Sozialismus und Religion

Neue Wege TitelblattDer Gedanke einer neuen Ethik, die sich bewußt auch der wissenschaftlichen Weltanschauung des Marxismus-Leninismus öffnet und althergebrachte Denkmuster einer auf Ausbeutung und Unterdrückung von Millionen Menschen durch eine Minderheit beruhenden bürgerlichen Ideologie überwindet, ist schon lange mehr als überfällig.  Seit 1906 befaßt sich die in Zürich erscheinende Zeitschrift „Neue Wege“ nach eigenen Worten „Monat für Monat mit dem Spannungsfeld zwischen Religion und Politik. Theologisch und sozialethisch thematisiert werden Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“. Es ist nicht einzusehen, weshalb insbesondere führende Köpfe der römisch-katholischen Kirche nach wie vor zu den Stützen der kapitalistischen Ausbeuterklasse gehören und sich so mitschuldig machen am Elend von Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Hier nun einige interessante Einblicke in die Überlegungen der Autoren dieses Periodikums:

In den Ausgaben der Zeitschrift „Neue Wege“ aus dem Jahre 1949 kann man folgendes lesen (hier aus Heft 1):

Neue Wege 1949-3

Wir geben diese Ausschnitte aus der Zeitschrift hier unkommentiert wieder. Man muß allerdings hinzufügen, daß im Jahre 1949 die Erinnerung an die Nacht des Faschismus und die Schrecken des 2. Weltkriegs noch sehr lebendig waren, umsomehr als sich in den westlichen Besatzungszonen erneut der Ungeist eines faschistischen Militarismus zu regen begann und im Westen nicht ein einziger der furchtbaren Juristen des Naziregimes verurteilt wurde. Doch lesen wir weiter:

Neue Wege 1949-5

Und folgerichtig kommen die Verfasser der Zeitschrift „Neue Wege“ dann im Heft 10, Jahrgang 1949 dann zu folgender bemerkenswerter Erkenntnis:

Neue Wege 1949-451

…der „militante Antikommunismus“!  Schon der weltbrühmte deutsche Schriftsteller Thomas Mann hatte in seinen Rundfunkreden an die deutschen Hörer gemahnt, sich nicht weiter von der faschistischen Ideologie beeinflussen zu lassen. Er hielt den Antikommunismus für die „Grundtorheit der Epoche“. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen!

Quellen:
https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=new-001:1949:43::727#9
https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=new-001:1949:43::727#457

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3 Antworten zu Sozialismus und Religion

  1. Johann Weber schreibt:

    Wer mehr über die Macht des Vatikan wissen will, dem empfehle ich den Artikel „Democrazia cristiana” zu lesen, der am 1. Juli 1948 in der schweizerischen Freidenkerzeitung stand.

    „Der Himmel über Italien hat sich vorübergehend gelichtet und die westeuropäisch-amerikanische Gänsehaut hat sich wieder geglättet. Mehr als das. Es hat förmlich gepoltert von den Steinen, die von den verängstigten Herzen abfielen, als nach dem weltbedeutenden Wahltag in Italien, dem 18. April 1948, die Resultate bekanntgegeben wurden. Wieder einmal mehr ist die althergebrachte Welt gerettet worden und zwar, wie nicht anders auszudenken, durch den Katholizismus.[..]
    Wahlen, die unter solchen Voraussetzungen in die Wege geleitet werden, lassen im vorneherein vermuten, daß etwas nicht stimmt. Gleichwohl wird von katholischer Seite mit der größten Hartnäckigkeit behauptet, daß die italienischen Wahlen in voller Freiheit durchgeführt wurden. Jedem Einsichtigen wird aber ohne besondere Kenntnisse der Dogmen- und Kirchengeschichte klar, daß unter dieser Freiheit nur die Freiheit der katholischen Kirche gemeint sein kann. Der Katholizismus ist weit davon entfernt, die Freiheit für alle zu fordern, denn unter Freiheit versteht er die ganze Geschichte hindurch immer die unumschränkte Freiheit der Kirche. So auch in den neuesten Wahlen in Italien. Wie die «Wahlfreiheit» des italienischen Volkes praktisch ausgesehen hat, davon soll im nachfolgenden zusammenfassend die Rede sein.“
    Es lohnt sich den gesamten Artikel zu lesen. Hier der link:
    https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=fde-004:1948:31#419

    Die Wahlen in Italien war nicht das Ende, im Juli 1949, einen Monat vor der ersten Bundestagswahl, fuhr Papst Pius XII genauso extreme Geschütze auf.
    In der „Passauer Neuen Presse“ vom 16. Juli 1949 steht folgender Artikel:

    „Kommunisten als Ketzer exkommuniziert
    Dekret des Vatikans verhängt über Kommunisten und ihre Helfer die große Exkommunikation“
    http://digipress-beta.digitale-sammlungen.de/de/fs1/calendar/1949-07-02.42554-0/bsb00039719_00577.html?zoom=1.5

    Für über 8 Millionen katholische Wähler in der BRD war die erste Bundestagswahl keine freie Wahl, da sie unter dem katholischen Zwang der Exkommunikation stand.

  2. Pingback: Hölle Haiti: vergewaltigte Slumfrauen, verwitwet, Millionen haben nicht genug zu essen, gestohlene Gelder – Willibald66's Blog/Website-Marketing24/Verbraucherberatung

  3. Thomas Weger schreibt:

    Wir erinnern uns endlich an die Bombardierung vor 20 der NATO-Kriegstruppe in Jugoslawien 1999. Interessant zu erwähnen, dass neben den alten Demokratieverdrehern und Sympathisanten für ein neues Großdeutschland – Genscher und Konsorten, die Ustascha in Kroatien und später die UÇK im Kosovo mit dem Vatikan liebäugelten. Der Vatikan war sich auch bei der Bekämpfung des sozialistischen Polens durch Walesa und der polnischen „Flugente“ – Papst Johannes Paul II. einig.

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