Die Kriegsverbrechen der USA und die bröckelnden Fundamente der alten Weltordnung

usafascistsFür viele Leser ist das keine Neuigkeit. Denn es handelt sich um Tatsachen, die charakteristisch sind für den USA-Imperialismus. Traurig, daß man immer wieder daran erinnern muß, aber das Wesen des USA-Imperialismus hat sich bis heute nicht geändert. Auch wenn Mittel und Methoden heute vielleicht andere sind, sich weiterentwickelt haben und dabei nicht weniger brutal und unmenschlich geworden sind. Gekennzeichnet von Hochmut und Unbelehrbarkeit ist jedoch die Reaktion der transatlantischen „Freunde“. Der USA-Botschafter in Saigon und spätere CIA-Chef William Colby ließ in Vietnam Zehntausende unschuldige Menschen foltern und ermorden. Auch das ist nicht vergessen! Darüber berichtet der Publizist Gerhard Feldbauer in seinem Beitrag.

Im Tigerkäfig der CIA

Der USA-Geheimdienst ließ in Vietnam Zehntausende foltern und ermorden. Von der BRD gab es keinen Einwand. Auch heute widmet man sich lieber der Stasi

Von Gerhard Feldbauer

Aus dem Lügenlabor des Joseph Goebbels

In der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin wurde am 14. August 2012 eine Ausstellung »Im Tigerkäfig der Stasi« eröffnet. Rainer Eppelmann, Vorsitzender der »Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur«, und der Maler Gino Kuhn unterhalten sich zum Auftakt über »Haftbedingungegen in der DDR und Mauerbau«, Stephan Krawczyk umrahmt den Schreckensabend musikalisch. Wie groß muß die Furcht sein, daß in den Köpfen vieler Menschen aus der DDR Gutes über den sozialistischen deutschen Staat weiter existiert, daß seine Gegner dagegen mit Methoden aus dem Lügenlabor eines Josef Goebbels wieder und wieder die »Stasikeule« schwingen. Und das von Ideologen einer Bundesrepublik, die unter dem Namensgeber der veranstaltenden Stiftung im nie trockengelegten braunen Sumpf geboren wurde.

Der Faschistenfreund Konrad Adenauer

Konrad Adenauer feierte schon als Kölner Oberbürgermeister 1929 nach dem Abschluß der Lateranverträge, welche die faschistische Diktatur Mussolinis zur »von Gott gewollten Ordnung« erhoben, den italienischen »Duce«, der Hitler und deutschen Industriellen zum Vorbild diente, als Mann, der »in goldenen Buchstaben in die Geschichte der katholischen Kirche eingetragen« wird. Dieser Spalter Deutschlands nahm nicht nur den Kommentator der Nürnberger Rassengesetze Josef Maria Globke als Staatssekretär in seine Dienste. Noch 1957 waren in seiner Regierung 18 Minister, die Mitglieder der NSDAP oder der SA waren.

Die alte Garnitur der Nazis in der BRD

1963 wurde »Wirtschaftswunder«-Kanzler Ludwig Erhard sein Nachfolger, der unter Hitler »wirtschaftswissenschaftlicher Berater« der »Reichsgruppe Industrie und der IG Farben« war. Ihm folgte 1966 bis 1969 Kurt Georg Kiesinger, Mitglied der NSDAP seit 1933, und stellvertretender Leiter der Rundfunkabteilung im Auswärtigen Amt Rippentrops. Den heutigen Auslandsgeheimdienst BND ließ Adenauer von dem Nazi-General Gehlen aufbauen, in der Bundeswehr wurden 104 frühere hohe Offiziere Hitlers Generäle und Admiräle, 8250 weitere führende Faschisten erhielten einflußreiche Positionen in der Bundeswehr, der Polizei, der Justiz, der Verwaltung und im diplomatischen Dienst.

Schweigen aus Bonn

Wenn während des verbrecherischen Kriegs der USA in Vietnam gefoltert und gemordet wurde, gab es nie auch nur den geringsten Einwand. Auch nicht, als durch Enthüllungen des USA-Magazins Newsweek 1972 bekannt wurde, daß dort im Rahmen des »Phönix«-Programms der CIA Zehntausende unschuldige Vietnamesen gefoltert und ermordet wurden. Das Journal bezog sich auf Aussagen des Verantwortlichen des Mordprogramms, den damaligen USA-Botschafter in Saigon, William Colby, später Direktor der CIA, der bei einer Befragung vor dem Kongreß zugeben mußte: durch das »Phönix«-Programm wurden 20.941 Personen getötet, die nicht »als schuldig oder unschuldig zu identifizieren« waren.

Amnesty International klagt an

Der im »Phönix-Programm« eingesetzte CIA-Mitarbeiter Barton Osborne, der den Geheimdienst verließ, schilderte Foltermethoden: Häftlingen »wurde ein Holzpflock von fünfzehn Zentimeter Länge in den Gehörgang getrieben. Auf dessen Ende wurde dann gehämmert, bis er ins Hirn eindrang«. Er habe bei allen Vernehmungen niemanden gesehen, »der da lebend herauskam«. In Südvietnam gab es über ein Dutzend KZ und Zuchthäuser sowie Hunderte von Lagern und Gefängnissen der örtlichen US-Kommandanturen und der Marionettenverwaltungen, in denen nach einem Bericht von »Amnesty International« 1972 zwischen 200.000 und 300.000 politische Gefangene schmachteten, die alle solchen Folterungen ausgesetzt waren

Sadistische Folterungen der Gefangenen

Die berüchtigtste Folterhölle war das KZ auf der Insel Con Son, wo 10.000 Menschen eingekerkert waren. Dort gab es bereits die berüchtigten Tigerkäfige, die später – kaum verändert – auf Guantánamo installiert wurden. Zu den sadistischsten Methoden gehörten Folterungen und Vergewaltigungen der weiblichen Häftlinge. Männer und Kinder wurden gezwungen, dabei zuzusehen. Frauen wurden Coca-Cola-Flaschen in die Vagina gestoßen. Der westdeutsche Arzt Erich Wulff, der sechs Jahre in Südvietnam arbeitete, schrieb unter dem Pseudonym George W. Alsheimer in seinem Buch »Vietnamesische Lehrjahre« (Frankfurt/Main 1968/1972), »daß Folterungen von Verdächtigen – und verdächtigt werden konnte jeder Vietnamese, der nicht selber im Dienste des Terrorapparates der USA stand – keine Ausnahme, sondern die Regel waren.«

Die Opfer werden aus dem Hubschrauber geworfen

Osborne schilderte sogenannte »Luftvernehmungen«, bei denen in einem Hubschrauber ein »Vietcongverdächtiger«, der vernommen werde sollte, und ein »Individuum«, das »als eliminierbar eingestuft war« transportiert wurden. In 500 Fuß Höhe wurde mit dem zu Eliminierenden vor der offenen Tür des Helikopters nochmals eine Scheinvernehmung durchgeführt, um den anderen einzuschüchtern. »Unter Anbrüllen und Warnungen, sie würden ihn rausschmeißen, wenn er nicht rede, gaben sie ihm dann einen Stoß, und er fiel über Bord.« Dann sei das zweite »Individuum« meist bereit gewesen, alles zu sagen, was verlangt wurde. Osborne trat in Westdeutschland in den 1970er Jahren mit Vertretern der Antikriegsbewegung der USA, darunter dem Verteidiger von US-Deserteuren und Black Panthern, Stanley Faulkner, in Vietnam-Hearings auf, über die in der Frankfurter Rundschau, den Nürnberger Nachrichten und selbst dem Handelsblatt berichtet wurde.

Von den USA lernen

Den USA-Krieg nutzte die Bundeswehr laut Welt vom 23. Mai 1964 zu »lernen, wie heute Kriege geführt werden«. Die Zeitschrift Wehr und Wirtschaft sprach in ihrer Nr. 8/9-1965 vom »Probefall Vietnam«, der zu »waffentechnischen Überlegungen« anrege und Erfahrungen, beispielsweise darüber, wie »taktischer Luftkrieg am besten« geführt wird, vermittelt. Laut Spiegel (4/1966) sprach sich der frühere SA-Mann Gerhard Schröder (CDU) als Verteidigungsminister »für eine Entsendung deutscher Soldaten auf den fernöstlichen Kriegsschauplatz« aus. Der Hessische Rundfunk meldete am 22. Februar, die Bundesrepublik wolle zwei Divisionen nach Vietnam schicken. Die Neue Ruhr-Zeitung berichtete am 26. November 1966, daß der stellvertretende Vietnam-Oberbefehlshaber Generals Heintges vom Einsatz von »zwei Infanterie-Divisionen und einer Panzergrenadier-Division« der Bundesrepublik gesprochen habe. Heintges hatte mit Theodor Blank, dem ersten Verteidigungsminister der BRD, und Hitler-General Heusinger die Bundeswehr aufgebaut.

Protestbewegung verhinderte regulären Bundeswehreinsatz

Daß es nicht zum Einsatz regulärer Bundeswehr-Einheiten kam, war auf die zunehmende westdeutsche Solidaritätsbewegung mit Vietnam und die Proteste auch auf internationaler Ebene gegen den USA-Krieg zurückzuführen, deren weiteres Anwachsen man in Bonn befürchtete. In verschiedenen verdeckten Formen beteiligte sich die Bundesregierung dennoch personell am USA-Krieg bzw. ließ solches völkerrechtswidriges Engagement zu. Der Informationsdienst RF-World News bestätigte am 8. Februar 1966, daß sich zu diesem Zeitpunkt rund 2.500 westdeutsche Techniker in Südvietnam befanden. Darunter waren 121 Angehörige der Bundesluftwaffe, die auch Bombenangriffe gegen Nordvietnam flogen.

„Verantwortung übernehmen“ – was heißt das?

Die Bundesrepublik unterstützte ohne jeden Vorbehalt den USA-Luftterror gegen Nordvietnam, der im August 1964 nach einer von der CIA ausgearbeiteten Konzeption begann. Der am Bau von KZ Hitlers beteiligte Bundespräsident Heinrich Lübke begrüßte die ersten Terrorangriffe auf Hanoi am 29. Juni 1966 und wünschte, sie sollten »von Erfolg gekrönt sein«. Die Westberliner BZ schrieb am 18. Juli, notwendig sei »ein kompromißloser Krieg, der auch vor Fabriken, Häfen, Bewässerungsanlagen und Staudämmen nicht mehr halt macht«. Kanzler Kiesinger versicherte Washington in seiner Regierungserklärung am 13. Dezember 1966, die Bundesrepublik werde »entschiedener als bisher Mitverantwortung in Vietnam übernehmen«.

Das sadistische „Handwerk“ der US-Army

Von der Unterstützung und Teilnahme am Krieg gegen Vietnam zieht sich die Kette bis zur logistischen Hilfe für den USA-Überfall auf Irak und zur Teilnahme am Krieg in Afghanistan, in dem Bundeswehroberst Klein mit eigenen Kriegsverbrechen aufwartete. Die US-amerikanischen Folterknechte, die in den bereits aus Vietnam bekannten Tigerkäfigen im irakischen Abu Ghraib ihrem sadistischen Handwerk nachgingen, waren, wie aus einem Bericht des ARD-Magazins »Report Mainz« hervorging, auf der USA-Luftwaffenbasis in Wiesbaden-Erbenheim stationiert.

Aus: junge Welt, Dienstag, 14. August 2012

…und was mit „Verantwortung übernehmen“ gemeint ist, lesen wir hier:

Kriegshilfe aus der BRD

Die Bundesrepublik war als Bündnispartner vielfältig am USA-Krieg in Vietnam beteiligt

Von Gerhard Feldbauer

Die deutschen Lieferanten für Giftgas

Die Bundesrepublik war als Bündnispartner vielfältig am USA-Krieg in Vietnam beteiligt. Unter der Kanzlerschaft von Adenauer und Erhard zahlte sie in Form von Waffenkäufen bereits zwischen 1961 und 1965 10,8 Milliarden DM an Washington. Durch Proteste gegen den Sponsor der jetzigen Olympischen Spielen in London, den US-amerikanischen Chemiekonzern Dow Chemical, wurde bekannt: Partner des Unternehmens, das den in Südvietnam eingesetzten chemischen Kampfstoff Agent Orange produzierte, war der IG-Farben-Nachfolgekonzern BASF. Mit fünf Filialen waren die Farbwerke Hoechst und mit drei die Bayer AG Leverkusen in den USA vertreten und über sie an Aufträgen für die amerikanischen Truppen in Vietnam beteiligt. Den Giftstoffen waren 17 Millionen Vietnamesen ausgesetzt, von denen drei bis vier Millionen schwere gesundheitliche Schäden davontrugen. Unzählige von ihnen starben an Leukämie, Lungentumoren und Leberkrebs.

Ein reges Interesse der USA an tödlichen Gasen wie Zyklon B

Giftgas1Die Pariser France Nouvelle berichtete am 6. Juli 1965, daß die Bayer AG den USA auch mehrere Patente für die Herstellung chemischer Kampfstoffe verkauft und über ihre USA-Filiale Chamagro Corporation in Kansas City auch direkt Giftstoffe lieferte, die in Vietnam angewendet wurden. Die Londoner Eastern World berichtete im Juli/August 1966, die Amerikaner hätten reges Interesse an den neuen, äußerst wirksamen Kampfgasen bekundet, die in westdeutschen Laboratorien auf der Grundlage der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges von der IG-Farbenindustrie hergestellten Gase entwickelt werden.« Die Zeitung schrieb, die Hoechst AG habe zugesagt, den USA »die notwendigen Unterlagen und Angaben für die Herstellung tödlicher Gase vom Typ Zyklon B zu überlassen, das die Nazis im vergangenen Krieg in großem Maße in ihren Todeslagern verwendeten und mit dessen Anwendung für nicht weniger grausame Zwecke die Amerikaner in Südvietnam bereits begonnen haben.« Laut Eastern World arbeiteten westdeutsche Chemiker und Bakteriologen, darunter von den Farbwerken Hoechst, in Südvietnam in einer Sondereinheit der US-Armee, die ein mobiles Forschungsinstitut für bakteriologische und chemische Kriegsführung betrieb, das am »lebenden Objekt« neue Kampfstoffe testete.

Aus: junge Welt, Dienstag, 14. August 2012 (Foto: aus Olaf Groehler „Der lautlose Tod“, Berlin, 1980, S.328)

Die Weltordnung des Jahres 2020…

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Die neue Weltordnung

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Frieden – Demokratie – Sozialismus

Der Sozialismus

Mit dem Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im Jahre 1917 begann zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit der Aufbau des Sozialismus in einem Land: in der Sowjetunion. Die Bedingungen und die Grundlagen für die Verwirklichung des Sozialismus haben Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir IIjitsch Lenin erforscht. Diese drei genialen Männer gaben den Revolutionären aller Länder ein wissenschaftlich begründetes Programm für den Sturz der Ausbeuterordnung. Der Sozialismus ist deshalb das Ziel des Kampfes der Arbeiterklasse aller Länder.

Auch in der DDR hatten die Werktätigen unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die entwickelte sozialistische Gesellschaft aufgebaut. Die Macht der von einer marxistisch-leninistischen Partei geführten Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten ist das wichtigste Kennzeichen eines sozialistischen Staates. Im Sozialismus gehören Grund und Boden, Betriebe und Maschinen nicht mehr den Kapitalisten, sondern dem Volk. Die wichtigste Form des Volkseigentums in der DDR sind die volkseigenen Betriebe. Eine andere Form ist das genossenschaftliche Eigentum.

Im Sozialismus ist das Streben der Menschen darauf gerichtet, den gesellschaftlichen Reichtum zu mehren. Der Sozialismus ist eine gerechte Gesellschaftsordnung. Jeder kann nach seinen Fähigkeiten arbeiten und wird nach seinen Leistungen entlohnt. Alle Mädchen und Jungen haben die gleichen Möglichkeiten der Bildung. Frau und Mann sind gleichberechtigt. Ein fester Grundsatz des Sozialismus ist die internationale Solidarität und die Freundschaft mit allen Völkern.

Von Anton bis Zylinder. Das Lexikon für Kinder. Der Kinderbuchverlag der DDR, Berlin 1968, S.353.

Der „Antistalinismus“ ist eine Grundtorheit…

Wenn ich mit Genossen spreche, die heute 50 Jahre alt sind und wir uns über J.W. Stalin unterhalten, treffe ich manchmal jetzt noch auf die Meinung, Stalin wäre ein Verbrecher gewesen. Die Sowjetunion sei so stark geworden trotz J.W. Stalins. Stalin hätte der internationalen Arbeiterbewegung großen Schaden zugefügt, obwohl er auch seine Verdienste gehabt habe. Das ist eine große Dummheit! In diesen Gesprächen kann man feststellen, daß der „Antistalinismus“ als Kernstück des Antikommunismus ist, und die damit verbundene jahrzehntelange manipulative antikommunistische Propaganda ihre Wirkung auf die Menschen hat, ob diese selbst das nun wollen und bemerken oder nicht. (Emil Collet)

Stalin-Freiheit

„Wahre Freiheit gibt es nur dort, wo die Ausbeutung abgeschafft wurde, wo es keine Unterdrückung der einen Menschen durch die anderen gibt, wo es keine Arbeitslosigkeit und Armut gibt, wo der Mensch nicht zittern muß, daß er morgen Arbeit, Wohnung und Brot verliert. Nur in einer solchen Gesellschaft ist wirkliche Freiheit möglich, und nicht nur auf dem Papier, persönliche und jede andere Art von Freiheit.“

J. Stalin: Gespräch mit dem Vorsitzenden der amerikanischen Zeitungsvereinigung „Scripps-Howard Newspaper“, Mr. Roy Howard, 1. März 1936. „Prawda“, 5. März 1936. In: Werke, Bd.14 (russ.)
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