Die überlegene Wirtschaftskraft des Sozialismus und des RGW

RGW MoskauDie Befreiung vom Faschismus durch die Sowjetunion 1945 eröffnete der Arbeiterklasse in der Deutschen Demokrati­schen Republik, unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Par­tei die Möglichkeit, erstmals auf deutschem Boden den Sozialismus zu errichten und Mitglied der sich schrittweise entwickelnden sozialistischen Staatengemeinschaft zu werden. Die Sowjetunion leistete unmittelbar nach der Befreiung umfassende Hilfe auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens. Dabei war die DDR dem Westen in mancherlei Hinsicht um Jahrzehnte voraus. Wenn heute in allen Zeitungen der BRD großspurig über die Umweltfreundlichkeit von Elektromobilität berichtet wird, so ist das geradezu lächerlich. Bereits 1979 hatten Wissenschaftler in der DDR ein schadstoffreies Auto entwickelt, das sich kurz vor der Serienreife befand. Es wäre ja doch allzu peinlich, wenn man zugeben müßte, daß der Sozialismus nicht nur in sozialpolitischer Hinsicht, sondern auch in technischer und technologischer Hinsicht dem Kapitalismus vielfach überlegener war und auf einigen Gebieten sogar bisher unerreichte Spitzenleistungen erzielte.

Wie kam es dazu?

Mit dem Erstarken der antifaschistisch-demokratischen Ordnung in unserem Land, mit der Bildung des ersten deutschen Arbeiter-und-­Bauern-Staates und der Herstellung brüderlicher Beziehungen unse­res Staates zur UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern ent­wickelte sich die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit. Betriebe wurden nach sowjetischen Dokumentationen geschaffen, die besten Erfahrungen sowjetischer Arbeiter, Bauern und Ingenieure für den Aufbau in der DDR nutzbar gemacht, und Hunderte von Studenten aus der DDR wurden in der UdSSR ausgebildet.

Die uneigennützige Hilfe der Sowjetunion

Wenn unsere Republik auf eine langjährige erfolgreiche Entwicklung zurückblicken konnte und unser Volk dabei war, ein in seiner Geschichte bisher einmaliges Sozialprogramm zu verwirk­Iichen, dann waren dafür durch die große Hilfe der Sowjetunion und die internationale Zusammenarbeit mit den anderen sozialistischen Ländern in den vorangegangenen Jahren die Grundlagen geschaffen worden.

Eine neue Art der internationalen Zusammenarbeit

Als die sozialistischen Länder nach 1945 begannen, eine neue, sozialistische intemationale Arbeitsteilung aufzubauen, verfügten sie über äußerst ungünstige ökonomische und wissenschaftlich-technische Ausgangsbedingungen. Einer großzügigen internationalen Spezialisierung und Kooperation waren objektive Schranken gesetzt. Mit Ausnahme der Sowjetunion, der DDR und der ČSSR waren die sozialisti­schen Staaten im wesentlichen Agrarländer und Rohstoffproduzenten. Die industrialisierten Länder waren zudem durch die Kriegseinwirkungen stark zer­stört.

Disproportionierte Wirtschaftsentwicklung

Auf Grund der ungleichmäßigen politischen und ökonomischen Entwick­lung im Kapitalismus waren einige der volksdemokratischen Länder vor dem 2. Weltkrieg zu Anhängseln der imperialistischen Großmächte degradiert wor­den. Bulgarien, Rumänien, Polen und zum Teil auch Ungarn verfügten nur über eine schwach entwickelte und dabei noch stark disproportionierte Indu­strie. Hinzu kam, daß beim Aufbau der nationalen Planung zwar alle Länder auf die sowjetischen Erfahrungen zurückgreifen konnten, jedoch die Entwick­lung der sozialistischen internationalen Arbeitsteilung für alle Länder politische und ökonomische Pionierarbeit bedeutete.

Der Rat der Gegenseitigen Wirtschaftshilfe (RGW)

Der 1949 gegründete Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe, dem 1950 die DDR beitrat, war die erste internationale Wirtschaftsorganisation sozialistischer Länder. Die Schaffung des RGW war ein historisches Ereignis und zugleich gesetzmäßiges Ergebnis der Entwicklung des vom Sozialismus hervorgebrach­ten neuen Typs zwischenstaatlicher Wirtschaftsbeziehungen. Die auf die weitere sozialistische Industrialisierung ausgerichtete langfristige Planung ermöglichte und erforderte eine Vertiefung der internationalen sozia­listischen Arbeitsteilung.

Die Vorzüge der sozialistischen Integration

Ein wichtiger Vorzug der sozialistischen Integration gegenüber der kapitalistischen Globalisierung besteht darin, daß sie es ermöglicht, die nationalen Interessen der einzelnen sozialistischen Länder mit den internationalen Interessen der gesamten Staatengemeinschaft der sozialistischen Länder harmonisch zu verbinden. Das ist unter den Verhältnissen des Kapitalismus prinzipiell unmöglich, da hier die Hauptbewegungskräfte die wirtschaftlichen und politschen Interessen des Monopolkapitals sind, die im Gegensatz zu den nationalen und internationalen Interessen der Werktätigen stehen.

Was ist das Ziel der imperialistischen Globalisierung?

Die aggressiven kapitalistischen Staaten streben mit aller Macht und mit allen Mitteln nach Ausdehnung ihrer Profitquellen, Absatzmärkte, Kapitalanlagemärkte und Rohstoffgebiete sowie nach der Ausbeutung weiterer Millionen Werktätiger. Die neuerlichen Depressionserscheinungen in Europa und der in Teilen der Welt tragen heute wiederum dazu bei, die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen den imperialistischen Mächtegruppierungen zuzuspitzen. Das Ziel des deutschen Imperialismus war und ist noch immer die Herrschaft über Europa und die Welt.


Der Außenhandel der DDR mit dem RGW

Die DDR war ein rohstoffarmes Land. Sie war deshalb auf die Rohstoffimporte aus der UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern angewiesen. Die Zusammenarbeit innerhalb des RGW erfolgte auf der Basis der gegenseitigen Hilfe und kameradschaftlichen Unterstützung, fern von jeglichem Konkurrenzdenken. Es gab einen lebhaften und gegenseitigen Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern und Betrieben. Geheimniskrämerei und Angst vor Datenklau gab es nicht.

Rohstoffe aus der UdSSR für die DDR:

Rohstoffe DDR

Der Warenaustausch erfolgte nach Erzeugnissen, deren Produktion zwischen den Ländern des RGW abgestimmt wurde.

RGW1


Internationale Erfolge im RGW

(Auswahl 1955-1967)

1955: Im VEB Carl Zeiss Jena besteht die Optik-Rechenmaschine „Oprema“ die Probe erfolgreich. Sie ist der erste programmgesteuerte Rechenautomat der DDR.
1956: In Dubna (UdSSR) wird der bis dahin größte Protonenbeschleuniger der Welt mit einer Leistung von 10 Milliarden Elektronenvolt in Betrieb genommen. Baubeginn für das erste Sonnenkraftwerk der Welt in Armenien (UdSSR). 1.293 große Spiegel fingen die Sonnenstrahlen ein und reflektierten sie zur Kesselwand des Kraftwerks.
1957: Das bis dahin größte Wasserkraftwerk der Welt, das Wolga-Wasserkraftwerk „W.I. Lenin“ arbeitet mit voller Leistung von 2,3 Millionen Kilowatt. Baubeginn des Überseehafens Rostock und des ersten Atomkraftwerks der DDR am Stechlinsee bei Rheinsberg, das mit sowjetischer Hilfe gebaut wurde und 1966  mit einer Leistung von 70 Megawatt in Dauerbetrieb ging.
1959: UdSSR – Lunik II erreicht den Mond. Ein Meßgerätebecher ging als erster austronautischer „Mondbote“ auf der Mondoberfläche nieder.  Der erste Atomeisbrecher der Welt „W.I. Lenin“  mit einer Maschinenleistung von 44.000 PS trat seine Jungfernfahrt an.
1960: Erster Spatenstich für das Eisenhüttenkombinat Ost an der Oder-Neiße-Friedensgrenze (DDR). Im Hüttenkombinat Kriwoj Rog wurde ein Hochofen von 2.000 Kubikmeter Inhalt fertiggestellt. (Der größte Hochofen der USA hatte damals 1.800 Kubikmeter Inhalt.) Das größte mit Erdgas betriebene Wärmekraftwerk der Welt mit einer Leistung von 2.800 Megawatt entstand in der Nähe von Moskau bei Konakowa.
1961: Erster bemannter Weltraumflug durch den Fliegermajor der Roten Armee J.A. Gagarin am 12. April, „Wostok 1“ umkreist die Erde einmal. Sicherung der Staatsgrenze der DDR. Beide Ufer der Angara (UdSSR) wurden miteinander verbunden. Das Wasserkraftreservoir des Bratsker Kraftwerkes füllte sich. Der Kraftwerksgigant  von Bratsk übertraf die bisher größten Kraftwerke der Welt in Kuibischew und Wolgograd erheblich. Er verfügt über eine Leistung von 4,5 Millionen Kilowatt. Die 5.467 Kilometer lange Strecke von Moskau nach Irkutsk, die berühmte Transsibirische Eisenbahn „Transsib““ wurde elektrifiziert.
1962: Eine Gasturbinenanlage für 50.000 Kilowatt, die mit Erdgas betrieben wird, ist im Charkower Wärmekraftwerk (UdSSR) fertig montiert. Sie hat die doppelte Leistung von ausländischen Aggregaten dieser Art. Erstes Gasturbinenkraftwerk der DDR wird in Betrieb genommen. Das Kraftwerk Gispersleben (DDR) hat eine Leistung von 25.000 Kilowatt.
1963: Die Erbauer des Jenissej-Wasserkraftwerks bei Krasnojarsk feiern den Sieg über den sibirischen Strom. Der bis auf 34 Meter eingeengte Flußlauf ist abgeriegelt. In der Sowjetunion sind „Wostok 5“ und „Wostok 6“ mit dem Raumflieger V.F. Bykowski bzw. der ersten Kosmonautin der Welt V.W. Tereschkowa am 16. Juni gestartet. Das erste Erdöl fließt duerch die Erdölleitung „Freundschaft“ in die VR Polen und die DDR. Mit einer Jahreskapazität von rund einer Million Tonnen ist der VEB Chemische Werke Buna der größet Karbidproduzent Europas. Es gelingt sowjetischen Wissenschaftlern erstmals in der Welt, den größten Planeten des Sonnensystems mittels eines Funkmeßverfahrens zu orten.
1964: Der 10.000 Tonner „Wilhelm Florin“ wird als 100. Schiff der DDR-Handelsflotte in Dienst gestellt. In der VR Polen werden bis 1980 insgesamt 41 neue Stauanlagen mit einer Gesamtleistung von 600.000 Kilowatt gebaut. Im Wasserkraftwerk Zănești (Rumänien) läuft der erste 7.500 Kilowatt-Generator an. Damit wird die fünfte Stufe der Kraftwerkskaskade im Bistritzer Tal in Betrieb genommen. Insgesamt gehören dazu 13 Wasserkraftwerke.
1967: Das größte Wasserkraftwerk der Welt in Bratsk an der Angara in Ostsibirien (UdSSR) hat seinen vollen Betrieb aufgenommen. Der Gigant der sowjetischen Energiewirtschaft hat eine Leistung von 4,1 Millionen Kilowatt. Mit 130 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen wird die Haseltalsperre bei Ellinghausen die drittgrößte der DDR. In 100 Jahren, von 1945 bis 1945 wurden auf dem Gebiet der DDR 26 Talsperren und Rückhaltebecken gebaut. Aber in nur 15 Jahren des Bestehens unseres Arbeiter-und-Bauern-Staates sind 39 Talsperren und Rückhaltebecken errichtet worden. Ein Synchrozyklotron wird in Gatschina bei Leningrad (UdSSR) in Betrieb gesetzt. Der neue Beschleuniger erzeugt einen Protonenstrahl von 750.000.000 Elektronenvolt. Damit hat er alle in der Welt vorhandenen Anlagen dieser Klasse übertroffen.

Die Pkw.-Produktion

Dezember 1975: Der millionste Personenkraftwagen rollte im sowjetischen Autowerk Togliatti an der Wolga, wo der Shiguli bzw. Lada hergestellt wurde, vom Band. Zugleich ging der Bau des Betriebes zu Ende, der damit seine projektierte Leistung von 600.000 PKW jährlich erreicht hatte.

Shiguli.jpg

Der erste DDR-Pkw. „Wartburg“ mit Turbinenantrieb
(schadstoffreier Antrieb)

Der Prototyp eines Turbinenantriebes wurde entwickelt und gebaut von Dr. Glaubrecht/ Torgau. Die Probefahrten erfolgten 1979 zunächst mit einem verkürzten Fahrgestell, dann im Wartburg 353. Als Kraftstoff dient Wasserstoffperoxid, das katalytisch zerlegt wird. Der bei der Zerlegung frei werdende Druck treibt die Turbine an. Als Abgase entstehen Wasserdampf und Sauerstoff.

Wartburg 1979

Literatur:

  • Seite an Seite im RGW. Fachbuchverlag Leipzig, 1975: Bekannte Staatsfunktionäre, Wissenschaftler und Journalisten sozialistischer Länder vermitteln einen Eindruck von dem in über 25jähriger Zusammenarbeit Geleisteten und umreißen die Perspektive der sozialistischen ökonomischen Integration. Der Band ist in folgende Abschnitte gegliedert: RGW – vorteilhaft für alle; Ohne Energie keine Zukunft; Chemie bringt Wohlstand; Gemeinsam geht es besser; Auf den Bahnen der Integration. Ein Quellen- und Bildnachweis erschließen den Band.
  • Gerd Friedrich et al. (Hrsg.): Leitung der sozialistischen Wirtschaft. Einführung. Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1976. Theorie und Praxis der sozialistischen Wirtschaftsleitung sind ein außerordentlich aktuelles Problem. Die verstärkte Diskussion und die theoretische Untersuchung der Wirtschaftleitung fallen nicht zufällig in die Etappe der Herausbildung  der entwickelten sozialistischen Gesellschaft. … Die Publikation ist als Lehrmaterial für die Ausbildung im Direkt-, Fern- und postgradualen Studium konzipiert.
  • Prof. Dr. Willi Ehlert et al. (Hrsg.): Wörterbuch der Ökonomie des Sozialismus. Dietz Verlag Berlin, 1984. Auf der Grundlage der Dokumente des X.Parteitags der SED legen Verlag und Herausgeber eine neue überarbeitete Fassung des nun bereits seit Jahren in der Aus- und Weiterbildung bewährten Nachschlagewerks vor. … Das „Wörterbuch der Ökonomie – Sozialismus“ hilft den Werktätigen, den Propagandisten der Partei und den gesellschaftlichen Organisationen, den Teilnehmern am Parteilehrjahr, den Studierenden an den Hoch- und Fachschulen, die vom X. Parteitag der SED beschlossene Strategie für die achtziger Jahre insbesondere mit Hilfe der Kategorien  und Begriffe der politischen Ökonomie des Sozialismus noch besser zu verstehen.

Siehe auch:
Technische Universltät Chemnitz (vorher Karl-Marx-Stadt): Promotion mit 83 Jahren

(…das waren unsere hervorragenden DDR-Wissenschaftler!!!)

 

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17 Antworten zu Die überlegene Wirtschaftskraft des Sozialismus und des RGW

  1. Frank Meyer schreibt:

    Was sind Sie nur für ein unverbesserlicher Träumer, das tut ja schon weh, sorry

    • sascha313 schreibt:

      Frank Meyer, gegen Desinteresse und Dummheit gibt es keine Medizin. Doch es gibt eine Menge Menschen, die würden sehr gerne mehr über unser Land wissen. Der Sozialismus ist nunmal die einzige Perspektive, die wir haben, um aus dem heutigen Desaster herauszukommen. Und wenn Ihnen das weh tut, kann ich Ihnen auch nicht helfen!

  2. tommmm schreibt:

    Lieber Sascha,
    der erste Spatenstich für das Eisenhüttenkombinat „J.Stalin“ war bereits 1950.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, tommmm, stimmt – der erste Hochofen im Eisenhüttenkombinat „J.W. Stalin“ wurde bereits im September 1951 angeblasen. Ich hab das einem kleinen Buch „Seite an Seite im RGW“, VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1975, S.204 entnommen. Dort steht „1960 Erster Spatenstich…“ – das ist natürlich falsch! (Auch den Namen Stalin hat man weggelassen.)

  3. tommmm schreibt:

    Ich glaube, 1960 war die Umbenennung in Eisenhüttenkombinat Ost.

  4. giskoe schreibt:

    Der Atomeisbrecher „Lenin“ hatte seinen Stapellauf am 05.12.1957 (https://giskoesgedanken.wordpress.com/2017/12/05/geburtstag/)
    Und nicht nur der war eine Spitzenleistung!

  5. Johann Weber schreibt:

    Hier einiges zu Eisenhüttenkombinat Ost und Eisenhüttenkombinat „J.W. Stalin“.
    Das Eisenhüttenkombinat Ost gab es zum Ende der DDR. Das Eisenhüttenkombinat „J.W.Stalin“ gab es nie. Was es gab, war eine Stalinstadt in Fürstenberg.

    Berliner Zeitung, 24. November 1950
    „Hüttenkombinat Ost verpflichtet sich
     Berlin (Eig. Ber.). Aus Anlaß des 71. Geburtstages des Führers der großen Weltfriedensfront, Josef Wissarionowltsch Stalin, verpflichteten sich die Bauarbeiter im Hüttenkombinat Ost in Fürstenberg, dem Schwerpunkt Nr. 1 im Fünfjahrplan, bis zum 21. Dezember den ersten Bauabschnitt der für die weiteren Arbeiten dringend benötigten „Friedensstraße“ vorfristig fertigzustellen. Das technische Aktiv des Betriebes, dem Vertreter der tedinischen Intelligenz und Aktivisten angehören, unterstützt die Anstrengungen der Bauarbeiter. Die 43 Jugendbritraden auf dem Baugelände haben sich im Kampf um den Ehrentitel »Brigade der Deutsch-sowjetischen Freundschaft“ noch weitere zusätzlich* Aufgaben gestellt“

    Berliner Zeitung, 3. Januar 1951
    „Auftakt des Fünfjahrplans: Hüttenkombinat Ost
    Feierliche Grundsteinlegung durch Minister Selbmann / Am 1. Oktober 1951 fließt das erste Eisen
     Berlin (Dr. G/Eis. Ber.). „Dieses Werk ist in seiner ganzen Anlage eine Demonstration unseres Willens zur Politik des Friedens“, rief Minister für Schwerindustrie, Selbmann. am Neujahrstag aus, als er feierlich den Grundstein zum Eisenhüttenkombinat Ost bei Fürstenberg a. d. O. legte. Während in der kapitalistischen Vergangenheit der Bau von Stahlwerken stets mit
     Kriegsspekulationen verknüpft war und dies auch heute noch leider in Westdeutschland so ist, kann das neue Stahlwerk an der Oder nur unter der Voraussetzung des Friedens arbeiten. Es wird an der Oder-Neiße Grenze gebaut und verarbeitet Erz aus Polen. Die Oder ist der wichtigste Verkehrsweg dieses Werkes; sie ist der Friedensfluß, der gemeinsame Handelsweg der Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik.
     Der Vertreter der Bauarbeiter, Gollmann, unterstrich diese Bedeutung, indem er sagte: „Der Bau des Hüttenkombinats Ost gerade an dieser Stelle ist der Stempel der deutschen Werktätigen unter die Oder-Neiße Grenze.“
     Der Hochofen I, dessen Fundament jetzt fertiggestellt ist, soll schon am 1. Oktober dieses Jahres angestochen werden und bis Ende 1951 6000 t Roheisen liefern. […] Nach Fertigstellung wird das Hüttenkombinat Ost das modernste und gleichzeitig eins der größten Eisen- und Stahlwerke Europas sein Die gesamte Ausrüstung des Riesenwerks wird in der Deutschen Demokratischen Republik hergestellt.
     Minister Selbmann mauerte eine Stahlkassette, in die die Worte „Stahl — Brot Frieden“ eingraviert sind, in das Betonfundament des Hochofens I und eröffnete mit dieser feierlichen Handlung symbolisch die Arbeiten des ersten großen deutschen Fünfjahrplans.“

    Neue Zeit, So. 22. März 1953
    „Der Name Stalinstadt ist für uns Verpflichtung
     Fürstenberg (ADN). Der Beschluß des ZK der SED, der Wohnstadt des Eisenhüttenkombinates Ost bei Fürstenberg den Namen „Stalinstadt“ zu gaben, ist von den Werktätigen des sozialistischen Industrieschwerpunktes Fürstenberg mit Stolz und Begeisterung aufgenommen worden. Die Kumpel an den Hochöfen, die Maurer und Zimmerer auf den Baustellen, die Werktätigen beim Bau des Hüttenzementwerkes Ost und die Bewohner der neuen modernen Wohnblocks würdigten den Namen „Stalinstadt“ als eine große Ehre und zugleich Verpflichtung, das Vermächtnis des weisen Lehrmeisters des internationalen Proletariats in Ehren zu erfüllen.“

    Neues Deutschland, 3. Januar 1989
    „Rund 2000 Betriebe der meta verarbeitenden Industrie im In- und Ausland sind Kunden des Eisenhüttenkombinates Ost. Ihnen auch 1989 zuverlässiger Partner zu sein ist das Wettbewerbsziel der mehr als 12 000 Kumpel in diesem DDR-Metallurgiezentrum.“

    • sascha313 schreibt:

      Danke, lieber Johann, für die Ergänzung. Das ist interessant zu lesen. Es gibt auch ein Buch darüber von Hans Marchwitza „Roheisen“, in dem sehr gut beschrieben ist, wie unterschiedlich sich die Menschen verhielten, und wie sich der kommunistische Elan und Aufbauwille schließlich doch durchsetzte …doch, doch: es hieß tatsächlich kurzzeitig Eisenhüttenkombinat „J.W. Stalin“!


      (Der Druckbeginn des Lexikons war: 20.8.1953)

      Leider wurde der Ehrenname dann wieder beseitigt. Ich denke aber, das war – nachdem sie Stalin ermordet hatten – auch so eine Erpressung durch die sowjet. Führungsclique unter Chruschtschow. Aber was hätte man tun sollen, die DDR bezog immerhin 90% ihres Eisenerzes aus der UdSSR… (Man erinnere sich an die Aussage von Semjonow 1953, als er gegenüber Herrnstadt die Drohung aussprach: „…in 14 Tagen werden Sie vielleicht schon keinen Staat mehr haben“.)

    • tommmm schreibt:

      @Johann
      Die Wohnstadt für das Eisenhüttenkombinat wurde auf der grünen Wiese in der Nähe des alten Fürstenberg errichtet. Zur feierlichen Eröffnung erhielt diese den Namen „Stalinstadt“. Um 1960 wurden beide Orte zusammengelegt und erhielten den Namen Eisenhüttenstadt („Hütte“ genannt). Bei gutem Wetter ist Hütte eine Reise wert. Die Wohnkomplexe I bis III gelten als das größte Flächendenkmal in der BRD. Hier kann man die Entwicklung des Wohnungsbaus in den 50er Jahren und die damalige Vision für ein menschenwürdiges Leben der Arbeiter gut studieren. Es ist sehr zu empfehlen. Den Namen „Eisenhüttenkombinat J. Stalin“ erhielt das Werk erst 1953 mit der Fertigstellung. In der Planungsphase hieß es, wie du bereits herausgearbeitet hast „Hüttenkombinat Ost“.

      • Johann Weber schreibt:

        Hallo tommmmm,
        vielen Dank für Deine erklärenden Worte.
        Für einen Wessi, dem voll der von Adenauer verordnete Antikommunismus in Bayern eingehämmert wurde, ist saschas-blog eine unbezahlbare Bereicherung bei seiner Aufarbeitung unserer gemeinsamen deutschen Geschichte. tommmmmm, Deine Worte bestätigen meinen Eindruck.
        Erst als sich bei mir dieser menschenverachtende Antikommunismus in Staub aufgelöst hatte, war ich überhaupt in der Lage unsere gemeinsame deutsche Geschichte so aufzuarbeiten wie sie in Wirklichkeit abgelaufen ist. Dafür bin ich allen dankbar, die mich auf diesem Weg begleiteten. Dazu gehört saschas-blog.

      • sascha313 schreibt:

        Danke, Johann, für Deine anerkennenden Worte, und danke auch tommmm – jeder positive Beitrag bringt uns allen miteinander neuer Erkenntnisse!

  6. Ronny schreibt:

    Das, was die menschliche Gesellschaft erst menschlich macht, ist die wahre Überlegenheit der sozialistischen DDR gewesen. Nie und nimmer kann das eine sich noch so „sozialstaatlich“ gebende kapitalistische Gesellschaft erreichen. Die Verkommenheit einer kapitalistischen Gesellschaft, egal welchen Produktivitäts-niveaus, ist die Nutzung des Menschen nur als Ware, d.h. die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft zu Profitzwecken. Niemals kann eine kapitalistische Gesellschaft Humanismus, Solidarität, Völkerfreundschaft und menschliches Glück hervorbringen. Es entspricht nicht ihrem Wesen, genauso wenig wie ein Raubtier zum Vegetarier wird.

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