US-amerikanische Panzer verwüsten Getreidefeld in Rumänien

Feld2Auf einer in Rumänien stattfindenden Kriegsübung unter dem Titel „Saber Guardian“ zerstörten US-amerikanische NATO-Soldaten mit schweren Kampfpanzern die einem Bauern gehörende Ernte eines großen Feldes mit Sonnenblumen, Mais und Weizen. Die Bewohner aus der Umgebung des rumänischen Städtchens Fetești waren plötzlich in heller Aufregung, als an einem gewöhnlichen Werktag nachmittags gegen halb Zwei schwere Panzer und Militärtechnik auftauchte und sich geradewegs auf ihre Felder zubewegten. Ohne Rücksicht auf die reife Saat, walzten die Panzerfahrzeuge alles nieder, was sich vor ihnen auf den Feldern befand. Das schien die Soldaten aber nicht zu stören. Arbeiter haben versucht, mit den Soldaten auf den Panzerfahrzeugen zu verhandeln, aber diese ignorierten sie und setzten unbeirrt fort, rücksichtslos kreuz und quer durch die landwirtschaftlichen Kulturen zu fahren, die Ernte zu zerstören.

Die darüber entsetzten Arbeiter benachrichtigen den Besitzer des Feldes, den Landwirt Sorin Pal Stănescu, der sofort die Polizei anrief. Doch die nach dem Aufruf anrückende Mannschaft der Polizei teilte den Ortsbewohnern mit, daß alles in Ordnung sei — es stellte sich heraus, daß hier ein großangelegtes internationales Manöver der Länder des NATO-Pakts unter dem stolzen Titel „Saber Guardian“ stattfindet, wozu auch Rumänien gehört.

Auf die Frage der Bauern, warum zum Programm des Manövers auch die Vernichtung der Saaten des Weizens, der Sonnenblumen und des Maises gehöre, antworteten die Polizisten, daß sich die amerikanischen Soldaten angeblich wegen falscher Koordinaten einfach geirrt hätten. Nachdem sich die Militärs zurechtgefunden hatten, wo sie sich befinden, verließen sie das Feld — und das war bereits gegen 17 Uhr. Der Landwirt Sorin Pal Stănescu wandte sich an die Stadtverwaltung von Fetești wegen eines Schadensersatzes, da die Amerikaner mit ihrer Panzertechnik sein ganzes Feld vollständig zerstörten, indem sie unter den Raupenketten ihrer Panzer die ganze Ernte begruben.

Die lokalen Behörden verwiesen den Landwirt auf das Verteidigungsministerium Rumäniens, da der Zwischenfall während einer Militäroperation geschehen war. Der rumänische Verteidigungsminister Gabriel-Beniamin Leș hat die Schuld anerkannt und versprochen, einen Sonderausschuss zu organisieren, der sich mit der Einschätzung des von den amerikanischen Soldaten angerichteten Schadens und der Festlegung des Umfanges der Wiedergutmachung beschäftigen wird. Welche Seite an der Übermittlung der falschen Koordinaten schuld ist, teilte der Beamte nicht mit.

Alexander Ponomarjow

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Nach Informationen der rumänischen Zeitung „Agrointeligenta“ erfolgte der Zwischenfall am 20. Juni 2019 ungefähr um 13:30 Uhr. mk.ru

Aus der Geschichte der NATO

NATO: (North Atlantic Treaty Organization ~ Nordatlantikpaktorganisation): 1949 auf Betreiben der USA gegründeter imperialistischer Militärpakt, der sich gegen die sozialistischen Staaten, die national befreiten Länder, die nationalen Befreiungsbewegungen sowie gegen die demokratischen Kräfte in den NATO-Staaten richtet. Der NATO gehörten bereits 1987 folgende 16 Staaten an: Belgien, BRD, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Türkei, USA. (Rumänien zählt heute dazu.)

Langzeitrüstungsprogramm

Ende Mai 1978 wurde von den NATO-Staats- und Regierungschefs in Washington ein Langzeitrüstungsprogramm beschlossen, das eine quantitativ und qualitativ neue Stufe der Hochrüstung einleitete. In direktem Kontrast zu der zum gleichen Zeitpunkt stattgefundenen 1. UNO-Sondertagung für Abrüstung sah dieses Programm u.a. vor:

• Entwicklung und Einführung solcher Kernwatten, die aus der Sicht der NATO geeignet sind, einen nuklearen Erstschlag gegen die UdSSR sowie andere Staaten des Warschauer Vertrages zu führen;
• Verstärkung der USA-Truppen in Westeuropa;
• Erhöhung der Mobilität der NATO-Truppen;
• Schaffung von „Eingreifverbänden“;
• Ausbau elektronischer Stör- und Spionagekapazitäten: Entwicklung und Einführung neuer Waffensysteme.

In der Zeit von 1978-1985 stiegen die Militärausgaben der NATO von 190,02 Milliarden Dollar auf 369,00 Milliarden Dollar; die personelle Stärke wurde im Zeitraum von 1978-1986 von 5.271.000 auf 5.732.000 Soldaten erhöht. In der Zeit von 1979-1986 wurden in die Streitkräfte der Europa-Gruppe der NATO u.a. eingeführt: 3.850 modernste Kampfpanzer, 3.580 andere gepanzerte Fahrzeuge, 810 schwere Geschütze, 1.880 Flugzeuge und 176 Kriegsschiffe. Das bis in die 90er Jahre reichende Programm zielte darauf, das militärische Kräfteverhältnis zugunsten der NATO zu verändern.

(vgl. Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin, 1988, S.156f.)

Siehe auch:
Rainer Rupp: Die Aggressivität der NATO

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4 Antworten zu US-amerikanische Panzer verwüsten Getreidefeld in Rumänien

  1. giskoe schreibt:

    Die rumänischen Felder sind im Gegensatz zur Ukraine keine Monsanto-Schutzgebiete. Wenn dann erstmal ein „Sonderausschuss“ gebildet wurde, wird der Ausschuss als sehr klein eingeschätzt und ein Hilfskredit angeboten. Denn Geld gibt es nicht für nichts.

  2. Johann Weber schreibt:

    Die werden sich nie ändern. Hier einige kleine Meldungen von Manöverschäden in der Alt-BRD.

    „Berliner Zeitung“ vom 9. Februar 1961:
    Fazit: Tote, Verletzte, Flurschäden
     Nürnberg (ADN/BZ). Die aggressiven NATO-Atomkriegsübungen „Winterschild II“, an denen rund 60 000 amerikanische, westdeutsche und französische Soldaten beteiligt waren, sind am Mittwoch nach siebentägiger Dauer abgeschlossen worden. Nach Berichten westlicher Agenturen hat das Manöver insgesamt sechs Todesopfer gefordert, darunter zwei deutsche Zivilisten. Über 50 Personen wurden bei den mit großer Rücksichtslosigkeit gegen die Zivilbevölkerung durchgeführten Übungen zum Teil schwer verletzt. Die Zahl der Unfälle übersteigt insgesamt 200.
     Die westdeutsche Nachrichtenagentur DPA meldet, daß die Übungen verheerende Spuren auf den Straßen und Feldern Bayerns hinterlassen haben. „Die amtlichen Stellen befürchten, daß der im Wintermanöver des vergangenen Jahres angerichtete Schaden von sechs Millionen WM noch übertroffen wird.““

    „Neues Deutschland“ vom 28. September 1949:
    Briten von Zerstörungswut befallen
    Schwere Schäden durch Herbstmanöver / Naturschutzgebiet In Gefahr
     Soltau (Eig. Ber.) Die durch britische Truppen im Kreis Soltau (Lüneburger Heide) durchgeführten Manöver nahmen in den letzten Tagen an Umfang zu. Die britischen Truppenverbände, die ihre Übungen in der Hauptsache im Kirchspiel Bispingen durchführten, richteten neben Zerstörungen an Straßen, Burgersteigen und Gartenzäunen auch schwere Flurschäden an. Kartoffelmieten, und kurz vor der Ernte stehende Felder bildeten für sie kein Hindernis. Telegraphenmasten und bis zu 20 Meter hohe Bäume wurden willkürlich umgerissen und umgefahren, Weidenzäune niedergewalzt. Nunmehr verlagern sich die Manöver in das Naturschutzgebiet der Lüneburger Heide, von wo ebenfalls bereits schwere Schäden gemeldet werden.“

    Neues Deutschland vom 9. April 1950:
    Panzer walzten die Saat
     Kiel (ADN). Bei Manöverübungen auf dem britischen Panzerschießplatz Putlos bei Oldenburg seien die britischen Panzer rücksichtslos über das Übungsgelände hinaus in die anliegenden bestellten Felder gerollt und hätten dort umfangreiche Flurschäden angerichtet, heißt es In einer Protestentschließung der Stadtverwaltung von Oldenburg an die Landesregierung von Schleswig-Holstein.“

    Die Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 11. Juni 1950:
    Zum Schaden auch noch den Spott
     (ADN). Mit der Begründung, Truppen der westlichen Besatzungsmächte gewährleisteten Westdeutschland als einzige „Schutz“, wies die britische Oberkommission westdeutsche Vorwürfe wegen der Flurschäden bei den britischen Kriegsübungen zurück. Dia Oberkommission verwies weiter auf die Möglichkeit einer Schadensanmeldung, erwähnte dabei aber natürlich nicht, daß jeder Schadensersatz dem Besatzungskostenfonds entnommen wird, also dem westdeutschen Steuerzahler zur Last fällt.“

    Berliner Zeitung vom 29. Juli 1954:
    Panzer gefährden Wanderer
     Lüneburg (ADN). Vor dem Zelten im Manövergebiet der Lüneburger Heide hat der Kreisjugendpfleger des Landkreises  Lüneburg in einem Aufruf gewarnt, da die Gefahr bestünde, daß die Zelte nachts von britischen Panzern überrollt werden. Wie die Zeitung „Norddeutsches Echo“ meldet, haben britische Manövertruppen in den niedersächsichen Orten Ottensem, Wiepenkathen, Apensen, Oldendorf und Kuhla im Kreis Stade schwere Sach- und Flurschäden verursacht“

  3. sascha313 schreibt:

    Was würden diese Banditen sagen, wenn rumänische Panzer „versehentlich“ das kleine Häuschen des Panzerfahrers niedergewalzt hätten, das er als Lohn für seine Kriegsdienste erhalten hat? Oder was würde ein deutscher Beamter sagen, wäre das mit seinem Eigenheim geschehen? Es ist eine unvorstellbare Grausamkeit…

    Zu erinnern ist auch daran, daß amerikanische Besatzersoldaten nach 1945 in den widerrechtlich besetzten Gebieten im Osten Deutschland Lebensmittel aus den Lebensmittellagern geholt, auf einen Haufen geschmissen und verbrannt haben. Noch leben Zeugen, die das gesehen haben!

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