Antikommunistische Hetze in den bürgerlichen Zeitungen aus zwei Jahrhunderten: 1949 und 2019…

Alte Lügen…

In der Grafinger Zeitung schrieb im Jahre 1949 ein gewisser Herr Dr.Adlmaier einen einen Leitartikel, der von fanatischem Antikommunismus, von abgrundtiefem Haß gegenüber den Menschen in der benachbarten Tschechoslowakei nur so trieft. Unter der Überschrift „Die Revolution frißt ihre eigenen Kinder“ (ein Zitat übrigens, das auf den plebejisch-revolutionären Schriftsteller Georg Büchner zurückgeht, in dessen Flugschrift von 1834 unter dem Motto: „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ er die Bauern zum Aufruhr gegen die Adligen und Reichen aufruft) schreibt dieser Herr Doktor Adlmaier:

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Leider führt dieser Herr Dr.Adlmaier für seine zynische und – man muß schon sagen: gehässige – Behauptung nicht den geringsten Beweis an. Das braucht er auch nicht, denn der Dr.Goebbels tat dies auch nicht. Der Bolschewismus ist sein Hauptfeind. Das muß man nicht begründen.

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Na, klar… auch ein Herr Dr. Adlmaier hat „von nichts gewußt“, ebenso wie jene Täter, die dann in der BRD – unschuldig und lammfromm wie sie waren – nie bestraft und auf freien Fuß gesetzt wurden, so wie der Mörder Ernst Thälmanns, der sogar als Lehrer arbeiten durfte. Das weiß man was man hat. Und so weiß man natürlich auch „ungefähr“, wie das zugeht  bei „den Tschechen“ in der benachbarten ČSSR.


…und die Wahrheit

Etwas zurückhaltender, aber darum doch ganz unmißverständlich hatte sich bereits drei Jahre zuvor der weltberühmte deutsche Dichter Thomas Mann (1875-1955) über den Bolschewismus geäußert. Er sagte darüber das glatte Gegenteil:

„Ich glaube, ich bin vor dem Verdacht geschützt, ein Vorkämpfer des Kommunismus zu sein. Trotzdem kann ich nicht umhin, in dem Schrecken der bürgerlichen Welt vor dem Kommunismus, diesem Schrecken, von dem der Faschismus so lange gelebt hat, etwas Abergläubisches und Kindisches zu sehen, die Grundtorheit unserer Epoche.“

Quelle: Thomas Mann, Eine Materialsammlung für Festveranstaltungen zum 80. Geburtstag des Dichters, Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, Berlin, 1955, S.103.

Nun mag sein, daß dem Herrn Dr.Adlmaier der große deutsche Dichter nicht bekannt ist, doch seine Rundfunkansprachen an das deutsche Volk haben Millionen Deutsche gehört. Das dürfe wohl auch Herrn Adlmaier nicht entgangen sein.


…neue Lügen

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In einer anderen deutschen Zeitung stand fast 60 Jahre später folgender Haßkommentar; man könnte denken, er sei von Goebbels selbst verfaßt, wenn man nicht wüßte, daß Selbiger nun schon seit 1945 in der Hölle schmort… Der Verfasser dieser Zeilen scheut sich offenbar nicht, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts in gleicher, übler Art und Weise als „Menschenschlächter“ zu beschimpfen. Mag sein, es ist Dummheit, aber vielmehr scheint es ein unbegreiflicher, blindwütiger Haß auf alles zu sein, was kommunistisch ist, auf  „die Russen“ und erst recht auf die Sowjetunion, die während des faschistischen deutschen Überfalls das größte Leid zu tragen und die größten Opfer zu beklagen hatte und die den entschieidenden Beitrag leistete, daß Europa vom Faschismus befreit wurde. Aber das scheint diesem Herrn so ziemlich egal zu sein. Denn es kommt noch schlimmer!

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Nicht nur, daß es eine Lüge ist, daß die Luftbrücke ein „Akt der Freiheit und Widerstand“ gewesen sei, sondern der Schreiber dieses Zeitungskommentars erkühnt sich sogar, Stalin mit Hitler zu vergleichen, auch das wiederum ohne auch nur die Spur eines Beweises. Er behauptet sogar, Stalin sei „für mehr Menschenopfer verantwortlich“ gewesen als Adolf Hitler. Mag sein, daß der Herr Verfasser wie seine unseligen Vorgänger im Geiste auch von alledem nichts gewußt haben will, was im Nazireich an finstersten Verbrechen geschah. Doch noch viel weniger weiß er von der Sowjetunion. Es sind die gleichen Lügen, die auch schon die Nazis verbreiteten – nunmehr sozusagen „geadelt“ durch die verlogene Totalitarismus-Doktrin, nach der unter Weglassung sämtlicher historischer Tatsachen behauptet wird, zwischen Faschismus und Sozialismus bzw. Kommunismus bestehe eine Wesensgleichheit, sie entsprängen gleichen gesellschaftlichen Ursachen und beraubten die Menschen mit ähnlichen Mitteln ihrer Freiheit und ihres Lebens. Ersparen wir uns hier weitere Erklärungen, darüber wurde auf diesen Seiten schon vielfach geschrieben.


… und nun die Wahrheit

Nur noch Lügen über die Sowjetunion

Eine kurze Diskussion betreffs der Forschungsberichte.
Die von den russischen Historikern geführte Forschung zeigt eine Wirklichkeit, die dazu völlig verschieden ist von dem, was in den Schulen und Universitäten der kapitalistischen Welt im Laufe der letzten 50 Jahre unterrichtet wurde. Während dieser 50 Jahre des kalten Kriegs haben mehrere Generationen nur Lügen über die Sowjetunion erfahren, die einen tiefen Eindruck bei vielen Menschen hinterlassen haben. Diese Tatsache wird auch in den von der französischen und amerikanischen Forschung gemachten Berichten begründet. In diesen Berichten sind Daten, Fakten und Tabellen aufgeführt, die aufzählen, wie viele Verurteilte es gab, und die Anzahl der Verstorbenen, was Thema intensiver Diskussionen ist.

Kapitalistische Propaganda

Aber das Wichtigste ist, festzustellen, daß die Verbrechen, die von Leuten begangen wurden, die verurteilt wurden, niemanden interessieren. Die kapitalistische politische Propaganda hat immer die sowjetischen Gefangenen als „unschuldige Opfer“ präsentiert, und die Forscher haben diese Annahme aufgenommen, ohne sie infrage zu stellen. Wenn die Forscher von ihren statistischen Zahlenkolonnen zu Kommentaren zu den Ereignissen übergehen, kommt ihre bürgerliche Ideologie manchmal zu makabren Ergebnissen. Diejenigen, die unter dem sowjetischen Strafsystem verurteilt wurden, werden als „unschuldige Opfer“ behandelt, doch Tatsache ist, daß die meisten von ihnen Diebe, Mörder, Vergewaltiger usw. waren.

Auf der „falschen “ Seite…

Verbrecher dieser Art würden durch die Presse niemals als unschuldige Opfer behandelt, wenn ihre Verbrechen in Europa oder den Vereinigten Staaten begangen worden wären. Aber da die Verbrechen in der Sowjetunion begangen wurden, ist es etwas anderes. Einen Mörder oder einen Gewalttäter als ein unschuldiges Opfer zu bezeichnen, ist ein sehr schmutziges Spiel. Man muß schon einen gesunden Menschenverstand haben, wenn man sich über die sowjetische Justiz äußern will, wenigstens in Bezug auf die wegen Gewaltverbrechen verurteilten Täter, wenn schon nicht in Bezug auf die Art der Strafe, so doch mindestens hinsichtlich der Verpflichtung zur Verurteilung der Personen, welche Verbrechen dieser Art begangen haben.


Some common sense at least needs to be shown when commenting on Soviet justice, at least in relation to criminals convicted of violent crimes, even if it cannot be managed in relation to the nature of the punishment, then at least as regards the propriety of convicting people who have committed crimes of this kind.

Tabelle
From the above Table, there are a series of conclusions which need to be drawn. To start with we can compare its data to those given by Robert Conquest. The latter claims that in 1939 there were 9 million political prisoners in the labour camps and that 3 million others had died in the period 1937-1939. Let the reader not forget that Conquest is here talking only about political prisoners! Apart from these, says Conquest, there were also common criminals who, according to him, were much greater in number than the political prisoners! In 1950 there were, according to Conquest, 12 million political prisoners! Armed with the true facts, we can readily see what a fraudster Conquest really is. Not one of his figures corresponds even remotely to the truth.

http://www.mariosousa.se/LiesconcerningthehistoryoftheSovietUnion.html


Siehe auch:
Andrea Schön: Geschichtslügen – Fundamente des Anti-„Stalinismus“

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4 Antworten zu Antikommunistische Hetze in den bürgerlichen Zeitungen aus zwei Jahrhunderten: 1949 und 2019…

  1. Johann Weber schreibt:

    Der Artikel in der Oberbayerischen Zeitung „Grafing“ vom 20.10.1949 endet mit folgender menschenverachtender Hetze gegen die Menschen in der DDR:

    „[…] Mit teuflischer List fangen die Volksdemokraten die Harmlosen ein, versprechen ihnen das Paradies auf Erden und präsentieren ihnen dafür dann die Hölle ihrer Zuchthäuser und Konzentrationslager.
    Im Osten tut sich bei uns in Deutschland ein solch neuer Laden auf. Was lockt nicht alles für diese Falle? Einheit Deutschlands, Friede, Wohlstand, ein neues Eden der Freiheit und des Glückes, siehe, all das bekommst Du, lieber Deutscher, wenn — ja wenn Du auf solche Sprüche wieder hereinfällst. Michel, mach die Augen auf! Schau etwas über die Grenzen, laß Dir von den Heimkehrern etwas erzählen über das Glück im Arbeiterparadies, in den Satellitenstaaten, hinter dem eisernen Vorhang. Allmählich dürfte es bald dem Dümmsten klar werden, was uns blüht, wenn nicht bald die Abkehr von Materialismus und Gottlosigkeit kommt. Hin zum christlichen, sozialen Staat oder Untergang, nun wähle Menschheit!“

    Diese Hetze gegen die Menschen in der DDR muss man im Zusammenhang mit der DDR-Staatsgründung vom 7.10.1949 sehen. Die antikommunistische Wochenzeitschrift „die Zeit“ veröffentlichte am 6.10.1949 unter der Überschrift „Moskaus Bastard-Regierung“ einen Hetzartikel schlimmster Art. Dieser Artikel schließt wie folgt:

    [….] Sobald es aber diesen Sowjetverwaltungen einfällt, sich Deutsche Regierung zu nennen, dann besteht für alle westdeutschen Stellen die Pflicht, die Legitimität dieser Regierung nachzuprüfen. Ist sie nicht aus freien Wahlen hervorgegangen, kann sie unmöglich anerkannt werden. Damit aber stellt sich von selbst die Frage, mit welcher Instanz der Sowjetzone wir dann noch verhandeln und Verträge abschließen können. Mit den kommunistischen Diktatoren doch wohl keinesfalls, denn das hieße ja, sie anerkennen. Daß dies aber niemals geschehen darf, soviel sollten wir aus der Hitler-Zeit gelernt haben. Im Gegenteil, solange in der Sowjetzone nicht freie Wahlen durchgeführt werden, hat jede deutsche Regierung im Westen die: Pflicht, alles, zu tun, um die kommunistischen Usurpatoren von Karlshorsts Gnaden zu stürzen“

    Ergänzung: Diese beiden Artikel waren nur ein kleiner Auszug wie die Alt-BRD-Medien auf die DDR-Staatsgründung mit blanken Hass gegen diese Staatsgründung anschrieben. Ich frage mich, hat sich dieser Hass gegen die Menschen in der DDR bis heute geändert? Die Antwort überlasse ich dem Leser dieser Zeilen.

  2. sascha313 schreibt:

    Danke, Johann!
    Ich kann an diesen Haßkommentaren von Grafing (20.10.1949) und aus der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ (6.10.1949) einfach nichts Menschliches mehr entdecken – kein Verständnis für all die Menschen östlich der Zonengrenze, kein Gedanke an deren Sorgen in der Nachkriegszeit, ja nicht einmal das geringste menschliche Mitgefühl…. nur noch unerträglicher, giftiger Haß.
    Das ist alles, was der Westen für uns übrig hatte. Ein lebendiges Erbe des Faschismus! …

    Ausgenommen davon waren sicher die familiären oder kameradschaftlichen Bindungen. Doch wieviel antikommunistischer Unrat ist davon noch heute in den Köpfen!?

  3. Eleonore Kraus schreibt:

    In der bundesdeutschen Bevölkerung gab es eine starke, politische Bewegung, die dieser Hetze nicht gefolgt sind. Die die DDR voll und ganz akzeptiert haben und verstanden haben, was es bedeutet nach dem Faschismus den ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden die Antwort war. Kommunisten, aufrechte Sozialdemokraten, Studierende, Arbeiter, Lehrende, fortschrittliche Christen haben diskutiert, haben aufgeklärt und haben den Menschen von Adenauers Gruselkabinett mit seinen Faschisten erzählt, von den Lagern, von den Folterungen, von den Ängsten und Nöten, derer, deren Leid und der Kampfeswille nie aufhörte, obwohl einige so ge- und beschädigt waren, dass sie nie mehr wieder gesund werden konnten.

    Die Carl-von-Ossietzky Universität und der harte politische Kampf um den Namen Ossietzky hat eine überregionale Solidarität, die diesen Kampf weit über die Grenzen bekannt gemacht hat gezeigt, dass fortschrittliche Kräfte aus der blutigen Geschichte etwas gelernt haben, nämlich „Nie wieder Faschismus und Krieg! Berufliche Existenzen wurden vernichtet, mit dem Radikalenerlaß, der von Brandt, dem „Friedensfürsten“ unterschrieben wurde und den er später als Fehler erkannt haben will. Die Universität, die diesen ehrenvollen Namen heute trägt war den Herrschenden ein Dorn im Auge.

    Der Krefelder Appell, der von der DKP ins Leben gerufen wurde hatte eine ungeheure Schlagkraft, die letztendlich Hunderttausende auf die Straßen getrieben hat gegen den NATO Doppelbeschluss. Arm in Arm waren wir mit allen unterwegs, die sich für den Frieden, die Freundschaft mit den Völkern in der Welt einsetzten, besonders mit der DDR und der Sowjetunion. Aus vielen Teilen der Bevölkerung kamen die Mitstreiter. Was uns einte war der unbedingte Wille für den Frieden aufzustehen und zu kämpfen.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Eleonore, das ist unbedingt wichtig zu erwähnen. Wir können uns nicht vorstellen, welches Leid diejenigen erdulden mußten, die solche Kritik an den Lügen wagten öffentlich auszusprechen. Viele Kommunisten in der Westdeutschland wurden deshalb zu hohen Haft- und Geldstrafen verurteilt!

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