Erich Honecker

trdndqujcl8Vor 107 Jahren, am 25. August 1912, wurde Erich Honecker — eine bedeutende Persönlichkeit der deutschen und internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung, der Parteifunktionär und Staatsmann der Deutschen Demokratischen Republik, der Generalsekretär der SED und Vorsitzende des Staatsrats der DDR geboren.

Er wuchs auf in der proletarischen Familie eines Bergarbeiters. Seinem Beruf nach war er Dachdecker. Im Jahre 1926 trat er der Kommunistischen Jugend Deutschlands bei, 1929 wurde er Mitglied der  Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). In den Jahren 1930—31 Jahren befand er sich zum Studium an der Schule Kommunistischen Internationale der Jugend in Moskau. Im Kollektiv der internationalen Arbeitsbrigaden nahm er am Aufbau des Magnitogorsker Metallurgischen Kombinates teil. 1933, nach der Machtübertragung an Hitler, organisierte Honecker den Aufbau einer antifaschistischen Widerstandsgruppe in Berlin. In 1935 wurde er unter der Anklage von Hochverrat verhaftet und zu 10-jährigem Zuchthaus verurteilt.

Nach der Befreiung und dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er Sekretär zur Gründung des Jugendverbandes im Zentralkomitee der KPD, und 1946 – der Vorsitzende des Bündnisses der Freien Deutschen Jugend (FDJ). 1950 wurde Honecker zum Kandidaten des Politbüros des ZK der SED gewählt. 1956 schloß er einen Lehrgang an der Parteihochschule beim ZK der KPdSU in Moskau ab. Ab 1958 war er Mitglied des Politbüros der SED, im Mai 1971 ersetzte er W.Ulbricht auf dem Posten des Ersten Sekretärs der Partei. In Oktober 1976 wurde er Vorsitzender des Staatsrates der DDR.

E.Honecker lehnte die Notwendigkeit einer „Umgestaltung“ („Perestrojka“) in der DDR ab, er äußerte sich abfällig über die Veränderungen in der UdSSR. In Oktober 1989 wurde er von allen parteilichen und von staatlichen Posten entbunden und im Dezember aus SED ausgeschlossen. Nach der Vereinigung Deutschlands 1990 erließen die gerichtlichen Behörden dieses Landes einen Haftbefehl gegen den ehemaligen politischen Führer.

1991 ging Erich Honecker nach Moskau, wo er Zuflucht in der Botschaft Chiles fand. Doch 1992 wurde er vom Jelzin-Regime nach Deutschland ausgeliefert und dort vor Gericht gestellt. Vor dem Gericht erkannte E.Honeckers weder eine juristische, noch eine moralische Schuld an. Wegen der tödlichen Erkrankung des Beschuldigten stellte das Gericht das Verfahren ein. Es wurde ihm erlaubt, nach Chile zu emigrieren.

Bis zu seinem Lebensende blieb E.Honecker ein überzeugter Kommunist. Erich Honecker starb am 29. Mai 1994 in Santiago (Chile). Als sie ihn auf seinem letzten Weg begleiteten, sangen die Verwandten und Kampfgenossen die „Internationale“ an seinem Sarg, der mit der Fahne der DDR – des schon nicht mehr des existierenden Staates – bedeckt war, dessen Staatsoberhaupt er war.

Adalat Abdinow

(Übersetzung: Florian Geißler – Kommunisten-online)

(Danke an die Genossen der Kommunistischen Partei Aserbaidshans!)

Siehe auch:
Erich Honecker: Erklärung am 3. Dezember 1992 vor der 27. Großen Strafkammer beim Landgericht Berlin-Moabit
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft
Emil Collet: Erich Honecker mußte weg
Margot Honecker: Bildung ist die wichtigste Waffe im Kampf gegen den Imperialismus

Ein Kalenderblatt aus der DDR vom 26. Oktober 1986:

EH

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12 Antworten zu Erich Honecker

  1. karovier schreibt:

    Hat dies auf karovier blog rebloggt und kommentierte:
    Zum 107. Geburtstag des Genossen Erich Honecker, der aufrecht lebte und sich den Feinden der internationalen Arbeiterbewegung nicht beugte!

  2. roprin schreibt:

    Leider, lieber Sascha, ist dieser Text so völlig emotionslos, ja kalt geschrieben, Klassenkampf ist nicht nur eine Sache des Verstandes, der Überzeugung, sondern auch Herzenssache.

  3. Achim schreibt:

    Ab 1990(?) war er wieder Mitglied der KPD. Das fehlt leider im Text.

  4. sascha313 schreibt:

    Für den Inhalt des Textes kann ich leider nichts. Ich habe auch nichts hinzugefügt, was man hätte tun können. Ich denke aber, es ist zunächst wirklich wichtig, an unseren Genossen Honecker zu erinnern. Wer einige persönliche Gedanken von ihm lesen möchte, dem sei „Letzte Aufzeichnungen“ empfohlen (edition ost, 2012) – ein bewegendes und lehrreiches Buch!

    • Achim schreibt:

      Danke für den Tipp. Das Buch hab ich mir eben gebraucht bestellt. Als einer der im Westen aufgewachsen ist bräuchte ich noch viel mehr Buchtipps. Könnte man nicht einen festen link mit Buchempfehlungen ins Menü einbauen?

      • sascha313 schreibt:

        Danke, Achim, für Deinen Hinweis. Ich werde versuchen, mal eine Liste von Büchern zu erstellen, die ich für empfehlenswert halte. Es sind alles Bücher, die ich selber gelesen habe, immer noch lese, und die in meinem Bücherschrank stehen.

  5. Eleonore Kraus schreibt:

    Erich Honecker schrieb in seinen „Letzten Aufzeichnungen“:
    „Nach 57 Jahren sehe ich den Komplex Moabit also wieder von innen. Weihnachten 1935 hatte mich die Gestapo aus ihrer Zentrale in der Prinz- Albert- Straße hierher gebracht. Anderthalb Jahre war ich damals hier in Untersuchungshaft. Für wie lange wird es diesmal sein? Es sind dieselben Flure und die gleichen Gänge. Ich hab noch die Rufe im Ohr: ,G 3 zur Vernehmung!‘ Später saß ich dem Untersuchungsrichter des ,Volksgerichtshofes‘ Hans-Joachim-Rehse gegenüber. Er fällte über zweihundert Todesurteile gegen Antifaschisten. Dafür wurde er in den späten 60er Jahren vom Berliner Landgericht wegen Beihilfe zum Mord verurteilt, doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil mit der Begründung auf, Rechtsbeugung sei nicht nachweisbar: ,Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus‘ sagten wir damals, als die Entscheidung von Karlsruhe uns in der DDR erreichte. Der Mörder Rehse starb unmittelbar nach seinem Freispruch. Nicht ein Nazi Richter wurde damit rechtskräftig in der Bundesrepublik verurteilt. Und diese Justiz wird nun über mich und meinesgleichen zu Gericht sitzen. (30. Juli, Seite 14f.)

    „Mit diesem Prozess wird das getan, was man uns vorwirft: Man entledigt sich der politischen Gegner mit den Mitteln des Strafrechts.
    Aber natürlich ganz rechtsstaatlich.“ (3. Dezember 1992, Seite 149)

    Anmerkung:
    In Berlin Moabit befindet sich die Untersuchungs- und die Justizvollzugsanstalt , die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Dort waren inhaftiert Leo Jogiches, Karl Liebknecht, bei den Nazis Georgi Dimitroff, Ernst Busch, Ernst Thälmann und auch Erich Honecker. (Seite 13)

    „Das Leben geht seinen Gang. Ich lese jetzt viel und hörte Rundfunk. Die Welt ist verrückt – und Russlands Staatsbank bewegt Rubel, pro Monat etwa 250 Milliarden. Jelzin besorgt den Ausverkauf. Ich muss den Säufer nicht mehr fürchten – im Unterschied zu den Russen.“ (4. August, Seite 24)

    „Dennoch spürten wir, dass die Gesellschaft sich veränderte und große Veränderungen sich andeuteten. Chruschtschows Paukenschlag auf dem XX. Parteitag stürzte die KPDSU von einem zum anderen Tag, sozusagen über nacht in eine instabile Lage. Der Boden, auf dem bis dahin die Sowjetunion stand, begann zu wanken. Dies wirkte sich auf die DDR aus. Ich fühlte mich zerrissen, als ich an der dritten Parteikonferenz der SED teilnahm, zu der ich im März 1956 nach Berlin gereist war. Walter Ulbricht kritisierte die ,jungen Genossen‘, die bestimmte Dogmen und die Biografie des Genossen Stalin auswendig gelernt hätten und besser beherrschten als das ganze Politbüro. Willi Bredel hingegen bekam viel Beifall, weil er die Jugend, die daran doch schuldlos war, verteidigte und zugleich klar machte, dass J.W. Stalin kein Klassiker mehr sein durfte. Walter, der sich den kritischen Fragen stellte, räumte ein: ,Ich glaube, Genossen, wir haben den letzten Jahren alle Fehler gemacht.‘

    Die Auseinandersetzungen an der Parteihochschule in Moskau spitzten sich zu. Ein Philosophieprofessor erklärte beispielsweise: ,Jetzt haben wir auch einen Hitler – nämlich Stalin.‘ Das war starker Tobak. Nach 1985 erlebten wir dies erneut. Stalin und seine Verbrechen mussten zur Untermauerung von Gorbatschows Perestroika herhalten. Bei Chruschtschow und Gorbatschow wurde der Mangel an theoretischem Wissen, das Fehlen einer marxistisch-leninistischen Konzeption für Gegenwart und Zukunft, durch Fehlerdiskussionen zugedeckt.

    Gorbatschows Weg zur ,Perestroika für die ganze Welt‘ zeigte,dass er den Marxismus Leninismus bereits ganz verlassen hatte. Mit Losungen, die er immer auswechselte, schuf er die Voraussetzungen zum Ruin der KPdSU und der Sowjetunion. Zunächst forderte er: Alle Macht den Räten und mehr Demokratie. Mit dieser Losung schaltete er die Partei aus. Danach hieß es: Alle Macht dem Präsidenten. Und der Präsident beseitigte die Supermacht und sich selbst. Jelzin zerschlug die UDSSR. Gorbatschow und Jelzin spielten sich den Ball zu: ,Ich werde den Kommunismus ausrotten‘, machten beide deutlich. Das jedoch – davon bin ich in meiner Moabiter Zelle überzeugt – wird ihnen nicht gelingen.

    Draußen fällt ab und zu Regen, das ist eine Erleichterung nach der Hitze von fast 40 Grad.“ (13. August, Seite 54/55)

    Aus: Erich Honecker „Letzte Aufzeichnungen: Für Margot.“ edition ost im Verlag Das neue Berlin, Berlin 2012.

  6. Johann Weber schreibt:

    Liebe Eleonore Kraus, vielen Dank für diesen Geschichtsunterricht. Ich habe mir gleich dieses Buch bestellt. Nur mit solchem Wissen, kann man den DDR-Aufarbeitern Paroli bieten. Es genügen ca. 10 Euro für dieses Buch, um die mit Milliarden Euro an Steuergeldern vollgestopfte DDR-Aufarbeitungsindustrie zu entlarven.

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