Walter Ulbricht: DIE TUGENDEN DES SOZIALISTISCHEN MENSCHEN

Walter-UlbrichtAuch wenn seit dem Vortrag des Genossen Walter Ulbrichts über 60 Jahre vergangen sind – das Gesagte hat nichts an seiner Aktualistät verloren. In der DDR war Wirklichkeit geworden, wovon Generationen werktätiger Menschen bisher nur träumen konnten. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen war beseitigt, die Macht der Bourgeoisie war gebrochen und es war Frieden in Europa eingezogen. Der Faschismus war überwunden und es bildete sich ein ganz neues, humanistisches Menschenschicksal heraus – der Erbauer des Sozialismus in der DDR. Was für ein Glück hatten wir doch, als Kinder und Jugendliche, als Heranwachsende mit dabei gewesen zu sein. Wir hatten das Privileg, ohne Sorgen aufwachsen zu können, eine hervorragende Bildung und eine soziale Sicherheit genießen zu dürfen, wie Arbeiterkinder auf der Welt sie heute wohl kaum noch ein zweites Mal irgendwo finden….

Die Tugenden des sozialistischen Menschen

von Walter Ulbricht 

Seit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik entwickelt sich aus der Moral der klassenbewußten Arbeiter die sozialistische Moral und erfaßt immer breitere Schichten der Werktätigen. Die Erbauer der neuen sozialistischen Gesellschaft zeichnen sich durch solche Tugenden aus wie das sozialistische Pflichtbewußtsein, die Ar­beitsmoral und kollektive Arbeit, die gegenseitige Hilfe. Der von sozialistischem Bewußtsein erfüllte Werktätige läßt sich in seinen Handlungen von der Sorge um die Interessen der Gesellschaft und die seiner Mitmenschen leiten.

Jetzt herrscht die Volksmacht

Der Begriff der Pflicht hat einen neuen Inhalt erhalten. Es ist eine sittliche Pflicht geworden, alle Anstrengungen für die gemeinsame Sache des Sozialismus zu unternehmen. Der Patriotismus, die Beziehungen zur Heimat haben einen neuen Inhalt erhalten, denn jetzt herrscht die Volksmacht, und die gesellschaftlichen Produktionsmittel sowie die Bodenschätze gehören dem Volke. Millionen Menschen sind von einem neuen Heimatgefühl durchdrungen. Die patriotische Pflicht, in der Heimat die Folgen des Hitlerkrieges zu überwinden und das große Nationale Aufbauwerk zum Erfolg zu führen, erfaßt breite Kreise der Bevölkerung.

Ändert sich das Denken – ändern sich die Beziehungen

In dieser gemeinsamen Arbeit ändern sich zugleich das Denken und die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen zueinander. Die kollektive Arbeit ist einer der stärksten Erziehungsfaktoren. Das patriotische Bewußtsein hat also einen neuen Inhalt bekommen. Wir kämpfen für die nationalen Interessen des Volkes und betrachten es als eine sittliche Pflicht, alle Kräfte des Volkes zur Entfaltung zu bringen gegen die reaktionären, militaristischen und faschistischen Kräfte, die, abhängig vom USA-Imperialismus, Westdeutschland in die Katastrophe treiben.

Wir verteidigen die humanistischen Traditionen

Wir wahren und verteidigen die guten Traditionen der deutschen Kultur gegen den deutschen Militarismus und pflegen insbesondere die humanistischen Traditionen. Dabei sind wir uns bewußt, daß unter den Bedingungen der Arbeiter-und-Bauern-Macht die Entwicklung der nationalen Kultur des deutschen Volkes nur möglich ist, wenn sie mit sozialistischem Inhalt erfüllt wird. Gleichzeitig gilt es, die hohen ethischen Werte des proletarischen Internationalismus zu entwickeln. Die Erfüllung des ganzen Volkes mit den hohen Ideen des proletarischen Internationalismus, insbesondere die feste Freundschaft zu den Völkern der UdSSR, ist eine Grundbedingung für die Lösung der nationalen Frage des deutschen Volkes.

Aus dem Schlußwort einer Diskussion mit Angehörigen der Intelligenz in Leipzig, Juni 1957

Quelle:
Von Sinn deines Lebens. Sozialistische und bürgerliche Moral. Eine Anthologie. Verlag Neues Leben, Berlin, 1959, S.340f. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Siehe auch: Walter Ulbricht

Kay Strathus: Ein Staat, in dem 40 Jahre lang Mangel herrschte…

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4 Antworten zu Walter Ulbricht: DIE TUGENDEN DES SOZIALISTISCHEN MENSCHEN

  1. Johann Weber schreibt:

    Und so wurde Walter Ulbricht von seinen Gegnern in der DDR und vom Westen gehasst!

    Zur Erinnerung. Riefen nicht die Akteure des Umsturzversuches vom 17. Juni 1953 „der Spitzbart muss weg“? Es gab Leute, die diesen menschenverachtenden Aufruf in die Tat umsetzen wollten. Auf der Internetseite des „focus“ kann jeder nachlesen, zu was solche Aufrufe führen können. Dieter Hallervorden wollte Walter Ulbricht ermorden. Focus.de schreibt am 30.1.2009:

    Hallervorden plante Attentat
    Vielen ist Dieter Hallervorden nur als Komiker bekannt. Er hat aber auch eine ernste Seite: Er plante sehr dezidiert, den SED-Politiker Walter Ulbricht zu ermorden. Die Pläne reiften im Jahr 1958, wie der „Tagesspiegel“ vom Freitag berichtet. Student Hallervorden war aus Ost-Berlin in den Westen geflüchtet. Dort trat er einer Verbindung bei, um ein Zimmer zu bekommen. Etliche Mitglieder der Bruderschaft waren ebenfalls aus der DDR geflüchtet – unter ihnen auch Kurt Eberhard, mit dem sich Hallervorden anfreundete. Gemeinsam überlegten sie, wie man die Beseitigung des SED-Regimes unterstützen könnte.

    Zunächst ging es um Flugblätter und den Schmuggel verbotener Bücher. Dann wurde Walter Ulbricht, der verhasste Parteichef von Moskaus Gnaden, zum Ziel erkoren. Er sollte erschossen werden. Die Pläne waren recht präzise: Zwischen den Bahnhöfen Greifswalder Straße und Zentralviehhof wollten die Studenten ihr Attentat von der S-Bahn aus durchführen. Neben der Werner-Seelenbinder-Halle spielte Walter Ulbricht öfter Tennis. Hallervorden sollte die Waffe besorgen. Eine Freundin von Kurt Eberhard überzeugte die beiden schließlich, von ihrem Plan abzulassen. Heute beurteilt Hallervorden die Idee wohlwollend: „Das war ein Dumme-Jungs-Plan, mehr eigentlich nicht“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Seine weiteren Umsturzversuche im Osten beschränkten sich aufs Flugblätterverteilen.“

    Nächster Umsturzversuch, der sogenannte „Prager Frühling“. In einem Geschichtsbuch aus dem Jahre 2010 ist unter der Schilderung dieses Umsturzversuches ein Foto mit folgendem Text abgebildet:

    Deutsche Soldaten geht nach Hause und liquidiert Ulbricht der ein neuer Hitler ist! Euer Volk ist mit euren Taten nicht einverstanden.
    Das Foto ist vom 21. August 1968, Prag
    Sind Mordaufrufe diese „christliche abendländische Werte“ die unseren Kindern im Geschichtsunterricht vorgelegt bekommen?

    Dieses Foto ist der Beweis, dass dieser sogenannte „Prager Frühling“ von Westdeutschland aus initiiert und gesteuert wurde. Warum? Geschichtlicher Fakt ist, dass keine DDR-Soldaten beteiligt waren. Es bestand also kein Anlass, dieses Plakat einzusetzen. Auf jeden Fall kein CSSR-Beteiligter hätte daran gedacht, Dieses Plakat zu schreiben. Es waren ja keine Soldaten von Ulbricht in Prag. Folge, dieses Plakat muss schon vor Beginn dieses sogenannten „Prager Frühling“ erstellt worden sein. Die Ersteller (Deutsche) konnten ja nicht wissen, dass Ulbrichts Soldaten nicht in Prag dabei sein werden.

    Wer hatte also Interesse, dass dieses Plakat trotzdem eingesetzt wurde? Die Tschechen? Nein, Ulbricht war für die nicht wichtig. Wichtig war für diese Leute, die sowjetische Armee. Die Beteiligten aus der Alt-BRD brauchten Bilder, für die Hass-Kampagnen gegen die Regierenden in der DDR.

    • sascha313 schreibt:

      Meine Güte, ich wußte gar nicht, daß Hallervorden so ein hirnloser Ganove ist. Und ein „Dumme-Jungs-Plan“ ist das ja nun gerade nicht, einen Menschen zu ermorden! Die Haßkampagnen waren alle gesteuert!

      • Helga schreibt:

        Das war mir auch neu, es zeigt aber wie weit diese gefährliche Indoktrination und Manipulation führen kann, dass junge Menschen selbst vor Mord nicht zurückschrecken; Sascha, ich habe heute einen Artikel von Jürgen Cain Külbel bei RT Deutsch gelesen, er schreibt am Anfang des Artikels….“Der Versuch einer freien, friedensliebenden DDR als eigener, unabhängiger Staat wurde 1989 zerschlagen. Dreißig Jahre nach der „Wiedervereinigung“ braucht der Osten eine Unabhängigkeitsbewegung, um das Korsett des aufoktroyierten, aggressiven Transatlantismus abzuschütteln…..“, ich finde den Artikel recht gut; Allerdings müßte auch eine „Unabhängigkeitsbewegung“ erst mal ins Leben gerufen werden. Wie siehst du das? In Anbetracht der momentanen Uneinigkeit zwischen den einzelnen kommunistischen Parteien und Gruppierungen, können die Massen leider nicht bzw. nur ungenügend erreicht werden; wäre eine solche Unabhängigkeitsbewegung, zumindest für den Osten Deutschlands möglicherweise ein Anfang, so wie im Artikel gedacht? Ich gebe zu, hier ist viel Wunschdenken meinerseits. Nun ja hier ist der Artikel, aber vielleicht hast du ihn ja selber schon gefunden und gelesen. https://deutsch.rt.com/meinung/89248-ent-transatlantifizierung-unabhangigkeitsbewegung-fur-freien/
        liebe Grüße
        Helga

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