Die Westmächte brachen das Potsdamer Abkommen, um Westdeutsch­land in eine Kriegsbasis gegen die sozialistischen Staaten verwandeln zu können

58052.JPGUm das feindselige Verhalten der BRD-Regierung (auch heute noch!) gegenüber der DDR verstehen zu können, muß man zurück in die Geschichte gehen. Daraus erklärt sich vieles. Im Weißbuch über die aggressive Politik der Regierung der deutschen Bundesrepublik ist nachzulеsen, wie es dazu kam…

Bekanntlich schuf das Potsdamer Abkommen, das am 2. August 1945 von den Regierungschefs der UdSSR, der USA und Großbritanniens unter­zeichnet wurde und dem sich später Frankreich anschloß, die Grundlage für die Schaffung eines einheitlichen, friedliebenden und demokratischen deutschen Staates. Der Hauptsinn dieses Abkommens bestand darin, den deutschen Milita­rismus und Nazismus mit der Wurzel auszurotten und alle Maßnahmen zu treffen, „damit Deutschland niemals mehr seine Nachbarn oder die Erhaltung des Friedens in der ganzen Welt bedrohen kann“.

Kampf um die wirtschaftliche Einheit Deutschlands

Dem deut­schen Volk wurde die Möglichkeit gegeben, „sein Leben auf einer demo­kratischen und friedliebenden Grundlage von neuem wiederaufzubauen“. Das Potsdamer Abkommen war eine deutliche Absage an alle imperiali­stischen Spaltungs- und Zerstückelungspläne. Es beruhte ausdrücklich auf der politischen und wirtschaftlichen Einheit ganz Deutschlands. Das Potsdamer Abkommen sprach die Hauptverantwortung für die Umgestal­tung Deutschlands zu einem wahrhaft friedliebenden und demokratischen deutschen Staat dem deutschen Volke selbst zu.

Die Mächte erklärten im Potsdamer Dokument:
„Wenn die eigenen Anstrengungen des deutschen Volkes unablässig auf die Erreichung dieses Zieles gerichtet sein werden, wird es ihm möglich sein, zu gegebener Zeit seinen Platz unter den freien und friedliebenden Völkern der Welt einzunehmen.“

Für eine antifaschistisch-demokratische Umgestaltung

In ganz Deutschland waren die friedliebenden Kräfte des deutschen Volkes bestrebt, im Sinne von Potsdam eine friedliche und demokratische Umgestaltung herbeizuführen. Dieser Weg konnte jedoch nur im Osten Deutschlands von den antifaschistisch-demokratischen Kräften unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei konsequent beschritten werden, weil hier die sowjetische Besatzungsmacht im Einklang mit den Prinzipien des Potsdamer Abkommens handelte.

Der destruktive Einfluß der Westmächte

Der völlig entgegengesetzte Weg wurde im Westen Deutschlands be­schritten. Die Unterschriften unter dem Potsdamer Abkommen waren noch nicht trocken, als die Regierungskreise der Westmächte im Bunde mit den imperialistischen und militaristischen deutschen Kräften Kurs auf die Zerreißung Deutschlands nahmen und die Grundlagen fiir die Errichtung eines westdeutschen Separatstaates schufen.

Bildung des westdeutschen Separatstaates

Da es den Westmächten nicht gelang, ganz Deutschland ihrer Herrschaft zu unterwerfen, beschlossen sie, im Westen Deutschlands einen Separat­staat zu bilden, um die imperialistische und militaristische Herrschaft wenigstens in diesem Teile Deutschlands zu retten. Sie strebten danach, durch militärische, ökonomische und politische Abmachungen diesen Teil Westdeutschlands unlösbar an das Militärpaktsystem des Westens an­zuschließen.

Welche Ziele verfolgten die Westmächte?

Dem westdeutschen Separatstaat waren dabei vor allem zwei Aufgaben zugedacht: die imperialistische Herrschaft über Westeuropa zu sichern und das Sprungbrett und den Stoßkeil für eine neue Aggression gegen die Länder des Sozialismus abzugeben. Darin bestand die Grundkonzep­tion, die der Politik der Spaltung Deutschlands zugrunde lag. Das wird durch zahlreiche Äußerungen westlicher Politiker und Zeitungen vollauf bestätigt.

Im Dezemberheft 1945 der „Agence France Press“ hieß es:
„Das zu lösende Problem besteht in der Verteidigung gegen einen Feind aus dem Osten … Es wird daher gut sein, eine westalliierte Militärkommission zu schaffen, die aus den Stabschefs der Verbünde­ten besteht. Später, nach der Reorganisierung Westdeutschlands, kann auch dieses in das System aufgenommen werden.“
Am 20. Dezember 1947 schrieb die „New York Herald Tribune“:
„Die Aufteilung Deutschlands wird den Vereinigten Staaten freie Hand geben, Westdeutschland in ein System der Weststaaten einzu­bauen.“
Der amerikanische Senator Elmer Thomas erklärte im November 1949:
„Deutschland war eine große Militärmacht. Die Deutschen sind große Kämpfer. Wenn die Vereinigten Staaten wieder in einem Krieg stehen, haben wir Kämpfer nötig. In diesem Krieg wollen wit Deutschland an unserer Seite haben.“
(„New York Times“, 27. November 1949)

Was waren die aggressiven Ziele der USA in Europa?

Im Jahre 1952 berichtete der damalige NATO-Ober-kommandierende, Eisenhower, der amerikanischen Regierung:
„Als dem geographischen Zentrum Europas kommt Westdeutschland eine große strategische Bedeutung für den Kontinent zu. Mit West­deutschland auf unserer Seite werden die NATO-Streitkräfte in Mitteleuropa eine feste und durchgehende Front von der Ostsee bis zu den Alpen bilden.“
(Jahresbericht Eisenhowers, ,,Wir können es schaffen“, Frank­furt/Main, 2. April 1952)


Warum wurde die Demokratie in Westdeutschland verhindert?

Im Interesse ihrer aggressiven Pläne verhinderten die Westmächte die Demokratisierung Westdeutschlands und unterstützten das Wieder­erstehen des deutschen Imperialismus. Das Potsdamer Abkommen blieb im Westen Deutschlands unerfüllt. Unter dem Druck der demokratischen Kräfte verschwanden zwar die aktivsten Nazis, Militaristen und Rüstungskapitäne fur einige Zeit in der Versen­kung, sie blieben aber nahezu unbehelligt und bereiteten sich auf die Wiederbesetzung der führenden Positionen im geplanten westdeutschen Separatstaat vor.

Warum blieb der Faschismus im Westen unangetastet?

Die großen Monopole und Truste sowie das Junkertum, die ökonomischen Grundlagen des deutschen Imperialismus, wurden ebenso wie Militarismus und Faschismus faktisch nicht angetastet. Die unter dem Volksdruck ge­faßten Beschlüsse über die Durchführung einer Bodenreform blieben auf dem Papier. Die Sozialisierung der Grundstoffindustrien wurde von den Militärbehörden verboten.

So sprach sich z.B. Ende Dezember 1946 die Bevölkerung Hessens in einer Abstimmung für die Annahme des Artikels 41 der Länderverfas­sung aus, worin bestimmt wurde, daß der Bergbau, die Betriebe der Eisen- und Stahlerzeugung, die Betriebe der Energiewirtschaft und das an Schienen und Oberleitung gebundene Verkehrswesen in Gemeineigen­tum überführt und die Großbanken und Versicherungsunternehmen vom Staat beaufsichtigt oder verwaltet werden sollten. Die amerikanische Militärregierung untersagte unter Bruch aller demokratischen Grundsätze die Inkraftsetzung des vom Volke mit großer Mehrheit gewünschten Ver­fassungsartikels.
Am 6. August 1948 billigte der Landtag von Nordrhein-Westfalen ein Gesetz über die Sozialisierung des Kohlenbergbaues. Am 16. August 1948 verweigerten die Militärgouverneure der USA und Großbritanniens dem Gesetz ihre Zustimmung und verhinderten damit die vom Volk gewollte Zerschlagung einer der Hauptstutzen des aggressiven deutschen Monopol­kapitals.
Am 26. August 1947 hatten die drei Militärkommandanten der West­mächte in Berlin ebenfalls das verabschiedete Sozialisierungsgesetz zurückgewiesen.

Die Staatsbürokratie des Hitlerreiches als Vorbild für die BRD

Die westdeutschen Verwaltungen wurden bald wieder eine Domäne der Staatsbürokratie des Hitlerreiches. Wie das „Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung“ vom 28. März 1957 mitteilte, waren am 31. März 1956 im Bonner Staatsapparat 181.202 Beamte und Angestellte beschäftigt, die bereits in den Behörden des Hitlerstaates dienten. Es ist kennzeichnend, daß beispielsweise nachweisbar über 600 Juristen im Bonner Justizapparat beschäftigt sind, die samt und sonders durch. aktive Kriegs- oder Naziverbrechen schwer belastet sind. Die reaktionären Ideologien des Chauvinismus, des Revanchismus, des Völkerhasses und der Verherrlichung des Militärs wurden nicht beseitigt, sondern bewußt weiter geschürt.

Waffen-SS und faschistische Wehrmacht als Tradition

Anfang 1958 existierten in Westdeutschland etwa 1.200 Soldatenverbände, darunter 45 sogenannte Traditionsvereinigungen der ehemaligen Waffen-SS. Ferner bestehen eine große Anzahl sogenannter Landsmannschafts­verbände, in denen die Umsiedler für einen neuen Krieg gegen die Länder des Sozialismus reif gemacht werden sollen. Auf diese Weise wurden alle Voraussetzungen geschaffen, um einen mili­taristischen westdeutschen Separatstaat zu schaffen, dem eine führende Rolle im Kampf gegen den Fortschritt in Deutschland und in Europa zugedacht ist.

Die Westmächte sabotierten alle Bemühungen der Sowjetunion und der fortschrittlichen Kräfte Deutschlands, einen einheit-lichen, friedliebenden und demokratischen deutschen Staat zu schaffen


Die Friedensbemühungen der Sowjetunion

Die Sowjetunion war unentwegt bemüht, die Westmächte zur Erfüllung des Potsdamer Abkommens zu bewegen und dem deutschen Volk zu helfen, einen einheitlichen deutschen Staat auf friedlicher und demokra­tischer Grundlage zu schaffen.

Auf der Pariser Außenministerkonferenz vom Sommer 1946 erklärte der sowjetische Außenminister, daß
„…die Zeit gekommen sei, wo die Frage des Schicksals Deutschlands und des Friedensvertrages mit Deutschland erörtert werden müsse“.

Die Sowjetregierung forderte,
„in allen Besatzungszonen Deutschlands eine Untersuchung darüber anzustellen, wie die Entwaffnung der deutschen Streitkräfte und die Auflösung aller anderen militärischen und halbmilitärischen Organi­sationen und Einrichtungen praktisch durchgeführt wurde“. (Dokumente zur Deutschlandpolitik der Sowjetunion, Band I, Rütten und Loening, Berlin 1957, S. 12)

Die Westmächte boykottieren die sowjetischen Vorschläge

Die Außenminister Amerikas, Englands und Frankreichs lehnten die sowjetischen Vorschläge ab. Amerika und England unterstützten den französischen Antrag auf Losreißung des Saargebietes, der französische Außenminister forderte zusätzlich die Abtrennung des Ruhrgebietes. Der amerikanische Außenminister legte einen Plan über die 25jährige Be­setzung Deutschlands vor, der alle Grundfragen der demokratischen Umgestaltung Deutschlands völlig außer acht ließ.

Die Londoner „Times“ forderte bereits am 19. Mai 1946, Großbritannien solle das Potsdamer Abkommen für ungültig erklären und dem Zonen­regime in Deutschland ein Ende machen. Es könnte notwendig werden, so bemerkte die Zeitung weiter, die drei Westzonen zu einer westdeut­schen Föderation zusammenzuschließen.

Am 1. Januar 1947 trat ein Abkommen über die Zusammenlegung der britischen und amerikanischen Besatzungszone in Kraft, am 25. Juni 1947 wurde der Zweizonen-Wirtschaftsrat gebildet. Damit war faktisch die Grundlage für den separaten Weststaat geschaffen,

Quelle:
Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.): Weißbuch über die aggressive Politik der Regierung der deutschen Bundesrepublik. 1959, S.42-45.


Am 28. August 1961 titelt die „Passauer Neue Presse“ in großer Schlagzeile:

PNP 19610818 Wiedervereinigung.jpg

Und auf der gleichen Seite erscheint folgender Hetzartikel gegen die DDR (man bezeichnete die Deutsche Demokratische Republik unter Mißachtung internationaler diplomatischer Gepflogenheiten als „Zone“, obwohl die DDR ein völkerrechtlich anerkannter, souveräner Staat war):PNP 19610828 Hetzartikel

Dieser Artikel ist von A-Z gelogen! Es ist faschistische Propaganda!

…und das ausgerechnet an Goethes Geburtstag!!!

Jawohl, es gab einen Aufruf an die Freie Deutsche Jugend (FDJ). Darin fordern die Genossen der SED die Jugend auf, ihre ganze Kraft zur Stärkung des Sozialismus einzusetzen, und zwar durch gute Taten im Beruf, durch vorbildhaftes Verhalten am Arbeitsplatz und durch Initiative und Einsatzbereitschaft sowie durch fleißiges Lernen und Arbeiten, die Werktätigen unserer Republik beim Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Wirtschaft zu unterstützen. Dazu gehört auch die Bereitschaft zur Verteidigung der Heimat!

pdfimage  Weissbuch – Kriegsbasis BRD

Siehe auch:
Wie die Westmächte das Potsdamer Abkommen sabotierten

Schloß Cäcilienhof – Was geschah dort wirklich?

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6 Antworten zu Die Westmächte brachen das Potsdamer Abkommen, um Westdeutsch­land in eine Kriegsbasis gegen die sozialistischen Staaten verwandeln zu können

  1. Valeri Maser schreibt:

    Sascha wie finden sie genser buch geheime Armee nato? besonders im frage gewerkschaft…

  2. Johann Weber schreibt:

    Das Buch „Nato-Geheimarmeen in Europa“ von Daniele Ganser, ist lesenswert. Es erschien 2014. Ganser geht in diesem Buch ausführlich auf die Terrorgruppe „Bund deutscher Jugend – Technischer Dienst“ ein, die von Adenauer und dem CIA finanziert wurde. Die Menschen in der DDR konnten bereits 1951 sich über diese Terrorgruppe „Bund deutscher Jugend“ in Zeitungen und Büchern informieren, die eine große Gefahr für die Menschen in der DDR bedeutete. Ihr „Kampfgebiet“ war in der DDR. So zum Beispiel beim Umsturzversuch am 17. Juni 1953. Ein Beispiel.

    Die „Berliner Zeitung“ (Ost) berichtete am 16.2.1951:
    In Bonn organisiert man den Bürgerkrieg
     Aber was zeigt sich nun? Nicht nur Adenauer wendet sich gegen die Entmilitarisierung Westdeutschlands, sondern sein Freund Jakob Kaiser fordert direkt die Bildung von „Legionen“ in Westdeutschland. Welche Aufgaben diese Legionen haben, das sagt die „Berliner Zeitung“ den amerikanischen Besatzungsbehörden vom 11. Februar. Dort wird erklärt, daß Ausgangspunkte für den sogenannten Selbstschutz die „Erste Legion“, der „Bund deutscher Jugend“ und andere Organisationen seien. Kaiser will also volksfeindliche Banden organisieren, ähnlich wie nach dem ersten Weltkrieg die Baltikum-Truppen, die Zeitfreiwilligen-Verbände und andere Formationen organisiert wurden, die später die Schwarze Reichswehr bildeten. Es besteht kein Zweifel, daß Kaisers militärische Formationen sich zunächst gegen die Arbeiterklasse und die Friedensbewegung; in Westdeutschland richten werden.

    In dem genannten Aufsatz wird über die eigentlichen Aufgaben jedoch genauer gesagt: „Zum Selbstschutz gehört es, daß man sich von vornherein darüber klar ist, daß Wiedervereinigung Deutschlands Befreiung der Sowjetzone heißt.“

    Wenn Worte einen Sinn haben, so bedeutet der Aufruf zur Schaffung eines sogenannten Selbstschutzes in Westdeutschland, daß der Bürgerkrieg organisiert wird, daß nach dem amerikanischen Muster Gangsterbanden in das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik einfallen sollen. Jeder kann aus den Äußerungen von Kaiser entnehmen, daß die militärischen Formationen, gleichgültig welche Form sie haben mögen, der Entfachung des Bürgerkrieges und der Kriegsaggression dienen.“

  3. Pingback: Der Weg des deutschen Imperialismus in den Krieg 1939-1945 (Die schamlose Lüge und Geschichtsfälschung der EU) | Sascha's Welt

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