Die Totalitarismus-Lüge – Oder: War Hitler ein „Linker“?

Gericht_HitlerIn der neonazistischen Propaganda findet man heute immer mehr Lügen und Behauptungen, die den deutschen Faschismus verharmlosen und ihn als „das kleinere Übel“ gegenüber dem „Kultur-Bolschewismus“, dem „totalitären Stalinismus“ usw. darzustellen versuchen. Hitler habe angeblich mit „linken Ideen“ sympathisiert und die Wehrmacht sei 1941 angeblich „in weiser Voraussicht“ einem „russischen Überfall“ zuvorgekommen. Diese Lügen und Geschichtsfälschungen haben ihren Ursprung vor allem in den USA, wo die Nazis ganz ohne Scheu mit Hakenkreuzfahnen und nazistischer Symbolik aufmarschieren und faschistische Propaganda betreiben dürfen. Eine beliebte Methode ist dabei die insbesondere nach 1945 in Westdeutschland und später in der BRD verbreitete Totalitarismus-Lüge, die heute sogar an deutschen Universitäten von rechtslastigen Professoren gelehrt wird.

Unwissenschaftliche bürgerliche Theorien

Zunächst muß man feststellen, daß es keine „Politikwissenschaft“ gibt. Wenn da erklärt wird, die Politikwissenschaft befasse sich mit dem gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen, so ist das eine zutiefst unwissenschaftliche, idealistische Betrachtungsweise, die davon ablenken soll, daß nicht das materielle Sein das Bewußtsein bestimmt, sondern angeblich die „Beschäftigung mit der Tagespolitik“ oder irgendwelche „institutionellen, prozeduralen, sachlich-materiellen und politisch-kulturellen“ Faktoren. Man kann daher diese angebliche „Wissenschaft“ nur als ein demagogisches Politikastertum, als „Politologie“ bezeichnen:
Politologie

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin, 1967, S.503.

Die Totalitarismus-Lüge

Totalitarismus-Doktrin: insbesondere in der westdeutschen Bundesrepublik weit verbreitete ideologische Erscheinungsform des Antikommunismus. Ursprünglich wurde der Begriff Totalitarismus in Anknüpfung an Platons Staatslehre von bürgerlich-liberalen politischen Schriftstellern zur Charakterisierung der faschistischen Diktaturen in Deutschland und Italien verwandt, die mit ihrem spezifischen Machtapparat das gesamte gesellschaftliche und das persönliche Leben ihrer Bürger total beherrschten.

Der Antikommunismus des Kalten Krieges nach 1945

Vor allem nach 1945 wurde die Totalitarismus-Doktrin von imperialistischen Ideologen einem Funktionswandel unterworfen und in den Dienst der antikommunistischen Propaganda gestellt. Unter krasser Entstellung der historischen Tatsachen wurde behauptet, zwischen Faschismus und Sozialismus bzw. Kommunismus bestehe eine Wesensgleichheit, sie entsprängen gleichen gesellschaftlichen Ursachen und beraubten die Menschen mit ähnlichen Mitteln ihrer Freiheit.

Zwei völlige Gegensätze einander gleichgesetzt

Diesen angeblich wesensgleichen, tatsächlich aber direkt entgegengesetzten Gesellschaftsordnungen und den ihnen entsprechenden Staaten wird auf unwissenschaftliche Weise die „pluralistische moderne Industriegesellschaft“ [oder: „die freiheitlich-demokratische Grundordnung“, oder: „die abendländische Kultur“, oder „die postmoderne Gesellschaft“ usw.] gegenübergestellt, so daß, unter Leugnung des Klassencharakters von Staaten überhaupt und insbesondere der monopolkapitalistischen Klassenwurzeln sowohl des Faschismus als auch der gegenwärtigen parlamentarischen Demokratie, ein Gegensatz von „Demokratie“ und „Totalitarismus“ konstruiert wird.

Der Totalitarismus und die angeblich „freie Welt“

Die die jeweilige Gesellschaftsordnung bestimmenden sozialen und politischen Kriterien werden auf diese Weise eliminiert und durch fiktive weltanschaulich-ideologische Kriterien ersetzt. Da der gegenwärtigen imperialistischen Propaganda zufolge der Faschismus überwunden sei, habe im Sinne der Totalitarismus-Doktrin nach 1945 bis 1990 der Gegensatz zwischen „freien“ Ländern und dem Sozialismus bzw. Kommunismus die Welt beherrscht, wobei unter Umkehrung objektiver, wissenschaftlich exakter Kriterien als „freie“ Länder die Staaten mit kapitalistischer Gesellschaftsordnung bezeichnet werden.

Demzufolge erscheinen auch die faschistischen Diktaturen z. B. in Spanien und Portugal als „freiheitlich“. Der systematische Abbau der parlamentarischen Demokratie in der westdeutschen Bundesrepublik und der Übergang zur formierten Herrschaft wird von den Vertretern der Totalitarismus-Doktrin ignoriert.

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1967, S.657f. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Die Lügen der heutigen Neonazis

Um die Rehabilitierung des deutschen Faschismus voranzutreiben und die Verbrechen der blutigen Naziherrschaft zu verharmlosen wird von neonazistischen Blogs und Webseiten, die heute immer mehr Verbreitung finden, Hitler als ein „Linker“ dargestellt, und die Nazis als angebliche Sympathisanten „linker Ideen“. Das Gegenteil ist der Fall! Die Kommunisten haben bereits vor 1933, also viele Jahre vor der Machtübertragung an die faschistische Hitlerpartei entschieden gegen den aufkommenden deutschen Faschismus gekämpft. Die Kommunisten waren schließlich die ersten, die nach dem Reichtagsbrand im Januar 1933 massenhaft von den Nazis verfolgt, gefoltert und ermordet wurden.

Nazi-Mordterror

Der Nazi und verkappte Hitler-Verehrer Fest schrieb zum Beispiel: Der auffallendste Unterschied bleibt, daß der Nationalsozialismus sich schon im Programm unmenschlich ausnahm, während der Sozialismus in verschiedenen humanitären Maskeraden auftrat.(taz, 27.9.03) Das ist auch eine der typischen, geschichtsfälschenden Aussagen! Der deutsche Faschismus war weder national noch sozialistisch. Und er „nahm sich“ nicht nur unmenschlich aus – er war unmenschlich! Der Sozialismus hingegen brauchte keine „humanitären Maskeraden“ – er war eine humanistische und menschenwürdige Gesellschaftsordnung, so wie auch die Ansichten der Kommunisten, wie ehedem die Ansichten fortschrittlicher Denker des Bürgertums, auch heute noch den humanistischen Idealen der Menschheit entsprechen, ja – weit darüber hinauswuchsen, indem sie die sozialökonomischen Ursachen von Unterdrückung und Ausbeutung bis hin zum Faschismus offenlegten.

Und wer heute behauptet, die Deutsche Demokratische Republik (DDR) sei ebenso wenig demokratisch gewesen, wie es die Demokratische Republik Kongo ist, der bedient im umgekehrten Sinne genau dieselben Register wie auch die deutschen Faschisten, die Unvergleichbares miteinander gleichsetzten, indem sie ihre Partei als  eine „nationalsozialistische Arbeiterpartei“ bezeichneten, was allein schon im Namen eine dreifache Lüge beinhaltet. So als ob allein der Name schon ausreichte, eine Gesellschaft zu chrakterisieren. Nein – die DDR war ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, bei dem sich die Produktionsmittel in den Händen des Volkes befanden. Es herrschte die Macht der Arbeiterklasse im Bündnis mit den werktätigen Bauern – die kapitalistische Ausbeutung des Menschen durch den Menschen war beseitigt. Das allein ist wirkliche Demokratie: es ist die Herrschaft des Volkes! 

Und wie ist es nun mit dem Antifaschismus? Die Dreistigkeit der Faschismus-Leugner schreckt vor nichts zurück. Kaum gab es eine eindeutige Erklärung, nämlich die der Komintern, daß „Faschismus an der Macht die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ ist, schon erhoben sich Stimmen, die jeglichen Widerstand gegen die Nazidiktatur, insbesondere den der Kommunisten, kleinzureden versuchten, so als sei der Holocaust die „ultima ratio“ der Nazis gewesen, als hätte es nur einen Stauffenberg, einen Bonhoefer und die „Weiße Rose“ gegeben, so als sei jeglicher Versuch der herrschenden Klasse des Imperialismus, die Macht mit brutalsten, terroristischen Mitteln zu befestigen, nicht schon auch eine Erscheinungsform des Faschismus, sondern geradezu ein Verkehrsunfall mit bedauerlicherweise einigen Toten. Der faschistische Putsch in der DDR 1953, in Ungarn 1956, und in der Ukraine 2013 und einige andere Formen des „Regime Change“ waren nichts anderes als offene, terroristische Methoden, mit denen der Imperialismus die Macht eroberte oder zu erobern versuchte. Es waren und sind Erscheinungsformen des Faschismus.


1. Die Präventivkriegslüge

War der faschistische Überfall der Nazis 1941 ein „Präventivschlag“?

Ebenso verbreiten Neonazis heute die Lüge vom Präventivschlag der Wehrmacht gegen einen angeblich drohenden Überfall der „russischen Horden“ (im Goebbels-Jargon) oder wie auch „zivilisierter“ gesagt wird: Hitler sei einem Einmarsch der Roten Armee „zuvorgekommen“ und das „Unternehmen ,Barbarossa'“ sei eigentlich kein Überfall gewesen, sondern „ein Präventivschlag gegen das zunehmend aggressiv und expansionistisch auftretende stalinistisch-bolschewistische Regime im Osten“. Natürlich ist das eine Lüge“ Denn die Tatsachen beweisen das Gegenteil:

Was geschah wirklich 1941?

Nach dem Überfall der faschistischen deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion verkündete der Außenminister Ribbentrop, daß Deutschland einen Präventivkrieg führe. Bis auf den heutigen Tag wird diese verleumderische Behauptung mit schöner Regelmäßigkeit durch die bundesdeutschen Medien kolportiert, auch wenn es dafür keine Belege gibt und alle wesentlichen Tatsachen dagegen sprechen. Nach der »Öffnung der Archive« in Moskau glaubte man zunächst, nun über neue Dokumente verfügen zu können, die beweisen, daß die Wehrmacht einem Angriff der Sowjetunion zuvorgekommen sei. Doch das war nicht der Fall. Es gibt nicht ein einziges sowjetisches Dokument, das – wie die Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht Nr.21 (Fall Barbarossa) vom 18.Dezember 1940 – als Aggressionsplan gelten kann. Es gibt kein Dokument, das etwa einen Überfall auf das Deutsche Reich zum Inhalt hat.

Fronten

Welche Feststellungen des Textes unterstreicht diese Statistik?

Untaugliche »Beweismittel« für einen Präventivkrieg

Als wichtigen »Beweis« für einen angeblichen Präventivkrieg führten antisowjetische Historiker immer wieder die Reden Stalins am 5.Mai 1941 vor Absolventen der Militärakademie und beim anschließenden Empfang an. Doch der Korrespondent der englischen Zeitung »Sunday Times«, Alexander Werth, konnte aufgrund seiner guten Beziehungen zu sowjetischen Dienststellen einige wesentliche Schwerpunkte dieser Rede übermitteln, die eindeutig belegen, daß ein Angriff der Sowjetunion weder vorgesehen war, noch möglich gewesen wäre:

situation-1941

Ein angeblicher sowjetischer »Angriffsplan«

Ein weiteres Dokument, das immer wieder hervorgeholt wird, um eine angeblich beabsichtigte sowjetische Aggression nachzuweisen, ist ein »Strategischer Angriffsplan« vom 15.Mai 1941. Dabei handelt es sich allerdings um einen Plan, mit dem man einen feindlichen Angriff der Wehrmacht im Grenzgebiet hätte abfangen können, um dann zum Angriff überzugehen. Diese Verteidigungsstrategie der Sowjetunion war keineswegs ungewöhnlich, und sie galt mit einigen Änderungen bis zum Jahre 1987.

Der Schutz der sowjetischen Grenzbezirke

Als ein dritter »Beleg« für eine vermeintliche sowjetische Angriffsabsicht im Jahre 1941 galt die im Frühjahr 1941 vorgenommene Verstärkung der Roten Armee in den westlichen Militärbezirken der UdSSR. Dagegen hatte der Generalstab des deutschen Heeres bereits im November 1940 damit begonnen, seine Divisionen bis an die sowjetischen Grenzen zu verlegen, da bereits seit Juli 1940 an einem Feldzugsplan für einen Überfall auf die Sowjetunion gearbeitet wurde. [2]

Der faschistische Truppenaufmarsch begann 1940

Als dann der sowjetische Außenminister Molotow im November 1940 Hitler in Berlin die Frage stellte, welche Absichten die deutsche Regierung mit der Truppenverlegung nach Finnland und Rumänien verfolge, wich Hitler einer direkten Antwort aus. Es war der Versuch einer Täuschung. [3] Indes verstärkte die faschistische deutsche Wehrmacht ihre Truppenkonzentrationen an den sowjetischen Grenzen, was nicht nur von der sowjetischen Militäraufklärung, sondern auch von den USA und Großbritannien als strategischer Aufmarsch für eine Offensive bewertet wurde. Die Führung der KPdSU unter Stalin hatte damals von verschiedenen Seiten die Information erhalten, daß spätestens ab Mitte Mai 1941 mit einem deutschen Angriff zu rechnen sei. Tatsächlich hatte Hitler den als Angriffstermin den 15.Mai 1941 festgelegt. Dieser Termin wurde jedoch aufgrund des Überfalls auf Jugoslawien und Griechenland auf den 22. Juni 1941 verschoben.

Ein Schlüssel zum Verständnis der Politik Stalins

Die Sowjetunion nahm im Frühjahr 1941 vorsorglich eine Verkürzung der Militärbezirke vor. Der Historiker Andreas Hillgruber schrieb über die sowjetische Sicherheitspolitik jener Zeit:

»Die … Rede Stalins vor den Absolventen der 16 Militärbezirke der Roten Armee … in der er andeutungsweise die Folgerung gezogen hatte, daß die Sowjetunion derzeit zu einem Waffengang nicht in der Lage … sei, scheint ein Schlüssel zum Verständnis der Politik Stalins in der Zeit Mitte April zu bieten. Er erwartete neue Forderungen Hitlers, denen seiner Auffassung nach durch deutsche Truppenmassierungen an der sowjetischen Grenze Nachdruck verliehen werden Sollte, und er glaubte nun … angesichts der Möglichkeit eines deutsch-sowjetischen Krieges in Anbetracht des für die Rote Armee ungünstigen Kräfteverhältnisses, gezwungen zu sein, Hitler einen Preis für ein neues Arrangement zahlen zu müssen…« [4]

Hitler plante den Angriffskrieg auf die Sowjetunion

Man kann im übrigen davon ausgehen, daß auch die Nazi-Führung überzeugt war, daß von sowjetischer Seite kein Angriff auf Deutschland zu erwarten war. Die Generalstabsabteilung Fremde Heere Ost schätzte ein, daß die Verstärkung der sowjetischen westlichen Grenzmilitärbezirke am 11.April 1941 ein Aufmarsch von defensiven Charakter gewesen sei. [5] Im sogenannten Führerhauptquartier und in den Führungsstäben des Heeres und der Luftwaffe rechnete man damit, auf einen nicht kriegsbereiten Gegner zu treffen. Diese Annahme hatte sich ja dann in den frühen Morgenstunden des 22.Juni 1941 auch vollauf bestätigt.

Was waren die Kriegsziele der Sowjetunion?

Kriegsziele UdSSR

Quellen:
[1] Alexander Werth, »Rußland im Kriege 1941-1945«, Droemer Knaur, München/Zürich 1965, S.106/107
[2] Heinrich Uhlig, »Das Einwirken Hitlers auf Planung und Führung des Ostfeldzuges«, in: Beilage von Parlament, B 11/60, S.170
[3] W.M.Bereshkow, »Jahre im diplomatischen Dienst«, Dietz Verlag, Berlin 1975, S.35ff.
[4] Andreas Hillgruber, »Hitler Strategie, Politik und Kriegsführung 1940-1941«, Bernard u. Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt/M. 1965, S.431-433.
[5] Andreas Hillgruber, a.a.O., S.435

2. War Hitler ein „Linker“?

Natürlich war Hitler kein „Linker“. Nicht einmal annähernd. Er und seine Gesinnungskumpane sympathisierten auch nicht mit „linken Ideen“. Alle Parolen der Nazis, die sich angeblich „gegen den Kapitalismus“, „gegen die Zinsknechtschaft“, „gegen die Ausbeutung“, gegen das „raffende Kapital“ usw. richteten und für „Arbeitsbeschaffung“ plädierten, waren nichts als demagogische Lügen mit dem Ziel, die Massen hinters Licht zu führen und der Kommunistischen Partei Deutschlands Wählerstimmen abzujagen.

Gegen wen richtete sich der faschistische Terror?

Gegen wen sich der faschistische Mordterror in Wahrheit richtete, davon zeugen allein schon die statistischen Angaben, wonach vor allem Kommunisten den Nazis zum Opfer fielen, aber auch linke Sozialdemokraten, darunter christliche Arbeiter, Künstler, Juristen, Ärzte, Wissenschaftler und andere linke Antifaschisten. Doch kommen wir zum Wesentlichen! Und das ist der Kapitalismus in seiner höchsten und schärfsten Form, dem Imperialismus. Sozialismus und Kapitalismus sind zwei grundverschiedene Gesellschaftsordnungen. Und der sog. „Nationalsozialismus“ hat mit dem Sozialismus nicht das geringste zu tun.

War Hitler „das kleinere Übel“?

Der sozialdemokratische Bürgermeister Rudolf Heublein erklärte: „Jeder der klar sieht, muß sich sagen, entweder das große Werk der Regierung [der Nazi-Regierung! – N.G.] gelingt, oder Deutschland ist endgültig verloren und versinkt im Bolschewismus. Ein Arbeiten gegen die heutige Staatsführung wäre ein Verbrechen am Volk und Vaterland. Dies zu erkennen und auszusprechen ist für mich als bisherigen Sozialdemokraten eine vielleicht bittere, aber notwendige Erkenntnis.“ – Damit leisteten die rechten sozialdemokratischen Führer eine direkte Unterstützung des Faschismus! Zurecht wurde das von der KPD als „Sozialfaschismus“ gegeißelt!

330719 DRF Hitler das kleinere Übel

War das Nazireich sozialistisch?

Den Beweis dafür, daß der „Nationalsozialismus“ in Wahrheit „sozialistisch“ gewesen sei, lieferte angeblich der galizische Adlige Ludwig von Mises. Der habe nämlich festgestellt, daß es unter den Nazis keine kapitalistische Ordnung, sondern eine sozialistische gegeben habe. So seien die meisten Unternehmen im National-Sozialismus zwar formal in Privathänden verblieben, aber das Privateigentum an den Produktionsmitteln habe tatsächlich beim Staat gelegen. Wie „genial“! Und es ist eine Lüge! Kein einziger der Monopolherren oder Großgrundbesitzer wurde im Nazireich enteignet… Und dann beginnt man leicht, den Faschismus lediglich als „populistisch“ abzutun, und schon ist man raus aus der heiklen Debatte um die Klassengegegensätze zwischen Proletariat und Bourgeoisie, zwischen Kapital und Arbeit. So läßt man die Wissenschaftlichkeit des Marxismus-Leninismus einfach hinter sich und vernebelt die Erkenntnis mit allgemein-konkreten Geschwätz

Woher kommt eigentlich der Russenhaß?

Die Nazis strebten schon 1933, also unmittelbar nach der Machtübertragung aggressive, expansionistische Ziele an. So wurden die Tschechoslowakei und Österreich besetzt und dem Deutschen Reich „angeschlossen“. Das nächste Ziel war die Eroberung der Sowjetunion um an die „Kornkammer Europas“, die Ukraine, heranzukommen und sich das Erdöl von Baku anzueignen. Die Reichspost in Wien („Unabhängiges Tagblatt für das christliche Volk“!) hetzte gegen die Sowjetunion:

330716 Hetzartikel gegen Rußland

Und ein Nazi sprach aus, was hinter steckte:

Ehrhard Wetzel, ein „Experte“ des nazistischen „Ministeriums für die besetzten Ostgebiete“ sagte am 27. April 1942: „Für uns, die Deutschen, ist es wichtig, das russische Volk in einem solchen Grad zu schwächen, daß es nicht mehr imstande ist, uns bei der Errichtung der deutschen Herrschaft über Europa zu stören.“


ANHANG

Frage: Warum gab es in der DDR eine antifaschistisch-demokratische Umwälzung?

antifaschistisch-demokratische Ordnung: gesellschaftliche Ordnung, in der durch eine tiefgreifende revolutionäre Umwälzung unter Hegemonie der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei die Machtgrundlagen des Imperialismus beseitigt werden und eine revolutionär-demokratische Diktatur der Arbeiter und Bauern unter Beteiligung anderer Schichten der Bevölkerung entsteht. Die völkerrechtliche Grundlage für die Schaffung einer antifaschistisch-demokratische 0rdnung in Deutschland bildete das Potsdamer Abkommen, das dem deutschen Volk die Möglichkeit bot und zugleich von ihm forderte, „sein Leben auf einer demokratischen und friedlichen Grundlage von neuem wiederaufzubauen“. Günstige Voraussetzungen für die Beseitigung von Faschismus, Imperialismus und Militarismus in Deutschland schuf das durch den Sieg der UdSSR und der anderen Mächte der Antihitlerkoalition über den deutschen faschistischen Imperialismus veränderte internationale Kräfteverhältnis und die Erschütterung der imperialistischen Klassenherrschaft in Deutschland.

Was war die Grundlage für die antifaschistische Ordnung?

Die programmatische Grundlage für die Errichtung der antifaschistisch-demokratische Ordnung bildete der Aufruf des Zentralkomitees der KPD vom 11. Juni 1945. Die Aktionseinheit der Arbeiterklasse und die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands war die wichtigste Vorbedingung für den Sieg über Imperialismus und Militarismus. Das feste Bündnis der geeinten Arbeiterklasse mit der Bauernschaft bildete die politische Grundlage der antifaschistisch-demokratische 0rdnung; es förderte die Zusammenarbeit aller antiimperialistischen Kräfte beim Aufbau der antifaschistisch-demokratische Ordnung und ermöglichte ihren Zusammenschluß im antifaschistischen Block (Demokratischer Block der Parteien und Massenorganisationen).

Im Osten Antifaschismus – im Westen die alten Nazis…

Die antifaschistisch-demokratische Umwälzung wurde nur im Osten Deutschlands erfolgreich vollzogen, während sie in den westlichen Besatzungszonen von den imperialistischen Besatzungsmächten und der wiedererstarkenden deutschen Großbourgeoisie hintertrieben wurde. Vor einer imperialistischen militärischen Aggression durch die Sowjetarmee geschützt, konnten die Werktätigen in Ostdeutschland ihre Kräfte entfalten und den Widerstand der Reaktion brechen. Der faschistische Staatsapparat wurde zerschlagen und an seiner Stelle eine antifaschistisch-demokratische Staatsmacht errichtet. Erstmals entstanden auf deutschem Boden von konsequenten Antifaschisten geleitete kommunale Verwaltungen, später demokratisch gewählte Volksvertretungen sowie Gerichte und andere staatliche Organe, die den Interessen des Volkes dienten.

Die bürgerlich-demokratische Revolution

Durch die demokratische Bodenreform wurde die bürgerlich-demokratische Revolution zu Ende geführt und die Macht der Junker und Großgrundbesitzer gebrochen. Die Macht des Monopolkapitals wurde durch die Bestrafung und Enteignung der Kriegsverbrecher und Naziaktivisten, der Kriegsgewinnler und Kriegsinteressenten beseitigt. Das Volk nahm deren Industriebetriebe, das Verkehrs- und Versicherungswesen sowie einige Landwirtschaftsbetriebe in seinen Besitz.

Das Volkseigentum als Grundlage

Damit wurde der volkseigene Sektor, der 1948 in der Industrie zusammen mit den SAG-Betrieben zwei Drittel der industriellen Bruttoproduktion erzeugte, zur festen sozialökonomischen Grundlage der antifaschistisch-demokratischen Ordnung Gleichzeitig wurde der faschistisch-reaktionäre Ungeist aus Bildungswesen, Wissenschaft und Kunst verdrängt, das Bildungsprivileg der besitzenden Klassen gebrochen und mit der Verbreitung und Förderung der fortschrittlichen, humanistischen Ideen und Werke der Grundstein für die Entstehung einer demokratischen Kultur und die demokratische Entwicklung der Jugend gelegt.

Eine Übergangsordnung zum Sozialismus

Die antifaschistisch-demokratische Ordnung war keine selbständige Gesellschaftsordnung und keine besondere Produktionsweise, sondern eine Übergangsform, die sich aus dem engen Zusammenhang des Kampfes um Demokratie und um Sozialismus ergab. Sie bildete sich in hartem Klassenkampf, jedoch ohne Bürgerkrieg heraus. Mit ihrer Festigung und Entwicklung entstanden wichtige Voraussetzunqen, um nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik allmählich auf demokratischem Wege zum sozialistischen Aufbau überzugehen.

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1967, S.36f. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Frage: Warum wurde die DDR-Grenze zu Westberlin „antifaschistischer Schutzwall“ genannt?

antifaschistischer Schutzwall: seit dem 13.8.1961 bestehende gesicherte Grenzanlage an der Staatsgrenze der DDR zu Westberlin. überraschend für den westdeutschen Imperialismus und seine Spionagezentralen übernahmen in der Nacht vom 12. zum 13. 8. 1961 Truppenteile der NVA im Zusammenwirken mit der Deutschen Grenzpolizei, der Deutschen Volkspolizei, den Kampfgruppen der Arbeiterklasse, unterstützt durch die zeitweilig in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte, in Berlin und am Außenring von Groß-Berlin den militärischen Schutz an der Staatsgrenze der DDR zu Westberlin.

Was wurde damit erreicht?

Damit wurde der Plan des westdeutschen Imperialismus vereitelt, unter Ausnutzung der bis dahin offenen Staatsgrenze der DDR vom Brückenkopf Westberlin aus in einem psychologisch-militärischen „kleinen Waffengang“ die DDR dem westdeutschen Staat anzugliedern und die sozialistischen Errungenschaften der Bürger der DDR zu vernichten. Die Maßnahmen vom 13. 8. 1961 waren Ausdruck des neuen Kräfteverhältnisses zwischen Sozialismus und Imperialismus in Deutschland.

„Die herrschende Klasse in Bonn … mußte an diesem Tag ihre bisher schwerste Niederlage seit der Spaltung Deutschlands hinnehmen“ (W.Ulbricht).

Die vorgesehenen Maßnahmen wurden auf einer Beratung der Ersten Sekretäre der Zentralkomitees der kommunistischen und Arbeiterparteien der Staaten des Warschauer Vertrags (3.-5. 8. 1961 in Moskau) gebilligt. Die Volkskammer der DDR begrüßte einstimmig am 11. 8. 1961 die Ergebnisse der Moskauer Beratung und beauftragte den Ministerrat, alle Maßnahmen vorzubereiten und durchzuführen, die sich auf Grund der Empfehlungen und Beschlüsse dieser Beratung ergaben. Das wichtigste Ergebnis der antifaschistischen Schutzmanahmen war die Rettung des Friedens; die Aggressionspläne des westdeutschen Imperialismus und seiner Verbündeten wurden durchkreuzt, ehe sie ausgeführt werden konnten.

rollback

Ausplünderung der DDR durch Westdeutschland beendet

Das Scheitern der Deutschlandpolitik der CDU/CSU wurde offenkundig; es begann ein Umdenken innerhalb der westdeutschen Bevölkerung. Das internationale Ansehen der DDR wuchs. Der Ausplünderung der DDR durch den westdeutschen Imperialismus, die bis zum 13. 8. 1961 eine Höhe von rd. 120 Milliarden Mark erreicht hatte, wurde ein Ende bereitet.

Der Aufbau des Sozialismus in der DDR

Es wurde möglich, die ökonomischen Gesetze des Sozialismus in der DDR umfassend durchzusetzen und einen kontinuierlichen Aufschwung der Volkswirtschaft der DDR zu erreichen. Die politisch-moralische Einheit des Staatsvolkes der DDR festigte sich. So schufen die Maßnahmen zur Sicherung der Staatsgrenze der DDR die Voraussetzungen für eine schnelle und erfolgreiche wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung der DDR. Sie leiteten einen neuen Abschnitt in der deutschen Geschichte, in der Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Imperialismus in Deutschland ein.

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1967, S.37f. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Siehe auch:

Die Präventivkriegslüge: Fakten wider Behauptungen
Die arbeiterfeindlichen Ansichten des Luwig von Mises

Kommentar: Stalin = Hitler?

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3 Antworten zu Die Totalitarismus-Lüge – Oder: War Hitler ein „Linker“?

  1. Johann Weber schreibt:

    Eine Ergänzung zu dem Artikel „Hitler als kleineres Übel“ aus der Österreichischen Ausgabe der „Die Rote Fahne“ vom 19.7.1933.

    Albert Norden war zusammen mit einem der führenden rechten SPD-Politiker, Friedrich Stampfer in der Emigration in den USA.
    Albert Norden schreibt in seinem Buch „Ereignisse und Erlebtes“ Dietz Verlag Berlin 1981 über den Bolschewisten-Hasser Friedrich Stampfer:
    „Politisches Wirken in der Emigration
    Dabei mußten wir uns auch mit dem rechtssozialdemokratischen Flügel der deutschen Emigration auseinandersetzen. Ihr geistiger Kopf und ständiger Leitartikler in der New-Yorker »Neuen Volkszeitung« war Friedrich Stampfer, ehemaliger Chefredakteur des Zentralorgans der SPD, »Vorwärts«. Jetzt forderte er, und mit ihm sozialdemokratische Parlamentarier der Weimarer Republik, daß die Westmächte nicht Hitler und seine Armeen vernichten, sondern ein Bündnis mit Deutschland schließen sollten, um gemeinsam einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zu führen.“
    Und dieses antikommunistische Denken ist bei den rechten SPD-Politikern, die in der SPD immer in der Mehrheit waren, bis zum heutigen Tag vorhanden. Der erste SPD-Vorsitzende nach dem Krieg, Kurt Schumacher war ein größerer SBZ-, später DDR-Hasser als Konrad Adenauer.

  2. Pingback: DER FASCHISMUS IN LETTLAND | Sascha's Welt

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