Wirklichkeitsfremde Hingespinste über die DDR…

AlternativrisikoWieder einmal hat sich der russische Nachrichtenkanal „sputniknews“ dazu hinreißen lassen, DDR-feindlichen Tiraden ein Podium zu bieten. Der „Historiker“ Ilko-Sascha Kowalczuk, so, so…! Was sich doch heute so alles bei Sputnik „Historiker“ nennen darf! – so reagierte ein Leser in den Kommentarspalten. Die Lebensaufgabe solcher Randfiguren wie Kowalczuk besteht offenbar nur noch darin, die DDR nachträglich mit Dreck zu bewerfen. Das klingt bspw. so: „Die Mauer wäre zwar geöffnet worden, doch kurze Zeit später wäre die Nationale Volksarmee (NVA) ausgerückt und hätte mit militärischer Gewalt die Grenze wieder geschlossen“. Lächerlich! Eine solche Spekulation entbehrt jeder Grundlage. Doch für solche Typen wie Kowalczuk und Co. ein einträgliches Geschäft…

Da wird gesponnen und gelogen was das Zeug hält:

  • „Militärgewalt gegen Demonstranten“hat es nie gegeben und hätte es nie geben!
  • „Machtübernahme durch die NVA“gab es nie und hätte es auch nie gegeben! Die Nationale Volksarmee hatte den Klassenauftrag der Arbeiterklasse, den Sozialismus zu verteidigen. Eine „Machtübernahme“ durch die NVA ist also völliger Unsinn!
  • „Staatliche Eigenständigkeit und Wirtschaftsprobleme“die DDR war Mitglied des „Warschauer Vertrages“ und des RGW und insofern an deren Beschlüsse gebunden. Doch die wirtschaftlichen Probleme der DDR hatten ihre Ursache zuallererst im subversiven Wirken des westdeutschen Imperialismus. Dann allerdings auch in zunehmendem Maße infolge der destruktiven, antisozialistischen Politik der Führung der UdSSR nach 1956.
  • „Entvölkerung“Ja, schon kurz nach der Gründung der DDR wurden durch Westdeutschland für horrende Summen Fachkräfte sowie Ärzte, Ingenieure und Wissenschaftler abgeworben und damit der DDR ein massiver Schaden zugefügt!
  • „Dumpingland DDR“ – Ja, natürlich. Das haben die westdeutschen Halunken ja auch erreicht. Uns noch heute – über dreißig Jahre nach der Annexion der DDR – ist das Lohnniveau im Osten niedriger als im Westen, eine Gleichberechtigung der Frauen (wie sie in der DDR eine Swelbstverständlichkeit war, gibt es in der BRD nicht…
  • „Wiedervereinigung in bestmöglicher Version“es war die schlechtestmögliche Version! Eine „Wiedervereinigung“ auf neuer, antikapitalistischer Grundlage, wie sie von der DDR von Anfang an vorgeschlagen worden war, hatte Adenauer stets abgelehnt; ohnehin gilt: Kapitalismus und Sozialismus kann man niemals „vereinigen“!
  • „West-Profiteure“Ja, natürlich hat es fast ausschließlich nur „Westprofiteure“ gegeben, man nannte sie auch „Heuschrecken“ – die DDR wurde nach Strich und Faden ausgeplündert und das Volk der DDR in jeder Weise gedemütigt und millionenfach enteignet.
  • „Blind vor Siegestaumel – Abgehängte Westgebiete“Unsinn und eine dreiste Lüge! Von wegen „abgehängte Westgebiete“, die westdeutschen Großkonzerne haben sich an der DDR gesundgestoßen. Die drohende Krise in der BRD wurde dadurch vorerst verhindert!
  • „EU – Ohne Euro und viel kleiner“Ja, sicher. Indem sich die westlichen Konzerne nun endlich weiter nach Osten ausbreiten konnten, sicherten sie sich außerdem zusätzliche Absatzmärkte, billige Arbeitskräfte und reiche Rohstoffquellen! Die Währungsmanipulationen (DM → Euro) haben die Geldentwertung und Bereicherung der Großbanken erst ermöglicht.

Spekulationen und Vermutungen über die Zukunft der DDR sind in jeder Hinsicht müßig und sinnlos, da die DDR nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch von der UdSSR abhängig war, die sich nach der Ermordung Stalins und der antikommunistischen Wendung im Jahre 1956 immer mehr von den Grundprinzipien des Sozialismus entfernt hatte. Krenz verbreitete z.B. schon Anfang 1990 die folgende Lüge:

900123 Krenz niemals freie Wahlen

Und, wohl wissend, daß es eine Vereinigung zwischen Kapitalismus und Sozialismus niemals geben kann, streuten auch Modrow, Steinitz und Konsorten noch am 25. August 1990 Illusionen und verbreiteten folgende antikommunistische Parolen:

  • „Im Vertrauen auf den Friedenswillen des künftigen Deutschland und im Interesse der Errichtung des gemeinsamen europäischen Hauses…“
  • „An uns ist es nun, dafür einzutreten, daß über die Bündniszugehörigkeit des künftigen Deutschland so entschieden wird, daß Blöcke nicht zementiert, sondern überwunden werden.“
  • „Flexibilität und Pluralismus sind gefragt. Es ist doch eine Tatsache, daß die Interessengruppen und Arbeitsgemeinschaften ein wichtiger Mittler zu Sympathisanten unserer Partei sind…“
  • „Nach vierzig Jahren staatssozialistischer Planwirtschaft bestand die historische Chance, eine umfassende Erneuerung und Demokratisierung der Wirtschaft in Angriff zu nehmen.“
  • „Wir sind für eine Wettbewerbsordnung, die Chancengleichheit aller Eigentumsformen einschließt…“

Da brauchte man sich dann nicht mehr darüber zu wundern, wenn sich neben der Unzufriedenheit vieler DDR-Bürger mit der Politik von Partei und Staatsführung der DDR bei der Bevölkerung erstmals auch Unsicherheit und Angst vor der Zukunft breit machten. Und was dann nämlich die DDR-Bürger erwarten würde, hatte die Frankfurter Rundschau bereits ein paar Tage zuvor, am 21. August 1990, treffend so beschrieben:

,,Der Tag der Vereinigung, heißt es, wird auch der Tag der Wahrheit sein. Dann schließen sich zwei noch für lange Zeit extrem unterschiedliche Gemeinwesen zusammen. Während die heutige Bundesrepublik von Tag zu Tag reicher wird, steht der Noch-DDR ein Winter bevor, der den Menschen dort den Unter­schied erst richtig klarmachen wird … Für einige Zeit werden wir ,Nord­italiener‘ Europas unseren Süden, unser Sizilien bekommen . . . Die Frage ist nur, wie lange dieser Übergang dauern wird … Ein vereinigtes Deutschland, in dem mehr als zwei Drittel im Wohlstand, die anderen aber für längere Zeit in einem Armenhaus leben, kann nicht gedeihen. Die Mauer ist weg. Wie lange bleibt die andere Mauer?“


Und was wurde aus der DDR? Genau das, was viele DDR-Bürger auch befürchteten: Ein Eldorado für westdeutsche Hasardeure, Raubritter und Plünderer aller Art, ein Billiglohnland, ein entvölkertes Land usw….

Die sogenannte „Wiedervereinigung“ der DDR mit der BRD war  verfassungswidrig!

Sie war ein schäbiges Ganovenstück von Gorbatschow, Schewardnadse, Jakowlew, Jelzin usw. und deren willfähriger Handlanger in der DDR. Ein Verbrechen und die größte Katastrophe für die Menschheit, die es jemals gab! Denn: Sozialismus und Kapitalismus kann man nicht „vereinigen“.


Es gab niemals eine kommunistische Gewaltherrschaft in der DDR.


Doch halten wir uns nicht länger damit auf! Wie war nun die DDR und welche Zukunftsvorstellungen gab es?

In der DDR

  • gab es ein Recht auf Arbeit und keine Arbeitslosigkeit.
  • hatte jeder Jugendliche eine kostenlose Schulbildung.
  • war das Hochschul-Studium kostenlos und die meisten Studenten erhielten Stipendien, die nicht zurückgezahlt werden mußten.
  • erhielt jeder Jugendliche nach Schulabschluß eine Lehrstelle.
  • gab es nur eine Krankenkasse für alle; deshalb waren die Krankenkassenbeiträge niedrig.
  • zahlten die Krankenkassen jede Arztbehandlung und jeden Krankenhausaufenthalt und alle vom Arzt verordneten Medikamente.
  • lag die Sozialversicherung in den Händen der Gewerkschaften.
  • wurden die Löhne und die Arbeitsbedingungen im Rahmen des Arbeitsgesetzbuches durch die Betriebsleitungen und die Gewerkschaften gemeinsam festgelegt, d.h., die Arbeiter haben über ihre Gewerkschaft dabei mitentschieden.
  • war gesetzlich festgelegt: Ob Mann oder Frau – gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • lag der Wohnungsbau in den Händen des Staates, der Kommunen oder der Betriebe und Genossenschaften. Er diente nicht der Profiterwirtschaftung, sondern der Schaffung von Wohnraum für die Bevölkerung.
  • lagen deshalb die Mietkosten weit unter denen in der BRD.
  • gab es keine Obdachlosen.
  • gab es auch eine Armee, die Nationale Volksarmee (NVA). Aber die war nur zur Verteidigung gegen Angriffe da, nicht dazu, Angriffskriege zu führen, wie die Bundeswehr, die Angriffskriege geführt hat in Jugoslawien, in Afghanistan und dort noch immer Krieg führt. Die NVA dagegen hat niemals Krieg geführt; denn die DDR-Regierung hielt sich an das von ihr geprägte Wort: Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!

Quelle: Der Historiker Kurt Gossweiler äußert sich über die DDR


…und die Zukunft der DDR?

Und um es noch ein bißchen zu illustrieren:

DDR00DDR01DDR02 DDR03 DDR04 DDR05 DDR06 DDR07   DDR09


Doch es geht auch anders! Siehe:

Sputnik: Klaus Blessing „Die angebliche Pleite der DDR ist ein Märchen!“

Siehe auch:
Kurt Gossweiler: War der Untergang der DDR unvermeidlich?

Dieser Beitrag wurde unter Meine Heimat DDR, Was ist Sozialismus?, Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Wirklichkeitsfremde Hingespinste über die DDR…

  1. Harry Popow schreibt:

    Antikommunistische Typen dürfen noch so viele Widersprüche und kleine und große Fehler im aufkeimenden Sozialismusversuch aufzählen, es ändert nichts an der Tatsache eines erbitterten Klassenkampfes – mit all seine Tücken und Unwägbarkeiten. Letztendlich hat nur jene Gesellschaftsformation eine Zukunft, die die Geschichte nicht in antikommunistischer Hasstirade zum Schutz der Kapitalherrschaft verteufelt, sondern allseitig Lehren daraus zieht. Solange dazu die jetzigen Herrscher nicht in der Lage sind, und dies bei Strafe des eigenen Untergangs auch nicht wollen, ist und bleibt der Glaube an eine friedliche Welt eine Illusion und das Mittun leider eine Begleiterscheinung wie das dem einstigen Hitler zujubelnde deutsche Volk, bei dem die Widerständigen zu Tode kamen. Jeder darf sich ein eigenes Bild machen, ob er dabei auch etwas mehr in die Erkenntnistiefe stößt oder weiter an der Oberfläche schwimmt. In meinem Blog und in der Zeitschrift „RotFuchs“ kann ich den Artikel über den Klassenkampf nur wärmstens empfehlen. Harry Popow
    (RotFuchs, Februar 2020, Seite 14)
    Hier der Link:
    http://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2020/RF-265-02-20.pdf  

  2. roprin schreibt:

    Heute wird auch ein Zusammenhang hergesponnen: Mit dem Mauerfall hätte das Problem der Nazis in Deutschland begonnen. Nazis und Rechtsextreme fände man hauptsächlich im Osten Deutschlands usw. Mal sehen, was man der DDR noch so anhängt, wenn die Alten unter uns nicht mehr sind.

    Übringens: „Sputnik News“ nimmt schon eine ähnliche Gestalt an wie „BILD“. Man verbreitet Lügen und muß später nicht einmal mehr korrigieren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s