Die reaktionären polnischen Regierungen 1939 und 2019

Hitlerdeutschland-PolenAngesichts dessen, daß die reaktionäre polnische Regierung und ihre nazifreundlichen Unterstützer in den USA, der EU und in Westeuropa schon seit geraumer Zeit versuchten, die Geschichte zu ihren Gunsten umzufälschen, war es an der Zeit, daß sich auch der russische Präsident Putin darüber zu Wort meldete. Er nannte den damaligen polnischen Botschafter in Hitlerdeutschland Józef Lipski einen „Lumpen und ein antisemitisches Schwein“  – daß dieser Begriff durchaus zutrifft, ergibt sich aus der Vorkriegsgeschichte des zweiten Weltkriegs und dem Verhalten der reaktionären polnischen Regierung unter Sikorski.

Im Buch „Der zweite Weltkrieg“ wird der historische Hintergrund wie folgt erklärt:
Ende der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatten die aggressiven Handlungen des faschistischen Blocks die imperialistischen Gegensätze derart verschärft,  daß ein Funke genügte, einen neuen Weltbrand zu entfachen. Seit 1937 breitete sich eine neue Wirtschaftskrise in Amerika und Europa aus, die die inneren Schwierigkeiten der kapitalistischen Staaten erhöhte.

Die neuen Depressionserscheinungen trugen dazu bei, die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen den beiden imperialistischen Mächtegruppierungen zuzuspitzen. Die aggressiven Staaten Deutschland, Italien und Japans streben mit aller Macht und mit allen Mitteln nach Ausdehnung ihrer Profitquellen, Absatzmärkte, Kapitalanlagemärkte und Rohstoffgebiete sowie  nach der Ausbeutung weiterer Millionen Werktätiger. Das Ziel des kriegslüsternen deutschen Imperialismus war die Herrschaft über Europa und die Welt. Die USA, Großbritannien und Frankreich wollten ihre Vormachtstellung innerhalb des imperialistischen Systems, die sie im ersten Weltkrieg errungen hatten, erhalten und ausbauen. Doch beabsichtigten sie im Unterschied zu den faschistischen Aggressoren, dieses Ziel ohne größere militärische Auseinandersetzungen und weltweite Kriege zu erreichen.

Die kurzsichtige antisowjetische Politik der imperialistischen Bourgeoisie Europas und der USA hatte dafür gesorgt, daß dem faschistischen deutschen Imperialismus die bisherigen außenpolitischen Erfolge in den Schoß gefallen waren, ohne daß er sein militärisches Aggressionsinstrument ernsthaft einsetzen mußte. Diese Erfahrungen steigerten die Aggressivität und Expansionslust der deutschen Imperialisten, die nunmehr ihren Kurs auf eine radikale Neuaufteilung der Welt beschleunigten. Sie betrachteten dabei die Sowjetunion als ihren Hauptgegner, zogen es aber vor, zunächst große Teile des kapitalistischen Europas zu unterwerfen.

Quelle:
Gerhard Förster/Heinz Helmert/Helmut Schnitter: „Der zweite Weltkrieg. Militärhistorischer Abriß“. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin, 1981, S. 38f.

Wie verlief der deutsche Überfall auf Polen?

Um eine schnelle militärische Entscheidung her­beizuführen, setzte das faschistische Oberkommando mit 63 Divisionen den Hauptteil seiner Landstreitkräfte ein, dar­unter alle motorisierten, leichten und Panzerdivisionen sowie 24 der 36 aktiven Infanteriedivisionen und die Masse der Heerestruppen. Das polnische Oberkommando konnte ihnen nur 39 In­fanteriedivisionen und 24 Brigaden entgegensetzen, von denen zu Beginn des Krieges aber erst 24 Divisionen und 12 Brigaden in den vorgesehenen Verteidigungsabschnitten standen, weitere Verbände befanden sich noch in der Auf­stellung bzw. im Anmarsch. Die polnischen Streitkräfte in einer Stärke von rund einer Million Mann besaßen rund 500 Panzer (gegenüber, rund 3.200 deutschen) sowie rund 400 Kampfflugzeuge (gegenüber mehr als 2.000 deutschen).

Die unterlegene polnische Armee

Der Motorisierungsstand des polnischen Heeres war völlig unzureichend, die Panzer- und Flugzeugtypen waren größ­tenteils veraltet, es mangelte an mittlerer und schwerer Ar­tillerie, noch mehr aber an Flieger- und Panzerabwehrge­schützen.

Polen 1939

Die zahlenmäßige Überlegenheit des faschisti­schen Aggressors, die bei Infanterie 1,5: 1, bei Artillerie 3,6:1, bei den Panzern 6,3:1 und bei Flugzeugen 5:1 betrug, potenzierte sich durch die Anwendung moderner Methoden der Kriegskunst, wie sie in der Operationsplanung Aus­druck fanden.

Die Aggressivität der deutschen Faschisten

Die Blitzkriegsplanung der faschistischen Militärs be­ruhte auf der operativ-strategischen Hauptidee, die Mehr­zahl der polnischen bewaffneten Kräfte durch Stöße von Pommern/Ostpreußen nach Südosten und Süden sowie aus Schlesien nach Nordosten westlich der Wisła-Narew­-Linie zu umfassen, zu vernichten und in kurzer Zeit das gesamte Land zu besetzen. Die große Überlegenheit des Aggressors und der für Polen ungünstige Grenzverlauf, der einen Angriff von mehreren Seiten ermöglichte, kom­plizierte für das polnische Oberkommando die Ausarbeitung einer erfolgversprechenden Verteidigungskonzeption.

Von den französischen „Verbündeten“ im Stich gelassen…

Die hohlen Verpflichtungen der Westmächte, am 15. Mo­bilmachungstag im Westen eine Offensive mit dem Gros der französischen Streitkräfte zu beginnen, stellten zudem alle operativen Überlegungen auf brüchigen strategischen Boden. Zum Schutz der wichtigsten Industriereviere und Rekru­tierungsreservoire Polens wäre es erforderlich gewesen, eine Verteidigungslinie von über 1.600 Kilometern zu bezie­hen. Durch die als notwendig erachtete Deckung weiterer Gebiete wurden fast alle polnischen Gruppierungen in der ersten operativen Staffel eingesetzt. Die kordonartige Kräfteentfaltung, die keine ausreichende Tie­fenstaffelung besaß, gefährdete die in der Defensivkonzep­tion enthaltene Absicht, die polnischen Verbände, wenn nötig, hinter die Wisła und anschließend nach Südost­polen zurückzuziehen, um hier den Widerstand fortzu­setzen.

Faschistische polnische Banditen im Hinterland

Unruhe und Verwirrung lösten die Banden der faschistischen Fünften Kolonne aus, die mancherorts wichtige Be­triebe, Verkehrseinrichtungen wie Brücken und Gleisanlagen besetzten oder sprengten, Fernsprech- und Telegrafenliniea unterbrachen und polnische Soldaten überfielen. Polnische Abwehr- und Gegenmaßnahmen gegen die hinterhältigen Überfälle nahm die Goebbelspropaganda zum Vorwand, um die terroristische Kriegführung und die Verbrechen der faschistischen Wehrmacht zu rechtfertigen.

Die Lage verschlechterte sich schnell

Für die polnischen Streitkräfte verschlechterte sich die Lage nach dem Verlust der Grenzschlachten außerordent­lich schnell. Ihre Armeen und operativen Gruppen kamen kaum zu einem operativen Zusammenwirken und wurden einzeln in den Strudel der Niederlage gerissen. Angesichts des Verlustes der einheitlichen Truppenführung und des schnellen faschistischen Vordringens war es fraglich, ob es gelingen würde, den Befehl des Oberbefehlshabers der pol­nischen Armee, Marschall Rydz-Śmigły, vom 5. 9. 1939 zum ge­ordneten Rückzug hinter die Wisla und zum Aufbau einer neuen Verteidigung an der Linie Narew-Wisła-San zu ver­wirklichen. Tatsächlich entwickelte sich die Lage so ungünstig, daß Rydz-Śmigły am 9. 9. 1939 den allgemeinen Rückzug nach Süd­ostpolen befahl. Aber auch dieser Befehl war nur noch teil­weise zu verwirklichen. …

Die strategische Niederlage der polnischen Armee

Vom 8./9. bis 23. 9. 1939 entwickelte sich an der Bzura bei Kutno eine der erbittertsten Schlach­ten des Feldzugs, in der nach anfänglichen Rückschlägen die faschistischen Truppen schließlich die von General Kutrzeba befehligten polnischen Verbände zerschlugen. Das Kräfteverhältnis und die operative Lage führten da­zu, daß bis zum 17. 9. 1939 der Feldzug strategisch entschieden war. Der polnischen Führung gelang es nicht, eine größere Anzahl von Divisionen und Brigaden geordnet über die Wisła und anschließend nach Südostpolen zurückzuführen.

Die reaktionäre polnische Regierung ergreift die Flucht

Als die polnische Regierung, die Warschau bereits am 5./6. 9. 1939 verlassen hatte, am 17. 9. 1939 auf rumänisches Territorium übertrat, offenbarte dies den Zusammenbruch des bürgerlichen polnischen Staates. Während die polnischen Machthaber das Land verließen, setzten die Offiziere und Soldaten zusammen mit den Werktätigen und den besten Vertre­tern der fortschrittlichen Intelligenz den gerechten Kampf für die Unabhängigkeit ihres Landes fort. Ihr heroischer Widerstand konnte die Niederlage zwar nicht rückgängig machen, aber er bewies den festen Willen des polnischen Volkes, sich nicht der faschistischen Sklaverei zu beugen.

Die heldenhaften Verteidiger Polens

Die abgeschnittenen polnischen Gruppierungen leisteten der faschistischen Übermacht noch verzweifelten Wider­stand. Zum leuchtenden Symbol dieses Kampfes wurde die Verteidigung Warschaus. In der am 9. 9. 1939 gebildeten Arbei­terbrigade zur Verteidigung Warschaus kämpften Kornmu­nisten und linke Sozialisten, oftmals gerade den Gefängnis­sen entronnen, in vorderster Reihe zusammen mit Truppen des regulären Heeres. Erst nachdem die Aggressoren ein barbarisches Luft- und Artilleriebombardement eröffnet hatten und Munition und Lebensmittel der Verteidiger zu Ende gingen, streckten sie am 28.9.1939 die Waffen. Einen Tag später kapitulierte die Festung Modlin, am 2.10. der Flot­tenstützpunkt Hel. Bis zum 6. 10. leisteten noch versprengte Reste des polnischen Heeres am Wieprz nördlich Lublin Widerstand.

Die feige Zurückhaltung der Westmächte

Während die polnischen Truppen und die Bevölkerung kämpften, blieben die Westmächte militärisch untätig. Trotz bedeutender Überlegenheit entwickelten sie keine wirksame Offensivaktion gegen den deutschen Aggressor, der im Westen nur 43 größtenteils unzulänglich ausgerüstete und aus­gebildete Divisionen einsetzen konnte. Die reaktionären britischen und französischen Politiker spekulierten darauf, sich mit Hitler auf antisowjetischer Basis verständigen zu können, und die französischen Militärs waren von ihrem aus­geprägten Maginotdenken befangen. Lediglich im Raum Saarbrücken besetzten französische Kräfte fast kampflos zwei vorspringende Geländestreifen im Vorgelände des West­walls, die sie aber nach kurzer Zeit wieder räumten. Die Tätigkeit der britischen und der französischen Luftstreit­kräfte ging über Aufklärungsflüge nicht hinaus.

Die Hauptursachen der polnischen Niederlage

Der hinterhältige Verrat der Westmächte, die große Über­legenheit der faschistischen Truppen gegenüber den pol­nischen und die politische und militärische Isolierung des polnischen Staates, die auf die antikommunistische Politik der bürgerlichen Regierung zurückzuführen war, bildeten die Hauptursachen der schnellen Niederlage. Sie wurde aber auch wesentlich bedingt durch die Schwäche und Fäul­nis der bürgerlich-gutsherrlichen Ordnung Polens, die wirt­schaftliche Rückständigkeit, die nationale Unterdrückung der nichtpolnischen Nationalitäten, insbesondere der Ukrai­ner, Belorussen und Litauer, und die dadurch hervorgerufene Schwächung der Kampfkraft des Heeres.

Ausplünderung Polens durch die deutschen Monopole

Der militärische Erfolg der Naziwehrmacht förderte das Weltherrschaftsstreben des faschistischen deutschen Impe­rialismus, der sich mit der Okkupation polnischer Gebiete den Rücken für die Aggression gegen Westeuropa und die wichtigste Aufmarschbasis für den späteren Überfall auf die UdSSR sicherte. Für das polnische Volk begann eine Zeit grausamster Unterdrückung und bestialischer Ausrottung. West- und Nordpolen mit Gdańsk, Poznań und ‎Łódź und die Gebiete um Katowice und Ciechanów wurden von Deutschland annektiert, der Rest des Landes im Oktober 1939 in das berüchtigte Generalgouvernement umgewandelt, das die deutschen Monopole schonungslos ausplünderten und ausbeuteten.

Der Widerstandswille des polnischen Volkes

Die Okkupanten vermochten aber nicht, den Widerstandswillen des polnischen Volkes zu brechen. Unter Führung der Arbeiterklasse setzte es den antifaschi­stischen Befreiungskampf unter den schweren Bedingungen des Besatzungsregimes fort. Von den über 200.000 Polen, die 1939 in die UdSSR und nach Rumänien übertraten, kämpfte die Mehrzahl später an der deutsch-sowjetischen Front, in Afrika, Italien und Westeuropa gegen die faschi­stischen Aggressoren.

Die bedrohte Sicherheit der UdSSR

Der Zusammenbruch des bürgerlichen polnischen Staates und das schnelle faschistische Vordringen nach Osten be­rührten die elementarsten Sicherheitsbedürfnisse der So­wjetunion. Durch den deutschen Vormarsch in die Gebiete, die 1920 von Polen annektiert worden waren, wurden die dort lebenden etwa 9 Millionen Ukrainer und Belorussen vom Joch der faschistischen Sklaverei bedroht. Ab 17. 9. 1939 rückten sowjetische Truppen im wesentlichen bis zu der 1919 als sowjetisch-polnische Grenze vorgeschlagenen Cur­zonlinie vor, um der Aggression des deutschen Imperialis­mus den weiteren Weg nach Osten zu verlegen und Leben und Eigentum der einheimischen ukrainischen und belorus­sischen Bevölkerung zu schützen. Damit gelang es der UdSSR, die Ausgangslinien einer strategischen Entfaltung faschistischer Streitkräfte 250 bis 350 Kilometer nach We­sten zurückzuschieben.

Quelle:
„Der zweite Weltkrieg. Militärhistorischer Abriß“. a.a.O. S. S.46-53. (gekürzt; Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Der Kampf um den Frieden nach dem 1. Weltkrieg

Die gesamte Entwicklung der kapitalistischen Nachkriegswelt nach 1918 sprach dafür, daß einen neuer Weltkrieg heranreifte. Die kapitalistische Welt geriet von einer Wirtschaftskrise in die andere. Der Krise von 1929-1933 folgte die neue Wirtschaftkrise des Jahres 1937. Die Widersprüche  in der kapitalistischen Welt verschärften sich mehr und mehr, es bildeten sich Herde eines neuen Krieges heraus.

Was waren die Ursachen des 2. Weltkriegs?

Die Nürnberger Prozesse gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher sowie auch die japanischen Hauptkriegsverbrecher in Tokio 1945-1946 haben klar aufgezeigt, wie die Angreiferstaaten den neuen Krieg gegen friedliebende demokratische Länder und insbesondere gegen die Sowjetunion, das Land des siegreichen Sozialismus vorbereitet hatten. Auch diesmal war Deutschland der Angreifer, der die Welt in einen neuen Krieg von bisher ungekannten Ausmaßen stieß. Seine Verbündeten bei der Vorbereitung und Entfesselung des Krieges waren Japan und Italien. Weder der Völkerbund noch die Regierungen der westeuropäischen Staaten unternahmen irgend etwas zur Zügelung der faschistischen Länder. Im Gegenteil, viele von ihnen wünschten einen Angriff der faschistischen Staaten auf die Sowjetunion. …

Komplott gegen die sozialistische Sowjetunion

Im Jahre 1937 schlossen Deutschland, Italien und Japan den „Antikominternpakt“. Nach außen  hin ein Bündnis gegen den Kommunismus, war er in Wirklichkeit ein Militärbündnis der faschistischen Staaten. Nunmehr ging die Kriegsvorbereitung gegen die gesamte Welt, vor allem gegen die Sowjetunion, noch schneller vonstatten. 1938 annektierte das faschistische Deutschland Österreich. 1939 folgte die Tschechoslowakei. Die Regierungen Englands und Frankreichs gaben in München diesen Annexionen, ebenso der Abessiniens durch Italien, ihre Zustimmung und ermunterten damit die faschistischen Staaten zu weiteren Angriffen.

Quelle:
Große Sowjet-Enzyklopädie (2 Bde.), Verlag Kultur und Fortschritt Berlin, 1952, Bd.I, S.734. (gekürzt; Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Worum ging es beim sog. Münchner Abkommen?

Münchener Abkommen: am 29. Sept. 1938 in München von Arthur Neville Chamberlain, Edottarri Daladier, Adolf Hitler und Benito Mussolini unterzeichneter Vertrag, der Deutschland zur Okkupation tschechoslowakischen Grenzgebietes in Böhmen und Mähren, des sog. Sudetengebietes, in der Zeit vom 1. bis 10. Okt. 1938 ermächtigte. Im Zusammen­hang mit dem Münchener Abkommen erpreßte die reaktio­näre polnische Regierung die am 1. Okt. 1938 erfolgende Abtretung des Teschener Gebietes und zweier kleinerer Grenzstreifen in der Slowakei. Der Wiener Schiedsspruch vom 2. Nov. 1938 ermöglichte Horthy-Un­garn die Okkupation der Südslowakei. Ins­gesamt verlor die Tschechoslowakei ein Ge­biet von 40.929 km² mit 5.017.356 Einwoh­nern – davon 1,25 Mill. Tschechen und Slo­waken –, 33 Prozent aller Betriebe, viele strategische Verbindungen sowie den gesam­ten Grenzbefestigungsgürtel und wurde da­mit von Hitlerdeutschland völlig abhängig.

Unter dem erpresserischen Druck Hitlers verrieten die Westmächte im Zuge ihrer → „Be­friedungspolitik“ den tschechoslowakischen Verbündeten, um die faschistische Aggres­sion gegen die UdSSR zu lenken. Die West­mächte lehnten jede verbindliche Garantie der Grenzen der Tschechoslowakei ab. Allein die Regierung der UdSSR stand zu ihren Bündnisverpflichtungen und mobilisierte Teile ihrer Armee für den Bündnisfall. Doch die reaktionäre tschechoslowakische Regie­rung fürchtete einen Krieg an der Seite der UdSSR, lehnte das Hilfsangebot ab und nahm das Münchener Diktat unter Verfas­sungsbruch an. Dadurch wurde dem kampf­bereiten tschechoslowakischen Volk, an des­sen Seite sich auch deutsche Antifaschisten stellten, die Waffe aus der Hand geschlagen.

Das Münchener Abkommen ermunterte den deutschen Imperialismus zu weiteren Aggressionen und ebnete ihm den Weg zum zweiten Weltkrieg. Das Münchener Abkommen kam unter gröb­ster Verletzung der Prinzipien des internationalen Rechts zustande und war daher von Anfang an völkerrechtlich ungültig. Aus die­sem Grunde forderten die sozialistischen Staaten, dieses Schandabkommen für null und nichtig zu erklären, und zwar von Anfang an. Während sich die Deutsche Demokra­tische Republik in einer Reihe offizieller Deklarationen von diesem Abkommen di­stanzierte und es als völkerrechtswidrig und ungültig erklärte, widersetzt sich die westdeutsche Bundesrepublik bis heute dieser Forderung.

Quelle:
Sachwörterbuch der Geschichte (2 Bde.), Dietz Verlag Berlin 1970, Bd.2, S.120f.

Die russische Zeitung „Iswestija“ schrieb:

Polen, das während des Zweiten Weltkriegs danach strebte, ein Satellit Hitlerdeutschlands zu werden, trägt eine schwere Verantwortung für die Geschehnisse in Europa gegen Ende der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. So reagierten auch die Mitglieder der Staatsduma und im Rat der Föderation auf die Erklärung des polnischen Außenministeriums, das den Präsidenten Rußlands Wladimir Putin einer «Entstellung der Geschichte» beschuldigte. Offenbar habe man in der osteuropäischen Republik vergessen, daß es die UdSSR war, die als eine der ersten mit Hitlerdeutschland einen Nichtangriffsvertrag abschlossen und die schließlich Polen von den Faschisten befreite, erinnerten die russischen Politiker.  Diese Meinung teilen auch die Experten, indem sie versuchen, die Nervosität der polnischen Diplomaten über diese unangenehmen Tatsachen aus der Vergangenheit des Landes zu erklären.

Kurz zur Erinnerung

Als Antwort auf die Frage über seine Haltung gegenüber der kürzlich vom Europarlament verfaßten Resolution, die den Nazismus und Faschismus dem sowjetischen Regime gleichsetzte, äußerte sich Wladimir Putin bei der jährlichen Pressekonferenz am 19. Dezember auch zur zwiespältigen Rolle Polens im Zweiten Weltkrieg.

Polnische Panzer 19381938 hatte die sogenannte Münchener Absprache stattgefunden, bei der die Führer Frankreichs und Großbritanniens mit Hitler ein Abkommen über die Aufteilung der Tschechoslowakei unterzeichneten. Wie hat sich Polen in dieser Situation verhalten, das, wie einer der Diplomaten schrieb, «alles unternahm, um an der Aufteilung der Tschechoslowakei teilzunehmen»? — so fragte der Präsident Putin. — Polen hat an der Aufteilung der Tschechoslowakei selbst teilgenommen. Zwei Bezirke, der Těšínské Slezsko  und noch ein weiterer Bezirk wurden Polen zugeschlagen. Und Polen hat beide Bezirke besetzt. Das ist alles. Sie hatten tatsächlich ein Ultimatum gestellt. Eine ganze Einheit wurde für diese Aggression mobilisiert.

Польша, которая во время Второй мировой войны стремилась стать сателлитом гитлеровской Германии, несет серьезную ответственность за происходившее в Европе в конце 30-х годов прошлого века. Так в Госдуме и Совете Федерации отреагировали на заявление польского МИДа, обвинившего президента РФ Владимира Путина в «искажении истории». Видимо, в восточноевропейской республике забыли, что именно СССР освободил ее от фашистов, с которыми она одной из первых заключила договор о ненападении, напомнили российские политики. Это мнение разделяют и эксперты, которые объясняют нервозность польских дипломатов неприятными фактами из недавнего прошлого страны.
Короткая память
О неоднозначной роли Польши во Второй мировой войне Владимир Путин сказал на ежегодной пресс-конференции 19 декабря, отвечая на вопрос об отношении к недавней резолюции Европарламента, приравнявшей нацизм и фашизм к советскому режиму.
— В 1938 году был подписан так называемый мюнхенский сговор, когда лидеры ведущих стран — Франции, Великобритании — подписали с Гитлером соглашение по разделу Чехословакии. Как повела в этой ситуации себя Польша, которая, как писал один из дипломатов, «сделала всё для того, чтобы поучаствовать в разделе Чехословакии»? — поинтересовался президент. — Польша сама поучаствовала в разделе Чехословакии. Зашла в два района — Тешинский и еще там второй район. И всё, и забрала их. Вот и всё. Ультиматум выдвинули фактически. Целую группировку создали для агрессии.
Quelle: siehe „Iswestija“ vom 23.12.2019 (Übersetzung: Witold Pawlicki)

Auch schrieb die Zeitung „Iswestija“:

Der russische Präsident Putin hatte den polnischen Diplomaten Józef Lipski „Scheißkerl und antisemitisches Schwein“ genannt, da dieser in den 1930er Jahren versprochen hatte, dem Führer Nazideutschlands Adolf Hitler ein Denkmal dafür zu errichten, nachdem dieser vorgeschlagen hatte, die Juden nach Afrika zu deportieren. …

Goering-Lipski

In trauter Gemeinsamkeit: Der oberste Naziverbrecher Göring und der polnische Diplomat Lipski (rechts daneben)

Der Präsident Rußlands erinnerte daran, daß die sowjetischen Truppen in Polen einmarschierten, «nachdem die polnische Regierung die Kontrolle über die Streitkräfte verloren hatte und darüber, was auf dem Territorium des Landes geschieht». Die Regierung Polens befand sich zu dieser Zeit «schon irgendwo im Raum der polnisch-rumänischen Grenze» und es gab «niemanden, der zu diesem Thema ansprechbar gewesen wäre», bemerkt er.

Президент России Путин назвал «сволочью и антисемитской свиньей» польского дипломата Юзефа Липского за данное в 30-х годах обещание возвести памятник лидеру нацистской Германии Адольфу Гитлеру, предложившему высылать евреев в Африку.
Президент РФ напомнил, что советские войска вошли в Польшу «после того, как польское правительство утратило контроль за своими вооруженными силами и за тем, что происходит на территории» страны. Правительство Польши в это время находилось «где-то уже в районе польско-румынской границы» и «не с кем бы было даже разговаривать на эту тему», отметил он.
Quelle: Siehe „Iswestija“ vom 24.12.2019 (Übersetzung: Witold Pawlicki)

Die Curzon-Linie

Eine klare Ansage Stalins

In seiner Antwort an Mikołajczyk lenkte Stalin die Aufmerksamkeit darauf, daß sich zunächst „die Polen untereinander“ verständigen müßten. Es sei unmöglich, in diesen Fragen das PKWN zu umgehen. Hinsichtlich der Ostgrenze erinnerte Stalin daran, daß die „Curzon-Linie“ im Jahre 1919 auf der Pariser Konferenz nicht von Sowjetrußland festgelegt wurde, sondern von dessen Feinden. Wenn man jedoch über die gerechte Lösung dieser Probleme spreche, müßten auch die Forderungen der Ukrainer und Belorussen beachtet werden. Ausgehend vom Standpunkt der Anerkennung der „Curzon-Linie“ als Grundlage der polnisch-sowjetischen Grenze, schloß Stalin kleine Abweichungen in Abhängigkeit von der nationalen Zusammensetzung der Bevölkerung in den grenznahen Bezirken nicht aus.

Quelle:
Władysław Góra. Volksrepublik Polen. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin (DDR), 1979, S.61-65. (Ausschnitt)

Curzon-Linie:

curzonova_linie-_mapaCurzon [kǝ:zn] George Nathaniel, *1859 †1925, engl. kons. Politiker (Imperialist); 1898-1905 Vizekönig von Indien; 1919/24 Außen-Min.; schlug 1919 eine Grenze zw. UdSSR u. Polen (Curzon-Linie) vor.
(Quelle: Lexikon A-Z, Lpz.19453, S.177)

Drei Geschichtslügen der reaktionären polnischen Regierung

  1. Lüge: Die reaktionäre polnische Regierung versucht die Besetzung Polens bis zur Curzon-Linie durch die Sowjetunion 1939 umzufälschen in eine „Invasion“!
  2. Lüge: Die reaktionäre polnische Regierung versucht, die Befreiung Polens vom Hitlerfaschismus durch die siegreiche „Rote Armee“ 1944 umzufälschen in eine „Okkupation“!
  3. Lüge: Die reaktionäre polnische Regierung versucht die Geschichte umzuschreiben, indem sie Stalin un Hitler gleichsetzt.

pdfimage Reaktionäre polnische Regierungen

Siehe auch:
Was geschah während der Befreiung Polens im Jahre 1944?

Die Befreiung der belorussischen und ukrainischen Bevölkerung von der Herrschaft der polnischen Pans 1940 (Ein sowjetischer Film des Kiewer und Moskauer Kinostudios):

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2 Antworten zu Die reaktionären polnischen Regierungen 1939 und 2019

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