Was ist Pressefreiheit und wem nützt sie?

PressefreiheitWir erleben in den letzten Jahren immer mehr, daß Journalisten, Buchautoren, Historiker und Politiker in verleumderischer Weise über den Sozialismus und die DDR herfallen. Geschichtsfälschungen, Halbwahrheiten und glatte Lügen über unser sozialistisches Heimatland sickern immer mehr in das Bewußtsein der Bevölkerung. Und „Fake news“ gehören mittlerweile schon zum Alltag, so daß man sich fragen muß, wem kann man hier überhaupt noch trauen? Natürlich ist es keine besonders große Neuigkeit, wenn man feststellt, daß vorläufig und wie so oft die Sieger die Geschichte umschreiben und neu erfinden, doch wer erklärt uns nun, was wahr ist und was falsch? Der nachfolgende Beitrag von S.I. Beglow beleuchtet einmal die bürgerliche Pressefreiheit und deren Wirkung auf die Gesellschaft.

Die Einheit von Business und Ideologie

Es wäre nicht richtig, den Monopolherren des Wortes zuzuschreiben, daß sie sich gegenüber den wissenschaftlichen und juristischen Grundlagen ihres Geschäfts sorglos verhalten. Die Möglich­keit, über die „Pressefreiheit“ entsprechend seinem Kapital zu verfügen, führt natürlich dazu, daß der Kapitalist die größtmögliche Effektivität anstrebt. Die Vereinigung zweier Prinzipien – des ideologischen und des kommerziellen – im Propagandageschäft erklärt auch die spezifische Spaltung der bürgerlichen Pressetheorie. Einerseits soll sie aus demagogischen Erwägungen die Hymne der „Pressefreiheit“ singen und andererseits zur Festigung derjenigen juristischen Grundlagen des Geschäfts beitragen, die ihr praktisch die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft dafür abnehmen, wie diese „Pressefreiheit“ in Wirklichkeit gehandhabt und durchgeführt wird.

Die Macht der Pressemonopole

Die juristische Unterkommission des USA-Senats erörtert nun bereits seit vielen Jahren die Be­schwerden der Besitzer und Redakteure unabhängiger Zeitungen gegen das Überhandnehmen der Pressemonopole. Unter amerikanischen Verhältnissen kann jede große Zeitungsvereinigung, wenn sie außerdem noch Rundfunk- und Fernsehsender in ihren Besitz bringt, ohne besondere Schwierigkeiten in jedem beliebigen USA-Staat unerträgliche Bedingungen für kleinere Zeitungen schaffen, indem sie Kartellvereinbarungen mit anderen Monopolen über eine gütliche Aufteilung der Werbequellen abschließt.

Ein vergeblicher Kampf gegen Windmühlenflügel

Bei der Unterkommission wurden zahlreiche ruinierte Redakteure und Zeitungsbesitzer vor­stellig. Zornige Philippiken ergingen an die Adresse der Monopole. Aber dabei ist es auch ge­blieben, obwohl für Maßnahmen gegen die Monopole nicht einmal neue Gesetze notwendig wären. Bereits seit Beginn dieses Jahrhunderts gibt es eine spezielle Antitrustgesetzgebung (rich­tiger gesagt, eine Gesetzgebung gegen den Mißbrauch von Trusts), aber sie wird nicht angewen­det. Die Kongreßabgeordneten scheuen sich auch in diesem Fall, diese Gesetzgebung zu verwirklichen.

Effektive Beherrschung der öffentlichen Meinung

Wenn der amerikanische Wissenschaftler A. Liebling zugibt, daß „die Freiheit der Presse nur denjenigen garantiert ist, die Eigentum an ihr haben“ [1], ist es dann nicht besser, an diesem Punkt stehenzubleiben? – Nein, die Forschungen auf dem Gebiet der „Pressefreiheit“ werden nicht eingestellt. Immer neue Scharen von Professoren und Gelehrten werden mobilisiert. Ihre Dienste belohnt man reich, und keineswegs allein aus demagogischen Gründen. Für jeden privaten Eigentümer an Informationsmitteln und für die kapitalistische Gesellschaft insgesamt ist es wichtig, erstens die Wege und Verfahren zur effektivsten Einwirkung auf die Massen der Werktätigen, auf die öffentliche Meinung zu beherrschen und zweitens die Wege fest­zulegen, auf denen sich der höchste Profit durch die Kanäle erzielen läßt, die die Presse mit dem Geschäft verbinden.

ulfkotte

Ist die Presse die „vierte Gewalt“ im Staat?

Die „Informationstheorie“, die „Kommunikationstheorie“, die „Theorie der Massenkommu­nikationsmittel“, die „Soziologie der Massenkommunikationsmittel“ und die „Psychologie der Massenkommunikationen“ – alle diese Richtungen des bürgerlichen Denkens sind heute schon sehr weit entwickelt. … Um den Klasseninhalt der kapitalistischen Pressemonopole noch besser zu tarnen, erfanden die bürgerlichen Wissenschaftler die Definition von der Presse als „vierter Gewalt“ im Staat, die der legislativen, der exekutiven und gerichtlichen folgt und angeblich wie die ersten drei über allen Untertanen steht. Natürlich wird hierbei verschwiegen, daß auch die drei ersten Gewalten – Regierung, Parlament und Justiz –, so wie alle Elemente der bürgerlichen Demokratie, als Vertreter des Kapitals in Erscheinung treten und ihm dienen.

Hat die Presse eine gesellschaftliche Verantwortung?

Was ist die Presse? Ist sie lediglich eine besondere Art des Geschäfts oder ein wichtiges Element der gesellschaftlichen Verhältnisse, eine Sphäre der ungezügelten „privaten Unternehmer­initiative“ oder Dienst an einer hohen gesellschaftlichen Pflicht? Aus Äußerungen bürgerlicher Theoretiker ergibt sich, daß der Begriff „Verantwortung“ oder „gesellschaftliche Verantwor­tung“, angewendet auf die Praxis der Pressemonopolisten, vor allem bedeutet, den Monopolisten das Recht zuzugestehen, die „Pressefreiheit“ im Namen der Gesellschaft zu manipulieren.

Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern…

Der Eigentümer eines kapitalistischen Unternehmens auf dem Gebiet der Presse, des Rundfunks und Fernsehens zieht es jedoch vor, nur über seine Freiheit zu sprechen und die Frage nach irgend­einer Verantwortung seinerseits nach besten Kräften zu vertuschen. Lenin hatte einmal geschrieben: „Pressefreiheit bedeutet in der ganzen Welt, wo es Kapitalisten gibt, die Freiheit, Zeitungen zu kaufen, Schriftsteller zu kaufen, die ,öffentliche Meinung‘ im Interesse der Bourgeoisie zu bestechen, zu kaufen und zu fabrizieren.“ [2] Die „Freiheit, zu kaufen“ duldet keine Beschränkungen. (Gelegentlich dürfen Andersdenkende ihre kritischen Meinungen auch in Leserbriefen und Kommentarspalten der Webseiten zum Ausdruck bringen. In wenig ernstzunehmender Weise geschieht das auch im Kabarett.)

Dürfen nun auch Verleumdungen verbreitet werden?

Bei Gesprächen über die Verantwor­tung gegenüber der Gesellschaft werden die Pressefabrikanten allergisch. … Die „Logik“ der Geschäftsleute der Presse ist folgende: Wichtig ist, daß eine Ware geht, wie sie aber die Sittlichkeit des Verbrauchers und die Moral der ganzen Gesellschaft beeinflußt, das ist nicht mehr ihre Sache. … Die Frage nach der Verantwortung der Presseorgane gegenüber der Gesellschaft wird von den herrschenden Klassen nur in einer Hinsicht aufgeworfen und behandelt: Die Aktionen der Presse dürfen nicht die Interessen des business antasten. (Sie dürfen auch nicht die bürgerliche „Demokratie“ oder etwa die sog. „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ der BRD infrage stellen. Lügen und Verleumdungen über die DDR und den Sozialismus sind jedoch erwünscht und werden großzügig gefördert!)

Die Presse vertritt die Interessen der Bourgeoisie

Daher rührt auch der besondere Charakter der Pressegesetzgebung. Sie bezieht sich im Prinzip nur auf eine Seite der Frage, näm­lich darauf, wie Ehre und Würde des Bourgeois vor „Verleumdungen“, das heißt vor kompro­mittierenden Aktionen der Presse zu schützen sind… In England beispielsweise ent­hält die Sammlung von Gesetzen und Präzedenzfällen, die das Gericht bei der Entscheidung über eine „Verleumdungssache“ anwendet, 960 Seiten Text, 67 Artikel und 3.980 Fälle.

Ein Beispiel … so „objektiv“ ist die Presse!

Kann eine Zeitung auf Objektivität rechnen, wenn es um die Interessen des business geht? Davon, daß das nicht immer so ist, zeugt ein Fall, den der Presselord Kemsley in seinem Buch über die Grundlagen des Journalismus anführt.

Eine englische Zeitung hatte eine Reihe von Artikeln darüber veröffentlicht, wie sich einige Makler mit dem Verkauf von Aktien befaßten, die jeden Wert verloren hatten. Dabei wurde der Name eines Geschäftsmannes genannt, der sich in betrügerischer Weise an diesen Operationen bereichert hatte. Der Makler verklagte die Zeitung vor Gericht wegen „Verleumdung“. Die Geschworenen gaben zu, daß die Entlarvungen der Zei­tung wahr waren. Was aber tat der Richter? Er erklärte, daß von den vielen von der Zeitung auf­gezählten konkreten Betrugsfällen drei während der Gerichtsverhandlung doch nicht nach­gewiesen werden konnten. Deshalb verpflichtete der Spruch des Gerichts die Zeitung, dem „Ge­schädigten“ eine Entschädigung für den ihm dadurch zugefügten „Schaden“ zu zahlen, daß diese drei Fälle nicht bewiesen werden konnten. Außerdem wurde die Zeitung auch zur Zahlung der Gerichtskosten verurteilt. [3] Die Geschichte der englischen Presse kennt mehrere Beispiele solcher Prozesse, die die Redaktionen verloren und die schließlich und endlich die Kritik am Geschäft auf ein Minimum reduzierten. Die gleiche Praxis besteht auch in vielen anderen kapitalistischen Ländern. Auf diese Weise fanden die Monopole ein wirkungsvolles Verfahren, um ihren Ruf vor „verant­wortungslosen“ Aktionen seitens der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens zu schützen.

Kontrolle der Medien durch die Bourgeoisie

Wir hatten bereits an einem Beispiel gesehen, daß während der Aufzeichnungen oder der Vor­führung von Fernsehinszenierungen, die eine Firma zu Werbezwecken bezahlt, spezielle Kon­trolleure dieser Firma der Sendung beiwohnen, um nichts für die betreffende Firma Kompro­mittierendes zuzulassen.

Das geheiligte Recht auf Pressefreiheit

Der bürgerliche Staat scheut auch nicht davor zurück, stärkste Repressalien einzusetzen (von der Beschlagnahme von Publikationen bis zur Inhaftierung von Redakteuren), wenn grund­legende Interessen der herrschenden Klasse berührt werden. Gleichzeitig waren die bürgerlichen „Gesetzeskundigen“ völlig machtlos, wenn die bürgerliche Presse, der Rundfunk und das Fernsehen einen zügellosen Angriff mit den amoralischsten Mitteln auf das Bewußtsein und die Gefühle der Jugend starteten (oder übelste Verleumdungen bspw. gegen den DDR-Sport, gegen NVA-Offiziere oder gegenüber dem ersten DDR-Bürger im Weltraum, Sigmund Jähn). In dieser Frage besteht zwischen den herr­schenden Klassen und dem Propagandageschäft völlige Einmütigkeit. Es geht um das geheiligte Recht auf „Pressefreiheit“, um nicht mehr und nicht weniger!

Die Verantwortung gegenüber der Welt

Die gefährlichste Rolle, die die bürgerlichen Beherrscher der Massenmedien mit der Sensation spielen können, besteht darin, das Bewußtsein von Millionen Menschen mit dem Ziel zu ver­giften, einen neuen Weltkrieg vorzubereiten. Von der Propagierung der Gewalt auf dem Bild­schirm ist es nur ein Schritt bis zur Formierung von gedungenen Mördern in Soldatenuniformen für alle möglichen neokolonialistischen Kriege, wie sie der USA-Imperialismus beispielsweise in Korea, in Vietnam und im Nahen Osten entfesselt hat.

Kriegsrhetorik

Einigen bürgerlichen Verlegern kommt der „Zeitvertreib“ der Generale und Politiker, die kalte Kriege verewigen und alle möglichen kleinen Kriege auf der Schwelle eines termonuklearen Welt­konfliktes entfesseln, gerade recht. Sie drucken die Aufrufe der Jahreskonferenzen des Verbandes der Luftstreitkräfte der USA, in denen offen die Hoffnung ausgesprochen wird, einen Aggres­sionskrieg gegen die UdSSR (bzw. heute gegen Rußland) zu entfesseln. Vor nicht allzu langer Zeit zitierten sie unermüdlich die Aussprüche von verabschiedeten Generalen und Admiralen vom Typ eines van Fleet und eines Lemay sowie von Atomwissenschaftlern wie Teller und Barnett (oder in letzter Zeit eines Kissinger, eines Bolton oder Pompeo).

Die Kriegsrhetorik ist nicht neu…

rollbackDamals in den 1950er Jahren liebten sie es, den Leser oder Zuhörer mit einem Schwall von Zahlen über die amerikanische „unübertreffliche Atommacht“ zu betäuben. Es wurden „Sondernummern“ einiger populärer Wochenschriften in englischer Sprache herausgegeben, in denen Probleme eines künftigen Krieges gegen die So­wjetunion sowie einer Okkupierung der UdSSR in aller Breite dargelegt wurden. Und wie oft liefen über die Bildschirme in den USA Szenen blutiger Schlachten gegen die „Roten“, deren Sujets in den überhitzten Hirnen einiger Producer entstanden waren, die sich zu sehr beeilt hatten, im militanten Antikommunismus zu prosperieren!

Muß man antikommunistische Propaganda ernst nehmen?

Es wäre eine gefährliche Vereinfachung, anzunehmen, daß die Kriegspropaganda in allen Fällen offen geführt wird, so offen, daß man sie stets leicht erkennen und unschädlich machen kann. Dieses Argument wird zuweilen benutzt, um das Problem des Verbots der Kriegspropaganda unter dem Vorwand abzutun, daß ja niemand militante Hysteriker ernst nimmt. In unserer Zeit so zu urteilen ist einfach verantwortungslos.

Man kann natürlich leicht die aggressiven Aufrufe der Birch-Leute oder der verabschiedeten Generale erkennen, die sich nicht mit Spitzfindigkeiten belasten und direkt sagen: „Wir fordern die unverzügliche Kriegserklärung gegen die Sowjetunion.“ Aber daneben existieren und wirken auch respektablere Persönlichkeiten und Propagandisten im Rang von Beratern, Professoren und Kolumnisten. Sie bereiten das Bewußtsein der Menschen auf die Unvermeidbarkeit eines Krieges durch alle möglichen Arten von pseudowissenschaftlichen Theorien vor.

Varianten der imperialistischen Eroberungspolitik

  1. Der Präventivkrieg. Die erste ist die Theorie eines „Präventivkrieges“. Mit ihr befassen sich sowohl Generale vom Schlage eines Typing, Wissenschaftler wie Teller und Senatoren vom Typ eines Dodd. Auf den jährlichen Beratungen militärischer und industrieller Spezialisten – ähnlich der oben erwähnten Konferenz des Verbandes der Luftstreitkräfte der USA – bemühen sie sich nach allen Regeln der Kunst, die Zweckmäßigkeit eines „Präventivkrieges“ durch Hinweise auf technische Fak­toren zu „begründen“. Diese Leute stört es offenbar nicht, daß sich ein „Präventivkrieg““ vor allem gegen den wenden kann, der ihn beginnt. Für diesen Fall haben sie natürlich als Reserve die These des korrumpierten Senators Dodd: „Lieber nicht existieren als koexistieren.“ Aber 99 Pro­zent der Bevölkerung der USA werden kaum mit dieser „These“ einverstanden sein;
  2. Der begrenzte Atomkrieg. Eine andere „Theorie“ der Kriegspropagandisten, die nach und nach in die Köpfe der Menschen gehämmert wird, versucht die Möglichkeit und die Unvermeidbarkeit sogenannter begrenzter oder lokaler Kriege unter Anwendung von Atomwaffen zu beweisen. Die Öffentlichkeit ist hin­sichtlich der Gefahr dieser unheilvollen „Theorie“ bereits ziemlich auf der Hut, aber die Presse vieler westlicher Länder überläßt ihre Seiten noch in großem Ausmaß den Liebhabern „begrenz­ter Kriege“. Es ist Zeit, auch diesem verantwortungslosen Spiel mit dem Schicksal von Millio­nen Menschen ein Ende zu bereiten.
  3. Der Revanchismus. Der westdeutsche Revanchismus spitzt sich zu einer Hetz­propaganda gegen die sozialistischen Länder zu. Der westdeutsche CSU-Chef Strauß hat des öfteren in offiziellen NATO-Publikationen Gelegenheit erhalten, sein revanchistisches Glaubens­bekenntnis zu veröffentlichen. Darin nannte er die Sowjetarmee geradeheraus die „Armee des Feindes“ und bemühte sich, seine Ansichten den anderen Verbündeten der BRD aufzuzwingen. Derartige Ausfälle sind den Völkern, die Millionen Menschenleben hingegeben haben, um den Kriegsherd im Herzen Europas auszurotten, nicht gleichgültig.

Welche Rolle spielen dabei die Neofaschisten?

Es ist kein Zufall, daß die Kriegspropagandisten in vielen Fällen dieselbe Sprache wie die Neofaschisten sprechen. Haß war stets ein schlechter Ratgeber. Menschenhaß und Faschismus waren stets Synonyme. Es ist auch kein Zufall, daß die ersten Forderungen nach einem Verbot der Propagierung von Völkerhaß in dem Jahr erhoben wurden, als die Hitlerverbrecher in Nürn­berg auf der Anklagebank saßen. Eben damals, 1946, trat in Stockholm der Internationale Jour­nalistenkongreß zusammen, der in seinem Aufruf an die nationalen Journalistenorganisationen betonte:

„Verleumder, käufliche Subjekte und Journalisten, die Gedanken des Faschismus und der Rassenfeindschaft propagieren, haben nicht das Recht, die Dienste der freien Presse zu genießen. Zu den Aufgaben der Presse gehört die Mitwirkung an der Entwicklung der internationalen Freundschaft und der gegenseitigen Verständigung zwischen den Völkern.“ [4]

Der demokratische Journalismus in der DDR

Seit damals bestätigt jede internationale Konferenz der demokratischen Journalisten in ihren Erklärungen und Empfehlungen stets diese Prinzipien. Die Mitarbeiter von Presse, Rundfunk und Fernsehen der UdSSR und der sozialistischen Bruderländer lassen sich in ihrer Arbeit immer von diesen Prinzipien leiten. Darin liegt eine der Hauptbesonderheiten der Presse neuen Typs, die in der Epoche des Sozialismus entstanden ist. Eine Presse, die dem Volk gehört, für das Volk erscheint und die Interessen des Volkes ausdrückt, kann kein Propagandist von Krieg und Rassenfeindschaft sein.

In der UdSSR war Kriegspropaganda verboten!

In der Sowjetunion wurde dieses Prinzip auch juristisch bestätigt. Das im März 1951 angenommene Gesetz über den Schutz des Friedens verbot auf dem Territorium der UdSSR Kriegspropaganda in jeglicher Form. Die Sowjetunion kämpfte unermüdlich um die Kodifizierung dieser Prinzipien auch im Völker­recht. Bereits 1947 wurde auf ihre Initiative die UNO-Deklaration über das Verbot der Kriegs­propaganda angenommen.

Leider blieb diese Deklaration bisher auf dem Papier. Die an der Ent­fesselung des Wettrüstens interessierten herrschenden Kreise der westlichen Länder trafen nicht einmal Maßnahmen, um den Leitern der Presseorgane ihrer Länder den Inhalt dieser Deklaration mitzuteilen.
In den Jahren 1961/62 setzte die Sowjetunion die Frage nach wirksamen Maßnah­men zur Unterbindung der Kriegspropaganda auf die Tagesordnung des 18-Staaten-Abrüstungs­ausschusses. Daneben bemühte sich der sowjetische UNESCO-Vertreter darum, daß die Jahresberichte dieser Organisation, die die Arbeit der Informationseinrichtungen anderer Länder der Welt beeinflussen, entsprechende Empfehlungen enthalten.
Die Gegner des Vorschlags eines Verbots der Kriegspropaganda behaupten häufig ernsthaft, daß ein solches Verbot durch die „Freiheit des Wortes“ verhindert werde. Der Fieberwahn der Generale und die kannibalischen Prinzipien der neuen Braunhemden sind einigen Schutzherren der „Freiheit des Wortes“ offensichtlich teuer. Für sie ist es unwichtig, daß das die Atmosphäre anheizt, die Beziehungen zwischen den Staaten verschlechtert und die Welt an den Rand des Untergangs bringt.
Die Verteidiger der entfesselten Propaganda des Menschenhasses behaupteten auch, daß jedes Verbot dieser Propaganda angeblich eine Einmischung in innere Angelegenheiten und die Ge­setzgebung der einzelnen Staaten bedeuten würde.
Aber jedem Staat wird doch die völlige Frei­heit gegeben, die Maßnahmen auszuwählen und zu treffen, die seinen Verfassungsnormen ent­sprechen. Niemand hat zum Beispiel erklärt, daß die völkerrechtlichen Prinzipien der UNO­-Charta eine „Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten“ darstellen würden, obwohl die kriegsfeindliche Position dieser Charta vielleicht nicht mit den außenpolitischen Posi­tionen einzelner Regierungen übereinstimmt.

Warum wurde Kriegspropaganda nicht weltweit verboten?

Die Gegner des Verbots der Kriegspropaganda erfanden schließlich noch ein „Argument“: Mit diesem Verbot werde doch die Informationsverbreitung beeinträchtigt, was seinerseits „zu Unwissen, Furcht und Angst beitragen“ würde. Daraus wird die Schlußfolgerung gezogen, daß Bemühungen zur Erweiterung der Informationsverbreitung zu bevorzugen sind. Den Ver­teidigern dieses Standpunktes könnte man die Frage stellen: Wie gedenken Sie die „umfassenden Möglichkeiten, ausländische Publikationen zu lesen“, damit zu vereinbaren, daß sie sich weigern, zu garantieren, daß diese Publikationen keine Kriegspropaganda enthalten? Hier aber werden verschiedene Dinge vermengt: einerseits die Kriegspropaganda und andererseits ideologische Grundsätze.

Was bedeutet ideologischer Kampf?

Die For­derung nach Einstellung der Kriegspropaganda bedeutet keineswegs die Einstellung des ideolo­gischen Kampfes. Die friedliche Koexistenz setzt ja gerade voraus, daß die einander gegenüber­stehenden ideologischen Konzeptionen und die auf ihnen beruhenden gesellschaftlichen Systeme die Möglichkeit erhalten, in friedlichem Wettstreit zu beweisen, welches dieser Systeme für die Menschheit annehmbar ist. Der ideologische Kampf bedeutet jedoch keine Ermunterung für Aufrufe zum Krieg und zum Rassenhaß, ebenso wie er auch nichts mit der sogenannten grauen und schwarzen Propaganda gemein hat, die verdeckte Diversion und Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten darstellt.

Die faschistische Ideologie

Die „Theoretiker“ des Faschismus hatten versucht, Rassenhaß und Kriegspropaganda in den Rang einer „Ideologie“ zu erheben. Das war der Menschheit sehr teuer zu stehen gekommen. Die Unterbindung des Exports von Menschenhaß ist nicht nur im Interesse des Weltfriedens, sondern auch im Interesse des Fortschritts notwendig. Rassenhaß, der Kult der Atombombe und der militärischen Gewalt, Aufrufe zu „präventiven“ und „begrenzten“ Kriegen, der zügel­lose Chauvinismus und Revanchismus müssen außerhalb des Gesetzes gestellt werden. Und dafür zu kämpfen ist eine ehrenvolle Aufgabe der Presse. Auf diesem Gebiet können und müssen die Journalisten aller Länder ihr Verantwortungsgefühl für das Schicksal der Menschheit beweisen.

[1] The Nation vom 11. 12. 1967.
[2] W. I. Lenin, Werke, Bd. 32, Berlin 1967, S. 529.
[3] R. Williams, Communications, London 1966, p.114.
[4] Zitiert nach Спиру Б., Отравители. К истории развития современной буржуазной журналистики. М.1962. str.227. (B. Spiru, Otrawiteli, Moskau 1962, S. 227. russ. – Übersetzung: Giftmischer. Beitrage zur Entwicklungsgeschichte der zeitgenössischen bürgerlichen Journalistik)

Quelle:
Spartak Iwanowisch Beglow: Millionäre machen Meinung von Millionen. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1971, S.212-220. (gekürzt u. bearb.; Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


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„Oftmals wird Freiheit der Presse gerade von denen gefordert, die die meisten Lügen verbreiten…“

(Verfasser unbekannt)

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5 Antworten zu Was ist Pressefreiheit und wem nützt sie?

  1. Hausmeister schreibt:

    Facebook und Co sind ebenfalls Organe des kap. Staatsapparates. International aufgestellt und finanziert. Merkel höchstpersönlich hat Büroräume in Berlin an FB übergeben: Zur Bekämpfung von Hasskommentaren lautete die offizielle Mitteilung. In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt! Und ehrliche Menschen kommen auf FB gar nicht erst dazu die Wahrheit zu verbreiten, das wird sofort gelöscht. Diese Medien sind nicht sozial sondern asozial. Finger weg und nicht verlinken!

  2. Hausmeister schreibt:

    Verleumdungen sind gängige Praxis, die jW war davon auch betroffen. Darüber hinaus hat man der jW entgegen vertraglicher Abmachungen (!) die Preise für Druck und Zustellung drastisch erhöht. Denunzation wird gefördert, Vereinen wird die Allgemeinnützigkeit aberkannt usw., Internetsuchmaschinen zensieren, sperren aus. Fakt jedoch ist: ALLEN einen Maulkorb verpassen wird denen NIE gelingen! Und das ist die gute Nachricht!

  3. Rolf Becker schreibt:

    Presse freiheit ist die Freiheit der herrschenden Klasse, ihr Meinungen zu verbreiten….

  4. Pingback: Meinungsfreiheit? Pressefreiheit? Freiheit des Chefedakteurs? | Sascha's Welt

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