Die DDR wird „geschlachtet“. Gera-Rusitz: Ein blutiges Massaker der „DDR-Aufarbeiter“ in Jahre 1992.

Originalton: „Herbst 1992. Die letzten Rinder der größten Mastanlage Thüringens werden abtransportiert. Tiere im Wert von über 10 Millionen Mark gehen zur Schlachtung in den Westen … Doch die Arbeiter verschmerzen den Verlust, denn mit dem Geld für die Rinder soll auf dem Gelände in Rusitz bei Gera ein Gewerbegebiet entstehen – eine Erwartung, die auch 10 Jahre später nicht erfüllt worden ist.“ – „Die Menschen mögen teilweise enttäuscht sein, nur hier ist etwas ganz Sauberes passiert“, behauptet einer der „Schlächter der DDR“ – so „sauber“, daß man sich drin baden kann. Auch an seinen Händen klebt das Rinderblut…

Ein Ost-Drama kurz nach der Konterrevolution

Ort des Geschehens: die ostthüringische Stadt Gera. Am Stadtrand, in Gera-Rusitz, befand sich mit 18.000 Plätzen eine der größten Mastbullen-Zuchtanlagen der DDR. Die Tierleistungen im Bezirk Gera lagen über dem DDR-Durchschnitt, so die Milchleistung je Kuh und die Produktions von Schlachtvieh je Hektar. In Niederpöllnitz bei Gera war eigens ein Kraftfuttermischwerk errichtet worden, eines der größten unserer Republik.

Ja – Gera war einst eine blühende, sozialistische Bezirkshauptstadt mit 120.000 Einwohnern. Was ist davon geblieben? Nicht, fast nichts. Heute ist Gera eine verarmte, ausgeplünderte Kleinstadt mit gerade mal 94.000 Einwohnern. Sämtliche Großbetriebe der Stadt (die Volkseigenen Betriebe: WEMA-Union, Textima, Modedruck, Nagema, Carl Zeiss, Elektronik Gera, Webereien und Maschinenbaubetriebe, Kfz.-Instandsetzung, Wohnungsbaukombinat, Tiefbaukombinat usw.), zahlreiche mittlere und kleine Betriebe sowie die Volkseigenen Güter wurden enteignet, plattgemacht, abgerissen, eingeebnet.

Zehntausende von Arbeitern, Landarbeitern und Angestellte wurden entlassen. Schließlich wurden ganze Wohngebiete wurden abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht. Die arbeitsfähige Bevölkerung wanderte aus nach dem Westen. Und zurück blieben die Rentner, ein paar Alteingesessene, die Beamten, Anwälte und das Personal… Das ist das „Saubere“ von dem dieser „saubere“ Herr anfangs sprach!

Siehe auch: Der Bezirk Gera – ein Symbol des Sozialismus in der DDR

 

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Kapitalistische Wirklichkeit, Konterrevolution, Kriminelle Gewalt, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Die DDR wird „geschlachtet“. Gera-Rusitz: Ein blutiges Massaker der „DDR-Aufarbeiter“ in Jahre 1992.

  1. Johann Weber schreibt:

    Lieber Sascha, vielen Dank, dass Du einmal an einem Beispiel aufgezeigt hast, wie die Wessi´s die Bevölkerung in den neuen Bundesländern um ihr Vermögen gebracht haben. Ich möchte Dir und Deinen Besuchern aufzeigen, dass noch ein ganz anderer Betrug, der eine ganz andere Dimension hatte, unter Bundeskanzler Kohls Leitung stattfand. Dürfte nur wenigen bekannt sein.

    Nach der Währungsunion betrugen die sogenannten Altkreditforderungen insgesamt 177,5 Mrd. DM und verteilten sich folgendermaßen auf die ehemaligen DDR-Banken:
    • Deutsche Kreditbank AG rd. 124,5 Mrd. DM
    • Deutsche Außenhandelsbank rd. 7 Mrd. DM
    • Genossenschaftsbank Berlin rd. 17,5 Mrd. DM
    • Berliner Stadtbank AG rd. 11,5 Mrd. DM
    • Deutsche Handelsbank AG rd. 6,5 Mrd. DM
    • Sparkassen und Volksbanken rd. 10,5 Mrd. DM
    Quelle: Bundesrechnungshof: Bericht über die Abwicklung von Altkrediten der ehemaligen DDR und die Übernahme von Geschäften ehemaliger DDR-Kreditinstitute vom 27.9.1995

    Der zu Zeiten der DDR festgelegte Zinssatz von 5 % – der, wie nachgewiesen, mit einem Zinssatz im marktwirtschaftlichen Sinne nichts gemein hatte und mit Hilfe von Abschlägen oder Übernahme durch den Staatshaushalt der DDR noch erheblich vermindert wurde oder ganz wegfiel – erhöhte sich durch die Zinsanpassung auf marktübliches Niveau auf über 10 %. Dadurch stieg die Höhe der “Altschulden” allein im Jahr 1992 um mindestens 10 Mrd. DM an.
    Mit der Veräußerung der DDR-Banken gingen auch die Forderungen der “Altkredite” auf die neuen Eigentümer über, ohne daß sie dem Kaufpreis zugerechnet wurden. Danach traten die westdeutschen Kreditinstitute an die ehemaligen ostdeutschen Unternehmen heran und verlangten die Tilgung der sogenannten Kredite und die Zahlung von Zinsen.

    Der Bundesrechnungshof kritisiert nicht nur die Tatsache, daß die Käuferbanken diese Altkreditforderungen unentgeltlich erwarben, sondern auch, daß sie diese ohne jedes Risiko erwarben, denn bei nicht mehr eintreibbaren Schulden haftet der Bund. So haben die Banken eine zusätzliche Absicherung: In diesem Fall bekommen sie ihr Geld plus angefallenen Zinsen aus dem Erblastentilgungsfonds.

    Was hier Altkreditforderungen genannt wird, waren die Finanzzuweisungen an die staatlichen Betriebe in der DDR. Es wurde einfach das Wort „Finanzzuweisung“ gegen das Wort „Kredite“ ausgetauscht. So wie ich die Wirtschaft in der DDR verstanden habe, stand hinter Finanzzuweisung folgender Vorgang. Die Gewinne aller staatlichen Betriebe wurden am Jahresende an den Staat gezahlt. Im neuen Jahr bekamen dann diese staatlichen Betrieb wieder diese Finanzzuweisungen für den laufenden Geschäftsbetrieb.

    Und nun die Zahlen, damit man ersehen kann, wie sich die westdeutschen Banken mit Hilfe von Bundeskanzler Kohl bereichern konnten.
    Anhand der Zahlen, die mir vor liegen, kann ich es verdeutlichen.
    • Die Berliner Bank erwarb ein DDR-Kreditvolumen von 1,5 Mrd. DM für 49 Millionen DM
    • Die Genossenschaftsbank West erwarb von der Genossenschaftsbank Ost 15,5 Mrd. DM für 120 Millionen DM
    • Die Westdeutsche Landesbank erwarb von der Dt. Außenhandelsbank 7 Mrd. DM für 430 Millionen DM
    • Die Bank für Gemeinwirtschaft erwarb von der DKB-Anteile der Staatsbank 6,5 Mrd. DM für 225 Millionen DM

    Allein diese 4 westdeutschen Banken bekamen ein DDR-Kreditvolumen in Höhe von 40,5 Mrd. DM für einen lächerlichen Spottpreis von 824 Millionen DM. Das sind 2% des DDR-Kreditvolumens, die nach dem Transfer mit 40,5 Mrd. DM in den Büchern der westdeutschen Banken standen.
    Die Plünderung ging noch weiter. Die Kreditschuldner mussten für die Kredite 10% Zinsen zahlen. In 7 Jahren sind ca. 38 Mrd. Euros an Zinsen aufgelaufen. Bundeskanzler Kohl hat den westdeutschen Banken zugesichert, dass der Staat für Kreditausfälle und alle aufgelaufenen Zinsen einspringt, sofern die westdeutschen Banken Kreditausfälle hatten. Bei einer 100%-igen Absicherung, dürften diese Banken beim geringsten Verdacht, dass die Kredite notleidend werden, die Kredit sofort gekündigt haben. Sie hatten ja kein Risiko.

    So und nun wird es interessant. Die westdeutschen Banken kauften für 824 Millionen DM Kredite in Höhe von 40,5 Mrd. DM plus 38 Mrd. DM Zinserträge. Also 78 Mrd. DM. Da mit Sicherheit diese 78 Mrd. DM mit Steuergelder ausgeglichen wurden, bezahlten die 17 Millionen Menschen in der DDR 20% von diesem Betrag. Allein für diesen Betrag wurden die Menschen in der DDR mit 15,6 Mrd. DM in Haftung gezogen. Wenn man bedenkt, die Verschuldung der DDR an die kapitalistischen Länder betrug laut Bundesbankbericht 19.9 Mrd. DM. Nur für diesen Raub der westdeutschen Banken, wurden die Menschen in der DDR mit dem gleichen Betrag belastet, wie die gesamten Auslandsschulden der DDR gegen westliche Kreditnehmer.

    Mir sind nicht alle diese Raubzüge der westdeutschen Banken bekannt. Eine Quelle schreibt, „Für einen Gesamtbetrag von 900 Millionen DM wurden so ,altschuldnerische DDR-Kredite‘, zu deren Verzinsung und Rückzahlung sich der Bund verpflichtet hat, in Höhe von fast 400 Milliarden DM ,verkauft‘!“

    Zum Schluss, die Zahlen sind nur grob, da die Bundesregierungen und der Bundesrechnungshof wenig an die Öffentlichkeit preisgaben. Aber schon diese Zahlen zeigen, mit welchen horrenden Summen die Menschen in der DDR geplündert wurden.

    • sascha313 schreibt:

      Danke für diese hochinteressante Ergänzung. Dagegen dürfte der Raub des Volkseigentums in Gera-Rusitz nur einer von den vielen „kleinen Fischen“ gewesen sein, um die gerissene Finanzspekulanten arglose DDR-Bürger in den 1990er Jahren betrogen. Und keiner von diesen Ganoven wurde jemals dafür zur Rechenschaft gezogen (war ja alles „sauber“!) Gibt es dazu weitere Quellen?

    • … und was die meisten auch nicht wissen:

      Das Sparvermögen der Bürger der DDR betrug 250 Milliarden DM!

      Die „Schulden“ zwischen den Behörden der DDR — nichts als „Verrechnungseinheiten!!! —
      betrugen 40 Milliarden Mark der DDR.

      In kleinen Randnotizen der BRD-Presse wurde 1990 erwähnt, daß *Thatcher* der „Wiedervereinigung“ nur zustimmen würde, wenn diese 40 Milliarden Mark 1:10 in DM ‚aufgewertet‘ werden und englischen Banken als „Schuldverschreibung“ mit einem Zinssatz von 10 % p.a. „ausgehändigt“ werden:
      Also 40 Milliarden interner Verpflichtungen in Mark werden 400 Milliarden DM SCHULDEN, die 40 Milliarden Zinsen pro Jahr abwerfen!!!

      — Ich hatte damals mit meinem besten Freund – ein besserer Kaufmann als ich – darüber viele Diskussionen geführt; wir wollten uns halt irgendwie über all die merkwürdigen Vorkommnisse einen Reim machen – und wußten: hier geht es um echt ganz großes Geld!
      Zugegeben: Ich habe es erst 20 Jahre später wirklich ‚durchblickt‘: Die BRD war PLEITE und brauchte Sicherheiten für neue Kredite! Die Sicherheit dafür war die DDR, die sich jedoch erst einmal einverleibt werden musste, bevor die neuen Kredite für die BRD überhaupt fließen konnten!!! —

  2. corblimey911 schreibt:

    …und keiner von diesen Polpots,Stalins,Lenins wurde je zur Rechenschaft gezogen, 200 Millionen Menschen im Namen des Kommunismus ermordet zu haben.
    Pfui Teufel – ich habe diesen Blog angezeigt.

    • Eleonore Kraus schreibt:

      Was für eine lächerliche Drohung im Land der „Meinungsfreiheit.“
      Man, jetzt hab ich aber Angst !

      • Johann Weber schreibt:

        Ach so, wieder so einer. Von diesem corblimey911 ist die klare Handschrift, dieser Lohnschreiber von der DDR-Aufarbeitungsindustrie zu erkennen.
        Die müssen ihre Pfründe, schließlich haben diese Lohnschreiber eine Menge Kohle einkassiert. Die Zahlen reichen von 4 bis 6 Milliarden Euro an Steuergelder in den letzten 30 Jahren. Diese Milliarden müssen gesichert werden. Deshalb muss alles, was das Treiben dieser Lohnschreiber in irgend einer Art und Weise stört oder gar aufdeckt, in Misskredit gebracht werden. Ich kann ein Lied davon singen. Ich hinterfrage viel, was aus dieser DDR-Aufarbeitungsindustrie kommt. Anwürfe wie Stalinist, Nazi, Kommunist, Betonkopf, warum bist den nicht nach drüben gegangen usw. sind mir gut bekannt. Diesen Lohnschreibern ist nur eins wichtig, durch ihre Einwürfe saschas-blog-leser zu verunsichern. Wie geht dies am Besten, mit Drohung.
        Hinweis: Warum zeigt er nicht den WDR an? Die sind die Urheber der Aufdeckung dieser Vorgänge, wie die Menschen in der DDR um den Lohn ihrer harter Arbeit gebracht wurden. Er hätte dies nun schon seit Jahren tun können. Nein, da hätte er ja gegen einen Staatssender vorgehen müssen. Da geht nicht. Schließlich kommen Milliarden für diese Lohnschreiber vom Staat.

        Als ich diesen Anwurf von diesem mir unbekannten Mann oder Frau gelesen habe, war mein erster Gedanke. Das ist dir doch alles bekannt. Haben nicht die Agenten von Schumachers Terrororganisation das „SPD-Ostbüro“ oder die Agenten von Adenauers Terrororganisation „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU), oder der RIAS immer wieder Menschen abends angerufen, und ihnen angsteinflößend geschildert, dass früh am Morgen des nächsten Tages das Mfs (damals sagte noch keiner Stasi) an der Tür klingelt? Viele sind dann Hals über Kopf in den Westen gegangen. Ziel dieser Agenten war erreicht, die führenden Westmedien konnten wieder ihre Titelseiten mit einer Erfolgsmeldung im Kampf gegen die unterdrückten und notleidenden Menschen in der SBZ (sowjetische besetzte Zone) und in der DDR feiern.

    • Typen wie Sie kreiden immer noch die Verbrechen der USA und Europas den Kommunisten an; dafür gibt es einen passenden Spruch aus der Bibel: „Verflucht bist du, der das Gute böse und das Böse gut nennt.“

    • Anna schreibt:

      na da steht ja jetzt hier jedem der Angstschweiß auf der Stirn

  3. Rolf schreibt:

    Armer Mensch „corblimey911“ !
    Bilde dich – oder – kaufe, konsumiere und gehorche weiter ..

    Danke für den Bericht aus meiner ehemaligen Bezirkshauptstadt.
    Es ist das gleiche Schicksal wie bei meiner Heimatstadt Greiz.
    Jetzt rennen die Greizer wieder „ihrem Fürsten“ hinterher oder jubeln den selbsternannten Volksvertretern zu.

    Rolf

  4. Eleonore Kraus schreibt:

    Lieber Sascha,

    leider ist es nicht jedem möglich dir zu schreiben.
    Solidarität ist das Zauberwort und nichts und niemandem wird es gelingen die Wahrheit töten zu können und uns Angst machen zu wollen. Angst ist ein schlechter Begleiter !

    Deine treue Leserin Eleonore.

    In diesem Sinne, liebe Antikommunisten sind wir doch froh, dass es euch gibt.
    So leben wir in der Gewissheit, dass wir den Finger in die richtige Wunde legen und ihr laut AUA schreit und um euch schlagen müsst.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s