Arseni Samostjanow: Der Feuersturm. Warum haben die Amerikaner und die Engländer Dresden zerstört

Dresden1Vor 75 Jahren, am 13. Februar 1945, begannen die bisher beispiellosen, mächtigen Bombardierungen Dresdens durch Einheiten der britischen und amerikanischen Luftwaffe. Drei Tage lang warfen die schweren Bombenflugzeuge Spreng- und Brandbomben auf die schutzlose Stadt. Vergleichbar mit der Hitler-Barbarei versuchten die Alliierten, sich mit der Rache für die Verbrechen der Nazis zu rechtfertigen, aber dieser Ansatz war durchsichtig: Es ging nicht um eine Bestrafung der Deutschen, sondern um eine Warnung an die Russen. Die Zeitung „Iswestija“ berichtet über drei Tage der Hölle auf Erden, veranstaltet von Großbritannien und den USA.

Drei Tage der Bombardierungen führten zum Tod von Zehntausenden Zivilisten.

Zum Anfang des Frühlings 1945 war schon klar: das Deutsche Reich geht seinem Ende zu. Man mußte die Nachkriegswelt auf die neue Weise umgestalten — und in dieser Frage begannen sich zwischen den Verbündeten der Antihitlerkoalition, Risse aufzutun. Großbritannien und die USA hatten es vorgezogen, die wichtigsten taktischen und strategischen Pläne hinter dem Rücken Moskaus zu vereinbaren. Im übrigen rechnete der Kreml natürlich nicht auf die aufrichtige Freundschaft der „Imperialisten“. Und er änderte seinen Kurs, in Anbetracht der Schlauheit der Verbündeten.

Die Absichten der westlichen Alliierten

In London und Washington hatte man noch bis zur Jaltaer Konferenz verstanden, daß Dresden — die Perle Sachsens — nach dem Fall Berlins zur sowjetischen Besatzungszone gehören wird. Dieser Faktor war auch bei der Aufstellung der Pläne für die Bombenangriffe berücksichtigt worden. Beispielsweise war auch das Ruhrgebiet mit seinen Kohlevorräten und den industriellen Riesen verschont worden, weil man verstanden hatte, daß es wohl kaum in die Händen der Bolschewiki gelangen würde. Und die Verbündeten hatten offenbar die Absicht, die östlichen Gebiete Deutschlands in eine menschenleere Wüste zu verwandeln. Die Racheüberlegungen waren hier mit dem Wunsch verbunden, die Macht Moskaus einzuschränken.

Das sächsische Florenz

Kurz vor dem zweiten Weltkrieg gehörte Dresden zu den sieben am meisten besiedelten Städten des Deutschen Reiches. In touristischen Reiseführern wurde es als „Elbflorenz“ bezeichnet. Die einzigartigen Architekturdenkmäler und die reichsten Museen, voller Schätze der sächsischen Kurfürsten, waren schon im 19. Jahrhundert ein Anziehungspunkt für Touristen. Man braucht nur die Dresdener Galerie, das Porzellanmuseum, das schloßähnliche Ensemble des Zwingers und das Opernhaus zu erwähnen, das wegen seiner Akustik als eines der besten in Deutschland galt. Als Hauptstadt des Markgrafentums Meißen und des Kurfürstentums Sachsen, war Dresden im 18. Jahrhundert, während den goldenen Epoche des prächtigen Barockstiles, zu einem anerkannten kulturellen Zentrum des östlichen Deutschland geworden.

Dresden 1938

Nicht unwesentlich ist auch, daß Dresden – im Unterschied zu München, Hamburg, Berlin und Nürnberg – nur wenig mit der Nazimythologie verbunden war. Als praktisch auf beiden Seite der Front allen klar geworden war, daß das Ende des Deutschen Reiches nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt, meinten viele, daß gerade Dresden nach dem Krieg ein Zentrum des erneuerten Deutschlands werden kann.

Kurt Vonnegut schrieb in „Schlachthof Nummer fünf“:

„Alle übrigen großen Städte in Deutschland waren furchtbar zerbombt und verbrannt. In Dresden war nicht mal ein Glas zerbrochen. Jeden Tag machten die Sirenen ein höllisches Geheul, die Menschen gingen in die Keller und hörten dort Radio. Doch immer zogen die Flugzeuge woanders hin, nach Leipzig, Chemnitz, Plauen und in beliebige andere Orte. So war das. Und die Dampfheizung in Dresden pfiff noch lustig. Es quietschten die Straßenbahnen. Das Licht entzündete sich, und wenn die Schalter schnappten. Es arbeiteten die Restaurants und die Theater. Der Zoo war geöffnet. Die Stadt erzeugte hauptsächlich Medikamente, Konserven und Zigaretten.“

Der Amerikaner Wonnegut sah vieles mit eigenen Augen: er geriet 1944 in Gefangenschaft und wurde Augenzeuge und des (relativen) Dresdner Wohlergehens, und des (unbestreitbaren) Dresdner Grauens. Und trotzdem hat er nicht völlig recht: natürlich gab es in Dresden Militärproduktion, auch wenn sie nicht allzu umfangreich war.

Ein Punkt auf der Karte

Die Idee einer forcierten Bombardierung Dresdens stammt von dem Lufwaffen-Minister Großbritanniens Sir Achibald Sinclair. Er war der Führer der liberalen Partei und in gewissem Grade ein Konkurrent des Konservativen Churchill. Doch in dieser Frage waren sich die politischen Gegner einig. Die Rede über Bombardierungen von Leipzig und Dresden kam in ihrer Korrespondenz schon Mitte Januar auf. Danach fing die britische Luftwaffe an, sich auf die Operation vorzubereiten. Sinclair bemerkte, daß eine „plötzliche massive Bombardierung nicht nur Unordnung in die Evakuierung aus Osten tragen wird, sondern auch die Umsetzung der Truppen aus dem Westen erschweren“.

Heftige Kämpfe gegen die Hitlerwehrmacht

In jenen Tage führten die westlichen Alliierten einen angespannten Kampf gegen die deutschen Divisionen in den Ardennen. Währenddessen überwand die rote Armee den verzweifelten Widerstand des Feindes, befreite Ungarn und brach nach Berlin durch. Bei der Konferenz von Jalta sprach der Stellvertreter des sowjetischen Generalstabs-Chefs Alexej Anton über die Notwendigkeit von Luftangriffen auf Berlin und Leipzig — um das Umsetzen der deutschen Truppen an die Ostfront zu erschweren. Die sowjetische Seite erwähnte Dresden nicht, aber in London wurden zu jener Zeit schon die Pläne zur Vernichtung gerade dieser Museumsstadt ausgeplaudert.

…und ein verheerenden Beschluß

Am 8. Februar setzte der Oberste Stab der Expeditionskräfte der westlichen Alliierten in Europa die Luftwaffe Großbritanniens und der USA offiziell davon in Kenntnis, daß Dresden auf die Liste der Ziele für Bombenangriffe aufgenommen wurde. Kurz darauf am selben Tag wurde auch die sowjetische Seite darüber informiert.

Und nebenbei – man muß es den Russen zeigen…

Die Dienstanweisung, die man den Piloten der Royal Air Force vor dem Abflug übergab, lautete:

Dresden ist die siebtgrößte Stadt Deutschlands… Zum gegenwärtigen Zeitpunkt das stärkste Gebiet des Gegners, das immer noch keinen Bombenangriffen unterzogen wurde. Inmitten des Winters, mit nach Westen ziehenden Flüchtlingsströme und Truppen, die irgendwo einquartiert werden sollen, fehlt es an Wohnraum, weil nicht nur die Arbeiter, die Flüchtlinge und die Armee, sondern auch die Regierungsorgane, in andere Bezirke evakuiert werden müssen. Seinerzeit hat sich Dresden, das weithin bekannt ist durch die Porzellanherstellung, zu einem großen industrielle Zentrum entwickelt… Ziel des Angriffes ist es, den Gegner dort zu schlagen, wo er sich am stärksten fühlt, hinten der teilweise zusammenbrechenden Front… Und nebenbei muß man es den Russen zeigen, wenn sie in der Stadt kommen, wozu die Royal Air Force imstande ist.

B17-Bomber

Mit dem Angriff sollten die Flugzeuge der 8. Luftarmee der USA in der Nacht vom 13. zum 14. Februar beginnen, aber das schlechte Wetter verhinderte ihrem Start – und die ersten Bomben auf Dresden wurden von britischen „Lancaster“ abgeworfen. Die Besatzung vieler Bomber war jedoch mit Polen besetzt, die sich damals am Rande einer Revolte befanden. Grund dafür waren die in Jalta gefaßten Beschlüsse der Staatsoberhäupter der Welt, einen Teil des Territoriums, das Polen besetzt hielt (z.B. Vilnius) an die UdSSR zu übergeben…

Lancaster 1945

Die Deutschen hatten in Dresden den amerikanischen und britischen Bombern fast nichts entgegensetzen. Die Mehrzahl der Luftabwehrberechnungen verteidigten andere, strategisch wichtigere Städte. Sogar das Signal des Fliegeralarms ertönte über Dresden erst wenige Minuten vor Beginn des Bombenangriffs.

Einer der Piloten erinnerte sich:

„Ich gestehe, ich habe einen Blick nach unten geworfen, als die Bomben fielen, und sah mit eigenen Augen das schockierende Panorama einer Stadt, die vom einem bis zu anderen Ende brennt. Es war dicker Rauch zu sehen, der durch den Wind von Dresden weggeführt wurde. Es öffnete sich das Panorama einer hell blitzernden Stadt. Die erste Reaktion war der mich erschütternde Gedanke über das Übereinstimmen des Schlachthofes, der da unten geschah, mit den Warnungen der Prediger vor dem Krieg.“

…zum Abschied noch 466.000 Bomben und Phosphor

Mit der ersten Welle waren innerhalb einer Viertelstunde 800 Tonnen Bomben auf Dresden abgeworfen worden. Nach drei Stunden waren es noch 1,8 Tausend Tonnen. Am nächsten Tag übernahmen Amerikaner die Stafette, die mit dem Wetter besser zurechtkamen. 311 Bomber warfen 771 Tonnen Bomben auf die Stadt ab, und am 15. Februar wurden zum Abschied noch einmal 466 Tonnen Bomben abgeworfen. Der historische Teil der Stadt war zerstört. Dresden stand in Flammen. Die Engländer warfen auf die Stadt auch Behälter ab, die mit einer Mischung aus Kautschuk und weißem Phosphor gefüllt waren. Der Phosphor entzündete sich und die zähflüssige Masse bedeckte die Häuserwände wie auch die Menschen – und brannte, und brannte… Die Technologie der Vernichtung der Stadt war bis in jede Kleinigkeit durchdacht. Zuerst wurden mit Sprengbomben die Dächer der Gebäude zerstört. Später wurden auf die halbzerstörten Häuser Brandbomben abgeworfen – und die Stadt verwandelte sich in ein Flammenmeer.

Grauenvolle Ereignisse…

Eine Telefonistin des Dresdener Zentralen Telegrafenamtes, die die Flammen überlebte hatte, erinnerte sich an jene flammenden Stunden:

„Einige Mädchen schlugen vor, auf die Straße hinauszugehen und nach Hause zu laufen. Die Treppe führte aus dem Keller des Gebäudes des Telefonknotenpunktes in den viereckigen Hof unter ein Glasdach. Sie wollten durch das Haupttor des Hofes hinaus auf den Postplatz gelangen. Mir gefiel diese Idee nicht; plötzlich, als gerade 12 oder 13 Mädchen über den Hof liefen und gegen das Tor drückten und sich bemühten, es zu öffnen, brach das bis zur Rotglut erhitzte Dach zusammen und hat sie unter sich begraben.“

Bis zu 15. Februar bot die Stadt einen apokalyptische Anblick dar. In der Nähe der Lagerhäuser lagen die Leichen von toten Kindern, sie wurden übereinander gestapelt und mit Zügen herausgebracht.

Dresden 1945b Dresden 1945a

Dresden lag im Feuer und in Ruinen. Die akribische deutsche Polizei hatte schnell berechnet, daß in der Stadt 12.000 Gebäude verbrannt sind. Darunter 24 Banken, 26 Gebäude von Versicherungsgesellschaften, 31 Handelsunternehmen, 6.470 Geschäfte, 640 Lagerhäuser, 256 Markthallen, 31 Hotel, 26 Kneipen, 63 Bürogebäude, 3 Theater, 18 Kinos, 11 Kirchen, 60 Kapellen, 50 kulturhistorische Gebäude, 19 Krankenhäuser (einschließlich die Hilfs- und privaten Kliniken), 39 Schulen, 5 Konsulate, der zoologische Garten, das Wasserwerk, das Eisenbahndepot, 19 Postämter, 4 Straßenbahndepots und 19 Gerichtsgebäude.

Dresden 1945c

Gleichzeitig blieben strategisch wichtige Objekte erhalten, die nach militärischer Logik in erster Linie hätten betroffen sein müssen: die großen Rangierbahnhöfe, eine Eisenbahnbrücke über die Elbe und ein Militärflugplatz.

Warum wurde Dresden bombardiert?

Daraus kann man die Schlußfolgerung ziehen: Das Hauptziel der Briten und Amerikaner waren damals weder militärische Einrichtungen noch wichtige Kommunikationsmittel. Wie später der bekannte Historiker Stuart Ross erklärte, „war der Überfall eigentlich eine politische Entscheidung, daß Amerika, ungeachtet der vorübergehenden Mißerfolge in den Ardennen, eine mächtige Militärmacht bleibt, besonders, was die Luftwaffe betraf“. Die Machtdemonstration hatte sich in eine Feuerhölle verwandelt – hauptsächlich für die friedliche Bevölkerung der Stadt.

Der britische Kriegsverbrecher Arthur Harris

HarrisUnd sie vergossen dabei selbst nur wenig Blut. Der Verlust der britischen Luftwaffe bei den zwei Bombenangriffen auf Dresden vom 13. bis 14. Februar 1945 betrug sechs Flugzeuge. Zwei weitere gingen in Frankreich und eines in England verloren. Die amerikanische Luftwaffe büßte bei derselben Operation acht Bomber und vier Jagdflugzeuge ein. Insgesamt betrugen die Verluste der Alliierten etwa 20 Flugzeuge, wobei ungefähr hundert Mann ums Leben kamen oder in Gefangenschaft gerieten. Wie der britische Air Chief Marshal Arthur Harris (unter Piloten als Bombenführer bekannt) an das Ministerium schrieb: „Ich persönlich glaube nicht, daß alle übrigen Städte in Deutschland die Knochen eines einzigen britischen Grenadiers wert sind.“

Es ist unmöglich zu berechnen

Goebbels, der nach Dresden mit neuem Elan versuchte, in den deutschen Gemütern einen Rachedämon zu wecken, sprach von Hunderttausenden Toten, von Tausenden verbrannter und verstümmelter Kinder. Die Bevölkerung der 650.000 Einwohner zählenden Stadt reduzierte sich natürlich während des Krieges, dafür aber kamen Flüchtlinge und Verwundete nach Dresden – etwa 150 bis 200 Tausend. Die Autoren des umfangreichen deutschen Werks „Die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs“ behaupteten:

Die Zahl der Opfer in Dresden zu berechnen ist unmöglich. Nach Angaben des Außenministeriums starben in dieser Stadt 250.000 Menschen, aber die tatsächliche Zahl der Verluste ist sicherlich viel geringer; doch selbst 60.000-100.000 Zivilisten, die bei dem Brand über Nacht ums Leben kamen, sind nach menschlichen Ermessen kaum vorstellbar.

Ein Akt des Völkermords

Das ist auch heute die Streitfrage. Es werden verschiedene Zahlen genannt – von 15.000 bis zu 350.000 Tausend. Kommissionen von Historikern besuchten mehrmals die Stadt, arbeiteten in Archiven, studierten Dokumente, analysierten das Ausmaß der Zerstörung, und versuchten, die Schicksale der Dresdner und der Flüchtlinge, die sich bis Februar 1945 in der Stadt befanden, wiederherzustellen. Nach ihren Angaben starben an diesen drei Tagen etwa 25.000 Zivilisten. Aber dies ist keine genaue oder endgültige Berechnung.

Semperoper 1945 Zwinger 1945

Es ist auch nicht verwunderlich, wenn einige westliche Journalisten versuchen, die Verantwortung für die Bombardierung Dresdens auf die sowjetischen Verbündeten abzuwälzen… Sie behaupten, die Operation sei fast auf Stalins Wunsch hin durchgeführt worden. Aber für derartige Erfindungen gibt keinerlei Beweis.

Ein beispielloses Kriegsverbrechen

Die beispiellose Bombardierung Dresdens wurde in der UdSSR als ein unfreundlicher Akt gegenüber unserem Land empfunden. Der Wink war fadenscheinig: Die USA haben ihr wirtschaftliches Potential behalten. Und sie sind bereit, die Welt zu regieren und die Ungehorsamen zu bestrafen. Doch die Politik der Abschreckung hat sich als wenig wirksam erwiesen. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die Sowjetunion sowohl über Atomwaffen als auch über die Mittel, sie an Ziele in Westeuropa zu senden.

Stalin: „…die Hitler kommen und gehen.“

Das sowjetische Volk hatte viel mehr Gründe, sich an den Deutschen zu rächen, aber in dem berühmten Befehl des Volkskommissars für Verteidigung heißt es: „Die Erfahrung der Geschichte besagt, daß die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk – und der deutsche Staat – bleibt.“ Man muß zugeben, daß Churchill 1945 nicht menschlich genug war, sich von so etwas leiten zu lassen.

Der deutsche Schriftsteller, der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass meinte, daß die Vernichtung Dresdens ein Kriegsverbrechen und der Akt des Völkermords war – so wie der Holocaust oder die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Da sind viele mit ihm einverstanden – nicht nur in Deutschland, sondern auch in England, in den USA und in Rußland.

Und die heutigen Dresdner begehen jedes Jahr in diesen Februartagen mit Trauer und gedenken der Toten jenes furchtbaren Feuersturms.

13. Februar 2020

Der Autor ist stellvertretender Chefredakteurs der Zeitschrift „Istorik“.

Quelle: „Iswestija“ vom 13. Februar 2020.
(Übersetzung Florian Geißler – kommunisten-online)


Das Ende der Nazi-Diktatur

Die welthistorischen Siege der Sowjetarmee führten Hitlerdeutschland vor den unvermeidlichen Zusammenbruch. In den herrschenden Kreisen Deutschlands entstand der Plan, Hitler zu beseitigen und separate Ver­handlungen mit den Westmächten anzubahnen. Das Ziel der Verschwö­rung, die vom Spionagedienst der USA inszeniert wurde, war die Rettung des deutschen Imperialismus durch ein Abkommen mit der amerikanisch-­englischen Reaktion. Der Attentatsversuch auf Hitler am 20. Juli 1944 miß­lang jedoch. Die Teilnehmer an der Verschwörung wurden verhaftet und hingerichtet.

Befreiung durch die Sowjetunion

Durch die große Winteroffensive der Sowjetarmee im Januar/Februar 1945 wurde der Kriegsschauplatz nunmehr auf deutsches Territorium verlegt. Die Sowjettruppen rückten siegreich auf Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, vor. Die Hitlerclique unternahm verzweifelte Versuche, sich durch ein Abkommen mit der amerikanisch-englischen Reaktion zu retten. Die faschistische Truppenführung öffnete die Front im Westen, um mit Hilfe der amerikanisch-englischen Reaktion das faschistische Regime zu erhalten. Sämtliche deutschen Truppen wurden in den Kampf gegen die Sowjetarmee geworfen. Dessenungeachtet nahm die siegreiche Sowjetarmee Berlin im Sturm.

Berlin 1945Am 30. April 1945 wurde die Siegesfahne auf dem deutschen Reichstagsgebäude gehißt; am 2. Mai hatten die Sowjettruppen ganz Berlin erobert. Am 1. Mai gab das Hauptquartier des deutschen Oberkommandos den Selbstmord Hitlers und die Berufung des Admirals Dönitz zu seinem Nachfolger bekannt. Die Ernennung von Dönitz war der letzte Versuch der deutschen Imperialisten und ihrer amerikanischen und englischen Freunde, das faschistische Regime in Deutschland zu retten.

Die bedingungslose Kapitulation

Am 8. Mai kapitulierte Hitlerdeutschland bedingungslos. So endete der Krieg, in den die Faschisten Deutschland gestürzt hatten, mit der völligen Niederwerfung Deutschlands. Durch die Vernichtung Hitlerdeutschlands befreite die Sowjetunion die Völker Europas von der faschistischen Bar­barei und rettete die Zivilisation der Welt. »Die Sowjetunion«, so führte Genosse Stalin am 9. Mai 1945 aus, »Ieiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten«

Quelle: Deutschland. Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1953, S.174f.


Außer der Reihe – Lesetipp:

Beata Arnold: Überlebender zum 75. Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden: „Es war ein Kriegsverbrechen“
Am Donnerstag jähren sich die anglo-amerikanischen Bombenangriffe auf Dresden zum 75. Mal. Den Bombardements vom 13. bis 15. Februar 1945 fielen offiziell 25.000 Menschen zum Opfer. Christoph Adam hat die Angriffe überlebt: Es waren Kriegsverbrechen, doch aufrechnen dürfe man nicht, so der 90-Jährige. Vom heutigen Deutschland fordert er Abrüstung.
https://sptnkne.ws/BveY

Anmerkung: Auch wenn man heute in den Kommentarspalten von „Sputnik News“ auch Nazis und andere Antikommunisten zu Wort kommen läßt (was absolut nicht zu verstehen ist!), ist es wichtig, solche Beiträge, wie den eines Überlebenden des Bombenterrors von Dresden zu bringen. Das bestätigt erneut: Es war ein Kriegsverbrechen des USA-Imperialismus! Oder: Wie eine der wenigen ehrlichen Abgeordneten des EU-Parlaments, die lettische Delegierte Tatjana Ždanoka im EU-Parlament zu dieser verbrecherischen Gleichsetzung der Sowjetunion mit Hitlerdeutschland sagte – es gibt nur einen Teufel, und das ist der Faschismus!
Sie sagte: Mr President, I voted against the resolution as a whole even though I was in favour of certain paragraphs. I am against the whole approach of equating the Nazis to communist regimes. There is only one devil and the absolute devil is Nazi ideology. I am against the primitivisation of the approach to the history of World War II demonstrated by this resolution. Where is Munich? Forgotten. Where are the bilateral treaties concluded well before 23 August 1939? My family had to make sacrifices because of the Nazis; my family had to make sacrifices because of deportations. I repeat: there is only one devil and it is Nazi ideology.)
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10 Antworten zu Arseni Samostjanow: Der Feuersturm. Warum haben die Amerikaner und die Engländer Dresden zerstört

  1. Eine Anmerkung.

    Hamburg war ähnlichen Bombenangriffen ausgeliefert. Im Gegensatz zu Dresden, wurde jedoch der größte Teil der Bevölkerung vorher evakuiert und dennoch starben mehr als 30.000 Menschen in jener Feuerhölle … und sie starben meistens gerade dort, wo sie sich in Sicherheit wiegten: In den Luftschutzbunkern — und nicht etwa wegen der Bomben, die auf Hamburg niederregneten, sondern an Erstickung. Menschen – wie etwa mein Vater – die sich außerhalb Hamburgs befanden, berichteten mir, daß sich überall RUND UM Hamburg ORKANE auf die Stadt zubewegten: Dieses Feuerinferno zog mit gewaltiger Kraft die Luft aus der Umgebung an.

    Zum Zeitpunkt der Bombardierung lebten etwa 500.000 Menschen in Dresden. Von den ursprünglichen 650.000 befanden sich 150.000 als „Soldaten“ im Krieg. Werden 200.000 Flüchtlinge angenommen, die sich mindestens in diesem Zeitraum in Dresden aufgehalten haben, müssen 700.000 Menschen in Dresden gelebt haben. Durch die Bombardierungen wurden 222.000 Wohnungen zerstört. Die ganze Stadt stand in Flammen.

    Und dann will man uns weißmachen, daß „nur“ etwa 25.000 Menschen in diesem Inferno umgekommen sind? Für mich hört sich das so an: „Bei den Atombomben-Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki sind „etwa“ 2.500 Menschen zu Schaden gekommen.“ Und so, wie es die Leugner der von den Nazis begangenen Völker-MORDE verbreiten: „Die Juden wurden in Auschwitz nicht mit Zyankalie vergiftet, die wurden doch nur entlaust und sind trotzdem an allen möglichen Seuchen gestorben, weshalb man die Leichen halt verbrennen musste.“

    Auschwitz und andere Vernichtungslager waren die bisher größten VERBRECHEN gegen die Menschheit, aber diese Verbrechen stehen der Ermordung von 10.000 Millionen Menschen in Zaire unter dem König von Belgien von 1889 bis 1909 in nichts nach, noch können die VERBRECHEN, die in Auschwitz und andere Vernichtungslagern stattfanden, gegen die Verbrechen an Dresden, Hiroshima oder Nagasaki aufgerechnet oder relativiert werden!

    • Gabi Schön schreibt:

      nicht richtig gelesen? es gibt Zahlen von 15.000 – 350.000 und die Historiker sind sich nicht einig.

      • sascha313 schreibt:

        …richtig gelesen? Ja – auch hier gilt: Für wen arbeiten diese „Historiker“, die hier die Zahlen nach unten korrigieren, wer bezahlt sie???

      • Liebe Gabi,
        ich habe das nicht nur richtig, sondern sehr aufmerksam gelesen.
        Wenn sich die „Historiker“ nicht darüber einig sind, liegt es daran, daß sie für bestimmte Interessen schreiben. Wer von 22.500 bis 25.000 Opfern spricht, schreibt eindeutig im Sinne der Kriegsverbrecher (USA und GB), die an einer Verharmlosung interessiert sind. Solche Leute praktizieren das Gleiche, wie die Leugner der Völkermorde der Faschisten, die behaupten, daß in Auschwitz niemand vergast wurde und das Zyankali lediglich zur Entlausung und Ungezieferbekämpfung eingesetzt wurde.

  2. gunst01 schreibt:

    Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch der Ort Dugway, der etwa 120 Kilometer südwestlich von Salt Lake City liegt. Sein einziger Zweck bestand darin, dort den effektivsten Luftangriff auf deutsche Arbeiterviertel zu üben. Einer der intimen Kenner deutscher Bautechnik und zugleich einer der bekanntesten Architekten der damaligen Zeit betreute das Projekt. Dank seiner Arbeit, konnte die effektive Bomenabwurffolge Luftmine, Brandbombe, Sprengbombe ermittelt und an original nachgebauten Straßenzügen getestet werden. Es war der jüdische Architekt Erich Mendelsohn.

    Rechnet man in Dresden mit nur 22% Toten, einem Verhältnis das beim Luftangriff Pforzheim am 23. Februar 1945 festzustellen ist, waren es in einer Stadt mit 63.000 Einwohner und mehr als 150.000 Vertriebenen, weit, weit mehr als die offiziellen Märchenzahlen.

    • tommmm schreibt:

      Man hätte auch schreiben können: der deutsche Architekt Erich Mendelsohn. Ich glaube nicht, das schlechte Charaktereigenschaften an einer Religion oder einer Volkszugehörigkeit festgemacht werden können. Das verschleiert den Blick auf das Wesentliche: Die Auftraggeber wollten ihre Waffen an Wohngebieten erproben und sie haben dabei einen skrupelosen Helfer gefunden.

      Schlimm genug, dass er deutsche Wohngebiete nachgebaut hat. Wäre es nicht besser gewesen, deutsche Rüstungsbetriebe nachzubauen? Oder bestand daran kein Interesse? Mir fällt da spontan Falludscha oder Rakka aus der neueren Zeit ein. Die Militärdoktrin der Angloamerikaner ist da sehr konstant.

      • gunst01 schreibt:

        Bereits vor Ausbruch des Krieges hatten England die Schwachstelle Deutschlands erkannt, die Benzinversorgung, die nur durch die Hydrierwerke geleistet wurde. Churchill machte den Geheimplan zunichte, diese Werke zu bombardieren, denn das hätte den Krieg bereits 1943 beendet. Auch in der Folgezeit wurden die erst Ende 1944 angegriffen. Der Krieg musste so lange wohl so lange dauern, denn ohne Landung in der Normandie wäre bei der Aufteilung Europas für die Westalliierten wohl erheblich weniger abgefallen und für die USA bedeutete jeder Tag einen erheblichen Gewinn. Das liebe Geld war ja auch einer der Zündpunkte dies Krieges, der die USA vor einer erneuten Depression bewahrte.

      • sascha313 schreibt:

        So ist es! Und wenn man sich an den Kriegsverbrecher Truman erinnert, dann ist auch klar, warum die Monopolbourgeoisie der USA immer wieder versucht hat, (als lachender Dritter) die Sowjetunion zu erobern. Truman schrieb im Juni 1941 in der „New York Times“: „…let them kill as many as possible.“
        Was den USA 1921 und Hitlerdeutschland 1941-45 mit militärischen Mitteln nicht gelang, versuchten die Imperialisten der USA nach 1956… und dann 1990 mit der Konterrevolution in Rußland „auf friedlichem Weg“: die Eroberung der russischen Reichtümer und die Versklavung des russischen Volkes.

      • sascha313 schreibt:

        gunst01 und tommmm: „Jude“ / „Deutscher“ …beides richtig! Was schließen wir daraus? Weder ein Jude, noch ein Deutscher oder etwa Türke, Araber, Amerikaner, Chinese, Christ oder Nichtchrist kann nach seiner Nationalität, Religion oder nach irgendwelchen ethnischen Merkmalen eingeordnet, beschuldigt oder von Schuld freigesprochen werden. Es zählt einzig und allein die Klassenzugehörigkeit – Bourgeoisie oder Proletariat. Auf welcher Seite steht der betreffende Mensch, wen vertritt er, ja – sogar: für wen arbeitet er? Und für wen zieht er in den Krieg? Für welche Klasse? Zur Erinnerung:

        „Als Klassen bezeichnet man große Menschengruppen, die sich voneinander unterscheiden nach ihrem Platz in einem geschichtlich bestimmten System der gesellschaftlichen Produktion, nach ihrem (größtenteils in Gesetzen formulierten) Verhältnis zu den Produktionsmitteln , nach ihrer Rolle in der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und folglich nach der Erlangung und der Größe des Anteils am gesellschaftlichen Reichtum, über den sie verfügen. Klassen sind Gruppen von Menschen, von denen die eine sich Arbeit der anderen aneignen kann infolge der Verschiedenheit ihres Platzes in einem bestimmten System der gesellschaftlichen Wirtschaft.“
        (W.I. Lenin, LW, Bd. 29, Dietz Verlag Berlin,1984, S.410).

        Übrigens – nur mal so nebenbei: Als e-book wird das Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Soziologie, Dietz Verlag 1977, Berlin (DDR), im Internet für 33,26 € angeboten. Schon das ist eine Frechheit! Ein gewisser „Westdeutscher Verlag“ hat das Buch eingescannt und verkauft es zu Höchstpreisen. Aus allen DDR-Bibliotheken wurde es gezielt ausgemustert und auf den Müll geworfen! So versucht die Bourgeoisie hier nachträglich, sich das Wissen der DDR-Soziologen zum eignen Vorteil zu vergolden!

  3. sascha313 schreibt:

    Schrecklich! Und wie man sieht, haben sich ja auch in Dresden die Nazis an diesem Feuer die Hände gewärmt.

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