Das kapitalistische China

kitaj_majoryChina ist ein großes Land. Und es gibt eine Menge Leute, die sind begeistert von den Schönheiten des Landes und seinen Sehenswürdigkeiten, sind beeindruckt von seiner Größe und seinem wirtschaftlichen Aufschwung. Bewundert wird die Freundlichkeit und die Lernbereitschaft der Chinesen, ihr Fleiß und ihr Respekt vor persönlichem und wirtschaftlichem Erfolg, der sich schon manchmal sehr deutlich von der Gelassenheit und Flapsigkeit einiger Heranwachsender in unseren Regionen unterscheidet. Und immer wieder wird die Frage gestellt: Ist das nun ein kommunistisch regiertes Land, wie bürgerliche Massenmedien gern suggerieren wollen, ein Land in dem eine „kommunistische Diktatur“ (und Unterdrückung!) herrscht, oder ist es ein stinknormales kapitalistisches Land, wie die bspw. USA oder Indien auch. Und einige Unverbesserliche versuchen anhand der chinesischen Verfassung nachzuweisen, daß China sich auf einem „sozialistischen Entwicklungsweg“ befände – ein untauglicher, idealistischer Ansatz! Hier nun ein weiterer Beitrag über China:

China’s rote Fahnen

Einige naive Geister meinen, wenn bei einem Staat irgendwo eine rote Fahne hängt, daß dort eine kommunistische Gesellschaftsordnung herrscht. Ich beeile mich, sie zu enttäuschen: weder Albanien noch Dänemark, weder Kirgisien noch die Türkei sind kommunistische Staaten – schon gar nicht in dem Sinne, wie es die UdSSR war. Ebenso wenig hat auch das heutige China etwas mit einer kommunistischen Gesellschaftsordnung zu tun.

Ein Land der Milliardäre

Beginnen wir damit, daß China ein Land voller Milliardäre ist – die entsprechenden Ratings stellte sogar „Forbes“ auf. Den ersten Platz nahm im vorigen Jahr der Abgeordnete Wáng Jiànlín (chin. 王健林) ein, der durch den Bau von Büro- und Wohnimmobilien reich wurde. Auf dem zweiten Platz hat sich Jack Ma (geboren als Ma Yun, chin.: 马云) eingerichtet — der Gründer der berüchtigten „Alibaba“-Gesellschaft. Mit seinem Vermögen von 30 Milliarden Dollar ist er etwa doppelt so reich wie der reichste russische Geschäftsmann.

Ist das etwa sozialistisch?

Man beachte: Der Unternehmensriese „Alibaba“, ein Handelsumschlagplatz mit einem Umsatz von mehreren Hundert Milliarden Dollar, befindet sich in privaten Händen. Hätte man sich etwas derartiges in der UdSSR vorstellen können? Ganz offenbar: Nein. Und noch ein charakteristischer Zug. In westlichen Organisationen wird oft versucht, nach „sozialistischen Prinzipien“ zu arbeiten, man bemüht sich, den (sozialen) Bruch gegenüber den Mitarbeitern zu verringern. In einigen Firmen darf zum Beispiel das Verhältnis des Gehalts eines Direktors und des letzten Mitarbeiters eines jüngeren Prokuristen das Verhältnis von 9:1 oder sogar 5:1 nicht übersteigen. Und nun stellen Sie sich einmal den Bruch in den Einkünften zwischen dem Milliardär Jack Ma und einem gewöhnlichen Chinesen vor, der in seinem Unternehmen arbeitet… Es wird kaum weniger als 100.000:1 betragen.

Es ist sehr gut, reich zu sein…

Eine so große Privatisierung in der Art unseres Schreckens der neunziger Jahre (gemeint ist Rußland) gab es in China nicht, nichtsdestoweniger befinden sich sehr viele Gesellschaften, darunter systemtypische, in privaten Händen. In China fehlt zwar nicht nur einfach ein Verbot des Privateigentums (an Produktionsmitteln), doch seit Dèng Xiăopíng werden die Führer Chinas nicht müde, sich in sinngemäß so auszudrücken, daß es gut sei, reich zu sein.

Die chinesischen Reformen

Gestern wurde mir in einigen Kommentaren geschrieben, daß das kommunistische China die kapitalistische USA ökonomisch besiegt habe. Das ist natürlich lächerlich, da sich die Wurzeln des wirtschaftlichen Aufschwungs von China im weit zurückliegenden Jahr 1978 befinden, als Dèng Xiăopíng den Kurs auf „Reformen und Offenheit“ ausgerufen hatte. Im Grunde genommen haben die Chinesen damals schon so etwas wie unsere (die sowjetische) unheilvolle Perestrojka durchgeführt — sie haben das Land auf die Gleise des Marktes gebracht, dabei jedoch die Macht in den Händen der kommunistischen Partei behalten.

Ein „gereinigter“ Kapitalismus

Jetzt mischt sich der Staat sehr akkurat in die Wirtschaft ein, bemüht sich in erster Linie, der privaten Initiative nicht zu schaden. Es genügt, daran zu erinnern, daß in China Hunderte von großen Börsen agieren, während man solche in den USA an den Fingern abzählen kann. Wenn man mich fragen würde, in welchem Land man den raffiniertesten, von allen unerträglichen Gebrechen vorangegangener Jahrzehnte gereinigten Kapitalismus sehen kann, würde ich ohne Zögern auf China weisen.

Chinesische Plagiate

Natürlich hat auch der chinesische Kapitalismus seine unerträglichen Seiten. Das ist insbesondere die unmäßige Korruption, die das ganze System der Macht oben bis nach unten durchdringt, und aufreizend dreist provozierende Schicht der „jungen Eliten“1 mit ihrem demonstrativen Konsum superteurer Klamotten, aber auch die ökologischen Problene und dei Problems mit dem Arbeitsschutz und dergleichen mehr. Nehmen wir einmal die gegenwärtige Wirtschaftsstruktur Chinas, so stellt das Proletariat unter schweren Arbeitsbedingungen teure Spielsachen für die Amerikaner her, die dieses Spielzeug nicht einmal kaufen, sondern sich nur leihen. Das klingt doch nicht sehr kommunistisch, nicht wahr?

Vorwärts immer, rückwärts nimmer…

Nichtsdestoweniger sind die Chinesen, die ihrem Lebensstandard nach etwa mit uns (in Rußland) unter Jelzin zu vergleichen sind, vollkommen zufrieden. Der Kontrast zu dem ausweglosen Elend jener Zeit unter Mao und der heutigen relativen Zufriedenheit ist viel zu offensichtlich, als daß es irgendjemandem wünschenswert erschiene, sich ein Zurück in die Vergangenheit zu wünschen, außer vielleicht einigen hoffnungslosen Romantikern.

Ist das „chinesische Modell“ alternativlos?

Anstelle eines Resümees möchte ich bemerken, daß die Staatsordnung in China näher an einer Volksdiktatur ist, als an einer bürgerlichen „Demokratie“ im herkömmlichen Sinn des Wortes. Umso mehr als sich die Härte der chinesischen Behörden auf den Kampf gegen die vom Ausland finanzierte Opposition und ähnliche staatliche Aufgaben erstreckt. Die chinesischen Politiker verhalten sich gegenüber dem privaten Business beliebiger Größe mit ausgesprochener Freundlichkeit: sie haben „eingesehen“, daß eine starke Wirtschaft unter den Bedingungen der heutigen Welt nur eine kapitalistische sein kann.

Quelle: https://fritzmorgen.livejournal.com/1273845.html (Übersetzung: Marina Koch)

Anmerkungen:
[1] Die „jungen Eliten“ («мажоры»). Siehe: https://joinfo.ua/inworld/1168603_Mao-nervno-kurit-zhivut-kitayskie-mazhori.html


Was ist sozialistische Wirtschaftspolitik?

A. Sozialistische Wirtschaftsführung

Die sozialistische Wirtschaftsführung ist der Prozeß der praktischen Verwirklichung der Wirtschaftspolitik der Partei der Arbeiterklasse und des sozialistischen Staates; die Gesamtheit der Maßnahmen der Leitung (im weitesten Sinne) des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses auf allen Ebenen, in allen Bereichen und Einheiten der Volkswirtschaft mit dem Ziel, das Handeln der Werktätigen und ihrer Kollektive so zu organisieren, daß es den objektiven Erfordernissen der ökonomischen Gesetze des Sozialismus in Übereinstimmung mit den jeweiligen Wirkungs- und Ausnutzungsbedingungen entspricht.

Warum sozialistische Wirtschaftführung?

Das Grundanliegen der sozialistische Wirtschaftsführung, die Werktätigen in die Lage zu versetzen, mit wachsender Bewußtheit den Prozeß der Reproduktion der materiellen Lebensgrundlagen der sozialistischen Gesellschaft zu gestalten, erfordert die breiteste Einbeziehung der Werktätigen in die Leitung gesellschaftlicher Prozesse, insbesondere in die Leitung der Wirtschaft. Eine wesentliche Voraussetzung für die Vervollkommnung der sozialistische Wirtschaftsführung ist ein wissenschaftliches Herangehen an alle Fragen der Leitungstätigkeit.

B. Wie funktioniert die sozialistische Wirtschaftsführung?

Sozialistische Leitung ist vor allem Leitung von Menschen, von Kollektiven, ist Bestandteil des politischen Leitungssystems der Gesellschaft, der Machtausübung der Arbeiterklasse unter Führung ihrer Partei. Die Lehre von der sozialistische Wirtschaftsführung basiert auf dem politischen Charakter der Leitung und stützt sich auf die grundlegenden sozialistischen Leitungsprinzipien. Sie geht von den Erfordernissen der Volkswirtschaft sowie davon aus, daß die Leitungstätigkeit dem Ziel des Sozialismus dienen und den politischen und materiellen Interessen der Arbeiterklasse und aller Werktätigen entsprechen muß. Sie ist im Kern darauf gerichtet, gestützt auf die Entfaltung der sozialistischen Demokratie, die gesellschaftlichen Gesetze unter den jeweiligen Ausnutzungs- und Wirkungsbedingungen durchzusetzen.

C. Die Leninsche Wirtschaftspolitik

In den Jahren nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution wurden von Lenin und unter seiner unmittelbaren Leitung entscheidende, theoretische und praktische Leistungen zur Entstehung und Entwicklung der sozialistische Wirtschaftsführung vollbracht, einschl. der Ausarbeitung allgemeingültiger Wesenszüge sozialistischer Leitung, die in allen Abschnitten der sozialistischen Gesellschaft von prinzipieller Bedeutung sind. Dazu zählt vor allem, daß die Leitung der Wirtschaft untrennbarer Bestandteil der politischen Organisation der sozialistischen Gesellschaft ist, die Wirtschaftsleitung planmäßig gesamtvolkswirtschaftlichen Charakter trägt und die Werktätigen unabdingbar an der sozialistischen Wirtschaftsleitung teilnehmen.

Grundlagen der Leninschen Wirtschaftspolitik

  • Die Lehre von der sozialistische Wirtschaftsführung zeichnet sich durch Komplexität ihrer wissenschaftlichen Grundlagen aus. Sie stützt sich auf die politische Okonomie des Sozialismus und nutzt Erkenntnisse wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen, der Staats- und Rechtswissenschaft, der Soziologie, der Sozialpsychologie, der Pädagogik, der mathematischen und der technischen Wissenschaften, vor allem in Verbindung mit der modernen Informationsverarbeitungstechnik.
  • Die Lehre von der sozialistische Wirtschaftsführung geht davon aus, daß die Planung das Herzstück der Leitung der Volkswirtschaft ist. Sie untersucht die Rolle des sozialistischen Staates für die Entwicklung der Volkswirtschaft, konkrete Methoden der Arbeit mit den Menschen sowie Fragen der rationellen Organisation des gesellschaftlichen Gesamtarbeiters in allen Phasen des Reproduktionsprozesses, insbesondere die Leitung und Organisation der Kombinate und Betriebe.
Die Lehre von der sozialistische Wirtschaftsführung baut auf den Grundlagen der sozialistische Wirtschaftsführung in den Werken der Klassiker des Marxismus-Leninismus, vor allem auf den Leninschen Prinzipien der sozialistische Wirtschaftsführung auf, analysiert die gesellschaftlichen und die politökonomisehen Bedingungen der sozialistische Wirtschaftsführung und untersucht die besten Wege und Methoden der Vorbereitung, des Treffens und der Realisierung von Entscheidungen sowie der Führung von Arbeitskollektiven.
  • Zur Verwirklichung höchster Produktivität und Effektivität bei der Verwirklichung der ökonomischen Politik der Partei und des Staates orientiert sie alle Ebenen der Leitung auf ein rationelles Wirtschaften auf der Grundlage des Volkswirtschaftsplanes.

D. Die Auseinandersetzung mit dem Imperialismus

Eine wesentliche politisch-ideologische Funktion der Lehre von der sozialistische Wirtschaftsführung besteht in der konsequenten parteilichen Auseinandersetzung mit der Theorie und Praxis des kapitalistischen Managements. Zwischen der sozialistische Wirtschaftsführung und der Leitung im staatsmonopolistischen Kapitalismus bestehen prinzipielle Gegensätze, die in den grundsätzlich unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen – den Klassen- und Eigentumsverhältnissen, dem Charakter des Staates, der Wirkungsweise der ökonomischen Gesetze u.a.m. – begründet sind.

  • Während die sozialistische Wirtschaftsführung auf die Ausnutzung der dem Sozialismus eigenen Vorzüge und Triebkräfte und damit auf die volle Entfaltung der Initiative und Schöpferkraft des Menschen sowie seiner Persönlichkeit gerichtet ist, verstärkt das kapitalistische Management Ausbeutung, soziale Unsicherheit und wirtschaftliche Abhängigkeit aller Werktätigen.
  • Die prinzipielle Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen Management schließt die Analyse, Bewertung und schöpferische Nutzung bestimmter in seinem Bereich entstandener Techniken des Leitens, die sich hauptsächlich aus dem Stand der modernen Produktivkräfte ergeben, durch die sozialistische Wirtschaftsführung nicht aus.

Quelle: Wörterbuch der Ökonomie des Sozialismus, Dietz Verlag Berlin, 1984, S.824-826. (gekürzt u. bearbeitet, N,G,)


Wirtschaftspolitik der Sowjetunion unter Stalin

Was ist das sowjetische Wirtschaftssystem?

  1. Machtfrage: Die Klassenmacht der Kapitalisten und der Gutsherren ist gestürzt und durch die Macht der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft ersetzt;
  2. Produktionsmittel: die Produktionsinstrumente und -mittel, der Boden, die Industriebetriebe usw. sind den Kapitalisten genommen und der Arbeiterklasse und den werktätigen Bauernmassen übereignet;
  3. Planwirtschaft: die Entwicklung der Produktion ist nicht dem Prinzip der Konkurrenz und der Sicherung kapitalistischen Profits untergeordnet, sondern dem Prinzip planmäßiger Leitung und systematischer Hebung des materiellen und kulturellen Niveaus der Werktätigen;
  4. Lebensniveau: das Volkseinkommen wird nicht im Interesse der Bereicherung der Ausbeuterklassen und ihres zahlreichen parasitären Anhangs verteilt, sondern im Interesse systematischer Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern und der Erweiterung der sozialistischen Produktion in Stadt und Land;
  5. Erweiterung der Produktion: die systematische Verbesserung der materiellen Lage der Werktätigen und die ununterbrochene Steigerung ihrer Bedürfnisse (der Kaufkraft), die die ständig wachsende Quelle der Produktionserweiterung sind, sind für die Werktätigen eine Garantie gegen Überproduktionskrisen, gegen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und des Elends;
  6. Herrschaft der Arbeiterklasse: die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft sind Herren des Landes, sie arbeiten nicht für die Kapitalisten, sondern für ihr eigenes werktätiges Volk.

Quelle: J.Stalin: Politischer Rechenschaftbericht an den XVI.Parteitag. In. J. Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1954, S.281f. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

pdfimage Das kapitalistische China

 

Siehe auch:

Die „Neue Ökonomische Politik“ in der Sowjetunion (1921-1925)

Ljubow Pribytkowa: Nennen Sie China nicht „sozialistisch“!

 

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38 Antworten zu Das kapitalistische China

  1. Achim schreibt:

    Irgendwie hab ich bei China doch noch etwas Hoffnung. Dies ist ein zweiteiliges Interview mit Prof. Elsner über China, zusammen fast zwei Stunden. Sie lohnen sich aber, finde ich.

    • sascha313 schreibt:

      Der Herr Professor Elsner ist, wie man leicht erkennen kann, kein marxistischer Wissenschaftler, sondern – wie er sich selbst verortet – ein post-keynesianischer (also bürgerlicher) Ökonom, der eine „innovative“, „heterodoxe“, „evolutionaristische“ ökonomische Theorie vertritt. „Heterodox zu arbeiten heißt ja nichts anderes als pluralistisch vorzugehen.“ – so das Motto. Aha – „pluralistisch“! Sagt uns das was? Na, klar!

      Er vertritt die Meinung, China könne inzwischen „Krisen in eigener Regie ausbremsen“. Na, wie großartig! Vielleicht kann die chinesische KP inzwischen auch den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit wegzaubern und aus dem superreichen, profitgierigen Saulus einen wohltätigen Paulus machen. Ein exzellenter China-Kenner, der Herr Professor, wie unschwer zu bemerken ist! Da befindet er sich in guter Gesellschaft mit Herrn Dühring und anderen Koryphäen!

      Was er da so rhetorisch gekonnt über seine „evolutorisch-institutionellen- und Komplexitätsökonomik“ zelebriert, hört man natürlich in der Marx-Engels-Stiftung sehr gerne. Revisionisten aller Art herzlich willkommen! …vor allem mit Professorentitel. Und – wer mag’s bestreiten – der Herr Professor hat sich China selber angeguckt und mit den wichtigsten Professoren der Welt gesprochen, und darüber überall Vorträge gehalten. Das ist wahrlich beeindruckend, kein Zweifel!

      Und den berechtigten Einwand, die chinesische KP-Führung habe sich vom Marxismus entfernt und eine Revision der Geschichte der chinesischen Revolution zugelassen bügelt er damit ab, daß der Klassenkampf ja schließlich nicht davon abhänge, ob Xi Jinping Marxist sei oder nicht. Und es gäbe inzwischen eine „gleichere Einkommensverteilung von unten her“ – und was dergleichen Spitzfindigkeiten noch sind. Mit Marxismus hat das alles nichts zu tun – es ist Revisionismus! Deutlicher: Es ist Antikommunismus! (garniert mit Marx-Zitaten). Ein Arzt am Krankenbett des Kapitalismus – ein schönes „Sterben“ werden sich lachend die Milliardäre sagen, wenn es noch ein paar Hundert Jahre länger dauert! – Man soll sich also nicht einwickeln lassen von diesem akademischen Geschwätz!

  2. Professor Elsner ist ein „Interpret“, aber kein Analytiker über den (vermeintlichen?) Sozialismus in China!

    Sollte ich den Sozialismus richtig verstanden haben, dann handelt es sich bei dieser Gesellschaftsformation um einen allgemeinen, die gesamte Menschheit betreffenden ‚Prozess‘ des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus, den es vorher noch nicht in den von Menschen gemachten Kulturen gegeben hat.

    Mit anderen Worten:

    1.) Der Sozialismus hat kein wirkliches Vorbild, dem er „nachfolgen kann“ — außer den auf Religionen und Philosophien aufbauenden menschlichen Gemeinschaften, die das Prinzip des Allgemeineigentums (Allmende) zum Überleben aber eben bloß ihres eigenen Überlebens — über viele tausend Jahre verwirklicht haben.
    Und die sich damit kaum oder gar nicht damit beschäftigt haben, wie dieses PRIMAT zum Überleben der Menschheit allgemein angewendet werden kann.

    Meiner Kenntnis nach, war Lenin der erste Mensch, der dies nicht nur theoretisch durchdachte und analysierte, sondern sehr konkrete praktische Überlegeungen und Handlungsanweisungen formulierte, die vollkommen auf der Wissenschaft des von Marx und Engels erkannten, formulierten und postulierten dialektischen Materialismus beruhen! …
    … und die Stalin in wirklich bewunderswerter Weise — nach dem viel zu frühen Tod seines FREUNDES Lenin — gegen alle
    inneren und äüßeren Feinde praktisch umgesetzt hat!
    Freilich: — gemäß Brecht — hat er das nicht alleine bewältigt!, denn er war – aus meiner Sicht – ein wirklicher „Volkstribun“: ein Mensch, der die Menschen verstanden hat und der auch von den Massen echt verstanden wurde!

    (Ganz nebenbei: Deshalb werde ich sowohl von bigotten Christen, bornierten Nationalisten und chauvinistischen Nazis und Rassisten als auch von sich kommunistisch oder sozialistisch bezeichnenden Menschen als „Stalinist“ defamiert: Bei näherer Analyse stellt sich dann jedoch immer wieder heraus, dass solche Leute entweder Trotzkisten sind oder von Trotzikis Anti-Marxismus in ihrem „Verstand“ verseucht sind und dem Kapitalismus dienen, ohne es übehaupt zu ahnen!)

    2.) Der Sozialismus ist die praktische Verwirklichung des (theoretischen) Marxismus, von der niemand vorhersagen kann, ob der Marxismus auch wirklich von den Menschen begriffen worden ist, die ihn dann in die Tat umzusetzen versuchen.
    — —

    Meiner Auffassung nach …

    — ich gebe zu, daß ich bisher nur sehr wenig von Marx und Engels, (dafür aber sehr viel von Lenin gelesen habe !!! und dies DANK den Büchern, die du lieber Genosse Sascha mir zugesendet hattest! – und dessen ‚Aufsätze‘ mir beim Anlesen *bereits wie ein Buch mit Sieben Siegeln vorkamen*! … aber sich aber sofort auflösten, weil Lenin seine scharfen analytischen Gedankengänge immer mit denen in Verbindung bringt, die er damit verbindet und gleichzeitig angreift UND DAMIT von der Logik her widerlegt!) —

    … ist China eine durch Mao sozialistische Gesellschaftsformation entstanden, die auf – in der chinesischen Kultur verankerten philosophischen „Überlegungen“ beruhen, die wesentlich älter sind als das Judentum, die Griechischen Philosophien, des Hinduismus, des JAIN, des Buddhimus, des Christentums oder Islams! … oder!!! dem Dialektischen Materialismus/Marxismus!

    MARX hat theoretisch das RECHT (IUS), die RELIGION(en) und ihre !!!weltweit!!! gemeinsamen Gesetze (LEX) — ob sie nun auf einer Scham– oder Schuldkultur beruhen — als ABSURDUM mit einem einzigen WORT!!! WIDERLEGT und zu Fall gebracht!!!

    AN UNS IST ES:
    Dies PRAKTISCH zu verwirklichen: Denn, wenn wir es nicht TUN! WIRD es auch Niemand ANDERES — kein “ANTI“ = “ANSTELLE‘ — kein Allah, Buddha, Christus, ‚Jesus‘, Jude, Krischna oder Mohammed – Sallā Llāhu ʿalaihi wa-sallam صلى الله عليه وسلم / ‚Gott segne ihn und schenke ihm Heil‘ FÜR uns, dich oder mich TUN!

    Für mich IST China eine sozialistische Gesellschaftsformation im Übergang zum Kommunismus!, weil die KPC weiterhin die gesamte Volkswirtschaft ZENTRAL durch die KPC PLANWIRTSCHAFTLICH BESTIMMT! und den WECHSELKURS zwischen YUAN und US$ FESTLEGT!!!

    China IST nicht vom Kapitalismus abhängig!!!

    China könnte sofort AUDI oder VW mit einem STREIK lahmlegen: und damit den gesamten Kapitalismus über Nacht zu Fall bringen!!! …
    … Dies wäre aber auch der Untergang des Sozialismus und würde MILLIARDEN von MENSCHEN dem HUNGERTOD ausliefern!!!

    Warum sollte gerade China!!! dies wollen oder durchführen?!
    … China hat diese Möglichkeit:
    Sie IST FÄHIG, die gesamte Welt ohne Waffen oder Krieg in das CHAOS des KAPITALISMUSABGLEITEN zu LASSEN!!!

    Nur noch ein Wort zu China!
    2,5 Milliarden Menschen, 45 Millionen an einer Uni studiernde Menschen,
    … der größte Produzent ALLER Güter der Welt (Beispiel: KFZ und LKW = 40 Millionen Einheiten = 40 % der Weltproduktion von 100 Millionen hergestellten Autos!!!);
    Solar: 80 %; Elektrizität der Welt 70 %: Stahl: 90 %, Aluminium: 99,99 %; Zement: 95 %, Wohnungen, Häuser, Straßenbau, Eisenbahn: 80 % bis 95 %
    … und ALL DIES bei 250 Millionen Menschen, die aus dem Westen Chinas in den letzten 30 Jahren vom ‚Dorf‘ in die ‚Stadt‘ gezogen sind!
    … all DIES, obwohl China heute 80 % des weltweiten BIP (Produktion, Handel, Finanzen) ausmacht!

    Und all DIES – nachdem China in den letzen 30 Jahren mehr als 150 ‚Geisterstädte‘ MIT einem Fassungsvermögen von einer Milliarde Menschen GEBAUT hat, die seit 2016 ’nach und nach‘ an das Gasnetz Russlands angeschlossen werden!

    WARUM macht CHINA “solchen UNSINN???!!!

    • sascha313 schreibt:

      Ich lese in Deinem Kommentar kein Wort darüber, wem die entscheidenden Produktionsmittel in China gehören. Mit Dèng begann 1978 „eine Modernisierung der sozialistischen Produktionsweise mit Hilfe kapitalistischer Elemente der Wirtschaftsführung – seine Konzeption des ,Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten'“ – was nichts anderes ist als eine Wiedereinführung des Kapitalismus. Es gab auch schon mal einen (angeblichen!) „Sozialismus mit jugoslawischen Besonderheiten“, was ebenfalls nichts anderes war als die Abschaffung des Sozialismus. Man ist unter Dèng einen anderen Weg gegangen als in Jugoslawien unter Tito – das Ergebnis aber ist ein hundertprozentiger Erfolg der kapitalistischen Restauration. Mit der Leninschen „Neuen Ökonomischen Politik“ (NÖP) hat das absolut nichts zu tun. Von einer NÖP kann nur dort die Rede sein, wo der Staat bereits den Charakter eines proletarischen Staates, eines Staates der Diktatur des Proletariats, trägt, das Außenhandelsmonopol besitzt und seine Wirtschaftspolitik auf die Errichtung des Sozialismus gerichtet ist.

  3. Fabian Franz Peter schreibt:

    @sascha313

    Entschuldige mal, aber ich finde deine Ausführung sehr dogmatisch und einseitig. Du siehst doch vor lauter Bäumen den Wald nicht!
    Als ob es nur den EINEN Weg zum Sozialismus gäbe, wie Stalin ihn vorgezeichnet hat!
    Mit pluralistisch ist hier natürlich nicht parlamentarisch-bürgerlich gemeint, sondern die Möglichkeit, dass man offen gegenüber verschiedenen Wegen zum Sozialismus ist, GERADE als Marxist-Leninist und nicht etwa als gorbatschowscher Revisionist.

    Karl Marx hat nicht näher ausgeführt, welcher Weg zum Sozialismus der richtige ist, doch von einem bin ich überzeugt: Dass er wollte, dass derjenige Weg gewinnt, in dem das Proletariat sich aus den Fesseln der Armut und Unmündigkeit befreit und der Sozialismus sich mithilfe des demokratischen Zentralismus durch eine Avantgarde der Revolution, nämlich der Kommunistischen Partei, entwickelt.

    Genau das ist in der Volksrepublik China passiert, und zwar während ihrer gesamten Existenz von 1949 bis heute: Ein Land auf dem Wege hin zum Sozialismus. Übrigens genauso wie in der Sowjetunion zu Stalins Zeiten. Doch das wirst du wohl kaum in Frage stellen.

    Vielleicht wunderst du dich, warum ich die bei den deiner Meinung nach getrennten Perioden der Geschichte von 1949-1978 und die darauffolgende Phase nicht klar getrennt habe. Die Phrase der „sozialistischen Marktwirtschaft“ ist für dich nur eine Worthülse, denn wer nicht kollektiviert und an einer geplanten Ökonomie festhält, kann doch bloß ein Revisionist sein.

    Ich muss dich leider enttäuschen. So leicht ist es nicht, den Stempel Revisionismus zu verteilen.
    Vor allem im Falle der Periode der Reform und Öffnung etwa ab 1978 bietet es sich an, genauer hinzusehen. Ja, es gab eine Fehlerdiskussion über Mao, die Parallele zu Chruschtschow bietet sich an. Ja, viele Beschlüsse Deng Xiaopings muten eher kapitalistisch denn kommunistisch an, viele vergleichen ihn mit Gorbatschow. Doch es gibt mehrere Unterschiede. Ein Beispiel sind die Ereignisse des Tian an Men 1989.

    Während des Bruchs zwischen der „revisionistischen“ Sowjetunion und dem „maoistischen“ China(Entschuldige die Anführungszeichen, aber ich mag diese Prädikate eigentlich nicht) suchte die Volksrepublik China den Kontakt zur USA, wohl da die Sowjetunion nun als „Hauptfeind“ galt – ich werde diese selbstzerstörerische Haltung nie verstehen. Durch diese Kontakte breitete sich die CIA in Beijing aus, und koordinierte im Frühjahr 1989 die „Proteste“, die ein geplanter Putsch mit amerikanischer Unterwanderung waren, um die Führung der KP zu beseitigen. Der Putsch war blutig und drohte, sich zu einem Bürgerkrieg auszuweiten. Das Jahr ist bedeutsam, es sollte zur Blaupause für den Systemwandel im Warschauer Pakt werden.
    Doch diese Bedrohung konnte dank des Einsatzes der Armee abgewendet werden, China hatte bewiesen, das es sich nicht mehr vom Westen unterkriegen lässt. So sieht für mich kein revisionistisches Handeln aus, sondern eher eine Verteidigung der sozialistischen Errungenschaften gegen die Versuche ausländischer Marionetten, die Souveränität eines nichtwestlichen Staates zu untergraben.

    In der Sowjetunion ist es bekanntlich anders abgelaufen. Hier war es nicht in erster Linie die USA, sondern die revisionistische Führung unter Gorbatschow, die erst den Sozialismus in Osteuropa und zuletzt die Sowjetunion zu Grabe getragen haben.

    Ganz anders dagegen China. Vor allem in China begann in den 90er-Jahren, die traditionell als Jahrzehnt der Ungleichheit zwischen Arm und Reich bekannt geworden sind, nicht nur der wirtschaftliche Aufschwung, sondern auch der umfassende Kampf gegen die Armut, vor allem in ländlichen Gebieten. Erst DURCH die Politik der Reform und Öffnung wurde es ermöglicht, das Lebensniveau der Bauern und Arbeiter zu erhöhen.
    Doch selbstverständlich gab es auch durch diese neue Politik der Reform und Öffnung erhebliche Widersprüche. Der wirtschaftliche Aufschwung kam vor allem durch den Aufbau großer Unternehmen zustande, deren Bosse sehr reich, manchmal Milliardäre geworden sind, obwohl ihnen die Produktionsmittel offiziell nicht gehören. Das ändert nichts daran, dass eine solche Bereicherung problematisch ist, vor allem in Bezug auf die Korruption.
    Dennoch bilden diese Unternehmen einen Motor der Wirtschaft, welcher der chinesischen Nation zum Aufstieg verhilft und dadurch den kontinuierlichen Anstieg der Lebensqualität der arbeitenden Klassen ermöglicht. Diese sind in China im Übrigen: Die Bauern, die Arbeiter, die Kleinbürger sowie die Nationalbourgeoisie. Das klingt erstmal paradox, die Kleinbürger und die Nationalbourgeoisie zu erwähnen. Doch die Inklusion ist nützlich, wenn man bedenkt, dass es dem Aufstieg des Sozialismus nützt.

    Nehmen wir einmal an, China hätte sich nie von den Prinzipien Maos getrennt – Dabei bedacht, dass China durch den Bruch mit der UdSSR international ziemlich isoliert war – wäre es möglich gewesen, als sozialistisches Land bis heute in dem Maße zu bestehen? Das vermag niemand zu sagen. Doch eines ist sicher, nämlich dass die Entwicklung des Staates niemals seine Bevölkerung fundamental aus der Armut befreit hätte, wenn es keine Öffnung gegeben hätte. Das Land wäre noch heute stark vom Agrarsektor abhängig, die Schwerindustrie geschweige denn Computertechnologie wären nicht wettbewerbsfähig. Das Land wäre ausländischen Embargos relativ machtlos gegenüber (ein reales Beispiel hierfür ist das demokratische Korea, das sich nur durch seine Atomwaffen die US-Invasion vom Leib hält). Möglicherweise hätte das Land durch weitere abenteuerliche Kampagnen des „linken“ Parteiflügels sogar Rückschritte gemacht, aber das ist wie gesagt, Spekulation. Eines ist jedoch gewiss, das direkte Vergleichsbeispiel, was mit einem Land mit einer Milliardenbevölkerung passiert, welches im richtigen Kapitalismus lebt, sieht man an Indien, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch nicht einmal Zugang zu sanitären Anlagen haben.

    Dass wir es in China mit einem anderen System als mit Indien zu tun haben, dürfte klar sein. Jedoch ist auch eines klar: Die sozialistische Verfassung ist kein leeres Blatt Papier. Die Rechtssicherheit wird in China geachtet, vor allem seit dem Amtsantritt von Xi Jinping. Dieser hat eine Anti-Korruptions-Maßnahme getroffen, die eben diese Auswüchse des Luxus, des Bürokratismus und der Veruntreuung von Geldern vereiteln soll, und diese Maßnahme zeigt durchaus Wirkung. Einige chinesische Staatsbeamte, denen Korruption nachgewiesen wurde, haben Suizid begangen, statt die Härten der chinesischen Justiz zu ertragen. Niemals wäre etwas derartiges in einem westlichen Land möglich, dass sich korrupte Beamte aus Angst vor der sozialistischen Justiz lieber das Leben nehmen.

    Überhaupt setzt die Regierung Xi Jinpings neue Akzente und vermittelt zwischen den maoistischen Ursprüngen und der Politik Dengs. Während die Politik der Öffnung konsequent beibehalten wird, ist China unter Xi deutlich sozialistischer geworden. Es ist keine Lüge, wenn Wolfram Elsner, der ach so bürgerliche Ökonom, von einem sinkenden Gini-Koeffizienten spricht, da es in China auch auf dem Land fast keine schwere Armut mehr gibt und grundlegende soziale Rechte verwirklicht werden. Doch das ist nicht das einzige: Denn China hat eine Vision, bis 2049, dem 100. Jubiläum der Staatsgründung soll das Land zu einem Starken und harmonischen SOZIALISTISCHEN Land ohne Armut und mit bescheidenem Wohlstand aufgestiegen sein, das wirtschaftlich führend ist, während die USA unter Trump geradewegs auf den Abgang von der Weltbühne zurasen. Das ist das schöne an der „Globalisierung“, sie gilt für alle, und somit auch für USA, EU und NATO, die im Jahr 2050 wohl kaum ihre heutige Stärke beibehalten können, zumal China sich nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Afrika und anderen Kontinenten für den Fortschritt einsetzt, und zwar sowohl wirtschaftlich wie soziologisch, da durch den Aufbau von Infrastruktur Perspektiven geschaffen werden, die das Leben des afrikanischen Proletariats verbessern und sie der Abhängigkeit des Westens entziehen.

    China ist ein internationaler Akteur, so bedeutsam, wie einst die Sowjetunion, an dem niemand auf der internationalen Ebene vorbeikommt. Gemeinsam mit Staaten wie Russland, Venezuela, Kuba, Iran und anderen setzt China eine Alternative zur westlichen Globalisierung, die auf realpolitischer Koexistenz basiert, nicht auf kapitalistischer Propaganda.

    Doch während China außenpolitisch zu Gunsten der Allianz auf Toleranz und Offenheit setzt, ist der innenpolitische Kurs ganz klar einer des Sozialismus.

    Im Übrigen behaupten auch viele westliche Medien, dass China kapitalistisch sei, Überschriften wie „Chinas gierige Kapitalisten“ sind weit verbreitet, sprechen aber schon im Titel für das, was sie sind, nämlich Propaganda. Das wundert mich nicht, unterstützt der Westen doch alles was, gegen seine direkten Gegner gerichtet ist, ob das nun Russland, Iran, China oder die DVRK sind, immer wird haufenweise Stimmung gegen die Alternativen zum Neoliberalismus gemacht. Ich meine nicht, dass alle davon auch Gegner des Kapitalismus sind, denn etwa Russland hat durchaus eine kapitalistische Ökonomie, dennoch verurteile ich sie nicht, weil sie sich konsequent gegen westlichen Imperialismus stark machen, und das ist mindestens genauso wichtig wie konsequenter Antikapitalismus.

    Das einzige international gültige Medium (auch für Nichtkommunisten, denn wir sind nicht das Maß aller Dinge) ist es, den Einschätzungen der Vereinten Nationen zu trauen. Selbst der mir eher unsympathische, weil tendenziell prowestliche Antonio Guterres gibt zu, dass der größte Teil der Armutsbekämpfung aus China kommt, und das nicht absolut, sondern relativ an der nationalen Bevölkerung gesehen.
    Außerdem leisten sie den größten Beitrag zur Wiederaufforstung der Wüstengebiete, was mich persönlich sehr begeistert.

    Mein Fazit ist, auch wenn viele in diesem Forum das wohl nicht sehen wollen werden, dass China, mit einer sozialistischen Verfassung, die auf dem Marxismus-Leninismus basiert, einer Kommunistischen Partei, der größten der Welt, unter dem Vorsitzenden der KP und Präsidenten Xi Jinping durchaus einen sozialistischen Weg geht, und dass die Auswüchse der Marktwirtschaft
    a) Von der Justiz bekämpft werden, ergo illegal sind und
    b) Die sozialistische Marktwirtschaft, wie der Name schon sagt, nur dem chinesischen Sozialismus und sonst niemandem hilft.
    Kommunistische Grüße,
    Fabian

    Ich hoffe auf ein differenziertes Feedback und kein Schwarz-Weiß-Denken. Selbst wenn jemandem der Gedanke auf der Zunge liegt, ich bin überzeugter Marxist-Leninist und möchte in keinster Weise als Revisionist, Antikommunist, Kapitalist, Sozialfaschist oder Imperialist bezeichnet werden. Ich fände es nicht solidarisch meiner Person gegenüber, sollte jemand mich mit einer dieser Beleidigungen titulieren.

    • Eleonore Kraus schreibt:

      Der Beitrag ist aus meiner Sicht wenig differenziert und historisch nicht einzuordnen. Man kann nicht das eine tun und das andere unterlassen. Ist es die Flucht in die Zukunft, um der Lebenswirklichkeit, die für Millionen von Menschen eine unerträgliche ist, in China mit den Beschlüssen auszuweichen?

      Aus meiner Sicht argumentiert Sascha in sich schlüssig und differenziert, und ich werde immer sehr hellhörig, wenn Leute sich selbst als Marxisten/Leninisten bezeichnen und mit dem Wort „dogmatisch“ u.a. in eine Diskussion gehen wollen. Dogmatisch werden immer die genannt, die konsequent der Theorie: Marx, Lenin, Engels und Stalin reflektiert folgen. Und sicher spielt die Dialektik bei all dem eine nicht unwesentliche Rolle. Auf jeden Fall finde ich zu dem Text keinen wirklichen Zugang und so sind auch die Gedanken dazu zu sehen.

      „…fast keine schwere Armut mehr“ ??????? soll es geben. Wie soll ich das denn verstehen ?

    • sascha313 schreibt:

      Hallo Fabian Peter Franz,
      so richtig weiß ich nicht, worauf dein Kommentar hinausläuft… einiges verstehe ich nicht, was du bezweckst. Denn da müßte ich Dir heftig widersprechen. Wir reden hier doch über Sozialismus und nicht über irgendeine Utopie, eine Vision oder vage Zukunftsvorstellung. Und wo sehe ich „den Wald vor lauter Bäumen nicht“? Und was verstehst du eigentlich unter Dogmatismus?

      Ist es denn nicht eine Tatsache, daß unter Lenin und Stalin der Sozialismus gesiegt hatte? Und war es denn nicht so, daß wir auch in der DDR Sozialismus hatten? Ja, es war Sozialismus in der UdSSR, und auch bei uns in der DDR! Klar, es gibt Leute, die das abstreiten. Auch Trotzki hat manches abgestritten, was Lenin für richtig hielt. Und auch Sjuganow bezeichnet sich als Kommunisten, obwohl er keiner ist. Hier darf man eben zwei Dinge nicht verwechseln: Die Wahrheit und die Behauptung. Und wenn wir die Behauptung nehmen, China sei ein sozialistischer Staat, so müssen wir auch die Frage erlauben: Ist dann Rußland auch ein sozialistischer Staat, weil uns die Politik Putins bisher in Europa vor dem Krieg bewahrt hat?

      Doch bleiben wir mal bei einer Frage: Ist es richtig, daß Karl Marx „nicht näher ausgeführt [hat], welcher Weg zum Sozialismus der richtige ist„? Nein, das ist nicht richtig. Nicht erst seit dem Erscheinen des „Manifests der Kommunistischen Partei“ hatten die Kommunisten ganz klare Vorstellungen davon, welcher Weg der richtige ist. Schon seit der französischen Revolution gab es darüber klare Vorstellungen.

      Du schreibst, du seiest überzeugt, daß Marx „gewollt“ habe, daß derjenige Weg gewinnt, in dem das Proletariat sich aus den Fesseln der Armut und Unmündigkeit befreit. – Marx war nicht jemand, der nur etwas gewollt oder gewünscht hat, sondern er hat es auch getan und dafür gekämpft! Und wie sieht es nun in China aus? Schon möglich, daß es in China Menschen gibt, die auch den Kommunismus „wollen“. Auch die chinesische Partei behauptet das von sich. Doch tut sie es auch? Nein, sie tut es nicht. Oder kannst du mir erklären, warum seit 1978 der Anteil der Privatwirtschaft im Verhältnis zur volkseigenen Wirtschaft geradezu umgekehrt hat?

      Friedrich Engels schrieb, als er die Grundsätze des Kommunismus erläuterte: „Die Abschaffung des Privateigentums ist sogar die kürzeste und bezeichnendste Zusammenfassung der aus der Entwicklung der Industrie notwendig hervorgehenden Umgestaltung der gesamten Gesellschaftsordnung und wird daher mit Recht von den Kommunisten als Hauptforderung hervorgehoben.“ (MEW, Bd.4, S.371) Ist es etwa dogmatisch, wenn ich erkläre, daß das in China nicht der Fall ist und darauf bestehe, daß erst dann der Sozialismus gesiegt hat, wenn das Privateigentum abgeschafft wurde? Nein es ist marxistisch!

      Ich will dir sagen, was ich unter Dogmatismus verstehe: Dogmatismus ist eine unhistorische, abstrakte Denkweise, die von unabänderlichen Lehrsätzen und Thesen (Dogmen) ausgeht, ohne konkrete Bedingungen, veränderte Situationen, neue Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zu berücksichtigen; eine Abart der metaphysischen Denkweise. Ist der Marxismus nun ein Dogma? Nein, das ist er nicht. Lenin schrieb es: „Unsere Lehre ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln“ (LW, Bd. 24, S.25)

      Nun – und welche konkreten Bedingungen, welche veränderte Situationen, welche neuen Erkenntnisse und welche praktischen Erfahrungen könnten es sein, die diese wissenschaftliche Erkenntnis von Engels abänderten oder für falsch erklärten? Es gibt sie nicht. Nicht nur Lenin und Stalin, sondern auch Ulbricht und Honecker – gleich wie jeder andere Kommunist – konnten feststellen, daß diese Hauptforderung der Kommunisten, die Abschaffung des Privateigentums, zurecht besteht. Und sie wurde verwirklicht – in der Sowjetunion, ebenso wie in der DDR. Da nun aber die Praxis stets das Kriterium jeder Theorie ist, kann man sagen: Wenn diese Forderung erfüllt ist, herrscht auch Sozialismus. Oder umgekehrt: Wird sie nicht erüllt, ist man auch nicht berechtigt, von Sozialismus zu reden! Genügt dir das als Erklärung?

      Auf die anderen schönen Dinge, wie den „sinkenden Gini-Koeffizienten“, die „sozialistische Marktwirtschaft“, die „Wiederaufforstung der Wüstengebiete“ oder den absurden Vergleich Chinas mit der Sowjetunion, das „einzige international gültige Medium… die Vereinten Nationen“, will ich gar nicht erst eingehen.
      Es ist eben immer eine Frage des Klassenstandpunkts. Auch die Überzeugungen, die du ja vertrittst, richten sich nicht nach dem Wollen oder Wünschen, sondern müssen auch an Hand der Praxis überprüfbar sein. Nur das ist eine marxistische Herangehensweise! Alles andere ist Gerede…

      Ach, und noch etwas fiel mir auf: Ein Mitglied der Partei „Die Linke“. Hier sehen wir mal das typische Beispiel eines inkonsequenten Marxisten, der den Kommunismus ganz gut findet, aber Probleme damit hat, ihn auch als „Anleitung zu Handeln“ zu verstehen. Weil er meint, der Ausbeuter könne doch vielleicht ein „persönlich liebenswerter Mensch“ sein, deshalb will er ihn vor der Enteignung verschonen? Er fände es „unethisch und nicht vernünftig“, Gewalt anzuwenden? Ach nee – und Ausbeutung, Erpressung, Betrug, Mord und kapitalistische Sklaverei sind wohl keine Gewalt? Es ist doch Heuchelei und Unehrlichkeit, einen solchen Standpunkt zu vertreten. Auf einem solchen Weg kommt man nicht zum Sozialismus! Und einen „dritten Weg“ gibt es nicht!

      • Ich habe den Link „eines inkosequenten Marxisten“ geöffnet: „Insofern ist Marx‘ Lehre für mich der wichtigste Schlüssel zum Verständnis der Welt. Sein historischer und dialektischer Materialismus deckt Gesetzmäßigkeiten auf, wo zuvor die „Taten großer Männer“ und das Primat der Ideen für Verwirrung und Verfälschung in den Köpfen sorgten. Seine wissenschaftliche Methode bei der Analyse der politischen Ökonomie ist unbestechlich. Sie offenbart und erklärt die abstrakten hochkomplexen Ausbeutungsverhältnisse des Kapitalismus, die letztlich ihren Ursprung in den Eigentumsverhältnissen haben. In dieser Hinsicht gilt also Lenins Fazit: »Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist.«“

        Da habe ich mich sofort gefragt, was denn an den Ausbeutungsverhältnissen (Plural) des Kapitalismus abstrakt oder hochkomplex ist, denn das Ausbeutungsverhältnis (Singular) im Kapitalismus ist weder abstarkt noch hochkomplex sondern es ist konkret und vollkommen einfach:
        Konkret
        wird der Mensch, der seine Arbeitskraft verkaufen muss, belogen und betrogen, bestohlen und beraubt. Erst vom Käufer der Arbeitskraft und noch vor der Bezahlung der eingekauften Arbeitskraft vom kapitalistischen Staat, der auf den „Lohn“ Steuern und Abgaben erhebt und dafür sorgt, dass der Arbeitskraftverkäufer beim Ausgeben seines „Lohns“ auf Schritt und Tritt mit weiteren Steuern und Abgaben belastet wird. Dieser Raub geschieht nicht abstrakt; er findet konkret dinglich, also tatsächlich und nicht bloß als Idee statt.

  4. Thomas Weger schreibt:

    Vielleicht würde sich Mao im Grabe umdrehen und mit Stalin zusammen all das neue korrupte Establishment zum Teufel jagen. Vielleicht würde Mao aber auch nur zufrieden zur Kenntnis nehmen, dass ab 2019-20 definitiv China die Armut in seinem Land ausgemerzt haben wird, wo hingegen in den USA/EU-Ländern alles den Bach runter geht und nur noch durch den militär-faschistoiden Komplex künstlich am Leben gehalten wird! Vielleicht experimentiert die chinesische Staatsmacht auch nur im freien Wirtschaftsraum und wird vom Westen getrieben und gehetzt. Die kommunistische Partei bringt aber dennoch eine gewisse Stabilität und Planung in das Milliarden-Volk – ob es einem gefällt oder nicht … und das ist auch gut so!

    Schon Lenin hatte sich zum bürgerlichen Staatsmonopolismus geäußert, als der Ansammlung von Kapitalistenverbänden, die den Staat für ihre Interessen vereinnahmen und so unterwandern und beherrschen wollen. Man denke nur an die „noblen“ Bilderberger Kleptokraten seit 1954 im Westen. Das kriegerische Oligarchengesindel in Washington, London, Brüssel, Berlin… etc. schreckt eben vor keinem weltweiten „demokratischen“ Raubzug zurück. Vielleicht kann vieles gegen den neuen Staatskapitalismus Chinas gesagt werden á la „Fabianischem Sozialismus“ mt dem großen Patron oder Paten an der Spitze, der für seine Kinder im Lande sorgt, den die kommunistische Partei in Pekin duldet.

    Tatsache ist aber, dass China seit Jahren in seine Wirtschaft investiert und so auch in seine Menschen – gut oder schlecht? Ist der Westen ein besseres Beispiel seit der Zeit der Industrialisierung vor 200 Jahren und der dialektischen Frage der Produktionsmittel? Die US/EU/NATO hingegen denken nur an die permanenten Investitionen für neue Raubzüge, die der leider verdummte Steuerzahler noch finanzieren muss! Faschistische Ausplünderung anderer Völker ist eben leichter als wirtschaftlicher Aufbau kapitalistischer oder (pseudo)kommunistischer Planung und anstrengender Durchführung.

    Vielleicht doch besser – weniger Kritik an China und lieber die US-Besatzungsmacht in Deutschland und EU zum Teufel gejagt mit all den transatlantischen Satrapen und bunten Schmetterlingen, die sich auf ihrem revanchistischen Weg der retrograden Metamorphose wieder zu schleimigen Raupen zurückentwickeln.

    • sascha313 schreibt:

      Thomas, da stimme ich Dir zu. Aber: „…in seine Menschen investiert“? Der Kapitalismus hat immer nur „seine Menschen“ ausgebeutet! Wir sind zugegebenermaßen hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf irgendeinen realisierbaren Ansatz, der uns vor dem kapitalistischen Inferno retten könnte und der tiefsten Verachtung gegenüber dem aggressiven und brutalen weltweit agierenden Imperialismus, von dem die USA nur die Spitze des Eisberg sind.

      Wenn dann zum Beispiel ein junger Mensch, der in der Bundesrepublik studiert hat und der von dem ganzen antikommunistischen Dreck völlig infiziert wurde, schreibt: „Zwangsverstaatlichung ist ein Mittel des Kommunismus, um direkten Zugriff auf die Wirtschaft zu bekommen.“ – dann hat er einerseits natürlich recht….., andererseits aber klingt da der Gedanke durch, das Privateigentum an den Produktionsmitteln sei völlig rechtens, ehrlich erarbeitet und gegenüber den staatlich gestützten Faulenzern (den zwölf Millionen Erwerblosen in der BRD!) mit aller Macht zu verteidigen! Vielleicht ist es aber auch nur die Angst um den eigenen Job, die man ihm mit einer solchen Parole einzuhämmern versucht…?

      Gehen wir der Frage einmal nach: Wer sind die Parasiten in unserer Gesellschaft? Doch nur diejenigen, die auf Kosten der Mehrheit der arbeitenden Menschen leben. Profit wird heute ja nicht mehr nur durch Ausbeutung (Billiglöhne) erwirtschaftet, sondern auch durch millionenfachen Betrug (Spekulation, Finanztransaktionen, Verfallsprodukte usw.), rücksichtslose Umweltverschmutzung (Gifte, Plastikmüll, verlassene Industriestandorte usw.) und durch die ins unermeßliche gestiegene Arbeitsproduktivität (moderne Technologien, Hi-Tec usw.).

      Und nur mal so nebenbei bemerkt: Was wäre denn, wenn in China nicht soviele Menschen in Handarbeit Massenprodukte herstellen würden? Dann wären sofort Millionen Menschen erwerbslos. Also läßt man die Milliardäre laufen?! Mit Sozialismus hat das freilich nichts zu tun!

    • „Vielleicht experimentiert die chinesische Staatsmacht auch nur im freien Wirtschaftsraum und wird vom Westen getrieben und gehetzt. Die kommunistische Partei bringt aber dennoch eine gewisse Stabilität und Planung in das Milliarden-Volk – ob es einem gefällt oder nicht … und das ist auch gut so!“

      Die KPC experimentiert nicht und wird auch nicht vom Westen getrieben und gehetzt, denn der Westen ist von China abhängig! Ohne China müssten Konzerne wie VW ihre Werkstore in Deutschland schließen. Dies würde eine Kettenreaktion in den USA und der EU auslösen, die allein hier mindestens zehn Millionen Arbeitslose zur Folge hätte.

      Bei aller berechtigten Kritik an China:
      Für mich IST China eine sozialistische Gesellschaftsformation im Übergang zum Kommunismus, weil die KPC weiterhin die gesamte Volkswirtschaft ZENTRAL durch die KPC PLANWIRTSCHAFTLICH BESTIMMT! und den WECHSELKURS zwischen YUAN und US$ FESTLEGT!!!

      • sascha313 schreibt:

        Tja, da müßten wir die Frage stellen, wo fängt Sozialismus an… und was ist keiner. Was wären denn die Kriterien? …und zum Kommunismus werden zwangsläufig alle Staaten irgendwann übergehen müssen! Vergleicht man China mit der UdSSR:
        ein Jahr lang NÖP (!) und dann ein gigantischer Wirtschafts-aufschwung unter Stalin (bei gleichzeitig sozialistischen Arbeits- und Lebensbedingungen!), so schneidet die UdSSR bei weitem besser ab! Auch wenn man in Betracht zieht, wie erbärmlich und ruiniert die Wirtschaft im Zarenreich war und wie katastrophal die Lebensbedingungen waren durch die massiven Interventionen von allen Seiten und die Verbrechen der entmachteten Kulaken und Fabrikherren – ein herunter-gewirtschaftetes Land – und dann kam auch schon der 2. Weltkrieg….

      • Lieber Bruder, Freund und Genosse Sascha313!
        Für mich ist der Sozialismus — mit allen seinen Fehlern, die immer nur von Menschen begangen werden KÖNNEN!!! nichts weiter als ÜBERGANG!!! —
        Ich will keinen Vergleich zwischen der UdSSR und China
        machen!
        China hat 20-mal mehr Menschen als Russland!

        Ich finde, dass der „Sozialismus“ in China — auch wenn ich ihn NICHT VERSTEHE!!! — immerhin DIREKT ZWEI-MILLIARDEN Menschen und FÜNF MILLIARDEN (mindestens) INDIREKT GERETTET HAT!!! ALS eine „Form“ des Sozialismus!

        Mir selber ist es VOLLKOMMEN EGAL, ob mich ein katholischer Arzt mit seiner katholischen Frau und Ärztin [beide Italiener und für ihren Job vom MALTERSER RITTERORDEN dafür bezahlt] in Uganda im KRIEGSGEBIET zum Sudan VON der Tropischen Malaria gerettet haben !!! — oder ob es Muslime, Hindus oder sonstwelche Menschen gewesen wären!
        FÜR MICH zählt NUR der MENSCH !!!

      • sascha313 schreibt:

        Natürlich zählt immer der Mensch!

  5. Eleonore Kraus schreibt:

    Aus meiner Sicht hat der Artikel von Ljubow Pribytkowa aus dem Jahre 2010 klar, präzise und all das, was ich als wichtig ansehe, auf den marxistischen Punkt gebracht. Nach mehrmaligen Lesen beider Artikel, nach dem Reflektieren und Einordnen ist L.Pribytkowas sehr viel näher an der Lebenswirklichkeit und der gesellschaftlichen Realität dran, als dieser.

    Wie dem auch sei, herzliche Grüße Ljubow Pribytkowa, und hoffentlich kann ich bald wieder von Ihnen Lesen. Ihr Ohr und Ihr Herz ist an den Menschen, an den Sorgen, an den Nöten. Glasklar, präzise und messerscharf sind ihre brillanten gesellschaftlichen Analysen, mit dem Marxismus/Leninismus im Gepäck des Lebens, und Ihre klare Positionierung zeigt, dass es mitten ins Leben geht.

    • sascha313 schreibt:

      Vollkommen richtig, liebe Eleonore! Der unbekannte Blogautor dieses Beitrags ist vielleicht kein Kommunist, aber er hat sicher auch längst erkannt, daß in der Sowjetunion unter Sozialismus etwas anderes verstanden wurde, wenngleich er es nicht so scharf formuliert, wie es nötig wäre…

      Warum nur gibt es heute Menschen, die aufgrund der heutigen Situation bereit sind, ihre Ansprüchen an eine sozialistische Gesellschaft so weit herunterzuschrauben, daß sie bereit sind, auch
      eine solche finstere kapitalistische Ausbeutung und solch ein triumphierendes Wesen der chinesischen Oligarchen zu akzeptieren…
      so wie man eben schnell mal eine „Kröte“ schluckt?

      Entschuldigung – aber wie bescheuert muß man denn sein, wenn man den Kapitalismus in Europa nun schon die letzten 30 Jahre schluckt??? Und wie widerspruchslos wird hingenommen, daß nunmehr mindestens schon 6.000.000.000 € verpulvert wurden, um den Sozialismus und DDR zu verteufeln??? Und wie klaglos wird akzeptiert, daß irgendsoeine deutsche adlige Dame von der CDU in Paris Verträge für ein milliardenschweres Rüstungsvorhaben unterschreibt, während in der BRD nunmehr schon jedes vierte Kind „armutsgefährdet“ ist??? „Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume schon ein Verbrechen ist…?“ (Brecht)

      • Eleonore Kraus schreibt:

        Lieber Sascha, natürlich ist dir das meiste vollkommen klar, deswegen vielleicht mehr als rhetorische Fragen gedacht……
        Möchte trotzdem konkret versuchen, darauf eine Antwort zu geben.

        Ganz sicher geht es vielen Menschen wirklich schlecht in diesem Land. Zum einen ist der Solidaritätsgedanke mit der AGENDA 2010 unter einer rot/grünen Bundesregierung zerstört worden und Millionen Menschen sind in die Armut und Perspektiv-losigkeit gestürzt und zum anderen haben wir keine revolutionäre Tradition wie z.B. in Frankreich…

        Die Axt wurde angelegt, an das, wofür Tausende gekämpft, gelitten, weggesperrt, gefoltert und ermordet wurden – im Faschismus, an die ganzen sozialen Errungenschaften, die von Schröder (Pfui Teufel) in seinem Brioni Anzug und seiner Cohiba Zigarre (Fidel würde sich drehen in seinem Grab!) und dem Grünen Fischer mit dessen Zustimmung der Jugoslawien-Krieg beginnen konnte, – all das wurde in die Tonne getreten. Man bedenke, der „Sündenfall“ nach 1945. „Wer hat uns verraten……“

        Deutschland war von der Mickey Mouse auserkoren worden, das Land in der EU zu werden, das den Zuchtmeister macht, was ja bis heute klappt. Was sie machen, das machen sie richtig: gnadenlos, skrupellos und kaltblütig. Der fiese Giftzwerg Schäuble hat es allen gezeigt, wozu dieses Land wieder fähig sein kann.

        Es machte sich eine große Angst im Land nach 1989/91 breit, nachdem der Rausch des Sieges des Kapitalismus verflogen war und der Sturz ins Ungewisse grenzenlose Unsicherheiten hervor brachte, gewollt, manipuliert, mit den zur Verfügung auch wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Psychologie. Gib ihnen soviel, dass sie nicht verhungern und sorge dafür, dass immerzu neue künstliche Bedürfnisse geweckt werden. (Rubinstein)

        Ein Teufelskreis: Tagelöhner, Deutschland hat den größten Niedriglohnsektor in der EU, über eine Million Obdachlose, wo 50.000 Menschen das ganze Jahr auf der Straße leben, unter Brücken, in stillgelegten Bahnhöfen, in Parks, meist alleine des nachts, wo sie um Leib und Leben fürchten müssen. Es gibt keine Sicherheiten, die der Mensch als soziales, gesamtgesellschaftliches Wesen aber nun einmal braucht. Echte menschliche Bedürfnisse, wie Nähe, Solidarität, Miteinander sollen vernichtet und abgelöst werden, von künstlich erzeugten Bedürfnissen, wo die innere Leere mit Waren, die kein Mensch braucht, gefüllt werden soll.

        Das kalte Herz, Vereinsamung und Verelendung sind die Folgen, was wiederum zur Folge hat, dass Psychologen, Psychiater und alles was sich auf dem Markt so tummelt, eine goldene Nase verdienen. Sie faseln von „Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Jeder ist sich selbst der Nächste“ und all das lässt viele Menschen verzweifeln, weil sie davon überzeugt sind, dass sie an ihrem Elend selber Schuld seien. Und die die damit ihre Knete verdienen, glauben meist selbst an diesen Schwachsinn.

        „An manchen Abenden rufen die vom Job Center bei mir zu Hause an“, erzählte mir eine gute Bekannte. Einfach so. Sie wird in die sinnlosesten Maßnahmen gesteckt, die nur einen bereichern und das sind die Bildungsträger, meist privat, wo sie ein Bewerbungstrainig machen soll, wo sie zeigen soll, dass sie um 8 Uhr morgens auf der Matte stehen kann……usw. Eine Frau, die eine Tochter alleine groß zieht, eine Berufsausbildung hat und trotz aller Kämpfe keine Anstellung findet.

        Man kann den Kapitalismus weder schön tapezieren, wie S. Wagenknecht denkt, noch kann man ihn olivgrün anpinseln, wie es die verrotteten Faschisten-Freunde der Ukraine, die GRÜNEN, denken. Ohne die „revolutionäre Theorie“ ist das alles nur heiße Luft in Tüten.

        Die Pickelhaube der Nation (von der Leichen) freut sich den Wolf, dass sich Deutschland endlich seiner historischen Verantwortung auf diesem Weg entziehen kann, in dem es sich, als Teil einer EU Armee, mit Waffenexporten, mit Milliarden-in-die-Aufrüstung klammheimlich von der ewigen, historischen Verantwortung freikaufen will. Und die Frisur von der Pickelhaube sitzt wie angetackert…. Und danke sehr für den Brecht.

  6. sascha313 schreibt:

    Natürlich, Eleonore! Man kann das gar nicht besser ausdrücken. Und wir haben die besten Argumente in der Hand; wir haben die besten praktischen (!) Erfahrungen vor Augen aus den Jahren von 1917 bis 1990. Wir wissen was Klassenkampf ist. Manchmal denke ich sogar, die jungen Leute um 1930 wußten das noch genauer. Wo gibt es denn heute noch Arbeitersportvereine, wo werden heute noch Arbeiterlieder gesungen? Das sind alles keine Kleinigkeiten! Umso mehr zeigt sich, daß man nicht mit Menschen diskutieren soll, die den real existierenden Sozialismus und unsere Geschichte nicht kennen, uns aber darüber belehren wollen, was wir darunter zu verstehen haben, wie dieser Herr Professor Elsner…

  7. Pingback: Das kapitalistische China – maoistdazibao

  8. tommmm schreibt:

    Im Sozialismus ist das Privateigentum an Produktionsmitteln abgeschafft. In China gibt es sehr großes Privateigentum an Produktionsmitteln und demzufolge auch jede Menge Millionäre und Milliardäre und daraus folgend die dazugehörige Anzahl an armen Menschen. Das ist das Wesen der momentanen chinesischen Wirtschaft. Es ist also dem Wesen nach kein Sozialismus.
    Was ist daran nicht zu verstehen?

    Es ist erstaunlich wie manche diese Fakten zurechtbiegen, um ihr eigenes Weltbild nicht revidieren zu müssen. Ob die führende Partei sich noch kommunistisch nennt, spielt doch dabei keine Rolle, das ist ein Textbaustein der ständig in der ganzen Welt praktiziert wird. Es sieht auch nicht so aus, als ob es eine Art chinesische NÖP ist, also eine vorübergehende Politik. Dafür müsste dann schon eine Art langfristiges Konzept entwickelt und in Programm aufgenommen werden.

    Ich bringe mal ein Beispiel aus der DDR (Sozialismus um 1989). Als die Hetze gegen die DDR begann „deckte“ die Ostseezeitung auf, das es im Keller der SED Kreisleitung eine Sauna gibt. Die Genossen haben eine eigene Sauna und das Volk ist unfrei….(Ob das sein musste, ist die andere Frage). Das ist doch ein himmelweiter Unterschied zu den Zuständen in China mit seinen Millionären.

    Ich glaube man sollte diese grundsätzlichen Dinge nicht damit übertünchen, dass China zur Zeit eine uns wesentlich angenehmere Außenpolitik betreibt, als zum Beispiel die Natostaaten.

    • sascha313 schreibt:

      Genauso ist es! Ich frage mich manchmal auch: Was ist daran so schwer zu verstehen? Ist der Reformismus schon so weit in die trüben Hirne eingesickert, daß das so schwer zu verstehen ist?

      Einer dieser mit bürgerlicher Weisheit gepuderten Schwätzer erklärte neulich: „Wir müssen die Probleme mit den Bordmitteln dieser Gesellschaft lösen, denn andere haben wir nicht.“ …und fünf Minuten später erklärt er, daß die Probleme nun doch nicht mit den „klassischen Bordmitteln“ zu lösen seien. Hat er etwa noch eine Art „Trumpf im Ärmel“? Hat er nicht. Da wird immer nur mit ständig neuen Worthülsen operiert, ständig werden neue Sichtweisen in den Ring geworfen, und am Ende verstecken sich alle diese gelehrten Propheten hinter der Komplexität der Probleme, arbeiten sich an deren Widersprüchlichkeit und „eigener Logik“ ab, ohne den grundlegenden Widerspruch der heutigen kapitalistischen Gesellschaft überhaupt nur zu erwähnen: den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit.

      Es geht hier also nicht um die CO2-Problematik oder um irgendwelche „Komplexitäten“ in der Gesellschaft, sondern um ökonomische Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus, die sehr wohl außer Kraft zu setzen sind, wenn sich denn der Gegensatz zwischen den Produzierenden und den Besitzern der Produktionsmittel derart zuspitzt, daß beiderseits eine Weiterführung der bisherigen Produktionsweise in der Gesellschaft nicht mehr möglich ist.

      Daß das zwangsläufig und unverhinderbar zu einem radikalen Bruch und zur grundlegenden Zerstörung bestehender Machtstrukturen führen muß, ist weder wegzudiskutieren, noch zu vermeiden. Aber deshalb geht die Menschheit noch lange nicht unter – eher krepiert sie an den Folgen eines überlangen Festhaltens an einem Wirtschafts-system, das einigen wenigen sowohl die Macht, als auch den Reichtum einer Gesellschaft mit einem nach Milliarden Menschen zu zählenden Heer von Nicht-Besitzern an den Produktionsmitteln zugesteht. Denn: wer hat denn erarbeitet, was diese wenigen verprassen?

      Vor diesem Dilemma, das nicht erkannt zu haben oder es zu ignorieren, stehen unzählige dieser heutigen bürgerlichen Soziologen, wie klug auch immer deren Fabulierkunst uns erscheinen mag…

    • Im Sozialismus ist das Privateigentum an Produktionsmitteln abgeschafft. In China gibt es sehr großes Privateigentum an Produktionsmitteln und demzufolge auch jede Menge Millionäre und Milliardäre und daraus folgend die dazugehörige Anzahl an armen Menschen. Das ist das Wesen der momentanen chinesischen Wirtschaft. Es ist also dem Wesen nach kein Sozialismus.
      Was ist daran nicht zu verstehen?

      Ich halte die „Feststellung“, dass es in China ein großes Privateigentum an den Produktionsmitteln gibt für einen auf dem westlichen Denkmuster gegründeten Irrtum. Die Millionäre und Milliardäre in China sind nicht die privaten Eigentümer der Produktionsmittel, sondern „bloß“ die Besitzer der Produktionsmittel. Mit anderen Worten: Sie sind Verwalter der Produktionsmittel. Eigentümer ist die Volksrepublik China und damit ist das „Volk“ indirekt der Eigentümer.

      Die Schlußfolgerung: Weil China viele Millionäre und Milliardäre hat, gibt es eine dazugehörende Anzahl an armen Menschen, ist falsch, weil die Armutsquote = weniger als 1,90 US$ pro Tag difiniert ist. [*1] Nun ist aber nicht der US$ die Landeswährung von China sondern der YUAN, der nur im Außenhandel zum US$ in einem Wechselkursverhältnis steht, den die Regierung Chinas festlegt, so daß es dem Kapitalismus und seinen Spekulanten unmöglich ist, Einfluß auf die chinesische Währung zu nehmen.

      Nach dem börsennotierten Wechselkurs [*3], der nur für den Außenhandel Chinas gilt: 1 US$ = ~7 YUAN, sind 1,90 US$ = 13,3 Yuan.
      Das durchschnittliche Jahreseinkommen in China liegt bei 67.569 YUAN (9.653,- US$) [*A], bzw. 185,- YUAN pro Tag.
      Wird das Hauptnahrungsmittel in China also Reis zur tatsächlichen Berechnung herangezogen, ergibt sich folgendes Bild: Ein Kilogramm Reis kosten in China drei Yuan (0,43 US$) [*4]. Ein Kilo Reis kosten hier etwa einen US$ = 7 YUAN.
      13,3 YUAN entsprechen also in China rund 4,43 kg Reis => bezogen auf Reis und dem börsennotierten Wechselkurs liegt das Einkommen eines armen Chinesen bei 31 YUAN oder 4,43 US$ pro Tag. Nach der Definiton: „als arm gilt, wer weniger als 1,90 US$ pro Tag hat“, gäbe es damit überhaupt keine armen Menschen mehr in China.

      Die Währungsreserven Chinas sollen 3.236-Milliarden US$ betragen [*5]; jeder Chinese verfügt damit über 2.311,- US$ Cash-Vermögen. China produzierte 2017 rund 212.676.000.000 kg Reis; bezogen auf die angenommene Bevölkerung von 1,4 Mrd. Menschen sind das rund 152 kg pro Person und Jahr.

      Der Handelsbilanzüberschuß Chinas betrug von 2007 bis 2017 rund 8.400-Milliarden US$ [*6]; werden die zu den Währungsreserven addiert beträgt das chinesische Vermögen 10.711-Milliarden US$.
      Aufgrund dieses Vemögens müsste der YUAN einen Wechselkurs von 1 : 10 zu US$ betragen – also ein YUAN = 10 US$ — womit der ärmste Chinese nach westlich-kapitalistischer Lesart über 44,30 US$ Einkommen pro Tag verfügen würde und das durchschnittliche Einkommen pro Tag bei 1.850,- US$ läge, was ‚intern‘ auch zutrifft, aber ‚extern‘ „keiner wissen braucht“.

      Es ist erstaunlich wie manche diese Fakten zurechtbiegen um ihr eigenes Weltbild nicht revidieren zu müssen. Ob die führende Partei sich noch kommunistisch nennt spielt doch dabei keine Rolle, das ist ein Textbaustein der ständig in der ganzen Welt praktiziert wird.
      Es sieht auch nicht so aus, als ob es eine Art chinesische NÖP ist, also eine vorübergehende Politik. Dafür müsste dann schon eine Art langfristiges Konzept entwickelt und in Programm aufgenommen werden.

      Nur soviel: Die KPC hat ein langfristiges STRATEGIE-Konzept bis zum Jahr 2200 (und darüber hinaus?) entwickelt und in das Partei-Programm nicht ‚bloß‘ aufgenommen, sondern ‚festgeschrieben‘. Und dieses folgt ganz eindeutig Lenin: Wir müssen dem Kapitalismus wirtschaftlich überlegen sein (werden) … und dafür darf sich der Sozialismus auch bestimmter Eigenschaften des Kapitalismus bedienen: zum Beispiel „Märkte“ beherrschen und kontrollieren und sich den Kapitalismus dienstbar machen! Und nur weil China und die KPC dem Primat: „Wirtschaftliche Überlegenheit über den Kapitalismus erzielen“, ist es noch lange kein kapitalistisches Land, solange die KPC die Führung und Kontrolle darüber nicht verliert oder durch eine Konterrevolution wie unter Grobatschow weggefegt wird!

      [*1] Weltbank
      [*2] finanzen net Börsenkurse
      [*3] Börsenkurs
      [*A] Statista
      [*4] Börsenkurs
      [*5] Weltbank, IMF, BIZ und © Statista 2019, www. safe. gov. cn >> Data and Statistics >> Forex Reserves >> Official Reserve Assets
      [*6] https://atlas.media.mit.edu/de/profile/country/chn/

      • sascha313 schreibt:

        Man muß schon die Geschichte kennen, bevor man sich auf derartige juristische und rechnerische Spitzfindigkeiten einläßt. Das müssen wir hier auch nicht ausdiskutieren. Die Eigentümer der Produktionsmittel sind auch in China gleichzeitig deren Besitzer; einen anderen Besitzer gibt es nicht. Und wie kann man nur Armut und Ausbeutung – da sie ja in hohem Maße vorhanden sind – an irgendwelchen Dollarbeträgen messen wollen, bzw. von „Strategie“ sprechen, wenn es sich um Zeiträume von mehreren Dutzend Jahren handelt. Solche Versprechungen hat auch Chruschtschow schon gemacht!

        China ist nach der Bevölkerungszahl der größte Staat der Welt, in dem bis zu den Reformen des 20. Jahrhunderts das kollektive Eigentum überwog, das Privateigentum sich unter der Kontrolle des Staates befand, also nicht dominierend war. In Verlauf seiner Existenz war das System der Eigentumsbeziehungen der Volksrepublik China einer Vielzahl von Veränderungen unterworfen.

        Die „neudemokratische“ Revolution Mao Tse-tungs ließ zunächst eine Modernisierung der Wirtschaft Chinas vermuten, was die Durchführung der Industrialisierung, die Einführung einer strengen Zentralverwaltung, die Verwirklichung der Nationalisierung und Verdrängung des privaten Sektors, sowie die Einführung der Volkskommunen bedeutete, die im Austausch zu den landwirtschaftlichen Genossenschaften gegründet wurden.

        Mit der Durchführung der Landwirtschaftsreform auf Initiative Dèng Xiǎopíngs begannen 1978 in den ländlichen Bezirken weitere Umgestaltungen, die auf dem Übergang von der halbnaturalen planmässig-administrativen Wirtschaftsführung zum Markt, also zu Ware-Geld-Beziehungen, führten. Die Volkskommunen wurden aufgelöst und das System der familiären Werkverträge eingeführt, das den entwickelten bäuerlichen Privatwirtschaften (und das waren 1984 mehr 90 % aller Bauernhöfe) neue Perspektiven eröffnete (sie gingen auf das System der Werkverträge über).

        1978 entfielen 56 % Bruttosozialprodukts Chinas auf das Staatseigentum, 43 % auf das genossenschaftliche Eigentum und nur 1 % auf nicht-gesellschaftliche Eigentumsformen. Außerdem verringerte der Staat die Kontrolle über die nichtstaatlichen Unternehmen, indem er Steuerermäßigungen gewährte und ein günstiges Anlageklima schuf. In dieser Periode fehlte der private Sektor als besondere Form der Produktion.

        Der private Sektor ist in der chinesischen Wirtschaft durch ein hohes Entwicklungstempo gekennzeichnet. Im Jahre 1978, als die chinesischen Wirtschaftsreformen von Dèng Xiǎopínga begannen, entfielen auf den staatlichen Sektor 78 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP), auf den nichtstaatlichen Sektor nur 22 %. 2008 ergibt sich ein umgekehrtes Bild: die nichtstaatlichen Unternehmen erzeugten 72 % BIP, und die staatlichen Betriebe nur 28 %. Von einer staatlichen Kontrolle und Planung kann also hier nicht die Rede sein.

        Zudem ist zu bedenken, daß die Beendigung der NÖP in der UdSSR durch Lenin bereits ein Jahr nach ihrer Einführung beschlossen wurde und bereits danach unter der Führung Stalin ein bisher nicht gekanntes, krisenfreies Wirtschaftswachstum einsetzte. Ohne einen proletarischen Staat, ohne Diktatur des Proletariats, ist eine Neue Ökonomische Politik (NÖP) nicht zu machen. In der UdSSR betrug der Anteil der privatkapitalistischen Industrieproduktion an der gesamten Industrieproduktion im Jahre 1923/1924 insgesamt nur 4,4% (Gr.Sowjetenzyklopädie, 1952, Bd.2, S.827)

      • Manchmal ist es echt schwierig.

        Man muß schon die Geschichte kennen, bevor man sich auf derartige juristische und rechnerische Spitzfindigkeiten einläßt. Das müssen wir hier auch nicht ausdiskutieren. Die Eigentümer der Produktionsmittel sind auch in China gleichzeitig deren Besitzer; einen anderen Besitzer gibt es nicht. Und wie kann man nur Armut und Ausbeutung – da sie ja in hohem Maße vorhanden sind – an irgendwelchen Dollarbeträgen messen wollen, bzw. von „Strategie“ sprechen, wenn es sich um Zeiträume von mehreren Dutzend Jahren handelt.

        Es tut mir leid, aber in China gibt es nur einen Eigentümer und das ist die Volksrepublik China selbst. Und es ist keine juristische Spitzfindigkeit, wenn ich schreibe, dass die „Millionäre und Milliardäre“ lediglich Besitzer, also von der KPC eingesetzte Verwalter sind, die jederzeit ausgetauscht werden können oder sogar hingerichtet werden, wenn sie gegen das in China geltende Recht oder gegen die Interessen der Volksrepublik China verstoßen.

        Ich habe die Armut und Ausbeutung nicht an irgendwelchen Dollarbeträgen gemessen, sondern die vom Kapitalismus „festgelegten“ Armutsquote (1,90 US$/Tag) auf die Verhältnisse in China übertragen und nicht ohne Grund als „Bewertung“ das Hauptnahrungsmittel Reis verwendet, weil ich eben gerade nicht die Armut an irgend einer Ziffer einer Währung festmache, sondern an dem, was ein Mensch zum „Leben“ benötigt und das sind zu allererst Lebensmittel und Trinkwasser.

        Nach westlichem – kapitalistischen – Denkmuster sind hier 1,90 US$ wenig (auch wenn ich selber hier damit auskommen könnte, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier) und damit gilt der Mensch dann als arm; arm nach kapitalistischer Lesart.

        Das kann aber doch nicht einfach so auf China übertragen werden, wo der Mensch sich für 1,90 US$ (13,3 YUAN gemäß des Wechselkurses) achtmal so viele Lebensmittel kaufen kann, wie er überhaupt essen kann; bzw. auf Reis basierend 31 YUAN, wofür er 20-mal so viel Lebensmittel kaufen kann, wie er zu essen vermag.

        Und damit will ich doch überhaupt nicht sagen, dass es in China weder Armut und immer noch Ausbeutung gibt.

      • sascha313 schreibt:

        Naja, ganz so einfach ist die Sache nun wohl doch nicht. Schön wär’s. Ich dachte auch zuerst, es gäbe eine klare Trennung zwischen staatlichem und privatem Eigentum, doch inzwischen gibt es seit 2007 nun auch in China einige neue Gesetze, die – übrigens in einer gewissen Analogie zur vierten Verfassungs-änderung der USA – im Gesetz auch in China festlegen: das Privateigentum ist unantastbar!

        „Das Gesetz bestärkt die Rechte der privaten Eigentümer und dient der Konsolidierung der Regeln der Marktwirtschaft, einer normalen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in der Zukunft“, sagt Fan Yán-ching, Abgeordneter der Gesamtchinesischen Versammlung der Volksvertreter der Provinz Jiangsu. Nichtsdestoweniger, kann man in China das Hauptobjekt des Eigentums – das Land – nur mieten, formell ist und verbleibt es nach wie vor im Eigentum des Staates.

        Eine wesentliche Eigenschaft eines sozialistischen Staates ist z.B. auch das Außenhandelsmonopol des Staates. Das Fehlen dieses Außenhandelsmonopols in China beweist aber, daß es auch in China einige große kapitalistische Unternehmen gibt, die selbst Eigentümer von Produktionmitteln sind. Einige solche Firmen haben bereits im Ausland große kapitalistische Betriebe aufgekauft (ebenfalls Eigentum!) – und auch hier fließen die Profite in die Taschen der jeweiligen chinesischen Kapitalisten. Auch hier gibt es Ausbeutung!

        Die landwirtschaftlichen Grundflächen Chinas gehören jedoch dem Staat. Tatsächlich befinden sie sich seit 1978 in individuellem Besitz. Rein formell ist also China zwar noch (mit gewissen Ausnahmen) der Eigentümer von Grund und Boden, doch die Besitzrechte auf Land, Wohnung und jedes beliebige andere Eigentum sind per Mietvertrag an jeweilige Besitzer vergeben (in den Städten betragen die Mietfristen 40-70 Jahre, auf dem Land 30 Jahre, was sich automatisch verlängert). Der angehäufte Reichtum, der z.B. im Hausbesitz besteht, kann an die Kinder vererbt werden.

      • Ich sehe es so:

        Lenin:
        Daß von einem Verkauf Russlands an die Kapitalisten keine rede sein kann, daß es sich um Konzessionen handelt, wobei jede Konzessionsvertrag an eine Bestimmte Frist, ein Bestimmte abkommen gebunden und mit allen Garantien versehen ist. (Seite 15)
        Wohl aber sind sie ein gewisses ökonomisches Zugeständnis an die Kapitalisten, damit wir auf diese Weise die Möglichkeit erhalten, uns schnellstens die notwendigen Maschinen …anzuschaffen.
        …Wir haben nicht das Recht, etwas zu verschmähen, das auch nur im geringsten dazu beitragen könnte, die Lage der Arbeiter und Bauern zu verbessern. (Seite 15)

        Die Naturalsteuer bedeutet natürlich, daß der Bauer über die Überschüsse, die ihm nach der Entrichtung der Steuer verbleiben, frei verfügen kann. … bedeutet Freiheit des Handels mit den Überschüssen unvermeintlich Freiheit der Entwicklung des Kapitalismus.
        Innerhalb dieses Rahmes ist das jedoch für den Sozialismus keineswegs gefährlich, solange das Verkehrswesen und die Großindustrie in den Händen des Proletariats verbleibt.
        Im Gegenteil, die Entwicklung des Kapitalismus unter der Kontrolle und bei der Regulierung durch den proletarischen Saat. (Seite 319)

        Lenin: Vorteilhaft und notwendig, insofern sie geeignet ist, die sofortige Hebung der Bäuerlichen Wirtschaft zu beschleunigen.
        Noch mehr gilt das für die Erteilung von Konzessionen: Ohne auch nur im geringsten die Nationalisierung aufzuheben, gibt der Arbeiterstaat bestimmte Bergwerke, Waldmassive, Erdölfelder und anderes ausländischen Kapitalisten in Pacht, um von ihnen zusätzlich Ausrüstungen und Maschinen zu Bekommen. (Seite 320)

        Lenin: Alle Hebel müssen in Bewegung gesetzt werden, um den Umsatz der Industrie und der Landwirtschaft zu beleben, koste es, was es wolle.
        Wer auf diesem Gebiet der besten Resultate erzielt, sei es auch auf dem Wege des privatwirtschaftlichen Kapitalismus, sei es sogar ohne Genossenschaften, … der wird dem sozialistischen Aufbau in ganz Russland mehr Nutzen bringen als derjenige, der auf die Reinheit des Kommunismus „bedacht“ ist, …
        Das mag als ein Paradox erscheinen: der privatwirtschaftliche Kapitalismus in der Rolle eines Helfers des Sozialismus? Aber das ist keineswegs ein Paradox, sondern eine ökonomisch völlig unbestreitbare Tatsache. (Lenin Ausgewählte Werke in sechs Bänden Band VI Seite 261)

        Lenin: Im Russland überwiegt jetzt gerade der Kleinkapitalismus, von dem sowohl zum staatlichen Großkapitalismus als auch zum Sozialismus ein und derselbe Weg, der Weg über ein und dieselbe Zwischenstation, die „allgemeine Rechnungsführung und Kontrolle über die Erzeugung und Verteilung der Produkte“ heißt. …
        Wer das nicht versteht, …weil er der Wahrheit nicht ins Auge zu schauen vermag, oder aber, weil er sich auf die abstrakte Gegenüberstellung von „Kapitalismus“ und „Sozialismus“ beschränkt und die konkreten Formen und Stufen dieses Übergangs heute nicht erfasst. (Lenin Ausgewählte Werke in sechs Bänden Band VI Seite 238/97)

      • sascha313 schreibt:

        Danke für den Lenin. Es ist gut, immer wieder mal nachzulesen 😉

      • … Ich denke, dass der Marxismus-Leninismus einer wissenschaftlichen Ergänzung bedarf. Diese betrifft das Thema Währung oder Geld. Außer in einem Artikel von Engels, in dem er das Anleihe(un)wesen der preußischen Regierung kritisierte, finde ich dazu (fast) nichts, also keine sozialistisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung. ….

        (gelöscht! Tut mir leid, aber das gehört nicht zum Thema! Demnächst zur Frage „Geld und Währung“ ein Extra-Thema! Admin.)

    • Eleonore Kraus schreibt:

      Vielen Dank.
      Ich stimme dir in der Einschätzung und Bewertung der „Schwätzer“ von Soziologen zu. Ich will die Psychologen und den MSM nicht aus ihrer Verantwortung lassen, sie arbeiten aktiv, subtil und manipulativ an der weiteren Verblödung der Bevölkerung.

      „Es ist also dem Wesen nach kein Sozialismus.“ So ist es !
      Danke für den erhellenden Beitrag.

    • Eleonore Kraus schreibt:

      „Es ist also dem Wesen nach kein Sozialismus.“
      So ist es !
      Danke für den erhellenden Beitrag.

  9. Eleonore Kraus schreibt:

    Was stört mich immer wieder beim Lesen einiger Kommentare ?
    Darüber habe ich nachgedacht und es geht mir weder um irgendeinen Schlagabtausch noch um Besserwisser oder Rechthaberei sondern den Punkt herauszuarbeiten, den ich objektiven Zynismus nennen will. Der Mangel an Mitgefühl ist mir völlig schleierhaft und fremd. Marx hat vom Leiden des Menschen her gedacht und seine Theorie entwickelt.

    Wer den Artikel von L. Pribytkowa ernsthaft und interessiert gelesen hat kommt um einzelne erschreckende Passagen nicht herum, wie dieser:

    Woher kommt der Reichtum ?

    „Genauer kann man es nicht sagen:
    Eine Kombination aus Kapitalismus, Feudalismus und Sklaverei.
    Ein Chinese schenkt der Geliebten einen Blumenstrauß aus 99.999 Rosen für 12 000 Dolllar, darüber haben alle chinesischen Zeitungen geschrieben, doch Dutzende Millionen Menschen ziehen durch das Land, um eine Arbeit zu finden und um nicht zu verhungern….. die Jugend arbeitet bis zu 16 Stunden am Tag ohne jeden sozialen Schutz und ohne bezahlten Urlaub….In der Provinz Guangdon arbeiten 2 000 Frauen in einer Fabrik für die Herstellung von Computertastaturen , sie leben in einem Wohnheim nahe der Fabrik zu 20 Personen in einem kleinen Zimmer und sie arbeiten bis zu 12 Stunden 7 Tage in der Woche, mit einer 15 minütigen Pause am Tag und zwei Ausgehtagen im Monat. Das Verlassen der Fabrik ist ohne eine spezielle Genehmigung unmöglich.“

    Ich erkenne hier nichts was auch nur im entferntesten mit Sozialismus zu tun haben soll. Sklaverei, Ausbeutung in seiner übelsten Form nenne ich das. Der Gedanke an längst vergangene Zeiten drängst sich auf, nämlich der an die Anfänge der Industrialisierung. „…..zuallererst muss der Mensch essen, trinken und sich kleiden“ spricht Friedrich Engels am Grab von Karl Marx, veröffentlicht im Vorwärts…..und die genaue Quelle ist weg !

  10. Eleonore Kraus schreibt:

    Danke für die Lehr- und Lernstunden !
    Einige Wenige stopfen sich die Taschen voll, leben und bereichern sich in obszöner Weise auf Kosten der Ärmsten, deren Lebenswirklichkeit nach Veränderung besserer Arbeits- und Lebensbedingungen schreit. Und einige suchen nach Gründen, dass dies sich so oder so erklären lässt. Die Ärmsten der Armen werden genauso darauf pfeifen, wie auch ich es tue. Denn „erst kommt das Fressen und dann die Moral.“
    Warum nur kommt mir das nur so bekannt vor ?

  11. Eleonore Kraus schreibt:

    Einige denken doch tatsächlich, dass es reicht Marx, Engels, Lenin und Stalin zu Lesen……………..

  12. Eleonore Kraus schreibt:

    Wenn dem so ist, dürfte es sicherlich kein Problem sein zu akzeptieren, dass es andere Bewertungen und Einschätzungen gibt als in deinen Kommentaren zu Lesen ist.

    „Wer das nicht versteht……..weil er der Wahrheit nicht ins Auge zu schauen vermag, weil er sich auf die abstrakte Gegenüberstellung von „Kapitalismus“ und „Sozialismus“ beschränkt und die konkreten Formen und Stufen heute nicht erfasst. Zitat Ende
    Hat das Lenin so geschrieben ?
    Bin etwas irritiert, weil erst danach die Quellenangabe kommt.
    Die Beweggründe hier zu Schreiben sind verschiedene, davon ist auszugehen.
    Ob man einiges teilen kann, weil es einer ähnlichen Bewertung folgt sei dahingestellt, jedoch ist es nicht egal, wie man dem anderen Leser begegnet, was überhaupt nicht heißt, dass man völlig anderer Meinung sein kann und das auch äußert. Dass es hier Leser gibt, wo das Schwert gezogen werden muss. Keine Frage.
    Die notwendige Differenzierung sollte vorgenommen werden, eh man „verteilt.“
    Und „wer verteilen kann, der muss auch einstecken“ können.
    Das war mir wichtig.
    Danke für die Aufmerksamkeit.
    Lenin: Lernen, Lernen, Lernen.
    Lebenslang, wie es aussieht.

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