Das Wachsen der Arbeiterklasse und der Klassenwidersprüche

7244„Es gibt für die klassenbewußten Arbeiter keine wichtigere Aufgabe als die, die Bewegung ihrer Klasse, ihr Wesen, ihre Ziele und ihre Aufgaben, ihre Bedingungen und praktischen Formen zu erkennen.“ (Lenin) [1] Es ist selbstverständlich hier nicht möglich, alle Aspekte der Veränderungen in der Klassenstruktur zu untersuchen, die sich vor allem in den letzten Jahrzehnten nach der Konterrevolution und Annexion der DDR ergeben haben. Ebensowenig können wir hier auf die Folgen der wissenschaftlich-technischen Prozesse eingehen, die neben der massenhaften Freisetzung von Arbeitskräften, zur Herausbildung eines nach Millionen zählenden Erwerbslosenheeres und zur Schaffung eines riesigen Billiglohnsektors geführt haben. Dennoch – es stimmt alles (auch über 50 Jahre nachdem dies geschrieben wurde!)

Wovor sich die Bourgeoisie fürchtet…

„Je mehr Proletarier, desto größer ihre Kraft als revolutionäre Klasse, desto näher und realer der Sozialismus.“ [2] Vor dieser Wahrheit fürchten sich die kapitalistischen Ausbeuter. Es gehörte von jeher zu den beliebten Me­thoden in ihrem Propagandaarsenal, die Unvermeidlichkeit fortschreiten­der Proletarisierung unter den Bedingungen des Kapitalismus zu leugnen.

Klassengegensätze werden vertuscht

Während die Apologeten des staatsmonopolistischen Kapitalismus in der BRD nicht laut genug rühmen können, daß es gelungen sei, eine große Kapitalakkumulation, Erweiterung der Produktion und Ausdehnung der Beschäftigung zu erreichen, möchten sie die unvermeidliche Konsequenz der Akkumulation, Konzentration und Zentralisation des Kapitals – die beschleunigte Proletarisierung und damit den zunehmenden Klassenant­agonismus der kapitalistischen Gesellschaft – vertuschen.

So behauptete Erhard:

„Vom Kapitalismus ist bei uns nichts anderes übriggeblieben als der Name … Wir haben in Deutschland bekanntlich den Namen ,soziale Marktwirtschaft‘, wenn sie so wollen, erfunden und haben damit etwa ge­kennzeichnet, um was es geht.“ [3]

Falsche und verlogene Begriffe

In dieser Manier „erfand“ man neben den alten irreführenden Begriffen wie „Arbeitnehmer“ auch neue Namen für die Proletarier, wie „Wirtschaftsbürger“ und „Sozialpartner“. In der offiziellen westdeutschen Statistik werden die sozialökonomisch zur Arbei­terklasse gehörenden als „abhängige Erwerbspersonen“ bezeichnet, was der Wahrheit schon näher kommt, wenn auch nichts darüber gesagt wird, von wem sie abhängig sind.

Sind die Klassenunterschiede verschwunden?

Gerade weil sich der Proletarisierungsprozeß in Westdeutschland beschleunigt vollzieht, wird eine Fülle von bürgerlicher Literatur produziert, die nachweisen soll, daß die proletarischen Zustände angeblich endgültig der Vergangenheit angehören. Der Arbeiter sei in den Mittelstand aufgestiegen, die volle Eingliederung der Arbeiterschaft in die bestehende Gesellschaft sei erreicht oder im Gange, die Klassenunterschiede seien fast verschwunden und die soziale Nivellierung schreite täglich wei­ter fort.

Die „Volkspartei“ SPD steht auf Seiten der Bourgeoisie

Diese Legende wird auch von der rechten SPD-Führung verbreitet, die sich dabei allerdings nicht weniger als die direkten Vertreter der Monopole in offensichtliche Widersprüche verstrickt. So heißt es im Godesberger Pro­gramm der SPD:

,,Der einst das bloße Ausbeutungsobjekt der herrschen­den Klassen war, nimmt jetzt seinen Platz ein als Staatsbürger mit an­erkannten gleichen Rechten und Pflichten.“

Im gleichen Programm lesen wir jedoch an anderer Stelle:

„Wer in den Großorganisationen der Wirt­schaft die Verfügung über Millionenwerte und über Zehntausende von Arbeitnehmern hat, der wirtschaftet nicht nur, er übt Herrschaftsmacht über Menschen aus; die Abhängigkeit der Arbeiter und Angestellten geht weit über das Ökonomisch-Materielle hinaus. Wo das Großunternehmen vorherrscht, gibt es keinen freien Wettbewerb. Wer nicht über gleiche Macht verfügt, hat nicht die gleiche Entfaltungsmöglichkeit, er ist mehr oder minder unfrei … Mit ihrer durch Kartelle und Verbände noch gestei­gerten Macht gewinnen die führenden Männer der Großwirtschaft einen Einfluß auf Staat und Politik, der mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar ist. Sie usurpieren Staatsgewalt. Wirtschaftliche Macht wird zu politischer Macht.“ [5]

Das Gerede von der Entproletarisierung

Eigentlich widerlegt hier der SPD-Vorstand, ohne die richtigen Konsequenzen zu ziehen, selbst das Gerede von der angeblichen Gleichberechtigung der Arbeiterklasse in der BRD, von der soge­nannten Entproletarisierung, und bestätigt, daß die Zusammenballung der ökonomischen und politischen Macht in den Händen der Monopolbourgeoi­sie noch nie so groß war, der Klassenantagonismus noch nie so tief wie gegenwärtig in Westdeutschland.

Vertiefung der Gegensätze

Je mehr staatsmonopolistische Maßnahmen zur Erhöhung der Profite und der Kapitalakkumulation wirksam werden, um so stärker wird die Pro­letarisierung in der kapitalistischen Gesellschaft beschleunigt. Die staats­monopolistischen Versuche zur Regulierung der Gesellschaftsstruktur kön­nen die Grundstruktur der kapitalistischen Gesellschaft und den Klassenkampf nicht aufheben. Sie können einen gewissen Einfluß auf Formen und Tempo der Proletarisierung ausüben, aber das schließliche Resultat wird die weitere Polarisierung der antagonistischen Klassen, die Vertiefung des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit, zwischen staatsmonopolisti­schcr Oligarchie und Volk sein.


Das Wesen des Kapitalismus

„Das Wesen des Kapitalismus ändert sich nicht, auch wenn er in seiner Geschichte verschiedene Stadien durchläuft, auch wenn sich seine Formen sowie die Methoden der Ausbeutung ändern und nunmehr das Hinüberwachsen vom monopolistischen zum staatsmono­polistischen Kapitalismus vollzogen ist.“ [6]

Zum Wesen des Kapitalismus gehört die Existenz und fortschreitende Entwicklung des modernen Proletariats, der Klasse der Lohnarbeiter, die kein oder fast kein Eigentum an Produktionsmitteln besitzen, die gezwun­gen sind, vom Verkauf ihrer Arbeitskraft an die Kapitalisten zu leben … Da gibt keinen Grund, andere als diese vom Marxismus wissenschaftlich be­gründeten Kriterien der Zugehörigkeit zum Proletariat für Westdeutsch­land anzuwenden. Aber selbst wenn dies, unter Verwendung der offizieller, Angaben der westdeutschen bürgerlichen Statistik, geschieht, wird die be­schleunigte Proletarisierung in Westdeutschland sichtbar.

Tab68

Der prozentuale Anteil der Arbeiterklasse nimmt zu

Während der Anteil der Arbeiterklasse an den Erwerbstätigen nach Ts­belle 68 im Jahre 1925 nur etwas über der Hälfte lag, umfaßt er heute mehr als drei Viertel aller „Erwerbspersonen“. An diesen Tatsachen kann niemand vorbeigehen. Selbst realistisch denkende Soziologen Westdeutsch­lands, die sich keineswegs zum Marxismus bekennen, erkennen dies als Grundtatsache an. Sie kommen zum Beispiel in der Broschüre „Gibt es noch ein Proletariat?“ zu dem Schluß:

,,In der Besitzlosigkeit liegt daher auch heute noch der Schwerpunkt des proletarischen Problems, trotz allem, was sich sonst inzwischen geändert hat. Deshalb besteht auch nach wie vor die Klassengesellschaft. Wie man vom Schwinden der Klassenunterschiede sprechen kann, solange sich der Boden und die übrigen Produktionsmittel im Privateigentum einer Minderheit befinden, während die Mehrheit des Volkes besitzlos dasteht, ist unerfindlich … Ohne eine grundlegende Ände­rung der Besitzverteilung ist dieser große Klassengegensatz nicht zu be­heben.“ [8]

Verschärfung der Widersprüche

Während jedoch die staatsmonopolistischen Maßnahmen die Kon­zentration und Zentralisation des Eigentums in den Händen der Monopole und ihres Staates beschleunigen, zum Beispiel durch die staatliche Begün­stigung der sogenannten Selbstfinanzierung und durch das System der Steuer- und Subventionierungspolitik, erhöht sich nicht nur die Ausbeutung der schon vorhandenen Proletarier, sondern wird die Ruinierung der ein­fachen Warenproduzenten, der Bauern und Handwerker, der Kleinhänd­ler und auch der kleinen und mittleren kapitalistischen Unternehmer beschleunigt. Die Entwicklung der sozialökonomischen Struktur in der BRD zeigt, daß sich nicht nur der Widerspruch zwischen Arbeiter­klasse und Kapital verschärft, sondern auch der Widerspruch zwischen einer zahlenmäßig kleinen Schicht der größten Monopolisten und dem ganzen Volk. Dieser für den Monopolkapitalismus ebenfalls typische Wi­derspruch erreichte im staatsmonopolistischen Kapitalismus eine neue, höhere Qualität.

Die Klassenstruktur in Westdeutschland

Betrachten wir die statistische Widerspiegelung der Widersprüche zwi­schen Arbeiterklasse und Kapital sowie zwischen Monopolen und Volk in der Klassenstruktur Westdeutschlands (vgl. Tabelle 69), so bleibt von der Legende der sozialen Nivellierung nichts mehr übrig. Selbst die ganz pauschale Gegenüberstellung des Anteils der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse ergibt, daß über 75 Prozent der Bevölkerung vom Verkauf ihrer Arbeitskraft an die Klasse der Kapitalisten leben müssen, die nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ist also vorn Eigentum an Produktionsmitteln ausgeschlossen. Die große Differenzierung innerhalb der Bourgeoisie zeigt aber, daß es nicht richtig wäre, im Klassenkampf des Proletariats die tiefen Widersprüche zu übersehen, die sowohl zwischen der Monopolbourgeoisie und der nichtmonopolistischen Bourgeoisie als auch zwischen den Monopo­len und den Mittelschichten, den einfachen Warenproduzenten, bestehen.

tab69

Woher kommt der sagenhafte Reichtum der herrschenden Klasse?

Der Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft verteilt sich heute weni­ger denn je gleichmäßig auf alle Kapitalisten. Die Untersuchungen über die Konzentration und Zentralisation des Kapitals zeigen. wie das Monopolkapital nicht nur die Arbeiter seines unmittelbaren Be­reichs ausbeutet, sondern mit Hilfe der Monopolstellung und des Staates die ganze Gesellschaft tributpflichtig gemacht hat. Es eignet sich große Teile des in nichtmonopolistischen Betrieben erzeugten Mehrwerts an und auch große Teile der Werte einfacher Warenproduzenten.

Nur im gemeinsamen Klassenkampf…

Zwischen der Finanzoligarchie, deren Anteil an der Bevölkerung kaum noch meßbar ist, und den sonstigen Monopol- und Großunternehmen, die ­nur zwei Hundertstel Prozent der Bevölkerung ausmachen, und allen übri­gen Klassen und Schichten, die über 99 Prozent der Bevölkerung umfassen, klaffen daher tiefe ökonomische und auf ihrer Grundlage unvermeidliche politische Widersprüche, die nur im gemeinsamen Kampf aller antikapitalistischen Kräfte unter Führung der Arbeiterklasse gelöst werden können.

prolet1

[1] W.I. Lenin: Objektive Angaben über die Stärke der verschiedenen Strömungen in der Arbeiterbewegung. In: Werke, Bd.20, S.383.
[2] W.I. Lenin: Friedrich Engels. In: Werke, Bd.2, S.6.
[3] Zit. in: Millionäre herrschen über die Millionen, hrsg. vom Ständigen Ausschuß der Deut­schen Arbeiterkonferenz, Leipzig 1963, S.14.
[4] Vorwärts (Bonn), 20. November 1959, S.19.
[5] Ebenda, S.18.
[6] Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, S.26.
[7] Vgl. Automatisierung und Arbeiterklasse in Westdeutschland, Dietz Verlag, Berlin 1961,
[8] P. Jostock: Gibt es noch ein Proletariat? S. 13.
[9] Vgl. Millionäre herrschen über die Millionen, S. 14.
[10] Die etwa 5 Millionen Bauern (einschließlich Angehörige) sind je nach Klassenmerkmalen den angeführten Klassen und Schichten erfaßt,
[11] Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, S.52/53 (Hervorh. – die Verf.)

Quelle:
Institut für Gesellschaftswissenschaften (Hrsg.): Imperialismus – heute. Dietz Verlag Berlin, 1966, S.608-612. (Zwischenüberschriften eingefügt – N.G.)
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12 Antworten zu Das Wachsen der Arbeiterklasse und der Klassenwidersprüche

  1. roprin schreibt:

    Das Problem ist: heute verstehen sich die Arbeiter und Angestellten nicht mehr als „Klasse“ mit demselbern Schicksal. Es gibt keinen Zusammenhalt, keine Organisation, kein Wille, an dem Ausbeutersystem irgend etwas zu ändern. Die meisten fühlen sich nicht einmal ausgebeutet. Man ist ja heute Privilegiert, wenn man einen regulären Arbeitsplatz mit Tarif-Bezahlung hat. Der Verrat Rußlands am Sozialismus hat alles zerstört, was erfolgreich aufgebaut wurde. Am schlimmsten empfinde ich das allgemeine Sich-Abwenden von der Idee des Sozialismus und Kommunismus.

    Heute gibt es keine wirklich kommunistische Partei oder Organisation.

  2. Diese Angaben müssten eigentlich aktualisiert werden.

    Vielleicht ein kleiner Anfang?
    https://seidenmacher.wordpress.com/2020/01/23/fakten-die-du-ueberpruefen-kannst/

    Nehmen wir Deutschland, die bevölkerungsreichste Menschenfarm in Europa, auf der 83 Millionen Lebenwesen der Art Mensch der Gattung homo gehalten werden.

    1.) 16,21 Millionen Kinder (*A)
    2.) 23,37 Millionen Menschen über 60 Jahre, davon
    3.) 18,00 Millionen Rentner (d/m/w) (*B)
    4.) 45,19 Millionen Erwerbstätige; davon
    5.) 33,30 Millionen sozialversicherungspflichtig (*C)

    33,3 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ERWIRTSCHFTEN ein BIP von 3.700-Milliarden Euro pro Jahr!

    Dafür erhalten diese Lohnsklaven einen Brutto-Lohn von
    1.144,62 Milliarden (1.144.623.655.913,98 Euro)!

    Dies entspricht einer LOHNSUMME von 1.385-Milliarden!

    Vom Brutto-Lohn werden 240 Milliarden Sozialversicheungsabgaben und 210 Milliarden Lohnsteuer einbehalten = 450 Milliarden.

    1.145 – 450 = 705 Milliarden „netto“

    Der Lohnsklave kann also 705 Milliarden ausgeben.
    In diesen Ausgaben sind 230 Milliarden Umsatzsteuer enthalten.

    33.300.000 Millionen Menschen haben also ein tatsächliches Einkommen von 475 Milliarden Euro zur Verfügung!

    475.000.000.000 : 33.300.000 = 14.264,26 Euro/Jahr = 1.188,69 Euro im Monat!

    Wir haben es also mit 33,3 Millionen Lohnsklaven auf der Menschenfarm DEPPEN-DOOF-DUNKEL-DEUTSCH zu tun, die sich „ihrer Zustände, die der Illusionen bedürfen“, nicht bewußt sind!
    ————————————————
    Macht ja auch nichts!

    Erarbeitetes Einkommen durch die Lohnabhängigen:
    1.385 Milliarden!

    Netto zum Ausgeben: 475 Milliarden!

    Was diese 33.300.000 LOHNSKLAVEN tatsächlich für sich verwenden können, sind 478,47 Milliarden! oder rund 1.200,- im Monat!

    Und dies, obwohl sie es sind, die jedes Jahr 3.700-Milliarden durch ihren Fleiß und Schweiß ERWIRTSCHAFTEN!!!

    489 Milliarden „Sozialversicherung“
    800 Milliarden „Steuern“
    479 Milliarden „netto„
    1.768‬ Milliarden

    MEHRWERT = 1.932 MILLIARDEN!!!
    _____________________________________
    Was tun?
    1.) Aus dem Nationaleinkommen erhält jeder einen monatlichen Grundbetrag von NETTO 2.500,- Euro ausgezahlt.
    Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr erhalten 500,- Euro ausgezahlt, während 2.000,- Euro in einen Zukunftsfonds für sie eingezahlt werden.
    2.) Der gesetzliche Stundenlohn wird auf mindestens 20,- Euro festgelegt.
    Die „Einkommens“-Steuer wird auf 3,33 % begrenzt;
    die Umsatzsteuer (Deppen nennen sie „Mehrwertsteuer“) wird ersatzlos gestrichen und in der Verfassung verboten;
    die Sozialversicherungen entfallen (nicht sofort, das geht nicht, dafür bedarf es einer Übergangsfrist).
    3.) Der gesamtgesellschaftlich erwirtschaftete Mehrwert in Höhe von
    1.932 MILLIARDEN wird vergesellschaftet!
    4.) Die Gesundheits- und Pflege-, Für- und Vorsorge sowie das Bildungswesen (Kosten: ~300 Milliarden) wird aus dem national erwirtschafteten Mehrwert finanziert.
    Bleiben untern Strich immer noch 1.632 Milliarden Mehrwert übrig — genug um
    a) die Öffentliche Infrastruktur (Straßen, Eisenbahn, Wasserstraßen, Deiche, Schulgebäude, Krankenhäuser, Wasser-, Strom- und Energie-Versorgung, Telekommunikation) aufrechtzuerhalten, auszubauen und zu modernisieren
    b) bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen sowie
    c) einen ‚echten‘ Umweltschutz zu verwirklichen.
    5.) Das Gemeinwohl teilt das Geld zu und nicht mehr das Private Banken-Syndikat – die BIZ in Basel mit ihren PRIVATEN Tochtergesellschaften: EZB, Bundesbank usw.
    ——————————————————–

    *A)
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Tabellen/2-3-familien-bundeslaender.html

    (*B) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/

    (*C)
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Arbeitsmarkt/karb811_x13a.html

    (*D)
    https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Zahlen-und-Fakten/Kennzahlen-zur-Finanzentwicklung/kennzahlen-zur-finanzentwicklung_node.html

    (*E)
    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerschaetzungen_und_Steuereinnahmen/2019-01-31-steuereinnahmen-kalenderjahr-2018.pdf?__blob=publicationFile&v=2

    • sascha313 schreibt:

      Ja, schön und gut – die Berechnung ist ja ganz nett, aber was soll der zweite Teil bedeuten: „Was tun?“ – Wie soll das gehen? Hätte man Lenin diese Frage gestellt, dann wäre sicher folgende Antwort gekommen:

      „Der Zwiespalt zwischen Traum und Wirklichkeit ist nicht schädlich, wenn nur der Träumende ernstlich an seinen Traum glaubt, wenn er das Leben aufmerksam beobachtet, seine Beobachtungen mit Luftschlössern vergleicht und überhaupt an der Realisierung seines Traumgebildes arbeitet.“

      Das kann man nachlesen. Und tatsächlich hat nicht Lenin das gesagt, sondern er zitiert hier nur Pissarew. (LW, Bd.5, S.530) Und zurecht! Denn ohne eine proletarische Revolution und ohne die Macht der Arbeiterklasse („Diktatur des Proletariats“) und ohne sozialistische Produktionsverhältnisse wird es auch keine solche „Umverteilung“ geben.

      Es empfiehlt sich also, das ganze Werk „Was tun?“ bei Lenin nachzulesen. (Lenin Werke Bd.5, S.355-549) … und damit kann man Herrn Sodann noch einen kleinen Gefallen tun!

      • Und Pissarew hat wohl auf Sokrates Bezug genommen, der meinte, daß die Träumenden ihr Leben lang nicht aus ihrem Traum – Marx hätte wohl: Illusionen geschrieben – aufwachen.

        „Wie soll das gehen?“ Tja, darauf gibt doch Marx die Antwort: Die Kapitalistenklasse stürzen. – Aber wie soll die gestürzt werden, wenn 99 % der Ausgebeuteten nicht mal wissen, daß sie derart ausgebeutet werden, wie ich es oben aufgeführt habe. Ist es denn nicht wichtig, daß die Ausgebeuteten erst einmal erkennen, wie sie von den Kapitalisten betrogen und bestohlen werden?

      • sascha313 schreibt:

        Das ist ja genau der Punkt: Das Bewußtsein kann man auf zwei Arten beeinflussen – durch die Lebensumstände und durch Bildung. Auf beides haben wir nur begrenzten Einfluß. Allerdings spielen die sich verschlechternden Lebensumstände für Millionen Menschen und die daraus selbstgewonnenen Erkenntnisse dem gesellschaftlichen Fortschritt nur in die Hände. – Irgendwann hat mal ein kluger Mensch gesagt:

        „Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht.“ (Abraham Lincoln)

      • Mir „scheint“ es so, daß – wie ein mir unbekannter Mensch gesagt haben soll – es erst schlechter werden muß, bevor es besser werden kann.

        Freilich, weiß ich aus meiner Lebenserfahrung und den vielen Erzählungen von Menschen, der Forderung von Karl Marx nachzukommen, den Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf, wird schlichtweg nur selten nachgekommen, selbst wenn es immer schlechter wird.

        Ich sage nur Memento Stalingrad von Erich Weinert!

        In diesem Bericht beschreibt er , wie er selber und Walter Ulbricht und viele andere ‚deutsche‘ Genossen Tag und Nacht die eingeschlossenen Soldaten und Offiziere der Sechsten Armee dazu aufforderten, sich zu ergeben — ohne kapitulieren zu müssen!

        Selbst die — von der Roten Armee ausgestellten — Passierscheine, die hundert-tausendfach über die Eingeschlossenen abgeworfen wurden, die ihnen Freies-Geleit garantierten, haben nur wenige genutzt, um ihr eigenes Überleben zu sichern!
        Irgendein wirrer „Geist“ hielt — nachdem bereits von 600.000 Soldaten (aus Deutschland und anderen Ländern) 120.000 verwundet oder tot waren — die überlebenden Soldaten in einem Wahn gefangen!

        Obwohl die Soldaten und Offiziere keine Munition — außer der letzten Patrone, um sich selber auszulöschen — mehr hatten;
        obwohl jeden Tag mehr „Kameraden“ VERHUNGERTEN und ERFROREN, weil es – außer dem Fleisch der bereits toten Kameraden – nichts mehr zu Essen gab: Jedes Pferd, jede Maus und Ratte waren längst verspeist worden: Nein! man ergibt sich nicht!:
        „Wenn ich hier falle: ***Dann haben wenigstens meine Kameraden etwas zum Essen!***;
        und dies, obwohl nur noch Knochen der toten Kameraden übrig waren, um wenigstens ein wärmendes Feuer oder eine Suppe aus dem Fleisch der toten Kameraden zu kochen!!!
        ***Nein! man ergibt sich nicht!***
        —————————————————–
        Damit nun kein falscher Eindruck entsteht:
        Ich kann jenen verblendeten Menschen, die dort ihr Leben FÜR einen IRREN WAHN gelassen haben, keine Träne nachweinen!!!

        Acht Armeen: Heeresgruppe B; Heeresgruppe Don, 6. Armee; 4. Panzerarmee;
        rumänische 3. Armee; rumänische 4. Armee; italienische 8. Armee; ungarische 2. Armee
        insgesamt etwa 850.000 Soldaten

        standen vier Armeen der Sowjetunion mit 1.700.000 Rotarmisten gegenüber!

        Auf Seiten des „DR“ sind von den 850.000 grausam 740.000 Menschen (Soldaten) verreckt: Etwa 110.000 gerieten in Kriegs-Gefangenschaft! Davon waren 99,99 % am VERHUNGERN — und von diesen hatten 99,99 % bereits ERFRIERUNGEN, die eine Amputation — um eine Vergiftung vorzubeugen — erforderlich machte!

        Wir dürfen jedoch NIEMALS VERGESSEN!!!,
        daß von den 1.700.000 Rotarmisten zwischen dem 7. Juli 1942 bis zum 2. Februar 1943 — also in Sechs Monaten — mehr als 500.000 Rotarmisten ihr LEBEN verloren und weitere 800.000 verletzt wurden!!!
        ———————-

  3. sascha313 schreibt:

    …und jeden Tag erscheinen in den Zeitungen der BRD Meldungen, wie „robust“ doch die Wirtschaft sei, wie niedrig die Zahl der Arbeitslosen …und wie furchtbar die Menschen in der DDR doch unter dem „stalinistischen System“ gelitten hättten …. hahaha! kann man da nur sagen! – Was sagt uns das? Selbst in der höchsten Not ist bei vielen die Angst vor Gespenstern noch größer als Hoffnung, Mut und Tatkraft. Sklave bleibt Sklave! Was muß passieren? Hirn einschalten und nicht einschüchtern lassen!

  4. Ossi schreibt:

    Diese Fakten machen den Sinn und Zweck der sogenannten Flüchtlinge deutlich: Es ist einzig der Kapitalismus der diese Flüchtlinge braucht. Es sind private Unternehmen die von diesem Elend profitieren. Es sind Deutsche Unternehmen die dieses Elend erzeugen. Es sind kapitalistische Unternehmen die Einwanderung brauchen um ihr eigenes Volk zu unterdrücken. Für Privatunternehmer ist jeder Flüchtling ein Geschenk denn jeder Flüchtling dient der Spaltung der Arbeiterklasse im eigenen Land. Jeder Flüchtling trägt zur Verringerung des Klassenbewusstsein bei. Jeder Flüchtling ist ein Triumpf für die kapitalistische Propaganda. Flüchtlingspolitik, das ist nur eine andere Form des Kampfes gegen die Arbeiterklasse im eigenen Land. Migration ist die Durchführungsbestimmung zur Unterdrückung und Vernichtung der Arbeiterklasse.
    Darüber sollten wir uns im Klaren sein. Wobei die heutigen Bedingungen auch nicht anders sind als vor 100 Jahren. Auch in den Goldenen 20ern war Deutschland vollgestopft mit Ausländern, nur hat man damals nicht Flüchtlinge zu denen gesagt.

    Schönes Wochenende

  5. Harry56 schreibt:

    Die so genannte „Flüchlingspolitik“ diverser bürgerlich – kapitalistischer Regime, darunter unseres abscheulichen BRD-Regimes (alle Parteien!), hat natürlich nichts, absolut nichts mit „Hilfe“, „Humanität“ zu tun, sondern ist reine Zuhälterei für das Kapital, seine Akkumulation, zum Nutzen der Reichen und Mächtigen dieses Landes, sie ist KLASSENKAMPF von oben nach unten.

    Übrigens, 1958(!) sagten Franz-Josef Strauß und Ludwig Erhard auf öffentlichen Veranstaltungen, „wir“ müssen mehr ausländische Arbeiter importieren, um so ein zu starkes Ansteigen der Löhne zu verhindern.
    Die große „Gastarbeiter“ Lüge“ mit angeblich „fehlenden Arbeitskräften“ der verlogenen BRD-Geschichte nahm so seinen Anfang….
    Und heute eben die „Flüchtlinge“….., so dass etwa im Hotelgewerbe, Reinigungsgewerbe Massen an vor allem ausländischen Frauen selbst nach vielen Jahren nicht einmal 10 EUR pro Stunde verdienen, aber selbst bei diesen Hungerlohn oft noch einige Hunderter pro Jahr und Nase an die Finanzämter abdrücken müssen.

    Das ist unsere ach so „humanitäre“ „Flüchtlinge“ – BRD mit ihren „Syrern“ und sonstigen oftmals anonymen Import-Gestalten!

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