterklasse unter der Führung unserer marxistisch-leninistischen Parteien unser Bildungswesen konsequent auf der Grundlage der wissenschaftlichen Lehre des Marxismus-Leninismus, auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Pädagogik aufgebaut wurde.

Wie erreichen wir das?

Das Unterpfand unseres weiteren erfolgreichen Voranschreitens wird darin bestehen, den Kampf um die Reinheit unserer wissenschaftlichen Lehre weiter konsequent zu führen und alle Kräfte zu vereinen, um die Theorie und Praxis unserer sozialistischen Pädagogik ständig zu bereichern und weiter zu entwickeln.

Quelle:
Autorenkollektiv, Die marxistisch-leninistische Pädagogik – eine streitbare Waffe gegen den Antikommunismus, Volk und Wissen, Volkseigener Verlag, 1972, S.17-23. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

* zum Antikommunismus zählt auch die betrügerische Verleumdung Stalins und der DDR!


Siehe auch:

Wer war Margot Honecker?
Der mündige Bürger?
Didaktik der Konflikte und Scheindemokratie
Die schleichende Konterrevolution in der CSSR
Die antikommunistische Manipulierung der Schuljugend in der BRD

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3 Antworten zu Margot Honecker: Bildung ist die wichtigste Waffe im Kampf gegen den Imperialismus

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