Zeitungsfritzen

journalistZeitungsfritzen, vor allem auch jüngere, sind nicht immer mit jener Klugheit begabt, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden weiß. Man gewinnt vielmehr den Eindruck, sie seien oft nur dazu da, um ranzige, westliche Vorurteile über die DDR zu bestätigen. Und die finden dann ihren hämisch-geistlosen Ausdruck in solchen Sterotypen wie „DDR-Überwachungsstaat“ oder „DDR-Erziehungmethoden“. Mag sein, vielleicht hilft es auch der eigenen Karriere, solches nachzubeten. Zumal westlich geprägte Überväter in den Chefsesseln der Redaktionen, von deren Zuspruch man ja abhängig ist, noch immer vom Adenauerschen Haß auf die „Soffjetzone“ und von einer für den gebildeten DDR-Bürger unerklärlichen Borniertheit beseelt sind.

Das macht sich zum Beispiel an solchen lockeren Redensarten fest, wie der eines dieser satten, selbstzufriedenen Bundesbürger, der ein solches geistiges Exkrement absonderte, wie  „Ist rot der Geist und grün der Sinn, dann ist im Schädel Scheiße drin.“ – Ein unverkennbar westliches „Bonmot“! Natürlich sind nicht alle so. Doch im Unterbewußtsein, bestärkt auch durch die lang erstrebte und ersehnte Niederlage des Sozialismus in der DDR, gärt in so manchen Köpfen noch immer die durch nichts bewiesene „Überlegenheit“ des Marktkapitalismus über die sozialistische Planwirtschaft. Sie geht einher mit einer nicht zu überbietenden, plakativen Arroganz, die wohl schon die Väter derer in sich trugen, die heute im eignen Gartenstuhl zwischen Blumenbeeten sitzend, große Töne spucken.

Jubelnd waren deren Väter einst ihrem Führer gefolgt, um ferne Ostgebiete zu erobern und vom „Grauen des Bolschewismus“ zu „befreien“. Daß jene kruppstahlgeprägten „Helden“, wenn überhaupt, nur mit blutigen Händen und geschundenen Köpfen zurückkamen, darüber wurde gern geschwiegen. Und so verschließt sich auch heute der deutsche Michel nur allzu gerne und wohlgefällig vor den tatsächlich immer mehr anschwellenden sozialen und ökologischen Problemen, wählt CDU – auch wenn längst erwiesen ist, daß deren chaotische Inkompetenz nichts anderes ist als das Hüh und Hott der Großbourgeoisie, und pflegt ansonsten die Ruhe seiner Vorurteile. Wohin das Ganze führt? Man weiß es nicht! Auch die Geduld der Zeitungsleser hat ihre Grenzen. Wir aber halten uns aber an Karl Marx und Friedrich Engels, die einst sagten:

„…das moderne bürgerliche Privateigentum ist der letzte und vollendetste Ausdruck der Erzeugung und Aneignung der Produkte, die auf Klassengegensätzen, auf der Ausbeutung der einen durch die andern beruht. In diesem Sinn können die Kommunisten ihre Theorie in dem einen Ausdruck: Aufhebung des Privateigentums, zusammenfassen.

Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei. Werke, Dietz Verlag Berlin, 1977, Bd.4, S.475

Und wir halten uns auch an Stalin, der schrieb:

Wir möchten außerdem, daß sich die Arbeiter nicht auf die Sympathie beschränken, sondern an der Leitung unserer Zeitung aktiv mitarbeiten. Mögen die Arbeiter nicht sagen, Schriftstellerei sei für sie eine „ungewohnte“ Arbeit: Die Arbeiterjournalisten fallen nicht fertig vom Himmel, sie werden nur nach und nach, im Laufe der literarischen Arbeit herangebildet. Man muß nur mutig ans Werk gehen: ein paarmal wird man stolpern, und dann lernt man schreiben …

J.Stalin, Unsere Ziele. In.: Werke, Dietz Verlag Berlin, 1950, Bd.2, S.227.

 

Dieser Beitrag wurde unter Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Zeitungsfritzen

  1. giskoe schreibt:

    Man bedenke, daß auch heuer wieder Mathias Döpfner vom Springer-Imperium Teilnehmer bei der Bilderberger-Konferenz ist, wie es Bsirske und Flinten-Uschi waren und auch AKK heute und morgen ist -> https://www.bilderbergmeetings.org/meetings/meeting-2019/participants-2019

  2. Rolf schreibt:

    Den Jungen kann man nicht so den Vorwurf machen – auch wenn er berechtigt ist. Sie haben nichts anderes gelehrt und vorgelebt bekommen. Und richtig, „diese Literatur“ wird auch gut bezahlt, besser als der „wissenschaftliche Historiker“. Traurig machen mich immer wieder die Aussagen von ehemaligen (alten) DDR-Bürgern – die sollten es doch eigentlich besser wissen – aber leider. Sie genossen eine gute Bildung, die war bei manchem – leider – nicht nur kostenlos sondern auch umsonst …
    Rolf

  3. Johann Weber schreibt:

    Rolf, danke für Deine Anmerkung: „Traurig machen mich immer wieder die Aussagen von ehemaligen (alten) DDR-Bürgern – die sollten es doch eigentlich besser wissen – aber leider. Sie genossen eine gute Bildung, die war bei manchem – leider – nicht nur kostenlos sondern auch umsonst …“

    Obwohl ich ein Wessi bin, habe ich auch dies leider feststellen müssen.
    Jüngstes Beispiel, Peter Sodann und Hausbesitzervertreter Karl-Heinz Gobst:

    „Wer heute hier von Enteignungen redet, weiß nicht, was die Wohnungspolitik der DDR angerichtet hat, auch in Halle – der hat die Stadt vor 1990 nicht gesehen“, sagt Karl-Heinrich Gobst. Vor ihm hatte es ein späterer hallescher Ehrenbürger drastischer ausgedrückt: Theaterintendant und „Tatort“-Kommissar Peter Sodann, der auch mal für die Partei „Die Linke“ für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte, meinte: Wenn es hier nur noch fünf Jahre so weitergegangen wäre, dann, so Sodann, „würden wir jetzt alle in Zelten hausen.“
    https://www.mz-web.de/halle-saale/verdraengter-skandal-der-ddr-die-faktische-enteignung-von-privateigentum-32595718

    Peter Sodann kennt fast jeder. Aber wer ist dieser Herr Gobst?

    Ein Artikel in der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“, vom 26. Juli 1993 klärt auf:
    „Halle. Aus dem Image des bösen Kapitalisten will die hallesche Vereinigung der Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer (Haus Grund Halle) heraus. ,Wir sehen die Mieter nicht als zahlende Objekte, sondern als Partner, und kennen deren Sorgen um bezahlbare Wohnungsmieten auch selbst“, so Karl-Heinz Gobst. Er leitet die Interessenvereinigung von etwa 1 000 privaten Grund- und Wohnungseigentümern der Saalestadt und deren Umgebung nicht nur, sondern sieht dabei auch die Probleme der Mieter. Für nicht vertretbar hält er regelmäßige Mieterhöhungen, zumal ab 1. Januar 1994 die Preise je Quadratmeter durch Beschaffenheitszuschläge um 60 Pfennig erhöht werden können. Gobst weist einen anderen Weg: Wir müssen so schnell wie möglich von den festgeschriebenen Mieten weg.‘

    Ab Sommer 1995, so die Vorstellungen des Verbandes, könnte ein Vergleichsmietensystem eingeführt werden, das sich an den ortsüblichen Preisen orientiert. Damit, so meint der Verbandschef, würde erstmals ein marktwirtschaftliches System in der Wohnungswirtschaft der neuen Länder eingeführt. Der Vermieter kann nach bundesdeutschem Recht die Miete an das Vergleichsmietenniveau jährlich um 20 Prozent erhöhen. Um einen sozialen Ausgleich zu schaffen, sieht Haus & Grund Halle vor allem die Politiker in der Pflicht. Deren Aufgabe müsse es sein, eine einfache und günstige Wohngeldregelung zu schaffen. […] Wären 1994 nicht Wahlen, meint der Vertreter von Haus & Grund, würden die Politiker bei diesem Vorschlag sicherlich mitziehen. Sollte dies aber nicht bewerkstelligt werden können, muß der Staat die Mieten in den neuen Bundesländern subventionieren. Sie seien mit einem Durchschnittspreis von 4,00 bis 4,60 Mark in Halle bei weitem nicht kostendeckend. Vier Mark müsse der private Vermieter gegenwärtig aus eigener Tasche hinzuzahlen.“

    • sascha313 schreibt:

      Es ist klar, Herr Sodann war niemals ein „Freund der DDR“, erst recht kein Kommunist. Er war und bleibt ein Opportunist, der sich stets in die „richtige“ Windrichtung zu drehen vermocht hat. So ehrenwert sein Versuch auch ist, DDR-Bücher vor der Vernichtung zu retten, so widerlich ist seine Anbiederung an die Bourgeoisie und deren Fußvolk. Und was den anderen Herrn betrifft, so ist sein kapitalistisches Profitstreben ja nicht verwunderlich.

  4. Johann Weber schreibt:

    Nachfolgendes bedarf keiner Erklärung.

    ERKLÄRUNG FÜR DIE VERTRETER DER AUSLÄNDISCHEN PRESSE
    ÜBER DIE GEFÄLSCHTEN „ARTIKEL STALINS“:

    In Beantwortung einer Anfrage der Vertreter der ausländischen Presse in Moskau (Associated Press, Agentur Wolff, ,,Neue Freie Presse“ usw.) im Zusammenhang mit den gefälschten „Artikeln Stalins“ halte ich es für nötig, folgendes zu erklären.
    Es besteht jetzt wohl kaum eine Notwendigkeit, die Fälscher aus dem „New York American“, der Agentur Wide World News oder des Anglo-American Newspaper Service zu widerlegen, die alle möglichen Märchen in Form von in Wirklichkeit nicht existierenden „Artikeln Stalins“ über die „Luftstreitkräfte“ der UdSSR, über die „Aussöhnung“ der Sowjetmacht mit der „rechtgläubigen Kirche“, über die „Rückgabe der Erdölbesitzungen“ in der UdSSR an die Kapitalisten usw. verbreiten. Es besteht keine Notwendigkeit, sie zu widerlegen, da diese Herren sich selbst in der Presse entlarven eben als berufsmäßige Fälscher, die vom Handel mit Fälschungen leben. Es genügt, die dieser Tage in der Presse abgegebenen „Erklärungen“ dieser Herren zu lesen, in denen sie versuchen, ihr gaunerisches Treiben zu „rechtfertigen“, um zu begreifen, daß wir es hier nicht mit Pressevertretern zu tun haben, sondern mit Banditen der Feder.

    Dennoch bin ich bereit, auf die Anfrage der Pressevertreter zu erklären, daß
    a) mir ein „Hermann Godfrey“ oder irgendwelche anderen Vertreter der ausländischen Presse, die mich interviewt haben sollen, niemals vor Augen gekommen sind;
    b) ich im letzten Jahr weder diesen Herren noch irgendeinem anderen Vertreter der ausländischen Presse irgendein Interview gegeben habe;
    c) ich weder im „Präsidium des Moskauer Sowjets“ noch im „Moskauer Komitee“ der Partei irgendwelche Reden über die „Rückgabe der Erdölbesitzungen“ in der UdSSR an die Kapitalisten, über die „rechtgläubige Kirche“ oder über die „Luftstreitkräfte“ der UdSSR gehalten habe;
    d) ich keinerlei „Artikel“ oder „Notizen“ in diesem Sinne an die Presse gegeben habe. [..]

    „Heute wurde mir im Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten erklärt, daß hier ernstlich die Frage erwogen werde, in New York gegen die Zeitung ,New York American‘ und gegen die Hearst-Zeitungen überhaupt ein Gerichtsverfahren anzustrengen mit dem Ziel, der Verbreitung von Artikeln mit der Unterschrift Stalins ein Ende zu machen. Die Behörden erheben besonders heftig Einspruch gegen die Notiz im ,New York American‘ vom 6. November mit der Überschrift: ,Ausnutzung der Kirche zur Unterstützung der Sowjets‘, worüber angeblich Stalin ein vertrauliches Referat in der Sitzung des Moskauer Präsidiums gehalten haben soll. Nach Mitteilung des Volkskornmissariats für Auswärtige Angelegenheiten stellen diese Artikel eine reine Erfindung dar. Reswick, 1. Dezember 1927.“

    Wurde dieses Telegramm in den USA abgedruckt? Und wenn nicht, warum nicht? Nicht vielleicht deshalb, weil die Veröffentlichung des Telegramms des Herrn Reswick die Einnahmequellen des amerikanischen Ungarn oder des ungarischen Amerikaners, Herrn Korda, zum Versiegen gebracht hätte? [..]

    ,,Werte Genossen! Das Ausschnittbüro Argus schickte mir einen Ausschnitt der Zeitung ,New York American‘ (vom 12. Juni 1927) mit einem Interview, das ich angeblich einem gewissen Cecil Winchester gegeben haben soll. Hiermit erkläre ich, daß mir niemals irgendein Cecil Winchester vor Augen gekommen ist, daß ich weder ihm noch irgend jemand anderem irgendein Interview gegeben habe und absolut keine Beziehun­gen zum ,New York American‘ habe. Wenn das Ausschnittbüro Argus kein Büro von Gaunern ist, so ist anzunehmen, daß es von Gaunern und Erpressern irregeführt worden ist, die Beziehungen zum ,New York American‘ haben. J. Stalin, 11. Juli 1927.“
    Nichtsdestoweniger setzen die Fälscher aus der Organisation des Herrn Korda ihr gaunerisches Treiben fort … [..]
    16. Dezember 1927.

    Quelle: J. Stalin, „Prawda“ Nr.290, 18. Dezember 1927.
    Entnommen aus J.Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1952, Bd.10 S.324-327,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s