Deutsche Terrorjustiz unter Adenauer (1961)

Der Nazi- und Industriellen-freundliche Bundeskanzler Adenauer (1876-1967) war einer der Hauptinitiatoren der Spaltung Deutschlands und der Restaurierung des Imperialismus in der BRD. Schon sehr bald nach 1945 verfolgte er eine Politik der Remilitarisierung und der Eingliederung der BRD in die militärischen und ökonomischen Paktsysteme des Imperialismus. Der kalte Krieg in Europa wurde durch die konterrevolutionäre und revanchistische Stoßrichtung seiner Außenpolitik wesentlich mitgeprägt. In der Innenpolitik verfolgte er einen antikommunistischen und antidemokratischen Kurs. Das zeigt sich auch in folgendem:
610511 Adenauers Terrorjustiz

Adenauer

Quelle:
Joachim Hellwig/Woilfgang Weiß: „So macht man Kanzler“, Verlag der Nation, Berlin, 1962, S.326.

Die Terrorjustiz der Nazis fortgesetzt

Es bedarf wohl keiner Beispiele mehr, um zu beweisen, daß der Bonner Staat mit wenig veränderten Methoden die Terrorjustiz des „Dritten Reiches“ fortsetzte. … Der bürgerliche englische Journalist Sefton Delmer schätzte diese gefährliche Entwicklung im „Daily Express“ vom 17. September 1957 folgendermaßen ein:

„Von all den Verstößen gegen die alliierten Pläne, die Dr. Adenauer in den acht Jahren, die er bereits an der Macht ist, sanktioniert hat, ist nach meiner Meinung diese Wiedereinsetzung der Terrorrichter Hitlers am unheilvollsten. Denn es besteht die ständige Gefahr, daß diese Männer, die einst Steigbügelhalter gewesen sind, bereit sein werden, abermals Steigbügelhalter zu sein!“

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Wien, kam 1965 zu der Schlußfolgerung:

„Die Tatsache, daß fast zwanzig Jahre nach der Kapitulation des Dritten Reiches das Problem der Naziverbrechen noch immer nicht in befriedigender Weise gelöst worden ist, daß es die zwischenstaatlichen Beziehungen vergiftet und eine Bedrohung der Zukunft darstellt, rührt daher, daß die Deutsche Bun­desrepublik sich weigert, die Grundsätze ihres Strafrechtes und dessen prak­tische Anwendung den Prinzipien anzupassen, die sowohl vom Internationalen Recht als auch durch die Jurisdiktion aller zivilisierten Länder allgemein an­erkannt werden.“

Es ist unbestritten: Der Bonner Staat hielt zu jeder Zeit und in jeder Bezie­hung seine Hände schützend über die Mörder in den Richterroben. (Es folgt auf den Seiten 147-186 die Aufzählung von 714 Namen bundesdeutscher Nazijuristen, die unter Adenauer  wieder als Richter, Staatsanwälte oder Beamte tätig wurden.)

Quelle:
Braunbuch der Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik, Staatsverlag der Deutschen demokratischen Republik, Berlin 1965, S.146

 FAZIT: Nazi-Juristen prägten die Bonner Justiz

Dieser Beitrag wurde unter Faschismus, Geschichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Deutsche Terrorjustiz unter Adenauer (1961)

  1. olivia2010kroth schreibt:

    „Es ist unbestritten: Der Bonner Staat hielt zu jeder Zeit und in jeder Bezie­hung seine Hände schützend über die Mörder in den Richterroben.“
    Der Staat hielt auch seine Hände schützend über Lehrer. Ich habe das selbst als Kind in der Schule erlebt, in Heidelberg.

    • sascha313 schreibt:

      …auch über solche Lehrer, wie den SS-Mann von Buchenwald und Thälmann-Mörder W.Otto, der jahrelang an einer katholischen Volksschule tätig war und danach sogar noch eine lebenslange Pension von monatlich 1.700 DM erhielt.

  2. Johann Weber schreibt:

    Nachtrag.
    In der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 17.12.1965 konnten die Menschen in der DDR über unglaubliche Totschlag-Aktionen und Misshandlungen im Gefängnis Klingelpütz (Köln) lesen.Das Aufsichtspersonal im Gefängnis Klingelpütz war mit früheren Gestapo- und SS-Wächtern durchsetzt.

    „Totschläger im „Klingelpütz“
    Ermittlungsverfahren gegen mehrere Beamte des Kölner Gefängnisses
    Zu einem Skandal weiten sich die Verhältnisse im alten Kölner Gefängnis, dem sogenannten Klingelpütz, aus. Nicht nur, daß die Haftanstalt, die nur 792 Gefangene aufnehmen darf, durchschnittlich mit 1159 Häftlingen überfüllt ist, erregt die Öffentlichkeit, sondern vor allem die Tatsache, daß die Insassen der Strafanstalt von den Wärtern und Beamten auf die grausamste Weise mißhandelt werden. Inzwischen beschäftigt sich schon die Staatsanwaltschaft mit mehreren Todesfällen im „Klingelpütz“, die aus solchen Mißhandlungen resultieren. [..] Er hat inzwischen ermittelt, daß Naudert mit seinem Gummiknüppel auf den Untersuchungsgefangenen Wasilenko. der nackt und gefesselt in der Badewanne des Klingelpütz-Lazaretts sitzen mußte, derart einschlug, daß er zwei Tage später verstarb. [..] Nach dem Bekanntwerden dieses Falles haben sich weitere Zeugen gemeldet und andere Untaten ans Licht gebracht. So verstarb der 26 Jahre alte Türke Ali Tok an den Folgen von Mißhandlungen im „Klingelpütz“. […] Ein beinamputierter Kriegsbeschädigter mußte mehrere Stunden lang gefesselt in seiner Zelle stehen und verstarb in der Nacht darauf. […] In der westdeutschen Öffentlichkeit wird in diesem Zusammenhang auf die wiederholten Enthüllungen über die schikanöse Behandlung auch der politischen Gefangenen in Bonner Strafanstalten hingewiesen sowie auf die Durchsetzung des Aufsichtspersonals mit früheren Gestapo- und SS-Wächtern.“

  3. mustafa6601 schreibt:

    Ich, als jemand der in Deutschland zur Schule gegangen ist, könnte ja mittlerweile nach meinem jetzigen Wissensstand diesen Geschichtsunterricht nicht mehr aushalten. In der Mittelstufe wurde andauernd die ach so heldenhafte Luftbrücke gut gesprochen, der Ostblock ständig als Sündenbock dargestellt und Adenauer mit seiner Gefolgschaft maßlos schöngeredet. Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, mit wieviel Verachtung mein Geschichtslehrer in der Oberstufe über die Sowjets gesprochen hat. Hat sie immer als „Besatzer“ dargestellt und ist meiner Meinung nach fast nur auf deren „Kriegsverbrechen“ eingegangen. Aber es ist ohnehin Tradition, den 20-27 Millionen sowjetischen Verlusten keine große Beachtung zu schenken und stattdessen die Amis und Briten zu preisen, welche erst 1944 eine zweite Front eröffneten. Dass bis dahin die Sowjetunion die größte Arbeit erledigt hatte, kommt leider zu kurz. Allzu sehr urteilen will ich auch nicht. Was wird schon jemand sagen, dem über 40 Jahre dasselbe eingetrichtert wurde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s