Ein deutsches Denkmal – Diffamierung der Kommunisten und die Verharmlosung der imperialistischen Gewalt

OpfernWenn heute in einer deutschen Stadt ein Denkmal steht, auf zu lesen ist: „Den Opfern kommunistischer Gewalt 1945-1989“, so drängt sich die Frage auf: Was ist eigentlich „kommunistische Gewalt“? Zieht man dann auch noch den Zeitraum in Betracht, so entsteht der Eindruck, als sei hier eine Gewalt, nämlich die des Faschismus,  durch eine andere, die „kommunistische Gewalt“, ersetzt worden. Es dürfte jedoch keinerlei Zweifel daran geben, daß der Faschismus 1933-1945 die finsterste Etappe in der deutschen Geschichte gewesen ist. Waren es doch gerade die Kommunisten, die schon vor 1933 eindringlich vor dem Faschismus gewarnt hatten: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg.“ Und nach der Übertragung der Macht an die Nazis und dem Reichtagsbrand waren es wiederum die Kommunisten, die als erste von den Nazis verfolgt, gefoltert und ermordet wurden. Waren nun die Kommunisten ebensolche Gewalttäter wie die Nazis? Oder ist dieses Denkmal eine Irreführung, eine Verharmlosung des Faschismus und eine dreiste Fälschung der Geschichte?

Wenn hier in drastischer Anschaulichkeit ein Stacheldrahtgeflecht das Denkmal ziert, so ist damit noch nicht lange geklärt, was eigentlich unter „kommunistischer Gewalt“ verstanden wird. Eine Erklärung dafür gibt das Denkmal nicht. Gehen wir also zurück in die Geschichte!

Die faschistische Diktatur – ein Regime der Gewalt

Die Übertragung der Macht an die Faschisten war keine zufällige, persönliche Entscheidung des Reichspräsidenten Hindenburg. Dieser Schritt erfolgte auf Drängen der reaktionärsten Kräfte des deutschen Monopolkapitals. Den Monopolvertretern waren die wirklichen Ziele der Nazipartei bekannt. Sie begrüßten und förderten jene Absichten, die die rücksichtslose Unterdrückung der Arbeiterklasse und der anderen demokratischen Kräfte zum Ziele hatten. Aber auch die Pläne der Faschisten, andere Völker, insbesondere die Sowjetunion, auszurauben und zu versklaven, entsprangen den Interessen und Forderungen  des deutschen Imperialismus und Militarismus.

Gewalt gegen die Kommunisten und andere Gegner des Naziregimes

Zu Tausenden wurden vor allem Kommunisten, aber auch Sozialdemokraten und andere Gegner des Naziregimes, von der Gestapo verhaftet, in die Konzentrationslager verschleppt und umgebracht. War es nicht der kommunistische Reichstagsabgeordnete Ernst Thälmann, der die politischen Kräfte in Deutschland zur Einheitsfront gegen den Faschismus aufrief und dafür von den Nazis in Buchenwald ermordet wurde?

Chronik

Der Überfall der faschistischen Wehrmacht auf die Sowjetunion

Wortbrüchig und heimtückisch war die faschistische deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 mit seinen Armeen über die Sowjetunion hergefallen. War denn der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion etwa keine Gewalt? Waren die Zerstörungen und Verwüstungen, der Raub und die Plünderungen deutscher Soldaten in der UdSSR etwa keine Gewalt? Hat das deutsche Volk die faschistische Gewalt 1933-45 im eignen Land denn überhaupt verhindert? Und wurde etwa nicht im Verlaufe des faschistischen Krieges gegen die Sowjetunion durch die Gewalt der deutschen Okkupanten unvorstellbares Unheil angerichtet? Hier eine Übersicht:

Okkupanten

Quelle: nach Verbrecherische Ziele – verbrecherische Mittel, Moskau 1963, S.414f.

Der Nürnberger Prozeß

Nach dem Sieg der Sowjetunion über den deutschen Faschismus und Ende der faschistischen Gewalt, fand im Zusammenwirken aller antifaschistischen Kräfte im militärisch besiegten Deutschland der Nürnberger Gerichtsprozeß statt.

Nürnberger Prozeß


Das Potsdamer Abkommen

Vom 17. Juni  bis zum 2. August 1945 fand in Potsdam eine Konferenz der drei Mächte – UdSSR, USA und England – statt, auf der die politischen und ökonomischen Prinzipien einer koordinierten Politik in Bezug auf das besiegte Deutschland für die Zeit der gemeinsamen Kontrolle festgelegt wurden. In den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz wurden  die Ziele der Besetzung Deutschlands wie folgt formuliert:

  • völlige Entwaffnung und Entmilitarisiserung,
  • Liquidierung der gesamten deutschen Kriegsindustrie,
  •  Vernichtung der faschistischen Parteien,
  • Verbot jeglicher nazistischen und miltärischen Tätigkeit oder Propaganda,
  • Wiederherstellung des politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage,
  • Bestrafung der Kriegs- und Naziverbrecher usw.

Die Regierungsoberhäupter der drei Mächte verpflichteten sich, Deutschland während der Besatzungszeit als wirtschaftliches und politisches Ganzes zu betrachten. Im Interesse der Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit legte die Potsdamer Konferenz eine neue Ostgrenze für Deutschland fest. Die Oder-Neiße-Grenze wurde zur Freundschaftsgrenze zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk. Die Potsdamer Konferenz entschied auch die Frage der deutschen Reparationen. … Den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz schloß sich im September 1945 auch Frankreich an.

Der Bruch des Potsdamer Abkommens durch die Westmächte

Die herrschenden Kreise der USA, Englands und Frankreichs, die mit ihrer Politik Deutschland gegenüber antidemokratische Ziele verfolgten, gingen schon kurze Zeit nach der Potsdamer Konferenz dazu über, das Abkommen offen zu verletzen. Sie stellten es sich zur Aufgabe, die Selbständigkeit des deutschen Staates zu beseitigen, ihn in kleine Provinzen aufzuteilen, die reaktionären, militaristischen und revanchelüsternen Elemente, die den zweiten Weltkrieg entfesselt hatten, lebenskräftig zu erhalten und mit ihrer Hilfe Westdeutschland in eine Kolonie und in ein strategisches Aufmarschgebiet gegen die UdSSR und die Länder der Volksdemokratie zu verwandeln.

Was geschah in der Sowjetischen Besatzungszone?

Wie verhielt sich nun die Sowjetunion und was sagte Stalin? Allein die Sowjetunion hielt sich streng an die Potsdamer Beschlüsse und trat entschlossen für die nationale Einheit Deutschlands ein. Stalin führte dazu aus:

„Kurz gesagt, die Politik der Sowjetunion in bezug auf das deutsche Problem beschränkt sich … auf die Entmilitarisierung und Demokratisierung Deutschlands. Ich glaube, daß die Entmilitarisierung und Demokratisierung Deutschlands eine der bedeutendsten Garantien für die Errichtung eines stabilen und dauerhaften Friedens bildet.“

Quelle: «Правда» („Prawda“), Nr.228, vom 25. September 1946, S.1; deutsch: „Tägliche Rundschau“, Nr.223, vom 25. September 1946, S.1.

Entnazifizierung in der Sowjetischen Besatzungszone

Von großer Bedeutung für die Umgestaltung der deutschen Wirtschaft auf einer friedlichen demokratischen Grundlage war die in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) durchgeführte Entmilitarisierung der Industrie, die Beseitigung der Monopole und Beschlagnahme des Besitzes der Nazi- und Kriegsverbrecher, zu denen alle Großkapitalisten gehörten, die Hitlers verbrecherische Pläne finanziert und unterstützt hatten.  Die enteigneten Vermögenswerte wurden den Organen der Selbstverwaltung und damit dem deutschen Volke übergeben.

Die antifaschistisch-demokratische Umgestaltung

Unterstützt von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland vollzogen die antifaschistischen Kräfte eine umfassende demokratische Umgestaltung. In Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Alliierten Kontrollrates und auf Befehl der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) wurden auch in der DDR die Nazi- und Kriegsverbrecher verfolgt und verurteilt. Die SMAD schuf alle notwendigen Voraussetzungen für den Aufbau eines friedliebenden, demokratischen Deutschland. Die Kommunistische Partei Deutschlands stellte sich an die Spitze des Blocks der antifaschistisch-demokratischen Parteien und Organisationen, der auf ihre Initiative hin im Juli 1945 geschaffen worden war.

Die Diktatur des Proletariats – Herrschaft der Arbeiterklasse

Die Reformierung des Kapitalismus und ein friedliches Hineinwachsen in eine Gesellschaft ohne Ausbeutung ist im Prinzip nicht möglich, da die bisherigen Eigentumsverhältnisse  mit Privateigentum an Produktionsmitteln dies nicht gestatten würden. Der einzige Weg führt über den Sturz der Bourgeoisie, die Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates und die politische Herrschaft der Arbeiterklasse (Diktatur des Proletariats). Nur die Arbeiterklasse ist in der Lage den Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privatkapitalistischer Aneigung zu überwinden. Sie ist unmittelbar mit der Produktion verbunden und historisch betrachtet die progressivste Klasse.

Was schrieb Karl Marx über dieses Problem?

„Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andere. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts anderes sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.“

Quelle: Karl Marx „Zur Kritik des Gothaer Programmentwurfs“. In: AW in 6 Bänden, Dietz Verlag Berlin 1978, Bd. IV. S. 397, oder: ME Werke, Dietz Verlag Berlin, Bd. 19, S. 15-32

Also bezeichnete Marx die Diktatur des Proletariats als Typ der Macht, die den Übergang zum Kommunismus absichert, die bis zur Errichtung des Kommunismus bestehen bleibt.

Ist die Diktatur des Proletariats „Gewaltherrschaft“?

Die Feinde des Marxismus-Leninismus spekulieren viel über die Diktatur des Proletariats als Gewaltherrschaft. Diese Bezeichnung wird schon immer von der Bourgeoisie genutzt, um die Volksmassen abzuschrecken. Und sie fährt damit fort bis zum heutigen Tage.
Engels bemerkte schon 1891:

„Der deutsche Philister ist neuerdings wieder in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats. Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht? Seht euch die Pariser Kommune an. Das war die Diktatur des Proletariats.“

Quelle: Friedrich Engels „Einleitung zu Marx‘ Bürgerkrieg in Frankreich“. In: MEW, Dietz Verlag, Berlin. 1977, Bd. 22, S.199.

Damit hat er erinnern wollen, daß die Pariser Kommune

  • die demokratischen Prinzipien der Wählbarkeit, der Verantwortlichkeit und des Austauschs von Regierungskadern einführte;
  • ein Durchschnittsgehalt für leitende Angestellte festlegte;
  • eine Macht im Dienste des Volkes errichtete, einen Mindestlohn einführte,
  • Maßnahmen zum Arbeitsschutz, zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit unternahm,
  • Wohnbedingungen und die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln verbesserte,
  • Reformen für eine unentgeltliche Bildung einleitete,
  • ein Gesetz zur Schaffung von Produktions-Kooperativen in den Unternehmen verabschiedete,
  • eine Arbeiterkontrolle und
  • die Wahl von Leitern in bestimmten nationalen Unternehmen einführte.

Was hat sich nach 1956 geändert?

Nach dem XX. Parteitag der KPdSU ersetzte Chruschtschow den marxistisch-leninistischen Grundsatz von der Diktatur des Proletariats durch den Begriff des „Staates des ganzen Volkes“. Dieser wurde erklärt durch die neue Lage der Arbeiterklasse in der UdSSR, die kein typisches Proletariat mehr sei. Deshalb sei die Diktatur des Proletariats nicht mehr vonnöten. In einem „Staat des ganzen Volkes“ gebe es keine Feinde mehr, gegen die Repressionen nötig wären. Diese Einschätzung war aber falsch.

Gab es in der DDR „kommunistische Gewalt“?

Bevor wir diese Frage klären können, hätten wir allerdings gerne gewußt, worin denn nun die „kommunistische Gewalt“ bestanden haben soll? Hat die DDR etwa die Bundesrepublik oder andere Länder überfallen? Wurden in der DDR „von den Kommunisten“ 6 Millionen Juden ermordet? (wie bekanntlich im faschistischen Deutschland). Hat etwa die DDR die kapitalistische Bundesrepublik Deutschland ausgeplündert? Gab es in der DDR Konzentrationslager, in denen Millionen Häftlinge ermordet wurden? Nichts von alledem trifft zu!

Kann man die DDR mit dem Faschismus vergleichen?

Nein, das kann man nicht! Der Sozialismus bzw. Kommunismus und der Faschismus sind zwei grundsätzlich verschiedenartige, absolut entgegengesetzte gesellschaftliche Erscheinungen. Während faschistische Bewegungen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung (d.h. auf der Grundlage des Privateigentums an Produktionsmitteln) entstehen, herrscht im Sozialismus die Arbeiterklasse im Bündnis mit allen demokratischen Kräften des Volkes. Faschistische Politik ist stets abenteuerlich und aggressiv, sie ist gegen die friedliche Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen gerichtet. Der Faschismus ist der größte Feind der Demokratie. Die Kommunisten dagegen stehen seit jeher überall in der Welt an der Spitze des Kampfes der Volksmassen gegen den Faschismus, für Frieden und Demokratie.

Siehe: Die antikommunistische Totalitarismus-Doktrin

Der Antistalinismus ist ein Verbrechen


Gab es Gewalt in der DDR?

Ja, es gab tatsächlich Gewalt in der DDR, aber nicht eine „kommunistische“ Gewalt, wie in der Inschrift des Denkmals behauptet, sondern die Gewalt der Feinde des demokratischen Aufbaus. Diese Feinde der DDR hatten sich am 17. Juni 1953 erstmals wieder hervorgewagt: Es waren Randalierer und von westlichen Sendern wie dem RIAS aufgeputschte kriminelle Elemente, die Autos umwarfen, Arbeiterheime zerstörten, volkseigene Geschäfte plünderten, rote Fahnen herunterrissen und verbrannten usw. Das war eine Situation, wie wir sie heute aus den Versuchen eines „Regime Change“ kennen, der wiederholt von imperialistischen Geheimdiensten, vornehmlich von den USA, inszeniert wurde, um friedliche Staaten ihrem Einfluß zu unterwerfen.

Wer wurde in der DDR verfolgt und verhaftet?

In der Deutschen Demokratischen Republik durfte niemand zum Kriege hetzen und den Einsatz von Atomwaffen gegen die Sowjetunion oder die USA oder irgendein anderes Land propagieren. Solchen Kriegshetzern wurde keine Freiheit der Persönlichkeit gewährt. Sie wurden mit aller Strenge zur Verantwortung gezogen. Freiheit der Persönlichkeit wurde auch denen nicht gewährt, die sich auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik als Agenten des amerikanischen „kalten Krieges“ betätigten. Die amerikanische Deutschlandpolitik lieferte zahlreiche Beweise, daß Terror, Sabotage, Einschüchterung und gewaltsame Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Völker seit langem offizielle Elemente der amerikanischen Politik geworden waren.

„Der Terrorismus verfolgt als Mittel der Kriegsvorbereitung den Zweck, Konflikte zwischen den Staaten hervorzurufen, die internationalen Spannungen zu verschärfen und in den Ländern des FriedensIagers den friedlichen Aufbau zu stören.“

Quelle: Ausschuß für deutsche Einheit (Hrsg.) „250 Fragen – 250 Antworten über die Deutsche Demokratische Republik“, Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1954, S.23.

Keine Freiheit für die Feinde der DDR

Ein charakteristisches Merkmal der amerikanischen Deutschlandpolitik waren die Versuche, auf deutschem Boden durch Entfesselung eines Bürgerkrieges den dritten Weltkrieg auszulösen. Im Oktober 1951 erließ der damalige Präsident der USA, Truman, ein sogenanntes „Gesetz über die gegenseitige Gewährleistung der Sicherheit“. Dieses Gesetz sah Sonderbewilligungen in Höhe von 100 Millionen Dollar zur Finanzierung von Spionage und Sabotage in den Ländern des sozialistischen Lagers im Rahmen des „kalten Krieges“ vor. Empfänger dieser Dollarbeträge und anderer Zuwendungen von seiten amerikanischer und westdeutscher Konzerne waren durch Vermittlung des sogenannten Ministeriums für gesamtdeutsche Fragen des Herrn Jakob Kaiser solche Spionage- und Sabotageorganisationen wie z.B. die „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“, der „Untersuchungsausschuß freiheitlicher Juristen“ und der Apparat des Generals Gehlen.

„Wer sich über die Festsetzung solcher Elemente durch die Sicherheitsorgane der Deutschen Demokratischen Republik beklagt, soll dafür sorgen, daß keine Agenten in das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik geschickt oder hier angeworben werden. Jeder Versuch dieser Art wird genauso zusammenbrechen, wie der faschistische Putsch vom 17. Juni 1953, mit dem die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik gestürzt werden sollte. Heute liegen umfangreiche dokumentarische Beweise darüber vor, daß am 17. Juni 1953 versucht wurde, die Deutsche Demokratische Republik mit Waffengewalt zu erobern und einen Bürgerkrieg zu entfesseln, der in den dritten Weltkrieg münden sollte.“

Quelle: Ausschuß für deutsche Einheit (Hrsg.) „250 Fragen – 250 Antworten über die Deutsche Demokratische Republik“, Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1954, S.24.

Was war das Ziel der demokratischen Kräfte?

Das Ziel der demokratischen Kräfte war es, einen gewaltsamen faschistischen Putsch, einen Rückschritt in die braune, nazistische Vergangenheit, zu verhindern. Deshalb wurde zur Verteidigung des Sozialismus gegen diese Gewalt nun auch staatliche Gewalt eingesetzt. Daß es dabei nicht soweit kam wie in Ungarn 1956, als faschistische Banditen Kommunisten auf offener Straße lynchten, erschossen und erhängten, war allein dem entschlossenen Eingreifen der Sowjetarmee zu verdanken.


Die Gewalt des imperialistischen Systems

Der US-amerikanische Politiker W. Fulbright schrieb:

„Wir haben eine Gesellschaft begründet, deren Hauptbeschäftigung die Gewalt ist. Die größte Bedrohung für unser Land stellt nicht irgendeine ausländische Macht dar, sondern unser eigener Militarismus. Man könnte den bitteren Eindruck gewinnen, daß wir Amerikaner an den Krieg gewöhnt seien. Mittlerweile sind wir seit mehreren Jahren entweder im Krieg oder bereit, einen solchen in irgendeiner Region der Welt auszulösen. Krieg und Militarismus sind untrennbarer Teil unseres Alltags geworden und die Gewalt das Hauptprodukt unserer Wirtschaft.“

Quelle: T. K. Belaschtschenko, USA: 200 Jahre – 200 Kriege, S. 4, Moskau, 1976 (russ.)

Und weiter heißt es dort:

„Selbst die offizielle amerikanische Geschichtsschreibung kommt nicht umhin anzuerkennen, daß die Streitkräfte der Vereinigten Staaten allein im 19. Jahrhundert an ungefähr 120 Eroberungskriegen teilgenommen und mehr als 8.600 militärischen Feldzüge oder bewaffnete Operationen durchgeführt haben.“

Quelle: ebd., S. 4

Der Ex-Präsident der Vereinigten Staaten, H. Hoover (1929 – 1933), hat ernsthaft und zynisch erklärt:

„Um die Wahrheit zu sagen – das Ziel meines Lebens ist die Auslöschung der Sowjetunion.“

Quelle: Journal San Francisco News, vom 1. August 1934

Dasselbe Ziel verfolgten auch die Nazis und später Goratschow!


Der Begriff „kommunistische Gewalt“ ist also im Grunde nichts anderes als eine gefährliche Verharmlosung des Imperialismus. 


Was hat das mit Antikommunismus zu tun?

Der Antikommunismus verketzert und verteufelt jeglichen gesellschaftlichen Fortschritt als Inbegriff des Schlechten, Ungesunden und Verwerflichen in der Menschheitsentwicklung und, wie die Geschichte lehrt, nicht ohne Erfolg. Die Lügen des Antikommunismus reichen von den Behauptungen, die Kommunisten wollen das persönliche Eigentum, die Nationalität und die Freiheit abschaffen, die Persönlichkeit und die Familie aufheben und die Weibergemeinschaft einführen, mit denen sich schon Marx und Engels im Kommunistischen Manifest auseinandersetzen mußten, bis zu den neuen Argumenten, daß es eine kommunistische Bedrohung gäbe, daß in den sozialistischen Ländern Totalitarismus und Unfreiheit geherrscht hätten.

Der Antikommunismus beruht auf Lügen

Sein verleumderischer Charakter ist die logische Folge seiner Feindschaft gegenüber dem gesellschaftlichen Fortschritt. Wo gegen die Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung, wo gegen die notwendige Ablösung einer Gesellschaftsformation durch eine andere Front gemacht wird, ergibt sich zwangsläufig eine verzerrte Widerspiegelung der Wirklichkeit, insbesondere der Kräfte, die den Fortschritt durchsetzen und diesen Fortschritt repräsentieren. Daher ist der Antikommunismus unvereinbar mit Objektivität.

Jedoch nicht jede nichtmarxistische Auffassung, nicht jede bürgerliche Politik ist antikommunistisch. Zwar sind im Grunde genommen alle gegenwärtigen bürgerlichen philosophischen, soziologischen, ökonomischen u.a. Gesellschaftslehren mit dem Marxismus-Leninismus unvereinbar, weil der dialektische und historische Materialismus als weltanschauliche Basis der sozialistischen Ideologie jede Form des Idealismus und des mechanischen Materialismus ausschließt. Aber allein deswegen sind diese bürgerlichen Gesellschaftslehren noch nicht antikommunistisch.

Haßerfüllte Feindschaft

Antikommunismus ist die systematische, verleumderische und haßerfüllte Feindschaft gegen Theorie und Praxis des Sozialismus mit dem Ziel, beide zu vernichten und die demokratischen Kräfte im Lande niederzuhalten. Es handelt siech beim Antikommunismus um eine aggressive reaktionäre Haltung, die jeden echten Dialog ausschließt, die schöpferische politische Verhandlungen ablehnt, normale Beziehungen zwischen Staaten mit unterschiedlicher Gesellschaftsordnung hintertreibt. In diesem Sinne gibt es einen ideologischen und politischen Antikommunismus, der seinem Wesen nach zutiefst antihumanistisch, antidemokratisch und fortschrittsfeindlich und beim gegenwärtigen Kräfteverhältnis in der Welt und bei der bekannten Waffentechnik besonders verbrecherisch ist.

Was ist das Ziel dieser haßvollen Verleumdungen?

Das Ziel besteht im Darstellen der Gewalt als unbedingte Begleiterscheinung des politischen Systems des Sozialismus. Diese auf jeden Fall und unter allen Umständen auftreten sollende Gewalt der Sowjetmacht ist ein nützliches Argument für die Feinde des Sozialismus, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. So wird mittels Verleumdungen der Sowjetmacht und natürlich auch seines führenden Vertreters, Joseph Stalin, die Kriminalisierung des Sozialismus betrieben. Es handelt sich in der Tat um die feste Verankerung von Haß gegen den Marxismus-Leninismus und den Sozialismus.

Wie kann der Antikommunismus überwunden werden?

Die richtige Differenzierung zwischen den militanten antikommunistischen und solchen Kräften, die nicht Marxisten sind, aber in der BRD aktiv für demokratische Veränderungen eintreten, ist für die Formierung einer breiten Front gegen das Monopolkapital notwendig. Der Antikommunismus kann, wie die Entwicklung der DDR gezeigt hat, im Prozeß demokratischer und sozialistischer Umgestaltung überwunden werden, indem die ökonomische und politische Macht der Großbourgeoisie durch die ökonomische und politische Macht der Arbeiter und Bauern im Bunde mit allen anderen demokratischen Kräften ersetzt wird.

Quelle: Sachwörterbuch der Geschichte (2 Bde.), Dietz Verlag Berlin, 1969, Bd.1. S.80f. (gekürzt u. bearb.)

Literatur:
Geschichte, Lehrbuch für die Klasse 9, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1978, S.145f.
J. Kuczynski/W. Steinitz (Hrsg.) „Deutschland“, Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1953, S.176-178
Michail Kilew „Chruschtschow und der Zerfall der UdSSR“. In: offen-siv, Heft 7/2010, S.129-133.

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4 Antworten zu Ein deutsches Denkmal – Diffamierung der Kommunisten und die Verharmlosung der imperialistischen Gewalt

  1. Eleonore Kraus schreibt:

    Lieber Sascha, für die Klarheit deiner Gedanken, sowie den unerschütterlichen Mut dafür Sorge zu tragen, dass unsere revolutionäre Geschichte mit den großen Sieg über die Barberei nicht im Strudel des Vergessens, in der Lüge und im Betrug untergeht. Dafür danke ich dir.
    Berührend mit welcher Hingabe und Aufrichtigkeit du es immer wieder möglich machst, dass Hirn und Herz angesprochen werden soll hier ausdrücklich eine Erwähnung finden.
    Ein substantieller und geerdeter Artikel, dem sicherlich viel Arbeit und Mühen vorausgegangen sind. Ein Gang durch einen Teil unserer bewegten Geschichte.
    Mehr davon !

  2. Johann Weber schreibt:

    Lieber sascha, vielen, vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag. Besser kann man diese Diffamierung der Kommunisten nicht bloß stellen.

    Das die sowjetische Regierung die Verantwortlichen, die für millionenfachen, bestialischen Greueltaten die Verantwortung trugen, zur Rechenschaft zog, ist Gerechtigkeit.

    Hier ein Beispiel von zehntausend vergleichbaren Verbrechen, das an ein solches bestialische Verbrechen, von Deutschen begangen, erinnert. Es ist die Vernichtung von 200.000 Warschauern und die komplette Zerstörung der Stadt Warschau:
    Das Massaker von Wola / Warschauer Aufstand 1944

    Ich stelle mir die Frage, mussten die Verbrecher nicht zur Verantwortung gezogen werden?
    Ich sage ja. Würde ich diese Frage anders beantworten, müsste ich es mir gefallen lassen, wenn ich dann als Sympathisant dieser mit Steuergeldern finanzierten Bewegung „Den Opfer kommunistischer Gewalt 1945-1989“ bezeichnet würde.
    Das will ich nicht, ich will Gerechtigkeit. Der Film zeigt, wie dieser Mörder auf der Alt-BRD-Seite zur Verantwortung gezogen wurden.
    Hinweis: Dieser Film wurde am 23.12.2018 auf youtube eingestellt. Bisher haben 283 Besucher diesen Film gesehen. Es gab ganze 6 Kommentare.

  3. Pingback: Peter Franz: Martialische Idole | Sascha's Welt

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