Friedrich Engels: Gibt es eine allgemein-menschliche Moral?

Engels-Moral

Quelle:
Friedrich Engels „Herrn Eugen Dühring’s Umwälzung der Wissenschaft“ (Anti-Dühring). In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1975, Bd.20, S.87f.
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6 Antworten zu Friedrich Engels: Gibt es eine allgemein-menschliche Moral?

  1. Wunderbar!

    Wenn nun statt Moral der Begriff Recht eingesetzt wird, kann vielleicht mein Kommentar zum ‚Recht‘ unter https://sascha313.wordpress.com/2019/08/18/der-faschismus-in-lettland besser verstanden werden.

  2. Eleonore Kraus schreibt:

    Aus meiner Sicht gehören Moral und Ethik zusammen.
    Werde darüber weiter nachdenken wollen.

    • sascha313 schreibt:

      Mal aus dem kleinen Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie zitiert:

      Ethik: Sittenlehre; Teil der Philosophie, der das Sittliche oder die Moral, d.h. die sittlichen Verhaltensweisen, Werte, Normen und Anschauungen der Menschen sowie die Gesetzmäßigkeiten der Moralentwicklung, untersucht und die Aufgabe hat, die moralischen Werte und Normen in Übereinstimmung mit den objektiven gesellschaftlichen Erfordernissen zu entwickeln und zu begründen. Hieraus ergibt sich, daß die Moral mit der Ethik als philosophische Disziplin nicht identisch ist. (M.Buhr/A.Kosing: Kl.WB d. m.-l.Phil., Berlin (DDR), 1981, S,106). (ein „Monstersatz“ – aber alles drin) 🙂

      Moral: gesellschaftliche Bewußtseinsform … Die Werte und Normen der Moral sind keine ewig geltenden Moralgebote, die angeblich von Gott gegeben sind… sondern sie wurzeln in den materiellen geselschaftlichen Verhältnissen. (Ebd., S.215)

  3. Eleonore Kraus schreibt:

    Dieses hat mich immer wieder und wieder beschäftigt. Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast mit dieser eindeutigen und klaren Antwort auf mein gedankliches hin und her ausführlich zu antworten.

  4. Ines schreibt:

    Diese Klassenmoral offenbart sich in der tiefen Spaltung der Gesellschaft.
    Mein Kind 1989 geboren wurde unter kapitalistischen/ imperialistischen Rahmenbedingungen durch Schule, Lehre und den gesellschaftlichen Umgang in einer Ellenbogengesellschaft geprägt. Er hat nie die DDR kennengelernt und trotzdem wird er als Ossi geschmäht, obwohl er alles andere als das ist. Ich bin froh in der DDR aufgewachsen zu sein und nicht diesem permanenten Überlebenskampf ausgesetzt war, der uns aufgezwungen wird, sondern mich auf meine Entwicklung konzentrieren konnte. Die Entfremdung innerhalb der Familien bleibt bei solch einem Bruch antagonistischer Gesellschaftsformen nicht aus. Der Gipfel des Zynismus dieser Gesellschaft ist es, den Menschen die Schuld für ihr Versagen in dieser Gesellschaft zu geben und somit die Ausbeutung durch die Verankerung des Privateigentums im Gesetz zu legitimieren. Der Hauptirrtum der kapitalistischen/ imperialistischen Gesellschaft ist es, diese als Demokratisch und Frei zu bezeichnen, in der doch Menschen als Humankapital bezeichnet werden und Minderheiten die Produktionsmittel besitzen. Dass diese Minderheiten die Kooperation der Mehrheit erfordert, ohne die sie nicht existieren könnten, straft diese Gesellschaft Lügen, dass ein Einzelner irgendetwas schaffen kann.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Ines. Ja, so ist es… und leider haben wir nur einen geringen Einfluß darauf. In der Biografie von Werner Seelnbinder las ich den folgenden Satz: „Die meisten ausländischen Arbeiter wußten, daß ihre Lage als Fremd- und Zwangsarbeiter nur gebessert werden konnte, wenn die Faschisten geschlagen und vernichtet, wenn ihre Länder wieder frei wurden. Erst dann konnten sie in ihre Heimat zurückkehren. In Deutschland selbst war das anders. Die meisten Deutschen hielten, indem sie den Hitlerschen Phrasen glaubten, den Krieg für eine notwendige, nationale Auseinandersetzung mit den natürlichen Feinden Deutschlands. Sie vermochten die Interessen der Faschisten und Monopolherren von den Interessen Deutschlands nicht zu trennen. Aus den Reihen Kräfte für den Widerstandskampf zu finden, war viel schwerer. Leichter wurde es bereits in den Familien, in die der Krieg Unglück gebracht hatte. Unglück bringt häufig zum Nachdenken. Sicher war aber auch das nicht….“
      (Quelle: Walter Radetz „Der Stärkere“, Buchgemeinschaft der FDJ im Verlag Neues Leben, 1961, S.355.)

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