Dieses Buch aus dem Ravensburger Verlag steht ganz unter dem Zeichen infamer Lügen und Verleumdungen: Es gab in der DDR weder Äpfel noch funktionierende Fritteusen, aber Kriegsvorbereitungen…
Von Lore Nareyek
»Buch des Monats« der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ist in diesem Oktober ein düsteres Comic aus dem Verlag Ravensburger: »Mit dem Ballon in die Freiheit«. Eine waghalsige Flucht aus der DDR, die vor einem Jahr als Thriller von Michael »Bully« Herbig Kinozuschauer das Fürchten lehrte, wird da noch einmal für Sechsjährige aufbereitet (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch: Jakob Hein). Aber auch die pseudorealistischen Comicbilder von einer Diktatur, in der bis an die Zähne bewaffnete Soldaten mit aggressiven Schäferhunden neben Schulkindern patrouillieren, sind nichts für schwache Nerven. Wer möchte aus so einer Hölle nicht mit einem bunten Ballon in die Freiheit nach Bayern fliegen?
Das Bändchen ist reich an Pointen, von denen hier eine kleine Auswahl wiedergegeben werden soll.
– Josef Stalin versprach 1945 »blühende Landschaften« (war das nicht später Helmut Kohl?).
– Bald nach dem Krieg herrschte im Osten Deutschlands nur noch Angst. 1989 wurde dann gar ein Krieg vorbereitet, was ein mutiges Mädchen fassungslos machte: »Daß die Regierung uns enteignet, liegt in der Natur des Sozialismus. Daß sie uns von hinten bis vorne anlügt, vielleicht auch. Aber ein neuer Krieg?«
– Während die Kinder der DDR vom Frieden sangen, wurde heimlich eine Superkriegsmaschine gebaut (weil: »Krieg geht immer.«). Zu diesem Zweck wurden aus allen Haushalten unbemerkt Metallgegenstände gestohlen, von Badewannen bis zu Fahrrädern.
– Die DDR war 1989 bankrott. Rettung sollte eine Maschine bringen, die Braunkohle zu Diamanten preßte.
– Wer in der DDR Fragen stellte, kam in den Stasiknast in Hohenschönhausen und wurde gefoltert (Lieblingsszene von Flix, wie er der Deutschen Welle sagte). Wer fliehen wollte, wurde in aller Regel erschossen. Auch lustige Affen, die den Rot-Front-Gruß beherrschten, sollten liquidiert werden. Manchmal konnten sie mit der Hilfe eines mutigen Mädchens aus dem Zoo entkommen.
– Statt selbst zu forschen, setzte die DDR auf Wissenschaftsklau, entführte und folterte etwa den belgischen Professor von Rummelsburg.
– Das Essen in der DDR war ein Horror, auch in Hotels gab es nur Kartoffelmatsch mit Öl, da die Fritteusen nie funktionierten. Bananen oder Äpfel gab es nirgends.
– Westberlin war sonnengelb, Ostberlin grau-grün. Bunt war es dort nur im Garten eines mutigen Mädchens, in dem gerettete Affen herum tobten. In einem ähnlich hübschen Kontrast standen Phrasen wie »Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf« und schnöde Mangelwirtschaft.
Quelle: junge Welt vom 26.10.2019
Worin besteht die Lüge?
Die Lüge besteht darin, das das Leben in der Deutschen Demokratischen Republik so nicht war! Es wurde illustriert und verfilmt von Autoren, die niemals in der DDR gelebt haben, die das Leben in der DDR nicht kannten und die allein die (übrigens: mit unseren Steuergeldern reichlich entlohnte!) Absicht verfolgten, unser sozialistisches Vaterland in den schwärzesten Farben darzustellen, nicht anders als das die Nazis 1942 mit ihrer berüchtigten Ausstellung „Das Sowjetparadies“ taten. Auch wenn im Film Requisiten, Autos und Gebäude gezeigt werden, die es in der DDR gab, so sind doch die Personen und deren Sprechweisen wider besseres Wissen verfälscht und auf übelste Weise bösartig verzerrt.
Warum „wider besseres Wissen“? Die Tatsachen belegen, daß die DDR ein Friedensstaat war, in dem die Menschen in Freiheit und Glück aufwachsen konnten, in dem es keine Arbeitslosigkeit und Ausbeutung gab, aber ein hervorragendes Bildungssystem und soziale Sicherheit und Geborgenheit, die weltweit ihresgleichen suchte. Warum wird die DDR heute (nach über 30 Jahren!) immer noch verleumdet? Es war 1989 der Auftrag der westdeutschen Eroberer, nach der Annexion der DDR und der Plünderung des Volkseigentums nicht nur die gesamte Industrie plattzumachen, die Bevölkerung aus ihrer Heimat zu vertreiben, ganze Neubau-Wohngebiete abzureißen, sondern auch das Vorbild DDR mit allen propagandistischen Mittel (ganz im Stile der faschistischen NSDAP!) für alle Zeit zu delegitimieren und aus dem Bewußtsein der Bevölkerung zu löschen.
Und warum bezieht die „junge Welt“ dazu nicht eindeutig Stellung???
Liebe Genossinnen & Genossen,
laßt Euch das mal auf der Zunge zergehen….
Im Grunde läuft die EU-Resolution vom 19.9.2019 natürlich in praxi längst auf vollen Touren und allen Kanälen: Die Hirngewaschenen von heute sind unsere massiven Gegner von morgen! Man steht fassungslos und erzürnt vor so einem Lügendreck – infam und im Grunde verbrecherisch… Und dieses ganze Gesockse gibt sich dafür her – ein Mist-Haufen widerwärtigster faschistoider Mitläufer, innerlich vergammelt – das ist die heutige „Kultur“(-Abschaffungs-)Szene: Morast… Dagegen war die Nazi-Propagandaschau „Das Sowjetparadies“, eine von der Reichspropagandaleitung der NSDAP vom 8. Mai 1942 bis 21. Juni 1942 im Berliner Lustgarten gezeigte Propagandaausstellung, eine glatte Stümperei…
(Bemerkenswert: „eine Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch.“ – sic!)
Der Preis des Lügenbuches beträgt: 20 Euro!
Was Johann seit Jahr und Tag in unvergleichlicher Weise mit einer Unbestechlichkeit, die mich immer wieder tief beeindruckt auf den Tisch des Hauses legt und Sascha natürlich auch.
Es kann und wird keinen gesellschaftlichen Bereich im Geschäftsmodell: Vernichtung und fortwährende Diskriminierung und Verleugnung der DDR geben der ausgeklammert ist. Das zeigt sich hier ganz eindeutig. Ich hab’s gelesen in der Juwe – und was fehlt ist eine klare Positionierung. Dazu kann es keine Alternative geben. Nur Beschreiben und offen lassen ist heutzutage üblich, jedoch nicht nachahmenswert, weil keine Substanz. Wie ein Wackelpudding und jeder kann denken, was ihm seine momentane Befindlichkeit ins Hirn säuselt.
Irgendwie kann man tatsächlich eine falsche Einordnung vornehmen, und das sagt etwas über die Veröffentlichung aus. Nun erwarte ich von der Juwe nicht, dass sie eindeutig ist, aber reflektiert sollte es dann doch sein, was sie dem Lesenden vor die Nase setzen.
Moin Sascha,
Ich finde, dass der Artikel von der jW nicht weiter kommentiert werden brauchte. Er ist sogar gut geeignet in Auseinandersetzungen über die DDR mit Gegnern, man kann an Hand solches Drecks ihre Verlogenheit und Demagogie aufzuzeigen. Also, das Gewehr umdrehen.
Rot Front
Eleonore Kraus, Dein Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf.
Als Ergänzung möchte ich noch auf einen ungeheuren Vorgang hinweisen, der sich vor einigen Tagen im Bundestag zugetragen hat. Auf Tagesschau.de ist zu lesen:
„Politisch Verfolgte SED-Opfer erhalten mehr Entschädigung
– Der Bundestag hat beschlossen, die einkommensunabhängigen Ausgleichszahlungen für eine rechtsstaatswidrige Inhaftierung in der DDR von 214 auf 240 Euro monatlich zu erhöhen.
– Die sogenannten SED-Opferrenten steigen um 30 Euro, also auf 330 Euro im Monat. Sie werden allerdings nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze gezahlt.
– Die Fristen werden deshalb aufgehoben.
– Das Gesetz verfolgt zudem das Ziel, die Rehabilitierung von zu DDR-Zeiten in Heimen untergebrachten Kindern und Jugendlichen zu vereinfachen.
– Ausgleichsleistungen gibt es künftig auch für politisch verfolgte Schülerinnen und Schüler, die Nachteile in Ausbildung und Beruf hatten. Außerdem sollen Opfer staatlicher Zersetzungsmaßnahmen rehabilitiert und ihr Leid mit einer einmaligen Ausgleichszahlung von 1500 Euro anerkannt werden.“
Wurden in den letzten 30 Jahren 4 – 6 Milliarden Euros an Steuergelder an die
DDR-Aufarbeiter ausgeschüttet, so sorgen diese im Bundestag beschlossen „Maßnahmen“ dafür, dass die Steuergelder in den weiteren 30 Jahren für die DDR-Aufarbeiter gesichert sind.
So richtig verdeutlicht folgender Beschluss, wie dies vollzogen wird. Man beschließt einfach
„- Zugleich wird die Voraussetzung für eine solche Rente von mindestens 180 Tagen Haft auf 90 Tage Haft gesenkt.“
und somit haben die Parteien den zahlenmäßigen Kreis erweitert.
Ich frage mich, sollen die Steuerzahler nochmals 4-6 Milliarden Euro Steuergelder für diese Politiker beim Fenster hinauswerfen, nur damit die Politiker weiter ihre DDR-Hetze weiterführen können und deren Erfüllungsgehilfen schöne Nebeneinnahmen erzielen können?
Weiter frage ich mich, wo ist der Bundesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler?
Mein Vorschlag wäre folgender. Diese DDR-Hetze, ist gleich Antikommunismus-Hetze, dient ausschließlich den im Bundestag vertretenden Parteien. Deshalb schlage ich vor, Stopp der Steuergelder. Sollen die Parteien diese DDR-Aufarbeiter aus der Partei-Kasse finanzieren. Schließlich brauchen Sie diese Ergebnisse zur politischen Hetze gegen alles was nach Links riecht. Also, wem nutzt es, der zahlt.
Folgendes darf nie vergessen werden. In der Alt-BRD wurde gegen über 500.000 Menschen Ermittlungsverfahren aus politischen Gründen eingeleitet und durchgeführt. Tausende landeten in Gefängnissen. Dieses Unrecht schreit auch nach Aufarbeitung. Um dies zu verdeutlichen hier ein Auszug aus einem Artikel des ehemaligen Bundespräsidenten Dr.Heinemann und des NRW Justiz- und Finanzministers Dr. Posser.
Dieser Artikel erschien in der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ am 31.1.1959:
„Auf dem Wege zum „Volksgerichtshof*
Kritischer Beitrag Dr. Dr. Heinemanns und Dr. Possers zum politischen Strafrecht im Westzonenstaat (Anmerk: Alt-BRD)
In der neuesten Nummer der in Westdeutschland erscheinenden Neuen Juristischen Wochenschrift nehmen die Rechtsanwälte Dr. Dr. Heinemann, Abgeordneter des Bundestages, und Dr. Posser in einem bemerkenswert kritischen Beitrag zum politischen Strafrecht im Westzonenstaat Stellung. [..]
…. Nebenstrafen bei politischer Verurteilung
Behinderungen im Beruf, Verlust des Arbeitsplatzes, Nichtzulassung zu Examina, Entzug des Reisepasses und ähnliche Maßnahmen sind weitere gebräuchliche „Nebenstrafen“ im Falle einer politischen Verurteilung. Selbst eine für im Dritten Reich erlittene Verfolgung und Schäden an Gesundheit und Vermögen gewährte Wiedergutmachungsrente wird nicht allein für die Zukunft gestrichen, sondern es wird darüber hinaus auch die Rückzahlung der bisher erhaltenen Entschädigungsleistungen gefordert. Auch hier weisen Heinemann und Posser die Verfassungswidrigkeit einer solchen Justizpraxis und der zu ihrer Unterstützung herangezogenen Gesetzesvorschriften nach.“
„Wir würden es für einen großen Fehler halten, wenn irgendein Arbeiter eine legale Zeitung, unter welchen Verhältnissen sie auch erscheinen, welche
Richtung sie auch vertreten möge, als Vertreterin seiner Interessen, der Interessen des Arbeiters, betrachten wollte…..“
Stalinwerke, Band 1
(Ergänzung zur Quellenangabe: J. Stalin „Geleitwort der Redaktion“, Werke, Dietz Verlag Berlin 1950, Bd.1, S.5. – Admin.)
Danke, lieber tommmm, für das interessante Zitat! Und Stalin fügte noch hinzu: „Eine ganze Meute von Bürokraten, Zensoren genannt, sind diesen Zeitungen übergeordnet, und sie verfolgen sie aufmerksam, arbeiten mit Schere und roter Tinte, wenn auch nur durch eine Ritze ein Strahl der Wahrheit durchbricht. … Unter solchen Verhältnissen kann eine Zeitung natürlich nicht so gestaltet werden, wie es sich gehört, und der Arbeiter würde in ihr vergeblich, und sei es auch nur zwischen den Zeilen, nach Informationen über seine Sache und ihrer richtigen Einschätzung suchen.“ (ebd.)