Jewgeni Iwanow: Die Sowjetunion unter Stalin

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J.W. Stalin (1878-1953)

Der nachfolgende Beitrag über die Sowjetunion wurde veröffentlicht von den Kommunisten Aserbaidshans. Anhand zahlreicher Statistiken stellt der Autor die Geschichte der Sowjetunion unter Stalin den Entwicklungen der letzten 30 Jahre gegenüber. Es ist eine interessante Zusammenstellung! Allerdings bleibt die Frage: Weswegen sagt Genosse Iwanow nicht eindeutig, daß diese gigantischen Erfolge der Sowjetunion in den Jahren 1917-1953 dem Enthusiasmus der sowjetischen Arbeiterklasse zu verdanken waren. Sie waren einzig und allein das Ergebnis der sozialistischen Produktionsweise unter der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Und warum spricht er es nicht aus: Es war die Konterrevolution, die mit Chruschtschow begann und mit Gorbatschew endete… Die einstweilige Niederlage des Sozialismus im Weltmaßstab war die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit! Dennoch – es sind interessante Fakten, die einen Einblick in die Geschichte dieses riesigen, einst fortschrittlichsten Landes der Welt ermöglichen.

Die Sowjetunion – das erste sozialistische Land der Welt

1. Die Bevölkerung

a) Die Bevölkerungszahl der UdSSR vergrößerte sich unter Stalin von 136,1 Millionen Einwohnern (zum 30. Dezember 1922) auf bis auf 191,2 Millionen Einwohner (zum 31. Dezember 1953). Die Bevölkerungszahl der RSFSR hat etwa um 87,8 Mio. (1923) bis zu 106,7 Mio. Einwohner (1953), das heißt um 22 % zugenommen. Die Anzahl der Russen (Großrussen, Kleinrussen und Weißrussen) nahm während der Regierungszeit Stalins laut statistischen Angaben im Durchschnitt jährlich um 1,3 bis 1,5 Millionen zu.

1926 – 113,7 Mio.
1939 – 133 Mio.
1959 – 159,3 Mio.

Zum Vergleich: Während der Regierungszeit Jelzins verringerte sich die Einwohnerzahl Rußlands um 5,7 Mio. Einwohner (was etwa der Anzahl der Russen in der UdSSR 1990 entspricht), während der Regierungszeit Putins und Medwedjews sogar um 7,5 Mio. Einwohner. Die allgemeinen demographischen Verluste während der letzten 20 Jahre betrugen unter Berücksichtigung nicht Geborenen 31,3 Mio. Einwohner.

b) Die Allgemeine Sterblichkeit in der Sowjetunion hat sich unter Stalin fast um das 3fache verringert (von 10.100 auf jährlich 1.000 Menschen im Jahre 1950 – zum Vergleich: 1913 waren es noch 29.100). In dieser Zeit verringerte sich auch die Geburtenzahl von 26.000 auf 1.000 (1950), während es 1913 noch 45.500 Neugeborene waren, was mit den Folgen des Krieges, die Erhöhung der Anzahl von Personen im fortgeschrittenen Alter, der Größe der städtischen Bevölkerung und der Heranziehung der Frauen in die Produktion zusammenhängt. Doch ist sogar ein geringer natürlicher Zuwachs der Bevölkerung zu verzeichnen, er betrug im Jahre 1950 16,8 Neugeborene auf 1.000 Einwohner (1913 waren es 16,4). 1956 war die natürliche Zunahme der Bevölkerung sogar höher als in den USA, in den Niederlanden, in Australien, Deutschland, Frankreich und anderen westlichen Ländern.

c) Kindersterblichkeit: Während die Kindersterblichkeit 1913 noch 268,6 von 1.000 Neugeborenen betrug, waren es 1950 nur noch schon 81 von 1.000 waren, d.h. sie wurde um das 3,3fache verringert. Die durchschnittliche Zahl Kinder, die von einer Frau geboren wurden, betrug 1950 2,89 Kinder, dagegen waren es 2006 nur 1,38.

d) Lebensdauer: Infolge der Senkung der Sterblichkeit in der UdSSR erhöhte sich die mittlere Lebensdauer im Vergleich zur vorrevolutionären Periode erheblich und erreichte damit mitteleuropäisches Niveau (70 Jahre waren es in den Jahren 1971-72 im Vergleich zu 32 Jahren in den Jahren 1896-97).

e) Das Realeinkommen der Arbeiter wuchs im Vergleich zu 1913 um das 2,7fache, das der Bauern um das 2,4fache im Vergleich zu 1940.

f) Der Alkoholkonsum war unter Stalin weniger als halb so hoch im Vergleich zum zaristischen Rußland (1914 lag der Alkoholkonsum bei durchschnittlich etwa 4,7 l pro Person; 1952 waren es max. 1,9 l – darüber gibt es allerdings keine genauen Angaben). Und weit weniger als ein Zehntel des heutigen Alkoholkonsums, der bei ca. 20-25 l liegt. Nach den Maßstäben des Kinderalkoholismus liegt Rußland heute an der Spitze. Rauschgiftsucht gab es unter Stalin nicht, weil es keine Drogenmafia gab.

Im heutigen Rußland: In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Rauschgiftsüchtigen mehr als verzehnfacht und beträgt jetzt laut Angaben des Föderalen Amtes für Drogenkontrolle etwa 5,1 Millionen Menschen. Vom Gebrauch der Drogen sterben jährlich 70.000 bis zu 100.000 Menschen. Rußland ist nach den Maßstäben der Kinderrauschgiftsucht eines der an höchsten betroffenen Länder.

g) Prostitution wurde unter Stalin als eine Form der parasitären Existenz betrachtet, und ihre organisierten Formen wurden vollständig zerschlagen. Heute nimmt Rußland nach den Maßstäben der Prostitution, der Kinderprostitution, der Verbrechen sexuellen Charakters, dem Handel mit Sexsklaven einen der ersten Plätze ein.

h) Waisenkinder: Unmittelbar nach dem Krieg 1945 wurden in der gesamten Stalinsche UdSSR 678.000 Waisenkinder gezählt. Heute gibt es in Rußland 850.000 solche Kinder, davon sind 760.000 soziale Waisen, d.h. die Kinder, die von ihren Eltern rausgeworfen wurden.

i) Unterschiede im Einkommen: Wenn 1956 der Koeffizient der Differenzierung der Einkünfte der Bevölkerung bei 3,28 lag, so befand er sich 1986 bei 3,38. Nach Angaben des Amtes für Statistik (Rosstat) hat er sich bis 1998 um des 13,8fache und 2007 um das bis zu 16,8fache vergrößert. Das bedeutet, daß die offiziellen Einkünfte, ohne Berücksichtigung der Schattenwirtschaft und der Kriminalität, 10 % der reichsten Bürger Rußlands die Einkünfte der ärmsten Bürger um das 16,8fache übersteigen. In Anbetracht der Schattenwirtschaft meinen viele Experten, daß die realen Kennziffern diesen Wert um das 25-40fache übertreffen. Heute liegen 15 % Bevölkerung mit ihren Einkommen unter dem Existenzminimum. Unter Stalin war es gelungen, allen Bürgern ein Einkommen über dem Existenzminimum zu gewähren. Oligarchen gab es nicht!

j) Lebensweise: Unter Stalin gehörten die Nationalreichtümer dem Volk und die Einkünfte daraus wurden im Interesse aller Bürger des Landes verwendet. Wenn früher die Menschen für viele notwendige Dienstleistungen nur wenige Kopeken oder einfach nichts bezahlten (der Staat übernahm einen großen Teil der Kosten), so sind sie heute gezwungen, für das volle Programm zu zahlen – für die Wohnung und für Dienstleistungen, für Transport, Kultur, Erholung, Ernährung, Bildung usw. – einfach für alles! Obwohl das Gesundheitswesen anscheinend der Verfassung nach kostenlos ist, bezahlt praktisch die Hälfte Bevölkerung dafür, und diese Kosten sind etwa so hoch wie auch das Budget.


Das heutige Rußland

Die Oligarchen-Milliardäre: Während der Regierungszeit Putins erhöhte sich die offizielle Zahl der Oligarchen-Milliardäre, die er angeblich bekämpft, und die von der Ausplünderung der Nationalreichtümer Rußlands leben, von 8 im Jahre 2000 auf 53 im Jahre 2007 – sie nahm also fast um das 7fache zu! Nach der Version der Zeitschrift „Forbes“ ist ihr Vermögen von 12,4 Milliarden US-Dollar auf 282 Milliarden US-Dollar, d.h. um das 23fach angewachsen!

Wie Untersuchungen des Institutes für sozial-ökonomische Probleme der Bevölkerung der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAW) besagen, entfallen auf 15 % der Bevölkerung Rußlands ein Anteil von etwa 85 % aller Spareinlagen, 57 % der Geldeinnahmen, 92 % der Einkünfte aus Privateigentum. Nach den Worten des ehemaligen Leiters der Wirtschaftssektion der RAW Dmitri Lwow konzentrieren sich in den Händen einer kleinen Gruppe von Oligarchen (ca. 1500 Personen, das sind 0,001 % der gesamten Bevölkerung Rußlands) mehr 50 % der Nationalreichtümer Rußlands, während 85 % der Bevölkerung, d.h. eigentlich ganz Rußland, kaum eine Kopeke des Einkommens aus jenen Reichtümern, die von Natur aus dem ganzen Volke gehören – das Erdöl, das Erdgas, der Wald, das Gold und die andere Ressourcen –, zufällt.

k) Bildungsniveau: Die Bevölkerung des Russischen Imperiums bestand (nach Angaben der Volkszählung 1897) zu 79 % aus Analphabeten, das heißt sie konnten weder lesen noch schreiben. Unter Stalin wurde die Unbildung beseitigt. 1932 konnten 89,1 % der Bevölkerung lesen und schreiben.

Grundschulen (in Klammern: Schüler): 1914 – 106.000 (5,4 Mio.); 1940 – 192.000
Mittelschulen (Schüler): 1914 – 4.000; 1940 – 65.000 (13 Mio.)
Hoch- und Fachschulen: 1914 – 400 1940 – 4.600

Vor der Oktoberrevolution 1917 kamen in Rußland auf 159 Millionen Einwohner etwa 290.000 Fachleute. In der UdSSR betrug 1973 die Gesamtzahl der Berufstätigen, die sich vorrangig geistiger Arbeit beschäftigen, etwa 33 Millionen Menschen. In den Jahren der Sowjetmacht wuchs die Zahl der Wissenschaftler um das 90fache, 1972 zählte sie 1.055.400 Menschen.


2. Die Wirtschaft

Unter Stalin war die Wirtschaft nach vernünftigen planmäßigen Methoden organisiert, als ein einheitlicher Organismus, wodurch es möglich war, großzügige Projekte zu realisieren, bei denen eine hohe Effektivität und Wachstumsraten erreicht wurden. Als dann der Westen nach dem Krieg der UdSSR eine Absage erteilte, Kredite für die Wiederherstellung der UdSSR zur Verfügung zu stellen, erreichte Stalin, daß das völlig zerstörte Land in einem Zeitraum wiederhergestellt wurde, was kein einziges europäisches Land, das am Kriege beteiligt war, geschafft hat, selbst nicht mit Hilfe amerikanischer Kredite. Die Sowjetunion hatte den Krieg gewonnen, sie wurde nach zerstörerischen Kriegen zweimal wieder hergestellt, und wurde gerade dank ihrer planmäßigen Methode der Führung der Wirtschaft zur zweitgrößten Weltmacht.


Milliardäre zahlreicher Länder führten bei sich in ihren Unternehmen erfolgreich die sowjetische Planung ein. Als 1991 in Moskau, an der Akademie für Arbeit und Soziales ein sowjetisch-amerikanisches Symposium stattfand, an dem auch die Japaner teilnahmen, antwortete der japanische Milliardär Hiroshi Terawama auf das Geschwätz der sowjetischen Ökonomen und Soziologen über das „japanische Wunder“:

„Sie reden hier nicht über das Wesentliche. Nämlich über Ihre führende Rolle in der Welt. 1939 waren Sie, die Russen, klug, und wir, die Japaner, waren Dummköpfe. 1949 wurden Sie noch klüger, und wir waren immer noch Dummköpfe. Doch 1955 sind wir klüger geworden, und Sie haben sich in fünfjährige Kinder verwandelt. Unser ganzes Wirtschaftssystem ist von Ihrem praktisch vollständig abgeschrieben, nur mit dem einen Unterschied, daß bei uns der Kapitalismus herrscht, die privaten Warenproduzenten, und wir niemals mehr als ein 15%iges Wachstum erreicht haben, Sie haben bei einem gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln 30 % und mehr erreciht. In allen unseren Firmen hängen Ihre Losungen aus der Stalinzeit.“

Das heutige Rußland

Jetzt ist das System der Planung der Wirtschaft auf staatlicher Ebene vollständig zerstört, und im Endeffekt fristet auch Rußland, als Rohstoffkolonie des Westens ein elendes Dasein. In Rußland existieren zwei Wirtschaftsformen nebeneinander: die planlose (hirnlose) und die verbrecherische. Nach Angaben der Akademie für Wirtschaftssicherheit des russischen Innenministeriums war der Zustand der Kriminalisierung der Wirtschaft in Rußland gegen Ende 2005 „kritisch“, und das Niveau der Schattenwirtschaft steigert sich auf 40 % des Bruttosozialprodukts (BSP), während es 1991 noch 11 % waren. Nach den Angaben des Zentrums für Antikorruptionsforschung „Transparency Intl. (TI)“ vom September 2007 lag der Korruptionsindex von Rußland bei 2,3 Punkten, und damit steht an 143. Stelle von 180, auf demselben Niveau wie Gambia, Indonesien und Togo. Dem Rating der Kriminalität und der Korruption der Staatsmacht nach befand sich Rußland Ende 2005 niedriger als Kenia und Simbabwe und nimmt damit die 25. Stelle in der Welt ein.

Im heutigen Rußland übersteigt der Umfang des Korruptionsmarktes 240 Milliarden Dollar. Laut Einschätzungen der russischen INDEM (Information Science for Democracy) Foundation, ist Zahl sogar ist noch größer: allein in der geschäftlichen Sphäre Rußlands nahm der Umfang der Korruption zwischen 2001 und 2005 ungefähr um das 9,6fache zu (von 33 auf 316 Mrd. Dollars im Jahr).


a) Nationaleinkommen der UdSSR pro Kopf der Bevölkerung (in Dollar, nach Preisen von 1980):

1913 – 350 (15 % vom Niveau der USA)
1920 – 120 (5 %)
1929 – 365 (13 %)
1938 – 640 (24 %)
1950 – 1100 (26 %)

1987 betrug es 3900 (57 % vom Niveau der USA), das heißt bei Stalin gelang es nicht nur mehrfach den Wohlstand der Bürger nach drei zerstörerischen Kriegen vollständig wiederherzustellen und zu vermehren, sondern auch, ungeachtet der Kriege, die Amerikaner in den Wachstumsraten zweifach zu überholen. Und zwar unter den schwersten äußeren Bedingungen und ohne jede Hilfe, wobei beispielsweise 1913 der Anteil des ausländischen Kapitals (des französischen, belgischen, englischen und deutschen) an Einlagen in die Wirtschaft Rußlands 72 % erreichte.

Zum Vergleich: 2007 betrug das BSP pro Kopf der Bevölkerung, paritätisch berechnet nach der Kaufkraft, in Rußland 28 % der USA. Das heißt im Vergleich zu den USA fiel die Sowjetunion in diesen 20 Jahren etwa um das doppelt zurück – und das ohne jeden Krieg!

Die gesellschaftliche Arbeitsproduktivität hatte im Vergleich zu 1913 bis zum Jahre 1950 um das 3,2fache zugenommen.

b) Das Gesamtvolumen der Industrieproduktion pro Kopf der Bevölkerung für 1913-1950 hat sich in der UdSSR vervierfacht. Anteil der UdSSR an der Weltindustrieproduktion:

1913 – 3,6 %
1920 – 0,6 %
1938 – 5,6 %
1950 – 7 %
1986 – 14,6 %

2007 betrug der Anteil Rußlands am weltweitem BSP – 3,2 %. Der Umfang der landwirtschaftlichen Produktion nahm im Vergleich zu 1913 bis 1920 um 45 % zu und bis 1938 um 100 %.

c) Die wirtschaftliche Entwicklung: Es ist interessant, das Absinken Wirtschaft während Krieges 1941-45 und im Verlaufe der Zeit 1990-2010 zu vergleichen. (1940 entspricht 100 %)

1945:
Die Industrie war auf 92 % gefallen (um 8 % niedriger)
– die Produktion von Produktionsmitteln stieg auf 112 %
– die Produktion von Massenbedarfsartikeln fiel auf 59 %
Das Nationaleinkommen sank auf 83 %
Die Grundfonds fielen auf 88 %
Die Investitionen fielen auf 90 %


Das heutige Rußland

Und in welcher Größenordnung bewegte sich die Wirtschaft während der letzten 20 Jahre? (1990 entspricht 100 %):

2000:
Das BSP fiel auf 65,1 %
die Produktion fiel auf 52,5 %
die Investitionen fielen auf 26,1 %

2010:
Das BSP stieg auf 103 %
die Produktion stieg auf 77,1 %
die Investitionen stiegen auf 56,8 %

Wie es heißt, ist das Urteil offensichtlich. 20 Jahre unter der Regierung einer verantwortungslosen Staatsmacht haben sich als wesentlich furchtbarer erwiesen als Zeit während der Hitlerokkupation.


d) Die Goldreserven: Am 16. Juli 1914 befanden sich in den Tresoren der Staatsbank Rußlands etwa 1.240 Tonnen Gold. Außerdem wurden etwa 110 Tonnen im Ausland aufbewahrt. Insgesamt also ungefähr 1.350 Tonnen. In den Jahren 1914-1917 haben die Banken New Yorks, Londons, Paris, Japans zuerst etwa 690 Tonnen Gold als Bezahlung für Waffenlieferungen berechnet, und dann einfach, damit es den Bolschewiki nicht in die Hände fiel. 1920 betrugen die Reserven nur noch 317 Tonnen. Bis zum Ende der Regierungszeit Stalins 1953 waren die Goldreserven um das 6,5fache angewachsen und betrugen 2.050 Tonnen. Bis zur Perestrojka 1985 betrugen die Goldreserven der UdSSR etwa 2.500 Tonnen, doch bis 1991 verringerten sie sich um das 10fache! Die Goldvorräte in der Staatsreserve Rußlands betrugen am 01.12.2008 nur noch etwa 445 Tonnen.

e) Arbeitslosigkeit: Ab 1929 gab es in der UdSSR keine Arbeitslosigkeit mehr.

Im heutigen Rußland: Nach Schätzungen einer stichprobenartigen Überprüfung des Russischen Amtes für Statistik (Rosstat) betrug die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Januar 2008 etwa 4,6 Millionen (Im Jahre 2000 waren es noch 7,1 Mio.). Doch die Anzahl der offiziell registrierten Arbeitslosen (andere Kennziffer) nahm um bis zu 1,6 Mio. Personen zu.

f) Der Energieeinsatz in der Landwirtschaft ist von 23,9 Mio. PS (1917) auf 117,1 Mio. PS (1956) gewachsen. Wobei 1917 zu 99 % Zugtiere und nur 1 % mechanischen Motoren eingesetzt wurden, doch erreichte 1941 der Anteil der mechanischen Motoren schon 78 %, und 1956 waren es bereits 95 %. Ein Ergebnis der Kollektivierung und Industrialisierung!

g) Lebensmittel und Massenbedarfsartikel: Nach dem 2. Weltkrieg 1947 war die UdSSR der erste Staat der Welt, der das Lebensmittelkartensystem abschaffte. Und von 1947 an sanken – bis 1954 – jährlich die Preise für Lebensmittel und Massenbedarfsartikel. Vergleicht man zum Beispiel die Preise von 01.01.51 mit den Preisen vom 01.01.46: Brot wurde um 39 % billiger, Fleisch um 42 %. Jetzt gibt es eine Inflation, die die Besitzer der staatlichen Konzerne durch die Höhe ihrer Tarife veranstalten, sie schlägt sich negativ im Geldbeutel der einfachen Bürger nieder.

f) Der Wohnraumbestand in den Städten und städtischen Wohngebieten betrug im Jahre 1913 180 Millionen m², und im Verlaufe der Jahre von 1918 bis 1956 wurden 953 Millionen m² gesellschaftlicher (nutzbarer) Wahnraum geschaffen. In der UdSSR wurde der Wohnraum vom Staat kostenlos und für unbegrenzte Zeit zur Verfügung gestellt.


Das heutige Rußland

Heute hat sich die Umfang des kostenlos zur Verfügung gestellten Wohnraumes fast um das 10fache verringert. Eine junge Familie muß also Jahrzehnte auf die Wohnung sparen, wobei sie noch etwas von allen Einkünften zurücklegen mußt, oder sie begibt sich unter das Schuldjoch und zahlt im Endeffekt noch länger. Die Preise für Wohnraum wachsen (2006 um 50 %), und es wird für die Mehrheit der Bevölkerung alles noch weniger zugänglich (nur etwa 12 % der Russen können es sich leisten, die Wohnraum zu erwerben, nur etwa 5 % nutzen eine Hypothek)


g) Hoch- und Fachschulkader: Die Zahl der Ärzte ist 1950 im Vergleich zu 1940 um das 1,5fache gewachsen. Die Zahl der Wissenschaftler wuchs 1950 im Vergleich zu 1940 um das 1,5fache. Die Zahl der wissenschaftlichen Institutionen hatte 1950 im Vergleich zu 1940 um 40 % zugenommen. Die Zahl der Hochschulstudenten hatte sich 1950 im Vergleich zu 1940 um 50 % erhöht.

h) Die Atombombe wurde durch die USA 1945 entwickelt und beim Abwurf auf die Bewohnern der japanischen Städte erprobt. Die UdSSR hat die Atombombe erst in 1949 entwickelt; die Wasserstoffbombe wurde durch die USA 1952 entwickelt, die UdSSR erprobte erst 1953 eine solche Waffe. Damit war das notwendige Potential für die Erhaltung der nuklearen Parität und für eine entsprechende Sicherheit der Sowjetunion geschaffen worden.

i) Folgende Maßnahmen wurden seit 1946 in der UdSSR realisiert:

  1. die Luftverteidigung;
  2. die Raketentechnik;
  3. die Automatisierung technologischer Prozesse;
  4. die Einführung der neuesten EDV-Technik (1950 wurde der erste Computer hergestellt);
  5. die kosmischen Flüge (1957 startete die UdSSR den ersten Satelliten der Welt von der Erde in den Kosmos, in 1961 den ersten Menschen);
  6. die Versorgung des gesamten Landes mit Erdgas;
  7. die Haushaltstechnik usw.

Weshalb waren nun diese hervorragenden Ergebnisse bei der Entwicklung des Landes unter Stalin möglich gewesen? In erster Linie und dank dessen, daß ein System der Verantwortung des Staates für die Ergebnisse der Arbeit aufgebaut worden war.

Jewgenij Iwanow

Quelle: Kommunistische Partei Aserbaidshans

(Übersetzung. Florian Geißler)


Ein paar kritische Anmerkungen:

Eine interessante Zusammenstellung! Doch, für mich existiert die Frage: Ist der Autor Kommunist oder Technokrat? Weswegen sagt er nicht eindeutig, daß diese Erfolge der Sowjetunion das Ergebnis sozialistischer Produktionsverhältnisse waren. Sie waren nur deshalb möglich, weil sich die Produktionsmitteln in den Händen des Volkes befanden, und nicht, wie Genosse Iwanow schreibt, «dank dem, daß ein System der Verantwortung des Staates für die Ergebnisse der Arbeit aufgebaut worden war». Und warum spricht er nicht aus: Es war die Konterrevolution, die mit Chruschtschow begann und mit Gorbatschew endete. Es war also nicht eine «verantwortungslose Staatsmacht», sondern es waren Antikommunisten, Feinde des Sozialismus, die die UdSSR zerstörten und in ein kapitalistisches Land verwandelten!

Warum verweist Iwanow auf bürgerliche Nichtregierungsorganisationen (NGO)? Wurden die Statistiken denn an der Harvard-Universität erstellt oder in der Sowjetunion? Diente die Verteidigung der Heimat bei Stalin nun Rußland oder dem Sozialismus und der sozialistischen Sowjetunion? War der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg nur ein russischer Sieg oder war er der Sieg des gesamten sowjetischen Volkes, aller Völker der Sowjetunion? Sind die USA ein imperialistisches Land oder nur ein Konkurrent Rußland? Es wäre angebracht gewesen, wenn der Autor hier von einem marxistisch-leninistischen Klassenstandpunkt an die Sache herangegangen wäre. (F.G.)

 

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10 Antworten zu Jewgeni Iwanow: Die Sowjetunion unter Stalin

  1. Eleonore Kraus schreibt:

    Sehr interessant zum Lesen, eine Beschreibung der Verhältnisse von damals mit Stalin und dem heutigen Rußland mit einem Präsidenten Putin. Wie schrecklich ist die Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen im heutigen Rußland. Kein Wort über den Gang in der Geschichte der die Sowjetunion zu dem gemacht hat was sie werden konnte, mit einem Stalin an der Spitze und dem Wissen, dass es in eine friedvolle Zukunft geht. Der heldenhafte Sieg über die Barberei, darüber lese ich kein Wort. So könnte der Schreiber auch über anderes schreiben, dass würde keinen großen Unterschied machen. Ohne einen Klassenstandpunkt, den ich nicht erkennen kann ist das geschrieben. Fakten, Tatsachen, irgendwie allgemein und seelenlos

    Kapitalismuskritik auschließlich Putin in die Schuhe und dem System von Oligarchen ist zu kurz gesprungen. Da braucht es um einiges mehr an Tiefgang, bzw. das Erkennen des heutigen Systems. Für mich bleibt, dass die kapitalistische Wirklichkeit in Rußland wütet und herrscht und es vielleicht immer wieder nur um eine Schadensbegrenzung geht. Dafür aber Putin verantwortlich machen zu wollen, der einen Scherbenhaufen übernommen hat ist wahrlich kein journalistisches Ruhmesblatt. Putin wird hoffentlich irgendwann einmal seine Fehler sich bewusst machen und erkennen. Ihm jedoch den Verrat von Gorbatschow und Jelzin unterzuschieben und ihm an die Backe nageln zu wollen hat eine gewisse Hinterhältigkeit. Lasse ich Stalin mal weg, erinnert es stark an die heutige politische Haltung von S. Wagenknecht. Die Geschichte wird ihr Urteil fällen, auch über Putin.

    So richtig wohl ist mir nicht, wenn ich das hier lese. Klar, es musste ja besser werden, sonst würde der Sinn von Kampf, Blut und Tränen verloren gehen, nur geht es aus meiner Sicht genau darum. Da wurde das Tor in die Zukunft aufgestoßen und da liegt das unvergessene Erbe des Sieges der Oktoberrevolution, die die Hoffnung von Millionen von Arbeitern war und mit Stalin, der Sohn des Volkes war erfolgreich in die Tat umgesetzt , bis zu jenem schwarzesten Tag in der Geschichte…..

    Auf jeden Fall muss ich das Zahlenwerk anerkennen, obwohl ich kein Freund der Zahlen bin, umso mehr fällt auf, dass wenn Fakten nicht mit Leben erfüllt werden sie tot sind, denn wo soll man sie denn einordnen können, wenn nicht in der Geschichte, im Kontext, dessen wie sie zustande gekommen sind ?
    Das aber ist die Aufgabe der Schreiber, wie z. B. L. Pribytkowa, die es schafft mit all dem vorhandenen Wissen, das sie so ganz selbstverständlich in ihre Texte einbaut mich immer wieder staunen lässt. Das aber finde ich in diesem Text nicht.

  2. olivia2010kroth schreibt:

    RT (Russia Today) betätigt sich wieder einmal als anti-stalinistischer Nestbeschmutzer. Ich habe hierzu schon einige Kommentare abgegeben. Könnten das Andere vielleicht auch noch tun?

    https://www.rt.com/russia/466095-stalin-criminal-case-purge/

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Olivia. Die Massenmedien in Rußland sind ebenfalls Sprachrohr der Bourgeoisie. Widersprechen ist wichtig!!!

      • olivia2010kroth schreibt:

        Ich finde, dass das vor 2013 nicht so war. Aber bei der Umstrukturierung der russischen Staatsmedien in einen Riesenballon, dieses unsägliche Massenmedium RT, haben sich ziemlich viele „Journalisten“ der 5. Kolonne eingeschlichen. Oder wurden sie absichtlich hineingesetzt?

      • sascha313 schreibt:

        Da ist sehr wahrscheinlich. Zwar gibt es in den sozialen Netzwerken Rußlands reichlich Gegenwind, doch sogar öffentliche Proteste werden von Agenten westlicher NOGs unterwandert. Und überall ist sogleich auch der USA-Fernsehsender Radio Swoboda vor Ort.

  3. olivia2010kroth schreibt:

    Neuerdings auch „Meduza“, in Riga stationiert und von dem geschassten Oligarchen Chodorkowski finanziert. Natürlich hat auch „The Moscow Times“ immer seine 5. Kolonne – Artikel parat.

  4. Stalin war kein minderer Verbrecher als dies Hitler war. Faschismus bleibt Faschismus, egal ob Braun oder Kommunistisch.

    • sascha313 schreibt:

      Niemand verlangt von Ihnen, auch wenn Sie hier falsche Behauptungen aufstellen, daß Sie sich mit Name und Adresse identifizieren. Aber da Sie so feige sind, sich auch noch hinter der Linkspartei zu verstecken, sei Ihnen gesagt:

      Es ist nicht nur dumm und unmoralisch, alle diese Lügen und Verleumdungen der derzeit herrschenden Klasse der Kapitalisten nachzuplappern, sondern zeugt auch von einem gegen Null gehenden Verständnis für die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Gleichsetzung von Stalin mit Hitler ist ein typisches Symptom der heutigen Nazis, die blutige Vergangenheit ihrer Vorläufer reinzuwaschen.

      Bekanntlich hatte der von den Nazis auf Betreiben deutscher Kapitalisten (Großindustrieller und Bankiers) angezettelte 2. Weltkrieg 50 Millionen Todesopfer zur Folge. Allein der Sowjetunion unter der Führung Stalins ist es zu verdanken, daß 1945 der deutsche Faschismus vernichtend geschlagen wurde. Sie hatte die größte Last dieses Krieges zu tragen und die größten Opfer zu beklagen. Kurz vor seinem Tode sagte der von den Nazis ermordete Reichstagsabgeordnete der KPD Ernst Thälmann voraus: „Stalin bricht Hitler das Genick!“ – und genauso geschah es auch.

      Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 wurden von den Hitleristen Tausende Kommunisten ohne Anklage verhaftet, gefoltert, in deutsche KZ verschleppt und schließlich ermordet. Die Sowjetunion war damals für Menschen in aller Welt ein Hoffnungsschimmer, um der kapitalist. Ausbeutung und Unterdrückung, der Massenarbeitslosigkeit und der Armut zu entkommen. Der Sowjetunion unter der Führung Stalins haben haben die Menschen in Europa nicht nur ihre Befreiung von Faschismus zu verdanken, sondern auch wir in der DDR 40 glückliche und sorgenfreie Jahre ohne Ausbeutung, ohne Arbeitslosigkeit, ohne solche Kriminalität wie heute, in Frieden und Freiheit und mit dem Ausblick auf eine gesicherte Zukunft. Hätte es Stalin damals nicht gegeben, wäre Europa gänzlich im braunen Sumpf des Faschismus versunken.

      Leider hat der von den USA begonnenen kalte Krieg, die Ermordung Stalins, die Wiederaufrüstung der BRD und die Zerstörung des Sozialismus im Weltmaßstab unseren Wünschen und Hoffnungen vorläufig ein Ende gesetzt und zur größten Katastrophe des zu Ende gehenden 20. Jahrhundert geführt. Wir sind wieder im Kapitalismus gelandet, und seitdem gibt es wieder Kriege in aller Welt. Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben in Hungersnot und Armut ohne Aussicht auf eine nennenswerte Veränderung.

      Abschließend wäre noch hinzuzufügen, daß wir uns mit Ihnen darüber nicht weiter unterhalten werden.

    • Ihre von Unwissenheit und Ahnungslosigkeit strotzende Behauptung ist ein alter Hut und hat einen ganz, ganz langen Bart.

  5. Pingback: Die Totalitarismus-Lüge – Oder: War Hitler ein „Linker“? | Sascha's Welt

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