Ein Kinderheim in der DDR / Heimkinder in der BRD

Das Kinderheim „A.S.Makárenko“ in Berlin-Johannisthal. Mit viel Liebe, Zuwendung und Fürsorge kümmerte sich unser sozialistischer Staat um diese Kinder, die von ihren Eltern im Stich gelassen worden waren. Die Eltern hatten illegal die DDR verlassen. Unser Staat sorgte nicht nur für die gesundheitliche und pädagogische Betreuung und Erziehung der Kinder, sondern ermöglichte ihnen auch eine beispielhafte Bildung und eine gesicherte Zukunft.

P.S. Dieses Kinderheim war weder ein „Vorzeigeheim“ noch ein „Kinderkombinat“ wie verleumderisch  in den Westmedien behauptet wird – es war eines von Hunderten ganz normaler Kinderheime in der DDR, wo sich hervorragende Erzieher, Ärzte und Lehrer rührend und liebevoll um das Wohl dieser Kinder kümmerte!)

Ein Filmbericht aus der DDR, aufgenommen von Spiegel-TV in den 1980er Jahren. Er sagt etwas aus über den Charakter derjenigen Eltern, die die DDR illegal verlassen hatten: Kinderfeindlichkeit, Egoismus, Verantwortungslosigkeit und kriminelle Energie – das war der miese Charakter dieser „Republikflüchtlinge“! Ganz gleich, ob sie über Ungarn, über die „grüne Grenze“, im Schlauchboot, per Ballonflug oder auf andere lebensgefährliche Weise ihre Heimat, die DDR, zu verlassen suchten…Und in Westdeutschland? Wahre Horrorgeschichten ereigneten sich dagegen in den Kinderzuchtanstalten der BRD. Darüber berichtet der Kommentar einer Leserin, die das selbst erlebt hat…

Siehe auch:
Kinderheime in der DDR
Edith Ockel: Heimkinder in der DDR

Die DDR – ein kinderfreundliches Land


Heimkinder in der BRD

Faschistische Züchtigung statt Liebe zu den Kindern

von E.K.

Die Not nach Faschismus und Krieg war insbesondere in den Arbeiterhaushalten zu spüren. Der Faschismus hatte tiefe Spuren im Volk hinterlassen. Familien waren zerbrochen. Väter kamen aus dem Krieg nicht wieder. Neue Beziehungen wurden eingegangen, die sich meist schwieriger, auch wegen der Kinder, die die Frauen mit brachten im Alltag zeigten. So gab es Konflikte, die viele Arbeiterhaushalte überforderten, so dass sich meist das Jugendamt einschaltete mit ungeheuren Folgen wie man nun lesen kann.

Schon die Struktur der Heime spricht Bände:
„Schwarze Pädagogik“ ist faschistische Pädagogik! Der Leitfaden in den Heimen: Zucht und Ordnung – stand an der Eingangstüre des Heimes, welches ich sehr gut kenne. Wer nicht spurte landet in den Dunkelkammern, bis zu einer Woche. Unmenschliche Zustände herrschten in den Heimen der 1950 – gegen Ende der 1970ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Des öfteren habe ich darüber geschrieben.

Heinrich G. lasse ich zu Wort kommen: Geboren im März 1932 in Oldenburg. Die Nazis steckten ihn vor dem zweiten Weltkrieg in eines ihrer berüchtigten Heime. Seinen Vater hatten die Nazis vorher fast zu Tode geprügelt. „Er war Ausfahrer eines Porzellangeschäftes in Oldenburg und ein Gegner der Nazis. Das haben sie ihn spüren lassen.“ Nach dem Krieg waren die weiteren zwanzig Jahre die Heinrich G. weggesperrt war, Jahre der Verachtung, der Erniedrigungen, Jahre von schwerster körperlicher Arbeit, die in grausamer Weise die menschliche Entwicklung ver- und behinderte.“

In der kirchlichen Erziehungsanstalt Freistatt bei Sulingen haben wir im Moor Zwangsarbeit geleistet. Uns sind fast die Hände abgefroren, die Ärzte wollten mir einmal einen halb erfrorenen Fuß amputieren.“ – „Ich dacht ich sterbe.“ (Der Film „Freistatt“ zeigt eindringlich am Beispiel von „Wolfgang“ was wirklich los gewesen war in diesen Heimknästen). Die Täter wurden aber nie zur Rechenschaft gezogen und dass bleibt der Stachel im Fleisch derer die gnadenlos in den Heimen ausgebeutet wurden und keine Rentenansprüche für erbrachte jahrelange Arbeit haben. Ein Skandal, weil so der Weg in die Altersarmut fest gelegt wurde. Locker unter den „runden Tisch gekehrt.“

„Sie haben im Namen des Herrn geschlagen,“
Zwei Jahre lang, vom Februar 2009 – Januar 2011 wurde unter dem Vorsitz der ehemaligen Bundestags Vizepräsidentin Antje Vollmer und Mitarbeitern mit fast fünfzigjähriger Verspätung dieses heikle Thema am „runden Tisch Heimerziehung“ diskutiert. Völlig unzureichend und unehrlich. Diakonie und Caritas waren die wirklichen Nutznießer und Verbrecher dieser Institutionen. Ihr ungeheurer Einfluss ist bis heute sichtbar. Akten sind verschwunden, verbrannt oder ein Wasserschaden, oder aber einfach der „Zahn der Zeit“ an ihnen genagt hat. Meine Akte, wie auch die des VS sind weg !!!

(siehe auch den untenstehenden Kommentar und das Video „Endstation Freistatt“)


Wie zur Bestätigung erscheint nun auch im Staatsfernsehen ARD der folgende Artikel:

„Zwischen 1950 und 1990 wurden Hunderttausende Kinder zur Erholung in Kuren geschickt. Recherchen von Report Mainz zeigen, daß viele von ihnen dabei systematisch mißhandelt wurden.

Sie mußten ihr Erbrochenes essen, wurden zur Strafe in dunkle Keller gesperrt oder mit Stöcken geschlagen. Für viele Kinder wurde ihre Erholungskur zum Albtraum, der bis heute anhält. Das zeigt eine Untersuchung des ARD-Politikmagazin Report Mainz. Die Autoren werteten systematisch 1.000 Erfahrungsberichte ehemaliger Kurkinder aus. Es ist die erste empirische Untersuchung zu den mehrwöchigen Kuren, in denen Hunderttausende Kinder zwischen 1950 und 1990 auf Kosten der Sozialämter und Krankenkassen ,aufgepäppelt‘ und gestärkt werden sollten.“

Quelle: https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/kinderverschickung-misshandlungen-101.html (Stand: 03.12.2019)
Dieser Beitrag wurde unter Bildung und Erziehung, Meine Heimat DDR, Sozialistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Ein Kinderheim in der DDR / Heimkinder in der BRD

  1. Johann Weber schreibt:

    Solche Verbrechen von Eltern an ihren Kindern, die mit ihrer Flucht in den Westen, ihre Kinder ihrem Schicksal überließen, kamen in der DDR oft vor.
    Bisher völlig unbekannt ist die große Zahl dieser armen Kinder, die vom DDR-Staat vor dem sicheren Tod gerettet wurden. Auch unbekannt ist die Zahl der Kinder, wo die staatliche Hilfe zu spät kam. Für diese Verbrechen haben die BRD-Regierungen (nach 1990) noch keinen Cent locker gemacht.

    Hier nur ein Beispiel:
    In der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 12. August 1961 konnten die Menschen in der DDR folgendes lesen. Beachte, dies war noch vor dem Bau der Berliner Mauer. Zwischen West- und Ostberlin gab es noch keine „feste Grenze“. Weiter, die Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ war auch das „Sprachrohr“ der beiden christlichen Kirchen.

    Kinder allein gelassen
     Charlotte Mewes, Leiterin des Kinderheimes ,Rosa Thälmann‘ in Weimar, teilte erschüttert mit, daß unter den 50 Kindern ihres Heimes zehn sind, die von ihren nach Westdeutschland gegangenen Eltern in Stich gelassen wurden. ,,Was wollen wir den Kindern antworten, wenn sie uns fragen, warum haben unsere Eltern uns allein gelassen?’“

    Für das Wühlen in der Stasi-Unterlagenbehörde (Gauck-Behörde) hat der Staat bisher 3 Milliarden Euro an Steuergelder gezahlt, in der zum Teil bis zu 3000 Angestellte arbeiteten, sollen zu diesen Verbrechen keine Unterlagen vorhanden sein? Ich habe noch nie etwas von dieser Behörde zu diesen Verbrechen gehört.

    • sascha313 schreibt:

      …diese korrupten „Aufarbeiter“ – sie leben von Stiftungsgeldern der Industrie und von unseren Steuergeldern! – und sind offenbar auf dem rechten Auge blind.

    • „Ich habe noch nie etwas von dieser Behörde zu diesen Verbrechen gehört.“

      Das ist ganz normal für die BRD. Sie müsste ja sonst auch die ganzen Verbrechen an hunderttausenden von Neugeborenen „aufarbeiten„, die als sogenannte „unehelich“ geborene Menschen zur Welt kamen, und die den Müttern gleich nach der Geburt geraubt wurden. Sie müsste aber auch als „Nachfolge-Staat des ‚Deutschen Reiches‘ all die über 15 Millionen Zwangsarbeiter und die Länder, die vom ‚Deutschen Reich‘ überfallen, zerstört und ausgeplündert wurden und alle Urteile gegen Kommunisten aufheben, die der KPD angehörten und nach dem Verbot der KPD 1956 verfolgt wurden, „entschädigen“. Die Tatsachen zu verdrehen und die Geschichte zu fälschen, ist halt für die BRD ‚billiger‘! …

  2. Johann Weber schreibt:

    Nachtrag. Stellvertretend für dutzende Artikel, über dieses menschenverachtende Verhalten von Eltern gegenüber ihren Kindern, die ich habe, hier ein sehr bewegendes Beispiel. Besonders soll dieser Artikel zeigen, mit welcher Herzlichkeit und Wärme diese armen, verlassenen Kinder von der DDR-Gesellschaft, und somit vom Staat, aufgenommen wurden. Ein Artikel aus der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 30.8.1961 ungekürzt, jedes Wort ist wichtig.

    Kinder klagen an
    Hinter verschlossenen Türen dem Tode preisgegeben / Ihre gewissenlosen Eltern verkauften sich Familien, in denen helles Kinderlachen erklingt, sind glückliche Familien. Die kleine Schar bringt Sonne und Leben in die Räume. Und füllen sich die großen Kinderaugen mit Tränen, dann schmerzt es auch die Mutter, und sie wird ihr Kleines liebevoll in die Arme nehmen und trösten.

    In der letzten Zeit haben sich die Augen vieler Kinder mit Tränen gefüllt, aber ihre Mütter haben sie nicht schützend in die Arme genommen. So bitterlich die Kleinen auch weinten und je heftiger und herzzerreißend sie auch schluchzten, sie blieben ungetröstet. Ihre Mutter und ihre Väter hatten sie verlassen, waren gelockt und verführt von Seelenkäufern in den Westen gegangen. Hatten gewissenlos nicht nur ihre Heimat verraten, sondern hatten das größte und gemeinste Unrecht begangen: sie hatten ihre Kinder verstoßen.

    Hinter verschlossenen Wohnungstüren, inmitten verwüsteter Wohnungen, oftmals eingesperrt mit einer Katze, ohne Nahrung, umgeben von Schmutz, wurden zahlreiche Kinder gefunden. Die Frauen und Männer, für die das Wort „Eltern“ zu hoch wäre, sind in die Fänge der Geheimdienste und Menschenhändler in Westberlin und Westdeutschland gegangen. Ihre Kinder gaben sie dem Tode preis. Aber die Kleinen leben weiter und wachsen wohlbehütet in eine glückliche und gesicherte Zukunft. Eines Tages jedoch werden sie gegen die Männer und Frauen, die sich einmal ihre Eltern nannten, schwere Anklage erheben.

    Sieben der verlassenen Kinder…
    wohnen augenblicklich im Berliner Kinderheim Blankenburg. Die Leiterin des Hauses, Anna Briest, und die Schwestern betreuen sie liebevoll und versuchen alles, um ihnen zu helfen, den schweren Schock zu überwinden. 50 verlassene Kinder fanden seit 1957 hier Aufnahme. Es war kurz vor dem Weihnachtsfest 1959. Alle Kinder, die in geborgenen Familienverhältnissen lebten, freuten sich auf dieses schönste Fest des Jahres.

    Für den kleinen Harald Mietz sollte es nach dem Willen seiner Eltern keine gesegneten Weihnachten geben. Wenige Tage vor dem Fest verließen sie ihn. Doch auch für ihn erstrahlte der Weihnachtsbaum im Kinderheim Blankenburg. Zutraulich gab uns dar aufgeweckte Junge bei unserem Besuch im Heim die Hand. Sein Spielgefährte Bernd Müller, der sich im Kreis der Jungen und Mädchen schon fröhlich bewegt, weinte bitterlich, als er fremde Gesichter sah. Für ihn wird es noch lange dauern, bis er das Unrecht, das ihm angetan wurde, überwunden hat. Schwer krank war Uwe 1960 als Säugling in das Friedrichshain Krankenhaus eingeliefert worden. Die Ärzte taten ihr Möglichstes, um das Kind am Leben zu erhalten. Doch der wieder gesunde Uwe wurde von seinen Eltern nicht mehr abgeholt.

    Mit den traurigen Erlebnissen dieser Kinder ließen sich ganze Bücher füllen. Durch einen Bildbericht der NBI wurden ihre Schicksale in allen Teilen unserer Republik bekannt. Täglich erhält das Heim Briefe, in denen die Empörung über diese unmenschlichen Eltern zu lesen ist. Es sind Briefe, in denen man aber auch die große Liebe zu den Kleinen spürt und in denen die Bereitschaft ausgesprochen wird, den Kindern ein neues Zuhause zu geben.

    „Wir können gar nicht fassen, daß es solche herzlosen Eltern gibt“, heißt es in einem der Briefe aus Staffelde. „Mein Mann und ich wissen zu schätzen, wie kostbar ein Kind ist. Und das Ehepaar teilt mit, daß sie schon vor längerer Zeit einen jetzt sechsjährigen Jungen adoptiert haben, der nun durch eine weitere Adoption ein Schwesterchen erhalten soll. Aber nicht nur Adoptionseltern melden sich.

    Für viele Kinder haben sich auch bereits Paten gefunden, die einen Jungen oder ein Mädelchen Sonntags und feiertags in ihren Haushalt nehmen. Eine dieser Patentanten hatte in ihrer FDJ-Gruppe in Bergmann-Borsig kürzlich von dem Leben der Kinder erzählt. Die jungen Mädchen überlegten nicht lange. Sie legten zusammen, gingen einkaufen, und an einem der letzten Besuchstage standen sechs FDJ-lerinnen und ihre Lehrausbilderin mit großen Geschenkpaketen vor dem Tor. Als im Spielzimmer die herrlichen Sachen ausgepackt wurden ließ es sich schwer feststellen, wer glücklicher war; die Kinder über das neue Spielzeug und die schönen Sachen oder die Großen über die Freude der Kleinen. Von jetzt ab werden jede Woche zwei bis drei Mädchen der Gruppe in das Heim kommen, um mit den Kindern zu spielen. Die Eltern haben ihre Kinder im Stich gelassen, aber die Kinder sind in unserem Staat nicht verlassen. Sie werden zu guten und lebensfrohen Menschen erzogen. Usch“

    Es dürfte in die Tausende von Kinder gehen, die von ihren Eltern ihrem Schicksal überlassen wurden. Unbekannt, wie viele Kinder dieses unmenschliche Verhalten ihrer Eltern nicht überlebt haben.

    • sascha313 schreibt:

      Das ist einfach unfaßbar. Ich habe in der DDR gelebt, und da war Fürsorglichkeit, Liebe und Zuwendung der Normalfall in einer Familie. Aber eben auch darum, weil es der sozialistische Staat genauso vormachte. Wir lebten nach Prinzipien, die schon Makárenko „mit echt bolschewistischer Sachlichkeit“ zu den seinen gemacht hatte. Er schrieb:

      „Wahrscheinlich kann man in Westeuropa noch immer nicht begreifen, woher uns diese Gradlinigkeit und Sicherheit des Handelns gekommen ist. Der Sowjetmensch offenbarte sich nicht nur im Pathos aufflammenden Willens, nicht nur in einzelnen Gewaltleistungen, sondern auch in der geduldigen, tagtäglichen Anstrengung, in jener einfachen unscheinbaren Arbeit, bei der die Zukunft in kaum greif-baren, zarten Umrissen hervorleuchtet… Nach vielen Tagen und Nächten, nach den schlimmen Enttäuschungen und Störungsver-suchen, nach Verzweiflung und Schwäche kommt dann der große Tag, an dem nicht mehr nur Kleinigkeiten und Einzelheiten zu sehen sind…
      Und das Schönste an einem solchen großen Tage ist der Triumph der Logik. Es zeigt sich, daß es gar nicht anders sein konnte, daß alle Voraussicht genau berechnet war und auf Wissen gegründet war, auf dem Sinn für wirkliche Werte. Das war kein Optimismus, sondern realistische Gewißheit, die man aus Bescheidenheit Optimismus nannte.“
      (A.S. Makárenko „Flaggen auf den Türmen“, Aufbau Verlag Berlin, 1952, S.157.)

      Und es war uns auch klar: das bedarf einer gewissen Ordnung – im Leben, wie im Beruf – die auch gegenüber solchen verantwortungslosen Subjekten durchgesetzt werden mußte und durchgesetzt wurde.

      Zitat: „… ,Also gut, wir verständigen uns. Wir müssen von ihm Ordnung fordern, wir müssen eine Generalüberholung und gute Qualität der Produktion und neue Formen von ihm verlangen. Das müssen wir. Aber verständigen wir uns. Das alles werden wir auf jeden Fall in freundschaftlichem Ton tun, absolut höflich. Denkt daran: Höflichkeit fällt manchem schwer, Höflichkeit muß gelernt werden. Ihr müßt nicht glauben, wer höflich ist, ist dumm. Davon kann keine Rede sein. Man kann zum Beispiel jemanden anbrüllen, mit den Händen fuchteln und ihn anblitzen: Scher dich zum Teufel, du Lump! Man kann aber auch sehr höflich sagen: Bitte verlassen Sie uns!‘ – Diesen letzten Satz sprach Sácharow wirklich äußerst höflich, er machte sogar eine leichte Verbeugung…“ (ebd., S.287.)

  3. Eleonore Kraus schreibt:

    Eines der Themen, dass Tausende ehemaliger Heimkinder der alten BRD bis heute nicht loslässt. Flächendeckend ist mehr als 800 000 Kindern und Jugendlichen Liebe, Anerkennung, Unterstützung und Achtung verwehrt worden. Sie galten als „verwahrlost,“ als „kriminell,“ als „die taugen nix“ verschrien. Sie waren nichts wert. Sie störten das „Wirtschaftswunder.“

    Die Not nach Faschismus und Krieg war insbesondere in den Arbeiterhaushalten zu spüren. Der Faschismus hatte tiefe Spuren im Volk hinterlassen. Familien waren zerbrochen. Väter kamen aus dem Krieg nicht wieder. Neue Beziehungen wurden eingegangen, die sich meist schwieriger, auch wegen der Kinder, die die Frauen mit brachten im Alltag zeigten. So gab es Konflikte, die viele Arbeiterhaushalte überforderten, so dass sich meist das Jugendamt einschaltete mit ungeheuren Folgen wie man nun lesen kann.

    Schon die Struktur der Heime spricht Bände:
    „Schwarze Pädagogik“ ist faschistische Pädagogik! Der Leitfaden in den Heimen: Zucht und Ordnung – stand an der Eingangstüre des Heimes, welches ich sehr gut kenne. Wer nicht spurte landet in den Dunkelkammern, bis zu einer Woche. Unmenschliche Zustände herrschten in den Heimen der 1950 – gegen Ende der 1970ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Des öfteren habe ich darüber geschrieben.

    Heinrich G. lasse ich zu Wort kommen: Geboren im März 1932 in Oldenburg. Die Nazis steckten ihn vor dem zweiten Weltkrieg in eines ihrer berüchtigten Heime. Seinen Vater hatten die Nazis vorher fast zu Tode geprügelt. „Er war Ausfahrer eines Porzellangeschäftes in Oldenburg und ein Gegner der Nazis. Das haben sie ihn spüren lassen.“ Nach dem Krieg waren die weiteren zwanzig Jahre die Heinrich G. weggesperrt war, Jahre der Verachtung, der Erniedrigungen, Jahre von schwerster körperlicher Arbeit, die in grausamer Weise die menschliche Entwicklung ver- und behinderte.“

    In der kirchlichen Erziehungsanstalt Freistatt bei Sulingen haben wir im Moor Zwangsarbeit geleistet. Uns sind fast die Hände abgefroren, die Ärzte wollten mir einmal einen halb erfrorenen Fuß amputieren.“ – „Ich dacht ich sterbe.“ (Der Film „Freistatt“ zeigt eindringlich am Beispiel von „Wolfgang“ was wirklich los gewesen war in diesen Heimknästen). Die Täter wurden aber nie zur Rechenschaft gezogen und dass bleibt der Stachel im Fleisch derer die gnadenlos in den Heimen ausgebeutet wurden und keine Rentenansprüche für erbrachte jahrelange Arbeit haben. Ein Skandal, weil so der Weg in die Altersarmut fest gelegt wurde. Locker unter den „runden Tisch gekehrt.“

    „Sie haben im Namen des Herrn geschlagen,“
    Zwei Jahre lang, vom Februar 2009 – Januar 2011 wurde unter dem Vorsitz der ehemaligen Bundestags Vizepräsidentin Antje Vollmer und Mitarbeitern mit fast fünfzigjähriger Verspätung dieses heikle Thema am „runden Tisch Heimerziehung“ diskutiert. Völlig unzureichend und unehrlich. Diakonie und Caritas waren die wirklichen Nutznießer und Verbrecher dieser Institutionen. Ihr ungeheurer Einfluss ist bis heute sichtbar. Akten sind verschwunden, verbrannt oder ein Wasserschaden, oder aber einfach der „Zahn der Zeit“ an ihnen genagt hat. Meine Akte, wie auch die des VS sind weg !!!

    Selbst Entschädigungszahlungen wurden zum Spießrutenlauf für uns Heimkinder und Jugendlichen. Wieder musste man sich nackig machen, ausgerechnet bei den Jugendämtern, die ja für die Einweisungen in die Heime zuständig waren. Auf Herz und Nieren wurden die Angaben, die in einem dicken Fragen Katalog abgearbeitet wurden. Die Glaubwürdigkeit sollte geprüft werden und das von Sachbearbeitern, die meist nicht den blassesten Schimmer von dem hatten, was einzelne Fragen beinhalteten. So hat man ihnen wieder nicht geglaubt, sie misstrauisch beäugt, ihnen unterstellt, dass man nur an das Geld will. Bedenken muss man aber dabei, dass die Kinder/Jugendlichen, die das erleben und erleiden mussten, mit den Ängsten und Nöten nun Rede und Antwort stehen sollten……..

    Wieviele Anträge auf Entschädigungszahlungen abgelehnt wurden ist nicht eindeutig zu ermitteln. Nicht wenige….. Wenn ich es unter dem Aspekt betrachte, dass Gelder bewusst zurückgehalten wurden, um es den „armen und geschädigten Heimkindern“ der DDR förmlich aufzudrängen ist es zumindest einzuordnen. Anträge wurden abgelehnt mit fadenscheinigen Begründungen, weil Angaben nicht nachvollziehbar waren, weil Zeitabläufe nicht stimmen konnten, weil Anträge zu spät gestellt wurden usw.

    Entschädigungszahlungen wurden nur ausgezahlt, wenn man einen Wisch unterschrieben hat, der weitere Rechtsmittel auszuschöpfen unmöglich machte. Man unterschrieb, dass mit der Entschädigungszahlung keine weiteren Forderungen an die BRD gestellt werden können. Damit waren sie wieder aus dem Schneider. Keine Therapie, kein Geld, kein dümmliches Gesäusel, kein „runder Tisch“ kann wieder gut machen, was den Kindern/Jugendlichen, meist kamen sie aus der Arbeiterklasse angetan wurde, viele sind fürs ganze Leben gezeichnet.

    Man hat gelernt damit zu leben und das ist sehr viel sprechen einige der Mitmenschen, die die Grausamkeiten immer und wieder in ihren Träumen erleben. Andere haben die Qualen nicht aushalten können und haben sich umgebracht. Wieder andere konnten keine Beziehungen eingehen, weil die Angst vor einer Bindung, die Angst vor menschlicher Nähe mächtiger war.

    Das Unfassbare aber ist, dass man das alles nun benutzt, um sich selber rein zu waschen und es der DDR überzubügeln ….Da muss man aber erst drauf kommen. Diese Gangster, Banditen, Verbrecher, Schweinebacken und Wichshörnchen benutzen uns, um ihren Dreck und ihre Lügen in die Gesellschaft zu säuseln. So soll das Erinnern an den mörderischen Faschismus und Krieg, der von Deutschland angezettelt wurde, in der großen Schublade der ewigen Verdrängung verschwinden. Deutschland ist ein Meister in der Verdrängung.

    Warum wohl ist der 9. November so aufgeblasen worden…..War da nicht ein anderes geschichtsträchtigeres Ereignis ?

  4. Johann Weber schreibt:

    Liebe Eleonore Krauss, vielen Dank, dass Du auf eines der vielen schwarzen Punkte aller Alt-BRD-Regierungen hingewiesen hast. Hier ein ARD-Film aus dem Jahre 2007. Beachte:2007

    Endstation Freistatt – Das Erziehungslager im Moor

    In diesem Heim herrscht Faschismus, Folter, Endwürdigung, Jugendlichen wurde deren Willen gebrochen usw.

    Als diese Verbrechen in der BRD, die so gegen 2005/2006 an die Öffentlichkeit gerieten, musste von den Parteien und den Kirchen sofort gegengesteuert werden. Sie riefen die DDR-Hetzkampagne über angebliche Missstände in DDR-Kinderheimen ins Leben. Seit dieser Zeit beherrschen diese Hetzkampagnen nur noch die Öffentlichkeit, am Leben gehalten durch Steuergelder. Über die Verbrechen in den Alt-BRD-Heimen liegt der Mantel des Schweigens.

    Nochmals danke, mir waren diese Verbrechen nicht bekannt!

    Ich möchte noch auf einen weiteren Skandal, der bereits 6 Jahre nach diesem Krieg von Nazi-Deutschland zu Tage trat. Es wurden Schüler und Jugendliche in der Alt-BRD von der Staatsmacht wieder verfolgt. Tausende von Schülern und Jugendlichen, die ihre Väter, ihre Brüder, Mütter, Geschwister, Verwandten und Bekannte zu beklagen hatten, wurden von der Adenauer-Regierung zu Staatsfeinden erklärt, verfolgt, erschossen und eingesperrt. Für dieses Unrecht wurde von den Parteien noch kein einziger Cent für eine Aufarbeitung bereitgestellt. Im Gegenteil, Jugendliche, die heute noch eine FDJ-Fahne oder FDJ-Hemd tragen werden angeklagt und verurteilt. Das FDJ-Verbot gilt heute noch, und alle Parteien, außer die Linken, beharren weiter darauf, dass das FDJ-Verbot nicht aufgehoben wird. So sah 6 Jahre nach der Befreiung, die Verfolgung der Schüler und Jugendlichen in der Alt-BRD aus.

    Am 29. Juni 1951 berichtete das „Neue Deutschland“:
    Nach FDJ-Verbot Verfolgung der „Falken
     Solingen (ADN). Eine Konferenz von Mitgliedern der SPD-Jugendorganisation „Falken“ und der „Sozialistischen Jugend“, die nach Solingen einberufen war, wurde von der Adenauer-Polizei verhindert. Starke Polizeikommandos hielten Delegationen auf dem Wege zum Tagungsort stundenlang fest und zwangen sie schließlich zur Umkehr. Mehrere Jungen und Mädchen wurden verhaftet. Der leitende Polizeioffizier erklärte, er habe den Auftrag, die Konferenz mit allen Mitteln zu verhindern, weil der Verdacht bestehe, daß sie sich gegen die Remilitarisierung ausspreche.“

  5. Pingback: Schwarz und Weiß – Die Traumata der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft | Sascha's Welt

  6. Johann Weber schreibt:

    Stichwortartig zitiere ich einige Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In diesem Heim in Freistatt herrschte Faschismus, Folter, Endwürdigung, Jugendlichen wurde deren Willen gebrochen usw.
    Freistatt war ein Gefängnis unter staatlicher Kontrolle, mit staatlicher finanzieller Unterstützung, ich sage, politische Häftlinge:

    • Geschichten aus Freistatt waren Horrorgeschichten, dort ist die Endstation
    • wir mussten den Leuten auch den Willen brechen
    • Bis in die 1970-iger Jahre hinein, wurden die Jugendlichen mit Schlägen erzogen
    • Nach Jahrzehnten ist für sie Freistatt ein Ort des Schreckens
    • Beim Empfang bekam der Jugendliche zuerst eine Kopfnuss, wenn du spurst dann hast du es gut, wenn nicht die Hölle
    • es gibt Schläge statt Zuwendung
    • eiserne Disziplin wurde erwartet
    • still sitzen, nicht reden, erst reden wenn der Diakon sagt, rede frei
    • bei selbstverständlichem musste man sich bedanken
    • der gesamte Tag war von psychischen und physischen Strafen geprägt
    • es herrschte militärischer Drill
    • körperliche Strafen mit der flachen Hand, mit dem Stock, exzessive Gewalt
    • Zwangsarbeit im Moor, eine besonders gefürchtete Arbeit
    • in Kolonnen im Gleichschritt zur Arbeit
    • der ständige Gesang auf dem Weg zur Arbeit ist Pflicht
    • viele der Erzieher haben den 2. Weltkrieg erlebt, den militärischen Drill mitgebracht
    • von Schule und Ausbildung können die Jugendlichen nur träumen
    • die Anstaltsleitung gibt das Arbeits-Soll vor, wird es nicht erreicht drohen Strafen
    • die Arbeit war hart, für viele fürchterlich
    • Arbeit unter ständiger Aufsicht
    • man war auf Wohl und Weh dem Erzieher ausgeliefert
    • Wenn ein Jugendlicher fragte „ich muss austreten“, wenn der Aufseher schlechte Laune hatte, sagte dieser Nein, dann war nix mit „austreten“, also machten die Jungs in die Hose
    • die Arbeitskraft war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, doch die Zöglinge wurden kaum entlohnt
    • es gab bei guter Arbeit und guter Führung 40 Pfennig am Tag, die waren aber kaum zu erreichen
    • das Leben in Freistatt war bestimmt von der radikalen Ausbeutung
    • der Zwang zur Arbeit unter schlimmsten Bedingungen, deshalb war Freistatt die Hölle
    • jeder hat um sein eigenes Überleben gekämpft
    • es war nur Angst
    • vor dem Einschlafen letzte Demütigung. Bevor das Nachthemd angezogen wurde, war Männchen zu machen, dass bedeutete Mund weit aufmachen, in die Ohren reinschauen, Beine breit, Arme breit, umdrehen, bücken, Hintern auseinanderziehen
    • Zahlreiche Suizidversuche
    • die Angst ist Teil des Systems
    • wenn es Strafen gab, gab es Gruppenstrafen
    • Essensentzug
    • Kollektivstrafen
    • die Kleinen und Schwachen erleiden furchtbares Leid
    • Kirchliche Erziehung war einiges perfider, als die Staatliche
    • Einer bricht Löffel entzwei und verschluckt Löffelstil aus lauter Verzweiflung
    • Besinnungszellen sind gefürchtet
    • Essensentzug und totale Isolation warten hier auf die Jugendlichen
    • den Jungen den Willen brechen, er muss tun was die Erzieher wollen
    • wenn es nicht mit Worten geht, dann mit Hand
    • die Macht über die Jugendlichen ist fast grenzenlos
    • Postzensur
    • wenn sich jemand beschwert hat, zusätzliche Strafe
    • Schläge auf den Kopf, Schläge mit den Spaten auf den Rücken

  7. Pingback: 13. August 1966 – Fluchtwelle aus Westdeutschland in die DDR. | Sascha's Welt

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