Der Bezirk Gera – ein Symbol des Sozialismus in der DDR

Gera. Blick zum Interhotel

Das Interhotel Gera und der Wohnblock dahinter mußten einem Einkaufstempel weichen…

Warum wir hier ausgerechnet über eine heute ziemlich unbedeutende Stadt wie Gera berichten, hat seinen Grund. Vor dreißig Jahren war diese Stadt mit über 120.000 Einwohnern nun schon seit vielen Jahren eine wirtschaftlich blühende und belebte Stadt, ein Zentrum des sozialistischen Aufbaus. Gera war traditionell eine Arbeiterstadt und die viertgrößte Bezirkshauptstadt im Süden unserer Deutschen Demokratischen Republik. Nach der Konterrevolution veränderte sich alles gründlich: Hunderte Großbetriebe im Bezirk Gera wurden zerschlagen, Hunderttausende Werktätige wurden enteignet und in die Arbeitslosigkeit getrieben, sämtliches Volkseigentum wanderte in die Taschen westlicher „Investoren“, deren einziges Ziel es war, der drohenden Krise Westdeutschlands zu entkommen und dabei selbst noch das große Geld zu machen. Dieser Gauner-Coup gelang! Die DDR wurde zu einem Selbstbedienungsladen ohne Kasse.

Auch noch heute verlassen jährlich Tausende die ostdeutschen Provinzen und suchen ihr „Glück“ in den westlichen und südlichen Bundesländern der BRD. Aber es gibt noch einen anderen Grund: Das ist die hohe Zahl von AfD-Wählern im Osten und der hämisch-arrogante Spruch eines verbohrten Antikommunisten, der dazu aufrief, die Stadt Gera zu verlassen. Nun kann man sicherlich den Unmut und die Enttäuschung vieler Ostdeutscher verstehen, denen einst blühende Landschaften versprochen worden waren, was heute aber allenfalls für die Kapital-Besitzer zutrifft, nicht aber für die Klasse der Werktätigen und für die übergroße Mehrheit der in Gera verbliebenen Rentner. Sehen wir nun, wie es vor 30 Jahren in Gera aussah und was man darüber schrieb…

Der Bezirk Gera

Wie in allen Bezirken unserer Republik, erbringen auch die Bürger des Bezirkes Gera unter Führung der SED den Beweis, daß der Sozialismus auf deutschem Boden das Wohl und das Glück, die Freiheit und die Würde des Menschen verwirklicht. Im Bezirk Gera hat sich in den wenigen Jahrzehnten seit 1952 und insbesondere seit dem VIII. Parteitag der SED im Jahre 1971 mehr zum Guten verändert als in den Jahrhunderten der wechselvollen Thüringer Geschichte zuvor.

Aus der Geschichte Ostthüringens

Thüringen – das war noch bis in die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts ein von feudaler Kleinstaaterei und provinzieller Enge gezeichneter Teil Deutschlands, in dem sich der gesellschaftliche Fortschritt nur langsam Bahn brach. Auf dem Lande herrschte der bäuerliche Klein- und Mittelbetrieb vor, der sich recht und schlecht über Wasser hielt. Viele Landbewohner fristeten als Waldarbeiter ein ärmliches Dasein. Als Notstandsgebiet galt auch das »Holzland«, das im wesentlichen die heutigen Kreise Eisenberg, Stadtroda und Jena-Land umfaßte. Als sich kapitalistische Unternehmen entwickelten, überwog jahrzehntelang einseitig die Textilindustrie. Die ostthüringischen und westsächsischen Textilarbeiter traf ein besonders hartes Los rücksichtsloser Ausbeutung, gegen das sie sich in machtvollen Streiks immer wieder auflehnten.

Ein sozialistischer Industriebezirk

Heute wird das Antlitz des Bezirkes Gera durch eine moderne sozialistische Industrie mit einem beachtlichen Wissenschaftspotential und leistungsfähigen Kombinaten geprägt, von einer effektiven Landwirtschaft, einem regen geistig-kulturellen Leben. Neuerbaute und modernisierte Wohnungen, die liebevolle, sorgfältige Rekonstruktion der historischen Stadtzentren in der Bezirksstadt Gera, in Jena, Saalfeld, Rudolstadt und Greiz, schöne und produktive Dörfer mit typischem Thüringer Kolorit, beispielsweise den schmucken Fachwerkbauten, moderne Kultur-, Sport-, Erholungs- und Gesundheitseinrichtungen sind Visitenkarten des Bezirkes.

Worauf die Geraer besonders stolz sind…

Gera_4Besonders stolz sind die Bürger auf das beachtliche volkswirtschaftliche Gewicht ihres Bezirkes. Auf der Grundlage der ökonomischen Strategie der SED trägt der Bezirk Gera eine wachsende volkswirtschaftliche Verantwortung für die Entwicklung und Anwendung der Hoch- und Schlüsseltechnologien in der DDR. Dank dem Fleiß und dem Schöpfertum der Werktätigen werden im Bezirk Gera fast 5 Prozent der Industrieproduktion der DDR erzeugt. Mehr als 42 Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Industrie, fast 10 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft und 6,5 Prozent im Bauwesen. Der Anteil des Bezirkes Gera an der DDR-Produktion im Bereich Elektrotechnik/Elektronik/Gerätebau beträgt über 11 Prozent.

Wie nach dem Krieg alles begann

Zu Beginn der fünfziger Jahre war für den Bezirk Gera eine breit gefächerte Textilindustrie kennzeichnend, die 1949 mit 27 Prozent den größten Industriezweig bildete. Heute beträgt ihr Anteil trotz absoluten Anstiegs ihres Produktionsvolumens nur noch etwa 9 Prozent. Dagegen stiegen die Anteile der Elektrotechnik/Elektronik von 6 auf über 40 Prozent, der chemischen Industrie von 4 auf über 13 Prozent und des Maschinen- und Fahrzeugbaus von 10 auf über 14 Prozent. Das Profil der Industrie im Bezirk Gera ist also komplexer geworden.

Wissenschaft und Industrie im Bezirk Gera

Vom stürmischen gesellschaftlichen Fortschritt des Teiles Thüringens, der heute den Bezirk Gera bildet. zeugt auch das Wachstum des geistigen Potentials. Bis 1945 gab es außer der altehrwürdigen Jenaer Universität kaum nennenswerte wissenschaftliche Institutionen. Heute haben neben der Alma mater jenensis 13 Fachschulen, 4 Institute der Akademie der Wissenschaften der DDR sowie große Forschungsstätten der Industrie Einfluß auf das geistige Leben des Bezirkes. Ausbildungsstand der Berufstätigen in der sozialistischen Wirtschaft im Bezirk Gera (Prozent)

Zahlen

Ein international hochgeachteter Industriestandort

Gera_CZ_JenaWeit über die Grenzen unseres Landes hinaus genießen Erzeugnisse aus dem Kombinat VEB Carl Zeiss JENA einen guten Ruf. An mehr als 140jährige Traditionen anknüpfend, entwickelt sich das Kombinat zu einem Zentrum der Hochtechnologie in der DDR. Das Erzeugnisprofil reicht von Geräten zur Erkundung des Weltalls und der Erde bis zu Anlagen für die Bearbeitung kleinster Strukturen für die Mikroelektronik, von Behandlungs-· und Beobachtungseinrichtungen für das Gesundheitswesen bis zu Meß- und Kontrolleinrichtungen in der metallverarbeitenden Industrie, von optischem Glas bis zu Hauswirtschaftsglas und anderen Konsumgütern.

Es gibt heute kein feinmechanisch-optisch-elektronisches Unternehmen der Welt, das hinsichtlich der Sortimentsbreite der Erzeugnisse und der bearbeiteten wissenschaftlich-technischen Aufgaben in der Grundlagen-, Vorlauf- und angewandten Forschung mit dem Zeiss-Kombinat vergleichbar wäre. 69.000 Werktätige bringen in 800 Haupterzeugnisse ihr Schöpfertum und die traditionelle Zeiss-Präzision ein.

Namhafte Großbetriebe im Bezirk Gera

  • Eine große Bedeutung für den Vormarsch der Schlüsseltechnologien in der Republik hat auch das Kombinat Keramische Werke Hermsdorf. Seine 24.000 Beschäftigten produzieren vor allem Erzeugnisse der Hybridmikroelektronik, der technischen Keramik, der Elektroinstallation und der säurefesten Steinzeugkeramik.
  • Zeugnis vom Wissen und Können der Werktätigen in den sechs zentral- und den zehn bezirksgeleiteten Kombinaten sowie weiteren Betrieben des Bezirkes legen viele Erzeugnisse ab: Monitore, Kondensatoren und Kassettenrecorder aus dem VEB Elektronik Gera und attraktive, moderne Wohnraum- und Schlafraummöbel aus dem Möbelkombinat Zeulenroda.
  • Das Chemiefaserkombinat Schwarza »Wilhelm Pieck« mit seinen 29.000 Beschäftigten stellt fast jede vierte Tonne synthetische Seide der Republik her, die zu pflegeleichten modischen Bekleidungs- und Raumtextilien verarbeitet wird.
  • Größter Formstahlproduzent der Republik ist der VEB Maxhütte Unterwellenhorn.
  • Zum Ruf der DDR, ein »Leseland« zu sein, trägt das Karl-Marx-Werk Pößneck bei. Es ist der größte Buchhersteller der Republik. 1990 wollen die Karl-Marx-Werker 40 Millionen Bücher drucken und binden.
  • Zartes, formschönes Porzellan kommt aus dem Kombinat Feinkeramik Kahla, größter Porzellanhersteller unseres Landes.
  • Erzeugnisse des Werkzeugmaschinen- und Maschinenbaus aus dem VEB Werkzeugmaschinenfabrik UNION Gera, dem VEB Werkzeugmaschinenfabrik Saalfeld, dem VEB Werkzeugmaschinenfabrik Zeulenroda, dem VEB Textilmaschinenbau Gera, dem VEB Plasttechnik Greiz und Werkzeuge aus dem VEB Werkzeugfabrik Königsee werden in viele Länder der Erde exportiert.
  • Modische Miederwaren aus dem VEB elastic-mieder Zeulenroda sind im In- und Ausland gleichermaßen begehrt.

Sehenswürdigkeiten im Bezirk Gera

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Das Theater in Gera – heute ist es kackbraun nach dem Geschmack der neuen Herren

Viele Sehenswürdigkeiten hat der Bezirk Gera. Im reizvollen Schwarzatal, »an der Saale hellem Strande«, wie es in einem alten Volkslied heißt, am »Thüringer Meer« mit den Talsperren Hohenwarte und Bleiloch, im »Haus der Kultur« in Gera, in den Jenaer Gedenkstätten der deutschen Klassik oder in den zahlreichen Kultureinrichtungen und Museen des Bezirkes, überall finden die Bürger und ihre vielen Gäste aus dem In- und Ausland – es sind jährlich fast zwei Millionen – Bildung, Erholung und Entspannung. 28 Natur- und 26 Landschaftsschutzgebiete zeugen von der großen Aufmerksamkeit, die die sozialistische Gesellschaft der Erhaltung und dem Schutz der natürlichen Umwelt angedeihen läßt.


Traditionsreiche Geschichte

Der Bezirk Gera ist reich an progressiven, revolutionären Traditionen. In der frühbürgerlichen Revolution 1517 bis 1526 sind mit dem Namen Thomas Müntzer revolutionäre Forderungen und Kämpfe aufständischer Bauern auch aus Dörfern bei Gera, Jena, Kahla, Weida und Zeulenroda verbunden. Schleiz war ab 1838 Organisationsstützpunkt, ein »Zelt«, des »Bundes der Gerechten« – der einzige auf dem Territorium der heutigen DDR. Karl Marx promovierte 1841 an der Alma mater jenensis, der heutigen Friedrich-Schiller-Universität, zum Doktor der Philosophie. Schloß Kochberg, die Dornburger Schlösser und Jena waren Stätten des Wirkens von Goethe und Schiller, der beiden großen Dichter des deutschen Volkes. Hegel, Fichte, Schlegel, Schütz, Fröbel, Böttger, Duden, Haeckel, Brehm und Dix hatten auf dem Territorium des heutigen Bezirkes Gera wichtige Schaffensperioden. Persönlichkeiten wie Carl Zeiß, Ernst Abbe und Otto Schott begründeten den Weltruf unseres heutigen Kombinates VEB Carl Zeiss JENA.

Revolutionäre Arbeitertraditionen in Gera

Der 4. Vereinstag des Verbandes deutscher Arbeitervereine 1867 in Gera, auf dem August Bebel zum Präsidenten gewählt wurde, und die in Gera beginnende Agitationsreise Bebels durch Thüringen waren entscheidende Höhepunkte im Ringen um die Herausbildung der revolutionären deutschen Arbeiterpartei. Im Mai 1893 wurde auf der Konferenz deutscher Arbeiter-Turnvereine in Gera der »Arbeiter-Turner-Bund« gegründet. Die unter Leitung von Karl Liebknecht in Jena Ostern 1916 tagende illegale Reichskonferenz der oppositionellen Arbeiterjugend leitete einen neuen Abschnitt im Kampf der jungen Generation gegen den imperialistischen ersten Weltkrieg ein. Ein Beispiel an Mut und Entschlossenheit zur Verteidigung der Errungenschaften der Novemberrevolution gaben die Kommunisten, revolutionäre Sozialdemokraten und parteilose Arbeiter Ostthüringens bei der Niederschlagung des konterrevolutionären Kapp-Putsches 1920.

Kommunisten und andere Kämpfer gegen den Faschismus

Geraer Arbeiter gehörten zu den ersten in Deutschland, die Anfang 1919 Ortsgruppen der KPD (Spartakusbund) gründeten. Im Kampf gegen die faschistische Gefahr bereiteten Ostthüringer Antifaschisten in Gera, Jena, Bürgel und Hirschberg den Faschisten und Hitler selbst aufsehenerregende Niederlagen. Unvergessen ist der von den Genossen um Theodor Neubauer und Magnus Poser organisierte antifaschistische Widerstandskampf wie der Heldenmut des Geraer Kommunisten und sowjetischen Kundschafters Erwin Panndorf.

Erfolgreicher Aufbau des Sozialismus im Bezirk Gera

Gera_Karl_Marx_WerkSeit der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus verfügen die einst ausgebeuteten Proletarier des Zeiss-Konzerns, der Maximilianshütte von Flick, der Thüringischen Zellwolle AG oder des Geraer Textilgroßunternehmers Hirsch, die einstigen Untertanen der Fürsten von Reuß, von Hohenlohe oder von Schwarzburg-Rudolstadt über die Produktionsmittel, Bodenschätze, Bildungseinrichtungen und Kulturgüter und üben die Macht aus. Was sie erarbeiten, kommt ihnen selbst zugute. In nur 40 Jahren Arbeiter-und-Bauern-Macht stieg im Bezirk Gera die Produktion auf das 19fache. In lediglich 13 Arbeitstagen wird 1989 ebensoviel produziert wie im ganzen Jahr 1949, das sind in jeder Minute Waren im Werte von 200.000 Mark. Der Wert der Industrieproduktion des Bezirkes erreicht 1989 das l,4fache der industriellen Gesamtproduktion der DDR im Jahre 1949.

Die legendäre Maxhütte Unterwellenborn

Entscheidende Bedeutung für den Aufbau der Volkswirtschaft unseres Landes in den schweren Anfangsjahren hatte die unter dem Namen »Mutter der Metallurgie« bekannt gewordene legendäre Maxhütte Unterwellenborn, die bis 1952 der einzige Roheisenproduzent der DDR war. In dem ehemaligen Betrieb des Flick-Konzerns, der völlig veraltet und heruntergewirtschaftet übernommen wurde, standen damals die vier einzigen Hochöfen auf dem Territorium unserer heutigen Republik. (Demgegenüber gab es 120 Hochöfen auf dem Boden der jetzigen BRD.)

Gera_Maxhuette

Unter komplizierten Bedingungen – republikbekannt wurde unter anderem die Aktion »Max braucht Wasser«, eines der ersten großen Jugendobjekte der FDJ in der Geschichte unseres Staates – vollbrachten die Werktätigen heroische Leistungen, um die lebenswichtige Produktion wieder in Gang zu bringen und zu steigern. Das obere Saaletal entwickelte sich mit dem Bau der Pumpspeicherwerke Hohenwarte I und II zu einem Konzentrationsgebiet der Energiegewinnung durch Wasserkraft. Neben fünf kleinen Wasserkraftwerken arbeiten dort vier Pumpspeicherwerke; die Gesamtleistung beträgt rund 420 Megawatt.

Richtungsweisende Beschlüsse der SED

  • Mit der stürmischen Entwicklung der Produktivkräfte Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre wurde im Bezirk Gera ein neuer, entscheidender Profilierungsschritt zum umfassenden Aufbau der Mikroelektronik-In­dustrie und zur Meisterung weiterer Schlüsseltechnologien entsprechend der ökonomischen Strategie der SED eingeleitet. Die geschichtsgestaltende Kraft der Werktätigen unter Führung der Partei der Arbeiterklasse bewirkte, daß auch im Bezirk Gera vorausschauend alle erforderlichen Entscheidungen für den mit dem XI. Parteitag eingeleiteten neuen Abschnitt der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft getroffen wurden.
  • Systematisch wird das beachtliche materielle und geistige Potential des Bezirkes, der Kombinate und Betriebe, der Friedrich-Schiller-Universität und der im Bezirk ansässigen Institute der Akademie der Wissenschaften der DDR weiter ausgebaut, um die Vorzüge der sozialistischen Gesellschaftsordnung immer effektiver mit den Errungenschaften der wissenschaftlich-technischen Revolution zu verbinden und gleichzeitig soziale Sicherheit, die ständige weitere Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zu gewährleisten.
  • Den Werktätigen des Bezirkes wurde eine hohe Verantwortung für die Entwicklung, Produktion und Anwendung von Hoch- und Schlüsseltechnologien in unserer Republik und im Rahmen des RGW übertragen, um einen überdurchschnittlichen Beitrag für das dynamische Wirtschaftswachstum der DDR zu erarbeiten. Beispiele sind die Produktion höchstintegrierter mikroelektronischer Schaltkreise des 1- und 4-Megabit-Speicherniveaus sowie der folgenden Technologiestufen und die Entwicklung einer neuen Generation von Glashalbzeugen für die Lichtleiternachrichtenübertragung, der breite Einsatz elektronischer Rechentechnik, die Anwendung von CAD/ CAM-Technik, die Entwicklung und Produktion von Funktions- und Konstruktionskeramik, die Nutzung der Lasertechnik, biotechnologischer Verfahren in der Medizin und der Landwirtschaft sowie das Feststoffkonverterverfahren und die Herstellung von Modalfasern. Ein Großteil der Vorhaben zur beschleunigten Entwicklung und Anwendung dieser Schlüsseltechnologien wird gemeinsam mit Partnern in der Sowjetunion und in anderen RGW-Ländern verwirklicht.
  • Die Beschlüsse des XL Parteitages der SED bestimmen im Bezirk Gera den Alltag und den Lebensrhythmus der Menschen in Stadt und Land. Der Kurs der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik erschließt einen unerschöpflichen Kraftquell für immer wieder neue Initiativen, für Tatkraft und Schöpfertum. Im Fünfjahrplanzeitraum 1981 bis 1985 erreichten die Werktätigen den bisher höchsten Leistungsanstieg in der Geschichte des Bezirkes. Beispielsweise gelang es ihnen, die Nettoproduktion auf 185 Prozent und die Arbeitsproduktivität auf 181,4 Prozent zu steigern.
  • Erstmalig seit Bestehen des Bezirkes wurde 1986 die Arbeitsproduktivität schneller gesteigert als die Nettoproduktion. Gleichzeitig wurde der spezifische Materialverbrauch jährlich um mehr als sechs Prozent gesenkt. Auffallend ist, wie 1985 gegenüber 1980 die Entwicklung profilbestimmender Erzeugnisse verlief. Beispielsweise stieg die Produktion von Bildmeßgeräten auf mehr als 200 und die von mikrolithographischen Geräten auf fast 384 Prozent.
  • Herausragenden Anteil an diesen guten Ergebnissen haben die 55.000 Neuerer, die mehr als 2.300 Jugendbrigaden und über 250 Jugendforscherkollektive des Bezirkes, die sich als Stoßtrupp des Neuen bewähren. Mit ihren bahnbrechenden Leistungen bringen sie ihr tiefes Vertrauen in die Politik der SED zum Ausdruck.

Zur Wirtschafts- und Sozialpolitik

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In den 40 Jahren Arbeiter-und-Bauern-Macht auf deutschem Boden führte wie überall in der DDR auch im Bezirk Gera der Fleiß und der Ideenreichtum des Volkes zu beispielhaften ökonomischen und sozialen Ergebnissen. Niemals zuvor in der thüringischen und deutschen Geschichte haben sich im Verlaufe nur zweier Generationen die Lebensbedingungen der Menschen so grundlegend zum Guten gewandelt. Im Sozialismus ändert sich der Charakter der Arbeit. Die Werktätigen sind selbst die Eigentümer der Produktionsmittel und bestimmen über die Art und Weise der Produktion. Die Bürger des Bezirkes Gera spüren aus den Erfahrungen des eigenen Lebens, wie sich die dynamisch wachsende Wirtschaftskraft, wie sich hohe Leistungen am Arbeitsplatz für jeden einzelnen auszahlen. Das findet seinen Ausdruck in sozialer Geborgenheit vom jüngsten bis zum ältesten Bürger, in einem ständig steigenden Lebensniveau und in einer gesicherten Perspektive.

Vom kapitalistischen Armenhaus zu sozialistischer Vollbeschäftigung 

Teile des heutigen Bezirkes Gera, so das »Holzland«, aber auch Teile des Oberlandes (Kreis Lobenstein und Kreis Schleiz) gehörten unter kapitalistischer Herrschaft zu den Notstandsgebieten im damaligen Deutschland. Viele Familien litten unter der Arbeitslosigkeit. Seit mehr als 40 Jahren ist für die Werktätigen Thüringens Arbeitslosigkeit ein fremder Begriff. Vollbeschäftigung für alle Werktätigen, solide Berufsausbildung und ein siche­rer Arbeitsplatz gehören zu den selbstverständlichen Werten des Sozialismus.

Das sozialistische Wohnungsbauprogramm

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Die ehemalige Rudolf-Breitscheid-Straße – die Wohnblöcke links wurden alle abgerissen

Die Größe des sozialen Fortschritts empfinden die Bürger vor allem bei der Verwirklichung des Kernstücks des sozialpolitischen Programms der SED, des Wohnungsbauprogramms. Mit ihm wird in der Einheit von Neubau, Modernisierung, Rekonstruktion und Erhaltung die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990 gelöst. Damit geht ein jahrzehntealter Traum der Arbeiterklasse in Erfüllung. Älteren Bürgern des Bezirkes Gera sind noch jene ärmlichen Arbeiterwohnviertel mit engen Gassen und lichtlosen Hinterhöfen in Erinnerung, wie es sie vielfach in Gera, Jena, Greiz, Weida und weiteren Städten gab. Dieses traurige kapitalistische Erbe wurde unter großen Anstrengungen getilgt. Wohnkomfort, Licht, Luft und Sonne prägen heute die Arbeiterwohngebiete. Der gesamte Bezirk Gera ist ein einziger großer Bauplatz. Es wird schnell, modern und effektiv gebaut. Durch umfassende Intensivierung sowie die Erschließung territorialer Ressourcen wurde die Leistungsfähigkeit des Bauwesens bedeutend erhöht. 1989 umfaßt die Bauproduktion einen Wert von 1,65 Milliarden Mark.

Quelle:
Werner Ostwald (Hrsg.) Die DDR im Spiegel ihrer Bezirks, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1989, S.S.135-157 (Der Text wurde im Original beibehalten, aber  gekürzt u. mit Zwischenüberschriften versehen, N.G.)


Wenn man den Zustand des Bezirkes Gera mit der heutigen Region Osttthüringen vergleicht, so ergibt sich hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung tatsächlich kein erfreuliches Bild. Industriebrachen im stadtnahen und innerstädtischen Bereich zeugen noch immer von der radikalen Vernichtung sozialistischer Großbetriebe. Zwar gibt es in einigen Gewerbegebieten eine ganze Anzahl neu gegründeter Firmen, dennoch liegt die Arbeitslosigkeit insgesamt unverändert bei 8-10 Prozent (nach offiziellen Angaben natürlich viel niedriger: „so niedrig, wie noch nie!“), doch die Ausbeutung ist enorm. Und die Region ist überaltert, aber nicht aufgrund eines „demographischen Wandels“, sondern wegen der Abwanderung jüngerer Arbeitskräfte in die „alten“ Bundesländer. Mit hohem Aufwand und enormen Kapitaleinsatz wurden zahlreiche private und kommunale Immobilien, Schlösser und Burgen saniert und rekonstruiert, neue Straßen und Autobahnen wurden gebaut, andererseits wurden ganze Neubauviertel mit Tausenden Wohnungen abgerissen oder umgebaut, Dutzende Schulen wurden geschlossen. Und mehr als ein Fünftel der Kinder in Thüringen lebt unterhalb der Armutsgrenze – das besagt eigentlich schon alles!

pdfimage   Gera – Symbol des sozialistischen Aufbaus

Siehe auch:
Danke, lieber Genosse Gorbatschow!
Herr Gorbatschow, das werden wir Ihnen nie vergessen!
Die Spaltung Deutschlands und die Hetze gegen die DDR
Die große Verschwörung: Es gab keinen „Zusammenbruch“…

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7 Antworten zu Der Bezirk Gera – ein Symbol des Sozialismus in der DDR

  1. giskoe schreibt:

    „Max braucht Wasser“ – gab’s da nicht auch einen Film?
    Es war ein großes Schaffen und es war Kultur. Kultur für jeden! Theater-Abos über die Gewerkschaft, Gesundheitsfürsorge über die Betriebspolikliniken und die Kinderbetreuung auf den Spuren Fröbels. Die besten Traditionen für die, die die Werte erschaffen.
    Es ist erschreckend, wenn man das Gewesene mit dem Heutigen vergleicht: Bekommt man heute noch eine 3-Zimmer-Neubauwohnung für 86 Mark monatlich? Der Bahnkilometer zweiter Klasse kostete 8 Pfenning, genauso der Kilometer mit dem Überlandbus und auch die Kilowattstunde Elektroenergie. = Alles zum Wohl der Werktätigen.
    Heute? 860 € Monatsmiete für 2-3 Zimmer + Nebenkosten ohne Strom = Alles zum Wohl des Kapitals.

  2. Ossi bleibt Ossi schreibt:

    Hat dies auf rh-netz-meinungen rebloggt und kommentierte:
    Es ist wichtig unseren Kindern und Enkeln zu zeigen was und wer die DDR war. Lügen darüber gibt es zu Hauf.

  3. Johann Weber schreibt:

    Auch das war der Bezirk Gera.

    Neues Deutschland vom 9. Juni 1951:
    Eisenbahner auf Friedenswacht
    Sonderleistungen zum Tag des deutschen Eisenbahners

    Gera (Eig. Ber.). Bahnbetriebswerke und Bahnhöfe des Bezirks Gera verpflichteten sich, drei weitere Komplexbrigaden zu bilden, um damit eine 15prozentige Steigerung der bisher gefahrenen Schwerlastzüge zu erreichen. Die Belegschaft der Bahnmeisterei I, Gera, will die Oberbau- und Planungsarbeiten der Umladeanlagen am Geraer Hauptbahnhof zehn Wochen vorfristig fertigstellen. Die Jugendkolonne May hat zu Ehren des Tages des deutschen Eisenbahners ihre Norm freiwillig um 10 Prozent erhöht.“

    Berliner Zeitung vom 23. Juni 1953:
    Regierungsbeschlüsse schnell verwirklicht
    Behörden arbeiten unbürokratisch / Hilfe für Handwerker

     Gera (ADN). Im gesamten Bezirk Gera arbeiten die staatlichen Organe unbürokratisch und schnell an der Durchführung der Regierungsbeschlüsse vom 11. Juni. Zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe, private Industrie-Unternehmungen und Geschäfte worden bereits zurückgegeben.
     So hat der Bauer Rudolf Müller aus Niederpöllnitz im Kreis Gera-Land seinen Hof wieder übernommen. Nach seiner Haftentlassung wurden ihm sofort Acker, Hof und Gebäude mit totem und lebendem Inventar durch den Bürgermeister der Gemeinde zurückgegeben. „Es fehlte nichts, außer einem Kalb, das krank war und notgeschlachtet werden mußte. Auch die Felder sind in meiner Abwesenheit nicht vernachlässigt worden,“ bestätigte Rudolf Müller bei der
     Übernahme seines Eigentums. Seinen Traktor und die Maschinen, die in der Zwischenzeit von der MTS Prieanitz benutzt wurden, erhält er ebenfalls zurück. Durch Vermittlung des Bürgermeisters fanden sich seine früheren Arbeitskräfte wieder auf dem Hof ein.“

    Ost-CDU-Zeitung Neue Zeit vom 22. August 1961:
    Schutz vor Friedensstörern
    Pfarrer Nenke: Ich begrüße diese Regelung

     Berlin (NZ/ADN). „In vielen Staaten, besonders in Polen und der CSSR — das habe ich während der 1. Allchristlichen Friedensversammlung in Prag erfahren — hat man mit großer Sorge auf Berlin geblickt. Auch wenn die gegenwärtige Lösung für manche Bürger Härten mit sich bringt — ich begrüße diese Regelung.“ Diese Feststellung traf Unionsfreund Pfarrer Nenke aus Linda (Bezirk Gera) zu den Schutzmaßnahmen (Anmerk: Bau der Mauer um Westberlin) der Regierung. „In Aufregung geraten können über die entstandene Lage nur die Menschen, die bisher von den Berliner Verhältnissen profitiert haben.“ Es sei nur recht und billig, betonte Pfarrer Nenke, daß die Regierung der DDR Maßnahmen zur Normalisierung der Lage und zum Schutz ihrer Bürger vor friedensstörenden Provokationen getroffen hat. Pfarrer Ludorf verurteilte die Aeußerungen Bischof Liljes, mit denen er im Westfernsehen versucht hatte, die Christen zum Widerstand gegen die DDR aufzuwiegeln. Diese Aeußerungen, so betonte Pfarrer Ludorf, seien unverantwortlich. „Das darf kein Bischof sagen.“ Die Erklärung zeige, in welcher Gefahr sich die Kirche, insbesondere in Westdeutschland, befinde, da viele Christen irregeführt werden.“

    Neues Deutschland vom 2. Januar 1989:
    Gute Bilanz der Solidarität „Für die Kinder der Welt“
    Erfolgreiche Veranstaltungen für UNICEF im Bezirk Gera
     Gera ADN). „Für die Kinder der Welt“ — dieses Motto war in den zurückliegenden zwölf Monaten im Bezirk Gera allgegenwärtig. Als fünfter DDR-Bezirk hatte es Gera übernommen, ein Jahr lang das Anliegen des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen besonders zu popularisieren und zu fördern.
    Der Direktor des Genfer UNICEF-Europabüros, Reinhard Freiberg, äußerte während eines Aufenthaltes in Gera seine Genugtuung darüber, daß das Anliegen von UNICEF in der DDR breite Resonanz und große Unterstützung findet. Nach der diesjährigen UNICEF-Gala von DDR- Künstlern erklärte der UNO-Diplomat in Gera, er habe in seiner 25jährigen Tätigkeit keine vergleichbare Veranstaltung erlebt.“

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