Das faschistische KZ Auschwitz und die Auschwitz-Prozesse

Befreiung_AuschwitzAufgrund der zahlreichen Lügen und Geschichtsfälschungen, die von Seiten der USA und deren ukrainischen und polnischen Vasallen verbreitet werden, erweist es sich als notwendig, hier nochmals einiges klarzustellen. Die alleinige Verantwortung für den Beginn des Krieges und die Schuld an 50 Millionen Toten des 2. Weltkriegs trifft das faschistische Deutschland. Die Hauptlast des Krieges und die größten Opfer hatte dabei die Sowjetunion zu tragen. Die imperialistischen Westmächte USA und Großbritannien hatten die Eröffnung einer zweiten Front drei Jahre hinausgezögert, um der UdSSR größtmöglichen Schaden zuzufügen. Die Sowjetarmee befreite am 27. Januar 1945 Auschwitz vom Faschismus und zwang Nazi-Deutschland schließlich zur bedingungslosen Kapitulation. Im Lager befanden sich noch 49.450 Personen (darunter 1.991 Kinder) in einem jämmerlichen Zustand…

(Noch einmal: Zum Zeitpunkt der Befreiung des KZ Auschwitz gab es nicht einen einzigen Angehörigen der US-Army in diesem Gebiet!)

Karte 1945

Mitteilung der Politischen Verwaltung der Ersten Ukrainischen Front unter Generalmajor A.S. Schtscherbakow vom 20. Februar 1945 (Kopie aus sowjet. Archiven)

1_45Übersetzung (Ausschnitt):

Infolge des raschen Vormarsches der Truppen der Front wurden Zehntausende sowjetischer Bürger, die gewaltsam nach Deutschland fortgetrieben worden waren, aus deutscher Gefangenschaft befreit. Die Hitleristen kamen nicht mehr dazu, bei ihrer eiligen Flucht, sie ins tiefe Hinterland wegzubringen.

Am 15. Februar 1945 befanden sich an den mobilen Sammelpunkten nach unvollständigen Angaben 49.460 Menschen.

Darunter:

Männer ………………………. 19.581
Frauen ……………………….. 27.888
Kinder ………………………….. 1.991

Sie alle begrüßen ihre Befreier – die Rote Armee – mit großer Freude, danken ihr für die Befreiung aus der deutschen Sklaverei. Es ereignen sich bewegende Begegnungen. In der Ortschaft Meilershof begrüßte eine Gruppe Ukrainer die Soldaten der Roten Armee mit Losungen, geschrieben auf einer roten Stoffbahn: „Хай живе наш ридний СТАЛИН !“ (ukrain. – „Es lebe unser geliebter STALIN !“)

Die Ukrainerin Marija Prisjashnjuk, aus dem Dorf Majdan Kurilowski, dem Winnijsker Gebiet, erklärte:

„Ich weiß nicht, wie ich der Roten Armee dafür meine Dankbarkeit ausdrücken soll, daß sie mich aus der deutschen Gefangenschaft befreit hat. Sobald ich heimgekehrt sein werde, werde ich dem Genossen STALIN sofort einen Brief schreiben und ich werde ihm für die Befreiung danken.“

Quelle: Рассекреченные документы ЦАМО об освобождении концлагеря Освенцим

 


oswiecim

*Stalinogród hieß vorher Kattowitz – heute Katowice.

Das faschistische KZ Auschwitz

Auschwitz (Oświęcim). größtes faschistisches Konzentrationslager und Vernichtungs­lager, südlich von Katowice gelegen; ab Mai 1941 errichtet. Auschwitz wurde in aller Welt zum Symbol für die faschistische Barbarei. Auschwitz I war das Stammlager, Auschwitz II (Birkenau [Brzezinkn] ) das Vernichtungslager, Auschwitz III umfaßte die Nebenlager, wovon das IG­ Farben-KZ Auschwitz-Monowitz (Monowice) das berüchtigtste war. Der Massenmord in Auschwitz II war technisiert.

Die Selektion für die Gaskammern

Nach der Ankunft der Trans­portzüge fand eine Auswahl (Selektion) statt. Der größte Teil der Verschleppten kam in die Gaskammern und wurde mit dem IG-Farben-Produkt Zvklon B ermor­det. Die Leichen wurden in mehreren gro­ßen Krematorien und im Freien verbrannt. Ein kleinerer Teil der Ankömmlinge, meist jungere, kräftige Menschen, wurde zur Zwangsarbeit in den von der IG-Farben und anderen Konzernen errichteten Werken ein­gesetzt. Die meisten von ihnen waren in kurzer Zeit durch die mörderischen Bedin­gungen so erschöpft, daß sie starben oder in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Bis 1945 kamen in Auschwitz von über 405.000 Häft­lingen 340.000 Häftlinge um. Die Ge­samtzahl der Toten wird mit den gleich nach ihrer Ankunft Ermordeten auf vier Millionen geschätzt (→ Judenverfolgung, → „Endlösung der Judenfrage“).

Der antifaschistische Widerstandskampf im KZ Auschwitz

Eine interna­tionale Organisation unter Führung von Kommunisten und Sozialdemokraten leitete den Widerstandskampf in Auschwitz. Deutscher Vertreter in der Leitung war der Kommunist Bruno Baum. Die Leitung stand in fester Verbin­dung mit polnischen Widerstandsgruppen außerhalb Auschwitz und informierte die Welt­öffrntlichkeit über das Vernichtungslager. Sie beauftragte Häftlinge mit der Flucht und führte auf anderen Gebieten auf vielfältige Weise den Kampf. Ein Höhepunkt dieses Kampfes war der Aufstand des Todeskom­mandos in Auschwitz II am 7. Oktober 1944. Häftlinge setzten ein Krematorium in Brand, töteten einige SS-Leute und flohen. Nur einige er­langten die Freiheit. Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit.

Quelle:
Sachwörterbuch der Geschichte (2 Bde.), Dietz Verlag Berlin, 1969, Bd.I, S.212

Siehe auch: http://auschwitz.ru/

Auschwitz Befreier


Die Auschwitz-Prozesse

Prozesse gegen SS-­Chargen (→ Schutzstaffel) des Konzentra­tionslagers → Auschwitz. Im April 1947 ver­urteilte das höchste polnische Gericht den Kommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß, zum Tode. Das Gericht in Kraków verhängte im Dezember 1947 über 39 weitere SS-Verbrecher aus Auschwitz Todes- und langjährige Zuchthaus­strafen.

Der Prozeß in Frankfurt (Main)

Vor dem Schwurgericht in Frankfurt (Main) wurden in der Zeit vom 20. Dezember 1963 bis 19. August 1965 und vom 14. Dezember 1965 bis 16. September 1966 ebenfalls Prozesse durchge­führt. Als Nebenkläger jüdischer Bürger der Deutschen Demokratischen Republik trat Prof. Dr. Friedrich Karl Kaul (DDR) auf. Als Verteidiger fungierten u.a. die Nazijuristen Hans Laternser und Hermann Stolting. Den Vorsitz führte der ehemalige Feldgerichtsrat der fa­schistischen Wehrmacht Hans Hofmeyer.

Die Greueltaten

Die Beweisaufnahme des ersten Prozesses gegen Robert Mulka, Adjutant des Lagerkomman­danten, und 19 weitere SS-Chargen des Kon­zentrationslagers Auschwitz brachte unvor­stellbare Greueltaten zutage. Unter der Mit­wirkung der Angeklagten wurden in Auschwitz bis November 1944 rund vier Millionen vorwie­gend jüdische Menschen aus verschiedenen Ländern Europas ermordet.

Die Beteiligung deutscher Konzerne

Aus Sachver­ständigengutachten wurde im Prozeß ersicht­lich, in welchem Maße die Konzerne, vor allem die IG-Farben, Krupp und Siemens, an der Ausbeutung und Vernichtung von KZ-Häftlingen beteiligt gewesen sind. Prof. Dr. Jürgen Kuczynski (DDR) wies die Schuld insbesondere der IG-Farben nach, die u.a. im Lager Auschwitz III das Buna-Werk Monowitz errichtet hatte, um aus der billigen Häftlingsarbeit vorteilhaft Profit zu ziehen.

Die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Konzern-Vertreter

Aus dem Gutachten ergab sich zwingend die strafrechtliche Verantwortlichkeit der dama­ligen Konzern-Vertreter – unter ihnen Otto Ambros, Heinrich Bütefisch, Walter Dürrfeld und Fritz ter Meer, die nach 1945 sämt­lich wieder einflußreiche Positionen in den Aufsichtsräten bzw. Direktionen westdeutscher Chemiekonzerne eingenommen haben. Das Gericht – wiederholt offensichtlich bemüht, die IG-Farben vor Bloßstellung zu bewah­ren – erklärte Kuczynski für „befangen“ und schloß damit sein Gutachten von der Be­weiswürdigung aus. Es lehnte weiter einen Teil der von Prof. Nikolai Alexejew zur Beweisführung überbrachten, die IG-Farben belastenden Dokumente aus dem Staats­archiv der UdSSR ab.

Nachgewiesene Verbrechen bleiben ungestraft

In ihren abschließen­den Plädoyers ließ auch die Staatsanwalt­schaft die durch das Verfahren erwiesene Hauptschuld der geistigen Urheber, der Be­fehlsgeber und Nutznießer der Ausbeutung und Vernichtung von Millionen Menschen un­erwähnt. Dagegen wies Kaul in seinem Schlußvortrag nachdrücklich darauf hin, daß erst das Zusammenwirken von SS, Ministe­rialbürokratie, Wehrmachtführung und Indu­strie im nazistischen Menschen- und Völker­vernichtungsprogramm es den Angeklagten möglich gemacht hatte, die ihnen nachgewie­senen Verbrechen jahrelang unbestraft zu begehen.

Skandalös milde Urteile in Westdeutschland

Das Gericht fällte ein ungerecht­fertigt mildes Urteil; es reichte vom Frei­spruch mangels Beweisen über geringe Frei­heitsstrafen bis zu lebenslänglich Zuchthaus in nur sechs Fällen. Mulka beispielsweise wurde lediglich zu 14 Jahren Zuchthaus für „Beihilfe zum Massenmord in mindestens 3.000 Fällen“ verurteilt, obwohl die An­klage ihn als verantwortlich für die Vernich­tung von 300.000 Menschen überführt hatte. Mulka wurde zudem im Februar 1968 aus der Haft entlassen. Die Rolle der Konzerne so­wie die Schuld der „Schreibtischmörder“ blieb im Urteil unberücksichtigt.

Die Schuld der IG Farben bleibt ungesühnt

Im zweiten Prozeß gegen drei weitere SS­-Verbrecher wurden auf Antrag Kauls auch Dokumente aus Archiven der DDR zum Gegenstand der Beweisaufnahme gemacht. Prof. Dr. Walter Bartel (DDR) wurde als Gutachter gehört. Dokumente, Gutachten und Zeugenaussagen, darunter die des Ver­treters des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der DDR, Bruno Baum, ergaben erneut die Schuld der IG ­Farben an der Massenvernichtung von Häft­lingen, ohne daß die Verantwortlichen vor Gericht gestellt wurden.

Scharfe Proteste der Weltöffentlichkeit

Die Angeklagten wurden wegen vielfachen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslangem, zu acht bzw. dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Angeklagte Wilhelm Burger, der als Leiter von Amt IV des Wirtschaftsverwaltungs-­Hauptamtes der SS das Zyklon B für den Massenmord beschaffte, wurde unter Anrechnung einer wegen anderer Delikte in Polen verbüßten achtjährigen Strafe frei­gelassen. Anch dieses Urteil löste in der Weltöffentlichkeit Protest aus. Der General­sekretär des Internationalen Auschwitz­Komitees, Mieczysław Kieta, verlangte, auch die Hauptschuldigen strafrechtlich zur Ver­antwortnng zu ziehen.

DDR: Strafprozeß gegen ehemaligen SS-Lagerarzt

Vom 10. bis 25. März 1966 verhandelte das Oberste Gericht der DDR gegen den ehemaligen SS-Lagerarzt und Stellvertreter des SS-Stand­ortarztes von Auschwitz, Gerhard Fischer, der im Juni 1965 in Spreenhagen bei Fürstenwalde verhaftet worden war. In dem Verfahren unter Vorsitz des Präsidenten des Obersten Gerichts der DDR, Dr. Heinrich ‚I’oeplitz, wurden zahlreiche Dokumente vorgelegt, 45 Zengen aus sechs Staaten vernommen und vier Gutachter aus drei Staaten gehört.

Die Todesstrafe wurde vollstreckt!

Das Gericht verurteilte Fischer zum Tode, weil er von Nov. 1942 bis Juli 1944 in den Lagern Auschwitz I und Auschwitz III mindestens 71 Häftlinge miß­handelt, mindestens 870 Kranke und min­destens 1.300 Arbeitsunfähige zur Ermor­dung ausgesondert sowie mindestens 60.000 Deportierte in die Gaskammern geschickt bzw. dabei mitgewirkt hatte. Das Urteil wurde am 11. Juli 1966 vollstreckt.

Quelle:
Sachwörterbuch der Geschichte (2 Bde.), Dietz Verlag Berlin, 1969, Bd.I, S.212f.

Aus den Dokumenten

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Quelle: Jüdisches historisches Institut Warschau: „Faschismus – Getto – Massenmord.“ Rütten & Loening, Berlin 1960, S.372-377.


KZ Auschwitz: Ein sowjetischer Soldat schaut dem Massenmörder Himmler ins Gesicht:

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17 Antworten zu Das faschistische KZ Auschwitz und die Auschwitz-Prozesse

  1. Ronny schreibt:

    Lest die Geschichte unseres Spanienkämpfers und Kommunisten Erich „Vatti“ Hoffmann und die Rettung durch ihn und Genossen von 158 jüdischen ungarischen Kindern vor der Ermordung:
    http://www.bredelgesellschaft.de/schoeps/rb2004.html#vatti
    Vatti liegt auf dem Ehrenhain der Hamburger Widerstandskämpfer in Hamburg-Ohlsdorf: https://www.youtube.com/watch?v=TBuIEtQnBJk

  2. Danke für diesen Artikel.

    Bisher hatte ich immer nur vernommen, daß Stalin als Oberbefehlshaber der Roten Armee „nur“ ein paar Gefangene im Vernichtungslager Auschwitz befreit habe. Teilweise gehen die Darstellungen soweit, daß die Rote Armee bei der Befreiung von Auschwitz mehr Soldaten verloren habe, als überhaupt noch im Lager Menschen lebten. — Mit deinem Artikel konnte eine weitere Geschichtslüge aufgedeckt werden!

  3. gunst01 schreibt:

    Ohne den gelungenen Deal mit der Standard-Oil hätte es die Bunawerke nicht gegeben. Insofern waren hier mehrere Schurken am Werk, von denen einige heute einfach verschwiegen werden. Zum Glück gibt es aber Journalistinnen wie Gaby Weber, die manch verzerrtes Geschichtsbild zurechtrücken. Interessant in diesem Themenkreis auch der Ortsname, dessen Ursprung auf das polnische Wort `die Heiligen´ zurückgeht.

  4. Pingback: Das faschistische KZ Auschwitz und die Auschwitz-Prozesse | Erinnerung an Unmenschliches in der Geschichte

  5. Gabi Schön schreibt:

    Zur Ergänzung des Artiekels empfehle ich „Die NaziWurzeln der Brüsseler EU“ http://www.relay-of-life.org/de/ oder wie ich es salopp formuliere von der IG Auschwitz (nicht zu verwechseln mit dem Lager) in die NAZIEUDiktatur. Fritz ter Meer hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Viel wichtiger war aber noch der Hallstein und damit meine ich nicht die Hallsteindoktrin. Prof. Kaul ist mir zwar sehr gut bekannt, aber nicht als Anwalt in den NaziProzessen und das, obwohl ich im Osten aufgewachsen bin. Das gibt mir jetzt sehr stark zu denken, da ich mich schon immer für dieses Thema interessiert habe. Du hast dir die Geschichtsbücher der DDR besorgt. Welche Titel und welchen Jahrgang? vielleicht finde ich ja noch das eine oder andere wertvolle Stück.

    • sascha313 schreibt:

      Hallo Gabi,
      ich hatte das Glück von einem Lehrer noch alle Geschichtsbücher 5.-11 Klasse zu bekommen, unterschiedliche Jahrgänge. Auch Staatsbürgerkunde habe ich 9./10.Klasse. Allerdings unterscheiden sich die Stabü-Bücher 10. Kl. von 1980 und 1989 schon sehr deutlich, letzeres ist noch völlig neu – und so völlig ahnungslos….

      • Gabi Schön schreibt:

        ich bedaure heute sehr, dass ich meins StabiBuch +Hefter nicht mehr habe. Das war noch ein paar Jahre früher. Ein Vergleich wär sicher sehr interessant und auch aufschlußreich in vielerlei Hinsicht. Zumindest lassen sich die Exemplare noch beim Zentralarchiv einsehen. Das verfügt über die kompletten Bildungspläne und Bücher etc.

  6. Eleonore Kraus schreibt:

    Dieser mehr als beeindruckende Artikel verschlägt einem die Sprache und man bleibt tief bewegt und berührt in seinen Gedanken zurück, dass in mir der Wunsch entsteht diesen besonderen Artikel all denen zu widmen, die niemals im Strudel der Geschichte untergehen dürfen: Der großen und heldenhaften Roten Armee unter Stalin, den Frauen, Männern und Kindern, die in den Lagern gefoltert, ermordet, erdrosselt und gedemütigt wurden. Kommunisten, Antifaschisten, politisch Andersdenkende, linke Sozialdemokraten, fortschrittliche Christen, Sinti und Roma, Homosexuelle und den sowjetischen Kriegsgefangenen.
    Der Kloß im Hals bleibt, wann immer und wieder ich das das Bild betrachte, mit dem sowjetischen Soldaten und der Frau im Lagerkleid, dass eine Würde vermittelt, eine Tiefe in der menschlichen Begegnung, eine Dankbarkeit und ein Vertrauen angekommen zu sein, befreit zu sein und vielleicht sogar glücklich zu sein in genau diesem Moment. Dieses Bild steht für die Würde des Menschen und gleichzeitig für den unermesslichen Verlust von Hunderttausenden unserer besten Kämpfer.
    Ein Vergessen darf und kann es nicht geben. Nie wieder Faschismus und Krieg !

    • „Ein Vergessen darf und kann es nicht geben. Nie wieder Faschismus und Krieg !

      Faschismus und Krieg WIRD es jedoch immer wieder geben, solange der GRUND, nämlich die Klassengesellschaft nicht beendet ist;
      die Klassengesellschaft kann jedoch nicht beendet werden, solange das „Lohnsystem“ existiert!

      Die Losung von Karl Marx heißt: Weg mit dem Lohnsystem!, weil das Lohnsystem die schein-rechtliche Stütze des Kapitalismus ist, die die unwissenden Menschen „freiwillig“ durch ungültige VERTRÄGE – an die sie sich aber gebunden und religiös oder moralisch verpflichtet Fühlen!

  7. Johann Weber schreibt:

    Eleonore Kraus schreibt:
    „Dieser mehr als beeindruckende Artikel verschlägt einem die Sprache und man bleibt tief bewegt und berührt in seinen Gedanken zurück, dass in mir der Wunsch entsteht diesen besonderen Artikel all denen zu widmen, die niemals im Strudel der Geschichte untergehen dürfen: Der großen und heldenhaften Roten Armee unter Stalin, den Frauen, Männern und Kindern, die in den Lagern gefoltert, ermordet, erdrosselt und gedemütigt wurden. Kommunisten, Antifaschisten, politisch Andersdenkende, linke Sozialdemokraten, fortschrittliche Christen, Sinti und Roma, Homosexuelle und den sowjetischen Kriegsgefangenen.“

    Ich stimme Dir zu und sage ganz einfach DANKE für diese Worte.
    Da Friedrich Karl Kaul erwähnt wurde, hier ein Artikel, der am 29.3.1961, unter dem Titel „JUSTIZ / KAUL Einer stand noch“ im „Spiegel“, erschien.

    Es ist ein sehr umfangreicher Artikel. Gibt aber Einblick wie der „Spiegel“ F.K. Kaul unglaubwürdig machen wollte. F.K.Kaul hat viele Bücher geschrieben, die es heute noch zu kaufen gibt. Seine Bücher sind für die Menschen interessant, die sich über die Kommunistenverfolgung unter der Adenauer-, Erhard- und Kiesinger-Brandt-Regierung informieren wollen.

    Der Artikel ist sehr umfangreich. Deshalb hier auszugsweise drei Zitate:
    „Penibler als es sonst seine Art war, studierte der etwas verfettete kleine Mann über die verrutschte Brille hinweg das vierseitige Dokument.[..]

    An seiner (Wintrichs)(Anmerk: Josef Wintrich, Deutscher Verfassungsgerichtspräsident) nationalsozialistischen Gesinnung besteht kein Zweifel. Auch die Gauleitung der NSDAP hat gegen seine politische Zuverlässigkeit keine Bedenken‘ … Nun zeigte der Jurist Kaul, was er leisten konnte – als Schauspieler. Die Fledermausärmel des Anwaltsmantels flatterten. Er hatte sich zum Publikum gewendet, die Robe offen, die Spätherbstsonne auf der gebräunten Stirn, das Gesicht, jetzt im Schatten, übermäßig breit, nur noch Hornbrille und Mund:

    „Der Faschismus hatte und hat als historisch letzte Bastion und Kampfformation des Kapitalismus gegenüber der unaufhaltsam heraufziehenden Menschheitsepoche der sozialistischen Gesellschaft und ihrer Repräsentanten, der Arbeiterklasse, nur eine einzige Aufgabe: den Kampf gegen den Kommunismus. Dieser Kampf gehörte deswegen selbstverständlich zu den Aufgaben aller Organe des nationalsozialistischen Staates. Für die Staatsanwaltschaften aber bildete dieser Kampf gegen den Kommunismus, der mit einer Erbarmungslosigkeit sondergleichen geführt wurde, nahezu die einzige Aufgabe. Oberstaatsanwalt im Nazireich und bedingungsloser Kämpfer für die Vernichtung der KPD waren zweifellos identische Begriffe … “ – Der Redner holte Luft. Dann, beherrscht, fast leise: „Hiernach ist zu entscheiden … ob nicht zumindest die Besorgnis seiner (Wintrichs) Befangenheit der KPD gegenüber aufgrund dieser Zusammenhänge mehr als gerechtfertigt ist.“ [..]

    In der Euphorie vergaß Ulbrichts schizophrener Anwalt wieder einmal, daß seine Parteifunktion darin besteht, die westdeutsche Justiz zu diskriminieren: „Na, was habe ich gesagt – dem Staatsanwalt hat das Gericht theoretisch und mir praktisch recht gegeben, und darauf kommt es doch schließlich an!“ Sprach’s, rieb sich die Hände und verschwand anderntags zu einem mehrwöchigen Urlaub ins schweizerische Cademario.“
    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43160595.html

  8. Johann Weber schreibt:

    Keiner zwingt uns, den Gesichtsumschreibern Glauben zu schenken. Wir können uns eine eigene Meinung bilden. Mir müssen nur in die Antiquariate gehen. Hier gibt es genügend Quellen, die uns bei unserer eigenen Meinungsbildung helfen.
    Hier ein Auszug aus dem Buch „Um die Entlösung – Prozeßberichte über den Lischka Prozeß in Köln und den Auschwitz-Prozeß in Frankfurt/M.“ von Rudolf Hirsch, Greifenverlag Rudolstadt, 1982.

    Der Kriminalhauptkommissar von Krefeld
    ,,Vieles Schmerzliche wird sicher in Ihnen wachgerufen, Frau Zeugin, aber trotz allem, was Sie erlebt haben, sind Sie verpflichtet, die Wahrheit über das, was Sie in Ausch­witz gesehen haben, dem Gericht mitzuteilen.“ Sehr behutsam belehrt der Vorsitzende des Frankfurter Schwurgerichts am Freitagmorgen die aus Zürich gela­dene Zeugin, Frau Maryla Rosenthal.

    Frau Rosenthal stammt aus Polen. Fünf Tage vor ih­rer Hochzeit wurden sie, ihr Bräutigam und ihre ganze Familie verhaftet und ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Und nur Frau Rosenthal hat diese Zeit überstanden. Sie war schon zu sehr schweren Arbeiten eingeteilt, sie mußte sie barfuß und jammervoll beklei­det verrichten, ihre Beine entzündeten sich, und sie mußte befürchten, ins Gas als arbeitsunfähig geschickt zu werden. Da hieß es bei einem Appell: Wer Fremd­sprachen beherrsche, der solle vortreten. Frau Rosen­thal meldete sich. Sie wurde neu eingekleidet und bei der Gestapostelle des Lagers, der sogenannten Politi­schen Abteilung, als Protokollantin und Dolmetscherin dem SS-Offizier Boger zugeteilt.

    Boger ist einer der Hauptangeklagten in diesem Pro­zeß. Er ist ein Altnazi, schon in seiner württembergi­schen Heimat berüchtigt. Wegen krimineller Verfehlun­gen wurde er, der Gestapomann, von den Nazis sogar selbst verhaftet. Seine Delikte· wurden ihm aber verzie­hen, und man teilte ihn „zur Bewährung“ der Politi­schen Abteilung in Auschwitz zu. Er hat sich „bewährt“. [..] Aber sie sagt: Boger hieß unter den Häftlingen der „Teufel von Bir­kenau“.
    Sie mußte Protokoll führen, wenn Boger polnische Häftlinge vernahm, die in Verdacht standen, Kontakt mit der Widerstandsbewegung zu haben. Wenn sie nicht die gewünschten Aussagen machten, drohte er mit der ,,Sprechmaschine“. Die Häftlinge nannten sie die „Bo­gerschaukel“. Die Opfer wurden mit den Knien in eine Art Turnreck gehängt und so lange geschlagen, bis sie – wie Frau Rosenthal aussagt – zur Unkenntlichkeit ent­stellt und fast leblos. wieder in das Vernehmungszimmer hineingeschleppt wurden.

    Boger wurde nach dem Kriege von den Amerikanern festgenommen und sollte nach Polen ausgeliefert wer­den. Es gelang ihm, aus dem Transport zu fliehen. Er lebte erst unter falschem Namen in Westdeutschland. Er ist noch einmal wegen einer Mordsache verhaftet wor­den, meldete sich aber 1949 mit seinem richtigen Namen an. Man ließ ihn ungeschoren. Er rühmte sich sogar in seiner Aussage, die württembergischen Polizeibeamten hätten ihn freundschaftlich gegrüßt. Alle Welt hätte von ihm gewußt: Das ist Boger von Auschwitz.

    Ein österreichischer Häftling, Herr Langbein, hat in Stuttgart Anzeige gegen Boger erstattet. Man ließ die Sa­che monatelang unbeachtet liegen, bis Herr Langbein durch persönliche Vorsprache Polizei und Staatsan­waltschaft zum Handeln bewegte. Boger wurde sogar von der Polizei in Stuttgart gewarnt. Von dort kam ein Anruf: ,,Wir kommen morgen, Herr Boger, um Sie zu vernehmen.“ Aber er mißachtete die Warnung. Er verschwand nicht. [..]

    Der Zeuge soll beeidigt werden. ,,Ich widerspreche der Beeidigung“, erklärt Professor Kaul, ,, weil der Zeuge in Verdacht steht, die Mörder begünstigt zu ha­ben.“ – Nach langer Beratung beschließt das Gericht, ihn doch zu beeidigen. Aber dem Vorsitzenden ist dabei nicht wohl. ,,Vielleicht überlegen Sie doch noch einmal Ihre Aussage. Wenn Sie sich selber einer strafbaren Handlung bezichtigen müßten, können Sie jetzt noch er­klären: Ich verweigere die Aussage.“
    Aber der SS-Mann und jetzige Kriminalhauptkom­missar von Krefeld, Helmut Bartsch, schwört bei Gott, dem Allwissenden und Allmächtigen, nichts gesehen zu haben. Obwohl er mehr als vier Monate als Gast der La­gerkommandantur ermitteln sollte. [..]

    • sascha313 schreibt:

      Das ist freilich richtig, lieber Johann, daß uns keiner zwingt, den Geschichtsfälschern zu glauben. Doch mit einer Seelenruhe und so selbstverständlich, als sei es der Wetterbericht von gestern, wiederholen die Nachfolger der Nazis in den Vertriebenenverbänden und Parteizentralen immer die gleichen Lügen – wohl wissend, daß es Lügen sind. Man nimmt die Wahrheit einfach nicht zur Kenntnis, weil das die faschistische Grundeinstellung ins Wanken bringen könnte. Jeder andere müßte heute zugeben, von den Nazis verführt worden zu sein.

      Ein anderes Kapitel sind die Leser. Ein Leser aus Stuttgart kommentierte einen Bericht über Berija lakonisch: „…und die Erde ist eine Scheibe!“ – was kommt darin zum Ausdruck? Jede Richtigstellung von sowjetischer Seite wird als Propaganda abgetan, und jede Zeugenaussage eines KZ-Häftlings, der selbst gefoltert wurde, wird als Lüge dargestellt. Was soll man dazu noch sagen? Es ist der endlose Versuch, den Makel eigener Schuld und Mitschuld abzuwaschen, dem Vergessen anheimzugeben und so weitermachen zu können wie bisher – mit Persilschein, versteht sich!

      Natürlich kommt dem entgegen, daß heute in fast allen Schulen das Geschichtswissen minimalistisch auf ebensolche gefälschten, den Faschismus rechtfertigenden Aussagen reduziert wird… Schule ist „Freiheitsberaubung“ so tönen schon die Nazis und die anderen bildungsfernen Schichten!

  9. Johann Weber schreibt:

    Liebe sascha-blog-Leser, habt Nachsicht mit mir. Jedoch Eleonore Kraus Worte: „..dass in mir der Wunsch entsteht diesen besonderen Artikel all denen zu widmen, die niemals im Strudel der Geschichte untergehen dürfen..“ haben mich wachgerüttelt. Deshalb hier noch Worte eines Alt-BRD-Journalisten. Aus Conrad Talers Taschenbuch „Asche auf vereisten Wegen – Eine Chronik des Grauens. Berichte vom Auschwitz-Prozess“ erschienen im PapyRossa-Verlag Köln, 2003. Conrad Taler, Journalist und ehemaliger Rundfunkredakteur aus Bremen.

    Hier ein Auszug aus dem Kapitel „Zeugen schildern die Hölle von Auschwitz“:
    „Unter größter Geheimhaltung traf man die Vorbereitungen für seine Festnahme, nachdem am Tag davor ein neuer Zeuge ausgesagt hatte, der frühere SS-Hauptsturmführer und Adjutant des Lagerkommandanten Höß habe eigenhändig drei Häftlinge er­schossen. Als Mulka keinerlei Anstalten machte, den Gerichtssaal zu verlassen, gingen die Beamten auf ihn zu und eröffneten ihm, er sei wegen Mordverdachts festgenommen. Der distinguierte Herr im dunkelblauen Anzug mit dem weißen Kokettiertuch in der Brusttasche scheint an diesem Vormittag mit al­lem, nur nicht mit seiner Verhaftung gerechnet zu haben. Am Vormittag noch hatte sein Verteidiger – welche Ironie! – die Einstellung des Verfahrens gegen Mulka und die Rückzahlung der Kaution von 50.000 Mark gefordert, gegen die der jetzige Exportkaufmann vor längerer Zeit aus der Untersuchungshaft entlassen worden war. [..]

    Nun aber traten die Überlebenden der Hölle von Auschwitz in den Zeugenstand und entkleideten die Angeklagten ihres Biedermannge­wandes. Vor überfüllten Presse- und Zuhörerbänken blätterten sie das Buch der Geschichte auf, in dem der Name Auschwitz in blutigen Lettern verzeichnet ist. Sie machten ihre Aussagen augenscheinlich frei von jedem Gefühl des Hasses oder der Rache, jeder von ihnen ein Bei­spiel menschlicher Größe. Keiner der ehemaligen Häftlinge ließ sich zu einer unbedachten Äußerung hinreißen, keiner erweckte den Eindruck, als koste er den Augenblick aus, da die Stunde der Gerechtigkeit für die Peiniger von einst geschlagen hat.

    Da war keiner im Saal, der sich nicht zutiefst angerührt fühlte, als der ehemalige Häftlingsarzt Dr. Otto Wolken auf den Angeklagten Baretzki zuging, ihn identifizierte und sagte: »Es tut mir leid für ihr per­sönliches Schicksal.« Über viele Stunden hinweg schilderte der schmächtige Arzt aus Wien mit ruhiger Stimme das Inferno von Auschwitz. Was er selbst durchlitten hat, geht daraus hervor, dass er bei der Befreiung 1945 noch ganze 38 Kilo wog. Es sei schwer, im Einzel­fall Mordanklage zu erheben, sagte er. »Die Toten können nicht mehr anklagen.« Und er fügte hinzu: »Was uns zu denken geben sollte, das ist die Tatsache, daß diese Mordmaschine nie in Gang gekommen wäre, wenn sich nicht Zehntausende zu ihrer Bedienung bereit gefunden hätten.«

    Es würde zu weit führen, alle Einzelheiten der entsetzlichen Verhält­nisse im Lager wiederzugeben. Das Grauen, das Dr. Wolken heraufbe­schwor, spiegelte sich auf den Gesichtern der Richter und Geschwo­renen, der Zuhörer und Journalisten wider. An einer Stelle brach die Stimme des Zeugen. Das war bei der Schilderung einer unvorstellba­ren Tragödie. Mütter sollten sich von ihren Kindern trennen, die ins Gas mussten. »Aber die Mütter weigerten sich, sie gingen mit ihren Kin­dern ins Gas.« Die Frauen unter den Geschworenen ließen ihren Tränen freien Lauf, als Dr. Wolken schilderte, was sich bei der Vergasung von 90 jüdischen Kindern zutrug. Ein 14jähriger Knabe habe den Kleinen beim Besteigen der Lastwagen geholfen und beruhigend auf sie eingeredet. Als könne er sie trösten, habe er erzählt: »Ihr habt gesehen, wie eure Eltern und Großeltern umgebracht wurden. Dort oben sehen wir sie wieder,« Den umherstehenden SS-Schergen habe er die Worte ins Ge­sicht geschleudert: »Glaubt nicht, dass euch der Tod erspart bleibt, ihr werdet so krepieren, wie ihr uns krepieren lasst.« [..]

    Dr. Wolken belastete im einzelnen die Angeklagten Baretzki und Klehr. Dem ersten warf er vor, Häftlinge mit Knüppeln geschlagen und andere erschossen zu haben. Von Klehr sagte er: »Er gehörte zu den gefürchtetsten SS-Leuten. Seine Spezialität waren Todesspritzen ins Herz. Der 60jährige Arzt bestätigte zugleich, daß niemand gezwungen war, die Verbrechen zu begehen. Einmal sei ein neuer SS-Arzt nach Au­schwitz gekommen. Der habe sich einen Tag lang umgesehen und noch am selben Abend das Lager verlassen. Anscheinend habe er zu dem, was er gesehen habe, seine Hand nicht reichen wollen.

    An einem Beispiel schilderte Dr. Wolken, daß sich nicht alle wider­standslos in die Todeskammern führen ließen. Während der Vergasung von polnischen Jüdinnen am 25. Oktober 1943 habe eine Frau dem SS­-Mann Schillinger vor der Gaskammer die Pistole entrissen und ihn mit einem Schuss niedergestreckt. [..]

    Frau Dr. Lingens berichtete, der Winter 1942/43 sei eine wirkliche Katastrophe gewesen. Binnen weniger Monate seien zehntausend Frauen gestorben, ein Drittel aller Insassen des Frauenlagers. Im Krankenrevier lagen nach ihren Angaben 7.000 Frauen. Sie mussten sich zu viert ein Bett teilen. Es habe an den primitivsten Voraussetzungen gefehlt, wirksam helfen zu können. [..]

    Die Zeugin sagte dies im Anschluß an die Schilderung eines schrecklichen Erlebnisses. Sie sei an einem der Scheiterhaufen vorbei gekommen, auf denen zu Tausenden Leichen verbrannt wurden. Plötz­lich habe ein SS-Mann etwas durch die Luft ins Feuer geworfen, das sich bewegte. Es war ein Kind, ein lebendes Kind. Die Ärztin weigerte sich ihren Worten zufolge instinktiv, das Entsetzliche als wahr hinzuneh­men. Während sie das kleine Wesen durch die Luft wirbeln sah, rede­te sie sich ein, daß es ein Hund sein müsse. Aber es war kein Hund, es war ein Kind.“

  10. Eleonore Kraus schreibt:

    Nein, so einfach kommen all die Mitläufer und Mitmacher, die Zuseher, die Augen zu Macher nicht davon, die die bei jedem abgeholten Juden, Kommunisten, Antifaschisten gedacht haben: „Gut, dass es mich nicht getroffen hat. Und Nein, sie wurden nicht „verführt,“ Sie wussten was in ihrer Straße, in der Nachbarschaft los war, aber sie wollten es nicht Wissen, denn es hätte ungeheuerliche Konsequenzen, nicht nur für das eigene Laben gehabt. Es hat Hunderttausende mutige Kämpfer gegeben, die haben nicht den Vogel Strauß gemacht, sie sind aufgestanden, mutig und kühn, gekämpft haben, ohne Rücksicht auf das eigene Leben, denn es ging um mehr, es ging um die Befreiung des Menschen . Und an einer Stelle lese ich, was Johann aufgeschrieben, von wem kann mann nachlesen, dass das Grauem, dass der Faschismus, mit all seinen Handlangern, Bittstellern und Charakterschweinen in dieser Form niemals möglich hätte werden können.
    Das niederste im Menschen konnte unter diesen gesellschaftlichen Verhältnissen wachsen und gedeihen und es hatte eine solche Tragweite, dass es dem menschlichen Gehirn fast nicht möglich ist, dass Ausmaß wirklich begreifen zu können.
    Frau B. eine liebgewordene Frau aus der Altenarbeit starb vor ca. zwei Jahren fast einhundertjährig und eines konnte sie nicht vergessen; sie erzählte es oftmals, dass sie den Juden, mit denen die Familie B. in Köln ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis hatte, dass sie, als sie abgeholt wurden aus der Wohnung Geschirr, Wäsche und alles was man brauchen konnte geklaut haben. Das hat sie bis zu ihrem Tod beschäftigt.
    Adenauers: „Damit muss Schluss sein!“ kam dem Volk, den großen Teilen des Volkes entgegen, so konnten sie weitermachen, da wo sie aufgehört haben, nämlich mit: „Augen zu und durch!“
    Nein, sie wussten in Esterwegen, im Börgermoor in den Emslandlagern was in ihrer Nachbarschaft los gewesen ist. Im Zuge einer Promotion von Dr. Elke Suhr von der Carl von Ossietzky haben wir bei den Auswertungen der Interviews mit den Anwohnern, die dort noch lebten genau dieses zu hören bekommen, nämlich, dass sie von nix gewusst haben und man solle sie endlich in Ruhe lassen. Was besseres hätte Adenauer sich selbst, seinen Faschisten Freunden und dem Michel Volk mit seiner „Deckel drauf“ Politik nicht tuen können, denn damit wurden sie und ihr oftmals schändliches Handeln von höchster Stelle „freigesprochen.“
    Johann, auch ich will dir danken !

  11. sascha313 schreibt:

    …und sie wußten, was geschah:

    Heimlich aufgenommenes Foto von einem Todesmarsch der Häftlinge durch Dachau.

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