Dresden: Wie die DDR die Schätze der Weltkultur pflegte

Dresden - Zwinger. Blick zum GlockenspielpavillonJahrhunderte alt ist die Tradition Dresdens als Kunst- und Musikstadt, als Heimstätte weltberühmter Klangkörper: der Staatskapelle, die 1988 ihr 450jähriges Bestehen beging, der 1870 gegründeten Philharmonie sowie des über 750 Jahre alten Kreuzchores. Ein Höhepunkt in der an Traditionen reichen Musikgeschichte Dresdens war die Wiedereröffnung der Semperoper am 13. Februar 1985, 40 Jahre nach der barbarischen Zerstörung der Stadt. Dieses im alten Glanz neu entstandene Opernhaus dokumentiert den hohen Rang der Denkmalpflege in der DDR und die bedeutsame Förderung der Kunst durch den sozialistischen Staat.

Die Dresdner Kunstsammlungen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehören zu den reichsten und kostbarsten Kunstmuseen der Welt. Hervorgegangen aus einer um 1560 eingerichteten Kunst­kammer, dienten sie vor allem dem Geltungs- und Repräsentationsbedürfnis Augusts des Starken und dem seines Sohnes, Augusts III. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Schätze der Dresdner Sammlungen von der Naziführung ausgelagert und in völlig unzureichenden Stollen und Bergwerken dem Verderben preisgegeben. Die Sowjetarmee bewahrte die Schätze vor der Vernich­tung. Sowjetische Kunstwissenschaftler und Restaurato­ren bargen sie und beseitigten die entstandenen Schäden. Durch die Übergabe des gesamten erretteten Museums­gutes an die DDR in den Jahren 1956 bis 1958 gewann Dresden seine Bedeutung als Kunststadt zurück.

Die Dresdner Gemäldegalerie

SixtMadDie Gemäldegalerie Alte Meister umfaßt Meisterwerke vor allem italienischer und niederländischer Maler. Zu ihren berühmtesten Bildern zählen Raffaels »Sixtinische Madonna« (Bild rechts) und Tizians »Zinsgroschen«. Die Gemäldega­lerie Neue Meister enthält Werke des Klassizismus, der Romantik sowie der sozialistischen Kunst der Gegenwart. Das Grüne Gewölbe, eine der bedeutendsten Schatzkam­mern Europas, zeigt Sammlungen von unschätzbarem Material- und hohem künstlerischem Wert, bei denen vor allem die Goldschmiedearbeiten von Johann Melchior Dinglinger herausragen. Das Historische Museum enthält eine der wenigen Prunkwaffensammlungen der Welt. Die Porzellansammlung stellt neben ostasiatischem Porzellan hervorragende Erzeugnisse der Meißner Porzellanmanu­faktur aus. Die Stadt beherbergt weitere wertvolle Samm­lungen. Sie alle können auf einen nicht abreißenden und von Jahr zu Jahr ansteigenden Besucherstrom verweisen.

Bezirksstadt Dresden – Ein kulturelles und industrielles Zentrum

Im Südosten der DDR gelegen, war die Bezirksstadt Dresden schon immer ein Anziehungspunkt für die Werktätigen unserer Republik und für zahlreiche Gäste aus dem Ausland. Die Industrie nahm im Bezirk Dresden eine dominierende Stellung ein. Ihre Struktur war geprägt durch den Maschinen- und Fahrzeugbau, die Elektrotechnik/Elektronik und den Gerätebau. Mit bedeutenden Kapazitäten waren auch die Energiewirtschaft, die chemische Industrie sowie die Leichtindustrie vertreten. Dresden, reizvoll im Elbtalkessel gelegen, war ein Zentrum der Arbeiterklasse, der Kunst und Kultur und des Tourismus.

Der verbrecherische Bombenterror der USA und Großbritanniens

EE8NnjFWwAAijiVAm 13. Februar 1945 erfuhr die Stadt den verheerendsten Einschnitt in ihrer Geschichte. In einem verbrecherischen Luftangriff warfen anglo-amerkanische Bomber  fast eine halbe Million Spreng- und Brandbomben auf die Stadt und zerstörten die Innenstadt völlig. Es starben 35.000 Männer, Frauen und Kinder, von den vorhandenen 220.000 Wohnungen wurden 75.000 völlig  zerstört und weitere 100.000 beschädigt. 114 öffentliche Gebäude, 40 Krankenhäuser und Kliniken, 68 Kulturstätten wurden vernichtet. Bekannte kulturhistorische Bauten wie das Schloß  und das Taschenbergpalais, 20 Kirchen und 8 Kapellen sanken in Schutt und Asche. Der Zwinger und die Hofkirche wurden schwer beschädigt, 70 Prozent der Industrieanlagen zerstört.

Der Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt Dresden

Dank eines nie versiegenden Optimismus, eines unerschütterlichen Fleißes und des Wissens und Könnens ihrer Bewohner vollzog sich seitdem in der Stadt das größte Aufbauprogramm ihrer Geschichte. Es wurden 100.000 Wohnungen neugebaut. Ganze Stadtviertel – Leuben, Johannstadt, Prohlis und Gorbitz – entstanden neu. Viele bedeutende Baudenkmale wie der Zwinger und die Semperoper, wurden originalgetreu wieder aufgebaut. Allein die Ruine der Frauenkirche blieb erhalten. Sie kündete im Herzen der Stadt von jener schrecklichen Nacht und mahnte, nie wieder einen Krieg zuzulassen. Dieses Mahnmal wurde nach der Konterrevolution 1989 beseitigt! Doch immerhin zeigte sich Dresden nach der sinnlosen Zerstörung vier Jahrzehnte lang als eine blühende sozialistische Großstadt, die ihre mannigfaltigen und reichen Traditionen bewahrt hat. Heute herrscht auch dort, wie in der gesamten DDR, der räuberische Kapitalismus.

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Quelle: Die DDR im Spiegel ihrer Bezirke, Dietz Verlag Berlin 1989, S.69-75 (gekürzt)

Im Vorwort zu einer Informationsbroschüre der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (DDR) schrieb im Jahre 1976 deren Generaldirektor Prof. Dr. Manfred Bachmann

Die Kulturstadt Dresden

Der Ruhm Dresdens als Stadt der Kün­ste hat sich in mehr als vier Jahrhun­derten gefestigt: aus der um 1560 be­gründeten Kunstkammer der sächsi­schen Kurfürsten entwickelten sich die international bekannten Dresdener Museen mit ihren reichhaltigen Samm­lungen großartiger Werke der Weltkul­tur. Berühmte Gelehrte, Dichter und Künstler fanden im vielbesungenen „EIbflorenz“ wesentliche Anregungen für ihr Schaffen.

Der barbarische Bombenterror Im Februar 1945

Als im barbarischen Bombenhagel des militärisch so bedeutungslosen anglo­amerikanischen Luftangriffs vom 13. Fe­bruar 1945 mehr als 35 000 Menschen einen sinnlosen Tod starben, als allein die historisch geprägte Innenstadt auf einer Fläche von 15 km2 völlig vernich­tet wurde, sanken mit anderen weltbe­rühmten Bauwerken auch die Gebäude der Museen in Schutt und Asche. Aber bereits 1946 begann mit ersten Räu­mungs- und Sicherungsarbeiten der Wiederaufbau des Zwingers. Spezial­kräfte der sowjetischen Armee bargen die ausgelagerten Kunstschätze, um sie in sichere Obhut zu nehmen.

Eine aufblühende sozialistische Großstadt

Im Ensemble der wiederaufgebauten Kulturstätten der Elbestadt und ihrer neuen Wohnzentren erhielten auch die Dresdener Kunstschätze moderne Mu­seen, nachdem sie 1955 und 1958 aus der Sowjetunion zurückgekehrt waren und der Regierung der DDR überge­ben wurden. Dresden, die aufblühende sozialistische Großstadt mit einer dynamischen Industrie, zahlreichen wis­senschaftlichen Instituten und Hoch­schulen, reizvollen historischen Denk­mälern und landschaftlichen Schönhei­ten, wurde – zum ersten Mal in seiner Geschichte – auch zu einem Zentrum der lebendigen Begegnung zwischen werktätigem Volk und Kunst.

Kultur und Kunst in den Händes des werktätigen Volkes

DresdenWeltkulturHeute besuchen Millionen Menschen aus der DDR und aus vielen Ländern der Erde die Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Sie erle­ben auch eine Vielzahl wechselnder Sonderausstellungen alter und neuer Kunst, ein modernes Führungssystem, Vorträge, Kunstgespräche, Sonderfüh­rungen für Reisegruppen, für die Ar­beiter unserer sozialistischen Betriebe und für Schüler, Diskussionen mit Künst­lern und Konzerte. Der Pionierklub und die Arbeitsgemeinschaften des Jugend­klubs bemühen sich, den kulturellen In­teressen der jungen Museumsbesucher zu entsprechen.

Dresdens Kunstschätze gelten auch im Ausland als Sendboten der friedlichen Verständigung zwischen den Völkern. Die traditionsreichen Museen der Stadt am Strom wurden zu modernen sozia­listischen Stätten der Bildung unseres Landes.

Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (1976) – Schätze der Weltkultur (Zwischenüberschriften eingefügt N.G.)
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