Schweigen über die DDR?! – Nein. Niemals!

Nun mal heraus mit der Sprache, heraus mit der Wahrheit! Was war die DDR? War sie ein „Überwachungsstaat“? Ein „Unrechtsstaat“? War sie ein „totalitärer Staat“? Ein Staat, in dem man nicht mal mehr seine Meinung sagen durfte? War die DDR eine Diktatur (ähnlich wie der „Nationalsozialismus“ unter Hitler)? War in der DDR alles grau in grau? Waren die Menschen eingeschüchtert, verängstigt?

Was war die DDR

Wurden schon im Kindergarten die Kinder mit „sozialistischen Erziehungsmethoden drangsaliert“? Gab es Nazis in der DDR? Und gab es Jagd auf Ausländer? Wurden die DDR-Bürger 40 Jahre lang belogen und betrogen? Und gab es eine „Massenflucht“ aus der DDR? – All das können wir heute jeden Tag in der Zeitung lesen, im Rundfunk hören. Es werden heute Hunderte von Vorträgen gehalten über die DDR – vor allem aber gegen die DDR! Bücher werden geschrieben, Romane und „wissenschaftliche“ Arbeiten. Interviews werden verbreitet. Und es gibt nicht wenige, die ihren Doktortitel über solche „Forschungsergebnisse“ erhalten haben. Was beinhalten nun die „Stasiakten“? War die DDR wirklich ein so schlimmer, verbrecherischer Staat? Kann man die DDR mit dem Nazi-Regime gleichsetzen? Diesen Fragen wollen wir hier einmal unvoreingenommen nachgehen… 

Am 7. Oktober 2019 jährt sich nun schon zum siebzigsten Male der Gründungstag der Deutschen Demokratischen Republik (so der korrekte Name!). Bereits am 14. August 1949 – also eineinhalb Monate zuvor! – war die Bundesrepublik Deutschland gegründet worden. Und dieser Gründungsakt hatte etwas Symbolisches. Unter Mißachtung des Potsdamer Viermächteabkommens wurde die westdeutsche Bundesrepublik gegründet. Dort fanden alle geflüchteten Nazis ihren Unterschlupf und die Schuldigen am Krieg, die Konzernherren und Finanzgewaltigen blieben ungeschoren. Man muß in die Geschichte zurückgehen, wenn man die Gegenwart verstehen will!


Fakten – Argumente – Antworten

1. Vorbemerkung

Was wir berücksichtigen müssen…

Es ist klar, daß die „junge Generation“ der heute 20- bis 30-Jährigen, die die DDR nur vom Hörensagen kennen, keine anderen Informationen über unser sozialistisches Heimatland haben, als ihre Schulbücher und die täglichen Lügen und Verleumdungen, denen wir alle ausgesetzt sind. Hinzu kommt, daß viele Eltern und Großeltern durch den Verrat der Gorbatschowisten am Marxismus-Leninismus und am Sozialismus, in ungeheurem Maße verstärkt durch die skrupellose antikommunistische Hetze der Multiplikatoren der bürgerlichen Ideologie, maßlos darüber enttäuscht sind, daß alle ihre Vorstellungen und Träume von einem sorgenfreien Leben im Sozialismus nach der Konterrevolution 1989 in den „blühenden Landschaften“ des Bundeskanzlers Kohl wie eine Seifenblase zerplatzt sind.

Es kam, wie es kommen mußte…

Die Konterrevolution von oben führte in der DDR, dem ehemals zehntstärksten Industrieland der Welt zu einer weitaus größeren Zerstörung  als der zweite Weltkrieg. Das, was nach dem Krieg von den Werktätigen in Ostdeutschland, dem Aufruf der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) folgend, im Zuge der antifaschistisch-demokratischen sowie der sozialistischen Revolution im wesentlichen aus eigener Kraft aufgebaut wurde und die Grundlage sozialer Sicherheit für alle DDR-Bürger war, wurde Opfer der Konterrevolution. Die Privatisierung des Volkseigentums, des größten wirtschaftliche Raubzuges in der Geschichte der deutschen Bourgeoisie unter der Schirmherrschaft von Horst Köhler, dem damaligen Staatssekretär für die „Treuhand“ und späteren Bundespräsidenten, führte zur wirtschaftlichen Katastrophe im Osten Deutschlands und machten ihn zu einem halbkolonialen Gebiet innerhalb der BRD.

Das Verbrechen der Privatisierung…

Ein solcher Zusammenbruch ist einmalig. Von diesem Verbrechen der Privatisierung des Volkseigentums in der DDR hat sich die Wirtschaft des Ostens bis heute nicht wieder erholt. Tausende großer Industriebetriebe wurden plattgemacht und Millionen DDR-Bürger versuchten ihr Glück in anderen Bundesländern oder im Ausland. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Osten liegt bei etwa 55 Prozent von dem im Westen. Das ist der Fall, obwohl die Arbeitsproduktivität in den Zentren der Automobilproduktion, der Mikroelektronik, der Zulieferindustrie und anderer kleinerer Zweige wesentlich höher ist als im Westen. Die Löhne liegen allerdings um bis zu 20 Prozent niedriger.

Quelle: Emil Collet „Die DDR – ein sozialistisches Meisterwerk“ – Teil 1. In: Marxistische-leninistische Schriftenreihe, Heft 86-1, Ernst Thälmann Verlag, Berlin, 2006, S.16f. (gekürzt, bearbeitet, N.G.)

2. Die Bevölkerung der DDR

Eine gesunde Gesellschaftsstruktur

Die DDR kannte kein Problem der „Vergreisung“ (oder wie man heute beschönigend dazu sagt: des „demographischen Wandels“), schon gar keinen Generationskonflikt zwischen Jung und Alt. 75 Prozent der in der DDR lebenden Mütter waren bei der Geburt ihrer Kinder unter 26 Jahre jung. Alle Mütter, gleich welchen Alters, waren sozial abgesichert und wurden vom Staat unterstützt. Trotz organisierter Republikflucht blieb die Bevölkerungszahl in der DDR in etwa gleich. Ihre Leistungskraft stieg und wuchs wegen der grund­legenden Vorzüge des Sozialismus über den Kapitalismus ununterbro­chen.

Nach der Volkszählung 1979 gab es in der DDR 7.834.997 männliche und 8.909.695 weibliche Einwohner, also insgesamt 16.744.692, daß bedeutete eine Bevölke­rungsdichte von 155 je km². In den Jahren zwischen 1950 und 1979 veränderte sich innerhalb von 17 Jahren die Relation von Geburten zu Sterbefällen, so daß sehr bald die Anzahl der Neugeborenen die Zahl der Sterbefälle überwog. Die Anzahl der Sterbefälle von Säuglingen von je 1000 Lebendgeborenen sank in den Jahren von 1950 bis 1979 von 72,2 auf 12,9. 1979 waren 62,8 Prozent der Bevölkerung der DDR im arbeitsfähigen Alter. 19,1 Prozent waren Kinder und 18,1 Prozent Rentner. Von den 10.515.000 Berufstätigen waren 5.261.880 weiblich.
Quelle: Emil Collet „Die DDR – ein sozialistisches Meisterwerk“ – Teil 1. In: Marxistische-leninistische Schriftenreihe, Heft 86-1, Ernst Thälmann Verlag, Berlin, 2006, S.38. (gekürzt, bearbeitet, N.G.)

3. Das Bildungswesen in der DDR

Die DDR – eine gebildete Nation

Das Bildungswesen der DDR hatte entscheidenden Anteil an der erweiterten Reproduktionskraft der DDR, d.h. planmäßig werden bestimmte Teile des gesellschaftlichen Mehrprodukts genutzt, um die Produktion zu erweitern und zu vervollkommnen. 1979 studierten, bezogen auf je 10.000 Einwohner der Bevölke­rung, 101 Personen an Fachschulen – davon waren 71,3 Prozent weibliche Bürger, an Hochschulen 77 Personen – davon 48,2 Prozent weibliche Bürger der DDR. Welche entscheidende Auswirkung auf das Niveau des gesellschaftli­chen Arbeitsvermögens das einheitliche, sich durch hohes Niveau aus­zeichnende Bildungswesen der DDR hatte, geht aus folgender Tatsache hervor:

1955 waren in der DDR zu 69,9 Prozent der Arbeitskräfte ungelernt bzw. angelernt und nur 25,8 Prozent Fachkräfte; 3,1 Prozent davon hatten einen Fachschul- und 1,2 Prozent einen Hochschulabschluß. 1979 hatten schon 60,4 Prozent einen Facharbeiterabschluß. Einen Fachschulabschluß hat­ten 11 und den Hochschulabschluß 6,5 Prozent.

Die Einheit von Bildung und Erziehung

Die Erziehung zu gebilde­ten Persönlichkeiten, von Menschen, denen Bildung ein ständiges Bedürf­nis war, hatte in der DDR Massencharakter und war damit eine ständig stärker sprudelnde Quelle zur Erhöhung des Nationaleinkommens der DDR. Von entscheidender Bedeutung der Herausbildung der sozialisti­schen Lebensweise war die Brechung des Bildungsprivilegs. Bildung war in der DDR nie eine Frage des Geldbeutels.

  • Das einheitliche Bildungssystem der DDR war breit gefächert. Vom Kindergarten, in den neun von zehn Kindern gingen, bis zu den Hochschulen und Universitäten. Im Gegensatz zur heutigen BRD, in der es vier Millionen Analphabeten gibt und jeder zehnte Schüler die Schule ohne Abschluß verläßt, kannte die DDR eine solche gesellschaftliche Problematik nicht.
  • Heute ist es schon wieder so, daß in der BRD nur noch etwa 12 Prozent der Arbeiterkinder studieren können. In der DDR konnten das über 60 Prozent der Arbeiter- und Bauernkinder.
  • Ein ganz entscheidender Faktor der sozialistischen Lebens­weise in der DDR war die Gleichberechtigung der Frauen, die unter den Studierenden einen Anteil von über 50 Prozent hatten. Ein schon seit Jahrtausenden bestehendes Verhältnis der „Normalität“ der Unterdrü­ckung der Frauen mußte durchbrochen, beseitigt und überwunden werden. Und es wurde beseitigt!
Quelle: Emil Collet „Die DDR – ein sozialistisches Meisterwerk“ – Teil 1. In: Marxistische-leninistische Schriftenreihe, Heft 86-1, Ernst Thälmann Verlag, Berlin, 2006, S.38f. (gekürzt, bearbeitet, N.G.)

4. Die ungarische Verschwörung

Die ungarische Regierung öffnet die Grenzen

Schon im März 1989 informierte der ungarische Regierungschef Gorbatschow davon, daß ab Mai durch Ungarn die Befestigungsanlagen an der Westgrenze des Warschauer Vertrages, die Grenze Österreich-Ungarn abgebaut wird. Diese Verletzung des Warschauer Vertrages, mit Signalwirkung an alle Gegner des Sozialismus, begründete Németh vor Gorbatschow mit der Feststellung: „Wir müssen der Welt nicht nur Fenster, sondern auch Türen öffnen“. Gorbatschow legte kein Veto gegen die damit beginnende Auflö­sung des Warschauer Paktes ein. Im Gegenteil, Gorbatschow vertrat schein­heilig die Auffassung „Daß jede Bruderpartei für die Lösung der eigenen Probleme selbst verantwortlich sei.“

Mit der Drahtschere in den Kapitalismus

Georg Bush erklärte in seiner Rede am 31. Mai 1989 in Mainz, „so wie in Ungarn müssen überall in Osteuropa die Grenzen fallen“. Speziell zur Grenze in Berlin erklärte er: „Diese Mauer ist ein Monument des Versagens des Kommunismus, sie muß fallen“. Am 27. Juni durchschnitt Außenminister Horn, in Anwesenheit des österreichischen Außenministers und eines riesi­gen Medienaufgebotes, mit seiner Drahtschere den Stacheldraht. Diese Schere schenkte er am 10. Juli dem US- Präsidenten bei seinem Besuch in Budapest.

Am 12. Juni 1989 erklärte Horn dem Staatssekretär im auswärti­gen Amt der BRD: „Ich lasse Herrn Genscher ausrichten, daß wir die Angele­genheit von ein paar hundert Menschen lösen werden“. Auf die Forderung des DDR-Außenministeriums, den gültigen Vertrag zwischen der DDR und Ungarn sowie des Warschauer Vertrages einzuhalten, erklärte Horn: „Diese Abkommen wurde nicht von der heutigen Führung abgeschlossen. Dieje­nigen die damals Partner für eine solch schändliche Vereinbarung waren, sind längst von der Bühne abgetreten.“

Gab es eine „Massenflucht“ in den Westen?

Der Verrat der ungarischen Regierung vollzog sich in einer Zeit als 4,3 Millionen Bürger in Urlaub waren. Nachdem Gorbatschow im Juni 1989 bei seinem Besuch in Bonn in die gemeinsame Erklärung das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen aufgenommen wurde, entwickelte sich die „DDR-Opposition“. In den Kirchen begann der Prozeß des „wegbetens“ der DDR. Gemeinsam mit den Massenmedien der BRD wurde eine regelrechte „Fluchtwelle“ in die Botschaften von Budapest und Prag inszeniert. Durch die geistige Manipulation wurde bei Teilen der Bevölkerung eine regelrechte Hysterie, eine Torschlußpanik organisiert.

Doch es war keine „Flucht“, wie bspw. die eines Bankräubers, der flüchtet, um sich seiner Bestrafung zu entziehen, sondern es war eine „zügellose Hetz- und Abwerbungskampagne in Verbindung mit der zeitweiligen einseitigen Außerkraftsetzung grundsätzlicher Bestimmungen des Abkommens zwischen der Regierung der DDR und der Regierung der UVR über den visafreien grenzüberschreitenden Verkehr vom 20.6.1969 durch die UVR im Gesamtkonzept zur Diskreditierung und Destabilisierung des Sozialismus in der DDR“, wie es in einer Weisung des Ministers für Staatssicherheit erläutert wurde. (Quelle: Schreiben vom 13. 9. 1989 an die Leiter der Diensteinheiten, gekennzeichnet als VVS, MfS-Nr. 61/89) Kurz gesagt: es war eine zynische Provokation DDR-feindlicher Kräfte der BRD im Komplott mit den antisozialistischen Kräften der Ungarischen Volksrepublik.

Das sogenannte „gesamteuropäische Picknick“

Horn hielt sein Versprechen gegenüber Genscher. Am 20. August 1989 fand in Sopron ein „gesamteuropäisches Picknick“ statt. Der Schirmherr war Otto von Habsburg. Bei diesem „Picknick“ wurden 661 Bürger der DDR veranlaßt, über Österreich, die DDR in Richtung BRD zu verlassen. Weitere Ausreisen wurden, unterstützt durch das Internationale Rote Kreuz und den ungarischen Malteser-Caritas-Dienst, organisiert. Am 28. August 1989 informierte Horn den Staatssekretär im Bonner Außenministerium Sudhof, von der offiziellen Öffnung der Grenzen in der Nacht vom 11. zum 12. September.

Die ungarische Regierung erhält 500 Millionen DM

Die ungarische Regierung zahlte den ausreisewilligen Bürgern hohe Tagesverpflegungsgelder. Es wurden Autokonvois zusammenge­stellt, an der Spitze westdeutsche Fahrzeuge. Die Ausfuhr mit dem Zug wurde organisiert. Die Prager Botschaft der BRD wurde, durch zur Ausreise manipulierte DDR Bürger, zum Ort der nationalistischen antikommunisti­schen Ausfälle von Genscher. Er gab dazu folgende, sich selbst entlarvende Einschätzung ab: „Wer wollte dies den Ungarn verübeln. Sollen sie noch länger die Geschäfte unserer Regierung besorgen. Keine Frage nach den Ursachen. Als ob dieser Ausdruck von Enttäuschung nur das Ergebnis bösartiger Hetze und einer gesteuerten Abwerbung wäre.“ – Der damalige BRD-Außenminister Genscher hat seine NSDAP-Mitgliedschaft stets verschwiegen, war aber mindestens CIA-Agent und machte kaum einen Hehl aus seinem Haß auf die DDR. Die ungarische Regierung erhielt für ihre Unterstützung der getäuschten DDR-Bürger, d.h. für die Aufrollung des Warschauer Vertrages, die Destabilisierung der DDR, einen Vorzugskre­dit von 500 Millionen DM. Horn erhielt später das Bundesverdienstkreuz.

Die „Sprach­losigkeit“ der SED-Führung

Das September-Plenum des Politbüros der SED verschob die sofort notwendige politische Reaktion auf den 10. Oktober, also nach dem 40. Jahrestag der DDR. Während dieser „Sprach­losigkeit“ der SED-Führung aktivierten die Anhänger der Perestrojka und Glasnost ihre Bestrebungen zur Verstärkung des Stimmungsumschwungs bei Teilen der Bevölkerung. So z.B. die Vertreter der evangelischen Kirche. Bischof Leich gab offizielle Erklärungen zur Perestrojka und Glasnost in der DDR ab. Weder vom Politbüro, noch von der Regierung gab es dazu die notwendigen Reaktionen oder Maßnahmen. Sie ließen das Volk mit diesem komplizierten Problem allein.

Der sowjetische Geheimdienst als Helfer der Konterrevolution

Die verschiedensten Quellen bestätigen, daß in der DDR im Auftrag Gorbatschows eine spezielle Gruppe des KGB mit dem Decknamen „Lutsch“ (Strahl) tätig war. Sie sammelte Informationen und beeinflußte bestimmte Personen der DDR in Richtung Perestrojka. So sprach z.B. der KGB-Chef W. Krjutschkow mit M. v. Ardenne (1987). Schabowski war über dessen Gespräche mit H. Modrow, W. Berghof und M. Wolf informiert. Das waren alles Leute, die auf dem Putschparteitag eine bedeutende Rolle spielten und für Gorbatschows Konterrevolution waren. Diese Spezialgrup­pe, deren vielfältige Aktivitäten nicht nachweisbar sind, hat zweifellos die Oppositionellen gegen Honecker aktiv unterstützt.

Quelle: Emil Collet „Die DDR – ein sozialistisches Meisterwerk“ – Teil 1. In: Marxistische-leninistische Schriftenreihe, Heft 86-2, Ernst Thälmann Verlag, Berlin, 2006, S.31-33. (gekürzt, bearbeitet, N.G.)

5. Bevölkerungsstatistik der DDR

Laut Statistischem Jahrbuch der DDR von 1990 lebten in der DDR im Jahre 1989 rund 16,4 Millionen Einwohner. Im Jahr zuvor waren es noch 16,6 Millionen. Wenn man ein einigermaßen reales Bild erhalten will, muß man natürlich auch die Zahl der Geburten und Todesfälle berücksichtigen. 1960  wurden in der DDR durchschnittlich etwa 839.000 Kinder lebend geboren. 1970 waren es 701.000, 1980 waren es 674.000 und knapp zehn Jahre später (1989) waren es nur noch 574.000 Kinder. Die Zahl der Todesfälle im genannten Zeitraum ging leicht zurück (1960: 233.759 und 1989: 205.711). Daraus ist ersichtlich, daß es gegen Ende der DDR tatsächlich eine geringfügig rückläufige Entwicklung gegeben hat. Die Zahl der Einwohner nahm um etwa 1,3% ab. Das hatte verschiedene Gründe, von denen einige bereits aufgeführt wurden.

Quelle: Statistisches Jahrbuch ’90 der Deutschen Demokratischen Republik, Rudolf Haufe Verlag Berlin, 1990. Redaktionsschluß Juni 1990.

6. Die DDR mußte weg

Bekanntlich war die DDR ein sozialistischer Staat. Das heißt, sämtliche Produktionsmittel, die Betriebe, Maschinen und Werkzeuge, die Bergwerke, Banken und Verkehrsmittel waren Volkseigentum. Und der Grundbesitz war kein Spekulationsobjekt mehr. Mit anderen Worten: Niemand konnte sich in der DDR auf Kosten anderer bereichern, denn die Ausbeutung des Menschen war dadurch abgeschafft. Die Wirtschaft war planmäßig organisiert, es gab stabile Verbraucherpreise, keine Krisen und folglich auch weder Armut noch Arbeitslosigkeit. Das muß man wissen, wenn man die Bedeutung der DDR für die Zukunft verstehen will. Warum hat nun der westliche Imperialismus die DDR mit Hilfe seiner ostdeutschen Handlanger beseitigt? Darüber schreibt E. Collet:

Die DDR war ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte

J.W. Stalin, der treue Freund und Förderer der DDR, hatte die Gründung der DDR als einen Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands und Europas gewürdigt. Die ehrlichen Bürger der DDR, die sich nicht nur mit dem sozia­listischen Aufbau identifizierten, sondern ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten begeistert und optimistisch für die Ausgestaltung der neuen, der sozialisti­schen Lebensweise einsetzten, wollten dieser Wertschätzung J.W. Stalins gerecht werden. Sie wußten, was sie den Völkern der UdSSR, ihrer KPdSU (B) und dem Genossen Stalin persönlich zu verdanken hatten.

Die Freundschaft der DDR zur Sowjetunion

Vor den Kommu­nisten und allen Bürgern der DDR bestand die große und gewaltige politisch-­ideologische Aufgabe, zwischen zwei bis dahin verfeindeten Völkern ein völlig neues Wechselverhältnis gegenseitiger Freundschaft, Hilfe und Unter­stützung aufzubauen. Das ist trotz der wüstesten antisowjetischen Hetze aus dem Westen gelungen. Die sich daraus ergebende traditionelle Haltung gegenüber der KPdSU (B) und den Sowjetvölkern erhielt sich auch nach dem Tode von J.W. Stalin. Sie war teilweise so stark, daß sie manche Verwerfungen in diesem Verhältnis, hervorgerufen durch die Politik Chruschtschows bis zu Gorbatschow verschleierte.

War die Wirtschaft der DDR marode?

Die feste Grundlage für die Freundschaft beider Völker war die Verbun­denheit der Wirtschaft der DDR mit der der UdSSR. Bis zum Ende der DDR war sie fest im RGW verankert. Die Wirtschaft der DDR, als Grundlage der sozialistischen Lebensweise war stabil. Die Behauptung, die DDR wäre so marode gewesen, daß sie zusammengebrochen sei, ist eine reine politische Zwecklüge zur Verschleierung der Konterrevolution. Die Fakten beweisen das:

Collet 2-28

Das ist Ausdruck der Tatsache, daß die DDR ein sich selbst tragendes, erweitert reproduzierendes Wirtschaftsgebiet mit wachsendem Wohlstand des gesamten Volkes war.

Die Gorbatschow-Clique destabilisierte die DDR

Die DDR hatte innerhalb der sozialistischen Staaten das höchste Niveau der sozialistischen Lebensweise und den höchsten Lebensstandard. Das war ein großer Störfaktor für die Zuendeführung der Konterrevolution von oben in der Sowjetunion sowie in anderen sozialistischen Staaten. Die Stabilität der DDR durchkreuzte die Ziele Gorbatschows, deshalb mußte sie destabi­lisiert werden, insbesondere das Vertrauen des Volkes zur SED und zum Staat.

Feinde der DDR und des Sozialismus in der UdSSR

Jeder der heute die Entwicklung des Erdölpreises beobachtet, sieht welche krisenhaften Auswirkungen das auf alle Industriestaaten, einschließ­lich auf die BRD, hat. Unter Beachtung dieser Tatsache wird jeder sachliche Beurteiler begreifen, was es für die DDR bedeutete, daß Chruschtschow, entgegen seinem Versprechen gegenüber der DDR, 35 Millionen Tonnen Erdöl zu festen Preisen zu liefern, auf insgesamt 17 Millionen reduzierte. Dazu kam, daß anstelle 14 Rubel pro Tonne 172 Rubel gezahlt werden mußten. Das hat die DDR Wirtschaft verkraftet, sie wurde nicht in eine Krise gestürzt. Dazu kamen noch die Preiserhöhungen bei anderen Rohstoffliefe­rungen aus der UdSSR. In dieser Hinsicht war die Wirtschaft der DDR fast vollständig von den Rohstofflieferungen der UdSSR abhängig.

Die Schulden der Sowjetunion

Das mußte das Politbüro der SED sowie der Ministerrat der DDR in ihrer Politik ständig beachten und schränkte ihre Handlungsfreiheit ein. Gorbatschow nutzte dies, um zu seinen Gunsten Druck und Einfluß auf die DDR auszuüben. Die DDR hatte keinerlei Schulden gegenüber der UdSSR. Im Gegenteil, die Sowjetunion hatte 1990 Zahlungsrückstände gegenüber der DDR in Höhe von 27 Milliarden Valutamark.

Weshalb mußte die DDR weg?

Die Entwicklung der DDR, ihre Erfolge beim Aufbau des Sozialismus, hatten nicht nur ihre Auswirkungen auf Westdeutsch­land und legten der rücksichtslosen Profitmacherei Fesseln an, sie wirkten auch in der Sowjetunion und wurden zugleich immer mehr für die Bevölke­rung der UdSSR zum Prüfstein der Politik Gorbatschows. Deshalb mußte die DDR weg. Sie störte die Konterrevolution vom Westen und vom Osten. Gorbatschow propagierte offiziell die „Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten“ der sozialistischen Staaten. Tatsächlich mischte er sich massiv in die inneren Angelegenheiten der SED und DDR ein. Ende 1988 fand in Berlin eine ZK-Sitzung statt. Diese beschloß eine gründliche Analyse der inneren Lage vorzunehmen und auf ihrer Grundlage den XII. Parteitag der SED im Jahre 1990 einzuberufen. Das konnte und wollte die Gorbatschow­sche Konterrevolution nicht zulassen. Gorbatschow formierte innerhalb der SED seinen Einfluß.

Für mich steht außer Zweifel, daß der Prozeß der Zersetzung der Einheit und Geschlossenheit der SED, vor allem durch den KGB, beeinflußt wurde. Eine Schlüsselfunktion dazu hatte der Stellvertreter des MfS Markus Wolf.

Quelle: Emil Collet „Die DDR – ein sozialistisches Meisterwerk“ – Teil 1. In: Marxistische-leninistische Schriftenreihe, Heft 86-2, Ernst Thälmann Verlag, Berlin, 2006, S.28f. (Zwischenüberschriften, N.G.)

Einige kurze Antworten:

  1. War die DDR ein „Überwachungsstaat“? Nein. Die DDR hatte jedoch, wie jeder andere Staat einen Sicherheitsapparat, das „Ministerium für Staatssicherheit“ (MfS), der für die Aufdeckung staatsfeindlicher Aktivitäten zuständig war und die Sicherheit seiner Bürger vor feindlichen Angriffen, Sabotage und Diversionsakten gewährleistete.  Die Nationale Volksarmee (NVA) sicherte im Bündnis mit den Verteidigungsarmeen des Warschauer Vertrages den Frieden in Europa.
  2. War die DDR ein „Unrechtsstaat“? Nein. Die DDR hatte eine gültige Verfassung und Gesetze, die die Rechte und Pflichten der Bürger der DDR garantierten sowie Richter und Gerichte, die diese Ordnung auch durchsetzten. Zum Beispiel gab es in der DDR erstmals auch das Recht auf Arbeit.
  3. War die DDR ein „totalitärer Staat“? Nein. Diese Bezeichnung ist auf die unwissenschaftliche „Totalitarismus-Doktrin“ zurückzuführen, in der politische Herrschaftsformen miteinander gleichgesetzt werden, die auf Grund ihrer unterschiedlichen ökonomischen Struktur einander nicht gleichsetzbar sind.
  4. Durfte man in der DDR seine Meinung frei äußern? Selbstverständlich durfte man das. Es gab in der DDR keine Beschränkungen der Meinungsfreiheit. Allerdings war nazistische und staatsfeindliche Hetze, ebenso wie Kriegshetze, verboten. Das war in der Verfassung der DDR klar geregelt. Darüberhinaus ist es eine Tatsache, daß nur derjenige imstande ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen, der über die nötige Sachkenntnis verfügt. Kein auch nur halbwegs gebildeter Mensch wird das bestreiten. Und so wird sicherlich jeder Verständnis dafür aufbringen, daß – um des gesellschaftlichen Fortschritts willen – Irrtümer und fehlerhafte Ansichten irgendwann korrigiert werden müssen. Mit dem gesellschaftlichen Sein entwickelt sich auch das Bewußtsein. (Von „Bevormundung“ kann hier jedenfalls keine Rede sein!)
  5. War die DDR eine Diktatur? Ja, die DDR war eine Diktatur. Allerdings nicht wie in der BRD oder anderen kapitalistischen Staaten (einschließlich des Nazi-Regimes) eine Diktatur der Bourgeoisie (der Besitzer der Produktionsmittel), sondern eine „Diktatur des Proletariats“, d.h. die Macht befand sich in den Händen der Arbeiterklasse. (Beispielsweise waren schon 1954 in der Volkskammer, dem Parlament der DDR, 197 Abgeordnete, die aus der Arbeiterschaft stammten, 23 Abgeordnete aus der Bauernschaft und 35 aus dem Handwerkerstand. In der BRD-Regierung waren zur selben Zeit von 18 Ministern 13 Großkapitalisten, Bankiers und Gutsbesitzer.)
  6. War in der DDR alles „grau in grau“? Leider gab es in der DDR noch viele Schmuddelecken, doch nach und nach wurden auch viele Altbaugebiete saniert, Wohnungen erneuert und Baudenkmale restauriert. Trotz aller internationaler Schwierigkeiten, denen die DDR durch Embargomaßnahmen und Preiserhöhungen, durch wirtschaftlichen und politischen Druck vor allem seitens der BRD und anderer westlicher Staaten ausgesetzt war, wurde das Wohnungsbauprogramm bis 1990 vollständig erfüllt, so daß jedem DDR-Bürger angemessener Wohnraum von guter Qualität zur Verfügung gestellt werden konnte. Die sozialen Leistungen („zweite Lohntüte“) und die soziale Sicherheit in der DDR waren weltweit beispielgebend.
  7. Waren die Menschen in der DDR eingeschüchtert und verängstigt? Nein, das ist ein wirklich lächerliche Legende!  (Siehe Punkt 4)
  8. Wurden die Kinder in der DDR drangsaliert? Nein, im Gegenteil. Das einheitliche sozialistische Bildungssystem ermöglichte jedem Kind eine seinem Alter und seinen Fähigkeiten entsprechende Bildung und Erziehung. Es gab keinerlei „Kita-Gebühren“ oder „Schul- bzw. Studiengebühren“. Jedes Kind des Volkes hatte in der DDR unabhängig von seiner sozialen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit die gleichen Bildungschancen.
  9. Gab es Nazis in der DDR? Die DDR war ein antifaschistisch-demokratischer Staat. Die Verherrlichung von nazistischen Verbrechen, Kriegshetze und Rassismus waren in der DDR streng verboten und wurden hart bestraft. (Im übrigen war die Kriminalität in der DDR war im Vergleich zum Kapitalismus (BRD) verschwindend gering. Die Aufklärungsrate von kriminellen Delikten betrug nahezu 99 Prozent.) Ab 1990 wurden jedoch (wie schon 1933) die meisten der von DDR-Gerichten rechtskräftig verurteilten Nazis „offiziell“ aus den Gefängnissen befreit. Einige dieser Nazis protzten noch mit Haftentschädigung, ließen sich „Opferrenten“ auszahlen usw.
  10. War die DDR ein demokratischer Staat? Ja, eindeutig. Schon die Gründung der DDR, die Enteignung sämtlicher Nazi- und Kriegsverbrecher nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) beruhten auf demokratischen Prinzipien, wie Volksentscheiden. Demokratie herrschte in der DDR auf allen Ebenen vom Betrieb bis zur Volkskammer. (Beispielsweise hatten die Arbeiter im Betrieb das Mitbestimmungsrecht über sozialpolitische Maßnahmen des Betriebes, wie Kinderbetreuung, Betriebsferienlager, Wettbewerbs- und Neuerervereinbarungen).
  11. Warum gab es keine Reisefreiheit in der DDR? Das ist nicht wahr. Es gab unzählige Möglichkeiten, wo die DDR-Bürger ihren Urlaub verbringen konnten. Dazu stellten der Feriendienst der Gewerkschaften, die betrieblichen Erholungseinrichtungen, das Reisebüro der DDR und das Reisebüro der FDJ „Jugendtourist“ sowie die Jugendherbergen ausgesprochen preisgünstige Urlaubsplätze zur Verfügung. Jährlich verbrachten etwa 3,5 Millionen DDR-Bürger ihren Urlaub an der Ostsee. Über „Jugendtourist“ reisten 1988 bspw. 387.874 Jugendliche ins Ausland, darunter in die Sowjetunion (135.357), nach Polen (96.067), auch ins westliche Ausland. Reisen aus der BRD in die DDR hingegen zogen für die betreffenden BRD-Bürger meist unangenehme politische Konsequenzen nach sich. Der freimütige und offene Austausch zwischen Ost und West wurde (sogar im Sport!) von Seiten der BRD-Behörden von Anfang an behindert, boykottiert und verfolgt und endete für manche BRD-Bürger in westdeutschen Gefängnissen.
  12. Wurden die DDR-Bürger „belogen und betrogen“? Nein – das kann man nun wirklich nicht sagen. Es herrschte große Offenheit und den DDR-Bürgern standen alle Möglichkeiten zur Verfügung, um sich zu informieren (bis auf die unter Punkt 4 genannten). Dafür aber standen den Bürgern der DDR in jedem Ort, sogar in Betrieben und Krankenhäusern, umfangreiche Bibliotheken zur Verfügung. Auf die Bildzeitung und andere Boulevard- und Drecksblätter haben wir gerne verzichtet. Darin bestand ein Konsens, der sicher über 90-95 Prozent der Bevölkerung umfaßte. Die Neugier vieler DDR-Bürger ließ alledings die Verkaufszahlen der Westpresse nach dem Anschluß deutlich anschwellen. Dafür wurden (und werden!) immer neue Lügen erfunden, die man den DDR-Bürgern unterjubeln konnte.
  13. Wenn alles so perfekt war, warum wurde dann die DDR beseitigt? (Nein – sie ist nicht „untergegangen“! Und sie ist auch nicht „gescheitert!“) Es war eine schon lange beabsichtigte und geplante, feindliche Übernahme durch die BRD! Und keine „friedliche Revolution“! – Freilich wissen wir: In der DDR war längst nicht alles „so perfekt“. Es gab genügend Probleme, und es gab vor allem in den letzten Jahren immer mehr den Wunsch, zu einer vernünftigen Politik zurückzukehren. Und natürlich hatte die DDR auch innere Feinde. Das Ende der DDR war jedoch keineswegs zwangsläufig. Darüber hat der DDR-Historiker Kurt Gossweiler, und haben auch andere sich bereits mehrfach geäußert. Nein, die DDR war keineswegs „perfekt“, doch bis zum Ende war die DDR ein sozialistischer Staat, in dem die Produktionsmittel sich in den Händen des werktätigen Volkes befanden, und in dem die Arbeiterklasse (und nicht etwa die Partei!) die Macht hatte. Wenn heute jemand von Glück reden kann, dann diejenigen, die die DDR erlebt haben, und nicht etwa diejenigen, die die DDR „überlebt“ haben (wie verleumderisch behauptet wird). Für viele Millionen DDR-Bürger war diese Zeit die beste und glücklichste ihres Lebens!

Alle heutigen gesellschaftlichen Probleme sind zurückzuführen auf eine Gesellschaftsordnung, die ohnehin nicht länger ertragbar ist. Der als „Marktwirtschaft“ verklärte Kapitalismus ist ein anarchisches, menschenverachtendes System, das keine Zukunft hat. Die Zukunft gehört allein dem SOZIALISMUS. 

pdfimage  Was war die DDR ?


Ein sowjetischer Bürger hat hier seine umfangreiche Sammlung von Ansichtskarten hinterlegt, auf denen* zu sehen ist, wie es in der DDR bis 1989 aussah:

https://wowavostok.livejournal.com/3128119.html

*bis auf drei Postkarten aus West-Berlin
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20 Antworten zu Schweigen über die DDR?! – Nein. Niemals!

  1. prkreuznach schreibt:

    Hat dies auf Was war die DDR ? rebloggt und kommentierte:
    Hier ein Beitrag von befreundeten Blog „Sascha´s Welt“

  2. Hausmeister schreibt:

    Die Aussage, daß die sog. Wiedervereinigung ein ständiger, also nicht abgeschlossener Prozess sei (Merkel) ist gelogen. Fakt ist nämlich, das private Unternehmer unterschiedlich entwickelte Länder, also auch das Ost-West-Gefälle brauchen um Profite zu machen. Davon lebt ja der Kapitalismus. Und so werden private Unternehmer ganz bestimmt nicht auf das verzichten was abertausende Pendler zwischen Ost und West für Diesel, Benzin und Autos ausgeben.

    In der DDR musste niemand wegen einer Arbeit seine Heimat verlassen!

  3. Johann Weber schreibt:

    Ich will auf den Punkt „Warum gab es keine Reisefreiheit in der DDR?“ eingehen. War doch nicht der wichtigste Propagandaspruch in der Zeit der Konterrevolution von August 1989 bis heute. z.b. so „die Leute in der DDR wollten die Reisefreiheit“.

    Hier einmal einige Hintergrundinfos, wie es sich mit den Reisen in der DDR wirklich zugetragen hatte. Ich zitierte aus dem Taschenbuch „Westreisen – zum Reiseverkehr von Bürgern der DDR nach NATO-Staaten und Berlin(West)“ von Werner Paulsen, Verlag Wiljo Heinen Berlin 2011. Leider wieder viel zu Lesen. Nur solche Info´s konnte in den letzten Tagen kein Bürger in der BRD wahrnehmen.

    „[..] Im Zuge dieser Spaltungspolitik erfolgte die Beendi­gung der gemeinsamen Kontrolle Berlins durch die vier Mächte. Allerdings blieb, auch nach der letzten gemeinsa­me Sitzung des Alliierten Kontrollrates (der am 20. März 1948 durch die westlichen Besatzungsmächte faktisch auf­gelöst wurde), das Büro für Interzonenreisen weiter tätig. Der sowjetische Vertreter in diesem Büro teilte dann am 11. Juni 1954 den westlichen Beauftragten mit, dass sei­tens der sowjetischen Regierung der DDR die volle Sou­veränität übertragen wurde. Insofern zog sich die sowjeti­sche Vertretung aus dem Büro für lnterzonenreisen zurück, denn die DDR sollte »nach eigenem Ermessen über ihre inneren und äußeren Angelegenheiten einschließlich der Frage der Beziehungen zu Westdeutschland entscheiden.« In diesem Zusammenhang ist auf den völkerrechtlichen Grundsatz hinzuweisen, der bei jeden Staat auch für die Personalhoheit gilt.

    Hierzu betonte der Jurist G. Dahm im Jahre 1958:
    »Da jeder Staat allein über seine Staatsangehörigkeit entscheidet, so ist die von ihm getroffene Regelung auch völkerrechtlich verbindlich. Personen, die ein Staat als sei­ne Angehörigen gelten lässt, müssen daher auch internatio­nale Behörden und Gerichte und ausländische Staaten als solche behandeln.«
    Derartige Grundsätze sollten in der Aufmerksamkeit des Lesers bleiben, wenn nachfolgend auf die Behandlung von DDR-Bürgern durch das »Allied Travel Office« sowie offizieller Stellen der BRD eingegangen wird.

    Die politischen Aktivitäten der westlichen Staaten be­inhalteten die verschiedensten subversiven Handlungen (wie Spionage und wirtschaftliche Störtätigkeit) gegen die DDR. Durch Geheimdienste und andere auch nicht staat­liche Stellen (wie die »Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit«, der »Untersuchungsausschuss freiheitlicher Ju­risten«, die Ostbüros von CDU, SPD und FDP) fanden, vor allem von Westberlin aus, feindliche Handlungen ge­gen die DDR statt. Für diese Zwecke wurden auch die An­träge und Reisedokumente von Bürgern der DDR genutzt. Dabei tauschten das »Allied Travel Office« und die Grenz­kontrolle der BRD Informationen aus.

    Vor allem Reisende von wichtigen Betrieben und wirt­schaftsleitenden Einrichtungen der DDR wurden durch die imperialistischen Geheimdienste ausspioniert. Be­kanntlich waren für die DDR die spezifischen Wirtschafts­beziehungen zur Bundesrepublik von besonderem Interes­se. Das führte zu geheimdienstlichen »Anbahnungen« in beträchtlichem Umfang. Mit den gewonnen Informatio­nen sollten Lieferungen in die DDR blockiert bzw. gestört werden. Dies geschah durch die Existenz und die Geneh­migungspraxis des »Allied Travel Office« in massiver Wei­se. Deshalb legte die DDR auf die Staatsverbundenheit und Verlässlichkeit ihrer Reisekader besonderen Wert. Staatliche Genehmigungen für Reisen aus familiären Gründen wurden zunächst für Rentner, nach der Aufnah­me der DDR in die UNO auch für Bürger im arbeitsfähi­gen Alter gestattet. [..]“

    Wer verbarg sich hinter dieser Organisation »Allied Travel Office«?
    Hier gibt das „Neues Deutschland“ vom 27.8.1960 die Antwort. Beachte, diese Schikanen ereigneten sich noch vor dem Bau der Berliner Mauer:

    „Schluß mit dem kalten Paßkrieg gegen DDR-Gelehrte!
    Bonner Hallstein-Doktrin behindert wissenschaftliche Kontakte

    „[..] Künstlich und mutwillig werden Reisebeschränkungen erfunden und verhängt. Unwürdige Wartezeiten und Befragungen bei Konsulaten verschiedener NATO-Länder sollen offenkundig den Kontakt der Wissenschaftler erschweren und unterbinden, da in vielen Fällen mit diesen Aktionen ein rechtzeitiger Reiseantritt verhindert wird. Unter dem Druck des Bonner Auswärtigen Amtes und in Anwendung der berüchtigten Hallstein-Doktrin fühlt sich eine Gruppe westlicher Länder bemüßigt, die Pässe der Deutschen Demokratischen Republik nicht anzuerkennen. So maßen sich zeitweilig in Westberlin stationierte provisorische westalliierte Militärorgane an, für Staatsbürger der DDR, die in eine bestimmte Gruppe westlicher Länder zu reisen beabsichtigen, besondere „Pässe“ auszustellen. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Alliierte Reisebüro (Allied Travel Office), ein Überbleibsel des früheren und inzwischen historisch überlebten Alliierten Kontrollrates in Deutschland.

    Diese Einrichtung hat offenkundig die Aufgabe, sich völkerrechtswidrig in die Angelegenheiten souveräner Staaten einzuschalten, indem sie den Reiseverkehr von Staatsbürgern der Deutschen Demokratischen Republik in bestimmte Länder unter ihre Kontrolle und ihren Einfluß zu bringen sucht. In letzter Zeit werden mit der Ausstellung der sogenannten befristeten Reisedokumente (Temporary Travel Documents) vermehrt und verschärft diskriminierende Bedingungen verknüpft oder wird sogar die Ausstellung verweigert.[..]“

    • sascha313 schreibt:

      Danke! Es ist gut, daß mit diesem Text so ausführlich geschildert wird, auf welche Art und Weise sich diese Diskriminierung der DDR abspielte. Von den bundesdeutschen Behörden sind wir ja auch heute schon einiges gewohnt. Aber was sich da ereignete an provozierenden Frechheiten und westalliiertem Ganoventum, erklärt eigentlich nur, welchem abgrundtiefen Haß die DDR stets ausgesetzt war.

  4. Montag
    7.Oktober 2019
    FEIERTAG der Gründung der DDR!!!

    „Leider“ hat die DDR
    sich nicht mit der VR
    China verbündet!

    … und weiter auf den
    abgehalfterten Gaul
    UdSSR gesetzt!

    • Thom schreibt:

      Das ist so nicht ganz richtig, die DDR hatte eine relativ enge Beziehung zu China, dies wurde in der UdSSR nicht gern gesehen. Auch hat die DDR zwischen 1970 und 1975 ähnliche Konzepte wie China aufgelegt, das nannte sich Gestattungsproduktion. Eine offene politische Annäherung an China konnte sich die DDR allerdings nicht leisten, dafür war der Einfluss Moskaus zu groß.

      • sascha313 schreibt:

        In der DDR war 1971 das in der UdSSR erschienene China-feindliche Buch von M.S. Kapitza „China – Zwei Jahrzehnte, zwei Linien“ gedruckt und verbreitet worden, in dem der chinesischen Regierung ein „Flirt mit den imperialistischen Staaten“ vorgeworfen wird – also genau das, was seit Chruschtschow die tatsächliche, konterrevolutionäre Praxis der revisionistischen Moskauer Führungsspitze war. Das blieb nicht ohne Einfluß auf die DDR.

      • „Das ist so nicht ganz richtig“, kann mich verärgern, weil es nichts als eine dressierte Meinungsäußerung ist.

        Es ist vollkommen richtig, was ich schrieb: Die DDR war mit China nicht verbündet.

        „Eine offene politische Annäherung an China konnte sich die DDR allerdings nicht leisten, dafür war der Einfluss Moskaus zu groß.“ Damit ist ausgesagt, daß die DDR kein souveräner Staat war, womit ganz – unwissend (?) – exakt der Linie gefolgt wird, die vom Westen vorgegeben wurde: Die Nichtanerkennung der DDR und der Regierung der DDR.

  5. Johann Weber schreibt:

    Dank für den Hinweis auf den Gründungstag 7.10.1949 der DDR. Wir werden sehen, welche Hasstiraden unsere Politiker und System-Medien über diesen Gründungstags lostreten werden.
    Sogar diese sogenannten „alternativen Medien“ werden über ein Schweigen nicht hinaus kommen, um ja nicht, über den für die Menschen in der DDR so wichtigen Gründungstag, berichten zu müssen.

    Bereits am 6.10.1949, gab die Alt-BRD-Staatswochenzeitung „Die Zeit“ folgenden menschenverachtenden Kommentar ab:
    Moskaus Bastard-Regierung
    6. Oktober 1949
    „[..] Bisher, solange die Behörden der Sowjetzone sich selbst als von der Besatzungsmacht ernannte zentrale Verwaltungsstellen bezeichneten, konnten von den westdeutschen Regierungen mit ihnen Verhandlungen geführt und gewisse Verabredungen getroffen werden. Sobald es aber diesen Sowjetverwaltungen einfällt, sich Deutsche Regierung zu nennen, dann besteht für alle westdeutschen Stellen die Pflicht, die Legitimität dieser Regierung nachzuprüfen. Ist sie nicht aus freien Wahlen hervorgegangen, kann sie unmöglich anerkannt werden. Damit aber stellt sich von selbst die Frage, mit welcher Instanz der Sowjetzone wir dann noch verhandeln und Verträge abschließen können. Mit den kommunistischen Diktatoren doch wohl keinesfalls, denn das hieße ja, sie anerkennen. Daß dies aber niemals geschehen darf, soviel sollten wir aus der Hitler-Zeit gelernt haben. Im Gegenteil, solange in der Sowjetzone nicht freie Wahlen durchgeführt werden, hat jede deutsche Regierung im Westen die: Pflicht, alles, zu tun, um die kommunistischen Usurpatoren von Karlshorsts Gnaden zu stürzen.“

    Ich frage mich, hat sich seitdem dieser „Geist“ des „Die Zeit“-Schreiberlings etwas geändert?

    • sascha313 schreibt:

      Angesichts dieser kruden, haßverzerrten und irrsinnigen Reaktionen auf alles was aus der DDR kam, muß man am Verstand dieser Leute zweifeln. Allerdings ist davor zu warnen, solche unsinnigen Tiraden nicht ernst zu nehmen, das sind Idioten, die zu allem fähig sind…

      • olivia2010kroth schreibt:

        Sascha:
        „Flirt mit den imperialistischen Staaten“ (…) – also genau das, was seit Chruschtschow die tatsächliche, konterrevolutionäre Praxis der revisionistischen Moskauer Führungsspitze war.

        jauhuchanam:
        … und weiter auf den
        abgehalfterten Gaul
        UdSSR gesetzt!

        Deshalb war wohl der „Gaul abgehalftert“, weil Stalin ermordet wurde und in seiner Nachfolge Falsche Fuffziger, Nieten und Tröten in der UdSSR an die Macht kamen. Trotzdem tut mir dieser negative Ausdruck „abgehalfterter Gaul“ weh in der Seele.

        Vielleicht sollte man die UdSSR und die Volksrepublik China nicht so auseinander dividieren und gegeneinander ausspielen? Beide waren kommunistische Staaten und sollten zusammenhalten. Das hat Präsident Putin begriffen und fördert die Bindung zu China, obwohl er kein Kommunist ist. Aber er macht es richtig.

      • sascha313 schreibt:

        Naja, man muß das schon auseinanderhalten. Als die Chruschtschowisten 1956 drei Jahre nach der Ermordung Stalins nun auch ihre schmutzigen Finger nach der Staatsmacht ausstreckten, war es die chinesiche Parteiführung, die in aller Schärfe mit Chruschtschow abrechnete, auch Enver Hoxha hat sich sehr scharf über den Verrat dieser antikommunistischen Banditen geäußert. Was allerdings Chruschtschow nicht daran hinderte, seinen Kurs (den „Flirt mit den imperialistischen Staaten“) fortzusetzen.

        Die Verlogenheit bestand eben auch gerade darin, sich auf Lenin zu berufen. Das gefälschte „Testament“ bot die Grundlage, Stalin zu verleumden. Siehe: Bill Bland über Stalin.

        Freilich war die UdSSR kein „abgehalfterter Gaul“, doch der Streit verschärfte sich noch, als Chruschtschow diesen Verbrecher Titow sozusagen „rehabilitierte“. Das blieb nicht unentdeckt. Kurt Gossweiler hat das sehr ausführlich dokumentiert und kommentiert.

        Die heutige Zeit ist eine andere. Der Kapitalismus hat sich sowohl in China als auch in Rußland durchgesetzt. Während die NÖP zu Lenins Zeiten der sozialistischen Entwicklung dienlich war, ist heute ein „kontrolierter Kapitalismus“ nur schwer möglich. Auch wenn die Sache sowohl in China als auch in Rußland noch lange nicht entscheiden ist…

        Die kluge Politik Putins (Lawrows, Sacharowas…) in Bezug auf Europa, auf Syrien, Venezuela und China kann man nur loben! (Auch seine letzten Äußerungen zu „Greta“ sind bemerkenswert! Oder auch zuvor sein Kommentar über den „Liberalismus“). Das ist ein deutlicher Fortschritt in der internationalen Politik!

    • Nein, auf „westlicher“ Seite hat sich daran gar nichts geändert.
      Was sich seit 1973 geändert hat, ist, daß die DDR mehr und mehr den Halunken aus der BRD Vertrauen schenkte, bis diese der DDR den Garaus machen konnte.

  6. Eleonore Kraus schreibt:

    Im hier veröffentlichten Artikel: Nennen sie China nicht „sozialistisch“ den L. Pribytkowa im Jahr 2010 geschrieben hat. schreibt sie folgendes, was ich sehr gerne wiederhole und dem ich zustimme:
    Woher kommt der Reichtum ?
    Genauer kann man es nicht sagen: Eine Kombination aus Kapitalismus, Feudalismus und Sklaverei.
    Ein Chinese schenkt seiner Geliebten einen Blumenstrauß aus 99.999 Rosen für 12 000 Dollar, darüber haben alle chinesischen Zeitungen geschrieben, doch Dutzende Millionen von Menschen ziehen durch das Land um eine Arbeit zu finden und um nicht zu verhungern….. die Jugend arbeitet dort bis zu sechzehn Stunden am Tag ohne jeden sozialen Schutz und ohne bezahlten Urlaub…
    In der Provinz Guangdong arbeiten 2.000 Frauen in einer Fabrik für die Herstellung von Computertastaturen. Sie leben in einem Wohnheim nahe der Fabrik zu 20 Personen in einem kleinen Zimmer, und sie arbeiten bis zu 12 Stunden 7 Tage in der Woche, mit einer 15 minütigen Pause am Tag und zwei Ausgehtagen im Monat. Das Verlassen der Fabrik ist ohne eine spezielle Genehmigung unmöglich.
    Und weiter:
    Das höchste Niveau an Ausbeutung, Gesetzeslosigkeit, Verbot der Tätigkeit in Gerwerkschaftsorganisationen und der Unmöglichkeit, elementare Rechte zu verteidigen, aber mit den günstigen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen für die Klasse der Bourgeoisie, die anders nicht existieren kann, als die Arbeitskraft der Lohnarbeiter auszubeuten.
    Wer kann sich für ein solches „Wirtschaftswunder“ im „sozialistischen“ China begeistern und der KP ein Loblied singen, wo deren Führung nun schon seit dreißig Jahren unter dem Banner eine schleichende Revolution begehen ?
    Nur die Feinde des werktätigen Volkes – welche Sprache sie auch immer sprechen, ob chinesisch, russisch oder englisch!
    Die KP China hat viel für die Vernichtung des Sozialismus getan und ist schon lange nicht mehr kommunistisch.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Eleonore! Solange es keine echte kommunistische Partei gibt, wird auch der Weg zum Sozialismus blockiert bleiben. Auch wenn man heute über neue Möglichkeiten nachdenken muß, daran führt kein Weg vorbei.

    • Kann aus einzelnen Ungerechtigkeiten, die in China auch geschehen, auf den Zustand der Demokratie und des Sozialismus in China geschlossen werden? Ich halte dies – um mich vorsichtig auszudrücken – für eine Anmaßung. Was wissen wir denn über China oder die KP Chinas? Ist es nicht so, daß wir dieses „Wissen“ aus den Propaganda-Medien haben, die ausschließlich negativ über China berichten? Diese Medien reden die gleiche Sprache, die sie bereits gegen die DDR, den sozialistischen „Ostblock“ und die UdSSR verwendet haben: Kommunistische Diktatur, Menschenrechtsverletzung …

      • Eleonore Kraus schreibt:

        Ganz sicherlich halte ich die von mir hochgeschätzte L. Pribytkowa nicht nur für äußerst glaubwürdig, sondern für eine Frau mit außerordentlichen entwickelten fachlichen, als auch menschlichen Fähigkeiten.
        Frau Pribytkowa kommt aus Rußland.
        Das aber bitte sollte veröffentlicht werden, der Richtigstellung wegen.

  7. Eleonore Kraus schreibt:

    Was war ich aufgeregt, als ich gegen Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts als DKP Mitglied Teilnehmerin einer Delegation in die DDR eingeladen wurde. Gespannt wie ein Fltzebogen, voll mit Fragen die dringend Antworten brauchten. Als Arbeiterkind, Tochter eines Kommunisten, die über den zweiten Bildungsweg sich den Weg mit Hilfe meiner Genossen an eine Universität erkämpft hat war es eine große Ehre mitfahren zu dürfen.
    Wissenschaftler, Studenten, Mitarbeiter der Universität; die meisten ohne DKP Mitgliedschaft.
    zeigten reges Interesse für die Reise in den ersten sozialistischen Staat und das auf deutschem Boden. Das gemeinsame Interesse der Delegation bestand darin, dass wir soviel als irgendwie möglich über Geistes- und Erziehungswissenschaften erfahren wollten. Die damals Jüngeren hatten sich für die Studien der Pädagogik, der Psychologie und der Philosophie entschieden.
    Wie herzlich wurden wir in der DDR (Güstrow) aufgenommen. Die Partei hatte im Vorfeld all unsere Fragen gebündelt und unseren Gastgebern zukommen lassen. Von besonderem Interesse waren die Kinderkrippen, die Schulbildung, die Fachliteratur und überhaupt. Wie ist der Alltag in der DDR gewesen ?
    Vier Tage, die straff durchorganisiert waren. Kinderkrippen, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser, Treffen mit Lehrern, Wissenschaftlern und Genossen haben uns auf zack gehalten. Egal wo wir zu Besuch kamen, jede Frage wurde geduldig beantwortet und wenn sie noch so schwierig gewesen ist. Die Genossen dort waren hervorragend vorbereitet, selbst ein langer Spaziergang wurde ermöglicht. (Mecklenburger Seenplatte)
    Was mich heute noch berührt, wenn ich daran denke, dass waren die langen, gemütlichen Abende, die mit Singen (rote Lieder) Gesprächen, kulinarischen Genüssen bis spät in die Nacht andauerten und von mir aus hätte die Nacht vierundzwanzig Stunden haben können. Ach, den hätte ich fast vergessen zu erwähnen: Wodka wurde gerne genommen.
    Es waren interessante, spannende, lehrreiche und freundschaftliche Tage, die mit Fachliteratur, mit Biografien, mit Marx und Engels unterm Arm wir verabschiedet wurden. Das Studium der Pädagogik/Psychologie ist in allererster Linie mit DDR Fachliteratur studiert worden. Mein besonderes Interesse galt den sowjetischen Psychologen und Pädagogen, u.a. (Leontjew, Vygotsky, Rubinstein ) und W. Jantzen, ein Wissenschaftler der Universität Bremen, der sich auf diese Wissenschaftler, neben Marx und Engels weitreichend stützte.Sicherlich eine Ausnahme in der alten BRD, jedoch möglich gewesen, da wir es mit Lehrenden zu tun bekamen, die der materialistischen Weltanschauung meist folgten.
    Und das war nicht die letze Reise in die DDR.
    Beim Schreiben überkommt mich etwas Wehmut……,doch der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte, dessen bin ich sicher und der Beweis wurde bereits mit der Oktoberrevolution 1917 und der mutigen, „kleinen“ DDR angetreten.

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