Bolivien nach dem faschistischen Putsch (Nov. 2019)

Bolivien2019-117.11.2019 – Hier nun einige kurze Informationen zur Situation in Bolivien: Die Putschisten haben die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela abgebrochen und die venezolanischen Diplomaten ausgewiesen. Ebenfalls wurden sämtliche kubanischen Ärzte und Fachkräfte ausgeweisen. Die Faschisten erklärten den Austritt Boliviens aus dem ALBA-Abkommen, dem Handelsvertrag der bolivarischen Länder auch kündigten sie den Abbruch der Beziehungen zu Ländern die im Gegensatz zu den USA stehen. 

Bolivien2019-2Die selbsternannte Putsch-„Präsidentin“ Jeanine Áñez veröffentlichte ein Dekret, daß die Militärs, die sich an der Unterdrückung der Proteste gegen den faschistischen Putsch beteiligen, von jeglicher strafrechtlichen Verantwortlichkeit befreit werden. Tatsächlich kann man in Bolivien jetzt ungestraft töten. Seit Beginn des faschistischen Putsches in Bolivien wurden mehr 1.200 Menschen verhaftet, etwa 8 bis 15 Menschen wurden getötet, und zehn verwundet. Die Militärs verwenden scharfe Munition.

Bolivien2019-3Die Putschisten gaben klar zu verstehen, daß sie Morales nicht zu den Wahlen zulassen werden und erklärten ihre Absicht, auch die größte Partei des Landes „Movimiento al Socialismo“ nicht zu den Wahlen zuzulassen. Die Senatsmehrheit wählte einen neuen Vorsitzenden gewählt, der Áñeznicht als Präsidentin anerkannte und die Rechtmäßigkeit von Morales unterstützt. So hat das höchste gesetzgebende Organ Boliviens die Rechtmäßigkeit von Áñezvollständig abgelehnt, die ausschließlich auf den Bajonetten der Armee beruht.

Bolivien2019-5Morales erklärte, daß er, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, bereit wäre, nach Bolivien zurückzukehren, ohne jedoch Anspruch auf die Präsidentschaft zu erheben. Im Land halten die großen Massenproteste indessen weiter an, parallel dazu wird der faschistische Terror fortgesetzt. Auf Twitter kann man zahlreiche Videos darüber finden unter https://twitter.com/colonelcassad – auch über die Opfer des Terrors.  Es wird auch von Übertritten der Soldaten und Polizisten auf die Seite der Protestierenden berichtet. Die aufständischen Soldaten zeigen die Flaggen der einheimischen Bevölkerung und erklären, daß sie ihre Landsleute nicht töten werden.


Insgesamt verläuft die Situation sehr ähnlich wie in der Ukraine.

  1. Der Präsident flüchtete in anderes Land.
  2. Die politischen Strukturen der bisherigen Staatsgewalt sind demoralisiert und es gibt Probleme mit der Organisation.
  3. Im Unterschied zu Morales, sind seine Gegner bereit, für ihre Macht zu töten, was sie schon anschaulich demonstrieren.
  4. Der Teil der Polizei ist leicht umgefallen und unterdrückt ebenso leicht die Gegner des Putsches. („Berkut“ läßt grüßen, von denen auch ein Teil nach dem Putsch die Fahne gewechselt hat.)
  5. Die Armee, die verzichtet hatte, auf die Putschisten zu schießen, schießt nun ebenso leicht aufs aufständische Volk. Im Unterschied zu den Behörden, waren die Putschisten sofort bereit, sich gegen das eigene Volk zu wenden.
  6. Der Putsch wurde offenbar verwirklicht im Interesse einer radikalen Minderheit und mit Hilfe ausländischer Auftraggeber.
  7. Zur Einschüchterung und für die Unterdrückung der Opponenten werden im Auftrag der Großbourgeoisie faschistische Terroreinheiten eingesetzt.
  8. Im Lande wird nach ethnischen und religiösen Merkmalen der Haß entfacht.
  9. Die Ressourcen des Landes werden zur Übergabe an das ausländische Kapital vorbereitet.
  10. Eine weitere Forcierung des Putsches führt zur Situation eines Bürgerkrieges.

Statistik der Proteste im benachbarten Chile

Innerhalb von 28 Tagen der Proteste wurden 5.629 Menschen verhaftet, 25 getötet, 2.365 verletzt, 217 Menschen haben 1 oder 2 Augen verloren, 192 Menschen wurden gefoltert. 52 Vergewaltigungen wurden registriert. Und noch einmal: Es ist nicht „die totalitäre sozialistische Hölle Venezuelas“, somdern das angeblich „freie, demokratische und kapitalistische Chile“. Jetzt versuchen ähnliche Monster, auch in Bolivien einen solchen Terror einzuleiten.

Quelle: WKP (B) – Genosse Л.Б.

Siehe auch: https://colonelcassad.livejournal.com/5430049.html

Im folgenden nun ein Interview mit Evo Morales (rt):

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