Sind Historiker eigentlich verpflichtet, die Wahrheit zu sagen?

AngriffJa, natürlich! werden Sie sagen. Und nicht nur Historiker, sondern auch Lehrer, Journalisten, Wissenschaftler, Ärzte usw. – von Politikern ganz zu schweigen… eigentlich sollte jeder sich verpflichtet fühlen, die Wahrheit zu sagen. Vor allem dann, wenn es um geschichtliche Ereignisse geht. Denn es gibt nur eine historische Wahrheit, und das ist das tatsächliche Geschehen – wer auch immer darüber berichtet. Jeder Mensch hat das Recht, die Wahrheit zu erfahren. Auch wenn sie manchmal schmerzhaft ist. Doch warum wird so oft gelogen? In Zeitungen, Leserbriefen, Büchern, Filmen, ja sogar in Promotionsschriften wird erfunden, verdreht, spekuliert und gelogen, daß sich die Balken biegen. Und es gibt sogar Biografien, die sind auf Lebenslügen aufgebaut. Warum ist das so?

Dafür kann es mehrere Gründe geben. Einer der bedeutendsten Gründe für diese Lügen und Fälschungen der Geschichte liegt in dem Widerspruch zwischen den Lebenssinteressen der Völker und der aggressiven Politik der herrschenden imperialistischen Kreise. Dieser Widerspruch ist heute derart tiefgreifend, daß sich der bürgerliche Staat nicht mehr allein auf die bisher angewandten Methoden der bürgerlichen Massenbeeinflussung, auf die elementare Gewalt des alltäglichen Druckes der bürgerlichen Ideologie verlassen kann. Er setzt eine einheitliche, zielgerichtete, jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens durchdringende ideologische Mobilmachung durch. Es herrscht ein ideologischer Krieg! Alles was der Bourgeoisie nützt, wird skrupellos in den Dienst ihrer Macht gestellt. Die Frage nach Wahrheit oder Lüge, nach Menschlichkeit oder Unmenschlichkeit tritt völlig hinter der Nützlichkeit, hinter dem kalten, seelenlosen Pragmatismus einer parasitären und aggressiven Klasse zurück. [1]


Äußerst fragwürdige Textstellen…

Nehmen wir einmal einen beliebigen Text aus einer Zeitung. Hier geht es wieder einmal um „die Russen“. Da wird beispielsweise eine Historikerin mit folgenden Aussagen zitiert: „Die Rotarmisten betrachten Nazi-Land … als Niemandsland und nehmen sich, was sie wollen.“ und – sie setzt noch eins drauf: „Man fürchtete, die Russen würden morden, plündern und vergewaltigen … und das taten sie auch„… Und irgendwie unbestimmt schreibt der Verfasser des Textes von „brutalem sexuellen Zwang“ – ein paar Zeilen weiter unten wird klar, was er damit meint: „Eine halbe Million ,Russenkinder‘ gehören zur Bilanz eines halben Jahrhunderts Sowjetbesatzung.“ – Wie nicht anders zu erwarten, muß nun auch der „ostdeutsche Staat“ für alles, auch für die Schäden, herhalten. Wer sonst? Was soll man da anders herauslesen, als Russenhaß!

In diesem Kontext ist es für den Leser nun auch folgerichtig, wenn der Schreiber dieser Zeilen zu dem Schluß kommt, daß „die deutsch-sowjetische Freundschaft nur selten persönliche Beziehungen zeitigt“ – denn: Gesoffen wird viel.“ Das ist der Aktionsradius der Verleumdungen, die am Ende nur einen einzigen Zweck verfolgen, nämlich – wie schon Kanzler Kohl verfügte: die politische „Delegitimierung“ der DDR nebst Russenhaß, fanatischem Antikommunismus, Beschmutzung der deutsch-sowjetischen Freundschaft und Verunglimpfung des Sozialismus! 

Halbwahrheiten, Verleumdungen, Fälschungen der Geschichte

Historiker haben die Möglichkeit, sich zu informieren. Sie können die Quellen studieren und sich auf Dokumente stützen. Sie können die Wahrheit berichten. Und dabei geht es keineswegs nur um Deutungen oder Interpretationen, sondern um Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge. Und Historiker wären selbstverständlich auch imstande, Fälschungen aufzudecken. Doch sie handeln zumeist im Geiste ihrer Auftraggeber und nach Maßgabe ihres politischen Klassenstandpunkts. Ein Journalist einer bürgerlichen Zeitung, ein Lehrer an einer staatlichen Schule der BRD und ein bürgerlicher Historiker im Solde des Kapitals – sie alle agieren im Sinne der herrschenden bürgerlichen Klasse. Bedingungslos folgen sie den Meinungsdiktat der Bourgeoisie. Einer ehrgeiziger als der andere. So werden historische Ereignisse umgedeutet und umgelogen. Aus Meinungen werden „Tatsachen“ konstruiert, und Halbwahrheiten werden zu Lügen.

Der braune Geist der Vergangenheit

Wer vom braunen Gedankengut des Nazismus geprägt ist, von dem darf man auch heute keine Lobeshymnen auf die Sowjetunion und auf den Sozialismus erwarten. Und es wird auch weiterhin Fälschungen und Verleumdungen geben, solange es einander antagonistisch gegenüberstehende Klassen gibt. Auch Halbwahrheiten sind Fälschungen der Geschichte!


Eine typische Fälschung der Geschichte

AusschnittDer nebenstehende Ausschnitt soll das einmal verdeutlichen. Es ist eine solche Halbwahrheit, und in ihrer Einseitigkeit und Pauschalisierung eine typische Fälschung der Geschichte.

Aussage Nr. 1: „1945 rückt die  Rote Armee in Deutschland ein, im Juli übernimmt sie Thüringen von den Amerikanern.“ – Wenn man das so liest, könnte man meinen, es sei den Amerikanern zu verdanken, daß sie Deutschland vom Faschismus befreit hätten, und großzügig hätten sie Thüringen „den Russen“ überlassen. Doch war das wirklich so? Nein, ganz im Gegenteil: die Nazis hatten den größten Teil ihrer Kräfte im Westen abgezogen und an die Ostfront versetzt. Entgegen den Abmachungen der Teheraner Konferenz von 1943 hatten die USA die Gelegenheit genutzt, weite Teile Deutschlands für sich zu erobern. Fast ungehindert marschierten  sie vor bis zur Elbe, während die Sowjettruppen in harten Kämpfen nach Berlin vorrückten.

Aussage Nr 2: „Die Russen morden, plündern und vergewaltigen“. Was ist ein Mord? Wer aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch und grausam einen anderen Menschen tötet, der begeht einen Mord. Nun muß man allerdings die Frage stellen: Wer hat die Sowjetunion überfallen, ausgeraubt und ausgeplündert? Wer hat die Menschen in der UdSSR zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert? Und wer hat in der UdSSR Städte und Dörfer niedergebrannt, Frauen, Kinder und alte Menschen abgeschlachtet und Überlebende auf ihrer Flucht ins Hinterland bombardiert? Waren es niedrige Beweggründe, wenn sowjetische Soldaten ihre Heimat verteidigten und im Krieg ihre Gegner töteten? – Buchstäblich bis zur letzten Minute wurde an den Fronten gekämpft. Allein um die Seelower Höhen gab es mehrere Tage lang erbitterte Kämpfe. Zehntausende sowjetischer, und auch polnischer Soldaten mußten im Kampf gegen die bis zuletzt fanatisch kämpfenden Nazihorden ihr Leben lassen. Gab es Vergewaltigungen? Und haben die Sowjetsoldaten geplündert? Nichts ist zynischer als eine solche Unterstellung!

Okkupanten der UdSSRMan braucht so nur einmal vor Augen zu führen, mit welcher Grausamkeit und in welchem gigantischen Ausmaß Hitlerdeutschland die Sowjetunion und ganz Europa verwüstet und ausgeplündert hat, wieviele Millionen Zwangsarbeiter von den Nazis nach Deutschland verschleppt und wieviele Güterzüge mit Raubgut, Raubkunst, Lebensmitteln und Rohstoffen aus den eroberten Gebieten (nicht nur aus der Sowjetunion!) nach Deutschland abtransportiert wurden. Ein paar Jahre später taten die USA-Besatzer das gleiche. Und wieviele deutsche Wissenschaftler gezwungen wurden, in den USA ihre Forschungen fortzusetzen. Endlos ist die Liste der Verbrechen des Imperialismus!

Aussage Nr. 3: „Die Rotarmisten betrachteten das Nazi-Land als ,Terra nullius'“. Eine Geschichtslüge beginnt schon damit, daß man andere unliebsame Wahrheiten verschweigt. Niemals hat die Sowjetunion das faschistische Deutschland  alsterra nullius“ (zu deutsch:  Niemandsland) betrachtet. Im Gegenteil: Die Nazis hatten fast die gesamte Wehrmacht und sämtliche SS-Verbände an die sowjetisch-deutsche Front geworfen, um ihre Niederlage doch noch aufhalten zu können. Und für die Völker Europas war es die Befreiung vom Faschismus, als die Sowjetarmee einmarschierte und die Hitlerwehrmacht, die SS-Einheiten und die Kollaborateure vernichtend schlug. Ein Niemandsland hat es in Europa nirgendwo gegeben!

Aussage Nr. 4: „Eine militärische Infrastruktur und Kasernen gab es noch nicht“. Das ist nicht nur eine Lüge, sondern eine ausgesprochene Dummheit! Sie zeugt von wenig Sachkenntnis. Natürlich hatte die sowjetische Armee eine immer besser funktionierende militärische Infrastruktur, und wohl keine Armee der Welt vermag ihre Kasernen im Kriege mitzuschleppen…

Einseitigkeiten ohne Konsequenz?

Kein Wort darüber, daß die Sowjetarmee die hungernde Bevölkerung in den besetzten deutschen Städten mit Lebensmitteln versorgte. Und kein Wort darüber, daß die zurückweichenden Amerikaner große Mengen selbst nicht benötigter Lebensmittel einfach auf einen Haufen warfen und verbrannten. Und was ist beispielsweise mit den Plünderungen der Amerikaner beim Rückzug aus den besetzten Gebieten? Auch das gehört zur Geschichte und nicht die vermeintliche Ambivalenz in Verhältnis der DDR-Bürger zur Sowjetarmee oder gar die „halbe Million ,Russenkinder'“, von denen im Text die Rede ist. Auch hier bleibt diese „Historikerin“ den Beweis schuldig.

(Den vorliegenden Zeitungsbericht schickte uns ein Leser.)

Was geschah wirklich im Jahre 1945?

Berlin1945Durch die Winteroffensive der Sowjetarmee im Januar/Februar 1945 wurde der Kriegsschauplatz nunmehr auf deutsches Territorium verlegt. Die Sowjettruppen rückten siegreich auf Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, vor. Die Hitlerclique unternahm verzweifelte Versuche, sich durch ein Abkommen mit der amerikanisch-englischen Reaktion zu retten. Die faschistische Truppenführung öffnete die Front im Westen, um mit Hilfe der amerikanisch-englischen Reaktion das faschistische Regime zu erhalten. Sämtliche deutschen Truppen wurden in den Kampf gegen die Sowjetarmee geworfen. Dessenungeachtet nahm die siegreiche Sowjetarmee Berlin im Sturm. Am 30. April 1945 wurde die Siegesfahne auf dem deutschen Reichtagsgebäude gehißt; am 2. Mai  hatten die Sowjettruppen ganz Berlin erobert. Am 1. Mai gab das Hauptquartier des deutschen Oberkommandos den Selbstmord Hitlers und die Berufung des Admirals Dönitz zu seinem Nachfolger bekannt. Die Ernennung von Dönitz war der letzte Versuch, der deutschen Imperialisten und ihrer amerikanischen und englischen Freunde, das faschistische Regime in Deutschland zu retten.

Warum wurde die zweite Front erst 1944 eröffnet?

Die westlichen Allierten hatten ihre Unterstützung im Kampf gegen den Faschismus so lange wie nur möglich hinausgezögert. Erst im Mai 1944 landeten die Westmächte in Nordfrankreich und an der französischen Riviera und eröffneten damit die zweite Front. Was war dafür der Grund? In unverblümter Offenheit hatte der USA-Präsident Truman (damals noch Senator der „Demokraten“ von Missouri) gegenüber der New York Times ausgesprochen, was das Ziel der westlichen Alliierten war. Er sagte:

Truman

„Wenn wir sehen, daß Deutschland gewinnt, sollten wir Rußland helfen und wenn Rußland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen, sollen doch soviele wie möglich einander umbringen…“ Das also war die Strategie der westlichen Imperialisten und Militaristen!

Die Befreiung vom Faschismus

Unter den größten Opfern und unter unsäglichem Leid, das die Nazis vor allem über die Sowjetunion gebracht hatten, wurde das faschistische Deutschland am 8. Mai 1945 vernichtend geschlagen. Und zwar nicht von „den Amerikanern“, sondern in erster Linie von der „Roten Arbeiter-und-Bauern-Armee“, den vereinten Streitkräften der Völker der sozialistischen Sowjetunion unter der genialen Führung Stalins.

Ein gerechter Krieg der Sowjetunion

Natürlich gab und gibt es in jedem Krieg Haß, Gewalt und menschliches Unrecht. Doch die Sowjetunion führte einen gerechten Krieg um die Befreiung ihres Heimatlandes von den faschistischen Okkupanten. Und die heroischen Siege der Roten Armee zeigten eindeutig die historische Überlegenheit des Sozialismus. Diesen Sieg konnten auch die westlichen Alliierten nicht verhindern, als sie die zweite Front bis zur Unerträglichkeit hinauszögerten, damit „soviele wie möglich einander umbringen“ – wie schon Truman voller Haß auf die Sowjetunion verkündet hatte, um möglichst als „lachender Dritter“ aus dem Krieg hervorgehen zu können.

Und man muß sich doch fragen dürfen: Wer hat denn Österreich besetzt und die Tschechoslowakei überfallen? Wer schickte denn seine Soldaten nach Frankreich, bombardierte Guernica und Liverpool? Es waren die Nazis! Und wer bombardierte in den letzten Monaten des Krieges die Industrieanlagen (und Städte!) in den Vormarschgebieten der Roten Armee Erfurt, Chemnitz und Dresden, um möglichst wenig Brauchbares zu hinterlassen? Auch das gehört zur Geschichte!


Der Friedensbruch – eine Straftat!

Zum ersten Mal war nach dem 1. Weltkrieg der verbrecherische Charakter des Friedensbruchs mit strafrechtlicher Sanktion festgestellt worden. „Der Krieg 1914-1918,“ so schrieb Prof. Dr. Steiniger, „das erste imperialistische Völkergemetzel von weltweitem Umfang,  setzte die Frage  der Kriminalität und Strafbarkeit seiner Haupturheber, der deutschen Militaristen und  Imperialisten, auf die Tagesordnung“ [2]  Aus den Strafbestimmungen des Versailler Vertrags Artikel 227 und 230 ergab sich, daß der ehemalige deutsche Kaiser „wegen schwerster Verletzung der internationalen Moral und der bindenden Kraft der Verträge“ unter öffentliche Anklage gestellt werden sollte. Auch wenn es nicht zu diesem internationalen Strafprozeß gegen Wilhelm II. kam, da ihn die Regierung Hollands, wohin er nach dem Scheitern seiner Raubpläne geflohen war, nicht auslieferte, haben doch diese Strafnormen des Versailler Vertrags weiterhin ihre Gültigkeit behalten.

Die Verbrechen des Nazismus begannen ja nicht erst 1939 mit Beginn des Zweiten Weltkriegs. Sie begannen schon vor 1933 im heutigen Polen und in der Tschechoslowakei, wo die Faschisten Kommunisten und Andersdenkende terrorisierten und ermordeten. Die Greueltaten wurden 1933 nach der Machtübertragung an die Hitlerpartei fortgesetzt, als die Nazis hunderttausende Kommunisten verfolgten und ermordeten. Sie setzte sich fort mit der „Kritallnacht“, der Verfolgung, Verschleppung und massenhaften Ermordung der Juden in den Konzentrationslagern. Und sie erreichte ihren furchtbaren Höhepunkt mit dem zweiten Weltkrieg.


Drei Schlußfolgerungen

1. Der Imperialismus war und bleibt stets aggressiv!

Mit der ökonomischen Macht wuchs zugleich das Streben des deutschen Imperialismus nach Vorherrschaft in der Welt. Die Monopole, unterstützt von der imperialistischen Regierung, versuchten auf fast allen Kontinenten, ihre Herrschaft zu errichten oder auszudehnen. Ein Mittel, dieses Ziel zu erreichen, war der Kapitalexport. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wie schon der erste Weltkrieg, ging auch der zweite Weltkrieg von deutschem Boden aus. Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen, nachdem es an dessen Grenzen eine Armee von 1,5 Millionen Mann, 3.500 Panzer und etwa 3.000 Flugzeuge zusammengezogen hatte… Der Krieg in Europa und Asien kostete geschätzt mindestens 55 Millionen Menschen das Leben, die meisten davon Zivilisten. Mit mehr als 26 Millionen Toten hatte die Sowjetunion die größten Verluste.

2. Die Sowjetunion befreite halb Europa vom Faschismus!

Auch die DDR hatte ihre Existenz der Sowjetunion zu verdanken. Und wir waren froh, daß die Sowjetunion uns in diesen schweren Nachkriegsjahren zur Seite stand und beim Aufbau eines demokratischen Staates half. Ohne diese heldenhafte Befreiungstat hätte es in Europa weder die sozialistische Staatengemeinschaft, sichere Grenzen (wie die Oder-Neiße-Grenze), noch über 45 Jahre lang den Frieden gegeben. Die Reparationszahlungen an die Sowjetunion für die durch die Nazis angerichteten Schäden wurden (fast) ausschließlich durch die DDR geleistet. Doch niemals war deshalb das Verhältnis der DDR-Bürger zur Sowjetunion gestört oder gar von Feindschaft geprägt. Ja, die DDR war ein sozialistisches Land. Und die Länder des Warschauer Vertrages waren friedlich miteinander verbunden und arbeiteten im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilde (RGW) eng zusammen.

3. Die Klassengegensätze in der Welt blieben bestehen

Nach der Beseitigung des Sozialismus traten auch in allen bisher sozialistischen Ländern Europas wieder Klassengegensätze auf. Doch wer sind diese Klassen? In unserem Falle sind das die Klasse der Produzenten (die Arbeiterklasse oder die Lohnabhängigen, die – um existieren zu können – keine andere Möglichkeit haben, als ihre Arbeitskraft zu verkaufen: eine millionenfache Mehrheit!) und die Klasse der Besitzer der Produktionsmittel (die Kapitalisten: eine zahlenmäßige Minderheit, die von der Ausbeutung der Arbeitskraft der Lohnempfänger lebt).


Und warum sagen bürgerliche Historiker nicht die Wahrheit?

Bürgerliche Historiker – sofern sie im Solde einer solchen Minderheit stehen – wollen und können, nicht die Wahrheit sagen. Denn die Klasse der Kapitalisten hat kein Interesse an der Wahrheit. Warum? Weil die Wahrheit ihre Herrschaft untergräbt. Die historische Wahrheit ist also ein heiß umkämpftes Gebiet. Und so werden wir uns, solange es den Kapitalismus gibt, immer wieder mit Verdrehungen, Verfälschungen, Halbwahrheiten und Lügen auseinanderzusetzen haben. Die Geschichte ist eben weit mehr als das, wofür der bürgerliche Staat, seine Apologeten außerordentlich großzügig honoriert und nicht selten sogar mit Professorenposten versorgt. Eine Verpflichtung zur Wahrheit kann man von denen also nicht erwarten!

[1] vgl.  Manipulation, Dietz Verlag Berlin, 1968, S.14.
[2] Der Nürnberger Prozeß. Protokolle, Dokumente und Materialien. Berlin, S.15-20.

Siehe auch:
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis
Ist Pluralismus hilfreich, wenn es um die Wahrheit geht?
Ljubow Pribytkowa: Über die Feinde des Volkes muß man die Wahrheit sagen

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